Bei dem Köhler-Workshop mit der Künstlerin Ulrike Mohr entstand im Open-Studio der Künstlerin ein “Labor” zur Holzkohle. Für die Künstlerin dient das Material als Ausgangspunkt für ihre künstlerische Arbeit. Sie reflektiert über die Verbindung zwischen Natur und Kultur, die Bedeutung von Bäumen in verschiedenen kulturellen Kontexten und darüber, wie wir die Natur durch Sammeln, Bewahren und Präsentieren verstehen und interpretieren können. Im Köhler-Workshop hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, die wertvolle Verbindung zwischen Natur, Kultur und Kunst gemeinsam aus einer neuen Perspektive zu entdecken und sich anhand des Materials über die faszinierenden Aspekte unserer Sammlung sowie über Fragen der Zeitlichkeit vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels auszutauschen.
Das Netzwerk Naturwissen ist eine Initiative des Museums für Naturkunde Berlin in Kooperation mit Partner:innen aus dem Raum Berlin/Brandenburg.
Der Workshop den wir heute hier machen war gedacht um über diese Fragen von Zeitlichkeit fossiler
Energiequellen zu sprechen und das im besten Fall wirklich praktisch erfahrbar zu machen.
Also an einem Prozess, den man gemeinsam wirklich umsetzt und bei dem man selber mitmachen kann mal,
zu gucken, was steckt eigentlich hinter diesen Prozessen bei denen man z.B. Holzkohle gewinnt.
Das Köhlern ist eigentlich ein Hitzeprozess der unter Sauerstoffabschluss passiert. Das heißt aus
Holz wird Holzkohle aus Knochen wird Knochenkohle, die dann auch für die Ewigkeit haltbar sind.
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Mir war es wichtig dass die Leute sich mit dem Ort verbinden und deswegen haben wir am Anfang
kleinere Objekte gesammelt. Die haben wir dann noch mal aufgezeichnet und vermessen
um hinterher diesen Prozess des Köhlerns,
der ja die Objekte um 30% schrumpfen lässt, dann auch noch mal vergleichen zu können.
Die kleinen Objekte werden dann in solchen Dosen geköhlert, ins Feuer getan und auch da
kann man ganz gut beobachten wie dann durch die kleinen Löcher das Holzgas ausströmt und brennt.
Man hält dieses kleine Stück Kohle in so einem kurzen Bruchteil der Sekunde in seiner Hand
und das, finde ich, ist auch eine Analogie zu unserer Welt, in der wir leben. Die auch
unglaublich zerbrechlich ist und im Vergleich zu den Jahr-Millionen spielen
wir nur den Bruchteil einer Sekunde hier auf dieser Welt mit. Dieses Vergängliche
aber auch dieses Flüchtige ist, finde ich, eigentlich eine ganz schöne Analogie
oder auch ein ganz schönes Bild für diese menschliche Zerbrechlichkeit.
Das finde ich so toll an ihren Werken, dass sie einem auch auf eine sehr intuitive Art und Weise
diese Zeitprozesse näher bringt. Kunst hat für die Frage von Naturwissen, glaube ich, eine ganz
entscheidende Rolle und zwar merken wir ja alle so angesichts der aktuellen Krisen dass wir an die
Grenzen der Wahrnehmung kommen und gleichzeitig von so einem großen Ausmaß von dem wir da sprechen
und es ist ganz schwer sich da auch individuell zu in Beziehung zu setzen und ich glaube,
dass Kunst die Möglichkeit liefern kann diese Form von Erfahrbarkeit zu generieren.
Die Kunst arbeitet sich eigentlich immer nach dem Abbild der Natur ab. Also eigentlich schauen wir
uns es dort ab, übertragen es natürlich dann in die heutige Zeit und auch in die heutigen Medien
und Mittel. Aber ganz vieles ist ja schon dort zu finden und das machen wir uns quasi zunutze.
Deswegen war es für mich super berührend, dass so viele Teilnehmende heute hierherkamen und
sich an dem Ort so wohl gefühlt haben und wir hier eine gute Zeit miteinander hatten.
[Musik]