Situation: Der Reporter interviewt die Passanten. Es geht um Berliner Kitaplätze. Personen: Reporter, Frau Huber, Frau Schäfer, Herr Jensen Ort: Auf der Straße
Du lernst so durch einfaches, passives Zuhören eine Sprache. Sprechen zu lernen ist untrennbar mit dem Zuhören verbunden.
Du lernst mit Dialogen, wie Wörter klingen und Sätze aufgebaut sind. Du hörst bei uns die ganze Zeit zu. Egal, wo du bist oder was du machst. Du lernst, wie Wörter richtig ausgesprochen werden, wie sie betont werden und wahrscheinlich auch noch das ein oder andere komplett neue Wort.
Schönen guten Tag.
Hätten Sie kurz fünf Minuten Zeit für uns, um ein paar Fragen zu beantworten?
Ja, klar. Worum geht es denn?
Wir drehen eine Reportage zu Kita-Plätzen in Berlin.
Haben Sie Kinder?
Nein, leider nicht.
Schade. Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.
Guten Tag. Darf ich Sie kurz etwas fragen?
Wir machen eine Umfrage.
Klar, fragen Sie mal. Ich habe nur fünf Minuten Zeit. Worum geht es denn?
Ich würde gerne wissen, ob Sie schon Schwierigkeiten...
Entschuldigung, mein Bus kommt schon. Sie haben Pech gehabt. Der ist früher gekommen. Schönen Tag noch.
Ebenfalls. Einen wunderschönen guten Tag wünsche ich Ihnen.
Haben Sie kurz fünf Minuten Zeit? Wir wollen Ihnen nur ein paar Fragen stellen.
Ja, aber nur ganz kurz. Ich muss meine Tochter von der Kita abholen.
Perfekt. Genau um dieses Thema geht es. Wir drehen eine Reportage zu den Berliner Kita-Plätzen.
Wie sind da Ihre Erfahrungen? War es leicht für Ihre Tochter, einen geeigneten Platz zu bekommen?
Nein, überhaupt nicht. Als meine Tochter Julia im August letzten Jahres geboren wurde,
wussten wir schon, dass es schwierig wird, einen Kita-Platz zu finden.
Wir haben uns direkt nach der Geburt in vielen Kitas auf die Warteliste setzen lassen.
Sie mussten sich also direkt nach der Geburt darum kümmern?
Ja, sonst hätten wir nicht rechtzeitig einen Platz bekommen. Ich muss ja nach einem Jahr auch wieder arbeiten.
Und hatten Sie dann rechtzeitig einen Platz?
Nein, leider nicht. Wir hatten zuerst gar keinen Platz.
Aber eine der Kitas hat im Sommer neu eröffnet und dort konnte Julia einen Platz bekommen.
Wie fühlen Sie sich als Mutter dabei?
Naja, es ist kein schönes Gefühl, wenn man nach langer Zeit wieder zur Arbeit gehen muss,
aber keine Betreuung für das einjährige Kind hat.
Mein Arbeitgeber war zum Glück sehr verständnisvoll und hat mich noch einen weiteren Monat freigestellt.
Aber Geld habe ich in diesem Monat weder vom Staat noch von meinem Arbeitgeber erhalten. Das war auch nicht einfach.
Sind Sie der Meinung, dass das Land Berlin mehr Plätze für Kinder bereitstellen muss?
Auf jeden Fall. Ich fühlte mich sehr alleingelassen und war bei mehreren öffentlichen Stellen.
Aber ich habe immer nur zur Antwort bekommen, was sollen wir denn machen?
Wir haben nicht mehr Kitas. Wir können keine Plätze zaubern. Das war sehr nervig.
Das Land Berlin ist verpflichtet, jedem Kind einen Betreuungsplatz zu geben.
Haben Sie auch daran gedacht, zu klagen?
Nein, so weit kam es bei uns ja zum Glück nicht.
Wir sind froh, dass wir nun eine Kita gefunden haben und sind dort auch glücklich.
Julia fühlt sich wohl und die Erzieher sind sehr herzlich.
Man kann sich die Kita ja leider nicht aussuchen.
Wenn man einmal einen Platz hat, kann man nur hoffen, dass die Chemie auch stimmt.
Einen anderen Platz zu bekommen ist unmöglich.
Eine letzte Frage noch. Wie weit liegt die Kita Ihrer Tochter von Ihrer Wohnung entfernt?
Wir wohnen zehn Kilometer von der Kita entfernt. Das ist aber kein Problem, denn das liegt auf meinem Arbeitsweg.
Ich muss jetzt auch los zu meiner Tochter.
Vielen Dank für Ihre Zeit. Einen schönen Nachmittag noch. Und grüßen Sie die kleine Julia von mir.
Das mache ich. Vielen Dank. Auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen. Schönen guten Tag. Hätten Sie kurz Zeit, um uns ein paar Fragen zu beantworten?