Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist angespannt. Rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlen – und 9,9 Millionen Wohnungen sind überbelegt.
Ziel der Bundesregierung ist es, mehr Wohnungen entstehen zu lassen. Für 2025 ging die Rechnung jedoch nicht auf.
Trotz des von der Regierungskoalition beschlossenen Bau-Turbo-Gesetzes und dem Ziel, pro Jahr 400.000 neue Wohnungen entstehen zu lassen, wurden 2025 nur 206.000 Wohnungen gebaut. So viel waren es zuletzt 2012.
Was sind die Ursachen für diese Negativentwicklung und was braucht es, damit es beim Wohnungsbau wieder aufwärts geht? Darüber sprachen wir mit der Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses, Iris Schöberl. ________________________________________________________________
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The German housing market is in a critical state, with a severe shortage of apartments and a failure to meet government construction targets. Despite the \"Bauturbo\" law, only 206,000 units were built in 2025, far below the 400,000 goal. Experts argue that while permitting has improved, high interest rates and financing hurdles now block growth, requiring urgent political and social intervention.
Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist angespannt.
Rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlen.
9,9 Millionen Wohnungen sind überbelegt.
Ziel der Bundesregierung ist es, mehr Wohnungen entstehen zu lassen.
Für 2025 ging die Rechnung jedoch nicht auf.
Trotz des von der Regierungskoalition beschlossenen Bauturbo-Gesetzes
wurden 2025 gerade mal 206.000 Wohnungen gebaut.
Eigentlich war das Ziel der Regierung, pro Jahr 400.000 neue Wohnungen entstehen zu lassen.
Was sind die Ursachen für diese Negativentwicklung
und was braucht es, damit es beim Wohnungsbau wieder aufwärts geht?
Darüber sprachen wir mit der Präsidentin des Zentralen Immobilienausschusses.
Frau Schäuble, wenn man den deutschen Wohnungsbau als Patienten ansehen würde,
wie ist denn der Gesundheitszustand?
Nicht kritisch, aber auf gar keinen Fall gesund.
Im Zustand, oh mein Gott, Fieberkurve.
Wenn wir sagen, mit 42 Fieber sind wir tot, dann würde ich mal sagen, wir sind bei 38,5.
Das wird schon kritisch.
Woran hakt es?
Erst hat es gehakt an der Genehmigungsgeschwindigkeit.
Da wurde jetzt was gemacht und dann kommt dazu natürlich die Finanzierbarkeit.
Die Kosten sind nach oben gegangen, die Zinsen haben sich vervierfacht
und dann hat es sich einfach nicht mehr gerechnet.
Deswegen fordern wir da auch gezielte Maßnahmen.
Der Bauturbo hat ja eine Veränderung gebracht.
Aber so wie ich Sie verstehe, ist ja zu wenig.
Es braucht einen Bauturbo 2. Was sollte der beinhalten?
Der Bauturbo 1 macht quasi Genehmigungen.
Der Bauturbo 2 soll die Finanzierung adressieren und der soll da drin haben,
dass man eine Sonder-AFA bekommt auf KfW 55, nicht auf 40, auf KfW 55.
Und da wird der auch eine erhöhte, gerne 10 Prozent.
Ansonsten wäre es schön, wenn man Eigenkapitalersetzende Mittel bekommt.
Wenn eine normale Person eine Wohnung kaufen möchte,
dann braucht sie 20, 30 Prozent Eigenkapital.
Hat man manchmal nicht und dann kriegt man keine Finanzierung.
Dann wäre es schön, wenn man dafür eine Garantie,
eine Bürgschaft des Bundes bekommt, dass man dann eben trotzdem kaufen kann
und sich dann in der Tilgung wieder das nach unten begibt.
Die Ausfallraten von solchen Bürgschaften sind quasi nicht existent.
Weil jeder tut alles, um seine Wohnung zu halten.
Warum hat sich das so entwickelt und was ist der Weg jetzt raus da?
Der gesellschaftliche Konsens, den wir brauchen, ist,
dass man jedes Neubauvorhaben bitte positiv ansieht.
Jede Nachverdichtung ist gut, aber es wird halt dann oft gesagt,
es sind halt noch mehr Kinder im Kindergarten und es wird noch dichter.
Es wird zu viel gegen neue Baumaßnahmen geklagt.
Und da müssen wir, da fordere ich auch Sie auf als Medienvertreter,
bitte arbeiten Sie daran, dass man das wieder positiv konnotiert.
Und das muss dann natürlich auch in der Politik sich wieder halb finden,
dass man dann sagt, wir tun uns zusammen,
die Frau Hubig, die Frau Hubertz und der Herr Klingbeil tun sich zusammen,
um investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Und wie erklären Sie sich den fehlenden Mut in der Politik,
so große grundsätzliche Veränderungen zu machen?
Es sind sehr viele Partikularinteressen von allen Seiten da.
Ich glaube, es fehlt gar nicht am Mut, aber sie verhaken sich im Klein-Klein.
Und deswegen geht es nicht weiter.
Also ich glaube auch nicht, dass es da links, rechts irgendwas ist,
sondern das ist tatsächlich verworren im Klein-Klein.
Vielen Dank.
Ich danke Ihnen.