Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich am Dienstag (21. Januar) vorsichtig optimistisch über das Potenzial der deutsch-amerikanischen Beziehungen unter Präsident Donald Trump. Er verwies auf gute erste Gespräche mit seiner Regierung und betonte, dass die Zusammenarbeit der Schlüssel für Frieden und Wohlstand sei.
„Die Vereinigten Staaten sind unser engster Verbündeter außerhalb Europas. Und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass das so bleibt“, sagte Scholz in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz.
In seiner Rede am ersten vollen Tag von Trumps neuer Amtszeit sagte Scholz, die Zusammenarbeit zwischen Europa und den Vereinigten Staaten sei der Schlüssel für Frieden und Sicherheit in der Welt sowie für wirtschaftlichen Fortschritt.
In Hinblick auf Elon MuskBundeskanzler erklärte Olaf Scholz auf Nachfrage, dass in Deutschland und Europa Redefreiheit herrscht, nur das Unterstützen von „rechtsextremen Positionen“ werde „nicht akzeptiert“. ________________________________________________________________
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Ich habe die große Ehre und Freude, Herrn Bundeskanzler Olaf Scholz zu begrüßen.
Herr Bundeskanzler, wir wissen, Sie stehen inmitten des Wahlkampfes.
In einer Welt, die sich im Spiegel sozialer Medien permanent am Rand des Nervenzusammenbruchs bewegt, sind kühle Köpfe gefragt.
Nicht jede Pressekonferenz in Washington, nicht jeder Tweet sollte uns gleich in aufgeregte, existenzielle Debatten stürzen.
Das gilt auch nach dem Regierungswechsel, der gestern in Washington stattgefunden hat.
Um es klar zu sagen, die Vereinigten Staaten sind unser engster Verbündester außerhalb Europas.
Und ich werde alles daran setzen, dass es dabei bleibt, weil das in unserem beiderseitigen Interesse liegt.
Präsident Trump und seine Regierung werden die Welt in den kommenden Jahren in Atem halten.
In der Energie- und Klimapolitik, in der Handelspolitik, in der Außen- und Sicherheitspolitik und auf manch anderen Feldern.
Das alles hat Präsident Trump angekündigt, auch gestern noch einmal.
Mit all dem Können und werden wir umgehen.
Ohne unnötige Aufgeregtheit und Entrüstung, aber auch ohne falsches Anbiedern oder nach dem Mundreden.
Klar, wir wissen um den Zusammenhang zwischen Berechenbarkeit, Vertrauen und Wohlstand.
Ja, Präsident Trump sagt America first und meint das auch so.
Nun ist nichts verkehrtes daran, die Interessen des eigenen Landes im Blick zu haben, das tun wir alle.
Nur ist es eben so, dass Zusammenarbeit und Verständigung mit anderen meistens durchaus auch im eigenen Interesse liegen.
Für Deutschland habe ich das schon öfter gesagt.
Das größte nationale Interesse Deutschlands ist die Europäische Union.
Das führt zu dem dritten Gedanken, den ich heute mit Ihnen teilen möchte und der wird derzeit fast stündlich wichtiger.
Wir Europäer müssen aus uns selber heraus stark sein.
Wir müssen zusammenhalten untereinander und mit Partnern weltweit.
Wir müssen wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger werden.
Und dazu haben wir auch das Zeug.
Als Gemeinschaft mit mehr als 450 Millionen Europäerinnen und Europäern haben wir ökonomisches Gewicht.
Deutschland ist mit nur 84 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.
Und weil unsere Partnerschaft auch ein Motor ist für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung.
Abschottung kostet Wohlstand.
Wir werden den freien Handel als Grundlage unseres Wohlstands auch gemeinsam mit anderen Partnern verteidigen.
Darüber beraten wir mit EU-Partnern und mit der Europäischen Kommission.
Und schon morgen spreche ich mit Emmanuel Macron in Paris darüber.
Europa setzt auf freien, fairen Welthandel und wir sind damit nicht allein.
Und was wir nicht akzeptieren, ist, dass dies extrem rechte Positionen unterstützt.
Und das möchte ich wiederholen.