Kaiserhöhlenweg - Raxendorf

Kaiserhöhlenweg - Raxendorf

Schatzkiste Mutter Erde
1 Videoaufrufe·21.08.2023

[2020-04-21] 9,6 km Wanderung am Sagenweg.
Unterwegs, auf der Fahrt nach Raxendorf, besuche ich in Heiligenblut die gotische Wallfahrtskirche zum heiligen Andreas. Weiterfahrt nach Raxendorf, der Ausgangspunkt meiner Wanderung zum Kaiserhöhlenweg Nummer 74. Parkplatz vor dem Gemeindeamt. Alles steht hier schon in der Frühlingsblüte. Der Kaiserhöhlenweg ist eigentlich ein Sagenweg. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts war Österreich unter dem Babenberger Herzog Leopold IV - "Der Glorreiche" - in voller Blüte. Der Sage nach flüchtete sein Sohn Friedrich II, einmal von den Feinden über den Jauerling ins Tal zum toten Mann und hinauf zum Dorf Afterbach, wo im geholfen wurde. Friedrich II, der letzte Babenberger, trat 1230 als 20-jähriger die Herrschaft an. Er war ein unüberlegter Draufgänger und galt auch als "Friedrich der Streitbare". Letztlich aber besiegte er die Burg Dürnstein, Zwettl, Weitra und Aggstein.
Hier im Dorf Afterbach, soll eine Bäuerin den Herzog bei seiner Flucht in einem Futtertrog versteckt haben. Als die Feinde abgezogen waren, brachte die Bäuerin den Herzog in einer Mistfuhre in den roten Steinerwald und dort oben zu einer großen Felsgruppe mit einer versteckten Höhle, die ich jetzt über einen Aufstieg von 250 Höhenmeter, besuchen möchte.
Auf leider nur auf Asphaltstraßen, komme ich zu den Felsen mit der Kaiserhöhle. Die Suche danach wird wieder sagenhaft. Die fünf Minuten stimmen, die gelbe Markierung nicht. Sie ist mit Pfeilen auf Baumstämmen rot angemalt und führt über einen kleinen Steig entlang der Felsengruppe. Zurück zu Sagengeschichte. Diese wird im Jahre 1835 von einem Kreis so geschildert: Ein schwer zu findender kleiner Eingang, dahinter eine geräumige Höhle und so konnte Friedrich, der zweite, von der Bevölkerung gut versorgt, ausharren. Über einen steilen Anstieg komme ich zur Höhle. Die aber nur eine kleine Felsennische ist. Dahinter allerdings scheint ein großer Stein die große Höhle zu verschließen.
Gleich danach führt ein steiler, aber für mich nicht nachvollziehbarer, sogenannter Klettersteig, hinauf zum Aussichtspunkt. So jetzt bin ich den hohen Berg heraufgestiegen.
Ich bin nicht einmal sicher, ob das jetzt der Klettersteig war. Auch die Höhle, die ich gesehen habe, ist sicherlich die Kaiserhöhle. Aber die Aussicht ist auch gering, weil alles verwachsen ist, aber die Blütenbäume sind traumhaft schön. Der Weg heraus ist mehr oder weniger eine Straße, leider asphaltiert. Also im Sommer, wenn es heiß ist, möchte ich da nicht herauf gehen. Aber sonst ist es sehr schön und sehr ruhig. Ich bin auch ganz allein hier. Die Höhle aber, ist nach der Sagengeschichte, die Richtige.
Über den breiten, bewaldeten Bergrücken geht es jetzt auf der anderen Seite, 300 Höhenmeter hinunter zurück nach Raxendorf. Auf halbem Weg treffe ich sogar einen Wanderer und im Hochtal sehe ich eine riesige Schottergrube, die hier mit viel Lärm abgebaut wird.
In diesem Waldrücken gibt es viele Hohlwege, wie dieser, wo früher das Holz im Winter abtransportiert wurde. Beim Kreuzriedel, die Gedenktafel für die Freibauern von Raxendorf, die Friedrich II, Ihnen als Dankbarkeit für seine Rettung verliehen hat. Sie ist auch in ihrem Wappen verewigt. Der weite Blick von hier zum Jauerling nach Raxendorf und Spitzergraben. Ganze Felder von Tannenbäumen, für Weihnachten, werden hier gepflanzt und die Holzbirnenbäume stehen im voller Blüte.