Das ist wichtig für die Koiaufzucht in Innenhälterungen | Modern Koi Blog #6962

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18 Videoaufrufe·18.10.2024
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Herzlich willkommen zum Modern Koi Blog.
Heute eine Frage von Christopher. Vielen Dank, Christopher.
Und sie lautet, hallo Konishi Team, neben dem Bau meines 15 Kubik Teiches
habe ich eine Innenhälterung von 2,5 Kubik mit Bürstenfilter und Helix in Betrieb genommen.
Dort sollen demnächst 10 bis 12 Tosa eingesetzt werden, die ich über den Winter dort halten und auf Wachstum füttern möchte.
Meine Fragen wären, soll ich die Innenhälterung vorm Einsetzen aufsalzen?
Da ganz klar ja, mach auf 0,6.
Und wenn die jetzt frisch gebaut ist, halte ein Jahr lang mindestens 0,15% Salz,
um jede Nitritgiftigkeit, soweit es geht, abzumildern.
Welche Wassertemperatur ist empfehlenswert und welche Futtermenge sollte ich füttern?
Ja, wir haben jetzt ganz viele Variablen und das ergibt insgesamt eine Gleichung, die so leicht nicht zu lösen ist.
Frage, wie groß sind die Tosa?
Was wiegen die Tosa? Von welchem Züchter sind die Tosa? Sprich, welches Wachstumspotenzial haben sie?
Was für Varietäten sind das?
Was fütterst du für Futter? Was hast du für die Wassertemperatur?
Also fangen wir mit der Wassertemperatur ganz einfach an.
Wenn du jetzt Mucimono von Konishi groß ziehst, kannst du auf 6, 27 Grad.
Du musst keinen Farbverlust fürchten.
Du musst keinen Farbrückgang, keine Farbqualitätseinbußen befürchten,
weil das einfach einfarbige Käuse sind, die dagegen völlig, das interessiert die einfach nicht.
Hast du Kohaku, Sanke, Showa, Goro, Mogoshiki, all diese eher sensibleren Varietäten drin,
dann empfehle ich dir, lass die Wassertemperatur 23, 24 Grad.
So, da sind wir uns dann schon mal einig.
Dann hast du eigentlich für beide das Optimum.
Natürlich wachsen die Mucimono bei 27 Grad schneller als die Gosanke bei 3, 24 Grad.
Du könntest auch die Gosanke auf 27 Grad halten,
aber dann läufst du wirklich Gefahr, dass die Farben darunter leiden.
Oder du eventuell sogar bei sehr schnellem Wachstum einen Farbverlust provozierst.
Über das Finishing haben wir ja schon oft berichtet.
So, wie viel du fütterst, wiegt deine Koi.
Sind es Mucimono von Konishi beispielsweise und es sind so 20 cm große Koi,
dann kannst du in der Regel am Anfang mit zweieinhalb, drei Prozent problemlos starten.
Aber immer auch wieder beobachten, fressen sie die Koi.
Werden sie dick, bleiben sie zu schlank, wie auch immer.
Also es ist kein Computer, der mit Nullen und Einsen arbeitet,
sondern das ist ein Tier, das von 0 bis 10 jede Zahl in der dritten Nachkommastelle kennt.
Das sind also, was ich hier sage, nur Richtwerte, die du selber überprüfen musst.
Und zwar fast jeden Tag oder immer wieder überprüfen.
Ein Koi, der im Wachstum steht, ist nicht schlank.
Er ist aber auch nicht fett, sondern er hat, ich sage immer, so einen leichten Bauch.
Und der leichte Bauch ist kein Fettansatz oder ist kein Teil der Körperform.
Direkt schon.
Aber das zeigt einfach, dass Futter in ihm drin ist.
Und wenn Futter in ihm drin ist, dann wird er auch wachsen.
Also ein ganz entscheidender Punkt.
Hast du Gosanke drin, dann würde ich zwischen 1,5 und 2 Prozent bei drei, 24 Grad füttern.
Aber auch da unter Beobachtung.
Und du solltest die Koi auf jeden Fall wiegen.
Also auch da kann man nicht sagen, man arbeitet natürlich irgendwann mit Erfahrung und mit Tabellen,
wenn man das immer wieder macht.
Aber wenn du jetzt im Internet guckst, Koi, Größe, Gewicht,
dann hast du da irgendwelche Angaben, die können so dermaßen aufgrund von der Körperform variieren,
da hast du einen Unsicherheitsfaktor von 30 Prozent drin.
Das willst du nicht.
Und dann ist es natürlich auch die Frage der Steigerung.
Also wie stark nimmt die Futtermenge mit der Zeit zu.
Und da gilt auch als Faustformel, weil Koi wachsen ja linear,
dass du pro Woche um circa 10 Prozent die Futtermenge steigerst.
Das heißt, wenn du in der ersten Woche anfängst und du fütterst 100 Gramm,
dann kannst du in der nächsten Woche 110 Gramm füttern.
Und dann die Woche drauf 121 Gramm.
Und so ist es dann die Zinseszinsrechnung, die dann immer weiter nach oben geht.
Also nicht von den 100 Gramm, die 10 Prozent, die man rechnet,
sondern immer von der neuen Futtermenge immer wieder 10 Prozent hinzu.
Wenn ihr den Linn-Futterautomat habt, den wir auch bei uns in der Anlage haben,
da könnt ihr das unter P-Progression einstellen.
Und wenn ihr die Progression, das ist dann täglich gemeint, auf 1,5 stellt,
heißt das 1,5 Prozent am Tag mehr.
1,5 mal 7 sind circa 10, für uns ausreichend genau.
Dann fährt man damit sehr gut.
Allerdings kann ich euch sagen, wenn die Koi dann mal,
ich weiß jetzt nicht, wie groß deine Tosei beim Start sind.
Ich beobachte dann immer, wenn ich jetzt mit 20 Zentimeter Tosei anfange,
dann funktioniert diese Progression eigentlich problemlos bis 35, 40 Zentimeter.
Aber dann ist die Zinseszinsrechnung so dermaßen schlecht zu buche,
dass ich dann irgendwann mal wieder zurückfahren muss.
Also gesetzt den Fall, der Futterautomat steht dann bei 7 Prozent, bei 7 Minuten.
Und ich sehe, dass die Koi deutlich,
entweder sie fressen das Futter nicht mehr komplett oder ich sehe,
dass sie einfach zu dick geworden sind.
Aber dick ist jetzt relativ.
Dann fahre ich nicht eine halbe Minute runter,
sondern dann fahre ich eigentlich immer gleich ein, zwei Minuten runter,
um einfach Druck aus der Anlage zu nehmen und steigere die Geschichte dann wieder.
Aber dann nicht mit dem 1,5 Prozent Progression am Tag,
sondern vielleicht nur mit 0,7 Prozent.
Also mit anderen Worten, du willst jetzt natürlich hier eine Gebrauchseinweisung,
mach so, so, so, so, so, so.
Wenn Deutschland, wenn Koi so einfach wäre,
aber es dreht sich, wie gesagt, um ein Tier.
Aber wenn Koi so einfach wäre, dann gäbe es den Modern Koi Blog nicht.
Sondern dann gäbe es auf der Internetseite von uns einfach ein FAQ,
wo die Fragen alle drin sind.
Dann hätten wir irgendwie 100, 200 Fragen und da würde es dann ganz genau drinstehen.
Also es ist nicht wie ein Autoreifen, den ich jetzt im Winter wechsel
und da heißt es, ziehen mit so und so viel Newtonmeter die Schrauben an,
dann hält das.
So funktioniert das nicht.
Wenn es um Fische geht, dann ist es immer von bis.
Und das Wichtigste ist, dass ihr euch eine gewisse Grundkenntnis
oder eine gute Grundkenntnis aneignet
und das Ganze mit sehr viel Gefühl und sehr viel Gespür macht.
Und dann funktioniert das auch.
Aber, und da müsst ihr aufpassen,
der Koi ist, das habe ich schon oft gesagt, eine armselige Kreatur,
weil er die ganze Zeit bereit ist und auch in der Lage ist,
physiologisch unsere Fehler, die wir tun, zu kompensieren.
Also ihr könnt auch lange irgendeinen Fehler machen, ohne dass ihr es merkt.
Und wenn ihr ihn dann merkt, kann er unter Umständen auch irreversibel sein.
Also von daher, gerade Innenhälterungen sind gefährlich,
was Sauerstoff angeht, was pH-Wert angeht, was Überfütterung angeht.
Das ist auch wirklich ein Thema.
Und da muss jetzt der, der im letzten Block da durchgelaufen ist,
das ist mein erster Mentor, Joji Konishi,
und der vertritt ganz klar die Meinung, Martin, es muss nicht,
es muss nicht alles dieses Jahr passieren.
So ein Koi-Leben ist lang.
Das, was dieses Jahr nicht passiert, kann auch noch nächstes Jahr
oder übernächstes oder überübernächstes Jahr passieren.
Und da nochmal das Beispiel unserer 5- oder 6-jährigen Karaschi-Koi
im vergangenen Jahr, da waren welche dabei, die hatten schon über einen Meter
und dann war einer dabei mit 95 und Konishi hat gesagt,
der mit 95 ist mit Abstand der Beste.
Der ist mit Abstand schlechter gewachsen als seine Geschwister,
aber Konishi sagt, das ist der perfekte Karaschi-Koi.
Ihm ist es scheißegal, ob er für den Meter 6, 8 oder 10 Jahre braucht,
ob er nachher auf den Meter 5 oder Meter 10 wächst,
das ist alles nicht entscheidend.
Das ist der Beste, das ist das schönste Tier.
Also von daher, gerade wenn man Innenhälterung hat,
die Koi wachsen ohnehin so abartig schnell da drin,
da kommt es nicht darauf an, dass alles heute erledigt wird.
Und gerade wenn eine Innenhälterung neu ist,
die braucht natürlich Zeit, bis sie einläuft,
wenn du Bürstenfilter hast und, und, und,
wird das Größte in ein, zwei Monaten, was das Einfahren angeht,
erledigt sein, weil du konstant hohe Temperaturen hast,
das ist auch gut für die Biologie,
aber dennoch, am Anfang brauchen solche Anlagen einfach Zeit.
In diesem Sinne, vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
Ciao.
