DAS DREHBUCH SCHREIBT DER MÖRDER #krimihörspiel HANS CLARIN

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
19 Abonnenten
2 Videoaufrufe·07.10.2024
Hallo liebe Zuhörer von Hör mal zu.
Dass es in einem Filmstudio manchmal spannender zugeht als im fertig produzierten Film,
das erfahren Sie heute im Kriminalstück
Das Drehbuch schreibt der Mörder mit Hans Clarin.
Gute Unterhaltung und später dann Danke für dein Like.
Das Drehbuch schreibt der Mörder
München-Bogenhausen.
Ein etwas in die Jahre gekommenes, kleines Filmstudio.
Ich weiß genau, dass er heute eine größere Summe abgehoben hat.
Wir haben da auf der Bank getroffen und gehört, wie er der Kassiererin 350.000 zugeflüstert hat.
Er hat Probleme, hat er gesagt.
Jetzt hat er keine mehr.
Was?
Er wollte die Polizei anrufen und da habe ich ihn...
Zumal bist du verrückt.
Und einen Polizisten habe ich auch erschossen.
Was?
Nur, das war kein Polizist.
Lange hat irgendwas von Erpressung gefaselt.
Auf jeden Fall kenne ich einen von den beiden.
Der ist Schauspieler der Komparse.
Ich verstehe kein Wort. Kannst du dich mal ein bisschen präziser ausdrücken?
Uns ist jemand zuvor gekommen und die haben die Kohle.
Einen von denen habe ich erledigt.
Und den anderen kenne ich.
Wie heißt er?
Das weiß ich nicht.
Hat er dich erkannt?
Nee, es ging alles so schnell.
Und wenn doch?
Wenn er die Kohle hat, dann wird er wohl nicht so lernverbrannt sein und mich verpfeifen, oder?
Versager.
Du wirst nachdenken müssen, wer dein Bekannter ist und ihm das Geld abnehmen.
Oder bist du anderer Meinung?
Nehmen wir nur ein Glas ab?
Dem was?
Na, dem Liane.
Ich habe doch gesagt, du sollst uns was zu essen machen.
Hast du aber nicht gefragt, ob ich Lust dazu habe.
Ich habe gesagt, du sollst...
Alles klar.
Gute Nacht.
Nacht, Herr Finkel.
Könnt ihr euch gleich wieder abschminken?
Was?
Mit einem Nullkostüm lege ich mich nicht in die Truhe.
Was soll das heißen, dass du dich nicht ausziehen willst?
Das heißt das.
Seit wann sagt der Schauspieler dem Regisseur, was gemacht wird und was nicht?
Zigarette.
In einem Film von dir ziehe ich mich nicht mehr aus. Merk dir das endlich.
Darüber reden wir später.
Im Bett.
Währenddessen in der Metropole.
Ah, Herr Kriminalrat.
Herr Lenz, darf ich Ihnen Ihren neuen Mitarbeiter vorstellen?
Kriminalurmeister Franz Josef Schneider.
Rauschgift-Dezernat Traunstein.
Das ist Herr Kommissar Lenz, Ihr direkter Vorgesetzter.
Nehmen Sie es nicht tragisch. Sie haben bloß ein Brett verloren.
Was ist?
Na, mein Vorgänger hat doch Brettschneider geheißen.
Und nicht nur Schneider. Verstehen Sie?
Ach so.
Ich habe nur nicht gleich mit einem Scherz gerechnet, Herr Brettschneider.
Auch kein Problem.
Wenn Ihnen das Ernste mehr liegt, dann müssen Sie es bloß sagen nach dem Motto,
ich liebe den Spaß, kann aber selbst nichts dazu beitragen.
Habe ich recht?
So ungefähr.
Sie sind sicher der Faltermeier.
Grüß Gott.
Auf gute Zusammenarbeit.
Und seien Sie sauer, dass ich mich sozusagen hierarchisch dazwischen geschoben habe.
Wir werden es bestimmt nur vertragen.
Ich bin nicht der Typ, der gern anschaut. Ganz im Gegenteil.
So ein Glück, Faltermeier. Was?
Der Schuss ist direkt ins Herz gegangen. Aus kürzester Entfernung.
Kaliber 7,65.
Keinerlei Papiere.
Ein Foto von der Leiche kriegen wir gleich.
Und um die Fingerabdrücke, da kümmert sich jetzt der Faltermeier.
Sehr schön.
Herr Böse will uns gerade seinen Traum erzählen.
Aha.
Wissen Sie, mir hat geträumt, Sie sind in diesen See gegangen.
Ich habe das noch genau vor mir.
Und die Karten, die sagen, Sie ist unheilbar krank.
Welche Karten?
Ja, die Karten. Sie ist doch Wahrsagerin.
Und weil Sie die ganze Nacht nicht heimgekommen ist.
Und dass ich Sie umgebracht habe, das habe ich nur gesagt,
weil wenn ich gesagt hätte, ich habe einen Traum gehabt,
dann hätten Sie ja nie nachschauen lassen im See, oder?
Da können Sie recht haben.
War das so im Raststift?
Nein, da nicht.
Sie, Herr Kommissar, im Stammbirger See könnten Sie nicht nachschauen lassen.
Wo?
Ja, nur an der einen Stelle.
Sie wissen schon, Sie haben nämlich sämtliche Bücher vom König Ludwig.
Verstehen Sie?
Das ist ja heimlich, das ist Verlegsung.
Pasteurisiert und homogenisiert alles.
Ah, weiß ich.
Jetzt sind wir schon da.
So, werde ich vorstellen, die Laich.
Maria! Ja, was ist denn mit dir los?
Gar nichts. Das sind die Tabletten, das weißt du?
Ja, das sollst du doch nicht mehr nehmen.
Herrschaftszeiten.
Herr Lenz, in einer Grünwalder Villa ist ein Rentner erschossen worden.
Also, die Kollegen haben jetzt die Angaben überprüft von dem Friseur.
Die stimmen alle.
Was für ein Friseur?
Von dem Herrn Böse, mit der Wassergrin.
Entschuldige.
Frau Leutl.
Ja?
Fehlt außer dem Geld sonst noch was in der Wohnung?
Ja, freilich, der Perser.
War der rot?
Ja, hauptsächlich.
Herr Schneider, fällt Ihnen was auf?
Ich bin doch nicht blöd.
Aha, schauen Sie, Herr Kommissar.
Das habe ich gefunden am Schreibtisch.
Das ist ja von uns.
Eine Gewittung über 350.000 Mark von der Polizei.
Der Tote im See, die Polizeiuniform.
Zwei Schüsse, ein Einschuss.
Dasselbe Kaliber.
Der Teppich.
Wie passt das alles zusammen?
Das werden Sie sicher bald herausfinden.
Sie mögen mir nicht, was?
So kann man das jetzt noch gar nicht sagen.
Da drüben.
Da ist ein Mann in ein Auto gesprungen und schnell weggefahren.
Wie sah der Mann aus?
Natürlich war ich zu Hause.
Sonst hätte ich den Mann ja nicht ins Auto springen sehen.
Ich weiß schon, aber wie der Mann ausgeschaut hat, möchte ich wissen.
Ich verstehe Sie so schlecht.
Sie müssen deutlicher sprechen.
Wie sah der Mann aus?
Was war das für ein Auto?
Ich interessiere mich nicht für Autos.
Welche Farbe?
Dunkel.
Dunkelblau, dunkelrot.
Mehr gründlich.
Und der Mann? Jung, alt?
Ich weiß nicht, wie alt der Mann war.
Jünger als ich jedenfalls.
Der da.
Der könnte es gewesen sein.
Ja, ich glaube, der war es.
Ja, und dann hat ein Auspuff geknallt.
Habe ich genau gehört.
Aber da waren Sie schon weg.
Stimmt es?
Ja, stimmt.
Also, Frau Leidl, ich fasse noch mal zusammen.
Herr Lange lebt allein.
Keine Freunde, keine Verwandten.
Seine Spielzeugfabrik hat er schon vor 10 Jahren verkauft.
Besuche keine.
Und sonstige Kontakte, der Briefträger, der Tabakhändler.
Haben Sie vergessen, überlegen Sie einmal.
Er ist jedes Jahr einmal für länger verreist.
Genau wie ich, ich verreise auch so gern.
Aber seit dem Atom kommen wir nirgendwo mehr hin.
Ja, und seinen Schlummerturm, den hat er immer im...
In dem Johann-Strauß-Stübel hat er den immer genommen.
Mehr weiß ich nicht.
Beim Friseur war er nicht ab und zu.
Logisch, warum?
Frau Leidl, Sie wollten uns doch alles sagen, was Sie wissen.
Wie heißt er denn, der Friseur?
Hintermeier.
Schwarz.
Ja, ja, Herr Schneider.
So leicht geht es leider nicht.
Okay.
Lenz, ich brauche sämtliche Akten der letzten 10 Jahre.
Überhaupt, man hat ja einen älteren, alleinstehenden Leuten, gell?
Gut, danke.
Der Büroschlaf soll ja der gesündeste sein.
Eigentlich soll ich es ja im Liegen machen.
Ja, man schläft schon besser im Liegen, ja, ja.
Habe ich Ihnen schon erzählt,
dass ich autogenes Training mache in der Volkshochschule?
Nein, das ist neu.
Also.
Jetzt haben wir den Mageninhalt der Wasserweiche.
Leberkäs, Ananasstückel, eine Kirsche und ein Schnaps.
Das ist ja grauenhaft.
Er muss alles kurz vor seiner Ermordung gegessen haben.
Ja, und da ist das Foto.
Der Tod dürfte gestern Abend zwischen 9 und 11 eingetreten sein.
Die Leiche hat nicht länger als 5 bis 7 Stunden im Wasser gelegen.
Dann gehe ich jetzt mal in die Kartei.
Ja, und den Betrugsdienstlern fragen Sie nach,
ob es in letzter Zeit irgendwelche Fälle von verkleideten Polizisten gegeben hat.
Nicht schräg.
Schauspielagentur Renier in Ottobrunn.
Zwischen 40 und 50 männlich, sagten Sie?
Ja, richtig.
Und solche, die nicht in Ihrem Katalog stehen,
unverbraucht, neu.
Das Publikum schätzt die Gesichter,
die es unentwegt im Fernsehen sieht,
nicht so sehr auf der Leinwand, wissen Sie?
Tja, das sage ich meinen Schauspielern auch immer.
Aber glauben Sie vielleicht, dass sich einer daran hält?
Das ist ja interessant.
Und die sind alle jetzt garantiert nicht in Ihrem Katalog?
Nein, keiner.
Danke.
So, sag mal.
Es sind tatsächlich zwei Anzeigen eingegangen, von zwei Witwen.
Beide wurden von zwei falschen Polizisten um Geld geprellt.
Na, was sagen Sie jetzt?
In den beiden Fällen waren es jetzt die zweite falsche Polizistin.
Richtig, der eine zivil und der andere in Uniform.
Was schließen Sie daraus?
Ich denke, dass die zwei Raubmörder geworden sind
und untereinander einen Streit bekommen haben.
Und noch was habe ich rausgekriegt.
Der Polizist aus der Kiesgrube, der ist bei uns in der Kartei.
Franz Kleppinger heißt er.
Und weiter?
Was weiter?
Mir war in der Eile nicht herauszukriegen.
Haben Sie wenigstens einen Führerschein, Herr Schneider?
Ich bin sogar schon Rallye gefahren.
Wir machen den Film noch mit ihm.
Dann kriege ich das Geld und wir hauen ab.
Wofür kriegst du Geld?
Meinen Anteil.
Was denn für einen Anteil?
Du nervst mich mit deiner Fragerei.
Es ist doch klar, dass ich meinen Anteil aus der Firma ziehe.
Und du deinen auch.
Und den gibt er dir so einfach, deinen Anteil?
Das muss er, wir haben doch einen Vertrag.
Ich habe aber das Gefühl, dass er im Moment nicht gut bei der Kasse ist.
Du nicht?
Du, wo er sich annimmt, ist mir wurscht.
Später wäre es nicht gegangen, oder?
Wir machen nämlich erst in dreieinhalb Stunden auf.
Da wissen Sie, Herr Lehmann,
Verbrecher richten sich nicht immer nach den gesetzlichen Öffnungszeiten.
Guten Morgen.
Lenz ist mein Name, das ist mein Kollege Schneider.
Guten Morgen.
Ihr Unternehmen organisiert seit rund drei Jahren Schiffsreisen in die Karibik.
Ich hätte gern sämtliche Passagierlisten und Unterlagen, die Sie darüber haben.
Sie kommen wegen dem Fink, stimmt's?
Wegen wem?
Wegen dem Fink, beziehungsweise Schmutzfink, wie wir ihn immer genannt haben.
Der hat doch damals diesen Karibik-Film für uns gemacht.
Na, wegen dem sind wir nicht gekommen.
Vor drei Jahren.
Bitte?
Ach so, ja, richtig. Vor drei Jahren hat er den gedreht.
Können wir den Film sehen?
Leider nein.
Der Film war eine totale Katastrophe.
Unscharf, verwackelt, ganz und gar unbrauchbar.
Wir haben den Film nicht abgenommen und natürlich auch nicht bezahlt.
Und diesen Herrn Fink, wissen Sie, wo wir den finden?
Und wissen Sie, ob er den Film noch hat?
Keine Ahnung, ob er den noch hat.
Aber ihn gibt's noch, als Firma sogar.
Linkeus-Film.
Damals auf dem Schiff hat er nämlich eine Nachtklub-Tänzerin kennengelernt.
Mit der hat er die Firma gegründet und dann haben sie sechs Filme gedreht.
Ich hab mal einen gesehen in Frankfurt und die beiden haben nämlich geheiratet.
Quatsch ich zu viel?
Nein, ganz im Gegenteil.
Wir sind richtig froh, wenn jemand so offen mit uns redet.
Polizisten sind ja auch Menschen, oder?
Was, Herr Schneider?
Auf diesem Film ist da jemand zu erkennen.
Niemand außer seiner Frau.
An der hat er diese Dramaturgie aufgehängt.
Was hat er aufgehängt?
Die Dramaturgie hat er auserzählt.
Was ist?
Grüezi, Link heißt der Türmer.
Faust 2.
Haben Sie das auch in der Volkshochschule gelernt?
Nein, ich geh noch sehr viel ins Theater.
Respekt.
Was ist denn?
Guten Morgen, Kriminalpolizei, dürfen wir rein?
Morgen?
Wir möchten zu Herrn Fink.
Um 7 Uhr früh?
Ja, natürlich nur, wenn wir nicht ungelegen kommen.
Polizei kommt immer ungelegen.
Dafür hab ich Ihnen was mitgebracht.
Und?
Natürlich kann ich mich an den Karibik-Film erinnern.
Das war mein erster Versuch, damals im Dokumentarfilm eine neue Filmsprache zu finden.
Und dieser Werbefritzen haben sie überhaupt nicht verstanden.
Vor lauter Wut hab ich den ganzen Film weggeworfen.
Schade, ne?
Hast du für die beiden Herren nicht auch eine Tasse Kaffee, Schätzchen?
Nö.
Herr Fink, was mich interessiert, einer der Passagiere auf dieser Karibikreise wurde später ermordet.
Richtig.
Der Juwelier aus Köln.
Aber das habe ja der Kölner Polizei damals alles erzählt.
Könnten Sie mir das bitte nochmal erzählen?
Na ja, das war ein sehr netter, gebildeter, älterer Herr.
Ich hab mich ein paar Mal mit ihm unterhalten.
Aber warum wollen Sie das eigentlich alles nochmal lesen?
Weil schon wieder ein sehr netter, älterer, gebildeter Herr ermordet worden ist.
Bei mir herrscht Ordnung.
Die Macht des Schicksals von Giuseppe Verdi.
Kennen Sie die?
Na ja, da kennen wir die.
Ja, ich schon.
Das ist wunderbar, diese großen Gefühle.
Diese Sterbe-Arien, die nicht enden wollen.
So sterbe ich denn in Frieden, mich hält nichts mehr hinieden.
Also, ich kann mir nicht helfen.
Mich ergreift das immer wieder.
Glauben Sie an Schicksal, Herr Kommissar?
Und Sie?
Ja, hundertprozentig, hundertprozentig.
Zufall gibt es nicht.
Ah, so, und hier habe ich sie auch schon.
Der 15.
Das war doch vorgestern, oder?
Wie ich sehe, haben Sie sich inzwischen auf Pornofilme verlegt.
Nein, nein, erotische Filme.
Das da, das war übrigens kein schlechter Film.
Ich habe ja stets auf Qualität geachtet, nie geschmacklos.
Und, danke, danke.
Und was meine Frau betrifft,
so hat sie außer ihren offensichtlichen
auch noch beträchtliche schauspielerische Qualitäten.
Entschuldige, sag mal, musst du nicht zur Maskenprobe?
Sie glauben ja gar nicht, wie schwer es heutzutage ist,
Qualität durchzusetzen.
Aber ich bin fest entschlossen, keine Kompromisse mehr einzugehen.
Diese Sozialversicherungsmentalität
ist sowieso schon viel zu verbreitet in unserem Geschäft.
Interessiert Sie das eigentlich, was ich da erzähle?
Nicht sehr momentan.
Doch, doch, das interessiert mich sehr.
Brauchen Sie mich noch?
Nein, Frau Fink, danke.
Hoffmann, Liane Hoffmann.
Ach so, Verzeihung.
Und wenn er Ihnen erzählen sollte,
dass wir nach der Oper gleich nach Hause sind,
dann kann ich das bestätigen.
Auf Wiedersehen.
Woran arbeiten Sie denn zurzeit?
Zigarre, was zu trinken?
Nein, danke, nicht um sieben Uhr in der Früh.
Also, ich fange morgen mit einem Film an,
den ich schon seit Jahren machen will.
Titel, Bittersüßes Leben.
Frei nach Fellini,
nur von Rom nach München verlegt.
Bitte, nehmen Sie auch Platz.
Nur sinnenfreudiger, lebensbejahender.
Dieser Fellini verfilmt ja im Grunde genommen
nur seine eigenen Komplexe.
Äh, wie finanziert man denn so was?
Was?
Ja, Villa, Atelier, Filme.
Ach so, ja, Kredite, Ersparnisse, Schulden, Kompanions.
Und zum Drehen kriegt man ja ziemlich viel Förderungsmittel.
Nicht gerade bei meiner Art von Filmen,
also für den anspruchsvollen Publikumsfilmen.
Natürlich, ein Risiko ist immer dabei.
Soll ich Ihnen die Synopsis mal erzählen?
Die Story?
Äh, gern.
Darf ich inzwischen einen Blick in Ihr Studio werfen?
Ich habe so was nämlich noch nie gesehen.
Ja, natürlich, gerne.
Ich finde es schon allein hin.
Erzählen Sie meinen Kollegen inzwischen die Story,
das ist nämlich ein richtiger Kunstfilm, der Herr Schneider.
Entschuldigen Sie die Störung,
ich wollte nur mal sehen, wie so was ausschaut.
Bitte, bitte, Herr Kommissar.
Ist das das Studio, wo morgen gedreht wird?
Ja, das ist also unser Studio.
Das ist mein Kameramann, Herr Stolle.
Grüß Gott.
Ein kleines, feines Filmstudio.
Sie wundern sich wahrscheinlich über den Sarg,
aber gerade das ist eine der Schlüsselszenen unseres Filmes.
Jeder glaubt, Liane ist tot,
aber in dem Augenblick, wo sie begraben werden soll,
wacht sie auf.
Sie schaut sich um, vor ihr steht der Mörder.
Wie in Trance erhebt sie sich
und steigt mit einem hauchdünnen Schleier aus dem Sarg.
Nicht mit einem hauchdünnen Schleier aus dem Sarg, kapiert?
Natürlich, denkt der Mörder.
Herr Fink, was ich Ihnen fragen wollte,
haben Sie irgendjemand von Ihrer Begegnung mit Lange erzählt?
Ich hab so vielen Leuten so vieles von meinen Reisen erzählt.
Sonst niemand?
Nee.
Ja, ist ja auch nicht so schlimm.
Aber ich kann natürlich trotzdem drüber nachdenken,
nur im Augenblick fällt mir niemand ein.
Ja, also dann wollen wir Sie jetzt nicht länger stören.
Auf Wiedersehen.
Wissen Sie was nett wäre?
Nein.
Ja, wenn Sie uns zu Ihrer Premiere einladen würden.
Ja, natürlich, können Sie sich drauf verlassen.
Auf Wiedersehen.
Nett, gell?
Auf Wiedersehen.
Na?
Dürfen wir jetzt sprechen?
Ja, ich bitte darum.
Also das ist er nicht.
Nein, das ist er nicht.
Das war doch ein ganz gebildeter Mann.
Die Akte Knopf August vorbestraft wegen Betrugs
und das wissen seine sämtlichen Komplizen.
Sehr schön.
Meine Damen, bitte.
Ja, das ist er.
Ja, nun sehen Sie doch, Frau von Paule, schauen Sie.
Ja, natürlich ist er das.
Das sehe ich doch auf den ersten Blick.
Eckhoff, Heinz, Schauspieler.
Der hat also den Kommissar gespielt.
Weil den Eckhoff habe ich doch schon jahrelang nicht mehr gesehen.
Herrn Hamrathil, bitte.
Der Schauspieler.
Bitte, Herr Hamrathil.
Sicher verarmter Adel.
Jammer schade meinen solchen Menschen.
Hallo, Lele.
Was macht ihr denn wieder da?
Na, Berti, sieh doch mal.
Dein Freund ist doch sicher aus gutem Haus.
Was soll denn das sein?
Herr Hamrathil, bitte, bitte, alles nur nicht das.
Erzählen Sie mir jetzt bloß nicht, dass Sie den nicht kennen.
So ist es.
Was soll ich denn machen?
Uns begleiten.
Meine Damen, ich bedanke mich.
Kommen Sie, meine Herren.
Wenn Sie da bist, ruf mich sofort zurück.
Na, wo ist er?
Was ist denn? Das bin ja die.
Hab ich was gesagt?
Haben Sie was gefunden?
Nichts.
Kein Geld, keine Adressen.
Überall der Aufbruch, würde ich sagen.
Vielleicht war ein Killer hinter ihm her.
Habt ihr nicht Angst, dass er euch der Reihe nach umbringt,
wenn ich euch jetzt freilasse?
Was, Herr Knopf?
Wir haben gar keine Ahnung, um was es geht, Herr Kommissar.
Schauen Sie, Herr Lenz.
Der Polizeistempel und die Quittung.
Na, was sagt sie jetzt?
Was haben wir damit zu tun?
Tja, das ist genau die richtige Frage.
Was habt ihr damit zu tun?
Wenn ihr uns die Wahrheit sagen würdet,
dann wär euch geholfen und uns auch.
Mildernde Umstände, das wär doch was.
Weil, sonst seh ich schwarz für euch.
Ihr deckt einen Mörder einen Mehrfachen.
Und die genaue Zahl seiner Opfer steht erst fest,
wenn ich den Fall abschließe, wenn Sie wissen, was ich meine.
Na also, dann schauen wir mal in Ihre Wohnung.
Meine Wohnung? Warum, was?
Vielleicht finden wir da was, Herr Havratil. Was meinen Sie?
Ohne Haussuchungsbefehl geht da gar nix, Jens.
Verschwind der!
Der nimmt meinen Wagen!
Wieso nimmt er meinen Wagen?
Was regst du dich denn für auf?
Sag mal, deckst du mit dem unter einer Decke?
Also, stimmt, Herr Lenz.
Der Wagen ist auf Rudolf Fink zugelassen.
Und in der Wohnung deutet nichts drauf hin,
dass ich irgendjemand aufgehalten hätte,
außer dem Ehepaar Havratil.
Ach so.
Stimmt.
Der Wagen wurde erst gestohlen gemeldet.
Heute Nachmittag um 15.31 genau.
Und das war, bevor wir ihn verfolgt haben.
Wollten, Herr Schneider.
In Ihrem Wagen hat wahrscheinlich ein zweifacher Mörder gesessen.
Ein Mörder?
In meinem Wagen?
Hast du das gehört, Liane?
Sie waren heute Nachmittag sicher hier und haben ein Alibi.
Ja, natürlich, Gott sei Dank.
Ich war im Studio.
Mein Kameramann kann das bestätigen.
Und du ja auch, Liane.
Ich war zwei Stunden in der Maske.
Ach ja, richtig.
Aber mein Kameramann, der hat mich gesehen.
Ist er noch im Studio?
Ja, natürlich.
Morgen ist aber der erste Drehtag.
Soll ich ihn holen?
Nein, nein, nicht nötig, Herr Fink.
Wir glauben ja nach so.
Könnte ich also nur zur Sicherheit eine Liste
Ihrer sämtlichen Mitarbeiter haben?
Ja, gerne, gerne.
Hol schon mal die Liste, Schätzchen.
Nee.
Meinst du, dass man einer dieser grauenhaften Verbrechen
in die Schuhe schieben will?
Wäre eine der Möglichkeiten, Herr Fink.
Und wer schiebt Ihrer Meinung nach?
Bitte?
Wer eben die Verbrechen in die Schuhe schiebt,
meinte Frau Hofmann.
Stimmt's?
Haben Sie eine Vermutung?
Sie?
Aha.
Wir leider auch nicht.
Ja.
Die Übersetzungsliste ist leider noch nicht ganz komplett.
Das macht nichts, Herr Fink.
Gell?
Der mit seinen perfekten Alibis.
Machen wir eine Hausdurchsuchung.
Ja, und was wollen Sie da finden?
Die 350.000?
Die Tatwaffe, glaube ich nicht.
Meinen Sie, der Fink hat damit was zu tun?
Sie denken eher an die Frau, stimmt's?
Tja, die ist mir nicht ganz geheuer.
Der Kameramann, wie heißt der gleich wieder?
Stolle.
Der hat was mit dir, meinen Sie nicht?
Ja, Herr Eckhoff?
Zentrale Bühnenvermittlung.
Ich hätte ab morgen Dienstag 10 Drehtage für Sie.
Hauptrolle, Kinofilm.
Rufen Sie mich dringend zurück.
Danke wiederhören.
Herr Lenz.
Schauen Sie mal her.
Herr Schneider, schlafen Sie vielleicht?
Was ist?
Herr Lenz, was ist denn in Siegfahren?
Ich hab hier die Aussage der Kollegen von der Fahrbereitschaft.
Gimpeltamischer, bürokratischer.
Was sagen Sie denn da dazu?
Jetzt schauen Sie, Herr Kriminalrat,
die bayerischen Flüchte, das sind doch verkappte Liebeserklärungen.
Also, der Eckhoff hat sich den ganzen Tag nicht blickern lassen.
Keine einzige Künstleragentur hat ihn im Katalog.
Dann muss man eben hingehen, Herr Faltermeier.
Vielleicht legen Fotos von ihm herum
oder er spielt an irgendeinem Theater oder dreht einen Film.
Also bitte, wenn ich bitten darf.
Äh, heute noch?
Ja, logisch.
Ja, von der staatlichen Schauspielervermittlung.
Da erreich ich aber heute keinen mehr.
Ja, aber morgen früh, gleich wenn's aufmacht.
Der Mann ist zwar Gauner, aber sterben muss ja deswegen nicht gleich sein, oder?
Ach was, Herr Schneidermann sieht es. Gute Nacht.
Eine seidenweiche Nacht breitet sich über München aus.
Der nächste Morgen startet filmreif.
Guten Morgen, die Damen.
Mein Name ist Eckhoff, Rolle Kommissar.
Bin doch hier richtig?
Richtig schon, aber zehn Minuten zu früh.
Macht nichts, dann geh ich erstmal in meine Garderobe.
Wissen Sie zufällig, wo die ist?
Im ersten Stück.
Sie sind sicher die Leiche, stimmt's?
Was ist?
Bis später.
Guten Morgen.
Ich suche meine Garderobe.
Mein Name ist Eckhoff.
Zweite Türe links.
Fink, Regisseur und Produzent.
Ich freu mich auf die Zusammenarbeit.
Ganz meinerseits, Herr Fink.
Ich will Sie nicht länger stören.
Sie haben sich ja noch später für mich zuweilen.
Sicher, ganz sicher, Herr Eckhoff.
Rede.
Ja.
Mond.
Ja.
Ton ab.
Kamera.
38,1, der erste Primärton.
Ab.
Schluss, Aus, Ende.
Ich muss erst mit einer etwas aufmüpfigen Dame etwas ganz Grundsätzliches regeln, bevor wir hier weiterdrehen.
Kommt los.
Kommt, geht nach Hause.
Drehschluss.
Los, kommt aus mir runter von der Maschine.
Habt ihr nicht gehört?
Ihr sollt nach Hause gehen.
Geht nach Hause, wartet, bis euch einer anruft.
So, und jetzt raus, raus.
Kommt, legt das Ding hin und verschwindet.
Ab.
Warum geht das hier so langsam?
Na, endlich.
Hier steht um neun Uhr, machen Sie auf.
Es ist schon viertel nach.
Nein, nein, nein.
Wir müssen uns doch von Ihnen nicht vertreiben.
Tempo, Frau Fried, es geht um Leben und Tod.
Wiedersehen, Herr Fink.
Was ist denn los?
Jetzt hör mal zu.
Du, mach doch keinen Quatsch.
Ich hab...
Du bleibst hier, wenn ich mit dir rede.
Also los, erzähl.
Wo ist dein Problem?
Das wirst du doch früh genug erfahren.
Liane, jetzt hör mal zu.
Heute Nachmittag fangen wir wieder an zu drehen.
Und du spielst mir deine Szene vor, so wie du es dir denkst.
Ne?
Und dann werden wir es ja sehen.
Hau ab.
Zieh den Fummel aus.
Zerknitterst das Zeug ja völlig.
Guten Morgen, Herr Linz.
Ich habe jetzt gerade erfahren, dass der Eckhoff heute beim Fink im Film dreht.
Ja, dann kommen Sie sofort dahin.
Warte mal.
Guten Morgen, haben Sie ihr Faltermerksehen?
Nein.
Also, wenn du nicht sagen kannst, wie du spielen willst, kann ich dir auch nicht helfen.
Denk nach.
Bin gleich wieder da.
Alles klar?
Alles klar.
Wo ist er?
Im Kameraraum.
Hat er gesagt, wo das Geld ist?
Nee, aber ich dachte, vielleicht hat er es hier.
Und?
Tja, nichts.
Dann werde ich es versuchen.
Komm.
Ich glaube, es ist besser, wenn Sie alleine zu ihm gehen.
Na, mir sagt er es eh nicht.
Dann wird er denken, dass ich ihn nachher umlege.
Das wusste du doch auch.
Oder?
Trotzdem ist es besser, wenn Sie ihn alleine ausgruschen.
Wenn ich dir irgendwelche Unverschämtheiten sage, reagierst du ganz normal.
Was?
Alles klar.
Also los, geh rein.
Ich habe doch gesagt, dass es besser ist, wenn Sie das alleine machen.
Geh rein!
Was?
Ich weiß, dass Stoll ein Mörder ist und dass er Sie umbringen will, wenn Sie ihm sagen, wo Sie das Geld haben.
Da ich aber im Moment in finanziellen Schwierigkeiten bin, biete ich an, dass Sie mir sagen, wo Sie es haben,
die ich übergebe diesen Herren der Polizei und wir beide teilen.
Ist das ein Vorschlag?
Ja, aber er weiß doch, wo es ist.
Wo ist es?
Reden Sie.
Gehen wir raus?
Gib her.
Geteilt wird nicht.
Los, los, komm.
Gib her.
Herr Kommissar, es ist was Schreckliches passiert.
Mein Kameramann hat sich gerade vor meinen Augen erschossen.
Ja, also, er kam plötzlich zu uns und eröffnete mir, er hätte die beiden älteren Herren erschossen.
Ich habe ihm von meinen beiden Schiffsreisen erzählt, verstehen Sie?
Ich bin immer noch wie vor den Kopf gestoßen.
Das glaubst du für selber nicht.
Ich nehme dir nichts übel, Jane.
Sie müssen nämlich wissen, Herr Kommissar, Stolle war der Geliebte meiner Frau.
Wer weiß, was er ihr noch erzählt hat.
Reden Sie ein bisschen weiter, Herr Fink.
Ja, rede weiter.
Ja, warum er das alles mir erzählt hat, also, er hatte da wohl offensichtlich Schwierigkeiten.
Da muss hier irgendwo einen Mann versteckt haben, den er für einen Zeugen hält.
Ich habe das auch nicht alles so richtig verstanden, das war so verworren.
Stolle, habe ich zu ihm gesagt, was immer Sie getan haben, Sie müssen sich der Polizei stellen.
Ich kann da nichts für Sie tun.
Sie haben sich sicher eine andere Premiere vorgestellt, aber die ist auch nicht schlecht.
Wir sind Polizisten und keine Satisten, Herr Schneider.
Tja, Herr Fink, jetzt können Sie uns ja sagen, wo Sie das Geld haben.
Das nützt Ihnen jetzt sowieso nichts mehr.
Alles für den schnöden Mammon.
Das war's wieder bei Hör mal zu.
Und das Drehbuch schrieb der Mörder mit Hans Clarin und Helmut Fischer.
Danke jetzt für dein persönliches Like und bis demnächst hier bei uns.
Lust auf Ruhrpott-Krimis? Bitte sehr.
In der Playliste findest du beliebte Ermittler, die gegen Gannofen in den 70ern kämpfen.
Miss Marple-Fan? Schau in die Playliste, sie freut sich auf dich.
