Können Koi ihr Farbintensität immer zurückbekommen? | Modern Koi Blog #7052

KonishiKoiFarm
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02.12.2024
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Herzlich willkommen zum Motokoi-Blog. Heute wieder aus den Konishi Studios in Hiroshima.
Ein wirklich wunderschöner Shop und ich habe es letztens schon mal irgendwo erwähnt.
Ich liebe die Pflanzen hier. Die, die Sie hier rechts im Bildausschnitt sehen,
hat Konishi zur Eröffnung des Shops vor 30 Jahren so groß geschenkt bekommen.
Und viele der Pflanzen kenne ich schon seit 20 Jahren. Also wirklich geil.
Und er liebt Pflanzen, er liebt Bonsai und das ist jetzt gerade sein wunderschönstes Hobby.
Orange bis Rot. Moin MK-Team. In meiner Inhalterung haben wir dieses Jahr aus einem blöden Zufall Koi abgeleicht.
Aus Interesse habe ich äußerst streng selektiert und fast alle Babys abgegeben.
Jetzt sind nur noch drei schöne Koi-Babys, 14 bis 21 Zentimeter, übrig.
Zwei Showa und ein Shiroozuri. Das rote Showa ist durch das Kunstlicht eher orange-gelblich.
Nun meine Frage, gibt es eine gute Chance, dass die im nächsten Jahr bei Tageslicht im Teich noch richtig rot werden?
Vielen Dank und weiter so Christian. Ja, die Chance besteht.
Die besteht tatsächlich aber nur dann, wenn sie genetisch auch als rot angelegt ist.
Gerade Showa, die werden ja zum Teil, nicht zum Teil, wenn wir die ersten Selektionen anschauen,
so bis 10 Zentimeter, da sind die ja richtig, richtig gelb.
Es gibt so auch schon die richtig roten dazwischen, aber der überwiegende Anteil ist gelb.
Wir sind eigentlich im Vergleich zu Konishi Koi Farm regelrechte Farbexperten.
Warum sind wir Farbexperten? Weil unsere Anlage im Innenraum ist
und weil wir immer wieder hier aus den hellen Glashäusern die Koi nach Deutschland bekommen
und dann relativ schnell sehen, wie reagiert die Farbe.
Ich kann euch sagen, ein Showa reagiert deutlich stärker auf eine Lichtveränderung wie zum Beispiel ein Kohaku oder ein Sanke.
Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen, aber es ist auf jeden Fall genetisch.
Aber, und jetzt Funfact, nach dem Transport geht die Farbe nach unten, bleibt zwei Wochen unten und baut sich dann wieder auf.
Und was sehr interessant war, wir hatten noch einige Koi, ich habe es letztens schon mal erzählt,
hatten wir noch in der Anlage, als Makoto uns besucht hat, waren wirklich nicht mehr viele,
aber er hat in die Becken reingeguckt, wir hatten ein paar Tosei noch da, Jumbo-Tosei, Parmesei, Sansei
und dann sagt er, die Farben sind eigentlich ziemlich genau so wie in Japan.
Also er sieht jetzt spontan keinen Unterschied in der Farbqualität bei uns oder bei ihm.
Da ist ja nicht zuletzt auch unsere Beleuchtung geschuldet, also wir haben ein geiles Lichtspektrum,
wir haben die richtige Lichttemperatur, wir haben die richtige Beleuchtungsstärke,
wir haben auch mittlerweile in manchen Becken zwei Lampen gemacht für die Koi, die länger in der Anlage sind,
dass wir da wirklich sicher gehen, dass der Farbverlust, wenn überhaupt, so gering wie möglich ist.
Aber er geht in vielen Fällen wirklich gegen Null mittlerweile und ich weiß noch,
am Anfang, als ich die Anlage hatte, da hatten wir normale, diese Leuchtstoffröhren über den Becken
und da war es eine volle Katastrophe.
Also ein Yamabuki-Ogon, der ist wirklich zum Platinum-Ogon geworden,
ein Beni-Kuchaku ist zum hellorangen Kuchaku geworden
und als wir dann konsequent alle Lampen ausgetauscht haben gegen diese Aqualettes, die wir haben,
muss ich sagen, ist das Ergebnis wirklich herausragend.
Ich will jetzt nicht sagen, dass wir es nicht auch mit Leuchtstoffröhren hinbekommen,
dass man da vielleicht dann aufgrund des Lichtspektrums eine stärkere Beleuchtungsintensität braucht,
also mehr Power über den Becken.
Es gibt nicht immer nur den einen Weg, aber wir fahren mit den Aqualettes wirklich herausragend.
Das ist jetzt eine unbezahlte Werbung, man muss die anscheinend auch markieren,
aber da haben wir wirklich, wirklich ein sehr, sehr, sehr, sehr, sehr geiles Ergebnis.
So, und jetzt ist es aber so, wenn du jetzt,
sollte es, sollten deine Showa ein genetisch gut angelegtes Rot haben,
und du die jetzt in der Innenhälterung hast und sollte dann zeitgleich die Beleuchtung in der Innenhälterung schuld sein,
dass sich das Rot nicht richtig entwickelt, dann ist es immer irgendwo eine Frage der Zeit.
Ich sage, ein Koi, dem ich einen farblichen Schaden zugefügt habe,
über zwei, drei Monate im Innenraum, der erholt sich im Außenbereich relativ schnell.
Also beim Yamabuki kann es sein, dass er nach vier Wochen wieder komplett dasteht.
Die Metallic-Farben sind ja bekanntlich etwas sensibler als die Nicht-Metallic-Farben,
und so kann ein Yamabuki innerhalb von vier Wochen wieder picobello dastehen.
Beim Kohaku, mit dem gleichen Dilemma, kann es wegen mir zwei oder drei Monate dauern,
aber in der Regel kommt es wieder zurück.
Wenn ich jetzt die Koi mal über, keine Ahnung, ein Jahr im Innenraum gehalten habe,
machen ja auch manche, dass sie die in der Innenhälterung erstmal auf Größe bringen und sie dann im Teich rauszutun,
dann kann es auch durchaus länger gehen.
Also dann kann es auch mal sein, dass es ein halbes Jahr oder ein Jahr dauert, bis die Koi wieder da sind,
aber meiner Erfahrung nach sind diese Farbschäden, in Anführungszeichen, alle auch wieder reversibel,
also die ursprüngliche Farbe ist wieder da.
Jetzt wollte ich noch irgendwas erzählen, habe es aber partout vergessen.
Farbe, Innenhälterung und, und, und, und, und.
Ich komme jetzt gerade nicht drauf, aber so am Ende funktioniert das eigentlich.
Ach ja, genau das war es.
Für mich ist Licht und Koi-Farben, das ist im Prinzip,
die Koi-Farben sind in gewisser Weise zumindest mein Erklärungsmodell.
Keine Ahnung, würde man das jetzt wissenschaftlich wirklich untersuchen,
ob mein Erklärungsmodell der Untersuchung standhält,
aber mein Erklärungsmodell passt in alles, was ich beobachte.
Die Farbe ist immer irgendwo eine Abwehrreaktion auf eine Umwelt.
Das heißt, wenn viel Licht da ist, so wie wir Menschen beim Brauen werben,
um uns gegen die Sonne zu schützen, das ist ja in gewisser Weise ein Schutz,
so beginnen die Koi bei intensiverem Licht eine intensivere Farbe auszubilden,
weil sie sich einfach gegen das viele Licht schützen wollen.
Und so kann man auch, bin mir ganz sicher, und wir haben da auch die ersten Versuche gemacht,
mit gewissen Lichtspektren auf gewisse Farben Einfluss nehmen.
Also der Koi merkt schon durchaus, werde ich eher mit einem bläulichen Licht
oder werde ich eher mit einem gelblichen Licht oder werde ich mit einem weißlichen Licht bestrahlt.
Und so können über die Beleuchtungsstärke und über die Beleuchtungsfarbe
entwickeln sich unterschiedliche Farben stärker oder eben schwächer.
Das ist meine Beobachtung und alles, wie gesagt, was ich bisher gesehen habe,
passt in dieses Erklärungsmodell hinein.
Das ist auch im Prinzip das Gleiche mit Bürstenfilter kontra Trommelfilter,
wo es keinen Zweifel gibt und viele, die von Trommelfilter auf Bürstenfilter umgestellt haben,
wissen nach ein, zwei Jahren, was ich da seit vielen Jahren erzähle,
die Koi haben im Bürstenfilter, in dem organisch belasteten Wasser,
haben die einfach einen schöneren Glanz, haben intensivere Farben,
weil sich da auch der Koi, aber jetzt nicht pathologisch denken,
also nicht über Krankheiten nachdenken.
Das Wasser ist organisch belasteter und deshalb kommuniziert der Koi mit seiner Haut
in stärkerem Maße mit seiner Umwelt als in einer sehr hygienisch reinen Umwelt,
wo er das in dem Maße gar nicht braucht.
Und eines der für uns optischen Merkmale, die daraus entstehen,
sind eben intensivere Farben und vor allem auch ein intensiverer Farbglanz.
Und das merkt man auch, wenn die Koi hier aus dem Naturteich kommen.
Sie sehen da in den Videos immer geile Koi.
Direkt aus dem trüben Naturteich, richtig geil, Megabodies.
Was wir Ihnen noch nicht oft gezeigt haben,
wenn ich mal im Januar oder Februar mal wieder da bin,
dann zeigen wir Ihnen die Koi mal,
nachdem die dann drei Monate im Innenraum bei viel Licht
und in diesem organisch belasteten Wasser schwimmen.
Das ist ein Unterschied, wie Tag und Nacht,
da habe ich manchmal schon gedacht, haben die noch mal was abgefischt,
während ich nicht da war.
Aber dann habe ich die Koi erkannt und wusste, nein, so ist das nicht.
So, also Koifarben ist eines nach wie vor der großen Geheimnisse,
wo keiner so richtig wirklich was weiß,
wo aber jede Beobachtung macht und aus diesen Beobachtungen
seine Schlussfolgerung zieht.
Vielen Dank, lieber Christian und bis zum nächsten Mal.
Ciao.
