Einen Tag vor den neuen Ukraine-Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat ein weiterer Korruptionsskandal Kiew erschüttert. Eine Hausdurchsuchung im ukrainischen Parlament wurde zeitweilig verhindert.
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Vortreffen von Zelenskys mit Trump
Ukraine – Korruptionsskandal im Umfeld Zelenskys weitet sich aus
Ein Artikel von Tom Göller vom 27. Dezember 2025
Einen Tag vor den neuen Ukraine-Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky
hat ein weiterer Korruptionsskandal Kiew erschüttert.
Eine Hausdurchsuchung im ukrainischen Parlament wurde zeitweilig verhindert.
Schon wieder erschüttern neue Korruptionsgerüchte die Ukraine.
Die Antikorruptionsbehörde des Landes erklärte am Samstag, 27. Dezember im Onlinedienst Telegram,
sie habe eine organisierte kriminelle Gruppe mit amtierenden Parlamentsabgeordneten unter ihren Mitgliedern enttarnt,
die für ihre Abstimmungsverhalten systematisch illegale Vorteile erhalten hätten.
Die Fahndung der Antikorruptionsbehörde NABU, National Anti-Corruption Bureau of Ukraine,
kommt für Präsident Volodymyr Zelensky zu einem heiklen Zeitpunkt.
Da er am Sonntag, 28. Dezember, zu Trump nach Washington reist,
um erneut mit dem amerikanischen Präsidenten über seine Vorstellungen von einem Friedensvertrag mit Russland zu verhandeln.
Laut der ukrainischen Online-Zeitung Ukrainska Pravda habe NABU bekannt gegeben,
dass Beamte des Staatsschutzministeriums die NABU-Mitarbeiter bei Ermittlungsmaßnahmen
in den Ausschüssen der Verkhovna Rada, ukrainisches Parlament, behindern würden.
Die Behinderung ihrer Ermittlungen postete NABU auch auf Facebook.
Dort heißt es, Zitat, Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit
stellen sich bei Ermittlungsmaßnahmen in den Ausschüssen der Verkhovna Rada gegen NABU-Mitarbeiter.
Der Zugang für die Aufklärer ist von der Seite des Europaplatzes in Kiew aus eingeschränkt worden.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Behinderung der Durchführung von Ermittlungsmaßnahmen
einen unmittelbaren Verstoß gegen das Gesetz darstellt, schreibt NABU.
Bereits Mitte November hatte die NABU Korruption im unmittelbaren Umfeld von Zelensky öffentlich gemacht.
Am 10. November deckten NABU und SAPO gemeinsam einen mutmaßlichen Korruptionsskandal
in einer Gesamthöhe von umgerechnet rund 100 Millionen Euro bei dem staatlichen Atomkonzern Energatom auf.
Im Mittelpunkt des Skandals steht ein enger Freund und frühere Geschäftspartner Zelenskys, Timur Minditsch.
Der ukrainische Justizminister und die Energieministerin verloren ihre Posten.
Ebenfalls zu den Verdächtigen in dem Fall zählt den Behörden zufolge der frühere Vizeregierungschef Oleksiy Chernyshov.
Auch der frühere Verteidigungsminister Rustem Umjerov, heute Mitglied des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates
und Chefverhandler mit Washington, wenn es um den Friedensvertrag für die Ukraine geht, steht seit November unter Verdacht.
Minditsch ist ein ukrainisch-israelischer Unternehmer, Filmproduzent und Mitinhaber des von Zelensky mitbegründeten Studios
Quartal 95, das für das ukrainische Fernsehen produziert.
Minditsch ist inzwischen in Israel untergetaucht, wurde jedoch an den Weihnachtstagen von Journalisten
der ukrainischer Pravda am Strand von Tel Aviv aufgespürt und gab diesen ein Interview, das am 26. Dezember veröffentlicht wurde.
Zitat, ich wurde in den Medien zum Sündenbock Unschuldigen gemacht, verteidigte sich Minditsch.
Die Vorwürfe gegen ihn seien der stärkste Medienangriff der letzten Jahre.
Die Medien haben das gesamte Bild geprägt, beklagte sich der Flüchtlinge,
widerlegte jedoch bislang keinen einzigen Vorwurf der ukrainischen Ermittler.
Auf die Frage nach seiner Beziehung zu Zelensky wiegelte Minditsch ab.
Es sei lange her, seit er das letzte Mal mit dem Präsidenten kommuniziert habe.
Er bestritt auch enge Beziehungen zu Andrei Jermak, dem ehemaligen Stabschef von Zelensky,
der kürzlich im Rahmen derselben Ermittlungen von seinen Posten enthoben wurde.
Minditsch hatte Jermak zuvor als seinen engen Freund bezeichnet, wie die Online-Zeitung Kiev Independent berichtet.
Minditsch bestritt auch Verbindungen zu Firepoint, einem ukrainischen Rüstungsunternehmen.
Firepoint erhält vom ukrainischen Verteidigungsministerium umfangreiche Aufträge zum Bau von Drohnen.
Bereits im August berichtete Kiev Independent über die Ermittlungen der Antikorruptionsbehörden bei Firepoint.
Laut den Ermittlern soll das Unternehmen von Minditsch gegründet worden sein.
Minditsch im Interview, Zitat,
Ich bin weder Eigentümer noch Aktionär noch Begünstigter des Unternehmens.
Aber ich kenne Herrn Stillermann.
Dennis Stillermann ist Miteigentümer von Firepoint.
Minditsch weiter,
Wenn ein Unternehmen erhebliche Mittel erhält und Produkte liefert, bedeutet das,
dass es uns hilft, an vorderster Front hilft und unseren Sieg näher bringt.
Laut Ukrainsker Pravda habe Firepoint ab 2024 staatliche Aufträge im Wert von mehreren Milliarden Hryvnia,
ukrainische Währung eine Milliarde Hryvnia entspricht 20,1 Millionen Euro,
für die Produktion von Langstreckendrohnen erhalten.