Wäre eine viel langsamere Wasseraustauschrate nicht viel besser? | Modern Koi Blog #7084

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Ja, erstmal herzlich Willkommen zum Modern Koi Blog und heute eine Frage, die ich auch sehr lange gebraucht habe, um sie zu verstehen.
Ich weiß nicht, ob mein Freund Horst es mir wieder und wieder erklärt hat, irgendwann hat er gesagt,
du wirst es nicht verstehen, warum es so ist, das ist wie mit der Quantenphysik,
keiner versteht es, aber man weiß, wie man damit umgehen kann und irgendwann hat es bei mir aber wirklich klar gemacht.
Ich versuche es euch bzw. dir, Andreas, ganz einfach zu erklären und dann hast du es wahrscheinlich,
macht es dann Klick und dann hast du es auch.
Hallo Lisa, Martin und Konischi Team, vielen Dank für eure tolle Arbeit in den informativen Blogs.
Ich hätte eine Frage zur Filterbiologie, mal angenommen, ich würde mein Teilchen nur alle vier Stunden durch meinen Filter schicken,
bei 10% Biologie wäre das nicht besser als einmal pro Stunde, da hätten doch die Bakterien mehr Zeit,
um zu arbeiten und die Wasserwerte zu verbessern, oder habe ich einen Denkfehler?
Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen, mit freundlichen Grüßen, Andreas.
Dein Wasser wäre die Vollkatastrophe, würdest du über ein Gegebnisfiltersystem,
das normalerweise einmal pro Stunde das Wasser, das Teichwasser über einen Filter schickt,
würdest du das ändern in alle vier Stunden, also du würdest deine Oasepumpe runter regeln,
dass sie statt 20.000 Liter Teich 20.000 Liter in der Stunde nur noch 5.000 Liter in der Stunde.
Warum? Ganz einfach, zum Verständnis.
Ammonium entsteht im Teich, das atmen die Fische zu über 90% über die Kiemen ab,
das ist ein Produkt des Eiweißstoffwechsels, je mehr Eiweiß, desto mehr Ammonium wird über die Kiemen abgeatmet.
Würdest du nun hergehen und dein System von einmal pro Stunde in alle vier Stunden,
einmal über den Teich reduzieren, was würde dann passieren?
In deinem Teich würden die Ammoniumwerte in den vier Stunden deutlich ansteigen,
weil das, was produziert wird, wird einfach nicht mehr zum Filter abtransportiert.
Oder um es viel einfacher zu verstehen, geh weg vom Ammonium, das sehen wir nicht, aber wir sehen Kot.
Wenn du jetzt nur alle vier Stunden, also wenn du deinen Teich über den Filter schicken würdest,
wäre dein Teich schlicht und ergreifend relativ schnell trüb.
Warum? Weil der Kot, der im Teich ja auch anfällt, der würde nicht zum Filter abtransportiert.
Jetzt kommt aber das Nächste.
Ammonium wird im Filter von speziellen Bakterien zu Nitrit oxidiert.
Also Nitrit entsteht im Filter und das geht erstmal, weil das wird nicht im Filter sofort,
Ammonium, Nitrit, Nitrit, Nitrat, ist ja auch immer die Frage, wo sitzen die Filterbakterien?
Sitzen sie am Filtereingang oder sitzen sie am Filterausgang?
Also Nitrit entsteht im Filter, geht dann erstmal in den Teich
und auch das muss ja erst wieder zum Filter abtransportiert werden.
Und die zwei Punkte bedingen ja schon mal, dass wir eine hohe Wasseraustauschrate brauchen,
dass das Zeug, was im Teich entsteht, möglichst schnell zum Filter abtransportiert wird
und das Zeug, was im Filter entstammt und erstmal in den Teich geht
oder Teile davon wieder in den Teich gehen, dass das wieder zum Filter kommt,
dass es dort weiter verarbeitet werden kann.
Das ist jetzt alles sehr einfach erklärt.
Und wenn man da jetzt einen Wissenschaftler dazu befragen würde,
der könnte das wahrscheinlich noch sehr viel feiner.
Was man aber noch weiß ist, wenn ich einen Kubikmeter Filtermaterial habe,
dann gibt es da die sogenannte hydraulische Last.
Die hydraulische Last gibt man an in Kubikmeter Wasser pro Kubikmeter Filtermaterial pro Tag, pro Zeiteinheit.
Und da weiß man heute, je höher die hydraulische Last auf dem Filtermaterial,
desto effizienter und desto höher ist der Ammonium- respektive Nitritabbau.
Wenn ich also auf ein Kubikmeter Filtermaterial pro Tag, keine Ahnung, 42 Kubikmeter drüber haue,
dann kann das Filtermaterial wegen mir 500 Gramm Ammonium abbauen.
Verdoppel ich die Zahl, also die hydraulische Last,
dann kann ich wegen mir statt 500 Gramm, aber das ist jetzt alles nur Beispielzahlen,
dann kann das gleiche Filtermaterial maximal statt 500 Gramm 700 oder 750 Gramm abbauen.
Also es geht nach oben, tendenziell.
Wie viel, kann man so auch nicht sagen, es hängt auch immer von der Biologie ab, die ich da drauf habe,
es hängt vom Filtermaterial, es hängt von vielen äußeren Faktoren ab,
aber man weiß, dass es so ist, wenn die hydraulische Last auf dem Filtermaterial steigt,
dass dann auch die Abbauleistung steigt.
Das kann zum Beispiel schon mal ganz einfach damit zusammenhängen,
dass bei höherer hydraulischer Last, dass das Filtermaterial einfach viel effizienter genutzt wird,
kann keine Kanalbildung geben, kann keine tote Ecken geben,
da ist einfach auf dem ganzen Filtermaterial Power drauf.
Horst hat mir damals erklärt, dass das aus der Biokinematik war, glaube ich,
dass diese Prozesse, die da ablaufen, gehören zu dieser wissenschaftlichen Disziplin.
Das werde ich in meinem Leben nicht mehr verstehen, das ist aber auch nicht so wichtig.
Und wenn ihr jetzt mal Versuche machen wollt und dasselbe ausprobieren,
wir haben es hier in unserem Analyzer auch schon öfters mal für uns gezeigt
und das ist tatsächlich so.
Mit der Wasseraustauschrate bestimmen wir am Ende darüber,
wie hoch sind eure Spuren an Ammonium und Nitrit, die entstehen.
Mit anderen Worten, wenn ihr alle vier Stunden austauscht,
dann habt ihr vielleicht einen Tageshöhepunkt von 0,4 und nachts einen Tagestiefpunkt von 0,2.
Das ist Ammonium dann immer da dazwischen pendeln und das Nitrit auch.
Erhöht ihr eure, bei gleich bestehendem System, erhöht ihr eure Pumpenleistung,
dann geht es von 0,4 statt 0,4 0,2 auf 0,2 0,05 runter.
Und das könnte man natürlich immer so weiter treiben,
aber irgendwann wird es natürlich ineffizient.
Und darum haben wir irgendwann mal, und das sind nicht nur wir,
das ist so eine Faustformel, in solch durchschnittlich besetzten Aquakulturanlagen,
wie wir sie haben, bei einmal pro Stunde passt der Energieeinsatz zum Ergebnis,
zur Strömung, die ich nachher im Becken habe.
Ich muss mir auch überlegen, wenn ich jetzt zehnmal pro Stunde den Teich austauschen wollte,
wenn das das absolute Optimum wäre, was die Wasserqualität,
was die Ammonium und Nitritwerte angeht,
das wäre natürlich für die Fische der absolute Graus,
weil das wäre ja nachher ein Whirlpool und kein Teich mehr.
Also die einmal pro Stunde ist das, wo ich sage, ich kann eine vernünftige Strömung erzeugen,
ich habe gute Ammoniumwerte, ich habe gute Nitritwerte,
ich kriege meinen Kot auch gut zum Filter abtransportiert,
das ist so, wo ich es irgendwo allen Parametern recht mache.
Weil, das müssen wir uns auch überlegen, wenn ich jetzt die Wasseraustauschrate noch weiter erhöhe,
auf zweimal pro Stunde zum Beispiel und habe ein größeres Becken,
was brauche ich dann für abartige mechanische Filter,
oder wie riesig müssen meine Bürstenfilter sein,
um immer noch diese langsame Fließgeschwindigkeit zu haben,
wo die Sedimentation des Kots dort vernünftig funktioniert.
Wie riesig müssen meine Trommelfilter sein,
das müsste ja alles nachher doppelt überdimensioniert sein
und dann macht das auch keinen Sinn mehr.
Also, das sind die Grundlagen und schön, dass du mal wieder gefragt hast,
weil ich glaube, die Anfrage hatten wir schon lange nicht mehr.
Machen Sie es gut und bis zum nächsten Blog.
