Da Capo: August Everding im Gespräch mit Hermann Prey (1994)

Da Capo: August Everding im Gespräch mit Hermann Prey (1994)

Tradition
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17 Videoaufrufe·29.06.2023

Nach dem Studium an der Hochschule für Musik in Berlin (als Schüler von Jaro Prohaska, Günther Baum und Harry Gottschalk) gab Prey 1951 einen ersten Liederabend in Berlin, 1951 folgten erste Rundfunkaufnahmen, 1952 gewann er den Wettbewerb Meistersinger von Nürnberg, der als Preis eine vierwöchige Konzerttournee durch die USA beinhaltete. Preys berufliche Laufbahn begann 1952/53 am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden, von 1953 bis 1960 war er Mitglied der Hamburgischen Staatsoper. 1954 erste Fernsehaufzeichnung von Liedern, 1955 folgte eine Tournee durch England mit einem ersten Liederabend mit Gerald Moore. Der internationale Durchbruch gelang Prey 1957 in der Rolle des Figaro in Rossinis Der Barbier von Sevilla an der Wiener Staatsoper. 1959 debütierte er in der Partie des Barbier in Richard Strauss' Oper Die schweigsame Frau bei den Salzburger Festspielen. 1960 wurde er an die Bayerische Staatsoper in München verpflichtet, wo er 1964 erstmals eine seiner erfolgreichsten Partien, die des Papageno in Mozarts Zauberflöte sang. Ein weiterer, früher Höhepunkt in seiner Karriere war 1960 seine Interpretation des Wolfram in Wagners Tannhäuser an der Metropolitan Opera in New York. Fünf Jahre später sang Prey diese Partie auch bei den Bayreuther Festspielen.

Neben der Operntätigkeit war die Liedinterpretation ein weiterer Schwerpunkt seiner sängerischen Laufbahn. In dem Zeitraum von 1971 bis 1975 entstand sein größtes Schallplattenprojekt, die Lied-Edition Hermann Prey, die insgesamt 446 Lieder vom Minnesang bis zur Gegenwart umfasst.

In den 1970er Jahren wurde Prey dem breiten Publikum vor allem durch seine Unterhaltungssendung Schaut her, ich bin’s bekannt, in der er viele Prominente der Opernszene präsentierte (unter anderem den jungen Plácido Domingo, der in der Sendung sein Debüt im deutschen Fernsehen gab). Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Tenor Fritz Wunderlich, der oft mit ihm auf der Bühne stand.