BLÖDSINN aus Tokyo - Die Lüge der 4-Tage-Woche

NihonGo
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16.12.2024
Die Stadt Tokio hat eine 4-Tage-Woche angekündigt und das ist so unglaublich, unfassbar großer
Blödsinn alles, dass ich gedacht hab, wir schauen uns das mal genauer an.
Jemand auf x von euch hat mich gefragt, wie meine Meinung zu der 4-Tage-Woche ist, die
jetzt angekündigt worden ist und ich hatte in der Tat gestern schon davon gelesen, hab
mir das ein bisschen genauer angeguckt und hab mir gedacht, mein Gott man, da fallen
so viele Leute schon wieder drauf rein irgendwie und auch in Japan ist es sehr geteilte Stimmung,
viele sagen hier, was soll der Blödsinn, Politiker macht endlich mal was Vernünftiges.
Schauen wir uns das Ganze aber erstmal an, zum Beispiel im englischsprachigen Raum, hier
gibt's ne, Tokyo Metropolitan Government has announced that it will introduce a 4-Day-Work-Week
for public sector employees starting in April 2025, aims to address Japan's declining fertility
Dann hier noch vom Business Insider, auch auf Deutsch, die Stadt Tokyo verspricht seinen
Angestellten eine 4-Tage-Woche, um die niedrige Geburtenrate zu erhöhen.
Bevor wir uns jetzt angucken, was genau da eigentlich gemacht wird, das ist nämlich
nicht so das, was man denkt, wenn man jetzt die Überschriften liest, eine ganz wichtige
Sache noch, es handelt sich hier um die Stadt Tokio, die Stadt Tokio ist was anderes als
die japanische Regierung und das habe ich auch schon gesehen, dass Leute das verwechselt
haben.
Also es ist so ein bisschen wie die Stadt Düsseldorf und die deutsche Regierung oder
die Stadt Berlin und die deutsche Regierung, ne, das muss man voneinander trennen.
Das, was hier jetzt angekündigt worden ist, hat nichts mit der japanischen Regierung zu
tun und auch nichts mit Gesamtjapan, sondern das ist was, was die Stadt Tokio und die Beschäftigten,
also die Leute, die da in den Einwohnermeldeämtern, im Rathaus und so weiter und so fort, die
also irgendwas für die Stadt Tokio, für die Regierung in Tokio machen, für die gilt
das und da ist das auch, jetzt hier wird das diskutiert.
Ist also ganz wichtig, man muss trennen zwischen Tokio und der japanischen Regierung, die japanische
Regierung sitzt zwar in Tokio, ist aber nicht gleich Tokio.
Hier sehen wir dann jetzt einen japanischen Artikel zurate von der Yomiuri Shimbun und
da sehen wir jetzt auch ein bisschen genauer, was hier eigentlich veranstaltet wird.
Das wird so genau nämlich nicht immer, also in dem deutschen Artikel zum Beispiel stand
es so genau jetzt auch nicht drin und zwar folgendes, es gibt momentan in Tokio ein Flextime-System,
was den Arbeitern dort erlaubt und ich meine jetzt mit Tokio nur die, die für die Tokio-Regierung
arbeiten, ne, für normale Firmen und so gilt das alles nicht, ja, und zwar haben die ein
Flextime-System, wo die sagen können, sie kommen mehr oder weniger, wann sie wollen
und sie gehen, wann sie wollen, sie müssen aber im Monat auf 155 Arbeitsstunden kommen
und sie haben die Option, dass sie einen Tag im Monat zusätzlich freinehmen, wenn sie
an anderen Tagen dafür eine Stunde mehr arbeiten, also sag ich mal, ne, du hast da deine durchschnittlich
irgendwie 20 Arbeitstage im Monat und sagst jetzt, ja, ich arbeite an 8 Tagen eine Stunde
mehr, dann hat man ja ungefähr 8 Stunden mehr gearbeitet in dem Monat, Überstunden
und dafür kann man sich dann einen Tag im Monat freinehmen zusätzlich, also ein verlängertes
Wochenende machen.
Das ist das System, wie es momentan in Tokio besteht für die Beamtenregierung, ich weiß
nicht, ob die alle verbeamtet sind, wahrscheinlich nicht, ja, also für die, die da für die Tokio-Regierung
arbeiten.
Nun hat die Frau Koike Yuriko, so heißt sie, eine Ansage gemacht und zwar, ne, sie ist
so ein bisschen die neue Feministin in Japan, also so wirkt sie auf mich immer, ne, längst
nicht das, was man im Westen hat, aber so ein bisschen für japanische Verhältnisse
schon so ein bisschen feministischer und sie sagt, ja, wir haben ein Problem mit der Geburtenrate
und so, wir müssen das jetzt irgendwie hinkriegen und deswegen machen wir 4-Tage-Woche, aber
überlegt mal kurz, was denkt ihr oder was versteht ihr unter einer 4-Tage-Woche, ich
verstehe in der Regel darunter, man arbeitet 4 Tage, 8 Stunden und dann hat man 3 Tage
frei und bekommt trotzdem ein Gehalt, von dem man dann auch leben kann, das ist so die Vorstellung,
die ich habe.
Das ist aber nicht die Vorstellung, die hier weitergegeben wird, sondern es wird folgendes
gemacht.
Das System bleibt bei 155 Arbeitsstunden im Monat und bisher war es ja so, dass man sich
einen Tag im Monat dann noch freinehmen konnte, wenn man das auf die anderen Tage ausgelagert
hat, hier wird es jetzt so gemacht, ab April nächsten Jahres, dass man sich einen Tag
pro Woche noch zusätzlich freinehmen kann, wenn man dafür diesen einen Tag, den man
sich freinimmt von den Arbeitsstunden her, irgendwie auf die anderen verteilt.
Wenn wir jetzt mal diese 155 Stunden nehmen, wären das 38,75 Stunden pro Woche, die man
arbeiten müsste, um die Rechnung einfacher zu machen und weil sich nicht so viel ändert,
machen wir einfach die 40-Stunden-Woche, das heißt, wenn man diese 40 Stunden in 7 Tagen
bzw. 4 Arbeitstagen durchkriegen möchte, also in einer Woche, dann muss man nun 4 Tage
die Woche, 10 Stunden arbeiten, um dann den 3.
Tag frei zu haben in der Woche und die 4-Tage-Woche zu verwirklichen.
Das ist das, was geplant ist.
Es ist also nicht so, dass die Leute weniger arbeiten und dann einen Tag die Woche mehr
frei haben, sondern es wird ihnen lediglich erlaubt, ihre Arbeitszeit so zu verteilen,
dass sie sich einen 3.
Tag freinehmen können, wenn sie die 4 Tage davor wie Bekloppte arbeiten, nämlich 10
Stunden lang.
Das heißt, du hast 4 Tage kompletten Stress, weil du hast ja auch Anfahrt und Rückfahrt
und dann kannst du eine 4-Tage-Woche realisieren.
Das ist jetzt das tolle neue Konzept, was sich Frau Kolke ausgedacht hat in Tokio, um
die Geburtenrate anzukurbeln.
Das heißt, vor allem die Frauen, die da arbeiten, die arbeiten dann 4 Tage sich kaputt, sind
komplett tot, aber dann sollen die an dem freien Tag, den sie zusätzlich noch haben,
ordentlich Kinder machen, wo der Mann wahrscheinlich dann arbeiten ist.
Das ist natürlich eine richtig geile Idee, an dem Punkt perfekt, läuft auf jeden Fall.
Hier wird dann hier auch noch geschrieben, dass sie auch machen möchte, dass man an einem
Tag 2 Stunden früher gehen kann oder so, um auch Kindererziehung dann besser hinzubekommen.
Ja, das sind halt alles so Sachen, die sind ganz nett, aber ich sag mal, am Ende des Tages
ist dieses, die Stadt Tokio verspricht seinen Angestellten eine 4-Tage-Woche oder so, so
wie es dann im Ausland auch aufgenommen wird.
Das ist natürlich, hat mit der Realität meines Erachtens nach nicht wirklich viel
zu tun.
Ich meine, nach der Logik könnte ich auch sagen, okay, ich gehe einen Tag 24 Stunden
hin und den nächsten gehe ich dann 16 Stunden hin, schlafe ich halt mal nicht und dann habe
ich eine 2-Tage-Woche, weil ich habe ja nur 2 Tage gearbeitet, dafür von morgens bis
abends 2 Tage durch ohne Schlaf, aber ja, dann habe ich 5 Tage frei.
Das ist halt irgendwie die Logik und da denke ich mir, okay, das ist eigentlich nicht Sinn
der Sache und ich glaube auch nicht, dass das eine sinnvolle und wirksame Maßnahme
gegen die sinkende Geburtenrate in Japan ist und dass dadurch jetzt mehr Frauen und Männer
sagen, oh ja, in der Regierung da irgendwie 160.000 sind da wohl beschäftigt, die dann
irgendwie sagen, oh ja, jetzt lass mal mehr Kinder machen, let's go, vor allem weil die
Leute, die im Rathaus arbeiten und so, das sieht man hier auch in Osaka, also die für
die Regierung da arbeiten, das sind halt oft auch schon ein bisschen ältere Frauen dann
und vor allem auch ältere Männer und so, also die sind jetzt auch nicht unbedingt die
Schicht von Leuten, die jetzt unbedingt sowieso gerade in dem Alter sind, in dem sie besonders
viele Kinder bekommen könnten.
Also ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, was ich sich dabei gedacht habe, aber das
ist so ein bisschen das Problem in Japan, ich meine, das ist in Deutschland ja auch
ein Problem, Japan fehlt es an wirklich Politikern, die richtig gute Ideen haben und auch richtig
in die Zukunft denken und hier haben sich jetzt auch viele dann auch auf SNS beschwert,
die wirklich in einer Firma arbeiten von morgens bis abends, dann auch Überstunden hier haben
in Japan, die Salarymans und so, die sagen, ja toll, dass ihr das jetzt irgendwie für
die Leute machen wollt, die im Rathaus arbeiten und so, was ist mit uns, ja, mach mal eine
normale Firma, die nicht steuerfinanziert ist und sag den Leuten mal, ja, dann kommt
da halt nur vier Tage die Woche oder so, das funktioniert einfach nicht, wer erwirtschaftet
dann hier irgendwas und da regen sich dann hier halt auch viele auf und sagen, ja, ja,
ihr von den Steuergeldern, ihr könnt dann da irgendwas machen, aber wir, obwohl die
meisten meines Erachtens nach auch gar nicht sehen, dass hier die Arbeitszeit gar nicht
verkürzt ist.
Also das ist halt wie gesagt, du erlaubst den Leuten ein bisschen mehr Flextime, einen
Tag freizunehmen dann, wenn sie das an einem anderen Tag eher arbeiten dann, also das ist
irgendwie, ja, nicht Sinn der Sache eigentlich.
Es wäre sinnvoller, den Stress und vielleicht die Arbeitszeit zu reduzieren, ne, so oder
den Leuten halt wirklich zu sagen, du kannst das so flexibel gestalten, dass du dein Kind
immer abholen und hinbringen kannst und dann, ne, irgendwie das so managt, dass es funktioniert
oder was weiß ich was, ja, also da gibt es ja verschiedene Dinge, die man eventuell auch
machen kann, aber dieses Buzzword der vier Tage Woche, ne, Tokio führt vier Tage Woche
ein, ne, es ist ja auch keine wirkliche Einführung, es ist eine Option, jeder Arbeitnehmer kann
ja jetzt selbst entscheiden, ob er sich diese vier Tage Woche basteln möchte oder nicht,
aber das ist ja nicht so, ja, ihr seid alle nur vier Tage hier und dann die anderen drei
Pause, sondern ich denke, in der Realität würde es so aussehen, dass die allermeisten
Leute fünf Tage die Woche weiterhin kommen werden, vielleicht den Freitag früher schon
mittags gehen, weil sie an den Tagen zuvor ein, zwei Überstunden gemacht haben und das
dann da abziehen, aber in der Realität wird kaum einer diese vier Tage Woche machen wollen
denke ich mal.
Lasst euch also nicht lumpen, nein, Tokio führt keine vier Tage Woche ein, also ich
finde nicht, dass man das vier Tage Woche Einführen nennen kann, schreibt es mir aber
gerne in die Kommentare, was ihr darüber denkt, ob ihr davon schon gehört habt und man muss
immer ganz genau reingucken, was steht da eigentlich geschrieben, was wollen die da
eigentlich machen und ja, auch in Japan gibt es leider Politiker, die nicht so sehr gut
weit in die Zukunft denken, finde ich auch sehr schade, ist ein großes Problem hier,
wir brauchen eigentlich Leute, die sagen, jo hier, ich habe eine Vision für 50, 100
Jahre in die Zukunft, um wirklich das Land auch auf eine gute Richtung zu bringen, aber
die meisten Leute denken halt nur in ihrer Lebensspanne und vielleicht in ihrer Karriere
Spanne und versuchen das Beste für sich rauszuholen und denken halt nicht an alles irgendwie
und das ist wirklich sehr schade, das war in Japan auch mal anders, man hat wirklich
lange Pläne auch gemacht, Jahrhunderte vorausgeplant auch oft, vor allem auch in Verbindung mit
dem Kaiserhaus, aber das ist in der modernen Politik vermisst man das leider so ein bisschen.
Nun, das soll es gewesen sein, vielen Dank fürs Zusehen, schaut gerne in die Videobeschreibung,
mein neuer Online-Kurs ist draußen, noch im Sonderangebot heute, schaut da also gerne
rein, ansonsten Rabattlinks zu allen anderen Online-Kursen auch vorhanden, einen Link
zu meinem Buch und zu meiner Ko-Fi-Seite, über die ihr in den Abspann dieser Videos
hier gelangen könnt.
Vielen Dank fürs Zusehen immer und bis zum nächsten Mal, bye bye!
