Das Anlegerjahr 2025 war sicher nichts für schwache Nerven. Dramatische Verluste an den Börsen, Gold eilte von Rekord zu Rekord und das Misstrauen in die finanzielle Stabilität wird größer. Was hält 2026 für Anleger bereit?
Wir freuen uns über rege, themenbezogene Diskussionen. Bitte achten Sie dabei auf eine angemessene Umgangsform! Beleidigungen sind nicht erwünscht. Danke. ________________________________________________________________
Willkommen zum Epoch Times Podcast mit dem Thema Anlegerjahr 2025 – eine wilde Fahrt.
Ein Meinungsartikel von Rolf B. Pieper vom 29. Dezember 2025.
Das Anlegerjahr 2025 war sicher nichts für schwache Nerven.
Dramatische Verluste an den Börsen, Gold eilte von Rekord zu Rekord
und das Misstrauen in die finanzielle Stabilität wird grösser.
Was hält 2026 für Anleger bereit?
Eine Achterbahnfahrt hat sich zur Metapher für ein bewegtes Auf und Ab
bzw. jederlei starke Bewegung entwickelt.
Viele Elemente sorgen dabei für hohe Beschleunigungskräfte,
für Nervenkitzel und den speziellen Kick, steile Ab- und Aufwarten,
Curvings und andere Elemente.
Manchmal wird das Gefühl von Schwerelosigkeit erzeugt.
Genauso war das Börsen- und Investmentjahr 2025 für alle Beteiligten.
Zum Anfang des Jahres hatte ich schon in einem Marktkommentar
auf das Jahr der Volatilität hingewiesen.
Doch was dieses Jahr geliefert hat, hat sogar meine Prognosen übertroffen.
Es war eine abenteuerliche Fahrt mit hoher Intensität.
Trump, Zölle und Pulverdampf. Sauna-Handtücher für Börsenteilnehmer.
Das Börsenjahr 2025 war sicher nichts für schwache Nerven.
Am Liberation Day, am 2. April 2025, griff Trump zur Zollwaffe gegen die restliche Welt.
Viele sogenannte Experten waren davon ausgegangen,
dass der Markt einen Großteil der angekündigten Zölle bereits eingepreist hätte.
Ein großer Irrtum.
Im neuen Zollregime gerieten fast alle Börsen unter die Räder,
teilweise mit dramatischen Verlusten.
Viele Anleger trieben es jedenfalls in die Flucht.
Die Börsen erlebten einen historischen Ausverkauf.
Die Kurse fielen so stark wie seit der Corona-Zeit nicht mehr.
In Zahlen.
Der DAX brach um mehr als 2.100 Zähler auf 18.489 Punkte ein.
Der 225-Werte-umfassende Nikkei-Index stürzte in der Leitbörse in Tokio um 6,5 Prozent ab.
Die Wall Street quittierte Trumps Pläne mit dem größten Kurseinbruch seit fünf Jahren.
An einem anderen Tag brachte der Wirbel um ein chinesisches KI-Billigmodell,
die Tech-Konzerne an der Wall Street stark unterdruck.
Chip-Hersteller Nvidia verlor den Titel des weltweit wertvollsten börsennotierten Unternehmens.
Höhenflug für Kryptowährungen.
Kryptowährungen hatten wegen Trumps Ankündigung, die Regeln für die Digitalwährungen zu lockern
und sie als Finanzprodukt zu normalisieren, seit der US-Wahl im November 2024 einen Höhenflug erlebt.
Medienberichten zufolge sahen Trumps Pläne die Bildung einer strategischen Reserve der US-Regierung
mit einer Reihe von Kryptowährungen vor.
Und nun das.
Nach Angaben von Bloomberg erlitt der Kryptomarkt im Februar 2025 den stärksten Wertverlust seit 2021.
Als eine der ersten Reaktionen an den Börsen auf den von US-Präsident Donald Trump geführten Handelskrieg mit Zöllen
auf Produkte aus mehreren Ländern brachen die Kurse von Kryptowährungen massiv ein.
Die wichtigste Kryptowährung, der Bitcoin, stürzte um 5 Prozent auf 93,922 US-Dollar ab
und erreichte sogar ein Drei-Wochen-Tief von rund 91.442 US-Dollar.
Die zweitwichtigste Währung, Ether, brach um bis zu 26 Prozent ein.
Die hohe Volatilität ist zentraler Bestandteil des Kryptomarkts.
Auch aktuell zeigt er Schwächen.
Wer einsteigt, muss auch Crashs wegstecken können.
Krypto bleibt Casino.
Privatanleger sollten nie ihr gesamtes Vermögen investieren,
sondern maximal 10 Prozent ihres Portfolios und Nerven wie Drahtseile haben.
Die Stabilität der globalen Finanzmärkte steht unter zunehmendem Druck.
Und die Risiken haben sich erhöht.
Nicht nur Fundamentaldaten bestimmen den Kurs, es sind auch Nachrichten.
An einem Freitag reichte ein 500-Wörter-Post von Donald Trump auf der Social Media Plattform Truth Social aus,
um die Märkte zu erschüttern.
Trump drohte die Zölle auf chinesische Produkte deutlich zu erhöhen.
Mich erinnern die aktuellen Aktienbewegungen an den Börsen in den USA an die Dotcom-Blase nach der Jahrtausendwende.
Die Fallhöhe ist enorm und hat Crashpotenzial.
Vertrauensverluste in den KI-Boom können zu einem Markteinbruch führen, der globale Folgen haben wird.
Und Trumps Eingriffe in die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve bereiten mir Sorgen.
Nichts hat den Markt in den vergangenen 30 Jahren mehr beeinflusst als die Geldpolitik der Notenbanken.
Noch mehr Kopfschmerzen bereitet mir die globale Verschuldung.
Aktuell werden alte Schulden durch neue, noch höhere Schulden bedient.
Wir befinden uns im Endspiel, denn die Welt versinkt in Schulden.
Viele Staaten nehmen ungehemmt Kredite auf.
100 Billionen US-Dollar, so hoch schätzt der internationale Währungsfonds IWF den öffentlichen Schuldenberg aller Länder weltweit.
Der Großteil davon entfällt auf China und die Vereinigten Staaten.
Die US-Staatsverschuldung stieg bis Ende 2024 auf fast 37 Billionen US-Dollar und über 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Inzwischen übersteigt der Schuldendienst zwischenzeitlich das Verteidigungsbudget.
Das Haushaltsbüro des US-Kongresses geht von einer Erhöhung der Schuldenquote auf 156 Prozent im Jahr 2055 aus.
Finanzkrise kaum abzuwenden.
Die Zinsverpflichtungen steigen rasant.
Eine Finanzkrise scheint für viele Länder kaum abzuwenden zu sein, allen voran die USA.
Die Notenbanken werden zum Verwalter des Bankrotts.
Die weltweiten Überschuldungsrisiken haben 2025 ein besorgniserregendes Niveau erreicht.
Für dieses Jahr prognostiziert der internationale Währungsfonds im Frühjahr einen Anstieg der globalen Staatsschulden auf 95 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, BIP.
In der Eurozone hat man im Maastricht-Abkommen festgelegt, dass der Schuldenstand eines Mitgliedstaates der Europäischen Union nicht mehr als 60 Prozent des BIP betragen darf.
Gegenwärtig erfüllen die meisten Euro-Staaten dieses Kriterium nicht mehr.
Eine Reduktion erscheint aus demografischen und politischen Gründen immer unwahrscheinlicher.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Staaten müssen ihre Einnahmesituation verbessern.
Und da kommen Sie ins Spiel, liebe Leser.
Die Welt zeigt starke De-Dollarisierungstendenzen.
Der Anteil des US-Dollars an den globalen Währungsreserven ist in den vergangenen Jahren stark abgefallen.
Vor allem die BRICS-Staaten fokussieren sich vermehrt auf Alternativen.
Der Thron des US-Dollars bröckelt.
2026 wird die De-Dollarisierung weitergehen.
Die BRICS-Staaten treiben ihre Bemühungen voran, einen Gegenpol zu entwickeln, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.
Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika arbeiten weiter daran, Handel in lokalen Währungen abzuwickeln, was die Bedeutung des Greenbacks schwächt.
Und Gold stärkt.
Gold dient als Liquiditätsquelle in Krisen und schafft Unabhängigkeit von westlich dominierten Finanzsystemen.
2025, das Jahr der Edelmetalle.
In vielen Kommentaren bei Epoch Times habe ich die Edelmetalle in den Fokus gestellt.
Aktuell kommt man an den Edelmetallen nicht vorbei.
Meine Prognosen haben große Treffsicherheit erwiesen und wurden teilweise übertroffen.
Gold eilt von Rekord zu Rekord.
Bereits 50 Mal hat das gelbe Metall in diesem Jahr einen Höchststand erreicht.
Meine Kritiker kamen mit den immer gleichen Argumenten.
Es generiert keinen Cashflow, keine Zinsen und Dividenden.
Gold arbeitet nicht und ist ein unproduktiver Sachwert. So, so.
Gold bewegt sich oft unabhängig von Aktien und Anleihen.
Besonders in schwierigen Börsenjahren erfüllt Gold seine Rolle als Krisenmetall.
Es ist die Versicherung vor Extremszenarien.
Als strategische Beimischung hilft Gold, Wertverluste in Krisenzeiten zu begrenzen und macht das Depot stabiler.
Bleibt die Welt weiter im Eskalationsmodus mit geopolitischen oder handelspolitischen Konflikten, dann wird Gold weiter überproportional reagieren.
Die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken bildet zusätzlich ein robustes Fundament.
Rechtzeitig zum Heiligen Abend knackt Gold einen neuen Rekord.
Die Feinunze überspringt die 4500-Dollar-Marke und trifft damit voll meiner Prognose.
Die Zuflüsse in Gold sind ungebremst.
Die Zuflüsse in Gold-ETFs lagen Stand 12. Dezember bei 712,6 Tonnen.
Laut dem Branchenverband der Goldminenunternehmen World Gold Council hat das verwaltete Vermögen der Gold-ETFs in US-Dollar in diesem Jahr somit auch einen neuen Höchststand erreicht.
Und ich erwarte eine weiterhin steigende Nachfrage nach Gold im Jahr 2026.
Die Fortsetzung des Goldrauschs im kommenden Jahr wird mit weiteren Zinssenkungen einem schwächeren US-Dollar und einer sich abkühlenden US-Wirtschaft genähert.
Bleiben Sie wachsam.
Viele Anleger sind meinem Rat gefolgt und haben sich mit der Rallye am Silbermarkt dreistellige Zuwächse gesichert.
Doch auch Platin und Palladium waren in den vergangenen Tagen stark gefragt.
Der Vertrauensschwund in die finanzielle Stabilität der Welt und der USA ist groß.
Die Verschuldungsorgie wird weitergehen und eines Tages kommt der große Knall.
Getrieben wurde die Edelmetall-Rallye durch einen Cocktail aus geopolitischer Nervosität, Kriegsängsten, Nachrichtenlage, politischem Theater, neuer Weltordnung und strategisch motivierten Zentralbankkäufen.
Besonders Notenbanken aus Schwellenländern wie China und Indien werden weiter ihre Tresore mit Gold füllen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar und von Finanzmärkten zu verringern.
Doch das Eigentum an physischer Ware ist in Gefahr. Blaupausen wie in Italien werden gerade auf den Weg gebracht.
Ich sehe das Jahr 2026 und die folgenden Jahre für mich als die Jahre der Übergriffigkeit der Staaten an.
Mit einem toxischen Massnahmencocktail wird versucht werden, die Verschuldungspartei und politisches Versagen mit ihrem Wohlstand zu finanzieren.
Bleiben Sie wachsam!