ERICH KÄSTNER - ABSCHIED IN DER VORSTADT (In Memoriam Erich Kästner)

LYRIK_MUSIK #literaturforum
2 Videoaufrufe·29.07.2024

Dichtung von Erich Kästner entst. 1928 /
Rezitation: Uwe Friedrichsen (Foto) /
Anmerkung: Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist zu geben. (E.Kästner)

Wenn man fröstelnd unter der Laterne steht,
wo man tausend Male mit ihr stand..
Wenn sie ängstlich wie ein Kind ins Dunklen geht,
winkt man lautlos mit der Hand.

Denn man weiß: man winkt das letzte Mal.
Und an ihrem Gange sieht man, dass sie weint.
War die Straße stets so grau und stets so kahl?
Ach, es fehlt bloß, dass der Vollmond scheint.

Plötzlich denkt man an das Abendbrot
und empfindet dies als gänzlich deplaciert.
Ihre Mutter hat zwei Jahe lang gedroht.
Heute folgt sie nun. Und geht nach Haus. Und friert.

Lust und Trost und Lächeln trägt sie fort.
Und man will sie rufen! Und bleibt stumm.
Und sie geht und wartet auf ein Wort!
Und sie geht und dreht sich nie mehr um.

Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_K%C3%A4stner
https://www.kaestnerhaus-literatur.de/erich-kaestner
https://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Grund
https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Friedrichsen