23. Dezember - Die Stechpalme

Kontra Funk
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25.12.2024
Die heilende Kraft der Pflanzen.
Der Adventskalender im Kontrafunk.
Die Apothekerin Cornelia Stern von der Freiburger Heilpflanzenschule
teilt althergebrachtes Wissen, aber auch phytotherapeutische Geheimnisse.
An jedem Tag im Advent geht sie mit Ihnen durch ihren Kräutergarten.
Heute die Stechpalme, Ilex aquifolium.
Zum 23. Dezember habe ich eine ganz besondere Pflanze ausgewählt, nämlich die Stechpalme.
Und viele werden jetzt vielleicht denken, was, die Stechpalme, das ist doch gar keine Heilpflanze.
Und ja, sie haben recht und nein, sie haben vielleicht doch auch nicht so ganz recht.
Stechpalmen haben nämlich einiges, was nicht so bekannt ist.
Wichtig zu wissen ist, dass Stechpalmen unter Naturschutz stehen.
Also wir sollten sie nicht im Wald oder in der freien Natur einfach so ernten.
In der Tat ist es so, dass sie in der naturwissenschaftlichen Phytotherapie,
in der rationalen Phytotherapie nicht eingesetzt werden.
Denn die Beeren, diese wunderschönen roten kugeligen Früchte daran, sind leicht giftig.
Und mit leicht giftig ist gemeint, wenn man zu viel von denen isst,
dann kann es zu Erbrechen oder zu Durchfall kommen.
Schlussendlich sind das nur Zeichen, dass der Körper sich wehrt und versucht, diese Stoffe wieder loszuwerten.
Die Blätter hingegen, wie auch die Rinder, sind beide ungiftig.
Und die wurden früher auch in der Volksheilkunde häufig eingesetzt.
Mit den Blättern hat man Tee gekocht gegen Husten und Fieber.
Und die Rinder hat man bei Rheuma eingesetzt.
Beides heute nicht mehr üblich.
Dafür hat sich eine neue Therapieform so langsam auch in Deutschland etabliert.
Das ist die Chemotherapie.
Da werden die Knospen von Bäumen und Büschen verwendet.
Und die Knospen von der Stechpalme im Frühling, geerntet und speziell ausgezogen,
das ist ein spezielles Verfahren, werden heute eingesetzt bei Trübungen der Hornhaut.
Allerdings, dass das hier gleich noch klar gesagt wird,
es ist nicht so, dass man diesen Extrakt dann in die Augen gibt.
Das wäre auf jeden Fall nicht sinnvoll.
Sondern die Gemomittel werden in den Mund gesprüht.
Die Wirkstoffe gehen über das Blut dann zu den Augen hin und wirken Trübungen der Hornhaut entgegen.
Bekannter ist vielleicht als die Chemotherapie, dass auch Dr. Edward Bach in England
aus der Stechpalme eine Bachblüte geschaffen hat, namens Holly.
Das ist eine der sieben letzten Bachblüten vor seinem Tod.
Und diese Holly soll gegen Neid, Wut und Hass helfen.
Und Holly, der englische Name, heisst ja auch heilig.
Und ein bisschen diese Bestimmung hat auch diese Bachblüte.
Es kann nur etwas Heiliges sein, was auf der Welt gegen Neid, Wut und Hass helfen kann.
Wenn wir da zurückgucken, ist es auch so, dass bei den Kelten die Stechpalme eine große kultische Pflanze war.
Bei den Druiden zusammen mit der Mistel galt sie als eine der sieben heiligen Pflanzen.
Ein kleines Geheimnis auch zum heutigen Tag.
Vielleicht haben Sie sich jetzt gefragt, liebe Hörer, warum ich denn gerade zum 23. Dezember,
zum Tag vor der Heiligen Nacht, eine Stechpalme mitbringe.
Das hat damit zu tun, dass die Stechpalme der Vorläufer unseres Weihnachtsbaums gewesen ist.
Man hat sich nämlich die Zweige von der Stechpalme mit den roten Beeren in der guten Stube aufgehängt.
Man hat sie an die Türen gehängt und diese roten Beeren symbolisierten die heutigen roten Kugeln, die am Weihnachtsbaum baumeln.
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Das war Ilex aquifolium, die Stechpalme.
