Tag 22 - Achtsamkeits-Adventskalender

Verena König
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22.12.2024
Hallo und herzlich willkommen zum heutigen Achtsamkeits-Adventskalender-Türchen.
Schön, dass du da bist. Ich freue mich von Herzen.
Heute möchte ich dir gerne einen kleinen Denkansturz geben, dich inspirieren über etwas nachzudenken.
Und zwar über die Verletzlichkeit.
Verletzlichkeit ist etwas, was wir alle Menschen gemein haben.
Jeder von uns ist verletzlich und jeder von uns wurde schon verletzt.
Manche so schwer, dass sie unter Traumafolgen leiden.
Andere so schwer, dass sie tiefe Prägungen in sich tragen und Angst haben vor ihrer Verletzlichkeit.
Wenn wir unsere Verletzlichkeit fortan dann versuchen zu verbergen,
dann verbergen wir eine sehr wesentliche Seite von uns.
Denn wenn wir unsere Verletzlichkeit verbergen, dann verlieren wir zu einem gewissen Teil unsere Authentizität.
Verletzlich zu sein bedeutet, sich einem anderen Menschen zu zeigen.
Auch von einer vielleicht sogenannten schwachen Seite.
Mit einer Sorge, mit einer Angst, mit einem Bedürfnis, mit einem Wunsch oder einer Sehnsucht.
Je mehr wir uns davor schützen wollen verletzlich zu sein, desto weniger können wir davon teilen.
Desto weniger können wir unsere Sorgen teilen, unsere Ängste teilen, unsere Wünsche und Bedürfnisse kommunizieren.
Desto weniger können wir wir selbst sein.
Und das hat wirklich einen hohen Preis.
Das hat den Preis, dass wir uns letztlich in unseren Beziehungen nicht sicher fühlen können.
Und zwar nicht, weil wir unsere Verletzlichkeit verbergen, fühlen wir uns sicherer.
Sondern weil wir unsere Verletzlichkeit verbergen, fühlen wir uns unsicher.
Denn wir machen nicht die Erfahrung, so wie wir sind, sicher und willkommen zu sein.
Um also unsere Beziehungen zu vertiefen, um uns wirklich sicher zu fühlen in Verbindungen und in der Verbundenheit,
ist es wichtig, dass wir unsere Verletzlichkeit nicht vollends verbergen.
Es ist natürlich wichtig, dass wir uns schützen, besonders vor Menschen, die uns nicht gut tun.
Aber da, wo wir spüren können, dass es so etwas gibt, wie ein grundlegendes Wohlwollen,
wie ein grundlegendes Respektiertwerden, ist es gesund etwas mehr von unserer Verletzlichkeit zu zeigen,
uns verletzlicher zu zeigen und dadurch authentischer, tiefgehender und umfassender wahrgenommen zu werden.
Also möchte ich dich heute einladen, einmal ein bisschen darüber nachzudenken und zu reflektieren,
wie sehr du deine Verletzlichkeit verbirgst und in welchen Beziehungen du die vielleicht sogar fast verleugnendes,
also sie so richtig, richtig hinterm Berg hältst und aus der Beziehung versuchst rauszuhalten
und in welchen Beziehungen du das Gefühl hast, hier könnte ich mich sicher genug fühlen
oder hier fühle ich mich definitiv sicher genug, um meine Verletzlichkeit auch zu teilen.
Außerdem möchte ich dich gerne einladen, mit der Verletzlichkeit, die andere Menschen dir zeigen,
ganz achtsam umzugehen und ihnen damit ein großes Geschenk zu machen,
nämlich die Bestätigung, dass sie mit ihrer Verletzlichkeit genauso liebenswert sind,
wie wenn sie total stabil und ganz, ganz selbstbewusst und selbstsicher sind.
Trotzdem sind sie natürlich verletzlich, aber du kannst ein Gefühl schenken von Willkommen sein und Angenommen sein,
wenn du Menschen in ihrer Verletzlichkeit siehst und sie darin würdigst und achtest.
Ich freue mich auf deine Gedanken dazu in den Kommentaren und wünsche dir einen liebevollen Tag
mit einer liebevollen Umarmung für deine eigene Verletzlichkeit und die Verletzlichkeit deiner Mitmenschen.
Alles Liebe zu dir und bis morgen. Tschüss.
