Tag 13 - Achtsamkeits-Adventskalender

Verena König
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13.12.2024
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Hallo und herzlich willkommen zum heutigen Achtsamkeits-Adventskalender-Impuls.
Ich begrüße dich herzlich und ich danke dir, dass du da bist.
Damit bin ich schon beim Stichwort des heutigen Impulses, bei der Dankbarkeit.
Sie ist ein Klassiker. Sie ist vielleicht sogar abgetroschen.
Es gibt so viele und so häufige Hinweise darauf, dass die Dankbarkeit und eine
Dankbarkeitspraxis uns guttun kann. Neulich, als es einmal wieder um
Dankbarkeit ging, hat jemand in einem Kommentar in einem YouTube-Video
geschrieben, wieso soll ich immer für alles dankbar sein?
Mir geht es doch so und so. Es ist so schade, wenn wir uns die Kraft der
Dankbarkeit verwehren, weil wir das Gefühl haben, das würde dazu führen, dass
unsere Sorgen, Schmerzen und Belastungen dadurch nicht mehr ernst genommen
würden, sondern bagatellisiert würden. Es ist wichtig, dass wir uns klar machen,
immer im Leben, und das ist besonders wichtig bei Trauma-Integrationsprozessen,
gibt es ein Sowohl-als-auch. Da ist sowohl der Schmerz als auch das,
was gut ist. Da ist sowohl das Unvermögen als auch das, was wir trotzdem tun können.
Da ist sowohl die schwere, schattenreiche Vergangenheit als auch ein Hier und Heute,
in dem ich gestalten kann und Einfluss nehme. Also, Sowohl-als-auch zu spüren und
akzeptieren zu können, ist eine Voraussetzung dafür, um eine
Dankbarkeitspraxis nutzen zu können, ohne sich selbst zu vergaggeiern oder
die alten und vorhandenen und aktuellen Schmerzen zu bagatellisieren.
Deswegen lade ich dich herzlich ein, bei meiner jetzigen Einladung genau das,
was ich gerade gesagt habe, im Hinterkopf zu behalten, so dass sich all deine
inneren versehrten Anteile trotzdem gesehen fühlen und du deinen Geist und
dein Herz öffnen kannst für die regulierende Kraft der Dankbarkeit.
Ich lade dich ein, dir Zeit zu nehmen heute, um während des Tages bewusst
wahrzunehmen, was du wertschätzt. Vielleicht ist das eine schöne Übung,
um auch ganz sozusagen normal wahrgenommene Dinge einmal mit
Wertschätzung zu betrachten. Also das wahrzunehmen, was schon gut ist.
Beispielsweise, dass du ein Fahrrad hast, mit dem du dich bewegen kannst, was du
jetzt vielleicht tun wirst. Beispielsweise, dass du ein kuscheliges
Bett hast, in dem du mir vielleicht gerade zuhörst.
Beispielsweise, die schöne Begegnung, die du irgendwo heute an irgendeiner
Stelle erlebst. Vielleicht ganz klein und scheinbar unbedeutend.
Vielleicht wirst du dir des schönen Privileges bewusst, dass du gerade in
einer Welt, in der viel Unfrieden ist, an einem Ort bist, an dem du sicher und in
Frieden leben kannst. Also ich lade dich ein, heute während des
Tages Ausschau zu halten, was du vielleicht einmal mit deiner
gewussten Wertschätzung beschenken kannst. Und ich lade dich ein, am Ende des
Tages einmal den Blick zurückzuwerfen und dich zu fragen, was sind Begebenheiten
des heutigen Tages, die mir ein Gefühl der Dankbarkeit ermöglichen.
Der Effekt dieser inneren Übung ist folgender. Wenn wir uns mit unserer
Aufmerksamkeit auf das ausrichten, was schon gut ist, dann ist das für unser
Nervensystem wie ein Signal der Sicherheit. Wir geben unserem
Nervensystem, das vielleicht durch Traumafolgen sehr darauf ausgerichtet ist,
besonders die potenziellen Gefahren wahrzunehmen, eine Möglichkeit, hier und
jetzt einmal zu spüren, da ist was Gutes. Da ist etwas, was mir ein schönes Gefühl
schenkt. Das gibt mir einen Moment der Empfindung von Sicherheit. Also das ist
der regulierende Effekt in unserem Nervensystem. Wir aktivieren unseren
ventralen Vagusast durch die Ausrichtung auf etwas Wohltuendes,
Sicherheitgebendes, Positives und das hat einen regulierenden Effekt, besonders dann,
wenn man chronisch eher in der Disbalance ist. Also ich weiß auf jeden Fall, dass
ich heute dafür dankbar sein werde, dass ich diesen Impuls aufsprechen, einsprechen
aufnehmen konnte und dass ich weiß, dass da jemand zuhört und ich damit vielleicht
ein klein bisschen Licht rüberreichen kann. Das erfüllt mein Herz mit
Dankbarkeit und gibt meinem Nervensystem wirklich einen wunderbaren, wohligen
Moment des Durchatmens und des Wohlgefühls. Ich wünsche dir ganz viele
schöne Dinge, für die du dankbar sein kannst und danke dir fürs Lauschen. Bis morgen.
