In der Predigt "Wenn alles anders kommt..." von Thomas Eißner wird die Thematik des Umgangs mit unerwarteten Lebensveränderungen behandelt. Eißner beleuchtet, wie Menschen mit unvorhergesehenen Herausforderungen umgehen können und welche geistlichen Prinzipien dabei hilfreich sind. Er betont die Bedeutung des Vertrauens auf Gott und die Möglichkeit, selbst in schwierigen Situationen Hoffnung und Zuversicht zu finden. Die Predigt lädt dazu ein, sich auf Gottes Führung und Treue zu verlassen, auch wenn sich die Umstände verändern. Eißner vermittelt geistliche Einsichten und praktische Anwendungen, die dazu ermutigen, inmitten von Unsicherheit und Veränderung fest im Glauben zu bleiben.
Thomas Eißner - "Wenn alles anders kommt..." Predigt vom 24.09.2022 Hiob 9,8
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Er hat 5000 Mann sattgemacht.
Die haben ihm alle zugejubelt.
Das wäre doch jetzt die Armee, um endlich die Römer loszuwerden.
Wir haben doch gesehen, er kann Kranke heilen.
Also Verletzungen sind für ihn kein Problem.
Stürme kann er stillen.
Er kann uns sogar mit Verpflegung versorgen.
Er kann das alles tun.
Wir brauchen keine weiteren Beweise.
Er ist der Messias.
Er muss auf den Thron.
Aber er hat diese Gelegenheit abgelehnt.
Danke für die Musik.
Und danke auch für die Kindergeschichte.
Habt ihr schon mal versucht, auf Wasser zu gehen?
Ich meine jetzt nicht laufen, nicht rennen,
nicht mit Hilfsmitteln, irgendwie Wasserski oder Stand-Up-Paddle oder was es alles so gibt.
Nein, richtig gehen, so gemütlich gehen.
Schon mal versucht?
Und selbst wenn du es versuchen würdest,
du würdest scheitern.
Es funktioniert nicht.
Wir sind eben keine Wasserläufer.
So ein Zentimeter lang und ein Gramm schwer.
Mit sechs Beinen, die genau die richtige Form haben,
um auf dieser Oberspanne von dem Wasser zu stehen und zu gehen.
Wir sind auch keine Jesus-Christus-Echsen.
Schon mal Video gesehen?
Die sind immerhin durchaus so 70 Zentimeter lang.
Das ist nicht wenig, 70 Zentimeter, mit Schwanz natürlich.
Und 200 Gramm ungefähr schwer.
Und die schaffen es, wenn da irgendwo Gefahr droht,
so ungefähr zehn Meter auf dem Wasser zu rennen.
Hört sich jetzt vielleicht nicht so schnell an,
weil die so ungefähr anderthalb Meter pro Sekunde rennen.
Das sind so fünf bis sechs Kilometer pro Stunde.
Aber immerhin für ihr Gewicht und ihre Größe ist das eine Menge.
Damit wir das als Menschen schaffen,
so ein Mensch, der vielleicht so 70, 80 Kilo wiegt,
der müsste dreimal so schnell rennen wie der schnellste Mensch.
Momentan der schnellste Mensch ist Usain Bolt.
Der hat 2009 den Weltrekord aufgestellt in 100 Meter Sprint.
Er konnte fast 45 Kilometer pro Stunde laufen.
45 Kilometer pro Stunde.
Das hört sich jetzt nicht so schnell an,
aber überleg mal, da kommt jemand an dir vorbeigesaußt mit 45 kmh.
Nein, er müsste sogar dreimal so schnell laufen.
Mindestens 150, 160 Kilometer pro Stunde.
Und dann erst könnte es der Mensch vielleicht eventuell schaffen.
Und dann müsste es vielleicht noch sehr salzig sein, das Wasser.
Gibt es ja auch solche Tricks, ein bisschen Maisstärke noch rein und so.
Dann wird es gehen.
Aber sonst ist der Mensch nicht dafür gebaut, auf Wasser zu gehen.
Keine Chance.
Kann Gott auf dem Wasser gehen?
Aber natürlich.
Gott kann alles.
Und wenn da jemand über das Wasser läuft, über das Wasser geht.
Ich meine jetzt nicht rennen, sondern wirklich gehen.
So wie wir gelesen haben in Hiob.
Er schreitet auf den Meereswogen einher.
Das ist Gott.
Die Geschichte fasziniert mich immer wieder neu.
Wir haben in der Kindergeschichte schon ein bisschen was gehört.
Gehen wir doch mal rein, schauen wir uns das an.
In Matthäus Kapitel 14.
Matthäus Kapitel 14.
Der Zusammenhang ist wichtig.
Ich lade euch ein, die Bibel mit zur Hand zu nehmen.
Matthäus 14 mit zu öffnen.
Wir haben hier eine sehr wichtige Geschichte.
Es heißt nämlich hier, Matthäus 14 Vers 22.
Matthäus 14 und dort Vers 22.
Das steht hier in meiner Bibel.
Dass Jesus seine Jünger nötigt, er zwingt sie.
Er nötigt sie, ins Schiff zu steigen.
Also wieder in ihr Schifferboot, in ihr Fischerboot zu steigen.
Und ans andere Ufer zu fahren.
Er zwingt sie.
Warum? Was ist passiert?
Schauen wir uns die Geschichte vorher an.
Es wird uns berichtet, dass Jesus 5.000 Männer plus Frauen plus Kinder,
also 20.000 Menschen, sattgemacht hat.
Das war natürlich ein ganz großes Wunder.
Es wird uns hier berichtet, dass Jesus lange predigt.
Den Jüngern ist das aufgefallen.
Und den Jüngern ist auch aufgefallen, es wird jetzt schon spät.
Die Menschen haben Hunger.
Und sie haben sich an Jesus gewandt mit der Bitte.
Jesus, jetzt hör doch endlich mit deiner Predigt auf.
Lass die Menschen gehen.
Damit sie sich Nahrung besorgen können.
Als hätten sie zu Jesus gesagt,
Jesus, du kannst sie ihre Krankheiten heilen.
Und das ist super.
Und du kannst sie trösten, das ist gut.
Und du hast ein Wort, was ihnen hilft.
Das ist ja alles toll.
Aber eine Sache kannst du nicht.
Wir auch nicht.
Wir können jetzt ihren Hunger nicht stillen.
Wir haben es nicht.
Du hast es nicht, wir haben es nicht.
Also musst du die Leute gehen lassen,
damit sie selbst für ihre Bedürfnisse sorgen können.
So haben die Jünger gedacht über Jesus.
Das war ihr Bild von Jesus.
Er kann ihre Grundbedürfnisse,
Nahrung kann er ihnen nicht geben.
Und plötzlich sagt Jesus zu ihnen,
gebt ihr ihnen zu essen.
Ihr gebt ihnen Essen.
Dann haben sie sich natürlich angeschaut.
Ja, sich selbst, ihre leeren Hände,
die Kasse, die dafür gar nicht ausreicht.
Haben überlegt, wie soll das gehen logistisch?
Sollen wir jetzt wirklich in die nächste Umgebung hier gehen
und die Ortschaften abklappern
und so viel Essen besorgen, geht doch gar nicht.
Und dann hat Jesus zu ihnen gesagt,
schaut mal nach, was da ist.
Die Geschichte ist ja bekannt.
Sie finden den kleinen Jungen alles spannend.
Der Junge ist bereit, alles zu geben.
Fünf Brote und zwei Fische.
Und in Jesu Händen wird daraus seine große Mahlzeit.
Alle Menschen werden satt.
Als Jesus dafür dankt, als Jesus anfängt, es zu brechen,
wem hat er es gegeben?
Er gab es seinen Jüngern.
Das war ja ihr Auftrag.
Jesus hatte ihnen gesagt,
gebt ihnen zu essen.
Und sie haben ihre leeren Hände gesehen und gesagt,
wir haben ja nichts zu geben.
Und sie sollten aus dieser Sache was Wichtiges lernen.
Nämlich,
Jesus möchte nicht,
dass wir geben, was wir nicht haben.
Das geht ja gar nicht.
Wir sollen das weitergeben, was wir von ihm empfangen.
Wenn wir feststellen, wir haben leere Hände,
wir können nichts geben,
dann müssen wir natürlich zuerst von ihm empfangen,
damit wir etwas haben zum Weitergeben.
Aber das, was er uns gegeben hat,
das sollen wir auch weitergeben.
Weil wenn wir nur von ihm empfangen,
und wir geben nicht weiter,
dann sind wir irgendwann so voll,
dass wir nichts Neues mehr von ihm empfangen können.
Wenn wir aber die ganze Zeit geben,
ohne von ihm zu empfangen,
dann sind wir irgendwann leer,
sodass wir nichts mehr zu geben haben.
Burnout sagt man auf Neudeutsch dazu.
Also beides ist wichtig.
Dass wir von ihm empfangen,
aber damit wir es auch weitergeben.
Und damit wir von ihm empfangen,
damit wir weitergeben.
Und das sollten die Jünger lernen.
Aber stattdessen sind sie von diesem Ereignis
so begeistert,
dass sie anfangen auszurufen
auf den Thron mit ihm.
Sie wollen ihn zum König machen.
Sie wollen ihn mit Gewalt zum König machen.
Das ist das, was uns Johannes berichtet
in seinem Bericht.
Jetzt soll er König werden.
Wie soll das gehen?
Und deswegen,
deswegen schickt Jesus seine Jünger weg.
Denn er wusste ganz genau,
sie hatten ein falsches Bild vom Messias.
Sie dachten natürlich,
und das könnte man fast schon
wie so ein Lied ausdrücken,
als wäre es so ein Reim,
der sich so fest in ihr Gehirn eingemauert hat.
Er kommt hier in sein Eigen,
um seine Macht zu zeigen
und die Römer zu vertreiben
und auf Davids Thron zu steigen.
Und dann erklingen die Geigen,
dann werden wir uns
bewegen im Reigen,
werden uns vor ihm verneigen
und verstaunen schweigen.
War das
seine Absicht
als Messias?
Wollte er
ein irdisches Reich aufbauen?
Ist sein Reich von dieser Welt?
Aber die Jünger haben das gedacht.
Und Jesus wusste das.
Sie haben ein falsches Bild von ihm.
Also schickt er die Jünger weg.
Und er schickt auch die Menschen weg.
Und es wird uns berichtet,
dass er alleine auf den Berg geht, um zu beten.
Was war jetzt wohl sein Gebetsanliegen?
Dort oben,
auf dem Berg.
Vielleicht unter anderem,
oh Herr, wie kann ich Ihnen
das richtige Bild,
das richtige Gottesbild,
das richtige Bild vom Messias vermitteln?
Wenn sie so ein verkehrtes Bild haben,
so verdreht.
Uns wird berichtet,
dass nun die Jünger im Boot alleine unterwegs sind.
Und ich stelle mir das so vor,
dass während die so im Boot sitzen
und überlegen,
dass sie sich alle fragen,
was war das jetzt?
Das war doch die Gelegenheit.
Er hat 5000 Mann satt gemacht.
Die haben ihm alle zugejubelt.
Das wäre doch jetzt die Armee,
um endlich die Römer
loszuwerden.
Wir haben doch gesehen, er kann Kranke heilen.
Also Verletzungen sind für ihn kein Problem.
Stürme kann er stillen.
Er kann uns sogar mit Verpflegung versorgen.
Er kann das alles tun.
Wir brauchen keine weiteren Beweise.
Er ist der Messias.
Er muss auf den Thron.
Aber er hat diese Gelegenheit abgelehnt.
Er hat sich nicht zum König
krönen lassen.
Und sie fangen an
zu zweifeln.
Sie werden wahrscheinlich jetzt nicht in diesem Moment denken,
haben wir vielleicht das falsche Messiasbild?
Nein, sie denken,
ist er wirklich der Messias?
Er kann Wunder tun, das haben wir gesehen.
Das glauben wir auch. Aber ist er wirklich
der Messias?
Merkt ihr?
Wunder
sind keine Garantie dafür,
dass ein Mensch das richtige
Gottesbild hat.
Oder bekommt.
Wunder sind auch keine Garantie dafür, dass jemand glaubt.
Oder sein Leben Jesus übergibt.
Ist ja schon öfters vorgekommen,
dass vielleicht jemand in einer Notsituation
um Hilfe bittet und Gott tut das Wunder.
Und dann, wie ernst ist der Glaube?
Wie haltbar ist
der Glaube?
Und dann gibt es vielleicht auch andere, die sehnen sich nach Wunder,
aber Wunder geschehen nicht.
Und dann fangen sie an zu zweifeln.
Sie beten und Gott
erhört ihr Gebet nicht so, wie sie bitten
und dann wieder zweifeln.
Bei den Jüngern hier
kommen Zweifel auf.
Ist er wirklich der Messias?
Und während sie so zweifeln und in ihrem Kopf
ein Sturm entsteht, braut sich von außen
ein Sturm an.
Ein Sturm, der so heftig wird, wie man ihn erkennt
auf diesem See Genezareth.
Ein Sturm, der es finster macht um sie herum.
Ein Sturm, der das Boot nach oben und nach unten
schmeißt. Der Wasser in das Boot hineinbringt.
Wo sie versuchen, das Wasser wieder
aus dem Boot herauszubringen.
Wo sie eigentlich
schließlich an diesem Punkt sind, wo sie denken,
jetzt ist es vorbei.
Jetzt ist es aus. Jetzt werden wir Fischfutter
hier im See Genezareth. Es ist vorbei.
In zwei Stunden wären sie zu Hause gewesen.
Nun kämpfen sie die ganze Nacht.
Und das wird sicherlich
wieder kein so freundlicher Ton sein.
Da wird jetzt nicht Andreas zu seinem Bruder
Petrus sagen, Petrus, könntest du mir
vielleicht deinen Kügel ausleihen?
Weil meiner ist gerade weggeflogen.
Die werden auf eine Art und Weise
miteinander reden, wie man das in einem Sturm kennt.
Dieses Schiff,
das da unterwegs ist,
das Schiff, was sich Gemeinde nennt,
fährt durch das Meer der Zeit.
Wie geht es weiter?
Wo ist Jesus?
Wo ist Jesus gerade jetzt,
wo sie ihn brauchen?
Er war allein auf dem Berg.
Er hat gebetet.
Hat er auch ein Auge für sie?
Sieht er ihre Not?
Sieht er ihr Problem?
Oh ja.
Aber sie sehen das noch nicht.
Weil sie haben noch ein ganz anderes Bild
vom Messias.
Sie haben sogar angefangen zu zweifeln,
ob er der Messias ist.
Und dann wird uns berichtet hier,
Matthäus 14, 24,
sie leiden wirklich Not.
Es ist schließlich Vers 25
schon die vierte Nachtwache, also so
früh am Morgen, so zwischen 3 und 6 Uhr am Morgen
könnte es sogar schon so 5 Uhr, 6 Uhr
früh am Morgen sein.
Johannes berichtet uns, sie haben es geschafft,
so 25 bis 30 Stadien weit zu kommen.
Also 4,5 bis
5,5 Kilometer. Man muss sich das so vorstellen,
du kannst ja nicht mehr segeln.
Der Sturm ist zu stark. Sie mussten das Segel einholen.
Und dann versuchen sie irgendwie noch
mit Rudern voranzukommen.
Und sie schaffen es vielleicht gerade mal so einen Meter weit,
dann kommt die nächste Welle und schmeißt sie wieder 2 Meter zurück.
Also sie bleiben irgendwie auf der Stelle.
Während andere versuchen das Schiff von Wasser zu
befreien und gleichzeitig müssen sie sich irgendwo
festhalten, dass sie nicht von Bord geschleudert werden.
Und wie ich schon beschrieben habe,
sie schreien regelrecht,
damit sie gehört werden.
Sie sind in Seenot und Hilfe scheint nicht
da zu sein.
Und dann wird uns berichtet,
und ich stelle mir das so vor,
dass da so ein Blitz kommt.
Das ist ein Sturm.
Da sehen sie plötzlich, wie jemand
übers Wasser läuft.
Und der Erste, der das sieht, der schreit wahrscheinlich auf.
Noch lauter, als er vorher geschrien hat.
Ich mache das jetzt mal nicht.
Hätte ich machen können.
Und sie haben alle Angst.
Gestandene Männer
schreien vor Furcht
und denken,
da kommt ein Gespenst.
Eine Fantasiegestalt.
Was denken sie?
Wer kommt?
Ein Gespenst?
Ist das nicht tragisch?
Mitten in ihrer Notsituation
kommt ihr Heiland.
Ihr Retter.
Ihr Meister.
Und sie denken,
es ist eine Fantasiegestalt.
Es ist ein Gespenst.
Sie erkennen nicht,
dass da die Rettung ist.
Und sie schreien vor Furcht.
Sie denken, das ist jetzt ihr größter Feind.
Ist das nicht tragisch?
Wir wissen, Jesus ist real.
Aber
kann es uns nicht vielleicht auch passieren,
dass mitten in einer Notsituation hinein
die Rettung schon da ist
und wir erkennen die Rettung nicht?
Da will Jesus dir helfen
und du siehst nicht,
dass es der Heiland ist,
der dir helfen will?
Warum haben sie Angst?
Und wovor fürchten sie sich?
Sagt dir nicht jemand mal,
wenn du Gott in rechter Weise fürchtest,
dann brauchst du niemanden und nichts zu fürchten?
Ist da was dran?
Wenn wir in Not geraten,
weil wir im Auftrag des Herrn unterwegs sind,
wenn Schwierigkeiten kommen
für die Gemeinde Gottes,
weil sie doch das tut,
was Gott gesagt hat,
dann brauchen wir es doch nicht zu fürchten.
Es ist doch Gottes Werk.
Er hat es doch angefangen.
Und es bleibt sein Werk.
Und er wird es doch auch vollenden.
Es scheint,
dass die Jünger hier am Höhepunkt
ihres Zweifelns sind.
Aber Jesus möchte nicht,
dass sie verzweifeln.
Er möchte sie retten.
Und er möchte auch nicht,
dass sie länger leiden.
Und mitten in ihrer Not,
mitten in dieser Situation,
ruft er ihnen zu,
auf Vers 27.
Seid getrost. Ich bin's.
Fürchtet euch nicht.
Seid getrost.
Ich bin's.
Fürchtet euch nicht.
Ein wunderschönes Wort,
dieses Ego-Emi.
Ich bin's.
Er offenbart sich ihnen hier
als Heiland,
als den Sohn Gottes,
als Gott selbst.
Aber sie haben immer noch Angst.
Nun, bis hierher berichtet uns
Markus und Johannes und Matthäus.
Aber Matthäus gibt uns
noch einen weiteren Bericht.
Er ist der Einzige, der uns hier einen Einblick gibt
in Petrus. Das ist nicht die einzige Stelle,
wo er uns etwas über Petrus sagt.
Wenn Matthäus uns von Petrus berichtet,
dann macht er daraus keine Hagiografie,
also keine Heiligenverehrung.
Sondern er berichtet uns über Petrus, wie er wirklich war.
Jemand, der mal schneller redet, als er denkt.
Jemand, der sehr spontan ist.
Jemand, der bereit ist, mal ein Abenteuer einzugehen.
Der erst hinterher denkt,
wenn er was gesagt hat.
Wie auch hier an dieser Stelle.
Jesus offenbart sich hier.
Er sagt, ich bin's, fürchtet euch nicht.
Und sofort kommt Petrus Vers 28.
Herr, wenn du es bist,
wenn du es bist,
so befehl mir,
zu dir auf das Wasser zu kommen.
Herr, wenn du es bist,
befehl mir. Ganz spontan.
Wow.
Hat er nachgedacht, was das heißt?
Auf dem Wasser
will er gehen?
Was soll das?
Vergiss nicht, es ist stockduster.
Es ist mitten im Sturm.
Das Boot wird durch die Wellen
hoch und runter geschaukelt.
Überall ist Wasser von allen möglichen Seiten.
Und Petrus will jetzt einen Spaziergang machen.
Auf den Wogen des Meeres.
Zu Jesus hin.
Was soll das?
Wahrscheinlich haben die anderen Jungen sich gedacht,
Herr Petrus, bist du jetzt
total übermüdet?
Hast du jetzt deinen Verstand völlig ausgeschaltet?
Sind bei dir jetzt
alle Sicherungen durch?
Was soll das? Willst du auf dem Wasser gehen?
Und interessant ist ja, wir könnten
jetzt da Sachen hineinpacken in die Geschichte.
Wir wissen ja nicht, ob die Jünger so gedacht haben,
was Petrus dazu veranlasst hat.
Aber eine Sache finden wir hier klar und deutlich.
Jesus beginnt nicht erst
eine lange Diskussion mit Petrus.
Er sagt ihm nicht, Herr Petrus, bleib ruhig im Boot.
Da ist es sicher, ich komm schon, keine Sorge.
Sagt er nicht.
Er sagt ihm nicht, Petrus komm, du bist schon nass, du brauchst nicht
erst hier rauskommen. Nichts in dieser Richtung.
Petrus sagte,
gib mir ein Wort, gib mir den Befehl.
Und Jesus
lässt sich darauf ein.
Jesus gibt ihm
dieses eine Wort.
Und sagt ihm schlicht und einfach,
was jetzt?
Fängt Petrus jetzt erst an, nachzudenken,
was das jetzt genau heißt?
Was er da wollte?
Mit einem Sturm
auf dem Wasser
zu Jesus gehen?
Er wollte ein Wort des Herrn.
Jetzt hat er das Wort des Herrn.
Macht er jetzt auch das, was Jesus ihm gesagt hat?
Hat er das gesagt, um Jesus zu testen?
Da wird viel spekuliert.
Er kriegt das Wort.
Jetzt muss er handeln.
Jetzt kann er kein Rückzieher mehr machen.
Er kann nicht sagen, oh Jesus, das war nur ein Scherz.
War nicht so gemeint.
Danke fürs Angebot,
aber ich bleib doch lieber hier in meinen vier Wänden
oder auf meinem Boot oder wie auch immer.
Aber wärst du bereit,
wenn Jesus dir ein klares Wort sagt,
tatsächlich
diesen neuen Weg zu gehen,
zu neuen Ufern aufzubrechen?
Wärst du bereit?
Petrus ist bereit.
Und ich versuche mir vorzustellen, wie das war.
Ich weiß ja nicht, wie es war.
Denkt er, er hat Anlauf genommen
und ist gleich rausgehüpft
und gerannt?
Oder war er erst mal vorsichtig?
Hat er erst mal irgendwo einen Halt gesucht?
Irgendwo so am Bootsrand.
Und dann sucht er so einen Fuß raus
und merkt dann tatsächlich,
oh tatsächlich, das funktioniert.
Ein Fuß steht.
Und dann zieht er ganz vorsichtig den anderen Fuß nach
und merkt, oh tatsächlich, es funktioniert.
Okay, und jetzt?
Wo war Jesus nochmal?
Kommt wieder so ein Blitz. Ah, da drüben ist Jesus.
Okay, gut.
Jetzt muss ich loslassen.
Ah, es geht.
Als wenn die Jünger gedacht haben.
Applaudieren.
Hey, der kann auf dem Wasser stehen. Darf ich das auch mal probieren?
Nein, du hast nicht den Auftrag Jesu. Den habe ich.
Okay, gut. Und dann versucht er vorsichtig,
irgendwo, wo war Jesus nochmal?
Wieder ein Blitz. Ah, da ist er.
Zu Jesus hinzugehen.
Neue Wege gehen.
Er ist noch nie auf Wasser gegangen.
Was sind das für neue Chancen für einen Fischer?
Der braucht sein Boot nicht mehr, um Fische zu fangen.
Der kann sein Netz auf den Buckel nehmen
und schmeißt einfach aus und zack und geht nach Hause.
Auch beim Sturm, kein Problem mehr.
Eine neue Geschäftsidee.
Vielleicht denkt er das in dem Moment.
Und dann kommt eine Idee und eine andere Idee
und er denkt, ich kann auf dem Wasser gehen.
Ich kann auf dem Wasser gehen.
Und dann heißt es dort im Bericht,
ihr könnt nachschauen, er sieht plötzlich
nicht die Wellen, es ist finster.
Er sieht auf den Wind.
Er spürt den Wind.
Und der Wind steht ihm entgegen.
Und der Wind steht ihm so entgegen,
dass er Angst hat.
Und zweifelt.
Schon wieder Zweifel.
Und er fängt an zu sinken.
Jetzt wird für ihn das Wasser,
was ihm vorher so ein festes Fundament war,
auf dem er ordentlich gehen konnte,
wird jetzt für ihn wie so ein
Moor, wie so ein Schlamm.
Wo er einsinkt.
Wo er merkt, er kommt nicht mehr richtig voran.
Er bleibt auf der Stelle stehen.
Und er macht das einzig Richtige,
was man in so einem Moment machen kann.
Er ruft, verzweifelt,
nach Jesus.
Herr,
rette mich.
Küre Jesus und mich.
Klingt fast so wie SMS.
Rette mich. Zieh mich heraus.
Und Jesus,
Jesus stellt sich jetzt nicht vor ihn hin
und sagt, ja, ja, du, schau, da hast du was davon.
Nein, was macht er?
Was steht geschrieben?
Er wirft seine Hand aus
und zieht ihn heraus.
Ich mag dieses Bild, weil das Wort,
was hier im Griechischen verwendet wird,
dass er seine Hand zu ihm ausstreckt,
ist dasselbe Bild, was verwendet wird,
um einen Anker auszuwerfen.
Jesu Hand wird hier für Petrus
zu einem Anker.
Dass er nicht weiter einsinkt.
Dass er nicht weiter untergeht.
Er darf in diesem Moment erkennen
und verstehen und lernen.
Er geht nicht alleine.
Er braucht Jesus.
Er braucht Jesus,
damit er auf dem Wasser gehen kann.
Denn ohne ihn geht er unter.
Ja, Petrus war im Auftrag des
Herrn unterwegs.
Es hat geklappt.
Er hatte ein klares Wort.
Und er hat es gewagt, zu neuen Ufern
aufzubrechen.
Aber zwischendurch hat er angefangen zu zweifeln.
Warum zweifeln?
Diese Frage stellt ihm
Jesus.
Als sie dann so Hand in Hand
gemeinsam zum Boot gehen,
dann nimmt ihn Jesus
unter den Arm
und fragt ihm, warum zweifelst
du, Petrus?
Du Kleingläubiger,
warum zweifelst du?
Zweifeln.
Dieses griechische Wort ist Tazor.
Das bedeutet, man versucht,
zwei Wege gleichzeitig zu gehen.
Man versucht,
zwei Herren gleichzeitig zu dienen.
Geht das?
Das geht doch gar nicht.
Wir können nur einen Weg gehen.
Wir können nur einen Herrn dienen.
Warum hast du gezweifelt?
Da kommt was völlig
Neues auf Petrus zu.
Auf dem Wasser gehen.
Hat noch nie ein Mensch zuvor getan.
Hat seitdem auch kein Mensch mehr
gemacht. Neue
Wege beschreiten.
Vielleicht ist es auch für dich ein völlig neuer Weg,
mit dem Herrn zu gehen.
Vielleicht ist es auch für dich ein völlig neuer Weg,
zu neuen Ufern aufzubrechen.
Hier in Bogenhofen mit dem Studium zu beginnen.
Oder die große Frage
für manche, wie geht es danach weiter?
Versuchen, in zwei Richtungen
gleichzeitig zu gehen?
Das geht nicht.
Und zwei Herren gleichzeitig zu dienen?
Das geht auch nicht.
Da müssen wir eine klare Entscheidung treffen.
Diese Frage,
die Jesus hier dem Petrus stellt,
beantwortet Petrus nicht.
Es ist eine Frage für den, der diese Geschichte
hört. Es ist eine Frage an den,
der diese Geschichte liest.
Es ist eine Frage an dich und an mich.
Entscheidest du dich für den Zweifel?
Oder entscheidest du dich
für den Glauben?
Und als sie dann ins Boot steigen, Vers 32,
ist der Sturm vorbei.
Vorher war ein Sturm da.
Zweifel.
Mit Jesus im Boot,
eine klare Entscheidung,
werden die Stürme gestüllt.
Es kommen noch andere Stürme, keine Frage.
Aber hier ist der Sturm gestüllt.
Und im Vers 33,
da kamen, so heißt es hier,
die, die im Schiff waren,
und warfen sich an, beten vor ihm nieder
und sprachen,
wahrhaftig, tatsächlich,
du bist
Gottes Sohn.
Sie haben es erkannt
und sie haben ihn bekannt
als den Sohn Gottes.
Wahrhaftig, du bist der Messias.
Sie erkennen und bekennen
seine Göttlichkeit.
Wir feiern heute hier miteinander
Abendmahl.
Es ist für uns die Möglichkeit, die Gelegenheit,
erneut, in unserer Beziehung
zu Gott, eine klare Entscheidung zu treffen.
Wir kommen hier zum Tisch
des Herrn und bekennen ihn
als unseren Heiland,
als unseren Erlöser, als den, der sein Leben
für uns gegeben hat.
Als den, vor dem wir stehen dürfen,
als hätten wir nie gesündigt,
durch das, was er
vollbracht hat.
Abendmahl heißt auch, dass wir in unseren
Beziehungen, in denen wir leben, weil wir das
Gnadenangebot des Herrn annehmen,
auch weitergeben
an andere und es nicht
für uns behalten. Ein Geben
setzt ein Nehmen voraus
und er gibt uns,
sodass wir geben können.
Also kommen wir im Glauben
zu diesem Tisch und bekennen
ihn als unseren Heiland
und Gott.
Und um uns nun auf
dieses Abendmahl persönlich
vorzubereiten, möchte ich jedem die Möglichkeit
geben, in einer
stillen Minute, im Gebet
zu Gott zu kommen.
Bereitet euch jetzt
im Gebet auf dieses Abendmahl vor.
Ich gebe euch da ein paar,
eine Minute, wird jetzt hier
stille sein und dann werde ich noch
ein Gebet zum Abschluss sprechen.
Jeder für sich persönlich, ob er stehen will,
knien will, sitzen will,
schaut nicht nach rechts und links, macht jeder so,
wie er das für sich persönlich möchte.
Allmächtiger Gott,
unser Vater im Himmel,
wir sind nicht dafür geschaffen,
um auf Wasser zu gehen.
Und doch gleicht dein Ruf,
dir nachzufolgen, oft
wie ein Gehen auf Wasser,
wo es auch passieren kann, dass
wir einsinken, aber du möchtest nicht, dass
wir untergehen oder gar ertrinken,
sondern wir dürfen lernen,
du bist da.
Du bist immer da.
Du liebst uns.
Du liebst uns immer.
Und so dürfen wir uns immer an dich wenden.
Und wir sind nicht allein unterwegs,
wir sind mit dir unterwegs.
Denn du hast das gute Werk angefangen
und so wirst du auch dafür sorgen,
dass es vollendet wird.
Darauf dürfen wir vertrauen in unserem eigenen Leben,
als Gemeinde
Bogenhofen,
als Gemeinde in Österreich,
als weltweite Gemeinde,
als deine Gemeinde.
Und wenn wir jetzt miteinander
Abendmahl feiern her und uns erinnern an das,
was du für uns getan hast,
dann bitten wir dich her, dass du uns ganz hinnimmst
als dein Eigentum,
dass du uns erfüllst mit deinem Heiligen Geist,
dass du uns gebrauchst
in deinem Werk,
zu deiner Ehre und zur Verherrlichung deines Namens.