Das WAHRE Gesicht der Japaner...

NihonGo
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04.12.2024
Ich lebe jetzt insgesamt 6,5 Jahre in Japan, habe hier Frau und Kinder, viel mit Japanern
zu tun und sehe immer wieder Videos und Blog-Einträge im Internet, dass die Japaner so verschlossen
wären, dass ihr wahres Gesicht gar nicht so freundlich wäre und dass das eigentlich
ganz schlimme Finger sind und dass vor allem von Ausländern, die in Japan unzufrieden
sind und hier mit der Gesellschaft nicht wirklich klarkommen.
Mir persönlich hat sich über die Jahre aber ein ganz anderes Bild der Japaner gezeichnet
und wie das persönlich für mich aussieht und warum ich denke, dass die Japaner gar
nicht so verschlossen sind, sondern in Wirklichkeit ihr wahres Gesicht ziemlich offen ist, darüber
möchte ich mit euch in diesem Video sprechen und von meinen Erfahrungen erzählen.
Wenn man in Japan einkaufen geht, in den Kombini, in Bekleidungsgeschäfte, irgendwo hingeht,
wo es Service gibt, findet man in 99,9% aller Fälle wirklich sehr sehr nette Japaner und
die sind so nett natürlich, weil sie gerade arbeiten und sich im Service befinden und
es in Japan unglaublich wichtig ist, gerade wenn man einen Service-Job hat, dass man freundlich
gegenüber den Kunden ist und den Kunden nichts irgendwie zeigt privat, dass es einem gerade
nicht gut geht oder sonst irgendwas.
Oft wird das auch ein bisschen als Roboterhaft bezeichnet, aber ich finde das eigentlich
ganz nett, denn als Kunde möchte ich eine nette Interaktion und nicht irgendwie merken,
dass da gerade private Probleme bei der Person im Verkauf im Gange sind.
Schaut mal ins Private, in die Familien in Japan, so findet man dort natürlich auch
eine ganze Menge an Problemen, zerstrittene Familien, die Eltern kommen nicht miteinander
klar, die Kinder ist auch ein bisschen schwierig, Familienstreit, persönliche Beziehungen,
die nicht gut laufen, schreiende Japaner, auch vielleicht mal gewalttätige Japaner,
also all die Dinge, die man natürlich in Deutschland in Familien und privaten Beziehungen
auch findet und die nicht so wirklich schön sind, aber ich denke, das ist in wirklich
jedem Land der Fall und da ist Japan oder Deutschland sind da auch keine Ausnahmen.
Ein Punkt, der meines Erachtens nach aber oft falsch gesehen wird, gerade von Ausländern,
die hier in Japan leben, ist, dass die Japaner als nicht offen gelten, denn ich persönlich
finde, die Japaner sind super offen und als Beispiele dafür, dass sie nicht offen sind,
wird zum Beispiel oft die Schule angegeben, in dem gesagt wird, jeder muss gleich sein,
jeder muss die gleiche Schuluniform haben, jeder muss sich an die Regeln und Hierarchien
halten, der Nagel, der heraussteht, wird reingeklopft, da gibt es ja sogar auch ein Sprichwort in
Japan und das wird dann oft gesehen als, die Japaner sind da nicht so offen und frei für
neue Dinge, genauso wie auch in Firmen, es gibt gewisse Regeln, die müssen eingehalten
werden in der Firma und wenn man die nicht einhält, dann hat man mit Konsequenzen zu
rechnen, man wird nicht befördert, dies oder das.
Und das stimmt auch alles, das steht einer Offenheit der Japaner aber nicht im Wege,
denn diese Regeln, die in der Schule zum Beispiel existieren oder aber auch in der Firma, die
existieren nur innerhalb dieser Gruppe und mit Gruppe meine ich jetzt zum Beispiel Schule
oder Firma oder wenn man auch in einen Sportverein geht, es gibt in Japan ganz klare, strukturierte
Regeln, die im Grunde auch jeder weiß, wenn er in die Gruppe geht oder die man sehr schnell
herausbekommt und dann kann man sich selbst entscheiden, ob man diese Regeln annimmt und
ein Teil der Gruppe wird oder eben nicht.
Aber ob man ein Teil der Gruppe wird oder nicht, das kann man frei entscheiden und da
sagt einem auch niemand, ey was soll das denn oder wie auch immer, sondern man bekommt
nur Probleme, wenn man sich dazu entscheidet ein Teil der Gruppe zu werden und dann versucht
die Gruppe zu ändern.
Und genau das ist das, was die meisten Ausländer in Japan versuchen, die Probleme hier haben,
sie kommen nach Japan, sie lernen die Sprache nicht richtig, sie setzen sich nicht damit
auseinander, welche allgemeinen Rahmenbedingungen in Japan herrschen und sind dann der Meinung,
dass sie ihre eigenen Regeln aus ihren eigenen Ländern, aus denen sie kommen, hier in Japan
irgendwie umsetzen können und dass die Japaner diese befolgen müssten.
So regen sich immer wieder Ausländer über den nicht englischen Support in Rathäusern
auf.
Ja natürlich ist da kein englischer Support-Standard, wir befinden uns ja auch nicht in einem englischsprachigen
Land, sondern wir befinden uns in Japan und dann gibt es Leute, die sagen, ja aber so
international sollte Japan schon sein.
Nö, wieso denn, hier ist Japan, hier ist nicht Amerika, hier ist auch nicht England,
hier ist Japan.
Und es gibt viele viele Länder auf dieser Welt, in denen ein englischer Support nicht
Standard ist.
Und der muss meines Erachtens nach auch nicht Standard sein, denn wer in Japan leben möchte
und wenn man ins Rathaus geht, dann will man hier in der Regel leben, man ist nicht nur
als Tourist da, der muss sich auch mit der Sprache auseinandersetzen, das ist zumindest
meine Meinung.
Wenn man sich mit der Sprache auseinandersetzt, dann hat man auch im Rathaus keinerlei Probleme,
man hat nur dann Probleme, wenn man die Regeln, die hier herrschen, nicht akzeptiert und kein
Japanisch zu sprechen oder es nicht zu lernen, ist sozusagen die Regel nicht zu akzeptieren,
denn eine der ungeschriebenen Regeln hier ist, dass man Japanisch spricht.
Was ich mit der Offenheit der Japaner meine ist folgendes, ich bin selbstständig, ich
mach hier mein Youtube Zeug, ich mach meine Online Kurse, ich hab ein Buch geschrieben,
ich mach irgendwie vieles, ich bin jetzt bei den Yamabushi in der Gruppe, ich mach halt
viele Dinge, die vielleicht so der Standard Ausländer oder der Standard Japaner nicht
machen würde.
Aber wenn ich darüber mit Leuten rede hier, wenn Japaner mich fragen, was machst du denn
eigentlich und ich erzähle das, bekomme ich nie eine negative Reaktion.
Nie sagt mir einer, was, das ist aber bestimmt unsicher, wie, das funktioniert, wie machst
du das denn, hmmm, das ist aber skeptisch, ob das in Zukunft auch noch Erfolg haben wird,
das sind so die Sachen, die ich oft aus Deutschland höre, wenn ich sage, ja, ich bin in Japan
selbstständig und so, wie, das ist aber hmmm, also ne, der Deutsche ist immer so ein bisschen
skeptisch, muss erstmal gucken, das kann nicht sein, ich, ich mach das nicht, wie kann der
das denn schaffen, ne, so nach dem Motto, aber das ist in Japan nicht der Fall.
Sondern die Japaner denken, oh, das ist aber interessant, so, das habe ich ja noch nie
gehört, hmmm, und dann sind sie neugierig und fragen nach.
Es ist ne, ne positive Grundeinstellung, ne Neugierde, die einem entgegenschwimmt und
nicht so sehr dieses, ich, ich verurteile dich für das, was du machst oder hmmm, ich
versuche dir das irgendwie schlecht zu reden oder so, ne, es ist jetzt natürlich auch
nicht jeder in Deutschland so, nicht jeder in Japan so, aber das ist so vom, vom Image,
vom Durchschnitt her, ist zumindest die Erfahrung, die ich auch gemacht habe.
Aber auch nicht nur ich, sondern auch andere Deutsche, mit denen ich hier in Japan schon
gesprochen habe, die haben ähnliche Erfahrungen gemacht.
Das heißt, die Japaner sind immer sehr positiv für neue Dinge und auch wenn ne Selbstständigkeit
jetzt offiziell nicht so gut angesehen ist in Japan, wird dir niemand sagen, das finde
ich aber scheiße, was du machst oder sonst irgendwas, sondern sie akzeptieren den Weg,
den du gehst.
Sie sind offen dafür, sie lassen dich machen, sie sagen, ja, wenn du damit irgendwie zurechtkommst
und so, ja, warum nicht, mach mal, finde ich interessant, gerne, do so, bitteschön.
Und das ist eigentlich mit allem so, zum Beispiel auch bei verschiedenen Religionen.
Japan ist eines der wenigen Länder wahrscheinlich in der westlichen Welt, ja, ob Japan da jetzt
genau zugehört oder nicht, ist immer so ein bisschen Definitionssache, aber hier in Japan
können verschiedene Religionen ohne Probleme miteinander koexistieren.
Es gibt hier Leute, die islamgläubig sind, ne, Muslime, es gibt Juden, es gibt Christen,
es gibt eigentlich alles, was man sich vorstellen kann und es gibt sogar 8 muslimische Friedhöfe
in Japan, wo muslimisch gläubige Menschen einfach so beerdigt werden können, weil normalerweise
muss man in Japan verbrannt werden.
Da sagt aber auch keiner was gegen, dass es diese muslimischen Friedhöfe gibt, sondern
das ist für die Leute hier vollkommen in Ordnung, denn die sind an Orten, wo es niemanden
stört und wo jetzt niemand irgendwie ein Haus für weggenommen bekommen hat oder ein
Grundstück oder sonst irgendwas.
In Japan zählt die Regel, leben und leben lassen.
Wenn du Dinge machst, die du machen möchtest, ist überhaupt kein Problem.
Sobald du anfängst, zu versuchen, die Regeln in einer Gruppe hier zu ändern oder das Verhalten
der Japaner zu ändern oder ihnen irgendwas aufdrängen willst, wird es ganz kritisch
und sie sagen, ne, stopp, das geht nicht.
Aber solange du dein Ding machst und mit deinen Handlungen vielleicht noch was Gutes für
die japanische Gesellschaft tust, zahlst Steuern, hilfst den Leuten, vielleicht verkaufst was,
was sie brauchen, wie auch immer, ist alles in Ordnung.
Sie lassen dich machen, was du willst, niemand redet dir rein und das ist eine sehr offene
Grundhaltung, wie ich finde persönlich, denn man ist wirklich wahrlich frei, so empfinde
ich mich hier.
Man ist frei, man kann sich entfalten, wie man möchte und man kann seinen eigenen Weg
gehen.
Nur viele Japaner, die hier natürlich geboren werden, die sehen das nicht so, weil sie müssen
in die Schule gehen bzw. müssen, in Anführungszeichen, es gibt keine Schulpflicht in Japan und es
gibt auch immer mehr junge Japaner, die gar nicht gehen, weil ihnen das nicht zusagt.
Aber viele Japaner machen sich nicht bewusst, wie frei sie hier eigentlich sind.
Sie fühlen sich eingeengt von der japanischen Gesellschaft, weil sie sich in bestimmten Gruppen
befinden und denken, sie müssten ihnen zugehörig sein zu diesen Gruppen.
Was man aber wie gesagt nicht muss, man kann auch aus der Gruppe rausgehen und da gibt
es auch immer wieder Japaner, die das machen, die Yamabushi z.B., die Yamabushi leben immer
so ein bisschen vorbei an der Gesellschaft, könnte man sagen, die sind in ihrer eigenen
Gruppe mit ihren eigenen Regeln sehr frei und so, aber das ist auch kein Problem, die
sind auch wirtschaftlich erfolgreich in Japan, gerade weil sie auch so ein bisschen aus der
Masse herausstechen und dann ihre eigenen Businessgeschichten machen können und so.
Und es funktioniert wunderbar und niemand sagt ihnen irgendwie, ja mach das nicht oder
so, sondern im Gegenteil, sie bekommen dann auch noch sehr viel Ansehen, weil sie eben
auch diesen kulturellen Aspekt mit den Schreien und Bergen und allem noch mit drin haben,
also eigentlich wunderbar.
Auch im Übrigen sich selbstständig zu machen oder so ein bisschen raus aus dem Allgemeinen,
was alle machen in Japan, auch das ist nicht schwer, es ist super einfach ein Gewerbe hier
anzumelden und viele Japaner, gerade in Osaka, machen nebenbei auch irgendwas, Osaka ist
so die Händlerstadt in Japan, die haben ihren kleinen Takoyaki-Laden da noch, da eine Karaoke-Bar
oder machen da dies oder verkaufen was im Internet, die machen hier oft auch ein bisschen
ihr eigenes Ding und es stört niemanden.
Für mich persönlich ist das wahre Gesicht der Japaner, dass sie einen wirklich leben
lassen, so wie man möchte.
Sie interessieren sich oft gar nicht wirklich für das, was man macht, wenn man mit ihnen
redet, sind sie aber positiv, zeigen eine gewisse Neugierde, ob die dann wirklich immer
im Kern auch richtig vorhanden und ist oder nicht, ist eine andere Sache, ist mir persönlich
aber auch egal, denn man hat eine schöne Interaktion und das ist das, was ich haben
will, ich will eine schöne Interaktion haben, eine schöne Zeit und dann kann man hier machen,
was man möchte, solange man nicht versucht, irgendwen zu missionieren oder irgendwie
eine Gruppe, die schon da ist, mit Regeln zu ändern, man kann natürlich seine eigene
Gruppe aufmachen und dann Leute versammeln, die nach diesen Regeln leben möchten.
Von den Grundvoraussetzungen her, von den Rahmenbedingungen, ist Japan ziemlich locker,
wie ich persönlich finde, klar, die Sprache sollte man können als Ausländer, die Japaner
können die Sprache jetzt natürlich schon von Haus aus, aber es ist halt alles ziemlich
locker irgendwo auf eine gewisse Art und Weise und das widerspricht natürlich diesem Klischee,
was man immer hat.
Meines Erachtens nach, die meisten Ausländer, die in Japan Probleme haben, haben diese Probleme,
weil sie die grundlegenden Regeln und Rahmenbedingungen in Japan nicht akzeptiert haben und wenn man
die nicht akzeptieren kann, was natürlich vollkommen in Ordnung ist, dann sollte man
sich fragen, ob Japan wirklich das richtige Landverein ist.
Es gibt in Japan meines Erachtens nach für jeden etwas, ist man introvertiert, hat man
keine Probleme, gibt es viele Optionen, ist man extrovertiert, gibt es auch viele Optionen.
Es gibt Japaner, die sich für alles interessieren, also egal, was für ein Hobby man hat, man
findet immer eine Gruppe von Japanern, die sich für das Gleiche interessieren, dafür
brennen und leben und mit denen man sich austauschen kann.
Das heißt, wenn man in Japan einsam ist oder wenn man in Japan große Probleme hat, dann
liegt es in der Regel an einem selbst, dass die Rahmenbedingungen hier in Japan nicht
zu einem passen, es liegt aber nicht an den Japanern, die Japaner lassen dich ja machen,
was du möchtest.
Wenn du aber zu Japanern hingehst und fängst an, die ändern zu wollen oder so oder denen
zu sagen, dass sie da Dinge falsch machen oder so, dann sagen sie, Junge, was willst
du von mir, geh woanders hin, ich mach das, was ich will, so wie ich will, lass mich
in Ruhe.
Und genau die Einstellung habe ich auch, jeder kann machen, was er will, aber er soll mir
nichts aufzwingen.
Ich mach, was ich für richtig halte, halte mich natürlich an die Gesetze und alles und
dann ist doch super.
Aber warum soll jemand zu mir kommen und mir sagen, wie ich zu leben habe, das ergibt
ja gar keinen Sinn.
Macht euer eigenes Ding.
So einfach ist die Sache oder nicht und dann sind auch alle glücklich und das ist der
Grund dafür, weshalb in Japan die verschiedensten Völker, die verschiedensten Religionen zusammen
leben können.
Natürlich gibt es jetzt auch nicht so viele Ausländer, es werden immer mehr, aber wenn
man in die japanische Geschichte guckt, es gab viele, viele Ausländerströme nach Japan
und das war selten so ein richtig großes Problem, weil Japan halt immer relativ offen
war und die Leute auch immer gut integriert hat und dadurch, dass diese Offenheit bestanden
hat, die Leute sich auch in Japan immer gut integriert haben, weil sie eben machen konnten,
was sie wollten.
Jetzt würde mich natürlich sehr interessieren, wie seht ihr das Ganze, welche Erfahrungen
habt ihr in Japan gemacht?
Das sind jetzt meine persönlichen Erfahrungen, meine persönliche Sicht auf das Ganze.
Ich bin gespannt, ob es in den Kommentaren Leute gibt, die mich jetzt überzeugen wollen
von ihrer Sicht.
Das wäre natürlich gerade bei diesem Inhalt des Videos sehr interessant.
Auf jeden Fall ist das meine Meinung dazu und ich habe das auch bei ausländischen Freunden
hier schon beobachtet, dass die, die wirklich sich an die Rahmenbedingungen halten, einfach
überhaupt kein Problem haben, ihr Ding machen und die, die irgendwie nicht so zurecht kommen,
ist oft einfach aber auch an denen liegt, dass sie diese Bedingungen nicht akzeptieren
wollen, kein Japanisch lernen wollen und so weiter und so fort und dann kann man leider
auch nicht viel helfen.
Vielen Dank fürs Zusehen, schaut gerne in die Videobeschreibung, wenn ihr mich und meine
Arbeit hier unterstützen wollt.
Es gibt Rabattlinks zu meinen Online-Kursen, es gibt einen Link zu meinem Buch und einen
Link zu meiner Ko-Fi-Seite, über die ihr hier in den Abspann dieser Videos gelangen
könnt.
Vielen, vielen Dank und hoffentlich bis zum nächsten Mal.
Bye, bye!
