Bei einem Verkauf ist eines besonders schlecht: Wenn der Käufer weiß, dass der Verkäufer unbedingt Geld benötigt. So eine Lage macht nun eine Hotelkette publik - und zeigt die Not der Branche. Ausländische Käufer könnten zuschlagen – vor allem aus China.
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Willkommen zu Epoch Times Nachrichten, mit dem Thema, Notverkäufe, Hotelketten schlagen
Alarm.
Ein Artikel von Epoch Times vom 5.
Mai 2021.
Bei einem Verkauf ist eines besonders schlecht, wenn der Käufer weiß, dass der Verkäufer
unbedingt Geld benötigt.
So eine Lage macht nun eine Hotelkette publik und zeigt die Not der Branche.
Ausländische Käufer könnten zuschlagen, vor allem aus China.
Weil Deutschlands Hotelketten in der Corona-Krise das Wasser bis zum Hals steht, müssen erste
Firmen Teile ihrer Standorte verkaufen.
Zu den Käufern der Hotelketten könnte auch die chinesische Huazu-Gruppe gehören, seit
2019 Eigentümerin der deutschen Hospitality und deren Topmarke Steigenberger.
Der chinesische Hotelbetreiber damals die Dachgesellschaft für 700 Millionen Euro gekauft.
Maritime gab am 15.
April Hotelnotverkäufe, bekannt, um das Überleben zu sichern.
Entsprechende Verhandlungen laufen noch, Einzelheiten nannte das 5000-Mitarbeiter-Unternehmen aus
Bad Salzoflen in Nordrhein-Westfalen nicht.
Die Hotelkette Zentro, die 2019 noch 60 Hotels mit 1.200 Mitarbeitern hatte, hatte bereits
im vergangenen Jahr 13 Standorte veräußert, darunter sieben Neubauprojekte.
Man habe dies schweren Herzens getan, um das Unternehmen weiter abzusichern, sagte Chefin
Homera Amiri in Köln.
In der Domstadt traten Vertreter von mehreren Hotelketten auf, um gemeinsam ihrer Enttäuschung
über die Politik Luft zu machen und um Entschädigungen zu fordern.
Unisono betonten sie, dass die bisher vom Staat gezahlten oder zugesagten Hilfen längst
nicht ausreichten, zumal man auf viele Zahlungen sehr lange warten müsse.
Es gebe kein Infektionsgeschehen in den Hotels und auf den Fahrten in die Hotels, dennoch
dürften keine Touristen beherbergt werden, die Firmen erbrechten ein Sonderopfer für
die Allgemeinheit, sagte Dirk Iserlohe von den Dorinth Hotels.
Wir fordern Entschädigungen.
Tatsächlich kommen die Hotelketten bei den staatlichen Hilfsgeldern relativ schlecht
weg.
Dies liegt letztlich an ihrer Größe.
Die aktuell laufende Überbrückungshilfe 3 ist bei den Verbundunternehmen auf 3 Millionen
Euro pro Monat gedeckelt, insgesamt bekommen sie hierüber nicht mehr als 12 Millionen
Euro.
Firmen, die üblicherweise einen dreistelligen Millionen-Euro-Jahresumsatz haben, können
mit solchen Geldern nur einen Teil ihrer Finanzlöcher stopfen.
Zwar ist das Personal in Kurzarbeit, doch Fixkosten wie Mieten laufen weiter.
Per Videobotschaft meldete sich der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zu Wort und sprach sich für
umfangreiche staatliche Zahlungen aus, schließlich dürften die Firmen ihr Gewerbe nicht ausüben.
Es geht darum, das Überleben einer ganzen Branche zu sichern, sagte er.
Nacheinander schilderten die Branchenvertreter ihre aktuelle Situation.
Die Dormero-Kette, 1.000 Mitarbeiter, 35 Hotels, plante für 2020 mit 100 Millionen Euro Umsatz,
durch die Corona-Einschränkungen wurden es nur 40 Millionen Euro.
2021 werde es wohl noch weniger.
Vor der Krise ging es uns gut, sagte Geschäftsführerin Manuela Hallm.
Jetzt stehen wir vor den Trümmern unserer Existenz.
Bei den Leonardo Hotels mit ihren 2.200 Mitarbeitern, sagte der Umsatz von 317 Millionen Euro im
Alexander Fitz von den H-Hotels, die vor der Krise mit 3.000 Mitarbeitern 400 Millionen Euro
Jahresumsatz verbucht hatten und nun ebenfalls heftige Einbußen hinnehmen müssen,
wies auf langfristige Schäden nach der Pandemie hin.
Es werde Jahre dauern, bis die aufgenommenen Schulden abgetragen seien.
Danach müsse die Branche neue Schulden machen, um überfällige Investitionen zu stemmen.
Bei den Lindner Hotels sackte der Jahresumsatz von 200 auf 45 Millionen Euro ab.
Geschäftsführer Otto Lindner, der auch Vizepräsident des Branchenverbandes DEHOGA ist,
sprach von einer furchtbaren Lage.
Die Eigenkapitalreserven seien aufgebraucht, sagte er mit Blick auf die Hotelketten.
Wir sind nicht der Pandemietreiber, deswegen steht uns Schadenersatz zu.
Dorinth-Vertreter Iserlohe betonte die Dringlichkeit, kein Unternehmer kann Rückstellungen gebildet haben,
um eine solche Krise zu überwinden.
Je größer das Unternehmen, desto größer die Gefahr der Insolvenz.
Er forderte den Bund zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf, um Entschädigungen zu ermöglichen.
Eine Alternative hierzu wäre eine umfangreiche Hilfe, die sich nach dem Umsatz von Vorjahresmonaten bemisst,
also deutlich mehr Geld vom Staat als bisher vorgesehen.
Die Hotelbranche wurde von der Corona-Krise besonders heftig erwischt.
Seit November dürfen nur Geschäftsreisende beherbergt werden.
Die allerdings gibt es kaum noch, weil die meisten Messen und Kongresse abgesagt wurden,
zudem setzen viele Firmen verstärkt auf digitale Kommunikation anstelle von Reisen.
Mit den Geschäftsreisenden kam Dorinth seit November nur auf 6% des Vorjahresumsatzes.
Rund 200 Kilometer nordöstlich der als Notruf verstandenen Kölner Pressekonferenz,
äußerte die Inhaberin der Hotelkette Maritime, Monika Gomola, ihre Besorgnis.
Man sei von der Pandemie extrem hart getroffen, erklärte sie in Bad Salzoflen.
Es seien bisher nur 2 Millionen Euro an staatlichen Hilfen ausgezahlt worden.
Dies erweckt den Eindruck, dass der größere Mittelstand in den betroffenen Branchen
sich selbst überlassen und so kaputt gemacht wird.
Gomola verwies auch auf einen personellen Adalas als Krisenfolge.
Man verliere hochqualifizierte Beschäftigte, die man selbst ausgebildet habe,
das Unternehmen habe bereits 2000 Mitarbeiter weniger als vor der Pandemie.
Befristete Verträge wurden nicht verlängert, Auszubildende nicht als Festangestellte übernommen
und Mitarbeiter, die über Monate in Kurzarbeit waren, suchten sich Jobs in anderen Branchen.
2019 kam das Unternehmen laut Bundesanzeiger in Deutschland auf einen Umsatz von rund 426 Millionen Euro
und auf einen Gewinn-Konzern-Ergebnis von 28 Millionen Euro.