Redebeitrag von Lehrer, Psychologe und Publizist Josef Kraus auf der “6. Vollversammlung der wahren Schwarmintelligenz” in Essen am 02.10.2021. Kraus war von 1987 bis Juni 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und ist CDU-Mitglied. ------------------ ::::::::: Probeabo der Epoch Times Wochenzeitung : https://bit.ly/ProbeaboWochenzeitung ::::::::: ------------------ 🚨🚨🚨 Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus: 👉 Per Paypal und über Kredit: http://bit.ly/SpendenEpochTimesDeutsch 👉 Per Banküberweisung Epoch Times Europe GmbH IBAN: DE 2110 0700 2405 2550 5400 BIC/SWIFT: DEUTDEDBBER Verwendungszweck: Spenden Vielen Dank! ------------------ Wir freuen uns über rege Diskussionen, bitte achten Sie dabei auf eine angemessene Umgangsform! Beleidigungen sind nicht erwünscht. Danke.
Ja, lieber Klaus Kelle, lieber Herr Dr. Sarrazin, liebe Leidensgenossen, liebe Mitstreiter,
Sie sehen mich jetzt ein bisschen abgehetzt. Das hat damit zu tun, dass ich heute Vormittag
in Unkel noch einen Familienkongress mitgemacht habe und nicht damit gerechnet habe,
dass man für exakt 92 Kilometer von Unkel hierher dreieinhalb Stunden braucht.
Naja, wir haben es gerade noch hingekriegt. Hast du meine SMS noch gesehen?
Nicht mehr, ja. Gut, ich bin ja rechtzeitig da.
Meine Damen und Herren, das Thema ist genannt worden.
Das Thema kann man nicht losgelöst referieren, ohne wenigstens einleitend,
das ist Ihnen bei den Vorrednern bestimmt auch schon der Fall gewesen,
den ich leider nicht hören konnte aufgrund der vielen Stauungen,
ohne anzuknüpfen an den 26. September, den letzten Sonntag.
Nun, der deutsche Mittel hat gewählt. Könnte man meinen.
Aber damit fängt die Täuschung schon an. 23,4 Prozent haben nicht gewählt.
Nicht aus Bequemlichkeit nur, sondern viele auch mit Bedacht,
weil sie sich nicht mehr zurechtgefunden haben unter vier oder fünf Blockparteien.
Und bezogen auf die Wahlberechtigten haben 18 bis 19 Prozent Parteien gewählt,
die an der Regierungsbildung nullkommanix beteiligt sein werden.
AfD, Freie Wähler, Linke, Splitterparteien.
Das heißt, am Ende hieven rund 38, 39 Prozent der Wahlberechtigten,
die eine der drei zukünftigen Regierungsparteien gewählt haben,
in den Sattel des Kanzleramtes und der Ministerposten.
Aber, meine Damen und Herren, auch diese 38, 39 Prozent Wahlberechtigten
haben gewählt, ohne zu wissen, was daraus wird.
Wer Bundeskanzler wird, wer Ministerdienstwagen bekommen wird.
All das wird in den kommenden Wochen, für Weihnachten ist uns was angekündigt,
oder Monaten hinter verschlossenen Türen und Kugelrunden ausgehegt werden.
Außerdem hat der Deutsche Michel mindestens 137 Bundestagsabgeordnete mitgewählt,
die den Bundestag, wohlgemerkt Mindestgröße 598,
über Ausgleichs- und Überhangmandate auf 735 Sitze aufblähen.
Und am Rande erwähnt, jeder Abgeordnete kostet mit allem Drum und Dran
den Steuerzahler jährlich etwa 300.000 Euro.
Und unterm Strich haben wir 436 Bundestagsabgeordnete,
die jetzt im Reichstag sind, die nicht direkt zur Wahl standen,
sondern in den Hinterzimmern der Parteivorstände,
weil sie besonders windschnittig und parteitreu waren, auf Listen gehievt.
Also von wegen Wahl. Für mich irgendwo auch eine Farce.
Und auch keine Schicksalswahl, wie das noch vor dem 26. auch von den Medien kräftig orchestriert wurde.
Freiheit oder Sozialismus, diese Alternative ist längst dahin,
seit sich die Union mit Merkel links verteut hat.
Also war die Wahl ohnehin nur eine zwischen ganz links und nicht so ganz links.
Nun mag es ja Leute geben, die Klima nicht für ein Schicksal,
sondern für anthropogen, also für Menschengemacht halten.
Und die Größenwahnsinnig meinen, Klima könne von Menschen verschlechtert oder verbessert werden.
Vor allem von Deutschen. Ich habe es mal ausgerechnet.
Sie können, wenn Sie wollen, nachher in der Pause von mir die Rechnung bekommen.
Wenn auf der Stelle in Deutschland alle Menschen und alle Tiere tot umfallen,
verändert das den CO2-Anteil in der Atmosphäre um 0,0000004%.
Aber an diesem Wesen soll die Welt genesen.
Nein, es war keine Klimaschicksalswahl, auch wenn mindestens fünf Klimaparteien als solche angetreten sind.
Schicksalswahl, das war die Bundestagswahl 1949, dann vielleicht noch ein bisschen 1990,
da standen die Wähler vor der Alternative für oder gegen den Westen,
für oder gegen das rasche Zusammenwachsen in Deutschland.
Ab 2005 zunehmend hatte der Wähler keine Alternative, denn ab da wurde Merkel zu Deutschlands Schicksal.
Und schließlich waren die letzten Wahlen 2017 dann nun wahrlich Schicksalswahlen,
denn Grenzöffnung, Atomausstieg, Schuldentransfer wurden zwar mit einem Verlust für die Union von 8,6% abgestraft,
aber es ging weiter wie bisher.
Und der politisch-mediale Komplex wird auch jetzt 2021, das ist meine Befürchtung,
nach einer Never-Ending-Serie von Heiligsprechungen für Merkel weitermachen, als sei nichts geschehen.
Egal, ob es zu Jamaika oder zur Ampel kommt.
Und in der Union, nach dem 26. September, Fragezeichen, da haben die Merkelianer noch eine ziemlich lange Halbwertszeit.
Sie bleiben am Ruder, ob in der Opposition oder in Jamaika,
denn die meisten der widerborstigen, der eigenständigen Köpfe in der CDU-CSU-Fraktion,
die immer mal wieder gegen die Linie, die die Partei bzw. die Fraktion vorgegeben hat, gestimmt haben, sind nicht mehr drin.
Silvia Pantel, Hans-Jürgen Irmer, Veronika Bellmann, Saskia Ludwig und Arnold Faaz hat ja vorher schon seinen Verzicht erklärt.
Angesichts solcher Entwicklungen und solcher Perspektiven für die nächsten vier Jahre, wenn es so lange hält,
erinnere ich mich an einen Ausspruch eines ehemaligen widerborstigen Bundespräsidenten.
Meine Damen und Herren, so etwas gab es einmal, bevor dann andere in Bellevue einzogen.
Ich zitiere ihn und verrate dann, wenn Sie es nicht ohnehin schon gleich wissen, wen ich meine.
Ich zitiere ihn.
Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouveränität und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates.
Nicht der Bürger steht in Gehorsamsverhältnis zur Regierung,
sondern die Regierung ist dem Bürger verantwortlich für ihr Handeln.
Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen,
wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet. Zitat Ende.
Nein, das war nicht Roman Herzog. Das war einer, der war mal bei der CDU, dann ist er zur SPD gewechselt.
Es war Gustav Heinemann 1969 bis 1974.
Man könnte diese drei Sätze auch eindicken und verkürzt sagen,
aufwachen deutscher Michel, hol dir endlich deine Souveränität zurück,
nachdem du am 26. September zuletzt durch weites Gehen darauf verzichtet hast.
Wie komme ich dazu, solche zu fordern?
Weil sich die Anzeichen mehren, dass die Deutschen drei Jahrzehnte nach der wohl einzigen erfolgreichen Revolution,
die sie zustande brachten, nämlich der von 89-90,
wieder zu einem für die Regierenden bequemen Volk von untertanen werden.
Dieser Verdacht liegt mir nahe.
Denn viele scheinen vergessen zu haben, noch einmal ähnlich die Worte von Heinemann,
dass sie Befehlsempfänger des Volkes, die Regierenden sind und nicht umgekehrt.
Die Menschen dieses Landes sind freie Bürger, denen man nicht nach Lust und Laune,
qua exekutive oder legislative und vor allem medialen Einhämmerns,
Freiheiten entziehen und dann häppchenweise wieder gewähren kann großzügig,
dass man gute und Verbote verpassen kann.
Sie wissen, was ich meine, siehe Corona oder siehe Klima.
Und auch wenn es für 2021 zu spät ist, ich bin ein notorischer Optimist, sage ich, deutscher Michel,
es wird Zeit, dass du aufwachst.
Es muss Schluss sein damit, dass du auch noch den Kakao austrinken sollst,
durch den man dich zuvor politisch und medial volkspädagogisch gezogen hat
und den du als Steuer- und Zwangsgebührenzahler auch noch am Laufen hältst.
Nun, diese Verwerfungen haben mich gedrängt, mitzumischen, publizistisch mitzumischen
und Klaus Kelle eben dieses Thema, den Deutschen wieder Untertanengeist anzubieten.
Denn Untertanentreue ist ein so schönes Gefühl und es ist so ein wahrhaft deutsches Gefühl.
Wissen Sie, von wem das stammt?
Das ist ungefähr 180 Jahre, nein 200 Jahre her, Heinrich Heine, 1824.
Und umgekehrt, noch ein paar Jahrzehnte früher, hat den Deutschen, aber nicht nur den Deutschen,
vor allem den Deutschen, ein anderer etwas ins Stammbuch geschrieben, Immanuel Kant.
Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen unmündig bleibt.
Denn es ist so bequem, unmündig zu sein.
Da verharren viele, viele von der Spezies deutscher Michel.
Nein, wir brauchen Mut zum Widerspruch.
Im Sinne auch des, ja 2500 Jahre ist das her, Pericles.
Zum Glück brauchst du Freiheit und zur Freiheit brauchst du Mut.
Ein unglaublich wichtiger und nachdenkenswerter Aphorismus.
Mut machen zum Widerspruch.
Denn der deutsche Michel hat sich scharfsgeduldig und politisch hyperkorrekt akklimatisiert.
Er merkt nicht mehr, dass die Umstände immer seltsamer werden.
Das Alarmsystem funktioniert nicht mehr.
Es geht ihm jetzt ein bisschen Zoologie, es geht ihm wie dem Boiled Frog, dem gegarten Frosch.
Der Frosch, wie die meisten von Ihnen wissen, wenn nicht ab sofort wissen, ist ja ein Wechselblüter,
der seine Körpertemperatur der Umgebung anpasst.
Und nicht wie etwa der Mensch konstant homo-iotherm versucht, die 37 Grad zu halten.
Vor 100 Jahren haben amerikanische Zoologen, das dürfte heute natürlich nicht mehr sein,
das würde skandalisiert, Frösche in ein großes Wasserglas gesetzt
und dieses Wasserglas Stunde für Stunde um ein halbes Grad erhöht.
Was ist passiert?
Der Frosch hat sich angepasst, er hat nicht gemerkt, dass es lebensbedrohlich wird
und am Schluss war er gegart.
Boiled Frog.
Boiled Frog-Effekt, den beobachte ich in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft.
Und der deutsche Michel verhält sich genauso.
Er macht zum großen Teil alles mit, was ihm verpasst wird.
In meinem Buch, das Klaus vorgestellt hat gerade eben, habe ich 66 Beispiele genannt,
wie der deutsche Michel gar gekocht wurde und es gar nicht gemerkt hat.
Keine Sorge, ich will Ihnen jetzt nicht die 66 vorexerzieren,
aber ich hole mal tief Luft und will vielleicht schon ein Drittel davon nennen.
Was wurde ihm verpasst? Und er hat es geschluckt.
Die Preisgabe nationaler Souveränität.
Den Selbsthass gegen alles Deutsche gepaart mit deutschem Sündenstolz.
Den Weg in eine EU-Schulden- und Transferunion.
Den Öko-Schein, heiligen Schein der Grünen und deren Öko-CO2-Klimapopulismus.
Die Umwandlung des Bundestages und mancher Landtage in Akklamations-Volkskammern.
Die Pathologisierung Andersdenkender wie der Psychiatrie bei Stalin.
Pathologisierung als Islamo-Xeno-Afro-Homo-Transphob.
Das Anbieten der Politik an pubertäres Gehabe, die Freitagshüpfer.
Die staatliche Alimentierung mit dreistelligen Millionenbeträgen von Antifa-Kräften,
Parallelgesellschaften, die Duldung massenhaften Asylmissbrauchs,
die fortschreitende Islamisierung der Republik, dazu ein verordneter,
ich habe mir erlaubt, diesen Begriff mal zu prägen, dazu ein verordneter Islamophilismus.
Das Beschweigen von Straftaten und die Bagatellisierung von Gewalttaten Geflüchteter
als Einzelfälle psychisch Auffälliger, Laissez-faire Rechtsprechung, Sorgen jüdischer Mitbürger,
hunderttausendfache Tötung ungeborenes Lebens, das Hoffieren von identitären Promillminderheiten,
den Verfall des Bildungswesens, die permanente Herrschaft des Unrechts, Grenzöffnung
und Schulschwänzer, die gegen Schulpflichtgesetze verstoßen.
Da heißt es im ZDF, sie verzichten auf Schule.
Und sie werden vom Bundespräsidenten und der Kanzlerin empfangen und gelobt.
Aber mit der Herrschaft des Unrechts haben solche Herrschaften ja ihre Erfahrung.
Die Zerstörung von Kulturlandschaften durch Windräder, Verzicht auf die weltweit sichersten Autokraftwerke
und so weiter und so weiter.
Zwangsgebührenfinanzierte Indoktrination, die klammheimlichen Zensuren, die neuen Medien
durch ein Heiko Maas-Netzdurchsuchungsgesetz,
sodass selbst harmlose Texte auf Facebook und auf YouTube gesperrt werden, blockiert werden und verschwinden.
Spaltungen, Überspaltungen, die dieses Land bis hinein,
sie werden wahrscheinlich auch die Erfahrungen gemacht haben in Familien,
Kollegenkreise und Freundeskreise prägen.
Dank Merkel.
Und Dank der Leute, die sie 18 bzw. als Kanzlerin 16 Jahre so haben wollten.
Es beginnt heute, habe ich gerade da hier noch auf diesem Transparent gelesen,
es beginnt heute eine Entwicklung, die wir anstoßen müssen für kritisches Wahrnehmen versus Eingelulltsein.
Für Mündigkeit versus Unmündigkeit.
Und es geht um die drängende Frage, ist der Deutsche dabei, mit neuen oder alten Ismen und Ideologien,
mit neuen Zivil- und Ersatzreligionen in eine präaufklärerische Epoche zurückzufallen.
Übrigens mit Unterstützung auch der Kirchen.
Man will und soll vogue sein und schreitet doch nur dahin auf Gesinnungen, die in sind.
Aber man hält sich in dieser Zeit des um sich greifenden post-heroischen Konformismus für einen Helden,
wenn man das nie wieder fehlerfrei buchstabieren kann oder die Schule schwänzt.
Und selbst erhebliche Teile der Geistes- und Sozialwissenschaften wandeln auf diesen Faden.
Sie wurden in den Worten von Norbert Bolz zu Treibhäusern der Weltfremdheit.
Bewohnt, so habe ich sie benannt, von Akklamationswissenschaftlern, die sich als Glacköre der Regierenden gefallen.
Übrigens die Treibhäuser für das Ganze sind in den USA.
Es sind die sogenannten Elite-Universitäten der Vereinigten Staaten.
Einschließlich Harvard, wo ein gewisser Klabauterbach ja angeblich seinen Doktor gemacht hat.
Und wo man sich dann nicht wundern muss, wenn eine Kanzlerin Merkel vor zwei oder drei Jahren
mit einer Rede damals voller Anspielungen gegen den amerikanischen Präsidenten die Ehren-Doktor-Würde bekam.
Mit Mündigkeit, Aufgeklärtheit, Kritikfähigkeit im Kantschensinne hat das wenig zu tun.
Eher mit Herdenmoral, wie es Nietzsche bezeichnen würde heute und ideologischer Knechtschaft, wie es von Hayek sagen würde.
Zudem frage ich mich, hat das Volk einfach nur die Regierung und die Meinungsbilder, die es verdient?
Nein, es darf nicht sein, was Kurt Kutkowski meinte, Zitat,
eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens, sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk erträgt.
Und es ist Gottlob nicht möglich, was Bertolt Brecht den Regierenden empfahl.
Wieder ein Zitat, das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt.
Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes.
Zum Beispiel jetzt ausheckend in den Koalitionsrunden.
Es geht mir und ich glaube auch Ihnen um eine kritische Abkehr des Souveräns des Volkes von neuen Autoritarismen.
Früher hieß es immer Autoritarismen, das ist was Rechtes, das ist was Rechtes.
Gut, die gibt es nach wie vor.
Aber was anderes nimmt über Hand, nämlich linke Autoritarismen, neue Ismen, meine Damen und Herren.
Ein neuer Kulturkampf wird betrieben auf mehreren Gleisen.
Und ich nenne als Ismen ausgewählt mal nur wenige.
Antifaschismus, Antirassismus, Multikulturalismus, Internationalismus, Voralismus, Humanitarismus, Egalitarismus, Genderismus.
Damit wird ein neuer Kulturkampf betrieben.
Gegen den ich uns miteinander als Skeptiker aufstellen möchte.
Ich habe einige dieser Ismen, man könnte sie auch tatsächlich Ersatzreligionen nennen, genannt.
Allein die Genderideologie verlangte einen ausführlichen Exkurs.
Hier nur so viel, dabei lasse ich jetzt mal diese ganzen Ansätze der Frühsexualisierung durch Genderpädagogik,
insbesondere in Berlin, bereits in der Kita und so weiter mal außen vor.
Nein, Genderideologie hat nichts mit Gleichberechtigung der Frau zu tun.
Denn Gender ist ein rosa oder wenn Sie so wollen Pink-Kulturmarxismus.
Es geht hier um ein anderes Bild von Mensch, ein anderes Bild von Familie, ein anderes Bild von Gesellschaft.
Und eingeträufelt wird uns dieses Gift mittels Vergewaltigung der Sprache.
Von den Annewells, von den Petra Gerstners, na gut, die ist jetzt in Rente.
Von Annewell, von den Grünen.
Und da werden so Konstruktionen über den Äther geschickt mit KinderInnen, MitgliederInnen,
GästInnen oder eine grüne Kanzlerin, eine vormalige SteuerInnenzahler.
Und leibhaftige Linguisten machen sich stark etwa für folgende Übersetzungen.
Backenden Handwerk statt Bäckerhandwerk, Fußgehenden Brücke statt Fußgängerbrücke.
Und dann lesen Sie neben diesem Schluckauf, den ja manche, Klaus Kleber und so weiter aussprechen,
dann lesen Sie in einer Regionalzeitung, letztes Jahr hatte unsere Kommune drei tote Radfahrende.
Ja was denn? Tod oder immer noch Radfahren?
Oder in einer Universitätszeitung, in den Hörsälen sitzen oft schlafende Studierende.
Ja was denn jetzt? Partizipräsen, studieren Sie oder schlafen Sie?
Es ist irre, was hier um sich greift.
Ich habe mir, manchmal ist man auch ein bisschen masochist,
ich habe mir das Wahlprogramm der Grünen mal durchgeguckt und dann festgestellt,
dass in diesem Wahlprogramm 591 Gendersternchen vorkommen.
Jetzt unterstelle ich mal, das haben Sie gemacht, damit keiner das liest.
Nein, die Sprache gehört dem Volk.
Und es geht nicht an, dass man sie uns raubt.
Hier möchte ich Mut machen zum mündigen Widerspruch, nochmal im Sinne Tucholskis,
der gesagt hat, nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter,
als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen,
nein, nein, ja ich mache mir Sorgen, ich glaube auch mit Ihnen zusammen,
um die Zukunft unseres Landes.
Ökonomisch, technologisch, weil wir in eine gewaltige Deindustrialisierung hineinschlittern,
die übrigens auch den Sozialstaat gewaltig belasten wird.
Nicht nur Deindustrialisierung.
Es ist ja nicht nur die Automobilindustrie, die verschwindet.
Es ist ja auch zunehmend die chemische Industrie.
Heute früh habe ich noch gelesen, dass die chemische Industrie unter den Energiepreisen gewaltig leidet,
weil sie etwa ein Drittel des industriellen Stromverbrauchs braucht,
zum Beispiel zur Düngerherstellung.
Und die jetzt die Düngerherstellung runterfahren mit den entsprechenden Folgen,
auch für die Landwirtschaft.
Ich muss das nicht weiter ausmalen.
Ich mache mir Sorgen um dieses Land wegen des stickigen Klimas öffentlicher Diskurse,
wo jedes Wort erst gesinnungsethisch geröntgt wird.
Und ich mache mir vor allem Sorge um den Fortbestand der Demokratie,
die Unterpreisgabe der horizontalen Gewaltenteilung
und auch der vertikalen Gewaltenteilung Bund versus Länder
immer weniger eine Herrschaft durch den Souverän ist,
sondern zu einer Beherrschung des Souveräns durch einen Überbau aus Politik, Medien, NGOs wird.
Ich mache mir Sorgen.
Vor vier Wochen durfte ich dem aus meiner Sicht unrenommiertesten lebenden deutschen Lyriker Rainer Kunze
eine Laudatio halten in Passau anlässlich der Verleihung eines Preises
oder anlässlich seines 88. Geburtstags.
Ich nenne das Datum deshalb, weil dieser Rainer Kunze von 1933 bis 1977
in einer deutschen Diktatur gelebt hat,
ehe er 1977 in die Bundesrepublik rüberkam.
Und er hat eine Antenne, der Mann.
Und er sagt zum Beispiel, er ist kein Mann großer Worte,
aber knallharter Aphorismen und Sinssprüche.
Geschichte wiederholt sich nicht.
Aber es gibt Ideologien, die ständig Auferstehung feiern.
Und der Weg in die Diktatur kann ein demokratischer sein.
Ein pseudodemokratischer sein.
Apropos Gewaltenteilung, sie funktioniert ja nicht mehr.
Der Bundestag mit der Mehrheit seiner Koalition nickt ab,
was Kanzleramt und KU ausgeheckt haben.
Und das wird sich auch kaum ändern die nächsten vier Jahre.
Gespannt bin ich allenfalls darauf, wenn die CDU die Opposition muss
und die AfD Anträge stellt, die aus früheren CDU-Parteiprogrammen sind
und die CDU dann Punkt, Punkt, Punkt.
Haben wir ja schon mal erlebt.
Haben wir ja schon mal erlebt,
als die AfD einen CDU-Parteitagsbeschluss mit über 90 Prozent
irgendwann mal vor Jahren in Karlsruhe eingefädelt von Norbert Lammert
zur Tagesordnung zur Entscheidung gestellt hat.
Aufnahme in Artikel 23 des Grundgesetzes,
den kurzen Satz, die Sprache der Bundesrepublik Deutsch.
Und da müssen Sie sich mal vorstellen,
dann tritt die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion
ans Rednerpult und warnt vor einer Germanisierung Deutschlands.
Der Bundesrat folgt diesem Spiel.
Karlsruhe wurde zur Außenabteilung des Kanzleramtes.
Sie die Urteile zur Transferleistung in Richtung Brüssel,
das Urteil zur Rechtmäßigkeit der GIZ-Gebührenerhöhung,
das Klimaurteil.
Und die 16 Richter aus Karlsruhe
marschieren auch brav ein paar Tage vor einem Urteil
auch noch zum Abendessen im Kanzleramt auf.
Welche Instinktlosigkeit, meine Damen und Herren von beiden Seiten.
Und die 4. Gewalt.
Die 4. Gewalt, die Systempresse nenne ich sie mal.
Es gibt Gott sei Dank nicht nur zarte Pflänzchen außerhalb dessen,
sondern mittlerweile auch kräftige Bäume.
Sie versagt in ihrer Kontrollfunktion.
Sie wurde zum Transmissionsriemen von Regierungspolitik.
Ich nenne sie in meinem Buch die Apportierpresse.
Die Apportierpresse.
Die Regierenden werfen ein Stöckchen.
Die Presse hechelt hinterher.
Schwanzwedeln bringt sie das Stöckchen zurück
und will dann eine Streicheleinheit oder sonst irgendwas.
Und dann noch die 5. Gewalt.
Ich weiß nicht, ob Ihnen der Begriff so geläufig ist.
Die 5. Gewalt.
Auch das ist eine Gewalt,
die zu einer Apportiereinrichtung geworden ist.
Schauen Sie sich die diversen Ethikräte an.
Ein bayerischer Ministerpräsident Söder
hat einen Ethikrat im Zusammenhang mit Corona einberufen.
Und dann hat ein Ethikprofessor der TU München,
was das Gewähren von Freiheit, das Erhalten von Freiheit betrifft,
abweichende Meinungen geäußert.
Schwuppdiwupp hat Söder ihn entfernt.
Oder wenn ich mir ein Interview anschaue,
das die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates
vor zwei Wochen ein ganz, ganz langes,
achtseitiges Interview gegeben hat.
Einmündend in den Satz.
Was wir essen, ist keine Privatsache.
Meine Damen und Herren, die Dame ist so jung,
um das rekapitulieren zu können.
Das ist Alt-68er-Ideologie.
Das Private ist politisch.
Genauso wie wir erleben,
dass Sexualität mittlerweile politisch ist.
Sie brauchen sich ja bloß mal die Christopher Street Day
und so weiter, und so weiter anschauen.
Und zugleich werden diese NGOs
oder diese Ethikräte geadelt,
auch wenn sie kriminell agieren.
Ich denke etwa an Krisenpeace,
was da in der Allianz Arena geschehen ist,
was in Bremerhaven geschehen ist.
Aber dann feiern die Geburtstag
und die Bundeskanzlerin gratuliert mit einer Festrede.
Und das Volk schaut apathisch zu.
Paralysiert von ARD, ZDF, Deutschlandfunk
und weiteren rund 70 öffentlich-rechtlichen Programmen.
70, meine Damen und Herren.
Aber das Volk verschleudert dabei seine Macht.
Es lässt es sich gut gehen,
vielleicht geht es ihm auch noch zu gut,
den Wunsch nach komfortabler Stallfütterung.
Und ansonsten will man seine Ruhe haben,
hat Wilhelm Röpke,
einer der Begründer der sozialen Marktwirtschaft,
das mal genannt.
Ich möchte aber nicht,
dass wir wieder ein Volk von braven Untertanen,
ängstlichen Flüsterern und Denunzianten werden.
Haben Sie mitgekriegt,
was Universitäten und Kommunen
mittlerweile an anonymen
Denunziationsplattformen eingerichtet haben?
Unglaublich.
Die sich alten und neuen
linken Autoritarismen
und Gesinnungsschablonen unterwerfen.
Da beleitet mich persönlich
und ich nehme an,
wenn Sie den Grundsatz nicht für sich
auch schon formuliert haben,
der Grundsatz,
wir sind nicht nur verantwortlich für das,
was wir tun,
sondern auch für das,
was wir nicht tun.
Und wir sind nicht nur dafür verantwortlich,
was wir sagen,
sondern auch für das,
was wir nicht sagen,
wie wohl es gesagt werden müsste
und in einem freiheitlichen Rechtsstaat
auch gesagt werden darf.
Sich anpassen,
denn das ist nicht bürgerlich,
das ist nicht erwachsen.
Aber wie gegen Obrigkeitsgehabe
und untertanen Geist immunisieren?
Wie kommen wir raus
aus all den Unterwerfungsgesten
und Lethargien?
Indem wir ein Bündnis finden
und schmieden
und bilden,
das folgende Forderungen
unnachgiebig
und immer wieder erhebt.
Mehr personelle Durchlässigkeit
zwischen Politik und Gesellschaft.
Verkleinerung der Parlamente.
Beteiligung der Bürger
bei der Nominierung von Kandidaten
für politische Ämter.
Begrenzung der Amtszeit
aller politischen Ämter.
Direktwahl des Bundespräsidenten.
Wo auf der Welt gibt es eine Demokratie,
wo die Bevölkerung das eigene Staat
überhaupt nicht selber wählen darf?
Volksentscheide auf Landes-
und Bundesebene.
Besetzung von Richterämtern
nicht nach Proporz.
Aufbau konservativer
Denkfabriken.
Meine Damen und Herren.
Abschaffung der
Zwangsgebührenfinanzierung
der Öffentlich-Rechtlichen.
Man könnte zu jedem dieser Punkte viel sagen.
Ich nehme mal nur den vorletzten noch einmal heraus.
Aufbau konservativer
Denkfabriken.
Die Linken haben ihren
Chorgeist.
Es gibt auch da und dort Zoff.
Aber unterm Strich haben sie ihren
Chorgeist,
ihre Zitierkartelle,
ihre Protegierkartelle
und so weiter und so weiter mehr.
Die bürgerlich-liberalen Rechten
haben das nicht.
Da gibt es da ein Pflänzchen,
da ein Pflänzchen, da ein Pflänzchen.
Du bist mehr als ein Pflänzchen,
was du aufgebaut hast,
lieber Klaus.
Ich würde mir vorstellen, dass
10, 15, 20
Organisationen, die sich
diesem bürgerlich-liberalen
konservativen Gedankengut
verschrieben haben,
sich irgendwann spätestens mal
im Januar an einen Tisch
setzen und überlegen,
was kann man gemeinsam tun.
Da fallen mir viele ein.
Übrigens auch Verlage
und Redaktionen.
Da fällt mir eine Gruppierung
in der Hayek-Stiftung ein.
Da fällt mir ein
Konrads Erben.
Da fällt mir ein
Berliner Kreis, der CDU,
der natürlich jetzt geschwächt
wurde, dadurch, dass maßgebliche
Leute nicht mehr gewählt wurden
und so weiter und so weiter mehr,
sich mal an einen Tisch
zusammensetzen.
Können wir vielleicht auch heute
oder bei Gelegenheit nochmal
darüber reden.
Also wie gesagt, da gäbe es
einige praktische
Möglichkeiten, dass wir
natürlich darüber hinaus
als konservativ-bürgerlich-liberale
auch intellektuell etwas
tun müssen,
was ja trotz der angesagten
geistig-moralischen Wende
1982 nie eingetreten ist.
Ist auch klar.
Wir brauchen bürgerliche
Intellektuelle und müssen denen,
die es gibt,
den Mut machen,
sich auch zu äußern.
Denn die Themen liegen ja
eigentlich auf der Straße.
Und da müssen wir diskutieren,
noch und noch diskutieren
gegenüber dem deutschen Michel.
Freiheit und Eigenverantwortung
sind wichtiger als Gleichheit
und Entmündigung.
Da müssen wir mit Ihnen
diskutieren,
dass Rationalität
wichtiger ist als
schöne, brave, korrekte
Toleranz.
Und da müssen wir den Leuten
klar machen,
dass wenn sich
Intoleranz und
Toleranz begegnen,
immer die Intoleranz siegt.
Ich muss das jetzt nicht
dem Einzelnen ausführen.
Ich erinnere nur an den
Begriff, den ich versucht
habe zu prägen,
vom
Islamophilismus.
Wir sollten uns daran
erinnern,
nicht nur an das
zoologische Experiment
mit dem Boiled Frog,
was ein Max Frisch
in seinem Einakt
der Biedermann und die
Brandstifter 1958
niedergeschrieben hat.
Darin nisten sich beim
Haarwasserfabrikanten
Jakob Biedermann,
der Ringer Josef Schmitz
und der Kellner Eisenring
im Dachboden ein.
Biedermann will die Gefahr
der Brandstiftung
selbst dann nicht wahrhaben,
als Schmitz und Eisenring
Benzinfässer
und Zündschnüre
in den Speicher schleppen
und bereits Nachbarhäuser
brennen.
Biedermann bietet sogar
Streichhölzer an
und dann schreibt
Max Frisch
Eine intellektuelle
Durchdringung
von Fragen
der Toleranz,
der Hypertoleranz,
der Intoleranz,
Freiheit, Entmündigung
und so weiter
und dann natürlich,
das ist mein originäres
Metier,
Bildung, Bildung, Bildung.
Es erschreckt mich,
es erschreckt mich,
wie bei Spielwahlen
Gymnasiasten
gewählt haben
und Berufsschüler
gewählt haben.
Können Sie es erraten?
Gymnasiasten haben
zu 30 Prozent
an erster Stelle
die Grünen gewählt.
Berufsschüler
haben die Grünen
mit etwa 8 Prozent
an fünfter Stelle gewählt.
Muss man das noch
interpretieren,
meine Damen und Herren?
Ich weiß nicht,
ob das das Ergebnis
aufgeklärter Bildung ist.
Nein, wir brauchen wieder
Schulen, die Schulen sind
und Universitäten,
die Universitäten sind.
Wir brauchen wieder
Lehrpläne mit H geschrieben
statt Lehrpläne
mit Doppel E geschrieben.
Wir müssen wieder
den Grundsatz vermitteln,
Bildung geht nicht
ohne Anstrengung.
Und wir müssen
den jungen Leuten
die Illusion rauben,
dass planwirtschaftlich
immer weiter nach oben
getriebene Abschlussnoten
mittlerweile bald
50 Prozent
mit einer Abiturnote
mit einer Eins
vor dem Komma
ungedeckte Schecks sind.
Als einer,
der über 2.000
Abiturzeugnisse
unterschrieben hat
als Prüfungsvorsitzender
und Oberstudiendirektor
habe ich mich
mittlerweile auch
in meinem eigenen
Bundesland daran gewöhnt
zu unterscheiden
zwischen Studierberechtigung
und Studierbefähigung.
Und das bedeutet
für mich,
der Mensch beginnt
nicht erst
mit dem Abitur.
Meine Damen und Herren,
das sagt einer,
der aus dieser Branche
kommt.
Zum Schluss,
meine Damen und Herren,
noch einmal
Gustav Heinemann.
Ich glaube,
ich muss ihn
nochmal vortragen.
Die Grundlage
der Demokratie
ist die Volkssouveränität
und nicht die Herrschaftsgewalt
eines obrigkeitlichen Staates.
Nicht der Bürger
steht im Gehorsamsverhältnis
zur Regierung,
sondern die Regierung
ist dem Bürger
verantwortlich
für ihr Handeln.
Der Bürger
hat das Recht
und die Pflicht,
die Regierung
zur Ordnung zu rufen.
Ich hoffe,
spätestens 2025
oder bei Landtagswahlen
auch schon vorher.
Wenn er glaubt,
dass die demokratische,
dass demokratische Rechte
missachtet werden,
darauf setze ich,
dass sich der Souverän
seine Rechte zurückholt.
Und ich setze darauf,
meine Damen und Herren,
dass sich der Deutsche Michel,
der Deutsche Michel,
seines Namens,
Patrons,
des Erzengels
verantwortlich
des Drachenbezwingers besinnt,
auf das wir uns alle miteinander
wieder als Patrioten fühlen können.
Nicht nur morgen
am 3. Oktober,
wo das opportun erscheint.
Danke fürs Zuhören.