SPD-Chef Lars Klingbeil hat sich auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen des Stabilitätsrats deutlich von der parteiinternen Forderung nach einer Wende im Verhältnis zu Russland abgegrenzt. Russland sorge für unfassbares Leid in der Ukraine und dafür, dass dort jeden Tag Menschen sterben, sagte Klingbeil am Donnerstag in Berlin zu Journalisten. Russlands Präsident Wladimir Putin könnte den Krieg gegen die Ukraine sofort beenden. „Er tut es aber nicht." Deutschland stehe zurecht an der Seite der Ukraine. „Diese militärische Unterstützung geht weiter." Hier werde es mit ihm als SPD-Chef und Vizekanzler keine Kehrtwende geben.
Diese Woche war ein Papier bekanntgeworden, in dem SPD-Linke kurz vor dem Parteitag eine neue Sicherheits- und Außenpolitik einschließlich einer Annäherung an Russland verlangen. Zudem wendeten sich die Unterzeichner gegen eine Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland und forderten ein Ende des Rüstungswettlaufs. Das Papier löste Irritationen nicht nur in der SPD, sondern auch beim Koalitionspartner Union aus.
Es sei richtig, Wege zu einem Frieden zu suchen, so Klingbeil. Eine Volkspartei wie die SPD müsse über das Thema auch diskutieren und dies aushalten. „Ich habe eine andere Meinung." Klingbeil wollte das Papier nicht als Angriff auf ihn als Parteichef werten. Es müsse akzeptiert werden, dass es unterschiedliche Meinungen gebe. (sk/reuters)
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was das Manifest angeht. M das will ich
hier sagen und ich bitte da die Kollegen
Verständnis, weil es ja natürlich eine
Debatte ist, zu der ich mich dann noch
äußern will, wenn sie dazu fragen. Ähm,
wir sehen jeden Tag, dass Menschen in
der Ukraine sterben, das jetzt seit 3
Jahren. Das ist Wladimir Putin, der
diesen völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg begonnen hat, der die
Verantwortung für das unfassbare Leid
und für das tägliche Sterben von
Menschen trägt. Und ich erinnere mich
noch an die Kritik auch an Olaf Scholz,
als er immer wieder die Telefonate mit
Putin geführt hat. Ich fand es immer
richtig, dass man genau diese Bemühung
hat und ich glaube, das eint uns in der
SPD, dass wir auf der Suche sind nach
der Frage, wie kann man eigentlich einen
nachhaltigen und gerechten Frieden
erreichen? Und ich finde, das sollte man
sich gegenseitig auch nicht absprechen.
Ich tue das jedenfalls nicht. Und mein
Anspruch als SPD-Vorsitzender, wenn ich
diesen Hut hier kurz aufhaben darf bei
der Antwort ist natürlich ähm, dass wir
als Volkspartei auch diskutieren. Das
ist übrigens eine Debatte, die ich aktiv
vorangetrieben habe, wenn Sie auf den
Parteitag 2023 gucken, wo ich genau
diese Frage, was heißt eigentlich
Zeitenwende für die Programmatik der SPD
vorangebracht habe mit einem
einstimmigen Beschluss. Viele der
Unterzeichner Unterzeichner waren damals
übrigens aktiv eingebunden in diesen
Beschluss und
insofern finde ich müssen wir in der
Gesellschaft Debatten über die besten
Wege zum Frieden aushalten. Das muss
eine Volkspartei auch aushalten, aber es
muss dann noch jeder aushalten, dass der
Vorsitzende sehr klare Meinung hat und
eine sehr klare Position hat und die
will ich ihn dann kurz auch noch mal
darstellen. Der Weg, den ich als
Vorsitzender und ein Bundeskanzler Olaf
Scholz immer mit unterstützt habe, dass
wir deutlich machen, wir stehen an der
Seite des angegriffenen Landes der
Ukraine. Wir unterstützen die Ukraine
politisch, militärisch, in anderen
Bereichen und zwar sehr klar sind der
größte europäische Unterstützer und
diese militärische Unterstützung geht
weiter und auf der anderen Seite
ergreifen wir aber jede Möglichkeit auch
zu diplomatischen Initiativen, wo es
darum geht, den Frieden zu erreichen.
Das ist für mich nie ein Gegensatz
gewesen. Militärische Stärke auf der
einen Seite und diplomatische Bemühung
auf der anderen Seite sind keine
Gegensätze, sondern das sind zwei Seiten
einer Medaille. Und was diesen Weg
angeht, wird es keine Kertwende mit mir
geben. Und es wird auch, das will ich
sehr klar sagen, mit mir keine Kertwende
geben, was die Unterstützung der Ukraine
angeht. Also, ich bin weit davon weg,
ähm politische Debattenbeiträge als
persönlichen Angriff auf mich zu sehen,
dann wäre ich auch falsch an der Spitze
der SPD. Wir sind eine Partei, die mit
sich ringt, die gerne diskutiert. Ich
glaube, das verfolgen sie ja alle auch
intensiv. Ich habe eine andere Meinung
äh als in diesem Manifest drin steht.
Ich habe meine Meinung gerade doch
deutlich gesagt. Ähm und ich bitte, also
mein Wunsch wäre übrigens, das will ich
mal grundsätzlich sagen, dass wir
wegkommen davon, dass unterschiedliche
Meinung immer gleich persönliche
Angriffe sind. Ich glaube, wir
diskutieren zu wenig in dieser
Gesellschaft und ich glaube, wir tun uns
alle gut, wenn wir ähm akzeptieren, dass
es Grautöne gibt, dass es
unterschiedliche Meinung gibt, dass es
Debattenkulturen gibt, die wir stärken
sollten. Und wenn wir mal nicht einer
Meinung sind, dann macht uns das nicht
gleich zu Gegnern.