8 reflexive Verben mit Bedeutungsänderung (Deutsch lernen - Grammatik - Wortschatz B1 B2 C1 C2)

German Glotto
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Jul 11, 2025 #education #Deutsch
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Hallo meine Lieben, heute beschäftigen wir uns mit reflexiven Verben, also Verben mit
sich.
In Deutschland gibt es einige Verben, die ein obligatorisches Reflexivpronomen haben, also
die man nicht alleine benutzen kann, aber es gibt auch andere, deren Reflexivpronomen
nicht obligatorisch sind.
Einige von diesen Verben verändern ihre Bedeutung, je nachdem ob man das Reflexivpronomen benutzt
oder nicht.
Mit diesen Verben wollen wir uns heute genauer beschäftigen.
Ich erkläre euch acht Verben, die ihre Bedeutung verändern, wenn man sie mit einem Reflexivpronomen
benutzt.
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Fangen wir direkt an mit dem Verb anstellen.
Anstellen hat mehrere Bedeutungen.
Man kann jemanden anstellen, das bedeutet jemandem eine Arbeitsstelle geben.
Zum Beispiel, Peter hat einen neuen Job.
Er wurde in der Bäckerei nebenan angestellt.
Man kann auch etwas anstellen, das bedeutet dann einschalten, anmachen, zum Beispiel ein
Gerät.
Ich stelle den Computer an oder ich stelle die Waschmaschine an.
Die dritte Bedeutung von anstellen ist etwas zum Laufen bringen.
Man kann das Wasser anstellen oder den Strom anstellen.
Mit Reflexivpronomen hat das Verb eine andere Bedeutung.
Man kann sich anstellen und das bedeutet sich in eine Reihe oder eine Schlange stellen.
Sich irgendwo anstellen.
Zum Beispiel kann es dir passieren, dass jemand dir in Deutschland sagt, hey, sag mal,
haben sie die Schlange nicht gesehen?
Hier muss man sich anstellen.
Sich anstellen kann auch bedeuten, dass man sich auf irgendeine Art und Weise verhält.
Zum Beispiel kann man sich geschickt anstellen oder im Gegenteil dazu ungeschickt anstellen,
also tollpatschig sein.
Zum Beispiel, er stellt sich beim Banken mich gerade geschickt an.
Der Kuchen ist ihm schon wieder verbrannt.
Oder du weinst, weil dein Fußballteam verloren hat?
Stell dich nicht so an.
Auch das Verb verlassen hat zwei Bedeutungen.
Auf der einen Seite, ohne Reflexivpronomen, bedeutet es von jemandem oder etwas weggehen.
Normalerweise von einer Person oder von einem Ort.
Zum Beispiel, bitte verlass mich nicht, ich brauche dich.
Oder in Zeiten des Krieges versuchen viele Menschen ihr Land zu verlassen.
Auf der anderen Seite, mit dem Reflexivpronomen sich verlassen und der Proposition auf, bedeutet
es jemandem oder etwas vertrauen.
Zum Beispiel, auf die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn kann man sich leider nicht verlassen.
Oder, du bist ein wirklich guter Freund, ich kann mich immer auf dich verlassen.
Anziehen.
Das Verb anziehen hat die Bedeutung von verlocken, in seinen Band ziehen, eine Attraktion sein.
Zum Beispiel, deine Augen ziehen mich magisch an.
Man kann auch etwas an sich ziehen.
Das bedeutet, sich nähern, also an sich ranziehen.
Zum Beispiel, ich ziehe meine Beine an.
Ich ziehe meine Knie an.
Eine dritte Bedeutung von anziehen ohne Reflexivpronomen ist fester machen.
Zum Beispiel, kann man die Handbremse im Auto anziehen.
Sich anziehen bedeutet, Kleidung anlegen.
Zum Beispiel, ich ziehe mir einen Pullover an, denn es ist kalt.
Oder, jeden Morgen müssen wir uns anziehen.
In dieser Bedeutung wird das Verb nicht immer reflexiv benutzt.
Man kann auch jemandem etwas anziehen.
Zum Beispiel, Sonja zieht ihrem Baby einen Body an.
Das Verb fühlen bedeutet, etwas körperlich oder seelisch wahrnehmen, empfinden.
Zum Beispiel, ich kann fühlen, dass es dir nicht gut geht.
Oder, sie fühlte ihr Herz schlagen.
Sich fühlen benutzt man, wenn man sich irgendwie fühlt, normalerweise in Verbindung mit einem Adjektiv.
Fühlst du dich nicht wohl?
Ich fühle mich krank.
Oder, Peter wohnt seit drei Monaten in Wien, aber er fühlt sich immer noch fremd.
Bei meiner Familie fühle ich mich geborgen.
Treffen und Sichtreffen
Der Unterschied zwischen diesen beiden Verben ist, dass Sichtreffen immer geplant ist,
während Treffen auch zufällig sein kann.
Zum Beispiel, ich habe Martina gestern in der Stadt getroffen, die hatte ich ewig nicht gesehen.
Das bedeutet, ich bin Martina einfach begegnet, wir hatten es nicht geplant.
In der nichtreflexiven Bedeutung kann es aber auch geplant sein.
Zum Beispiel, ich treffe heute Abend Simon, wir wollen zusammen in die Oper gehen.
Sichtreffen ist aber immer geplant.
Zum Beispiel, treffen wir uns heute Nachmittag zum Kaffee trinken?
Oder, Peter und Egon treffen sich schon seit einiger Zeit alleine, ich glaube sie sind ein Paar.
Übergeben
Jemandem etwas übergeben bedeutet, jemandem etwas geben, an, vertrauen, überlassen.
Zum Beispiel, der Wohnungsbesitzer übergibt uns morgen die Schlüssel für unsere neue Wohnung.
Man kann übergeben auch im übertragenen Sinne benutzen.
Zum Beispiel, übergib mir doch diese Aufgabe, ich glaube ich kann da.
Sich übergeben hat die Bedeutung von vomit auf Englisch.
Ein Synonym im Deutschen ist erbrechen.
Als ich die Grippe hatte, musste ich mich jeden Tag mehrmals übergeben.
Oder, die Passagiere auf dem Schiff waren seekrank, sie haben sich übergeben.
Das Verb leisten bedeutet etwas schaffen, etwas erreichen, sich etwas erarbeiten.
Zum Beispiel, viele Frauen mussten nach dem Zweiten Weltkrieg viel leisten,
da ihre Männer im Krieg gefallen, also gestorben waren.
Oder, der Schauspieler leistete in seinem neuen Film hervorragende Arbeit.
Leisten wird auch oft in sogenannten Nomen-Verb-Verbindungen genutzt.
Zum Beispiel, Hilfe leisten, das bedeutet helfen.
Oder, einen Beitrag leisten, etwas beitragen.
Einen Dienst oder gute Dienste leisten, nützlich sein.
Oder, Widerstand leisten, sich widersetzen.
Sich etwas leisten ist umgangssprachlich und wird dann bedeutet,
wenn wir uns etwas gönnen, was zu kaufen oder zu sorgen, was etwas teurer ist und besonders.
Zum Beispiel, kannst du dir dieses neue Auto wirklich leisten?
Es kostet doch so viel.
Oder, ich kann mir nicht leisten, jede Woche dreimal ins Kino zu gehen.
Sich etwas leisten bedeutet auch wagen, etwas zu tun,
sich etwas erlauben, was sich andere nicht trauen.
Zum Beispiel, hast du gesehen, was sich dieser Kollege leistet?
Er hat den Chef einen Idioten genannt.
Also, ich könnte mir so ein Verhalten nicht leisten.
Mir würde sofort gekündigt werden.
Kommen wir nun zum letzten Verb, wenden.
Wenden hat die Bedeutung drehen oder umkehren, oft in Verbindung mit einem Fahrzeug.
Zum Beispiel, in der Fahrprüfung fahren Sie bitte bis zum Ende der Straße und wenden Sie dort.
Wir wollen zurückfahren.
Die zweite Bedeutung ist etwas auf die andere Seite drehen.
Zum Beispiel, kann man ein Stück Fleisch in der Pfanne wenden.
Oder in eine andere Richtung drehen.
Matthias wendete den Kopf zur Seite.
Sich wenden wird oft mit der Proposition angenutzt.
In dieser Form bedeutet es Hilfe suchen, jemandem eine Frage stellen oder jemanden um etwas bitten.
Zum Beispiel, wenn ich Informationen über ein bestimmtes Thema möchte,
dann kann ich eine E-Mail an einen Experten schreiben
und darin schreiben, ich wende mich an sie, da sie Experte auf diesem Gebiet sind.
Ein anderes Beispiel ist, du kannst dich immer an mich wenden, wenn du Unterstützung brauchst.
Ich bin gerne für dich da.
Ich hoffe, jetzt ist alles klar.
Schreib mir einen Kommentar mit weiteren Verben, die ich dir klären soll.
Bis bald!
