Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion SPD, Matthias Miersch, begrüßt es, dass Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) Vorschläge zur Sicherung des Rentensystems macht, die nicht im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vorgesehen sind. Er finde es „völlig legitim“, dass auch eine Bundesarbeitsministerin Impulse zur Gestaltung der Zukunft der Rente liefere, sagte Miersch auf eine Frage der Epoch Times.
Bas hatte am Wochenende in einem Zeitungsinterview vorgeschlagen, in Zukunft auch Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen zu lassen.
Weiter fragte Epoch-Times-Reporter Erik Rusch, ob es eine Vereinbarung zwischen Union und SPD in der Regierungskoalition gäbe, sich in den ersten 100 Tagen nicht öffentlich zu streiten. Miersch konnte die Aussage der Bild-Zeitung nicht bestätigen.
„Der Streit, der Diskurs, der gehört meines Erachtens zur Demokratie dazu“, fügte der SPD-Fraktionvorsitzende hinzu. „Es ist eine Frage, wie gestritten wird, aber wir müssen schon aushalten“, sagte Miersch. ________________________________________________________________
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Gibt es eine Vereinbarung zwischen Union
und SPD in der
Regierungskoalition, sich in den ersten
100 Tagen nicht öffentlich zu streiten?
Das fragen wir den SPD
Fraktionsvorsitzenden Matthias Müsch.
Genau wie wir auch von ihm wissen
wollten, was er zu dem Vorstoß von
Berbelbas zum Thema Rente und
Mindestlohn hält. Also, so ein Pakt ist
mir nicht bekannt. Ähm aber vielleicht
meint die Bildzeitung, dass man
miteinander ins Gespräch kommen will
regelmäßig. Wir haben ja vereinbart
beispielsweise, dass es regelmäßige äh
Koalitionsausschüsse gibt, nicht unter
Streitgesichtspunkten, sondern um
abzugleichen, wie weit ist man. Äh und
ich kann sagen, dass ich z.B. mit dem
Kollegen Sparen jetzt in sehr enger
Abstimmung bin kontinuierlich. Das ist,
glaube ich, eine sehr, sehr gute und
wichtige Grundlage. Bei einer Sache, da
müssen wir, glaube ich, alle, sie, ich,
aufpassen. Der Streit, der Diskurs, der
gehört meines errachtens zur Demokratie
dazu. Es ist eine Frage, wie gestritten
wird, aber wir müssen schon aushalten,
dass auch Parteien, Fraktionen im
deutschen Bundestag miteinander über den
besten Weg streiten. Das ist Demokratie.
Es ist eine Frage, wie und äh das war
vielleicht in der Vergangenheit an
vielen Stellen zu sehr unter dem
Egogesichtspunkt, aber dass ich mich
streite über die Sache, das finde ich
gehört in einer Koalition dazu. Es ist
eine Frage des Stils, wie man es macht,
aber der Diskurs, den halte ich für
sehr, sehr wertvoll und daran glaube ich
müssen wir auch, wenn wir dieses Haus
ernst nehmen, auch festhalten. Und
insofern finde ich es völlig legitim,
dass auch eine
Bundesarbeitin die Frage, wie sollen die
Renten der Zukunft gestaltet werden, wie
kriegen wir die Systeme sicher, wo wir
uns im Koalitionsvertrag ja ausdrücklich
auf eine Kommission festgelegt haben,
die das mit erarbeiten soll, dass dort
Impulse hineingebracht werden, wie z.B.
die Rente stabilisiert werden kann, dass
darüber dann auch diskutiert und im
Zweifel gestritten werden kann, das
gehört, finde ich, zur Demokratie dazu.
Aber eine Bundesarbeitsministerin, die
zu diesem Thema schweigen würde, würde
ich mir jedenfalls nicht wünschen. Und
insofern, sie hat ja auch deutlich
gemacht, sie wollte damit nicht den
Koalitionspartner provozieren. Aber es
ist ihre Aufgabe insofern auch Dinge
vorzuschlagen, über die man dann
diskutiert. Und ich glaube, dass es uns
gelingt, in dieser großen Koalition auch
diesen positiven Streit tatsächlich dann
auch zu leben. Entscheidend ist, dass
die Menschen danach sehen, dass wir
tatsächlich auch was entscheiden und
nicht nur Streit um des Streites Willen
machen. Vielen Dank. Wir haben schon
etwas überzogen. Wünsche einen
erfolgreichen Tag. Danke.