Kennst du den Unterschied_ Zugeben, gestehen, beichten (Deutsch C1)

German Glotto
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Aug 12, 2025 #education #deutsch
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A member of Deutsch mit Rieke has recently asked me about the difference between these verbs.
Zugeben, bekennen, gestehen, einräumen, beichten.
All of these verbs describe that someone says that he has done something bad.
Or that a suspicion about him is true.
But there are differences and we will take a closer look at them today.
Let's start with something to admit.
You probably all know this verb quite well.
Sie hat zugegeben, dass sie Geld aus meinem Schrank genommen hat.
Also, ich hatte den Verdacht, dass sie Geld aus meinem Schrank genommen hat, und sie hat
jetzt gesagt, dass das stimmt.
Sie hat gesagt, dass sie das Geld wirklich genommen hat.
Sie hat es zugegeben.
Noch ein Beispiel.
Gib doch zu, dass du eifersüchtig bist.
Also, ich denke, dass du eifersüchtig bist, sag doch jetzt, dass das stimmt.
Bei etwas zugeben geht es meistens darum, dass eine Person A einen Verdacht über eine
Person B hat.
A denkt, dass B etwas getan hat oder etwas Bestimmtes fühlt oder denkt.
Und wenn Person B dann sagt, dass das stimmt, dann gibt sie es zu.
Wichtig ist, dass diese Sache, die B zugibt, etwas Negatives, Schlechtes oder irgendwie
Unangenehmes für Person B ist.
Etwas zugeben ist ein recht neutrales Verb, das man in vielen Situationen benutzen kann.
Es passt in privaten Gesprächen, aber auch in formelleren Situationen.
Machen wir weiter mit dem Verb gestehen.
Ein typischer Satz ist dieser hier.
Der Angeklagte hat die Tat gestanden.
Das bedeutet, der Angeklagte hat offiziell gesagt, dass er der Täter ist.
Vor Gericht oder bei der Polizei.
Man könnte hier auch zugeben sagen.
Der Angeklagte hat die Tat zugegeben.
Aber gestehen ist formeller und klingt auch etwas ernster und passender in diesem Zusammenhang.
Das Besondere an gestehen ist, dass es ohne Objekt stehen kann.
Der Angeklagte hat gestanden.
Hier weiß man sofort, aha, er hat vor Gericht oder bei der Polizei gesagt, dass er der Schuldige ist.
Zugeben kann nicht so alleine stehen.
Wenn wir gestehen in anderen Situationen benutzen, muss es auch mit einem Objekt stehen.
Zum Beispiel, ihr Mann hat ihr gestanden, dass er sie betrogen hat.
Er hat ihr also diese unangenehme Wahrheit erzählt.
Das Verb ist hier, jemandem etwas bestehen.
Was ist der Unterschied zu etwas zugeben?
Ihr Mann hat gestern zugegeben, dass er sie betrogen hat.
Ich habe ja vorhin gesagt, dass bei zugeben Person A meistens einen Verdacht hatte.
Vielleicht hat hier die Frau in dieser Situation zu ihrem Mann gesagt,
ich glaube, dass du mich betrügst, stimmt das?
Und dann hat er gesagt, ja, es stimmt.
Dann können wir sagen, er hat es zugegeben.
Bei jemandem etwas gestehen kann es auch sein, dass sie gar keinen Verdacht hatte.
Der Mann hatte einfach ein schlechtes Gewissen und hat seiner Frau von seinem schlechten Verhalten erzählt.
Sie wusste vorher nichts davon.
Das ist also so ein kleiner Bedeutungsunterschied.
Im Alltag benutzt man gestehen auch oft als Einleitung, wenn man jemandem sagen will,
dass man einen unangenehmen Fehler gemacht hat oder irgendetwas,
das die andere Person verletzen könnte.
Zum Beispiel, du, ich muss dir was gestehen,
ich habe vergessen, ein Geburtstagsgeschenk für dich zu besorgen.
Es tut mir echt total leid.
Also, du, hör mal, ich muss dir jetzt etwas sagen,
was mir sehr unangenehm und peinlich ist.
Das ist eine sehr häufige Verwendung von jemandem etwas gestehen.
Mit zugeben funktioniert das nicht.
Hier ist noch ein Beispiel.
Ich muss dir was gestehen.
Ich habe die Serie alleine ohne dich weitergeschaut,
obwohl wir das eigentlich zusammen machen wollten.
Ihr seht, gestehen klingt einerseits sehr ernst,
nämlich wenn wir über Verbrechen oder schlimme moralische Fehler sprechen.
Andererseits kann man es in dieser, ich muss dir was gestehen, Einleitung,
aber auch so im Alltag benutzen, wenn es nicht um ganz so schlimme Fehler geht.
Schauen wir uns als nächstes das Verb beichten an.
Dieses Verb hat einen religiösen Hintergrund.
In der katholischen Kirche bedeutet beichten,
dass man einem Priester seine Sünden erzählt,
in einem sogenannten Beichtstuhl.
Man erzählt dem Priester also alles,
was man in seinem Leben falsch gemacht hat.
Heute benutzt man dieses Verb aber auch im Alltag,
ohne an den religiösen Hintergrund zu denken.
Wenn man jemandem etwas, das man länger geheim gehalten hat,
endlich sagt, dann beichtet man es.
Also etwas, das man sich zuerst nicht getraut hat zu sagen,
weil es einem peinlich oder unangenehm ist.
Zum Beispiel, hast du deiner Mutter schon gebeichtet,
dass du ihre Lieblingstasse kaputt gemacht hast?
Jemandem etwas beichten und jemandem etwas gestehen sind sehr sehr ähnlich.
Beichten wird aber nicht in formellen Situationen benutzt,
sondern eher im privaten Bereich.
Es klingt etwas lockerer als gestehen.
Wenn ich hier in diesem Satz gestehen benutzen würde,
würde der Satz irgendwie zu ernst klingen.
Hier ist noch ein Beispiel.
Ich habe meinem Vater erst Jahre später gebeichtet,
dass ich als Kind manchmal seine Unterschrift gefälscht habe.
Also, als Kind habe ich die Unterschrift meines Vaters nachgemacht,
zum Beispiel auf Entschuldigungen für die Schule.
Ich habe mich nie getraut, ihm das zu erzählen,
weil es mir so unangenehm war.
Erst Jahre später, als Erwachsener, habe ich es ihm erzählt.
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Man kann nicht nur etwas gestehen,
sondern auch etwas eingestehen.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Verben ist für mich als Muttersprachlerin
ehrlich gesagt schwierig zu erfassen und auch nicht immer ganz klar.
Sie hat ihren Fehler gestanden.
Sie hat ihren Fehler eingestanden.
Die grundsätzliche Bedeutung ist gleich.
Sie sagt, dass sie einen Fehler gemacht hat.
Eingestanden drückt vielleicht etwas mehr aus,
dass sie lange darüber nachgedacht hat,
dass sie gezögert hat
und auch, dass sie wirklich überzeugt davon ist,
dass sie einen Fehler gemacht hat.
Vielleicht ist es gut für euch zu wissen,
dass eingestehen relativ selten benutzt wird.
Ihr könnt euch auch merken,
dass dieses Verb vor allem mit den folgenden Substantiven steht.
Einen Fehler eingestehen.
Das bedeutet sagen, dass man einen Fehler gemacht hat.
Einen Irrtum eingestehen.
Das bedeutet einen Irrtum zugeben.
Sagen, dass man sich geirrt hat.
Seine Schuld eingestehen.
Das bedeutet sagen, dass man schuldig ist.
Es gibt noch eine interessante Verwendung von eingestehen,
nämlich den Ausdruck sich etwas eingestehen.
Hier ist ein Beispiel.
Er wollte sich lange nicht eingestehen,
dass er überfordert war.
Sich etwas eingestehen bedeutet,
sich selbst gegenüber ehrlich sein
und eine unangenehme Wahrheit akzeptieren,
auch wenn es schwer fällt.
Es geht hier also nicht darum,
anderen Menschen etwas zu sagen.
Man sagt zu sich selbst.
Ja, das ist so, auch wenn es unangenehm ist.
Hier im Beispiel war er lange nicht ehrlich zu sich selbst.
Stattdessen hat er sich eingeredet,
dass er alles schaffen würde.
Jetzt weiß er aber, dass das nicht stimmt.
Noch ein Beispiel.
Wir müssen uns eingestehen,
dass wir bei der Planung Fehler gemacht haben.
Also, wir haben Fehler gemacht.
Das müssen wir jetzt ehrlich sagen und auch akzeptieren.
Wir dürfen uns nicht selbst anlügen
und so tun, als wären keine Fehler passiert.
So, dann haben wir noch das Verb etwas einräumen.
Dieses Verb klingt im Vergleich zu den bisherigen
deutlich formeller und sachlicher.
Das ist ein Verb,
das man zum Beispiel in den Nachrichten hört oder liest.
Der Politiker räumte Fehler im Umgang mit der Krise ein.
Wenn jemand etwas einräumt,
dann gibt er es zu.
Der Politiker hat zugegeben,
dass er Fehler gemacht hat.
Einräumen deutet aber auch an,
dass er nicht so ganz freiwillig
über seine Fehler gesprochen hat.
Vielleicht hat eine Journalistin
ihn direkt danach gefragt.
In dieser Situation konnte er nicht lügen,
also hat er den Fehler eingeräumt.
Er hat nicht von ganz allein gesagt,
ich habe Fehler gemacht und das tut mir sehr leid.
Stattdessen musste man ihn danach fragen
und er hat dann gesagt,
ja, wahrscheinlich habe ich einen Fehler gemacht.
Im Alltag benutzt man dieses Verb eher selten.
Es ist ein typisches Verb
aus der Politikersprache oder aus den Nachrichten.
Noch ein Beispiel ist,
die Firma räumte ein,
dass es beim Datenschutz Probleme gab.
Die Firma wurde wahrscheinlich gefragt,
ob es Probleme gab
und dann hat ein Verantwortlicher gesagt,
ja, der Vorwurf ist nicht falsch.
Wenn dir dieses Video gefallen hat,
dann empfehle ich dir mal
meine Playlist über deutsche Verben anzuschauen.
Die verlinke ich dir hier.
Vielen Dank fürs Zuschauen
und bis zum nächsten Mal.
Macht's gut!
