Spielt die Temperatur bei der Verdauung doch keine Rolle? | Modern Koi Blog #7088

KonishiKoiFarm
16 Abonnenten
89 Videoaufrufe·20.12.2024
Herzlich Willkommen zum Modern-Koi-Blog.
Hallo und Willkommen.
Heute lassen wir einfach mal unsere Website im Hintergrund laufen.
Hast du schon alle Weihnachtsgeschenke gekauft?
Fast.
Was bekommt Till?
Nichts.
Liebe, Liebe geht raus.
Was bekommt Nele?
Einen Kalender.
Hast du einen Kalender selber gebastelt?
Das kann ich dir jetzt nicht verraten.
Die guckt doch kein Modern-Koi, Mann.
Jetzt kommt Verrat.
Und dann zeigst du ja an Weihnachten, dass du es im Blog schon verratest.
Einen selbstgemachten Pilzkalender.
Wo du gesammelt hast.
Also nicht Bier, sondern Mushroom.
Mushroom.
Viele lachen über den Witz vielleicht schon immer.
Ich sage immer, Sandra ist eine Extrem-Sportlerin.
Sie sieht extrem schlecht und sammelt Pilze.
Das ist so.
Das ist der Running-Gag.
Das ist der Running-Gag und es geht eigentlich gar nicht zusammen.
Da lacht niemand mehr.
Luca im Hintergrund.
Die haben nicht gerade die Anlage, die Wasserwerte.
Chef, Klappe halten.
Und wen beschenkst du noch? Deine Mutter?
Ja, natürlich.
Was bekommt deine Mutter?
So ein ...
Wie nennt man das? Fürs Haar was.
Fürs Haar.
Also ich beschenke natürlich meine Tochter.
Aber dass sie den Blog noch vor Weihnachten schneidet,
wäre das relativ dämlich,
das jetzt zu verraten.
Ja, siehste mal.
Du hast einen Blog in eigener Sache.
Du hast für ein Büro geschildert,
dass irgendwo im Internet,
in einem Forum,
die Meinung grassiert,
dass das alles Blödsinn ist,
dass Karpfen, Käue auch im Winter
so viel fressen wollen,
weil immerhin geht vorne was rein
und wenn vorne was reingeht,
dann geht hinten auch irgendwas wieder raus.
Und da wolltest du jetzt mal Licht ins
tiefdunkel bringen.
Ja, also es scheint mir auch,
dass es da ziemlich dunkel ist.
Allein der Beweis, dass hinten wieder
was rauskommt, wenn ein Käu was frisst,
bedeutet natürlich nicht,
dass das verdaut ist, was da hinten rauskommt.
Solche Erfahrungen macht man
vielleicht auch manchmal mit der eigenen Verdauung.
Da möchte ich einen kurzen Einwurf bringen.
Es ist richtig,
im Winter kommt da was raus.
Und mitunter kommt im Winter sogar mehr raus
als im Sommer,
weil die Tiere das nicht so gut verdauen.
Und ich weiß noch,
als ich letztes Jahr
im Januar, Februar, März
so durch die Gegend gefahren bin
und geblockt habe,
da ist unfassbar viel
sehr weißlicher,
großer, langer Kot
auf dem Boden der Teiche gelegen.
Okay, wir müssen mal alle Ursachen anschauen.
Wir haben natürlich strömungsreduzierte Teiche
im Winter, der Kot wird nicht so gut
zum Bodenablauf abtransportiert.
Aber es war auffällig,
ich kenne vom
Konishi Number One,
die meisten Leute füttern das,
viele, aber vom
Konishi Futter kenne ich diese langen
Kotwürste eigentlich nicht.
Aber die sieht man dann im Winter, wenn zu viel gefüttert wird.
Ja, diese langen weißen Kotwürste
sind aber was anderes, als wenn
hinten die Pellets wieder rauskommen,
die vorne reingeschaufelt werden.
Kann das auch passieren?
Ja, das sieht man zum Beispiel
im Frühjahr ganz häufig.
Also ich kenne das nur von Mais.
Wenn die Temperaturen runtergehen
im Frühjahr und die Fische schon gut
gefressen haben, dann ist es
tatsächlich so, dass man
pelletiertes Futter im Kot hat.
Also ein ganz eindeutiger
Nachweis, dass gar nichts bedauert
wurde, sondern dass der Körper es einfach
durchgeschoben hat. Aber immer noch besser als pelletierter
Kot im Futter.
Ja, da hat er allerdings nichts zu suchen.
Das ist richtig.
Aber diese weißen Kotwürste, das sind einfach
Das ist die einzige
Beschwerde, die wir für unser
Futter noch nicht gekriegt haben.
Wir haben pelletierten Kot
im Futter gefunden.
Nein, das kann
prozestechnisch hoffentlich gar nicht passieren.
Das kann auch nicht. Das war jetzt Spaß.
Hallo, es ist Weihnachten.
Ja, es ist dieses Töpfchen-Thema, das offensichtlich
den Humor...
Okay, jetzt zum hunderttausenden Mal.
Also ich will mal was von Jeremy Wade's
Flussmonster. Kennst du?
Dieser Extremangler?
Das ketscht dich, wenn du das anschaust.
Der ist auf der ganzen Welt unterwegs.
Da geht es jetzt kurz um die
Wechselwärme der Tiere
und das Verhalten von wechselbaren Tieren.
Und er wollte mit Tigersalmon
tauchen in Afrika.
Und
ist in so einem Flussdelta,
wo ganz viel Grün... Du wirst jetzt
lachen. Nur, dass
das Wechselwärme, wie das in der Natur
das Verhalten der Tiere
massiv beeinflusst. Jetzt ist er
in dem Fluss getaucht und da
ist ein Krokodil verseuchter Fluss.
Und welcher Vollidiot
steigt in einen Krokodil verseuchten
Fluss? Jeremy Wade's. Aber nur,
weil er
Informationen hat von Einheimischen.
Die Krokodile dort
machen bis Schlag 18 Grad
gar nichts und drunter sind die
einfach ruhig. Dann kannst du tauchen.
Also sprich, wenn
den Tieren nicht so wie
bei uns im Teich permanent
Futter angeboten wird,
sondern wenn sie auf ihre natürlichen
Instinkte achten,
dann werden die wechselbaren Tiere
einfach ruhig. Ich weiß von Japan
mit den Schlangen, wenn es da
nicht allzu warm ist, dann sagen die alle
kein Problem, passiert nichts, wenn die Sonne
rauskommt. Aber was bei uns
in den Teichen eine Riesenrolle spielt,
wo wir wirklich Fehler machen können,
das ist die Konditionierung.
Dass die uns kennen, die kennen
das Geräusch
eurer Terrassentüre, die kennen euren Schritt
und dann sind die auch futterkonditioniert
und dann kann man damit unter eine Riesenscheiße
bauen im Winter.
Natürlich fressen in
den Karpfenteichen die Karpfen
auch mal bei 4 Grad
eine Larve oder Schnecke.
Das ist ja nichts, das hat ja keinen Nährwert.
Aber eben der Nährwert
ist ein anderer und
einfach die Nährstoffdichte
ist eine andere. Und deswegen
ist es ganz, ganz
wichtig, auf die Temperatur
zu achten in den Teichen. Und das
nicht nur einmal im Monat, sondern bitte
täglich. Und die Futtermengen
tatsächlich anpassen
an die Wassertemperatur.
Da gibt es Tabellen, auf die kann man
schwören oder man kann es bleiben lassen.
Aber bei
10 Grad die Hälfte
von dem noch zu füttern, was man bei
20 Grad füttert, es sollte
eigentlich eine Selbstverständlichkeit
sein. Und das ist meines Erachtens
sogar noch zu viel. Und da sind wir
dann schon an der Grenze.
10 Grad heißt ja halber Stoffwechsel,
ich würde es vierteln.
Bitte auch gerne vierteln,
aber unterhalb
von, sagen wir mal 6 Grad
kein Futter mehr anbieten.
Weil das ist dieses Konditionierungsthema,
was der Martin gerade angesprochen
hat. Die Fische, die kommen
auch bei 6 Grad und betteln,
aber wenn man ihnen nichts mehr gibt, dann gehen
die runter, wie deine komischen Krokodile
da, und machen erstmal
nichts mehr, vorausgesetzt natürlich
die Strömungsverhältnisse im Teich
lassen das zu. Genau, und das ist
auch ein Thema. Und gestern hatte ich erst ein langes
Telefonat mit einer ganz lieben Frau aus Frankfurt.
Ist auch eine Tierverrückte,
hat Pferde, hat alles. Und dann hat sie
einfach gesagt, und das ist jetzt
interessant, weil du das mit der Strömung sagst,
letztes Jahr sind die Fische am Boden gelegen.
Und ich habe nur
jeden,
als es dann kalt war, um die 4,
5 Grad, habe ich
einmal in der Woche 2 Handvoll gefüttert.
So.
Dieses Jahr, sagt sie, kommen
die Fische permanent, immer wenn ich rauskomme,
kommen die, und ich fütter jeden Tag noch.
Sag ich, das ist zu viel.
Woran liegt das? Sag ich,
dann sagt sie, ja,
wir haben den Teich umgebaut.
Und die haben einen uralten Jürgen-Kirchner-Teich
übernommen, gibt es keinen Blog drüber.
Einen ganz uralten Jürgen-Kirchner-Teich übernommen.
Und da war Uralt-Technik dran.
Also das Ding ist wirklich 20, 25
Jahre alt. Da war eine ganz kleine Rohrleitung,
da war kaum Strömung drin, alles. So.
Keine Strömung, Fische legen
sich am Boden, ja, und die wollen nichts.
Jetzt kommt ein Genesis-Teich,
mit zwei starken Genesis,
am Bluestream-Pumpen, die richtig Wumms machen.
Man hat nicht auf Winterbetrieb geschalten,
ihr Mann ist jetzt leider gestern in den Urlaub geflogen,
dann habe ich ihr gesagt, sie soll in die Filterkammer steigen,
hab seither nichts mehr von ihr gehört.
Sehr magaber.
Nein,
und hab gesagt, einfach die Pumpenleistung
jetzt mal stumpf halbieren. Auch wenn ich
die Anlage nicht kenne, ist kein Trommelfilter
oder sonst was dran, wo sie jetzt dejustieren
könnte, sondern einfach eine Sedimentationsanlage.
Sag ich,
Pumpenleistung halbieren, das ist das eine.
Die Koi werden natürlich von zu viel
Strömung, werden die auf Trab gehalten,
brauchen sie auch mehr Energie. Und das andere
hab ich gesagt, wenn sie
jeden Tag rauskommen, das ist der
Konditionierungsfaktor. Das sind die zwei Faktoren.
Welcher jetzt stärker liegt, weiß ich nicht.
Aber ich würde jetzt einfach die Koi zur Ruhe
kommen lassen, indem ich die Strömung reduziere
und gleichzeitig
nicht immer, wenn ich an den Teich laufe,
Futter reinwerfen, man kann trotzdem an den Teich gehen,
die merken das dann auch irgendwann.
Das sind wie die Schimpansen im Zoo.
Genau, aber die Botschaft
heute ist, wechselwarme Tiere
sind keine Warmblüter
und sind dem unterworfen,
was die Außentemperatur hergibt.
Darum hab ich das mit dem Krokodil erzählt, aber das hätte
ja nicht gefallen. Sie hätte ja dann gleich gesagt,
zurück zum Thema. Genau. Aber die
wechselwaren Tiere funktionieren am Ende alles
so. Warum
sind wir den ganzen Tag,
Jahr ein, Jahr aus,
am Essen? Weil wir die Körpertemperatur
halten. Weil wir 37,
36, 5
Körpertemperatur haben.
Und das muss verbrennt werden,
darum spricht man vom Brennwert
bei der Nahrung.
Und die Tiere brauchen das nicht.
Die wollen den Fisch auch.
Wo kommt das hier eine Biene her?
Das ist keine Biene, das ist eine Wespe.
Eine Wespenmutter,
die irgendwo gerne überwintern
will.
So,
und wie viel Grad hat ein Thunfisch?
Ja.
Wie viel? Wie viel weiß ich nicht,
aber er kann bis zu einem gewissen Grad
seine Körperwärme selbst
produzieren. Das ist brutal.
Das ist Wahnsinn. Bring mir kurz mein Handy.
Ich glaube 30.
Ich weiß es tatsächlich nicht auswendig.
Ich wüsste aber, wo es steht.
Also außer im Internet gibt es ja auch Bücher,
wo sowas steht. Thunfisch, warte.
Thunfisch,
Körpertemperatur.
Also die Thunfische dann
im Koi-Teich muss man dann
anders füttern als die Koi.
Der Thunfisch ist eigentlich ein Warmblüter
und mit einer Körpertemperatur
von 27 Grad Celsius
kann sich er doch
für kurze Zeit auf seine Umgebung anpassen.
Der macht das aber irgendwie mit einem ganz komischen
Blutkreislauf, den man jetzt entschlüsselt hat.
Genau.
Aber zum Thema Koi
haben wir jetzt, glaube ich, die wichtigste Botschaft
rübergebracht.
Futtermengen und Wassertemperatur
gehören zusammen.
Und dazu stehe ich,
wenn die Leichtzeit vorbei ist,
Ende Juli, von August
bis Ende Oktober.
Aber die Hauptzeit ist August, September
und man merkt es auch am ganzen Fressverhalten,
wie gierig die sind. Wenn ihr dort
die Schlacht für den Winter schlagt,
wenn ihr dort eure Fische gut konditioniert,
könntet ihr theoretisch
auch die Koi dann
bis März überhaupt gar nicht füttern.
Da würde bei den gesunden Fischen
nichts passieren.
Das wäre, muss ich ganz ehrlich sagen,
in manchen Teilen vielleicht besser,
als dieses unsichere,
heute vier Hände, morgen drei,
und haben sie jetzt alle gefressen oder nicht.
Und auch das beobachtet man, dass manche Koi von ganz allein
im Winter nichts fressen.
Ja, die sind da auch sehr unterschiedlich.
Die sind extrem unterschiedlich.
Es gibt auch welche, die sich einfach unten hinlegen,
Schräglage, und den Winter
in Schräglage überdauern.
Also ganz, ganz verschieden.
So, jetzt haben wir mit dem Mythos,
wir können den Winter so viel füttern,
wie wir wollen.
Und wenn hinten was rauskommt,
heißt es nicht, dass der Fisch Energie aufgenommen hat.
Das stimmt.
In diesem Sinne, vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
