Häufig wird uns in den Kommentaren vorgehalten, dass wir nur „idealisierte und idyllische Bilder“ von den Kühen und Kälbern zeigen – würden aber nie zeigen was mit den Kälbern passiert, nachdem sie den Hof verlassen haben. Wir nehmen eure konstruktive Kritik ernst und sind heute zu Gast bei Paul Berghuis, einem Kälberhändler der uns zeigt, wie Kälbertransporte ablaufen, was seine Hauptaufgaben als Händler sind und auch wie häufig sein Betrieb vom Veterinäramt wirklich kontrolliert wird. Gast-KuhTuber Paul gibt offene Einblicke, klare Aussagen in Bezug auf Tierwohl und Tiertransporte und stellt sich fortlaufend eine entscheidende Frage: Welche Existenzberechtigung hat unser Betrieb? Sind bei euch nach dem Film noch Fragen offen, dann schreibt sie in die Kommentare. Übrigens: Wir sind auch schon bei einem niedersächsischen Mastbetrieb gewesen. Den Film findet ihr hier:
wir fragen uns laufend ich sag das mal
etwas frech wo ist unsere
Existenzberechtigung diese
Existenzberechtigung ist für uns eine
wesentliche Frage warum ist es wichtig
dass es uns
[Musik]
gibt ja herzlich willkommen ihr seid
hier bei berchus mein Name ist Paul
berchus wir betreiben ein überregionalen
kelberhandel das heißt wir kaufen in
ganz Deutschland Kelber ein und
verkaufen sie auch wieder in Deutschland
aber wir exportieren Sie auch nach
Holland hin was von ippenbüren aus
Nachbarregion ist das Nahverkehr wir
haben insgesamt drei verschiedene
Stationen die wir eigentlich zu
bearbeiten haben das ist einmal der
Einkauf dann die Bearbeitung der Tiere
hier in Büren und dann auch der
Verkauf vorher also wenn wir jetzt den
Block vor unserem Betrieb nehmen da
werden die
Kelber vom Milchbetrieb abgeholt aber
von einem regionalen vierh der da in der
Region
ist wir übernehmen dann als Großhändler
die Kelber von diesem lokalen
Viehhändler wenn wir jetzt erstmal nur
auf den Block gehen was hier in den
Büren passiert ist die Kälber werden
angeliefert werden registriert also die
tierpässe werden eingescannt die
Geburtsdaten werden gescannt dann werden
die käbe alle gewogen auf der Waage
werden sie auch noch mal separat
fotografiert wir haben von jedem Kalb
sechs Bilder nach der Waage werden die
Kelber automatisch sortiert in fünf
verschiedene Gruppen nach der Sortierung
werden alle Kelber gefüttert
gruppenweise so wie sie dann schon
vorsortiert wurden und nach der
Fütterung kommen die Kelber alle in
ruheboxen rein dann werden die am
nächsten Morgen werden die sortiert für
den Verkauf und da fließen ganz viele
verschiedene Parameter ein die ganz
wichtig sind einmal natürlich die
Stückzahl dann die Qualität der Rasse
des Geschlechts Gewicht
Gesundheitszustand und natürlich halt
auch vom Alter her dass die passend sind
es gibt verschiedene Kriterien die
werden hier erfasst und die Kälber
werden dementsprechend dann für den
Mastbetrieb hier sortiert kein
Mastbetrieb stellt sich auf einzelte
Kälber ein sondern die wollen immer
Tiergruppen haben also System ist
zusammenführen zu großen Gruppen und
deswegen ist es wichtig das ist auch
unsere Herausforderung hier dass wir die
Tiere aus der Fläche heraus auf dem
Punkt zusammenbringen interessante
vermarktungsgruppen herstellen die ein
Mester gerne haben möchte und dadurch
entsteht quasi erst der hohe Wert der
realistisch ist oder der dann wirklich
seinen Wert hat
eine große Herausforderung ist es dass
wir nicht ewig mit den kelbern unterwegs
sein können äh auch nicht wollen die
Tiere die sollen möglichst schnell vom
milchfbetrieb beim massbetrieb Ankommen
eine Herausforderung ist auch dieses
möglich stressarm zu machen aber es ist
so dass wir das nicht abschalten können
denn wir bewegen die Tiere sobald wir
das Tier vom Milchbetrieb abholen ist in
irgendeiner Form ein ein gewisses Paket
an Stress da wir versuchen diese
Belastung möglichst gering zu halten
dadurch dass wir schnell arbeiten
dadurch dass wir ruhig arbeiten dass
unsere Beschaffenheit in den Stellen
optimal ist fürs Kalb und dass wir den
Stresslevel möglichst gering
halten eine Herausforderung ist für uns
auch der Verkauf der Kelber in den
Export Export ist für uns eigentlich
überhaupt kein Problem und zwar
folgendes ein Großteil der schwarzbunden
holsteinkälber gehen in die kelbermast
und die größeren kelbermastreion
kelbermastgebiete in Deutschland liegen
im Oldenburger Münsterland und im
westfähischen Münsterland wenn ich jetzt
in die Niederlande rübergehe habe ich
genau dem gleichen Gebiet auch die
holländische kelbermast von ippenbürn
aus sind die holländischen Mester auch
innerhalb von zwei Fahrstunden zu
erreichen somit ist der Export für uns
eigentlich nur Nahverkehr einzige
Unterschied ist dass wir hier vor Ort
immer Veterinäramt hinzuziehen müssen um
die Tiere über die Bundesgrenze zu
bringen
das Veterinär ist bei uns jede Woche
zwei dreimal auf der einen Seite ist es
natürlich eine Kontrolle aber auf der
anderen Seite hat für uns auch den
Vorteil dass wir gewisserweise
betriebssicher arbeiten wir werden
laufend kontrolliert quasi täglich alle
Tiere werden angesehen kontrolliert und
werden als okay bestempelt die Tiere
sind fit sind gesund und das läuft super
also Export nichts schlimmes bei warum
ist es wichtig dass es uns gibt wir sind
ein Zahnrädchen in der gesamten
Lieferkette und wir versuchen halt das
kunterbund was von den milchfiebetrieben
kommt bzw was von dem viehändlern kommt
hier zu homogenisieren also in eine
einheitliche Partie zu bringen so dass
ein massbetrieb dann nachher eine gute
Wertschöpfung rausentwickeln kann wir
sind quasi der Trichter wo alles
zusammengeführt wird und wo dann
anschließend einen entsprechenden Output
kommen kann
[Musik]