Ballett: Giselle (Roberto Bolle und Svetlana Zakharova)

Giselle ist ein Ballett in zwei Akten nach einem Libretto von Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges und Théophile Gautier.
Zum Verständnis der Geschichte kann es vorteilhaft sein, zu wissen, dass bis weit ins 20. Jahrhundert hinein (nicht nur) unter Adligen arrangierte Ehen – und somit auch Verlöbnisse – aus dynastischen und/oder finanziellen Gründen üblich waren, Liebesheiraten dagegen waren sehr selten.
1. Akt: In einem Dorf
Der erste Akt spielt in einem kleinen Dorf, in dem Giselle, ein liebenswertes Mädchen, mit ihrer Mutter lebt. Sowohl der Förster Hilarion als auch Prinz Albrecht sind in Giselle verliebt. Albrecht tarnt sich als Bauer, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, während Hilarion eifersüchtig zuschaut. Giselles Mutter warnt sie vor den Wilis, geisterhaften Wesen, die junge Männer in den Tod führen. Eine adlige Jagdgesellschaft passiert das Dorf, zu der auch Albrechts offizielle Verlobte Bathilde gehört. Albrecht versteckt seine wahre Identität, aber Hilarion entdeckt das Schwert des Prinzen und entlarvt ihn vor allen. Giselle ist am Boden zerstört und stirbt (hier gibt es unterschiedliche Variationen) entweder an gebrochenem Herzen oder stürzt sich in Albrechts Schwert.
2. Akt: Auf einer Lichtung
Im zweiten Akt befinden wir uns auf einer geheimnisvollen Lichtung im Wald. Hilarion besucht Giselles Grab, doch als die Geister der Wilis auftauchen, flieht er vor ihnen. Die Wilis, angeführt von ihrer Königin Myrtha, nehmen Giselle in ihre Reihen auf. Albrecht, der von Schuld und Reue geplagt wird, folgt Giselles Geist in den Wald. Hilarion wird von den Wilis ermordet. Als die Wilis Albrecht zwingen wollen, mit ihnen zu tanzen, bittet Giselle um Gnade für ihn. Myrtha lehnt ab, aber Giselles Liebe schützt Albrecht. Im Morgengrauen verlieren die Wilis ihre Macht, und Giselle löst sich in Nebel auf, während Albrecht gerettet wird.
Hier eine Aufführung im Theater Alla Scala aus dem Jahre 2005.
