Es gibt Puzzles für Kinder und für Erwachsene, mit zwei Teilen oder sogar mit mehr als 40.000 Teilen. Wie ein Puzzle überhaupt entsteht, das wollen wir in dieser Podcast-Folge herausfinden. Wir schauen in der Produktion von Ravensburger vorbei und sind dabei, wenn ein neues Puzzle produziert wird. Außerdem sprechen wir mit Kai Linsner, Director Operations bei Ravensburger. Er verrät uns, warum bei Ravensburger echte Uhrmacherpräzision und Handarbeit bei der Puzzle-Produktion gefragt ist und klärt, ob ein 1000er Puzzle mehr als 1000 Teile hat.
Mehr Infos über Ravensburger und den neuen Podcast gibt es hier:
Die Podcast-Aufnahme hat unter Berücksichtigung der Auflagen der geltenden Corona-Verordnung stattgefunden. Alle Beteiligten wurden vor der Aufnahme negativ auf COVID-19 getestet.
Gemeinsam Entdecken, der Ravensburger Podcast.
Hallo und herzlich willkommen zur allerersten Folge unseres Ravensburger Podcasts Gemeinsam Entdecken.
Und der Name ist natürlich bei uns Programm. Wir nehmen euch mit in die Welt der Spiele, Puzzles, Bücher.
Wir bieten euch einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.
Und klar, wir lassen euch auch an Entstehungsprozessen teilhaben.
Zum Beispiel, wie entsteht ein Spiel?
Und wir wollen euch zeigen, was für interessante Köpfe hinter unserem Unternehmen stecken.
Denn Ravensburger ist eine richtige Wundertüte.
Da steckt noch so viel mehr drin, wie zum Beispiel unsere Kreativprodukte, Gravitracks,
unser Kugelbahnsystem, Denkspiele von Thinkfun oder unsere Holzspielzeuge von Brio.
Und wir wollen euch mitnehmen auf unsere kleine Entdeckungsreise
und dabei natürlich auch Themen wie Innovation, Nachhaltigkeit oder Internationalität beleuchten.
Jetzt habe ich schon ganz oft wir gesagt. Wir, das sind in diesem Falle Katrin Seemann.
Moin Katrin.
Servus.
Und ich, Christian Schwensen.
Katrin, was sollten die Leute da draußen über dich wissen?
Ja, also ich arbeite in einer Pressestelle bei Ravensburger.
Ich bin verantwortlich für Games.
Und ja, vereinfacht gesagt, ich bin der Kontakt für Journalisten.
Mich ruft man an, wenn man was über Spiele wissen will, wenn man ein Interview machen möchte,
wenn man Fotos braucht, wenn man Fragen zu einem Produkt hat.
Und ja, ich verschicke Pressemitteilungen, ich organisiere Journalisten-Events.
Ja, oder eben auch Pressetage auf Messen.
Aber Arbeit ist doch bestimmt nicht nur alles.
Was machst du so in deiner Freizeit? Spielst du zum Beispiel gerne?
Ich spiele auch gerne. Ich puzzle tatsächlich auch gerne.
Also ich bin genau richtig bei Ravensburger.
Und ansonsten spielt in meiner Freizeit meine Familie natürlich eine sehr große Rolle.
Ich bin verheiratet, glücklich, und habe zwei Kinder, die sind sechs und 18 Jahre alt.
Und ja, ich sportel gerne, also schwimmen, laufen, radeln, treffe mich gern mit Freunden.
Und wie du schon gesagt hast, ich spiele gern.
Was ich nicht gern tue, ist verlieren.
Oha, vielleicht müssen wir das auch nochmal im Podcast ausprobieren,
dass wir beide zusammen spielen, damit die Hörerinnen und Hörer daraus mitbekommen,
wie das aussieht, wenn du mal verlierst.
Die Kolleginnen, die mich kennen, die würden jetzt schon wieder lachen.
Naja, ansonsten bin ich ein sehr optimistischer und ich glaube auch sehr lustiger Mensch.
Und ich freue mich natürlich sehr darauf, unsere Hörer und Hörerinnen
auf Reportagen quer durch das Ravensburger Universum mitzunehmen.
So Tristan, und jetzt bist du dran.
Ja, mein Name ist Tristan Schwensen.
Ich bin Archivar bei Ravensburger. Ich verantworte das Unternehmensarchiv.
Das heißt, ich habe tagtäglich mit über 25.000 Exemplaren
aus dem Bereich Spielpuzzle und Beschäftigung zu tun.
Über 900 Regalmeter, Bücher, jede Menge Akten, Fotos, Videomaterial, alles Mögliche.
Also sozusagen der Hüter der Schätze.
Das könnte man so sagen, ja.
Und das ist auch total großartig für mich.
Ich bin gelernter Historiker. Ich spiele auch wahnsinnig gerne.
Ich finde Bücher total großartig.
Für mich ist es also quasi so eine Win-Win-Win-Situation, hier zu arbeiten.
Das Einzige, was noch so ein bisschen fehlt, ich bin auch wahnsinnig gerne draußen in der Natur.
Also dort, wo viele Pflanzen, wo viele Vögel unterwegs sind.
Das fehlt mir jetzt bei meiner Arbeit ein bisschen, aber das ist auch okay.
Ja, und Gegensätze ziehen sich ja auch an.
Wie wir zwei ja auch. Du, waschechte Bayern.
Und du, das Nordlicht.
Ganz genau. Und was haben wir denn heute alles vor?
Der Titel verrät es ja schon ein bisschen.
Wir wollen über Puzzles sprechen. Aber was haben wir genau vor?
Ja, seit Jahren ist es ja schon ein riesengroßer Trend.
Und Corona hat dem Ganzen nochmal einen wahnsinnigen Schub gegeben.
Man könnte auch sagen, ein Teilchenbeschleuniger.
Die Rede ist natürlich vom Puzzlen.
Beim Puzzlen kann man super entspannen.
Man kann völlig abschalten und alles rum um sich vergessen.
Und einfach auch mal bewusst was Haptisches machen.
Also Handy aus, alles Digitale aus
und einfach mal so ein paar Puzzleteile fühlen und in die Hand nehmen.
Ja, und viele sprechen dabei auch schon vom neuen Yoga.
Und außerdem darf man auch nicht vergessen,
wir machen auch Puzzle bei uns zumindest im Hause schon seit 130 Jahren.
Da ist er wieder, der Archivar.
Ich kann nicht anders.
Ja, und deshalb tauchen wir heute auch ein in die faszinierende Welt der Puzzles.
Wir wollen euch zeigen, wie sie entstehen,
was unsere Ravensburger Puzzles mit Uhrmacherpräzision
und echter Handarbeit zu tun haben
und warum die Produktion eigentlich so komplex und so aufwendig ist.
Das klingt doch super.
Dann würde ich sagen, Katrin, ab mit dir in die Produktion.
Bin schon weg.
Bis später.
Seit 1891 werden in Ravensburg Puzzles hergestellt
und von dort aus in die ganze Welt geschickt.
Kai Linsner ist seit 2014 Director Operations bei Ravensburger.
Er leitet die Produktion am Standort
und ist unter anderem auch für den Werkzeugbau und die Technik verantwortlich.
Kurz gesagt sorgt Kai Linsner dafür, dass die Fertigung reibungslos läuft
und der Nachschub an Puzzleteilchen niemals ausgeht.
Bevor es aber in die Produktion geht, Safety First,
müssen wir noch Sicherheitsschuhe und ganz schicke Sicherheitswesten anziehen.
Der Kai Linsner ist auch schon bei mir.
Hi, grüß dich, Katrin.
Bevor es in die Halle reingeht, müssen wir auf jeden Fall die Sicherheitsschuhe anziehen,
weil Vorbild hat immer Vorrang.
Und die Sicherheitsweste natürlich, damit der Staplerfahrer
dich nicht hinter irgendeinem der vielen Palettenstapel übersieht
und möglicherweise überfährt.
Von daher gehen wir zum Schrank, unserem guten alten Stück.
Suchst du deine Sicherheitsschuhe in der Größe, die du brauchst.
Mit Stöckeln gab es die nicht, oder?
Es geht sogar bei, ich hätte jetzt fast Kindergröße gesagt, 36 los.
Aber such dir deine raus und dann sind wir gewappnet und können rübergehen.
Genau, und ich bin ja froh, dass du mich schon direkt am Schrank abholst,
weil in der Produktion, ich verlaufe mich da jedes Mal wieder.
Für mich ist es so ein bisschen wie das verrückte Labyrinth.
Dementsprechend bin ich froh, dass du mich da rübergeleitest.
Aber das Schöne ist ja, wenn du deine Sicherheitsweste anhast,
du fällst auf, man gleitet dich raus.
Also wenn ich dann Hilfe schreie, spätestens dann holt mich jemand ab.
Und spätestens zum Schichtwechsel gehst du einfach dem Pulk hinterher.
Okay, dann mache ich das mal.
Prepared.
Sehr gut.
Also von mir aus kann es losgehen.
Dann können wir ja jetzt los.
So Kathrin, dann komm rein in die Heiligen Hallen.
Vielen Dank.
Wir fangen vorne an in der Produktion, in der Druckerei,
genau wie unsere Produkte eben in der Druckerei beginnen.
Gucken wir uns auch das zuerst an.
Und wenn ich aber jetzt hier schon mal reinkomme,
dann sehe ich türmeweise, und ich meine wirklich türmeweise,
bis zu drei Meter hoch Paletten mit blauem Karton.
Und Papier drauf.
Ist ja das, was wir machen.
Wir drucken was, kleben es auf einen Karton und dann machen wir es kaputt.
Genau, also das ist so quasi der Rohstoff, aus dem die Puzzles gemacht sind.
Die Grundlage der Träume.
Gut, dann schauen wir uns das mal an.
Ja.
So.
Druckerei.
Hier riecht es schon so gut.
Wir stehen jetzt hier zwischen zwei Druckermonstren.
Maschinen.
Ich würde mal sagen, 10 Meter lang, gefühlt.
Oder noch länger.
Hat nichts mit den Druckern aus dem Büro zu tun.
Und da kommt das raus, was wir später als Motiv sehen.
Korrekt.
Also tatsächlich ist die Maschine 29 Meter lang.
Okay, leicht verschätzt.
Und die andere knappe 24 Meter.
Also ist etwas größer als dein Drucker auf dem Schreibtisch.
Aber von der Technik genau das Gleiche.
Du kriegst vier Farben, die druckst du übereinander und hast dann dein Bild.
Das sind ja wirklich Hochleistungsdrucker.
Wie viel schaffen die denn pro Minute?
Wie viele Druckbögen?
Eine Minute müsste ich echt umrechnen.
Oder eine Stunde.
Wie viel Druckbögen?
Auf der Stunde sind wir an der großen, die direkt vor dir ist, bei 15.000 Bogen die Stunde.
Das sind so zwischen 15 und 17 Stundenkilometer.
Und an der kleinen, die hinter uns ist, 18.000 Bogen die Stunde.
Das sind dann 18 Stundenkilometer.
Wahnsinn.
Da lässt sich schon was damit machen.
Okay.
Und jetzt nehmen wir mal an, wir haben so ein wunderschönes Unterwassermotiv.
Den Druckbogen.
Was passiert als nächstes?
Weil jetzt habe ich ja, das ist ja nur Papier.
Aber Puzzles sind ja Kartonpappe.
Wenn der Druckbogen fertig ist, dann kommt er bei uns in das Lager.
Da können wir gleich dran vorbeigehen.
Und dann, recht einfach gesagt, wir kleben das Papier auf unsere blaue Pappe.
Aber ist das ein wichtiger Schritt?
Das ist der Schritt schlechthin.
Das ist ja wie bei der Hochzeit beim Auto.
Nennt man das doch so.
Da geht es ums Verheiraten.
Motor, Porrisserie, ja genau.
Tatsächlich ist das der Trick.
Das musst du sauber draufkleben.
Ich weiß nicht, wenn du mit einem Prittstift irgendwas einprittest und du hast deine ganze Oberfläche voll Kleber.
Wenn du dann zwei Papiere aufeinander klebst, dann müssen die genau positioniert übereinander sein.
Ähnlich ist es bei uns auch.
Wir kleben das Papier auf die Pappe.
Der Kleber ist ganz, ganz kurz auf, damit wir das nochmal hinschieben können.
Das passiert bei uns im Millisekundenbereich.
Und dann muss das Papier ordentlich auf der Pappe drauf sein.
Wenn das nicht ist, haben wir Blasen oder Falten.
Und ein Puzzle mit Blasen oder Falten mag keiner puzzeln.
Also haben wir dann Ausschuss.
Das muss stimmen.
Und es ist jetzt auch nicht nur irgendeine Pappe, sondern eine ganz spezielle Pappe.
Ich habe vorher schon gesagt, wir haben hier blaue Türme, weil die Pappe ist blau.
Unsere Ravensburger blaue Pappe, für Ravensburger speziell entwickelt.
Also es war tatsächlich vor meiner Zeit, dass die Entwicklung stattgefunden hat,
dass wir in eine sogenannte Soft-Click-Technologie gegangen sind.
Das heißt, in der Pappe sind verschiedene Bestandteile.
Großes Geheimnis auf Ravensburger Seite, was da alles drin ist.
Damit die Puzzleteile genau so ineinander passen, wie wir das kennen,
wenn wir so ein Ravensburger Puzzle legen.
Dass es eben genau ineinander passt.
Dass das Bild nicht so zerstört ist und dass die Puzzleteile super zusammenpassen.
Also Soft-Click-Technologie übersetzt so ein bisschen,
man hört das quasi so ein leichtes Flippen, wenn man Puzzle einsetzt.
Wenn du das als leichtes Flippen bezeichnen willst, ja.
Okay.
So, jetzt haben wir das Drucken schon gesehen.
Wir haben das Kaschieren schon gesehen.
Und jetzt stehen wir an der Stanze.
Es ist ziemlich laut.
Was genau passiert denn hier, Kai?
Ja, das ist Punkt Nr. 1 deswegen so laut,
weil wir pressen mit knapp 600 Tonnen die Puzzlelinien durch die Pappe.
Also 600 Elefanten, oder?
Ich weiß nicht, was das heißt von 600 Elefanten.
Ich glaube, ein Elefant ist wie ein Elefant eine Tonne.
Keine Ahnung.
Ungefähr.
Wir sagen ein kleiner Elefant, 600 kleine Elefanten.
Okay.
Die stellen wir auf das Puzzle.
Ja, und das ist tatsächlich der Druck.
Wenn das Puzzle oben gegen die Platte von einem Stanzmesser gedrückt wird,
sodass wir anschließend die Teile getrennt haben.
Das getrennte Puzzle muss anschließend noch kaputt gemacht werden.
Und das Kaputtmachen passiert hinter dem Stanzprozess
in dem sogenannten Zerkleinerer.
Das ist auch eine besondere Technik.
Da sind wir gerade dabei, das noch ein Stück weiter zu entwickeln,
weil momentan ist eben noch ein wenig Staub dabei,
wenn wir die Puzzleteile ganz zerteilen.
Aber da kann ich dir das natürlich nicht genau erklären.
Nein, das ist auch top secret.
Aber noch mal, um auf diese Stanze zurückzukommen.
Wir haben nämlich schon zu Beginn der Folge gesagt,
ja, wir wollen euch erklären, was Ravensburger Puzzles
mit Uhrmacherpräzision, mit echter Handarbeit zu tun haben.
Du willst aufs Werkzeug.
Ich will aufs Werkzeug, nämlich eben auf diese Stanze.
Man muss sich das eigentlich vorstellen wie so ein Keksausstecher,
nur eben in Puzzleform.
Und da steckt eben ganz, ganz viel Handarbeit
und Uhrmacherpräzision drin.
Das Werkzeug selber, das ist natürlich unser top secret Werkzeug.
Stell dir vor, es ist eine große Holzplatte.
Dann wird per Laser die Linienführung auf die Holzplatte übertragen.
Und dann steht ein Mitarbeiter von uns in wochenlanger Handarbeit da
und ich despektierlich sage, dann dengelt die Stahllinie in das Holz rein.
Natürlich schlägt er mit einem vernünftigen Hammer
die Stahllinie in das Holz rein.
Und damit das Puzzle sich nicht wie beim Plätzchen ausstechen,
eben auch die Plätzchen in der Form drin hängen bleiben,
wieder ausgedrückt wird, haben wir dann noch ein spezielles Moosgummi
über die Puzzlinien gelegt, sodass nach jedem Stanzvorgang
das Puzzle auch wieder rauskommt.
So wie beim Teig.
Genau.
Aber der Trick ist tatsächlich im Hand gefertigten Stanzwerkzeug.
Genau.
Und Tristan quetscht dich dann da im Interview noch ein bisschen mehr auf.
Ah, okay.
Da bin ich mal gespannt.
Okay, also Puzzles wurden gestanzt und dann kaputt gemacht.
Und dann landen sie im Beutel?
Ja.
Und dann?
Nachdem alles im Beutel ist, kommen wir dann in unsere Endmontage.
Das ist dann tatsächlich,
wo wir in der Fertigung von Verheiraten sprechen.
Dann kommt der Puzzle in die Schachtel.
Wir machen also für jeden Puzzlebeutel eine Schachtel.
Schachteloberteil, Schachtelunterteil.
Auf dem Schachtelunterteil sind gerne die ganzen Qualitätshinweise,
Garantiehinweise und solche Themen drauf.
Und auf dem Schachteloberteil dann das Puzzlemotiv,
was du ja letztendlich auch zur Vorlage fürs Puzzle brauchst.
Und dann wird es noch verschweißt?
Erst automatisch zugedeckelt.
Und danach kommt es in die Schrumpffolie.
Die Schrumpffolie hat neben dem Schutz vor Staub und Schmutz
auch ein Stück weit Schutz vor Kratzer,
dass unsere Puzzleschachteln auf dem Weg zum Kunden
in die Regale nicht verkratzen.
Wenn es einfoliert ist, geht es dann hier den großen Aufzug hoch,
die lange Förderstrecke entlang bis zum Palettierer.
Und dann kommen ganz viele Puzzleschachteln auf eine Palette
und dann kommt es entweder zur Auslieferung
oder sie werden eingelagert, je nachdem.
Der große Bedarf ist immer vor Weihnachten bei uns.
Und den können wir nicht an einem Tag befriedigen.
Von daher machen wir Puzzle immer ins Lager.
Und aus dem Lager werden sie dann rausgeholt,
wenn der Kunde sie braucht.
Und ich, ich war jetzt natürlich so frech
und habe mir direkt ein eingeschweißtes Puzzle
vom Band genommen.
Und genau so würde das dann irgendwann
bei einem Puzzle-Fan auf dem Tisch liegen.
Kai, ich sage vielen Dank.
Und ich wäre dir sehr verbunden,
wenn du mich jetzt auch wieder aus dem verrückten Lager...
Ich nehme dich auf jeden Fall hier mit raus.
Nicht, dass du bis zum Schichtwechsel warten musst.
Das wäre sehr nett.
Natürlich.
Danke dir.
Gerne.
So, und ich habe hier das fertige Puzzle
Schloss Neuschwanstein im Schnee in Händen.
Schon fertig verpackt, eingeschweißt
und ja, bald wird es sicherlich bei jemandem auf dem Tisch landen,
der es gerne puzzeln will.
Und jetzt kommen wir zu einer der Fragen,
die mir im Zusammenhang mit den kleinen Teilchen
am meisten gestellt wird.
Warum puzzeln die Menschen eigentlich?
Wir haben wirklich so richtig tolle Kunstpuzzles
mit tausend Teilen.
Und da sitzen wir dann zu viert um den Tisch
und puzzeln einfach gemeinsam und quatschen nebenher.
Und das ist wirklich eine superschöne Nachmittagsbeschäftigung.
Beim Puzzeln, da kann ich richtig gut abschalten.
Also wenn ich abends nach einem harten Arbeitstag da sitze
und dann irgendwie was puzzle,
dann bin ich ganz woanders in einer ganz anderen Welt.
Mich reizt am meisten die Challenge daran.
Also mein Freund und ich, wir puzzeln total gerne.
Wir challengen uns dann immer selber,
indem wir uns Riesenpuzzle,
also irgendwie tausender Puzzle holen
oder auch einfarbige Puzzle.
Und es macht einfach Spaß,
dass wir da stundenlang sitzen können
und uns damit beschäftigen können.
Ja, die Herausforderung ist einfach das, was uns reizt.
Hallo Kai, vielen herzlichen Dank,
dass du dir nach der Führung auch noch die Zeit
für ein Interview mit uns nimmst.
Servus Tristan, gerne.
Das Thema, das wir heute haben, ist ja die Puzzleproduktion.
Und wir haben es in unserem Intro schon erzählt,
dass es auch um Handwerk geht.
Jetzt würde man ja meinen, Puzzleproduktion,
da kommt die Stanze, zack, Puzzle fertig.
Wo ist das Handwerk?
Puzzleproduktion kann man ja tatsächlich zusammenfassen in
wir drucken, kleben zusammen, machen es kaputt,
tüten es ein und fertig.
Das Handwerk ist das Puzzlewerkzeugbauen.
Das Werkzeug ist wirklich reines Handwerk.
Ich habe es vorhin Katrin schon mal kurz erzählt an der Maschine.
Das ist mehrere Wochen handwerkliches Tun.
Also das Schneidewerkzeug, das dann das bedruckte Puzzle zerstört.
Und die Pappe, sprich das Papier auf der Pappe,
was dann durch diese beiden Materialien durchgedrückt wird.
Und das wird in Handarbeit gefertigt?
Das wird in Handarbeit gefertigt.
Wie sieht das aus?
Es ist eine große Holzplatte.
Da kommt ein von Hand gezeichnetes Papier drauf.
Natürlich nicht auf die Holzplatte,
sondern mittlerweile alles digital.
Die Linien werden nachgezogen.
Und die nachgezogenen Linien wird über einen Laser
die Holzplatte zerschnitten.
Dann hat man erstmal eine Holzplatte mit ganz vielen langen Linien.
Und die Linien, die da reinkommen,
die werden alle von Hand gebogen.
Also das heißt, die Handarbeit beginnt schon bei dieser Zeichnung.
Das heißt, ich gehe nicht an den Computer und sage,
Computer, gib mir ein Muster für ein 1000-Teile-Puzzle.
Und der spuckt das aus.
Dieses Puzzlemuster mit den Nischen und den Nasen,
das wird wirklich von Hand gezeichnet?
Ja, jedes einzelne.
Jedes einzelne wird von Hand gezeichnet?
Jedes einzelne Teil von Hand.
Und das wird übertragen an den Laser.
Und die Vorlage muss dann anschließend gebogen werden.
Also der Stahlmesser muss dann so gebogen werden,
wie die Vorlage aussieht.
Wenn wir beide eine Nase biegen würden,
selbst mit der gleichen Vorlage,
würden die einfach unterschiedlich aussehen.
Der eine mehr Kraft links, der andere mehr Kraft rechts.
Und damit sieht die Nase anders aus.
Jeder Puzzlebauer hat so seinen eigenen Schwung in der Nase,
seinen eigenen Schwung in der Nische.
Die Lineale sehen unterschiedlich gebogen aus.
Das sind tatsächlich Handarbeiten.
Das klingt ja fast so, als könnte man mit geschultem Auge erkennen,
wer welche Vorlage gefertigt hat.
Das sagen mal die Spezialisten von uns,
die erkennen ihre Werkzeuge ja.
Die Werkzeuge werden am Ende sogar signiert,
ähnlich wie bei Rolls-Royce,
wo dann der einzelne Bauer sein Auto unterschreibt.
Ganz so ist es vielleicht nicht.
Aber du erkennst den Style der einzelnen Mitarbeiter.
Und diese Metallbänder zu biegen,
was sind das für Leute, die das machen?
Was haben die für einen Hintergrund?
Was für eine Ausbildung haben die?
Zum einen, wir versuchen dort nur,
unsere wirklich gut ausgebildeten Packmitteltechnologen einzusetzen.
Die haben wenig Mitarbeiter von außen,
sondern viele von innen weiterqualifiziert.
Und selbst wenn von außen oder innen,
das spielt eigentlich keine Rolle,
wir brauchen zwischen zwei und drei Jahren,
neben ganz viel Herzblut und viel Begeisterungsfähigkeit
für die Werkzeuge und für die Präzision,
einfach zwei bis drei Jahre interne Ausbildung,
bis einer wirklich so weit ist, dass man sagen kann,
den kann man ein Puzzlewerkzeug in vollem Umfang biegen lassen.
Das heißt, bevor jemand sich da hinstellt
und die Schneidemesser biegt,
hat er seine, ich sage mal in Anführungszeichen,
reguläre Ausbildung gemacht.
Dann noch mal zwei, drei Jahre on the job weiter ausgebildet,
um dieses Unikat zu fertigen.
Wahnsinn.
Und wie lange hält dann so ein Stanzwerkzeug?
Ja, die Zahl verrate ich dir jetzt nicht ganz genau.
Das sind schon mehrere hunderttausend,
die wir machen können.
Da ist viel, viel Entwicklungsarbeit,
weil die Pappe ist natürlich ganz viel Recyclingmaterial
mit Holzanteil.
Ein Stahlmesser, was dauerhaft Holz zerschneidet.
Jede Säge wird stumpf.
Da liegt viel Technologie drin.
Wie ist das Stahl?
Und wie ist die Pappe?
Von daher sage ich dir die Zahlen nicht genau.
Aber wir kriegen einen Werkzeugbauer pro Jahr
ohne Probleme ausgelastet,
um alle unsere tausendteiligen Puzzle
zum Beispiel zu biegen.
Das glaube ich.
Krass.
Du hast es gerade eben selber gesagt,
Technologien.
Jetzt haben wir sehr viel über Handwerk,
Präzision gesprochen.
Aber die Welt da draußen dreht sich ja auch weiter.
Wo kommen denn trotzdem in diesem sehr
Oldschooligen
Herzblutprozess
neue Technologien zum Tragen?
Oder verändert sich in der Puzzleproduktion
im Kern eigentlich
beim Stanzen nichts?
Das Stanzen ist eigentlich noch
genauso wie vor 30 oder 40 Jahren.
Da ist nicht viel Neues.
Wir haben Papier, wir haben Pappe,
wir haben ein Stahlmesser und ein Moosgummi,
dass wir
das Stahlmesser durch die Pappe treiben
und dann die Pappe wieder ausdrücken können.
Die grobe Technologie ist immer noch dieselbe.
Der Trick,
die Feinheiten, die Weiterentwicklung,
die sind im Detail.
Und da geht es dann tatsächlich um Zusammenspiel
Material und Werkstoff.
Da geht es um Zusammenspiel
von Kleber,
von Druckfarbe, Lacken.
Also da geht sehr sehr viel
in die Detailprozesse,
an denen wir natürlich
viel weiterentwickeln, viel forschen,
viel untersuchen, was wir noch besser machen können.
Aber das ist ganz schön viel Detail.
Du hast es ja schon aufgezählt.
Von welcher Pappe nehme ich?
Welches Papier nehme ich?
Wie bedrucke ich das?
Wie verklebe ich die?
Man würde ja einfach meinen,
so ein Puzzle, ich druck halt und dann
kommt von oben die Stanze
vom stanzenshop24.de
und dann habe ich das Puzzle fertig.
Das sind ja wahnsinnig viele Komponenten.
Wie lange dauert so der Prozess,
bis so ein, also quasi vom
Pappe zuschneiden und so weiter,
bis ein Puzzle fertig ist?
Wie lange brauchst du ein Puzzle im Durchlauf?
Wir haben es mal gemessen.
Wir haben es ausgerechnet.
Die tatsächliche Überarbeitungszeit, die ein Puzzle braucht,
von dem ersten Druckbogen bis in der Schachtel,
die dann einfoliert ist, da sind wir im Sekundenbereich.
Tatsächlich.
Das längste, was daran dauert, sind die Trocknungszeiten.
Wenn wir das Papier auf die Pappe kleben,
damit es einen vernünftigen
Verbund bekommt, muss der Kleber einfach
richtig gut trocken sein.
Weil nichts wäre ja blöder, wenn du zu Hause ein Puzzle
dann auspackst und von der Hälfte
der Teile löst sich das Papier.
Und dann hast du ein wunderschönes
Schloss Neuschwanstein im Schnee, hatten wir vorhin,
und dann hast du lauter blaue Flecken im Schnee,
weil sich das Papier löst.
Also Trocknung ist sicherlich eine der
ganz, ganz großen
Tricks und Geheimnisse, die wir
in dem Prozess drin haben.
Sodass wir einen Durchlauf von einem Puzzle
auf vier Tage, drei Tage
in der Größenordnung
vom Druck bis rein in die Schachtel.
Das hängt natürlich produktionsbedingt
an Kettenbildungen,
Rüstzeiten,
Standzeiten von Werkzeugen,
Bedarf vom Markt, ganz vielen
Themen, die dann unsere Reihenfolgen
in der Produktion beeinflussen, aber
wenn wir in einem durchkommen,
sind wir zwischen drei und vier Tagen für einen Puzzle fertig.
Okay, aber war einfach so viele
en bloc durchgelaufen?
Ja, weil ein Puzzle selber, wir sind ja auch
im personalisierten Bereich unterwegs,
da hatten wir am Anfang, haben wir das genauso
gemacht, dass wir gesagt haben, lass uns ein Puzzle
bedrucken, dann zusammenkleben,
stanzen, kaputt machen, eintüten
und dann an unsere Kunden weitergeben.
Da hatten wir Durchlaufzeiten im personalisierten
Bereich jenseits der acht bis zehn
Tage. Dass es für ein Online-Produkt
jenseits von
Vorstellbar, dass das irgendwie
konkurrenzfähig ist.
Und damals haben wir uns viele Gedanken darüber
gemacht, wie können wir denn die Zeit einkürzen?
Und das, was wirklich den großen
Anteil an Prozesszeit
ausmacht, ist die Liegezeit
und die Reifezeiten, das Trocknen.
Sodass wir im personalisierten Bereich den ganzen
Prozess umgedreht haben. Das heißt, wir machen
erst ein Blanco-Puzzle und bedrucken
das dann. Und damit kriegen wir ganz,
ganz viel Prozesszeit raus, sodass wir heute
im Online-Bereich,
du im Badehose am
Bodensee stehst, kannst du in zwei Tagen
von uns das Puzzle bekommen. Aber das heißt,
dass quasi fertig gestanzte
Puzzle werden gedruckt? Ja. Ist das nicht
auch ziemlich trickreich? Weil ich habe
ja zwischen da, wo zwei Puzzleteile aufeinander
schlossen, habe ich ja diese kleine
kleine Wölbung nach unten.
Also auch da viel
Einfallsreichtum wahrscheinlich.
Wenn es einfach wäre, würde es mehr
Anbieter geben.
Okay, also das Puzzle
als Ganzes von der Puzzlestruktur
der Teilestruktur ist ein Unikat.
Aber das geht ja noch viel tiefer, dass
ich das richtig verstanden habe, dass sogar
das einzelne Puzzleteil
ein Unikat ist. Ja, das hatte ich
versucht vorhin zu sagen. Jeder
einzelne Werkzeugbauer
biegt seine Nasen und Nischen anders.
Das heißt, wenn da
jedes Puzzleteil manuell hergestellt wird,
ist jedes Puzzleteil auch
unik. Du wirst bei einem tausendteiligen
Puzzle kein Puzzleteil finden,
was identisch zu einem anderen aussieht.
Das heißt, wenn ich jetzt so ein
reines Blanco-Puzzle habe,
Krypt oder so, kann ich nicht
einfach rumtricksen und sagen, naja, ich
puzzle einfach so vor mich hin. Die Teile passen ja
irgendwie alle zueinander, sondern
jedes Puzzleteil hat nur einen
Platz, in den es reinpasst.
Neben der sowieso
besonderen Formvielfalt, die wir
in unseren Puzzlen haben, ist tatsächlich
das individuelle Biegen
der zweite Aspekt, warum kein Teil an den
zweiten Platz passen würde.
Das heißt, eigentlich besteht das
große Unikat nochmal aus ganz
vielen kleinen Unikaten und Kunstwerken.
Aus 1008 Einzelunikaten.
Jetzt haben wir nebenher auch das Geheimnis gelöst,
wie viele Puzzleteile ein
1000-Teil-Puzzle wirklich hat.
Das sind nicht 1000, das sind 1008.
1008 Teile klingt jetzt
aber ein bisschen krumm.
Warum 1008?
Das hat viel mit Geometrie zu tun.
Wir haben natürlich eine Teilzahlung
in der Länge und eine Teilzahlung in der Breite
und dann kommt man auf 1008.
Unser Puzzleformat hat
50 mal 70.
Wenn wir jetzt 1000-teilige Puzzle
25 mal 40 oder
50 mal 20,
dann kämen wir nicht auf das Druckformat.
Wieder was gelernt. Vielen Dank,
Kai, auch für dieses Interview nochmal.
Jetzt sind wir schon fast am Schluss
angekommen. Katrin ist jetzt auch wieder bei uns.
Jetzt habe ich dich ein bisschen mit Fragen
gelöchert. Katrin hat bestimmt auch
in der Produktion einiges an Fragen gehabt
und jetzt darfst du uns eine Frage stellen.
Du bist dran.
Wenn ihr euren Job
als die, die jetzt
den Podcast hier mitmachen,
als eine Märchenfigur
beschreiben würdet, wer wärt ihr dann?
Wo hast du diese Frage hergeholt?
Das ging mir so durch den Kopf.
Also unser Beruf als
Märchenfigur. Ja, wer wärt ihr?
Das Rumpelstielzchen.
Das musst du natürlich
erklären.
Also nicht, dass
ich mich selbst in zwei reißen würde,
aber das Rumpelstielzchen wird ja geholt,
um Stroh zu Gold zu spinnen.
Also etwas Unedles in etwas Edles zu
verwandeln und ich glaube
für mich so im Archiv ist das auch
Teil meines Jobs.
Also aus einer Fülle von ungeordneten
Informationen, die so eigentlich
nicht viel wert sind,
das Wertvolle herauszuholen und das
weiterzureichen, damit das genutzt werden kann.
Also Tristan, das war jetzt aber
Halleluja.
So, Messlatte hochgesetzt.
Finde ich aber echt, der Druck ist hoch.
Also ich beschreibe
jetzt einfach mal die Figur und vielleicht fällt sie
euch dann ein. Also ich wäre
jemand, der gut Geschichten
erzählen kann, damit sich die Leute das
gut vorstellen. Also ich muss jemanden
begeistern können.
Also das wird mich den ganzen Abend
beschäftigen, da bin ich mir sicher und mir wird
noch was Gutes einfallen.
Wenn ihr eine Idee habt, welche
Märchenfigur Katrin sein könnte, könnt
ihr uns natürlich auch gerne eine E-Mail an
podcast.ravensburger.de schreiben.
Ich bin gespannt auf die Vorschläge.
Definitiv. Gut,
dann jetzt noch mal final, herzlichen Dank.
Das war unsere
erste Folge. Die erste Folge, wow.
Wir haben es geschafft.
Yeah. Und ich war Gast.
Danke Kai.
War uns eine Ehre.
Hat sehr viel Spaß gemacht.
Ja, wir hoffen, der Blick
hinter die Kulissen hat auch euch, liebe Hörer
und Hörerinnen, Spaß gemacht und
freuen uns natürlich, wenn ihr auch bei der
nächsten Folge wieder dabei seid.
Dann stehen nämlich unsere härtesten
Kritiker im Fokus. Kinder.
Denn ihr Feedback ist ganz schön wichtig
für unsere Produktentwicklung.
Zum Beispiel, wenn es um ein Spiel geht. Ganz genau.
Und damit ihr keine Folge
verpasst, abonniert uns doch einfach
auf eurer Lieblings-Podcast-
Plattform und seid in vier Wochen
wieder mit uns dabei, wenn es darum
geht, die Ravensburger Welt etwas näher
zu entdecken. Macht's gut und bis zum nächsten Mal.
Ciao. Servus. Ciao.
Gemeinsam entdecken
Der Ravensburger Podcast