Chinas Bevölkerung schrumpft. Dagegen will Peking angehen und führt eine große Änderung in der Familienpolitik ein. Am Montag gaben die Behörden bekannt, dass verheiratete Paare nun bis zu drei Kinder haben dürfen - statt zwei und davor nur eins.
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Chinas Bevölkerung schrumpft.
Dagegen will Peking angehen und führt eine große Änderung in der Familienpolitik ein.
Am Montag gaben die Behörden bekannt, dass verheiratete Paare nun bis zu drei Kinder
haben dürfen, statt zwei und davon nur eins.
Der Beschluss kam drei Wochen nach der jüngsten Volkszählung.
Diese zeigt einen dramatischen Geburtenrückgang im bevölkerungsreichsten Land.
Der Beschluss kam drei Wochen nach der jüngsten Volkszählung.
Diese zeigt einen dramatischen Geburtenrückgang im bevölkerungsreichsten Land.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurde die Lockerung bei der Familienplanung
während einer Politbürositzung unter der Leitung von KP-Chef Xi Jinping genehmigt.
Die Ergebnisse der aktuellen Volkszählung zeigen, dass Chinas Bevölkerung so langsam
gewachsen ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
In einer Online-Umfrage mit dem Hashtag Are You Ready für die Drei-Kinder-Politik sagten
etwa 29.000 von 31 Befragten, dass sie nie daran denken würden, drei Kinder haben zu
wollen.
Xinhua führte diese Umfrage auf ihrem Account der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo
durch.
Später wurde die Umfrage jedoch wieder entfernt.
Pekings Kurswechsel in der Familienpolitik ruft gemischte Reaktionen unter den Chinesen
aus.
Ein Touristenpaar in Shanghai sagte, sie würden nur dann weitere Kinder bekommen, wenn die
Bedingungen es zulassen.
Heutzutage müssen junge Leute ein Apartment kaufen.
Dieser Druck ist schon sehr groß und dann muss man auch noch die Kosten für die Ausbildung
des Kindes berücksichtigen und so weiter.
Ich denke, diese Art von Politik wird schwierig umzusetzen sein.
Richtig.
Und wir denken, dass die Qualität der Bildung für unsere Kinder ein noch größeres Problem
werden könnte, wenn wir ein zweites oder drittes Kind haben.
Auf Weibo wird über die neue Familienpolitik heiß diskutiert.
Ein neues Hashtag hat bereits mehr als 400 Millionen Aufrufe erhalten.
Es lautet Was haltet ihr von der Drei-Kinder-Politik?
Die Reaktionen sind gemischt.
Zwar sind einige positiv, doch die Mehrheit ist weniger davon begeistert.
Eine Person postete, sie unterstützt die Politik und solange man ein Chineser ist, sollte
man die Drei-Kinder-Politik des Staates unterstützen.
Andere denken an die hohen Kosten, die mit der Ausbildung von drei Kindern einhergehen.
Ein Internetnutzer schreibt, wie viele Menschen können es sich heutzutage leisten, drei Kinder
aufzuziehen.
Eine andere Nutzerin postet, ich bin das zweite Kind in meiner Familie und ich bin 35 Jahre
alt.
Ich bin ein Mädchen und mein Bruder ist zehn Jahre älter als ich.
Nachdem ich geboren wurde, legte uns die Regierung eine Geldstrafe auf, die meine Familie fast
in den Ruin trieb.
Kann der Staat uns die Strafe mit Zinsen zurückzahlen?
Ich kann es mir im Moment nicht einmal leisten, mein einziges Kind aufzuziehen.
Die Kosten für die Ausbildung eines Kindes plus Wohnungskredite belaufen sich auf über
1.500 Dollar pro Monat.
Mein Mann und ich arbeiten extrem hart, um Geld zu verdienen.
Außerdem müssen wir uns um unsere kranken Eltern kümmern.
Wo ist die Unterstützung durch die Regierung?
Das chinesische Regime hat versichert, es würde unterstützende Maßnahmen bereitstellen,
nannte aber keine weiteren Details.
Eine andere Internetnutzerin beschwert sich über den Politikwechsel.
Sie schrieb, was hat sich das Regime dabei gedacht, als es nur ein Kind erlaubte?
Diejenigen von uns, die in den 80er Jahren geboren wurden, sind einfach nur unglücklich.
Wir sind einsam aufgewachsen, ohne Geschwister.
Und nun muss ein Paar sich um zwei Elternpaare kümmern.
Jetzt erlaubt uns die Regierung, ein drittes Kind zu bekommen.
Das heißt, zwei Erwachsene müssen sich um vier alte Menschen und drei Kinder kümmern.
Kann man so überleben?
Doch auch Fachleute zweifeln Chinas umstrittene Familienplanung an.
Solange die Regierung keine wirklichen Anreize einführt, also Paaren, die drei Kinder haben,
besondere Vergünstigungen gewährt, z.B. Ermäßigungen für den Transport etc.,
glaube ich nicht, dass chinesische Paare in den nächsten Jahren mehr Kinder haben werden.
Chinas Änderung in der Familienpolitik ist ein Versuch, etwas gegen die sinkende Geburtenrate des Landes zu tun.
Im Jahr 2016 rückte die Kommunistische Partei Chinas von ihrer Ein-Kind-Politik ab
und erlaubte Paaren, zwei Kinder zu bekommen.
Aber es scheint nicht funktioniert zu haben.
Die Volkszählungsdaten zeigen, dass in China im vergangenen Jahr nur 12 Millionen Kinder geboren wurden.
Das ist ein Geburtenrückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Es bleibt abzuwarten, wie effektiv die Drei-Kind-Politik in Zukunft sein wird.