12 Videoaufrufe·07.05.2024
Source:
https://www.spreaker.com/episode/philosophieren-65-mitleiden--59457397
Wann haben Sie, liebe Hörer, zuletzt Mitleid mit einem anderen Menschen empfunden? Und was genau ging da in Ihnen vor? Bewegt uns das ungute Gefühl, den anderen nicht in seiner Lage sehen zu wollen, überträgt sich gar sein Fühlen auf unser eigenes Gefühl? Oder bleiben wir ganz bei uns in diesen Momenten des Mitleidens, und handelt es sich dabei vielleicht um ein eher egoistisches Empfinden? In dieser Folge von „Philosophieren“ im Kontrafunk wenden sich Matthias Burchardt und Alexander Christ dem Mitleiden zu und werfen unter anderem einen kritischen Blick auf die Ausbeutbarkeit dieses Gefühls, zuletzt durch die geschickt im Rahmen ihrer Machtinteressen agierende Politik.
liebe Hörer diese Sendung können Sie
vollständig auf
kontrafunk.radio hören hier gibt es aus
lizenzrechtlichen Gründen nur eine
gekürzte
Version guten Tag liebe Hörer mein Name
ist Alexander Christ und Sie hören
philosophieren im kontrafunk heute mit
Matas und alerr den Urologen für die
Tränensäcke des Abendlandes wöchentlich
diskutieren wir über alltägliche und
tiefgründige Themen und heute stellen
wir Sie liebe Hörer auf eine besondere
Probe wir hinterfragen ihr Mitleiden mit
anderen und wollen uns genauer ansehen
was das eigentlich ist das Mitleid die
Empathie die doch allen halben von uns
eingefordert wird ist sie eine wichtige
Form der Kompass
zeigt sie dass uns das Schicksal des
anderen nicht gleichgültig ist und ist
das Mitleid damit der Kit und die
Voraussetzung für echte
Gemeinschaft oder verdeckt das Mitleiden
mit dem anderen die wirklichen Probleme
der Menschen lassen Sie sich ein auf
eine Stunde philosophieren im kontrafunk
[Musik]
philosophieren im kontrafunk heute mit
mir Alexander Christ und mit dir lieber
Matthias hallo Matthias ich freue mich
dass Du wieder da bist und wir sprechen
heute über das Mitleiden ja vielleicht
müssen wir aus Gründen der
Rücksichtnahme für unseren
selbstbezeichnungstitel noch mal
erklären mit den Tränensäcken des
Abendlandes sind natürlich nicht
männlichen Hörer gemeint sondern die
philosophischen Grundfragen die sich am
Mitleid entzünden und in einer Kultur
des Mitleids auch in der übertriebenen
Kultur des Mitleids sich
niedergeschlagen haben ja gut dass du
sagst manchmal sind ja Begriffe sehr
missverständlich und führen sofort zu
ganz erheblichen Auseinandersetzungen
das wollen wir auch vielleicht
diskutieren in dieser Sendung aber vor
allem wollen wir uns eben anschauen was
steckt tatsächlich hinter dem Stichwort
Mitleid mitle en Empathie empfinden was
ist das ganz konkret da haben sich ja
viele Philosophen auch mit dem Thema
schon beschäftigt wir werden uns in
dieser Folge ganz zentral mit
Jean-Jacques Rousseau beschäftigen und
für alle Hörer die das vielleicht
nachschlagen und Nachlesen wollen vor
allem mit seinem Diskurs über die
Ungleichheit dazu später mehr jetzt aber
erstmal vielleicht an Dich Matthias die
Frage wie ist das mit dir wann leidet
est du mit in welchen Situationen
empfindest du Mitleid oder empfindest du
gar kein Mitleid gehst du einfach kalt
schneäuzig durch die
Welt ja ich bin ja auch nicht aus Stahl
gemacht sondern in einer
resonanzbeziehung zu den Mitmenschen ich
habe mich in Vorbereitung auf die
Sendung noch mal versucht zu erinnern
was so meine intensivsten
mitleiderfahrungen waren und da sind mir
Szenen aus der Kindheit eingefallen das
war ein Familienausflug zu einem
Wasserschloss und da habe ich zum ersten
Mal eine Dame im Rollstuhl gesehen und
habe gefragt warum sitzt sie denn da und
mir wurde dann erklärt die kann nicht
laufen und das hat mich als Kind so
erschüttert weil ich das nicht kannte
und habe mir dann vorgestellt wie das
wäre selber nicht laufen zu können und
habe dann ganz schrecklich geweint und
immer gedacht die arme Frau die arme
Frau ich konnte die dann auch gar nicht
mehr anschauen und war völlig
überwältigt und übermannt von dieser
Form des
Mitleides das hat sich auch auf Tiere
z.B bezogen als ein Freund von mir ein
marinenkäfer einfach in die Luft warf
und der fiel herunter D habe ich gesagt
du bist ein Tierquäler weobei das Tier
natürlich fliegen konnte und dem ist
natürlich auch nichts passiert aber ich
chte oh Gott wenn das mit mir passiert
das ist vielleicht auch schon Hinweis
darauf wie das mit dem selbst und dem
anderen im Mitleid überhaupt ist und
eine dritte Praxis des Mitleids das
kenne ich dann nicht nur als
mitleidender sondern auch als Mitleid
erwünschender wenn es mir schlecht geht
und dann jemand sagt n stell ich mal
nicht so an mach mal das und das und das
dann denke ich mir Mensch hat den die
Person gar kein Mitleid mit mir mir
geht's schlecht das kann man doch spüren
also man kann mich doch nicht so
mitleidslos behandeln hier also da
steckt ein bisschen die Formulierung
dahinter Mitleid erheischen also ich
meine das jetzt gar nicht nachteilig
oder negativ sondern es geht da
vielleicht eher drum auszudrücken dass
jemand Mitleid erwartet mit sich selbst
weil es ihm gerade nicht gut geht und
andere zeigen das dann nicht ist das das
was du meinst das kenne ich auch das
Mitleid erheischen aber das ist eher so
ein Gefühl von unverstanden sein dass
ich halt denke es müsste sich doch
vermitteln dass ich momentan gerade in
der schlechten Situation bin warum
versteht das keiner gesehen werden
steckt da vielleicht dahinter gesehen
werden wollen ja ja genau also die Hörer
wissen ja inzwischen schon dass wir uns
auf unsere Sendungen vorbereiten und
natürlich sprechen Matthias ich vorher
auch ein bisschen drüber was wir in der
Sendung bereden wollen und dann macht
man sich so seine Gedanken ich hatte
diesmal ein paar Tage und konnte mir
überlegen welche Situationen mir
einfallen wann ich besonderes Mitleid
hatte und ich habe was ganz
erstaunliches festgestellt bitte mal
unsere Hörer das zu prüfen ob es Ihnen
vielleicht ähnlich geht ich habe
festgestellt dass ich wirklich wie ich
glaube
sehr selten Mitleid mit anderen Menschen
empfinde sondern eher mit Tieren die mir
hilflos Vorkommen in den Händen von
Menschen also die Szene die du eben mit
dem Käfer beschrieben hast die könnte
ich sofort unterschreiben ich kann mich
erinnern an einen Freund aus
Kindheitstagen der ob schon er sonst
ganz angenehme Eigenschaften hatte doch
eine sehr unangenehme Eigenschaft hatte
er hat sich einen großen Spaß daraus
gemacht unschuldig daherfliegende
fliegen
zu fangen und sie dann in der Hand zu
zerquetschen ich hatte Mitleid mit den
fliegen fliegen sind ja nun wirklich
nicht Geschöpfe die uns ja zu jeder
Gelegenheit willkommen sind ich will es
mal so ausdrücken sondern die gehen
haben ja doch manchmal recht heftig auf
die Nerven aber auf die Idee eine Fliege
in der Hand zu zerquetschen bin ich das
kann ich ganz klar sagen noch nie
gekommen ich habe natürlich schon
fliegen mit einer Fliegenklatsche
erschlagen wenn es gar nicht mehr anders
ging das gestehe ich mit aber wenn ich
die Möglichkeit habe lasse ich sie zum
Fenster raus und es wird dann oft
belächelt jetzt könnte ich mehrere
Tiergeschichten anbringen ich will die
Hörer nicht langweilen das würde die
Sendung unnötig füllen aber die gehen
alle in die gleiche Richtung also immer
dann wenn Menschen sich überhöhen und
sich anmaßen über ein Fortleben von
Tieren zu entscheiden dann wird's für
mich kritisch wir haben gerade eine
entsprechende Situation wir haben Hühner
und das eine oder andere Mal muss ein
Huhn auch gehen unfreiwillig das ist für
mich tatsächlich schwierig ich kann das
selbst auch nicht machen und will das
vor allem nicht machen und ich würde
wahrscheinlich wenn ich mich davon
ernähren müsste zum Vegetarier ich habe
wirklich Mitleid mit Diren jetzt mein
zweiter Teil der Ausführung Menschen da
ist mein erster Gedanke ganz oft die
sind ein bisschen immer selbstschuld
dass sie in die Lage gekommen sind das
jedenfalls der erste Gedanke den ich
habe ich ja das gemein was ich sage und
worüber wen wir sprechen müssen ich habe
da auch eine Theorie dahinter die
wahrscheinlich noch mal eine eigene
Sendung erfordert das kann ich jetzt
schon andeuten ich habe mich mit einem
Text von Norbert Bolz beschäftigt der
mich auch noch mal auf den Gedanken
gebracht hat aber da werden wir
vielleicht noch mal extra drüber
sprechen müssen ich will nort Bolz jetzt
hier auch nicht an den Pranger stellen
ganz im Gegenteil ich find den Text
großartig welchen verrate ich noch nicht
aber jetzt noch mal zurück zu meinem
ausgangsgedanken nehmen wir an ich sehe
jemand am Straßenrand sitzen dem es
körperlich sehr schlecht geht es gibt ja
also in manchen Innenstädten auch
Menschen die ihre körperliche
Gebrechlichkeit gerade zu zur
schaustellen und sagen gib mir bitte
Geld ich kann meinen Lebensunterhalt
nicht verdienen ich habe vielleicht
Gliedmaßen die nicht so gewachsen sind
oder verunstaltet sind dass ich also
nicht gehen kann oder etwas anderes
nicht kann mein erster Gedanke ist dann
natürlich nicht da ist die Person selbst
dran schuld aber wenn jemand als Bettler
beispielsweise um Geld bittet dann ist
tatsächlich mein erste Gedanke und das
wollen wir vielleicht auch noch
besprechen warum wieso ist die Person in
die Lage gekommen und bin ich
tatsächlich dafür verantwortlich sie aus
dieser Lage zu befreien also da ist mein
Mitleid jedenfalls gebremst und es ist
von einer gewissen vernunftüberlegung
überlagert ob die jetzt so vernünftig
ist oder nicht da bin ich gerne bereit
mir nachsagen zu lassen kaltherzig zu
sein denn das wollen wir ja diskutieren
ah herrlich ich glaube die ganze Sendung
ist an diesem Beispiel zu entfalten ich
ahne ja schon wie es weitergeht und
freue mich unglaublich auf jeden
weiteren argumentationsschritt den wir
tun werden mir sind ein einige Sachen
eingefallen zu deinem Beitrag ich möchte
zum einen noch mal den kindervers
zitieren der uns beigebracht wurde quäle
nie ein Tier zum Scherz denn es spürt
wie du den
Schmerz kennst du wahrscheinlich auch
das K könnt ich mir groß über die Stube
schreiben ja da ist auch Motiv das
später noch mal auftauchen wird bei
Rousseau was da beschworen wird dann
kann man das philosophisch
möglicherweise noch mal abdecken durch
Albert Schweizers Gedanken der Ehrfurcht
vor dem Leben da kam eine Anekdote ein
Gast zu ihm ins Zimmer und sagt oh da
ist eine Spinne und dann sagt Albert
Schweizer wohl ja sie können gerne
wiedergehen sie war ja vor ihnen da die
Spinne
also ja lass mir nur noch sagen ich
möchte auch keine Menschen quälen denn
die spüren auch wie ich den Schmerz also
um das klar zu sagen keine Frage aber
interessant finde ich den Gedanken dass
du bei den Tieren deine Grenze ziehst
ich glaube auch die Pflanzen die du
istst als Vegetarier wenn du Schlachten
müsstest hatten andere Lebenspläne als
bei dir auf dem Teller zu enden und und
auch da könnte man eine gewisse
Grausamkeit unterstellen und vielleicht
müsstest du auch aus Mitgefühl mit den
Pflanzen vielleicht aufs Essen ganz
verzichten und dich auf das Licht atmen
verlegen möglicherweise ja ich weiß
worauf du hinaus willst das geht
natürlich nicht ne ich habe ja auch
nicht gesagt dass ich jetzt aufhöre
irgendwas zu essen aber das Essen selbst
erjagen zu müssen wir werden vielleicht
nachher noch auf den Naturzustand des
Menschen zu sprechen kommen das ist
nicht meins verstehe ich wir leben ja in
einer arbeitssteiligen Gesellschaft und
das bedeutet dass Menschen wie wir uns
ja auch vor bestimmten Dingen drücken
können aber vielleicht gehört zur
Ehrlichkeit dazu dass wir dann im
Zweifelsfall wenn es darauf ankäme das
möglicherweise doch könnten also wir
nutzen ja auch das Kanalisationssystem
durch unsere Abort und Sanitäranlagen
ohne selber Freude dran zu haben
inekalien zu kramen also auch da gibt's
eine Differenz irgendwann muss man es
können und ich finde vielleicht lernt
sich das dann auch wenn man das braucht
mhm ja ja na ja sicher ich sage nur dass
man vielleicht nicht alles selber können
muss du hast ja eben schon völlig
zurecht die arbeitsteilige Gesellschaft
angesprochen und da gibt's eben Menschen
die das eine tun und Menschen die das
andere tun und für mich ist eben wichtig
die Freiheit zu Abend zu entscheiden ob
ich das eine oder das andere tue und ich
sage halt wenn ich nur durch das
eigenhändige Töten von Tieren in den
Genuss von Fleisch käme dann würde ich
zum vegetar das muss ja niemand anderer
tun ist glaube ich eine eigene
Diskussion lass uns mal weitermachen mit
dem mitfühlen oder mit dem
mitleiden du hast ein paar
Begriffsklärungen oder Vorklärung schon
vorgenommen möchtest du die mal kurz
skizzieren damit wir dann die
Grundlinien der Sendung ein bisschen
rauspräparieren können genau wir haben
ja schon die Begriffe angesprochen ich
habe schon das Wort Empathie verwendet
was ist das eigentlich ich würde sagen
dass es eine emotionale Verschachtelung
meiner Person mit einer anderen Person
indem ich mich in diese hinein
verersetze also worum geht es beim
mitleiden oder auch be beim mitfühlen
wir beide haben anfangs überlegt welchen
Begriff wir als Überschrift über unsere
Sendung stellen wir haben uns für das
Mitleiden entschieden aber letztenendes
geht es darum glaube ich zu fühlen was
andere fühlen also ich fühle nach der
Bedeutung des Wortes in andere mich
hinein und empfinde dann deren Unglück
deren Schmerz oder deren Freude
stellvertretend oder parallel und liegt
auch schon ein erstes Problem denn
vielleicht wäre es wichtiger und
richtiger das eigene Gefühl zu ergründen
und gar nicht zu versuchen sich in
andere hinein zu versetzen aber das
natürlich schon Teil unsere Diskussion
die wir jetzt anstrengen müssen das wär
wir jetzt fast ein bisschen zu früh
jetzt darüber schon zu sprechen denn ich
bin mir gar nicht sicher ob das
überhaupt alles stimmt was da in diesen
ersten Begriffsbestimmungen was man so
liest gesagt ist also sich
hineinzversetzen wirft ja schon die
Frage auf wie mache ich das überhaupt
wir haben ja auch gelesen ja dafür
braucht man Imagination um mich in den
anderen hineinzudenken und seine Gefühle
zu verstehen ja ist das denn tatsächlich
so ich begegne einer Person ich fingiere
jetzt mal was aber was auch durchaus
realistisch ist und die weint und ist
ganz mitgenommen und traurig muss ich
dann erstmal sagen oh da entweicht eine
Flüssigkeit aus den seeschlitzen und der
Mund ist ganz verzerrt die Gesichtsfarbe
ist auch ein bisschen verändert was
könnte die sein möglicherweise ist sie
von starken Emotionen ergriffen hm ich
versetze mich jetzt mal in die rein was
könnte es sein ist es also über den
Umweg der rationalen Rekonstruktion auf
der Basis von wahrnehmungsdaten ein
intellektuelle Leistung nee nee ich
wollte nicht dich kritisieren sondern
wollte noch mal zeigen dass es da
möglicherweise ganz andere Aspekte gibt
nämlich eine Art von vermitteltheit und
eine resonanzbeziehung die mir auf
leiblicher Ebene eine Ebene der
kompassion des in Mitleidenschaft
gezogense Seins durch das Leid des
anderen eigentlich gar nicht zu schidung
werden lässt sondern mich angeht in
einer tiefen Schicht des jeweils schon
verbunden und verständigt sein mit dem
anderen mhm ich habe irgendwo den
Begriff der emotionalen Ansteckung
gelesen und so komisch er mir zuerst
vorkam glaube ich steckt doch ein
Fünkchen Wahrheit darin denn es
geschieht also es ereignet sich ich kann
es nicht steuern es macht einfach Klick
und ich bin ergriffen oder ich bin es
eben nicht und ich glaube nicht dass da
ein Gedankengang vorausgeht der mir sagt
jetzt weine ich mit weil der andere
weint sondern das ist manchmal ein
Automatismus den ich eben nicht stoppen
kann und manchmal eben nicht ein
Schicksal ergreift mich ein anderes das
Ganz ehährlich sein mag vielleicht nicht
genau ja also da ist ein Moment der
Unverfügbarkeit du sprichst vom Ereignis
völlig zurecht das gar nicht in den
Bereich meiner
Entscheidungsmöglichkeiten oder der
Notwendigkeit einer intellektuellen
Operation fällt sondern ich werde in
Mitleidenschaft gezogen das wiederfährt
mir im Sinne einer Passivität ja die
bringt mich in eine
Passivität eine Frage die sich daraus
natürlich jetzt direkt anschließend
stellt ist ist das Mitleid eigentlich
etwas ethisch besonders wertvolles werde
ich damit sozusagen zum guten Menschen
oder ist der mitleidslose Mensch der
böse Mensch der kalte Mensch ich spitze
es noch mal in anderen Weise zu ist das
Mitleiden eigentlich egoistisch oder
altrroistisch bin ich dann beim anderen
und hilft dem das wenn ich bei ihm bin
oder projiziere ich gewissermaßen mein
eigenes Leid auf den anderen und Ertrag
es vielleicht selbst nicht zu leiden und
helf dem bloß weil ich mit meinem
eigenen Leid nicht klar komme weil ich
ihn nicht leiden sehen will ja ich
glaube diese Frage werden wir nicht
abschließend beurteilen können sondern
vielleicht an der Stelle nur darüber
sprechen können wie es uns selbst
erscheint uns beiden ganz höchstpönlich
und jeder Hörer muss nun sehen wie er
sich selbst dazu verhalten möchte ich
persönlich glaube dass das Mitleid zeigt
dass ich nicht sehen kann wie andere
leiden dass es mich also stört es sagt
mehr über mich als über den anderen aus
glaube ich und dann ist es auch ein
echtes Mitleid ein mitfühlen dass ich
bereit bin zu akzeptieren und zuzulassen
ich glaube nicht dass es in irgendeiner
Form zeigt dass ich in dem Moment wo ich
mitleide besser bin als in einem anderen
Moment in dem ich nicht mitleide also
ist kein
Qualitätskriterium ohne da jetzt tiefer
drauf einzugehen ich habe in der
Vorbereitung der Sendung noch mal mich
daran erinnert dass David hum in seinem
Traktat über die menschliche Natur als
Voraussetzung für die menschliche Moral
für die Moralität die Gefühle des
Menschen statuiert hat und gesagt hat
also ohne echte Gefühle kann so etwas
wie Moral gar nicht entstehen das
scheint mir darauf hinzudeuten dass auch
in der Gefühlsäußerung des Mitleidens so
etwas wie ein Qualitätskriterium liegen
sollte aber das halte ich für sehr
gewagt das zu behaupten
das macht den Menschen nicht besser wenn
er mitleidet wir haben ja am Anfang oder
ich habe am Anfang klar zu sagen so ein
bisschen die kaltschneuzigkeit auch
beschrieben die manche Menschen ja haben
könnten und wenn man die sieht die ist
vielleicht nicht so schön zu beobachten
aber das reine mitleiden macht mich noch
nicht zum Gut menenschen der ich ja
sowieso nicht sein will aber wenn ich J
richtig verstehe ist ja auch die
menschliche Moral noch nicht an ihr Ende
gekommen im Mitleid sondern sie nimmt
vielleicht ihren Anfang Mitleid und
wirft dann andere Probleme auf ich
glaube dass wir diese Fragen besser
beantworten können wenn wir auf Rousseau
mal schauen und seinen zweiten Diskurs
um zu gucken wie das Mitleid da als
wesentliche Eigenschaft des Menschen als
Erbschaft der Natur dargestellt wird
sollen wir zu Rousseau übergehen ja lass
uns über Rousseau sprechen und ich habe
den Text schon genannt wer möchte kann
das noch mal nachlesen wir werden
nachher auch eine kleine Stelle vorlesen
mit rousau hast du dich sehr intensiv
befasst ich musste mich erst wieder
zurückerinnern und ich habe gesehen dass
Rousseau in diesem Diskurs bei hobs
ansetzt ihn auch mehrfach zitiert und
darauf hinweist dass Thomas hobs ja vom
Menschen als ein ja sehr seltsames Wesen
gesprochen hat hat er geschrieben der
Mensch ist dem Menschen ein Wolf das
klingt erstmal nicht freundlich da
scheint also ein gewisser Kampf im
Naturzustand um die Selbsterhaltung
stattzufinden das klingt erstmal nicht
nach mitt oder verstehe ich das falsch
nein nein wobei das ganz so brutal ist
es auch wiederum nicht bei hops nur
erfüllt sich das nicht im Naturzustand
dieses Naturrecht des Menschen auf
Selbsterhaltung weil eben das in
Konflikt gerät mit dem Anspruch der
anderen auf Selbsterhaltung sondern zu
Bedarfes halt eines Staates der die
Gewalt des Einzelnen aufhebt in
Gewaltmonopol und damit aber auch ein
Versprechen abgeben muss den Menschen
ihre Selbsthaltung zu erfüllen das ist
eine andere Spur rousau fragt sich was
hat es mit dem Wesen des Menschen auf
sich weil er seine Gesellschaft als
entfremdet erlebt und ich werde den
Rousseau jetzt mal stark darstellen
obwohl ich auch an vielen Punkten große
Rückfragen habe das lass ich vielleicht
manchmal so ein bisschen Anblicken wenn
er sich fragt wie können wir denn wissen
was es mit dem wahren Wesen des Menschen
auf sich hat darf man ihn nicht
betrachten wie er in der Gesellschaft
existiert denn da ist er verunstaltet er
bringt da ein antikes Bild nämlich die
Statue des glaukus ein eine Gottheit die
am Meeresrand steht und von den Gezeiten
von dem Wetter und den Algen und und
Muscheln so überlagert ist dass aus dem
Götterbild eine Bestie geworden ist und
was jetzt die Aufgabe rosos ist ist
nämlich die Rekonstruktion der
ursprünglichen Gestalt also rosur möchte
zurück zum Wesen des Menschen weil am
Ursprung zeigt sich das wie wir
eigentlich sind während die Geschichte
und die Gesellschaft uns verunstaltet
haben und das bedeutet dass er
einerseits die Elemente die sich
angelagert haben abtragen muss das so
eine Art anthropologischer striptis
alles was in der Gesellschaft und in der
Geschichte dem Menschen erst
hinzugekommen ist das wird beiseite
gelassen und das was möglicherweise
fehlt muss rekonstruiert werden man
könnte fast sagen dass das politische
Programm der Grünen ein Missverständnis
dieser methodischen Vorgehensweise zur
Erkenntnis des Menschen in die
Übersetzung eines politischen Programms
ist also diese Deindustrialisierung und
diese ganzen zivilisatorischen
Rückschritte übersetzen Rousseau eben in
eine politische Agenda ob man das
Rousseau vorwerfen muss oder den Grünen
das darf jeder selbst entscheiden darf
ich dazu eine Frage stellen möchte
Rousseau tatsächlich dass wir in den
Naturzustand zurückkehren ich glaube er
wird häufig missverstanden und so
ausgelegt ich habe ihn so verstanden
dass er den Naturzustand nur als
Beispiel heranzieht er geht also zurück
auf diesen Punkt um uns zu zeigen wie es
auch geht und um die Differenz zu der
Situation die er selbst erkennt indem er
sich einfach in seiner Zeit umblickt dir
wie du ja schon gesagt hast nicht als
besonders angenehm empfindet deutlich
machen zu können aber ich würde ihn
nicht so verstehen dass er sagt lasst
uns in den Naturzustand zurückkehren
keinesfalls er sagt sogar dass dieser
Naturzustand eine bloße Fiktion ist die
er methodisch vornehmen muss um das
Wesen des Menschen zu rekonstruieren und
behauptet dass sie zu keinem Zeitpunkt
historisch so existiert hat diese Zeit
wie du genau sagst geht es darum ein
Beispiel zu finden in dem wesentliches
Menschsein realisiert ist und die Frage
die sich da aufwirft ist wie kann
naturgemäßes Leben auch unter den
Bedingungen der Zivilisation und der
Gesellschaft stattfinden das heißt er
versucht dort Kriterien zu gewinnen die
er übertragen kann auf die
gesellschaftliche Existenz und ich gebe
mal ein paar Beispiele er sagt z.bi
entscheidend ist dass wir in einem
Balance von Bedürfnissen und Kräften
Leben und das bedeutet nicht dass wir
unsere Bedürfnisse runterschrauben auf
elementar Bedürfnisse sondern dass wir
ein Verhältnis haben dass wir aus
eigener Kraft diese Bedürfnisse
befriedigen können weil uns das
unabhängig macht dann sagt er wir müssen
eine Balance zwischen Schein und Sein
haben eine Gesellschaft die auf Schein
beruht und äußeren Reichtum vorspieg um
den Preis einer inneren Verelendung die
kann nicht glücklich sein also das sind
durchaus bedenkenswerte Kriterien die er
dort gewinnt wenn er sich die
Naturmenschen anguckt also es geht nicht
darum den phenotyp des Naturmenschen
nachzuarmen und wieder auf allen vieren
zu laufen oder auf die Bäume
zurückzuklettern sondern zu gucken was
war eigentlich das was da glücklich
gemacht hat und wie können wir das
realisieren auch unter den Bedingung von
Geschichte und Gesellschaft ganz
wichtige Frage wenn wir jetzt noch mal
ganz kurz auf Rousseau schauen er gibt
ja nichtsdestotrotz eine sehr positive
Deutung des Naturzustandes in dem der
Mensch durch genau vier Antriebe
geleitet wird ich will dir einmal kurz
nennen vielleicht sagst du zu denen dann
noch mal etwas der erste wichtige Punkt
ist die Selbstliebe Menschen versuchen
vor allem selbst zu überleben der zweite
Punkt ist das Unbehagen irgendein
Empfinden des Wesen umkommen oder leiden
zu sehen wie gesagt wir wollen heute
über das Mitleiden sprechen das kann man
vielleicht vor diesem Hintergrund noch
mal Spiegeln und noch mal neu betrachten
der dritte Punkt ist die Wahlfreiheit
des Menschen also er sich entscheiden
das Tier kann das nicht das Tier folgt
seinem Instinkt und tut das was der
Instinkt in dem Moment eingibt und
vorgibt Boso sagt an einer Stelle auch
das Tier ist eine gut funktionierende
Maschine die einfach das macht was als
Automatismus vorgesehen ist und es
glauben wir als Menschen ich drück mich
mal vorsichtig aus bei den Tieren ja
auch so beobachten zu können der vierte
Punkt ist der Wunsch des Menschen seine
Fähigkeiten dadurch weiter auszubauen
indem neue Fähigkeiten hinzu erworben
werden also irgendwo ist dann von der
perfektibilität die rede ich weiß nicht
ob Vervollkommung der richtige Begriff
ist aber es ist jedenfalls ein erweitern
der bestehenden Fähigkeiten das ist der
Naturzustand ja ich würde gerne diese
vier Elemente noch mal einbetten in
diese Rekonstruktion die man jetzt als
Rückweg Naturzustand beschreiben kann
als genetische Methode was bleibt denn
dann über wir hatten ja über die Statue
des glaukus gesprochen wie sah die
ursprünglich aus und dann nenn Rus so
genau diese vier Prinzipien und die kann
man noch mal klassifizieren diese
Selbstliebe amour SP die hat nichts mit
Emotionalität zu tun sondern sie ist als
Selbstsorge die Sorge für das eigene
Wohl oder die Selbsterhaltung ganz
schlicht gemeint und die pitier das
Unbehagen jemand anderen Schmerzen
zuzufügen die gelten als bon Naturell
als die natürliche Güte des Menschen und
die ist absolut zu unterscheiden von
einer gesellschaftlichen Güte da geht's
nicht um moralische Kriterien da geht's
nicht um Gut und Böse sondern geht's
darum wie funktioniere ich eigentlich im
Leben
der zweite Teil der ist erforderlich
weil das nicht hinreichend ist der
Mensch ist eben nicht nur Wesen der
Natur sondern dann hätte er ja auch
nicht aus ihr herausfallen können
sondern die bilden die Einbruchstelle
für Geschichte und Gesellschaft und
Kultur und das eine ist die Wahlfreiheit
wie du viich zurecht sagst müssen wir
uns entscheiden in bestimmten Punkten
weil in der Mechanik der Natur eine
Kluft aufspringt und die perfektibilität
ist nicht der Wunsch D zu verfolkommen
denn dieser Mensch ist sehr sehr faul
der hat drei große Bedürfnisse nämlich
Schlaf Nahrung und Sexualität und da
geht's jetzt nicht um Feinschmeckerei
und sonstige Sexualpraktiken oder ein
Boxspringbett sondern einfach nur um der
will seine Ruhe hablanzung ja nee
Fortpflanzung interessiert i nicht weil
der keine vorchellung von Zukunft und
Geschichte hat der geht auch keine
Beziehung an zu sein Mitmenschen ja
danke noch mal für diese Klarstellung
weil ich glaube wir neigen immer dazu
unser modernes Bild auf diese Texte zu
übertragen und da gehen wir manchmal
natürlich in die Irre ganz genau ja also
der geht auch nicht in die
Volkshochschule um noch ein jodeld
diipom zu erwerben also da geht nicht
verfolkung sonder es geht darum wenn er
die Bedürfnisse die er hat diese drei
simplen Bedürfnisse nicht aus eigener
Kraft erfüllen kann dann springt diese
verfolkkomnungsfähigkeit an und er er
wirrbt eine weitere Fähigkeit die er
nicht in seinem fähigkeitsrepertoire
bisher hat also er kann halt bisschen
höher springen oder greift zu dem Stock
der Mensch in diesem Zustand würde aber
auch nicht hergehen und einem anderen
was wegnehmen wenn er sieht an einem
anderen Baum hängen auch Früchte ne er
würde jetzt nicht sagen das mein Baum an
den darfst du nicht diese Notwendigkeit
sieht er gar nicht weil es gibt ja noch
andere Bäume das ist eine wesentliche
Voraussetzung die wir nicht
unterschlagen dürfen und gut dass du
danach fragst dieser Naturmensch lebt
unter paradiesischen Bedingungen das
heißt es gibt ausreichen Schlafplätze
Nahrung und Sexualpartner und deshalb
gibt's keine Veranlassung zum Konflikt
und deshalb ist diese pitier dieses
Mitleid eine Hemmung die eigentlich
einsetzt solange die Selbstsorge die
Amur die Möglichkeit hat die Bedürfnisse
zu verfriedigen ohne jemand anderen zu
schaden dann wird sie diese Variante
wählen wenn es nur möglich ist indem ich
jemand anderen dann hat die Selbstsorge
auch kein Problem damit anderen Schaden
zuzufügen weil die Selbstsorge stärker
ist als das Mitleid die geht vor ja
genau ja und all das was wir jetzt eben
gehört haben das bietet glaube ich ganz
immensen Raum für Missverständnisse ich
denke dass rosseau eben mit dem was er
gesagt hat seine Zeit beschreiben wollte
und in diesem Rückblick für mich ist
eine Art Rückblick versucht hat andere
Gegebenheiten aufzuzeigen und diese in
Kontrast zu bringen und es ist eben aus
meiner Sicht nicht so dass es sagt genau
dahin müssen wir wieder zurück denn ist
für ihn natürlich völlig klar dass wir
in dieser Zeit nicht leben die Menschen
leben zu seiner Zeit nicht und auch
heute nicht in paradiesischen Umständen
es ist eben so dass inzwischen einiges
passiert ist in der Weltgeschichte und
in der Menschheitsgeschichte und es ist
gar nicht vom Tisch zu wischen dass
Leute eben inzwischen doch ganz anders
vorgehen nicht so faul wie du es
beschrieben hast sondern mit einem
beträchtlichen Ausmaß an Energie der
sich zu einem Gutteil darauf verlegt
anderen was wegzunehmen das hängt damit
zusammen dass irgendwann das Eigentum
erfunden wurde und da sagt ja rousau
auch sehr böse die Stelle ist ja bekannt
der erste der ein Stück Land eingezäunt
hat und beansprucht hat das gehört mir
dem hätte man den Kopf einschlagen
sollen dann wäre uns viel übel erspart
worden ich weiß nicht ob damit die
letzte Wahrheit über den
Eigentumsbegriff schon formuliert ist
ich bin da nicht sicher aber zumindest
passt das in die Systematik von Rousseau
ganz gut hinein entscheidend ist jetzt
wie diese Naturbasis der Balance von
Selbstsorge und Unbehagen anderen
Schaden zuzufügen wie die eigentlich
jetzt unter den Bedingungen einer
vernunftentwicklung denn von Vernunft
war ja bisher noch gar keine Rede das
ist ja alles abgezogen worden noch zur
Orientierung dienen können und da hast
du eine schöne Stelle vorbereitet an der
wir sehen können dass die Vernunft
gerade nicht die Leistung der
Orientierung sondern eher der
Desorientierung oder der moralischen
Desensibilisierung leistet ja ich lese
aus dem ersten Teil des Diskurs über die
Ungleichheit von Jean-Jacques
Rousseau die Vernunft erzeugt die
Eigenliebe und die Reflexion verstärkt
sie sie lässt den Menschen sich auf sich
selbst zurückziehen sie trennt ihn von
allem was ihm lästig ist und ihn betrübt
die Philosophie isoliert ihn
ihretwgen sagt er beim Anblick eines
leidenden Menschen ins geheim stirb wenn
du willst ich bin in Sicherheit nur mehr
die Gefahren für die ganze Gesellschaft
können den ruhigen Schlaf des
Philosophen stören und ihn aus seinem
Bett reißen man kann seinen Mitmenschen
unter seinem Fenster ungestraft
umbringen er braucht sich nur die Ohren
zuzuhalten und sich ein paar Argumente
zurechtzulegen um die Natur die sich in
ihm empört daran zu hindern ihn mit dem
zu identifizieren den man mäuchlings
ermordet der Mensch hat dieses
bewundernswerte Talent nicht und aus
Mangel an Weisheit und Vernunft sieht
man ihn stets sich unbesonnen dem ersten
Gefühl der Menschlichkeit überlassen bei
den Unruhen bei den Streitereien in den
Straßen läuft der Pöbel zusammen der
kluge Mensch entfernt sich es ist die
Kanai es sind die Marktweiber welche die
kämpfenden trennen und die
rechtschaffenden Leute daran hindern
einander
umzubringen es ist also ganz gewiss dass
das Mitleid ein natürliches Gefühl ist
dass da es in jedem Individuum die
Aktivität der Selbstliebe mäßigt zur
wechselseitigen Erhaltung der ganzen Art
beiträgt es veranlasst uns ohne
Reflexion zu Unterstützung derer die wir
leiden sehen im Naturzustand vertritt es
die Stelle der Gesetze der Sitten und
der Tugend mit dem Vorteil dass keiner
versucht ist seiner süßen Stimme den
Gehorsam zu versagen es wird jeden
kräftigen wilden davon abbringen einem
schwachen Kind oder einem gebrechlichen
Kreis seinen mühsam erworbenen
Lebensunterhalt wegzunehmen wenn er
selbst den Seinigen anderswo finden zu
können
hofft also worauf rousoia abhebt ist
dass offensichtlich zwei Elemente im
menschlichen Wesen beteiligt sind wenn
es darum geht eine ethische Problematik
zu erkennen und ihr handelnd zu
entsprechen und die Augen für die Not
des anderen werden uns geöffnet durch
das Mitleid durch das mit Gefühl wir
geraten in Resonanz in kompassion mit
dem schmerzvollen Leid des anderen in
seiner Stimme in seinem Anblick den er
uns liefert und der Gegenspieler ist
dann die Vernunft die es immer mit
allgemeinem zu tun hat sie operiert mit
Begriffen sie ist rational sie ist
distanziert und Rousseau These ist und
der übersetzt sie dann auch in eine
sozialtypologie dass die Emotionalität
uns nicht nur die Augen für die Not
öffnet sondern auch uns die Motivation
zur Umsetzung eines ethischen Handelns
liefert die uns auf dem Wege der
Vernunft nicht gegeben ist es ist also
so dass dann hinter in der
sozialtypologie die vermeintlich
schlichteren Menschen eher bereit sind
ihr Leben aufs Spiel zu setzen weil sie
eben nicht gehindert werden durch
Bildung Argumente Zweifel oder
reflexionsbedürfnisse erstmal
festzustellen ob Handeln erforderlich
sei sondern sie springen direkt ein
während die Philosophen die werden hier
zum zerbild des einfühlllosen
kalschneuzigen Typus in ihrem Zimmerchen
sitzen und ihre Augen vor der Realität
verschließen aber über die Not der Welt
im allgemeinen nachdenken ist da was
dran ja tatsächlich glaube ich dass da
was dran ist ich denke dass Menschen
wenn sie ihre spontanen Eingebung Folgen
sofort erkennen wo Gefahr droht wo
jemand Hilfe braucht wo es notwendig ist
zu handeln und ich habe großen großen
Respekt vor Menschen die sich dem
überlassen und diese erste Empfindung
auch tatsächlich zur Geltung kommen
lassen und nicht sofort versuchen durch
irgendwelche klugen Gedanken zu
überlegen ist das jetzt klug dass ich
das mache bringe ich mich selbst in
Gefahr kann ich das wirklich tun ist das
wirklich notwendig dieses einschreiten
das halte ich für ganz wichtig einfach
diese Aktivität sich auch zu bewahren
und der Eingebung zu folgen ich bin
selbst froh wenn ich das an anderen oder
an mir selber bemerke dass ich dazu in
der Lage bin einen Begriff würde ich
gerne auch noch erläutern weil er sagt
es ist die Vernunft die die Eigenliebe
erweckt er unterscheidet zwischen der
amour de sois das ist die berechtigte
Selbstsorge ein Begriff von pestalozi
und das andere ist die murprere das ist
die Selbstsucht das ist das was ich
nicht als legitime Selbsterhaltung
praktiziere sondern wo ich mich im
Verhälnis zu anderen als eine relativ
überlegende Figur im Zusammenhang mit
Macht hervortun möchte und insofern ist
dass hier eine andere Variante des
Selbstseins die durch die Vernunft
gesteigert wird während wir in einen
Sozialraum gegeben werden auf dem Wege
des Mitfühlens und der pitier der für
Ethik interessant zu sein scheint so
zumindest rouso damit hten wir glaube
ich die Passage ein bisschen
ausgeleuchtet wollen wir den zweiten
Teil jetzt noch hinzunehmen weil der
noch mal auch einen Prüfstand darstellt
in Hinblick auf ethische Maximen genau
ich möchte ganz kurz wir können noch
ganz viel von Russ Vorlesen aber ganz
kurz noch die beiden Maximen Vorlesen
die er hier auf dieser Seite
ausdrücklich
nennt anstelle jener erhabenen Maxime
der durch Vernunft erschlossenen
Gerechtigkeit tue anderen wie du willst
dass man dir tue gibt das Mittel Leid
allen Menschen diese andere Maxime der
natürlichen Güte ein die viel weniger
vollkommen aber vielleicht nützlicher
ist als die
vorhergehende sorge für dein wohl mit
dem geringstmöglichen Schaden für
andere das hat mich ziemlich provoziert
als ich das das erste Mal gelesen habe
weil das ist natürlich ein biblischer
Satz ne wir kennen das auch in der
sprichwörtlichen Formulierung was du
nicht willst was man Dir tu das fügt
auch keinem anderen zu und jetzt sagt
Rousseau sorge für deinen wohl mit dem
geringst möglichen Schaden für den
anderen ist das nicht viel egoistischer
zum einen hören wir hier jetzt wieder
die Reformulierung der natürlichen
Prinzipien da ist die amourus Sorge für
dein Wohl und die pitier als
mäßigungsprinzip mit dem geringsten
möglichen Schaden für andere warum soll
das die bessere Maxime sein ich glaube
dass hier in dem ersten Teil eine
Reduplikation meiner selbst abverlangt
wird das heißt tu das was du willst tu
auch dem anderen ne das heißt mein
wollen wird dann zum Ausgangspunkt für
den anderen ich projiziere mich in den
ich übertrage meine Bedürfnisse auf den
ich muss intellektuell operieren und bin
damit entfernt von der Situation und vom
anderen während die andere einfach sehr
ursprünglich ist ich habe das Recht von
Natur aus für mein eigenes Wohl zu
sorgen aber ich bin eben auch in
Rücksichtnahme auf die anderen etwas
limitiert in der Wahrnehmung dieses
Rechtes also mich überzeugt R so an der
stelle ich weiß nicht wie du es liest
absolut und mir ging es nicht so dass
mich das empört hat sondern mich hat das
von Anfang an sehr beruhigt was er hier
schreibt denn die Maxime tu anderen wie
du willst das man Dir tu die ist mir
natürlich auch bekannt und ich finde sie
auch nicht gänzlich falsch aber sie
beinhaltet eben und das halte ich für
problematisch dass ich meine Prinzipien
auf andere übertrage und sie von ihnen
abverlange das hat also etwas
übergriffiges das stübt das was ich
wünsche auf andere über und das bietet
glaube ich eine wunderbare Fläche für
all diejenigen die anderen vorschreiben
wollen wie sie sich zu verhalten haben
die zweite Maxim die mir die rosseau
hier vorschlägt die gefällt mir viel
besser sorge für dein wohl mit dem
geringst möglichen Schaden für andere er
anerkennt dass man für sein Wohl sorgen
muss dass es auch berechtigt ist aber er
bringt eben die Gedanken mit rein zu
sagen mit dem geringst möglichen Schaden
für andere das heißt also das ist dieses
limitierende das mir sehr gut gefällt
aber unter Berücksichtigung dieser
Limitierung ist es eben auch berechtigt
für mein Wohl zu sorgen das darf ich das
kann der Psyche ganz schön zusetzen oder
jetzt brauchen wir glaube ich Musik
[Musik]
[Musik]
[Musik]
philosophieren im kontrafunk heute mit
Matthias Burchert und mit mir Alexander
Christ wir sprechen über das Mitleiden
und haben uns sehr ausführlich mit
brousseau beschäftigt lieber Matthias
kannst du vielleicht die drei Maximen
die er aufstellt noch mal
zusammenfassen ja die sind ja jetzt neu
das ist ja aus der Emil das ist ja sein
fiktiver erziehungsroman wo er
versinnbildlicht wie eine Realisierung
dieses Lebens gemäß der Natur unter
gesellschaftlichen und kulturellen
Bedingungen stattfinden könnte und auch
da beschäftigt er sich ausführlich mit
dem Mitleid und ich finde es
bemerkenswert weil es nach einer
Gesetzmäßigkeit klingt die wir jetzt gar
nicht erschöpfend diskutieren können
aber ich lese sie mal vor einfach zur
Inspiration unserer Hörer erste Maxime
es liegt nicht im menschlichen Herzen
sich in die Menschen hineinzversetzen
die glücklicher sind als wir sondern nur
in die die unglücklicher sind hat eine
gewisse Plausibilität ne denn wenn es
dir gut geht spürt man oft eher Neid und
Missgunst als mit Freud das Wort gibt's
glaube ich gar nicht zweite Maxime man
beklagt nur die Leiden anderer vor denen
man sich selbst nicht gesichert glaubt
auch das scheint eine Bedingung dafür zu
sein dass diese Resonanz entsteht dass
man da möglicherweise auch in eine
Situation geraten könnte ja und das
dritte das finde ich ganz bemerkenswert
und da werde ich mir nicht können auch
ein Beispiel dafür zu bringen das
Mitgefühl für die Leiden anderer richtet
sich nicht nach der Größe des Übels
sondern nach dem Gefühl dass man den
Leidenden zuerkennt nach dem Gefühl dass
man dem leidenden zuerkennt mein
Beispiel und das ist ein sehr hartes
Beispiel ist die Abtreibung da ist
offensichtlich der Gedanke weil das Kind
dem man den Tod zufügt keine Schmerzen
verspürt ist es auch nicht schlimm wenn
man es tötet dabei ist das Übel das wir
ihm zufügen das größte die Beraubung des
Lebens aber weil wir es denken es kann
nicht leiden empfinden wir auch kein
Mitleid mit abgetriebenen Kinder in der
Regel was ich bemerkenswert finde und da
würde ich gerne auch jemand zitieren ein
Kölner Bischof der sagte der Embryo
wächst nicht zum Menschen heran sondern
er wächst als Mensch und es ist von
vorne rein ein Mensch und ich denke die
Frage ist unabhängig davon ob wir dieses
Leid nachvollziehen können oder nicht
und damit zeigt sich auch schon eine
Problematik dass das Mitleid nämlich
auch ein sehr unzuverlässiger dunkler
Führer ist denn nämlich auch an
ethischen Konstellation nicht ausschlägt
wo das dringend erforderlich wäre aber
weil wir eben dem Fötus kein Leid
zusprechen wollen kommen wir auch nicht
auf die Idee dieses Gefühl zu teilen
finde ich ganz bemerkenswert ja und
damit sind wir auch tatsächlich bei den
Problemen die das Mitleid und das
Mitleiden mit sich bringen ich denke du
hast den ersten Punkt schon ganz richtig
angesprochen wir empfinden manchmal ein
Mitgefühl für
Einzelschicksale weil uns das eben
anspricht vielleicht hat das auch was
mit Sympathie für die Person oder
Sympathie für die Situation zu tun
vielleicht hat es was mit einem
wiedererkennen einer bestimmten
Situation zu tun es mag ganz
unterschiedliche Ursachen geben warum
uns etwas anspricht und etwas anderes
nicht anspricht unbenommen scheint aber
zu sein dass dieses Mitleiden mit einer
bestimmten
Einzelsituation nicht den Anspruch hat
den Blick auf das große und ganze mit
sich zu tragen sondern ganz im Gegenteil
es scheint mir so zu sein dass der
Moment des Mitleidens mit einer
einzelnen Situation gerade zu den Blick
auf das Ganze verstellt und die
Fähigkeit zu einer überparteilichen
moralüberlegung fast unmöglich macht ich
habe da eine schöne Stelle einer
Philosophin an der Ludwig Maximilians
Universität in München gefunden
interessanterweise auf der Webseite der
LMU sie sagt wenn ich Tiefe Empathie mit
der Angst eines Gegenübers habe verliere
ich den Überblick ob dessen Angst
überhaupt angemessen ist und somit meine
Empathie verdient gleichzeitig
verhindert dies zu überlegen ob andere
mehr mein Aufmerksamkeit verdienen
Empathie kann nicht nur unbegründete
Gefühle verstärken sondern auch schnell
zu Parteilichkeit führen sagt Monika
Betzler Philosophin an der LMU finde ich
ganz interessant und sehr passend da
kommen ja zwei Elemente zueinander das
eine ist eine Art antirosau Gedanke dass
man sagt wir brauchen die Vernunft damit
wir nicht am
Einzelbeispiel zu überalten Aktionen
neigen aber die Ursachen für diese das
Einzelbeispiel aus dem Auge verlieren
was das Mitleid auch sehr ausbeutbar
macht was wir gleich sagen werden und
das zweite ist dass natürlich diese
Frage nach dem Mitgefühl in
Konkurrenzsituationen führt dass man
gewissermaßen eine Art Markt des
mitleidteischens eröffnet und sagt na ja
wer am meisten Mitleid für sich
beanspruchen kann der kriegt auch die
meiste gesellschaftliche Aufmerksamkeit
wir sprachen darüber in einer anderen
Sendung mhm dieses Thema antirusau da
sagst du was wichtiges und richtiges das
wird auch von Norbert Bolz aufgegriffen
ich habe ihn vorher schon mal erwähnt er
hat einen Diskurs über die Ungleichheit
geschrieben jetzt verrate ich auch den
Titel des Textes und wendet sich dort
gegen rousau und sagt eigentlich wenn
man das zusammenfassend beschreiben
möchte dass wir rouso und seine
Sichtweise überwinden müssten um zu
erkennen worum es eigentlich geht er
sagt auch es gibt keine gerechte
Gesellschaft dass es einem anderen
schlechter geht kann immer noch heißen
dass es einem selbst gut genug geht also
er plädiert dafür völlig richtig finde
ich dass man auf sich selbst achtet und
sich gar nicht davon ab bringen lässt
ständig auf den anderen zu schauen und
schon gar nicht eine Programmatik
entwickelt die den einzelnen hilflos und
unselbständig werden lässt wie das in
modernen Staatswesen ja geradezu
programmatisch durchgeführt wird er
zeigt das ganz schön interessanterweise
in diesem Text der aus dem Jahr 2009
stammt vielleicht können wir ihn mal
überreden in unsere Sendung zu kommen
und mit ihm darüber zu diskutieren finde
ich alles ganz richtig einzig sein Punkt
dass es sich dabei um ein antirousau
handelt den halte ich für falsch und das
würde ich gerne mit die mal kritisch
diskutieren ich glaube das Entscheidende
ist wenn wir das Mitleid
überstrapazieren es hat eine große
Bedeutung in der nahoptik einer
konkreten Situation es taugt wenig zur
Reflexion und der Analyse von
politischen Umständen und es ist
ausbeutbar wir wissen dass es eine
Industrie des betelns gibt von Menschen
die Leid inszenieren oder dazu
missbraucht werden anderen Leuten das
Geld aus der Tasche zu ziehen wir wissen
auch dass die Politik Bilder des
Mitleids braucht um Konstellation zu
schaffen wir erinnern uns alle an
ertrunkene Kind aus dem Mittelmeer
inblck auf die Migrationsfrage die
Bilder von Bergamo da ist die Erzeugung
von mitittleid ein Machtmittel eine
Ausbeutung eines menschlichen und auch
sehr angenehmen Aspekts unserer Existenz
zugunsten von Herrschaft da würde ich
ein großes Fragezeichen hintersetzen das
Bild des Ertrunkenen Kindes kritische
Nachfrage was hat das eigentlich
verändert hat es die Politik in
irgendeiner Form dazu gebracht
irgendetwas zu ändern und dafür zu
sorgen dass Menschen nicht mehr über das
Mittelmeer fliehen Reisen von einem Land
zum anderen zu kommen versuchen gibt es
irgendetwas was passiert ist hat die
Politik irgendeine Konzeption entwickelt
also ich glaube das Bild und das Mitleid
dass dieses Bild auslösen sollte ganz
absichtsvoll das hat die wahre
Programmatik komplett verhindert und den
Blick verstellt ein sehr schönes
Beispiel finde ich genau es ging ja
nicht darum jetzt den Tod von Menschen
auf dem Mittelmeer zu verhindern indem
man ihn die Flucht möglicherweise nicht
in Aussicht stellt als eine asylanspruch
in Deutschland sondern es ging ja darum
den Diskurs in diesem Land zu verändern
und eine Art delegitimation von
subtilerer Argumentation in Hinblick auf
die Migrationsfrage vorzunehmen das
heißt der Zweck war nicht ein ethischer
sondern ein politischer und es ging auch
nicht drum irgendwelche Verhältnisse in
den Ländern zu verändern aus denen die
Menschen glauben ausreisßen zu müssen
mit boten die dafür nicht geeignet sind
darum geht's nicht sondern es geht
einfach darum uns zu beschäftigen und
ich glaube das ist ganz wichtig dass man
sich das beim Mitleid das W ja
tatsächlich also ich selbst habe mich
auch berührt gefühlt von der Bild das
will ich jetzt gar nicht sagen und das
war jetzt so ein Beispiel wo ich mir
nicht gesagt habe da ist das Kind ja
wohl selbstschuld dass es in dieses Boot
steigt knüpfe wieder an an meinem
provokanten Eingangssatz eingangs das
natürlich nicht sondern mir war klar
dass das Kind in dieses Boot gesetzt
wurde und völlig unfreiwillig im
Mittelmeer ertrunken ist und ich würde
auch den Eltern keinen Vorwurf machen
die sahen sich ja offensichtlich
veranlasst dieses Land zu überlassen
aber hat die Politik irgendetwas aus
diesem Bild gefolgert was den Menschen
hilft nein und das müssen wir uns klar
machen die Bilder sind da unser Mitleid
zu erregen uns abzulenken wir sind damit
beschäftigt Mitleid zu haben und ja das
war's ich habe noch eine andere
missbrauchsform des Mitleids gefunden
nämlich den Anspruch darauf dass
Standards außer Geltung gesetzt werden
aufgrund des Mitleids also der Spruch
Gnade vor Recht appelliert ja an die
mitleidsfähigkeit der Entscheider die
dann sagen na ja da ist zwar was schief
gegangen da hat jemand ein Gesetz
gebrochen oder hat sich ein Vorteil
verschafft das geht eigentlich nicht
aber der ist ja so Armend dran deshalb
dürfen wir jetzt nicht so streng sein
was hältst Du davon Gnade vor Recht h
schwierig zu beurteilen man muss sich
die Situation angucken es gibt
Situationen in denen Gnade wichtig ist
und es gibt andere Situationen in denen
es wichtig sein kann dem Recht zu seiner
Geltung zu verhelfen aber auf der
anderen Seite bin ich ja schon immer ein
Befürworter gewesen dass das Recht dazu
dient gewisse Spielregeln festzulegen
und den Menschen dabei zu helfen
Erwachsene Entscheidungen zu treffen das
Recht ist eben nicht absolut nach meiner
Einschätzung und hat einen Selbstzweck
der sich über die Menschen stellt
sondern es dient den Menschen da darf
man glaube ich auch nicht die Wirkung
und die Bedeutung des Rechtes
verwechseln oder überhöhen und deshalb
muss eigentlich immer Raum für Gnade
sein und umgekehrt gibt es dadurch
wieder Folge Ungerechtigkeiten also ich
weiß es als Prüfer an der Universität
dass da manchmal solche mildernden umst
herangezogen werden etwa wenn jemand
sprachliche Schwierigkeiten hat und man
deshalb schwer entscheiden kann ob die
unvollkommene Darstellung eines
Sachverhaltes an einem mangelnden
Verständnis oder an einer mangelnden
Artikulationsfähigkeit liegt und dann
sagt man na ja der kriegt jetzt trotzdem
eine gute Note weil der hat sehr schwer
der kommt ja nicht aus dem Mutterland
ich finde das unfair ehrlich gesagt ich
würde das nicht machen weil die Menschen
ja auch wegen der Standards herkommen
und dann nicht in Anspruch nehmen können
dass die außer Kraft gesetzt werden nur
damit sie dann mit diesen Zertifikaten
rumgen können und wie viele Leute
bringen das nicht zur Geltung dass sie
irgendwelche müernen Umstände haben also
appellieren nicht an das Mitleid und
hätten das genauso gut tun können das
gleiche gilt auch in der Migrationsfrage
also es gibt Hal geltendes Recht in
hinblck auf Einwanderung dann kann man
sagen na ja die sind ja aber so arm dran
und da müssen wir jetzt auch alles
mögliche machen finde ich schwierig weil
das Steuerrecht gilt ja auch und nur
weil wir Armend dran sind Kannen wir da
nicht sagen na gut dann müssen wir halt
keine Steuern zahlen oder dieses odes
also diese Ausnahme auf dem Wege des
Mitleides finde ich ganz wichtig wenn
sie einem besonderen Maß folgt das
vielleicht einen höheren Maßstab bildet
als das Recht aber wenn sie sozusagen
zur Auflösung der Idee des Rechtes
generell führt dann finde ich sehr
problematisch da spielst du glaube ich
auf einen ganz wichtigen Punkt an wenn
wir jetzt von gewissen Regeln und deren
Einhaltung sprechen müssen wir glaube
ich drauf achten dass das Recht vor
allem eins vermeiden möchte Willkür und
die Willkür die soll niemanden treffen
die soll nicht stattfinden dafür sind
die Regeln gemacht das ist aber aber ein
anderer Bezugsrahmen als der der
angesprochen ist nach meinem empfinden
wenn man die Kategorie des Mitleids
anspricht beim mitleiden geht es aber
nach meinem dafürhten um etwas ganz
anderes hier kann ich nicht sehen nicht
ertragen dass ein anderer sich in einer
üblen schlimmen Situation befindet und
das löst etwas bei mir selbst aus und da
geht es eher um Hilfe um Beistand um die
Fr Frage die ich mir dann selbst auch zu
stellen habe kann ich etwas tun um das
Leiden oder eine schlechte Situation des
anderen zu lindern es für diese andere
Person besser zu machen und das ist
glaube ich ganz berechtigt aber das hat
mit rechtlichen Kategorien nach meinem
durfür halten nichts zu tun mir ist noch
ein letzter Punkt eingefallen nämlich
die Herablassung die Mitleid zum
Ausdruck kommen kann das ist ja auch ein
Gefühl sich über andere erhöhen zu
können denn mit dem ich Mitleid habe den
habe ich gewissermaßen überboten weil
ich ja in einer höheren Position bin s
dass es Menschen mit Beeinträchtigung
gibt die sagen Mitleid scht nicht nur
Überheblichkeit sondern auch die
Verachtung gegenüber den unbrauchbaren
den eben nur noch Mitleid
entgegengebracht wird sagt Ernst K
jemand der sich für die Rechte von
Behinderten einsetzt also auch das ist
ein interessantes Thema dass man so den
Großmut der miltätigkeit inszenieren
kann und das Mitleid so als Feature
einer emotional ausgedörten Biografie an
sich selber genießen kann und sich dann
als großzügig erlebt und damit in
gewissermaßen auch den anderen die würde
nimmt indem man sie mit Mitleid
zukleistert wo sie vielleicht auf ganz
andere Weise angesprochen werden könnten
das ist tatsächlich lieber Matthias
glaube ich schon ein ganz schönes
Schlusswort denn letztenendes hast du
damit implizit die Menschlichkeit
angesprochen die nicht auf der Strecke
bleiben darf aber daruf hingewiesen dass
Mitleid eben auch ausgebeutet werden
kann wir könnten jetzt noch lange über
weitere problematische Aspekte des
Mitleids des Mitleidens sprechen aber
das wird vielleicht auch nicht das
letzte Mal gewesen sein dass wir über
einen Aspekt des Mitleidens gesprochen
haben ich prognostiziere dass wir auch
noch mal über Rousseau sprechen werden
denn der hat uns beide doch wiederholt
sehr begeistert und ist glaube ich ganz
wichtig für das Verständnis vieler
Ansätze sie hörten philosophieren im
kontrafunk heute zu Thema Mitleiden mit
Matthias burchart und mit Alexander
[Musik]
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