Wie die Ägypter Pyramiden mit solcher unglaublichen Präzision bauten

SONNENSEITE
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Sekante, Cosinus, Tangens, Sinus, 3,14159.
Ja, das war der Jubel, den wir damals vom Trigonometrie-Club hörten.
Für die meisten von uns im Matheunterricht waren Begriffe wie Sinus, Tangens und Pi einfach verwirrend.
Wer hat diese erfunden und warum? War ihr einziger Zweck es den Schülern schwerer zu machen? Nun, nicht ganz.
Die Trigonometrie wurde von den alten Ägyptern erfunden. Sie brauchten dieses Wissen, um Pyramiden zu bauen.
Sie haben auch einen ziemlich guten Job gemacht.
Die große Pyramide von Gizeh steht noch heute, etwa 4500 Jahre, nachdem sie erbaut wurde.
Keine Rückrufe auch. Lassen Sie uns also das Klassenzimmer verlassen und auf eine Reise durch die Zeit gehen,
um die Geheimnisse hinter der Präzision der alten Ägypter zu enthüllen.
Hier stehst du auf der Baustelle der großen Pyramide, etwa 15 Kilometer von Kairo, Ägypten entfernt.
Nun, die Stadt existiert noch nicht, denn du bist nur von der Wüste und Bautrupps umgeben.
Sie transportieren große Steinblöcke, die jeweils 2,5 Tonnen wiegen.
Sie befinden sich in einem hölzernen Schlitten, der auf großen Walzen steht.
Eine Crew von acht Männern rollt diese Blöcke über den Boden. Sofort denken sie an die Walzen einer Supermarktkasse.
Das Prinzip ist genau dasselbe, jedoch ist der Maßstab wesentlich größer, viel größer.
Wissenschaftler schätzen, dass die Ägypter allein in der großen Pyramide 2,3 Millionen solcher Blöcke verwendeten.
Und der Block vor ihnen ist einer der leichteren. Die schwersten von ihnen wogen bis zu 15 Tonnen.
Aber woher kommen all diese Blöcke? Die meisten stammen aus Steinbrüchen rund um Gizeh.
Das klingt zunächst nicht besonders beeindruckend, könnte man meinen.
Aber warten Sie, bis Sie hören, wie antike Ingenieure den für den Bau verwendeten Granit über 804,66 Kilometer zur Pyramide transportierten.
Es gab damals weder Eisenbahnen noch Autobahnen, aber der mächtige Nil war stets präsent.
Die Forscher glauben sogar, dass die Ägypter einen Kanal gruben, um den Nil direkt mit der Baustelle der Pyramiden zu verbinden.
Alles, was sie dann tun mussten, war, auf den Beginn der Flutsaison zu warten und voilà.
Der steigende Wasserpegel transportierte die schweren Steinblöcke für sie.
Aber wie hoben sie die riesigen Steine auf trockenem Land, um sie bis an die Spitze zu stapeln? Benutzten sie übergroße Kräne?
Die alten Ägypter umgingen dieses Problem im wahrsten Sinne des Wortes.
Einer der Arbeiter weist nun auf die riesige Rampe hin, die um die Pyramide herumführt, die sie gerade errichten.
Das ist vergleichbar mit einem Bergweg, der sich serpentinenartig zum Gipfel bewegt.
Wenn die Rampe direkt an die Spitze der Pyramiden führen würde, könnten die Arbeiter die Steinblöcke nicht hinaufziehen. Es wäre schlicht zu steil.
Wissenschaftler haben berechnet, dass 8 Prozent die maximale Steigung sein könnten.
Also verlängerten die alten Ägypter einfach die Rampe um die Pyramide herum.
Erneut sind dies alles nur Theorien, da die Rampe, wie einige Forscher vorschlagen, innerhalb der Pyramide gewesen sein könnte.
Die genaue Baumethode bleibt ein Mysterium, das von der Sphinx gehütet wird. Das ist doch ihr richtiger Name, oder?
Falsch, da die große Sphinx nur das Pseudonym der Statue ist.
Wissen Sie, dieser Name den Schriftsteller annehmen, wenn sie ihre wahre Identität verbergen wollen, oder ein Künstlername eines Sängers.
Der echte Name der Sphinx, Horem Aket, aus dem Ägyptischen übersetzt, bedeutet Horus am Horizont.
Dies war der Name für die ägyptische Himmelsgottheit.
Der Pfad des Mysteriums endet nicht dort, als ein Mann mit einem Eimer Farbe an ihnen vorbeigeht.
Er wird dem großen Sphinx einen Farbtupfer hinzufügen. Forscher fanden neben seinem Ohr Flecken dieser roten Farbe.
Das war eine starke Farbe, da sie Jahrtausende überdauert hatte.
Sie stehen nun direkt vor der Sphinx. Sie schauen hinauf. Sie ist sehr hoch, oder? Genau 20 Meter.
Wieder stehen sie dem Drang, ein Selfie zu machen. Sie schaffen das.
Jetzt bemerken sie etwas anderes. Es sieht aus, als stünde die Sphinx im Zentrum eines riesigen Dreiecks im Hintergrund.
Das ist eine Seite der großen Pyramide. Und nein, deine Augen täuschen dich nicht.
Die Sphinx sitzt tatsächlich in der Mitte der seitlichen Fläche der Pyramiden.
Hier kommt die Mathematik ins Spiel. Eine Pyramide hat vier Seiten, genannt Seitenflächen.
Es gibt auch die fünfte Fläche, die Basis, aber die ist nicht sichtbar. Sie ist, warte kurz, nach unten gerichtet.
Die Sphinx birgt ein letztes Geheimnis. Ihr Alter.
Wissenschaftler sind sich einig, dass Pharao Khafre die Sphinx errichtet hat.
Er regierte nach seinem Vater Khufu, der in der Nähe die große Pyramide gebaut hatte.
Beide Bauwerke wurden also in etwa zur gleichen Zeit fertiggestellt.
Lassen Sie uns wieder über Zahlen sprechen.
Sie haben von Kleopatra gehört, der ägyptischen Prinzessin, die als Frau von großer Schönheit beschrieben wird.
Sie sah die Pyramiden, aber sie lebte näher an der Zeit des ersten iPhones, 2007, als an der Zeit der Menschen, die die Pyramiden erbauten.
Faszinierend, nicht wahr?
Sie sehen tausende von Menschen um sich herum. Sie arbeiten hart daran, das Grab des Pharaos zu errichten.
Aber wie viele sind es genau? Ein griechischer Philosoph schätzte, dass es bis zu 100.000 Arbeiter waren.
Scheint eine akzeptable Zahl für eine so gewaltige Struktur zu sein. Aber es kann nicht stimmen.
Die Wissenschaft kann diese Zahl einfach nicht stützen. Ägyptologen schätzen die Gesamtzahl der Arbeiter auf 30.000.
Und ja, Indiana Jones war einer von ihnen, zumindest auf der großen Leinwand. Aber er kam zu spät.
Ägyptologen wissen viel über die Pyramiden, aber nicht alles.
Nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie noch nicht genügend Beweise ausgegraben haben.
Sie können nur vermuten, wie der Bauprozess verlief.
Zuerst würden Ingenieure ankommen, um den richtigen Standort auszuwählen und die notwendigen Messungen durchzuführen.
Deshalb benötigten sie die ganze komplizierte Mathematik.
Dann ist es Zeit, das Material zu beschaffen. Die großen Steinblöcke, die ich zuvor erwähnt habe.
Wenn Boote sie zur Stelle der zukünftigen Pyramide bringen, können die Arbeiter endlich ihre Arbeit aufnehmen.
Sie arbeiteten in kleineren Gruppen, doch es waren mindestens 2000 von ihnen gleichzeitig am Meißeln und Schnitzen.
Klingt wie eine typische Baustelle heute? Das liegt daran, dass es genau das ist, nur vor tausenden von Jahren.
Es ist erstaunlich, was die alten Ägypter allein mit Kupfer- und Steininstrumenten erreichen konnten.
Die Pyramide steht nun vollständig vor ihnen. Aber ist es die gleiche Pyramide, die wir heute sehen?
Warum leuchtet diese Struktur so hell in der Wüstensonne? Soll sie nicht eine staubige gelbe Farbe haben? Nun, nein.
Menschliche Tätigkeiten und die Elemente haben im Laufe der Zeit die äußere Steinschicht völlig abgetragen.
Fachkundige Handwerker polierten diese Blöcke nur mit Stein und Sand. Das Endergebnis war ein glatter und glänzender Stein.
Am Tag seiner Fertigstellung war die große Pyramide von Gizeh ein perfektes Dreieck aus Licht.
Ihre polierten Seiten wirkten wie riesige Spiegel, die die starke ägyptische Sonne reflektierten.
Hier sollten sie ihre Sonnenbrille aufsetzen. Und das glänzende Ding, das sie ganz oben auf der Pyramide sehen, ist tatsächlich Gold.
Der Schlussstein an der Spitze der Pyramide wird Pyramidion genannt. Er war mit Goldplatten bedeckt.
Wie sie sich denken können, waren dies die ersten Steine, die verschwanden.
Machen wir einen weiteren Halt, bevor wir dich zurück in dein Klassenzimmer bringen.
Wir reisen zu den britischen Inseln und nein, Stonehenge ist nicht unser Ziel. Es ist Newgrange in der Grafschaft Meath.
Wissenschaftler schätzen, dass die alten Völker Irlands dieses Steindenkmal um das Jahr 3200 v. Chr. errichteten.
Damit ist es älter als sowohl Stonehenge als auch die große Pyramide von Gizeh.
Die Funktion des kreisförmigen Hügels in Newgrange ist dieselbe wie die der großen Pyramide und genauso geheimnisvoll.
Die geschätzte Menge an losen Steinen im Tal beträgt über 220.000 Tonnen. Und sie sind nicht einfach zufällig auf einen Haufen geworfen.
Die Anordnung der Steine macht die Struktur wasserfest. Das würde erklären, wie Newgrange so lange überdauert hat.
Da möchte man glatt in eine wasserdichte Handyhülle investieren.
Du sitzt wieder an deinem Schulschreibtisch. Aber die heutige Mathematikvorlesung ist das letzte, woran du denkst.
Du überlegst, wie großartig die ägyptischen Pyramiden sind und ob wir heute etwas Ähnliches haben.
Es stellt sich heraus, dass moderne Ingenieure von der großen Pyramide genauso fasziniert sind wie du.
Am Hauptinnenhof des berühmten Louvre-Museums in Paris steht eine Glaspyramide.
Das Panorama von San Francisco wäre ohne die 48-stöckige Transamerica-Pyramid unvollständig.
Aber Las Vegas ging noch weiter. Dort finden wir das Luxor-Hotel. Es ist so groß, dass es die drittgrößte Pyramide auf dem Planeten ist.
Und raten Sie mal, was davor steht. Genau, eine Nachbildung der Sphinx.
Sie ist 33,5 Meter hoch, zwei Stockwerke höher als die in Gizeh. Ja, in Vegas ist alles größer.
