Raben - Die intelligentesten Vögel der Welt (Tierdokumentation in HD)
24.08.2026
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Videozusammenfassung
KI-generiertThis video explores the intelligence and adaptability of corvids, specifically jackdaws and New Caledonian crows. It challenges the negative stereotypes associated with these birds by showcasing their complex social behaviors, their ability to understand human gaze, and their remarkable capacity for spontaneous tool creation and use.
Rabenvögel gibt es auf der ganzen Welt.
Ein Beweis für ihre Anpassungsfähigkeit.
Rabenvögel wurden in den meisten Kulturen wegen ihrer Intelligenz hoch verehrt.
Aber mit der Zivilisation änderte sich ihr Image.
Rabenvögel tummelten sich an Galgen und auf Schlachtfeldern und hackten den Leichen die Augen aus.
Und Hitchcocks Film Die Vögel zementierte den schlechten Ruf.
Biologe Christoph Vogel von der Vogelwarte Sempach.
Raben und Krähen, die sind schwarz, die sind gross, sie haben eine raue Stimme, sie bilden Schwärme und sie fressen aus.
Und für den Mensch, der nicht mehr den unverbauten Blick des Naturvolkes hat, ist das zu viel an negativen Eigenschaften.
Die Mauern des Wasserschlosses Halwil beherbergen wohl seit ihrer Erbauung um das Jahr 1200 eine Turmdolenkolonie.
Bei der Restaurierung um die Jahrtausendwende wurde sorgfältig darauf geachtet, die Brutplätze zu erhalten.
Denn Dolen sind, im Gegensatz zu den meisten ihrer Artkollegen, wohl gelitten.
Im Schacht eines mittelalterlichen Aborts ist Ende März ein Dolenpaar dabei, ein Nest zu bauen.
Um das Nisten, Brüten, Schlüpfen und Füttern zu dokumentieren, baut Kameramann Frank Messmer anstelle des Klodeckels eine schwarze Kiste mit einer Kleinkamera ein.
Das Dolenpaar ist zwar kurz irritiert, beäugt die ungewohnte Situation an der Decke seines Schlafzimmers misstrauisch und ergreift vorerst einmal die Flucht.
Aber schon wenig später lässt es sich durch die Direktübertragung auf einen Bildschirm nicht mehr stören und baut eifrig am Nest weiter.
Neben Ästen, Moos und Blättern taugt offensichtlich auch eine Papierserviette des nahen Cafés als Baumaterial.
Von nun an können Besucher des als Museum konzipierten Schlosses Hallwil jederzeit live mitverfolgen, was das Paar im Nest so treibt.
Und wenn es Glück hat, sogar eine Paarung miterleben.
Dolen sind wie die meisten Rabenvögel monogam und halten sich zeitlebens die Treue.
Auch in diesem Schloss bei Starnberg gehen seit jeher Dolen ein und aus.
Das Schloss gehört der Dynastie der ehemaligen Könige von Bayern.
Zeitweise hier bei den Großeltern aufgewachsen ist die Biologin und Verhaltensforscherin Prinzessin Auguste von Bayern.
Mein Großvater hatte schon Dolen zu Hause gelegentlich, die auch sprechen konnten und die sind bei uns ums Haus gekreist.
Ich war immer fasziniert und ihn hat mir immer gewünscht, dass ich mal eine großziehen kann,
dass ich mal eine finde, die aus dem Nest fällt und verletzt ist.
Das ist aber nie passiert und dann ist es irgendwie ein glücklicher Zufall gewesen.
Da hat sich gerade die Forschungsgruppe in Cambridge relativ neu entstanden
und ich bin durch Zufall hineingerutscht und habe dort meine Doktorarbeit begonnen mit Dolen.
Inzwischen forscht Auguste von Bayern für die Universität Oxford, unter anderem weiterhin mit Dolen.
Sie kennt ihre Vögel in den Volieren alle und umgekehrt ist es offensichtlich ebenso.
In ihrer letzten Veröffentlichung hat Auguste von Bayern nachgewiesen, dass die Dole hinschaut,
sehr genau darauf achtet, wo ein Artgenosse oder sogar ein Mensch hinschaut.
Verstehen, was der andere sehen kann und auf was der andere gerade achtet,
wo er seine Aufmerksamkeit hinrichtet, ist sehr wichtig.
Und man sieht eben bei Dolen, dass sie sehr sensibel auf Augen sind.
Das habe ich ursprünglich eigentlich zufällig beobachtet, dass immer wenn ich hingeschaut habe,
dass ich genau gemerkt habe, wenn ich selber hingeschaut habe.
Das war immer mein Gefühl und das habe ich dann in einem Experiment getestet
und das war eben wirklich so, dass sie extrem sensibel auf menschliche Augen sind.
Vielleicht eben, weil sie auch, man sieht ja, dass sie ganz helle Augen hat in einem ganz schwarzen Gesicht.
Die können die Augen auch ziemlich bewegen. Das sieht man jetzt sogar, glaube ich.
Und das ist wie bei unseren Augen. Wir haben eben einen weißen Augapfel und ein relativ dunkles Iris,
sodass man genau unsere Augen sieht, wo wir hinschauen.
Andere Menschen sehen, wo wir hinschauen, weil das sehr auffällig ist.
Und bei Dolen ist es auch sehr auffällig, wo sie hinschauen.
Auguste von Bayern demonstriert die Versuchsanordnung mit einem Mann, den die Dolen nicht gut kennen.
Jetzt ganz gerade ausschauen, hier auf diesen Punkt und die Augen nicht mehr bewegen.
Es dauert eine ganze Weile, bis sich die Dole dem Leckerbissen nähert.
Und dann nochmals geraume Zeit, bis sie den Wurm endlich schnappt und sofort wegfliegt.
Schaut die Testperson aber weg, ohne die Stellung des Kopfes zu verändern,
hat die Dole keine Hemmung, sich in aller Ruhe den Köder zu holen.
Von Personen, die ihnen bekannt sind, wie die Forscherin, nehmen die Dolen die positiven Hinweise wahr.
Seien es Zeichen mit dem Zeigefinger oder eben solche mit den Augen.
Die Frage dahinter ist, ob Tiere denken können und ob sie darüber denken, was andere denken.
Also ob sie eine, in Anführungszeichen, eine Theory of Mind haben, ob sie darüber nachdenken,
was andere für Intentionen haben, was sie wissen, was sie nicht wissen, was sie sehen können und so weiter und so fort.
So wie wir Menschen das ganz automatisch tun. Es ist eben interessant zu wissen, ob Tiere das auch können.
Neben Dolen testet Auguste von Bayern auch neukaledonische Krähen.
Diese sind bekannt dafür, dass sie Werkzeuge gebrauchen, ja sogar selbst herstellen können.
Dieses erstaunliche Phänomen untersucht eine ganze Gruppe der Universität Oxford unter der Leitung von Christian Rutz und Alex Katschelnik.
Werkzeuggebrauch ist tatsächlich ein ungewöhnliches und sehr seltenes Verhalten.
Werkzeuggebrauch im Tierreich ist so selten, dass wir lange Zeit glaubten, dass nur wir Menschen dazu in der Lage sind.
Und wir haben Menschsein lange Zeit definiert, indem wir gesagt haben, wir sind diejenigen, die Werkzeuge herstellen und benutzen.
Inzwischen ist erwiesen, dass einige Affenarten Werkzeuge verwenden. Nun sind die Krähen dran.
Wie geschickt und erfindungsreich diese neukaledonischen Krähen mit Werkzeugen umgehen können, zeigt ein einfacher Versuch in der Voliere.
Eindrücklich hat Rutz in seinem Vortrag in St. Galen dargelegt,
wie Krähe Betty es unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen im dritten Anlauf schon schaffte, aus einem geraden Draht ein geeignetes Werkzeug zu basteln.
Dieses hier ist eine durchsichtige Plastikröhre und am Boden dieser Röhre befindet sich ein kleines Eimerchen mit einem Henkel.
Und in diesem Eimer befindet sich eine Futterbelohnung. Und die Krähe möchte natürlich die Futterbelohnung.
Sie sehen also, wie der Vogel hier zunächst einmal mit dem geraden Draht stochert und versucht, diesen Eimer anzuheben.
Das funktioniert nicht. Jetzt nimmt sie den Draht heraus, klemmt ihn hier in dieses Klebeband, biegt ihn in einen Haken,
hat jetzt einen wunderschönen Haken und kann den Eimer herausholen.
Zwei Sachen sind ganz, ganz wichtig hier. Das eine ist, das ist spontanes Verhalten.
Das heißt, das ist kein Zirkustrick. Das ist nicht Verhalten, das trainiert ist,
sondern das ist Verhalten, das spontan von diesem Vogel während dieses Experimentes gezeigt wurde.
Das zweite, was wichtig ist, diese Vögel benutzen Werkzeuge im Freiland für den natürlichen Nahrungserwerb.
Inzwischen ist der Mai angebrochen, Schloss Halwil bekommt Besuch einer Motorradfahrergruppe.
Unser Dolmännchen ist immer noch eifrig damit beschäftigt, Futter ins Nest zu tragen und seine Gemahlin zu füttern.
Die Biker lassen es sich natürlich nicht nehmen, einen Blick ins Nest zu werfen.
Und siehe da, es recken sich die ersten Hälse, vorerst zwei.
Riesenschnäbel betteln um Nahrung. Vorerst besorgt die Mutter das Füttern allein.
Wenn er etwas beitragen will, muss er zuerst das Weibchen füttern.
Wenige Stunden später sind es schon drei, nein vier.
Das Letztgeborene wird zwar nicht überleben, aber die Witterung ist günstig,
es gibt genügend Insekten, um drei Küken durchzubringen.
Schon zwei Tage später haben sie sichtbar an Gewicht zugelegt.
Die eigentliche Bewährungsprobe aber wird erst in einem Monat folgen, wenn sie ausfliegen.
Füchse, Marder, Greifvögel werden lauern und das Schloss Halwil ist von Wasser umgeben.
Das heißt, dass einige Jungvögel schon beim Erstflug ertrinken.
Aber einige werden es schaffen, sich in die Lüfte zu erheben.

