COCKTAILSTUNDE #krimihörspiel #retro 1979

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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2 Videoaufrufe·12.10.2024
Wo hast du deinen Wagen?
Am Tiefensee abgestellt. Ich bin den ganzen Weg durch den Wald gelaufen.
Bei dem Nebel?
Wir müssen vorsichtig sein, Liebste.
Wer geht bei diesem Wetterabend in den Wald?
Rita.
Immer heimlich treffen für eine Stunde. Und immer in Angst, dass er es erfährt.
Robert, wir sind beide von ihm abhängig.
Wenn Holger tot ist, erbst du seine Fabrik, denn du bist sein Bruder.
Und er ist dein Mann.
Er hat mich nie geheiratet.
Aber ihr lebt seit zehn Jahren miteinander.
Lass uns noch warten.
Warten?
Ich liebe ihn, weiß Gott nicht.
Diesen erfolgreichen, selbstherrlichen Parfümfabrikanten Holger Mantal.
Aber du, Rita, du hast ihn doch einmal geliebt.
Er ist 20 Jahre älter als ich, schwammig von zu viel Alkohol und zu gutem Essen.
Als er mich herausholte aus diesem Tingeltangel, hab ich mir gesagt,
Rita, das ist deine Chance.
Hab immer gehofft, er heiratet mich.
Robert, ich bin für Holger nicht mehr als sein eleganter Sportwagen.
Man muss etwas investieren, wenn man Aufsehen erregen will.
Vielleicht überträgt mir Holger das Zweigwerk und dann...
Sag du, lieber Dummkopf, du.
Kennst du diese Gerlinde Meseberg aus dem Labor?
Die Meseberg?
Sie ist häufig bei uns zu Gast. Zu häufig.
Und wenn du glaubst, Holger würde dir das Zweigwerk übertragen.
Auf diesen Posten spekuliert bereits Gerlindes sauberes Brüderlein Richard.
Kennst du ihn?
Nein, aber Gerlinde und Holger sprechen viel von seinen ungeheuren Fähigkeiten.
Meinst du, dass zwischen meinem Bruder und dieser Gerlinde...
Noch nicht, aber wie sich die beiden verstehen, wenn sie über Parfums fachsimpeln.
Und wie ich dabei störe.
Robert, ich bin nicht sehr gebildet, aber dafür habe ich einen Sinn.
Eines Tages hat sie Holger in ihrem Bett und das ist dann ihre Chance.
Und sie wird sie nutzen.
Mich lässt sie auf die Straße setzen und ihren Bruder ins Zweigwerk.
Und du wirst ewig der kleine Vertreter bleiben,
der mit den Parfumproben seines reichen Herrn Bruders übers Land zieht.
Robert, wenn wir beide unsere Chance haben wollen,
dann müssen wir ihr zuvor kommen.
Hast du das Präparat und die Spritze?
Es wird eine polizeiliche Untersuchung geben.
Hast du keine Angst?
Jeder weiß, dass ich die von Holger ausgehaltene Geliebte bin.
Jeder weiß, dass ich nach seinem Tode vor dem Nichts stehe.
Robert, wer käme denn auf die Idee, dass ich an dem Ast, auf dem ich sitze, säge?
Und wenn die Verbindung zwischen uns beiden...
Kein Mensch ahnt etwas.
Und um ganz sicher zu gehen, werden wir uns vorläufig nicht sehen.
Das halte ich nicht durch.
Du weißt, ich brauche...
Es muss sein, Robert.
Schaff dir irgendeine Freundin an.
Du bist ja verrückt.
Lass dich mit ihr überall sehen.
Tu so, als seist du wahnsinnig in sie verliebt.
Und dann, wenn alles vorbei ist, nach ein paar Monaten,
die ich trauernd in einer ärmlichen Untermiete verbracht habe,
werden wir beide uns durch Zufall begegnen.
Und dann, Robert, dann sind wir frei, reich und glücklich.
Rita, es ist Mord.
Und die Polizei wird so lange bohren...
Wieso Mord?
Holger begeht Selbstmord.
Selbstmord? Holger?
Rita!
Ich habe alles hundertmal durchdacht, Liebling.
Holger hat eine chronische Gastritis.
Holger ist Alkoholik.
Holger ist doch kein Trinker.
Aber auf dem besten Wege dazu.
Und ich sorge dafür, dass er immer eine Flasche
seines geliebten Manhattan in Reichweite hat.
Und nun höre meinen Plan.
Am 1. August werde ich Holger eine Mahlzeit vorsetzen,
die ihm nicht bekommt.
Er wird einen Gastritis-Anfall haben wie nie zuvor.
Aufgelöst werde ich unseren Hausarzt,
Dr. Winter, ans Krankenbett zitieren.
Aufgelöst werde ich eure Stiefschwester,
Paulette, benachrichtigen und sie wird kommen.
Holger wird entzückt sein.
Er kann sie nicht ausstehen.
Aufgelöst und unter dem Siegel der größten Verschwiegenheit
werde ich Paulette anvertrauen.
Holger glaube, er habe Krebs und er habe geschworen,
sich das Leben zu nehmen, wenn die Schmerzen größer würden.
Warum?
Warte doch ab.
Paulette wird Zeuge werden, mit welcher Hingabe
ich meinen geliebten Holger Tag und Nacht pflege.
Erfahrungsgemäß wird es Holger nach 8 bis 10 Tagen besser gehen.
Aber ich werde ihn weiterhin mit meiner Fürsorge,
mit Rollkuchen, Breichen, Alkohol und Zigarettenverbot
tyrannisieren.
Ich werde ihn im Verein mit Paulette so auf die Nerven gehen,
dass er nach einem Grund sucht, uns loszuwerden.
Und dann, am 15. August, einem Sonnabend,
hat eure Mutter Geburtstag.
Mein Gott, ja.
Ja, ich werde wohl hinfahren müssen.
Ja, tu das und bring deine Freundin mit,
damit ich sie kennenlerne.
An diesem Tag brauchst du ein bombensicheres Alibi, Robert.
Denn an diesem 15. August geschieht es.
Du willst Holger während der Geburtstagsfeier unserer Mutter...
Aber nein, Robert.
Holger wird natürlich nicht mitkommen.
Er wird seine Krankheit vorschützen.
Du weißt doch, wie er Familienfeiern hasst.
Aber mich und Paulette wird er überreden zu fahren.
Ich werde mich nur sehr schwer
und nicht ohne sichtbare Gewissensbisse überreden lassen.
Ich werde vorher auch Dr. Winter konsultieren,
ob ich es überhaupt verantworten kann,
meinen kranken Holger allein zu lassen.
Ich werde meinen Patienten breichen und Tee vorkochen.
Am Sonnabend kommt nämlich unsere Putzfrau nicht.
Und mit Paulette gegen Mittag losfahren.
Und das Gift willst du ihm, das Essen?
Aber nein. Kaum sind wir aus dem Hause, kippt er alles weg.
Es geht ihm ja wieder gut.
Er wird die Wohnung nach Schnaps durchsuchen,
denn er hat wieder Appetit.
Und er wird ein Fläschchen seines geliebten Manhattan finden.
Noch versiegelt.
Und in seiner Gier wird er den kleinen Einstich mit der Nadel nicht bemerken.
Den kleinen Einstich, durch den ich dein Medikament...
Und du glaubst, ich kann dir mit dieser Freundin
am Geburtstagstisch meiner Mutter unbefangen gegenüber sitzen, wenn ich weiß...
Dann fahr mit dem Mädchen nach Österreich.
Hauptsache, du hast ein Alibi.
Und du glaubst, dass das alles so funktioniert?
Ich habe es schon viermal durchprobiert.
Allerdings ohne das Gift.
Mein Plan ist todsicher.
Mutters Geburtstag war sehr schön.
Aber du warst reichlich nervös, Rita.
Ach, ich mache mir Sorgen um Holger.
Unsinn.
Ich fürchte, dass er weg war, um sich Alkohol zu besorgen.
Ich verstehe Holger nicht.
Du bist eine so schöne junge Frau.
Und er... er ist nicht immer nett zu dir.
Rita, liebes, setzte mich in der Geisingstraße ab.
Ach, Unsinn, Paulette.
Du sagst Holger noch guten Tag, ist mit uns zu Abend
und danach fahre ich dich nach Hause.
Wir sind da.
Oh, es brennt Licht.
Wahrscheinlich guckt er Sport.
Holger!
Holger, Liebling!
Guten Abend, gnädige Frau.
Wer sind Sie denn?
Was wollen Sie hier? Wo ist Holger?
Rita, ihr habt Besuch. Dann gehe ich.
Nein, Paulette, du bleibst.
Wo ist Holger?
Beruhigen Sie sich, bitte.
Ich muss Ihnen...
Ich bin beauftragt, Ihnen eine traurige Mitteilung.
Aber bitte, vielleicht setzen Sie sich erst.
Ja, wieso denn? Was...
Was ist denn passiert?
Was ist mit Holger?
Holger Mantei ist leider tot.
Holger?
Tot? Nein.
Nein, das ist unmöglich.
Sie lügen ja.
Gestern ging es ihm ja gut, sogar sehr gut, nicht wahr, Paulette?
Ich wäre doch nie verreist, wenn ich...
Ich möchte ihn sofort sehen. Wo ist er denn?
Sie müssen sich beruhigen.
Er ist nicht mehr hier.
Wir haben ihn...
Er wurde schon weggebracht.
Weggebracht? Von wem?
Wohin?
Wie kommen Sie überhaupt in diese Wohnung?
Rita, wahrscheinlich ist der Herr arm.
Ja, aber wieso denn?
Irgendwie...
Holger hätte doch Dr. Winter benachrichtigt, wenn...
Dr. Winter war über das Wochenende verreist.
Ich bin ja völlig durcheinander, hatte ich...
Ich meine, hat Holger noch etwas gesagt, bevor er...
Er war schon tot, als wir kamen.
Ihre Putzfrau hat uns hereingelassen.
Sie lügen!
Frau Zacharias kommt nie zum Wochenende.
Sie hat am Freitag ihre Brille hier vergessen.
Sonnabend gegen Abend hat sie es bemerkt.
Sonntagvormittag ist sie in die Wohnung gekommen.
Sie hat ja den Schlüssel.
Da fand sie Hermantai.
Hier.
In diesem Sessel.
Tot.
Mein Gott.
Mein Gott, ich...
Ich kann das alles nicht glauben.
Kann ich ihn sehen?
Sie werden benachrichtigt, wenn es soweit ist.
Oh, Rita.
Ich verstehe das nicht.
Man stirbt doch nicht an einer Gastritis,
wenn die Krise ist vorbei ist.
Er ist doch nicht an einer Gastritis gestorben.
Es war Gift.
Aber wer sollte denn...
Oh, Rita.
Ahnst du nicht, was uns Holger angetan hat?
Nein.
Er hat uns zur Mutter geschickt.
Weil er...
Weil er die Absicht hatte,
Selbstmord zu begehen.
Warum sollte Hermantai Selbstmord begehen?
Weil er...
Holger bildete sich ein, er habe Krebs.
Und er hat oft davon geredet,
sich das Leben zu nehmen,
wenn die Schmerzen größer würden.
Nicht wahr, Rita?
Ja, ja, aber das...
Sie glauben ja nicht,
was die arme Frau durchgemacht hat.
Sie ist ihm nicht von der Seite gewichen,
wenn es ihm schlecht ging.
Aus Angst...
Oh, Rita.
Wir glauben nicht an Selbstmord.
Wenn man die Absicht hat,
sich das Leben zu nehmen,
dann lädt man sich doch wohl kaum
einen Besucher dazu ein, oder?
Holger hatte Besuch.
Wen?
Einen Mann oder eine Frau?
Das kann man im Moment noch nicht sagen.
Jedenfalls war der Abendbrottisch
für zwei Personen gedeckt.
Es wurde von zwei Tellern gegessen.
Außerdem war da noch eine Flasche Manhattan
mit zwei Gläsern.
Nach unseren bisherigen Untersuchungen
müssen wir annehmen,
dass der Manhattan vergiftet war.
Aber das endgültige
Untersuchungsergebnis...
Dann gibt es also zwei Tote?
Wieso?
Ja, Sie sagten doch,
Holger hatte Besuch
und es gab zwei Gläser.
Das zweite Glas blieb unberührt.
Nur Herr Mantais Glas.
Tja...
Sagen Sie, Frau Mantai...
Mein Name ist Bertram.
Rita Bertram.
Ich war mit Holger nicht verheiratet.
Was sehen Sie Rita so an,
verehrter Herr Doktor?
Rita erbt nichts,
wenn Sie darauf hinaus wollen.
Sie ist ja nur Holgers Freundin.
Sie steht jetzt vor dem Nichts.
Ich bin mit einem kleinen Koffer
hier eingezogen
und ich werde morgen oder übermorgen
mit einem kleinen Koffer
wieder hier ausziehen.
Oh nein, Rita.
Sowas darfst du nicht sagen.
Wenn Sie wüssten,
wie sie meinen Bruder gepflegt hat,
wenn er krank war.
Ich darf mich denn verabschieden.
Ich komme mit.
Ich möchte Holger sehen.
Bei allem Verständnis für Ihre Situation,
ich muss Ihnen ein wenig Geduld bitten.
Sie werden benachrichtigt,
sobald es möglich ist.
Rita, bist du verrückt?
Komm schnell rein,
ehe dich jemand sieht.
Robert, weißt du,
wie oft ich diese Nacht
schon vorbeigefahren bin?
Endlich sah ich Licht.
Weißt du, wie spät es ist?
Es wird bald hell.
Und wir hatten doch abgemacht.
Wann bist du zurückgekommen?
Vor einer halben Stunde.
Ich hatte keine Ruhe mehr.
Dein Alibi steht?
Ja, natürlich.
Rita, du bist leichtsinnig.
Kein Mensch hat mich gesehen.
Und das Wichtigste, Robert,
keine Polizei der Welt
kann uns etwas anhaben,
denn wir waren es nicht.
Robert, wir waren es nicht.
Was?
Holger ist tot.
Ermordet.
Aber nicht von uns.
Das verstehe ich nicht.
Ja, irgendwer ist uns zuvor gekommen.
Holgers Gast
muss eine Flasche
vergifteten Manhattan mitgebracht haben.
Ja, und deine Flasche?
Unsere Flasche stand noch
unberührt in ihrem Versteck.
Ich habe sie natürlich
sofort vernichtet.
Robert,
wir haben das sauberste
Gewissen der Welt
und können die Polizei
ohne Angst suchen lassen.
So, so.
Und nun?
Nun gieß uns erst mal
was ein, Liebling.
Ja.
Was möchtest du trinken
in Manhattan?
Wenn er nicht vergiftet ist.
Frau Zacharias?
Ja?
Was ist denn?
Guten Tag.
Wollen Sie zu meiner Mutter?
Guten Tag.
Ich bin Rita Bertram.
Ich bin,
ich war die Lebensgefährtin
von Holger Mantei
und wollte mal fragen,
Ihre Mutter ist heute
nicht gekommen
und da sie Herrn Mantei
gefunden hat.
Gefunden?
Ja, ich verstehe nicht.
Ihre Mutter,
sie hat ihn tot aufgefunden.
Tot?
Um Gottes Willen.
Ja, das hat sie mir
ja gar nicht erzählt.
Ach, deshalb war sie
durcheinander, als sie...
Kann ich Ihre Mutter sprechen?
Meine Mutter ist verreist.
Verreist?
Ja, wieso denn verreist?
Wohin?
Ja, das wissen wir nicht.
Wir wissen gar nichts.
Ja, das ist es ja,
was uns so beunruhigt.
Ich verstehe dich nicht, Rita.
Du fährst einfach los
zu dieser Frau Zacharias.
Vielleicht war die Polizei
schon hier wegen Holger.
Unsinn, die rufen vorher an.
Irgendwas mit dieser
Zacharias stimmt nicht.
Das wird die Polizei sein.
Rita Bertram.
Mögen Sie Manhattan?
Holger Mantei mochte ihn.
In einigen Tagen bringe ich Ihnen
auch ein Fläschchen.
Sie müssen ihn kosten.
Es ist ein Spezialrezept.
Hallo.
Hallo, wer ist denn da?
Bitte melden Sie sich doch.
Was ist denn, Rita?
Du bist ja ganz blass.
Ist nichts.
Wer war am Telefon?
Weiß ich nicht.
Was hat er gesagt?
Er war in der Skifahrt,
das ist völlig unwichtig.
Paulette, bitte geh jetzt.
Du bist nicht sehr nett, Rita.
Wirklich.
Herr Linde Meseberg, bitte.
Hier ist Rita Bertram.
Sie haben eben bei mir angerufen.
Ich?
Da müssen Sie sich irren.
Ich habe Ihre Stimme erkannt,
auch wenn sie verstellt war.
Sie waren also Holgers Gast.
Und Sie haben ihn umgebracht.
Holger ist tot?
Oh, der Schmerz macht Sie ungerecht,
nennige Frau.
Mein Beileid.
Warum sollte ausgerechnet ich...
Vielleicht hat Ihnen Holger klar gemacht,
dass Sie die Hoffnung aufgeben können.
Hoffnung? Welche Hoffnung?
Glauben Sie vielleicht mir ist entgangen,
dass Sie es auf Holger abgesehen hatten,
oder sagen wir besser auf sein Geld?
Sie sind doch viel zu ehrgeizig,
viel zu selbstgefällig,
um so eine Niederlage einstecken zu können.
Frau Bertram, ich glaube, Sie irren sich.
Ich habe die Absicht,
nächsten Monat zu heiraten.
Mein Gott.
Mein Gott, ich muss jetzt ruhig bleiben.
Ganz ruhig.
Du Winter.
Guten Tag, Rita.
Wie geht es Ihnen?
Wem?
Wem? Holger.
Meine Sprechstundenhilfe sagte mir,
Sie hätten angerufen.
Ich sollte dringend kommen.
Was ist passiert?
Ich hätte angerufen?
Na ja, doch vor einer halben Stunde,
weil es Holger sehr schlecht ginge.
Ich sehe erst mal nach ihm.
Aber Holger ist tot.
Tot?
Aber das ist doch unmöglich, Rita.
Dr. Winter, bitte.
Bitte helfen Sie mir.
Ich habe Sie nicht angerufen.
Und da treibt jemand
ein entsetzliches Spiel mit mir.
Der Mörder Holgers will mich...
Der Mörder?
Nun beruhigen Sie sich erst einmal.
Ich gebe Ihnen nachher eine Beruhigungsspritze.
Also erst mal möchte ich Holger sehen.
Aber er wurde doch schon längst abgeholt.
Abgeholt? Von wem?
Von der Polizei.
Warum hat man mich nicht benachrichtigt?
Schließlich bin ich sein Arzt.
Sie waren doch am Wochenende verreist.
Aber niemals.
Ich hatte am Wochenende Bereitschaftsdienst.
Also nur mal ganz ruhig.
Erzählen Sie mir mal der Reihe nach.
Rita, komm schnell rein.
Wie siehst du denn aus?
Ist was passiert?
Robert, hilf mir.
Robert, hilf mir, bitte.
Man will mich umbringen.
Unsinn, Rita.
Nun dreh mal nicht durch.
Gestern sagtest du doch,
es sei alles in Ordnung.
Ja, das war ein Irrtum, Robert.
Robert, die haben das Kesseltreiben
gegen mich begonnen.
Wer?
Weiß ich nicht.
Da war so ein anonymer Anruf.
Eine Frau mit Morddrohung, Robert.
Erst dachte ich,
es sei diese Gerlinde Meseberg.
Diese Laborantin Holgers?
Ja, aber dann...
Du bist überreizt, Rita.
Du bist überreizt.
Es war doch vorauszusehen,
dass es Nerven kosten wird.
Komm, trink erst mal einen Schluck.
Was hörst du denn da?
Manhattan.
Den trinken wir doch immer.
Was ist denn?
Entschuldige, aber...
Genau das war dieser anonyme Anruf.
Ich soll einen Schluck Manhattan trinken.
Wie Holger.
In den nächsten Tagen würde man ihn mir anbieten.
Du glaubst doch nicht, dass ich, Rita...
Robert, ich kann nicht mehr.
Und dann die Geschichte mit Dr. Winter.
Vor einer halben Stunde war er bei mir.
Behauptet, ich hätte in der Praxis angerufen,
weil es Holger schlechter ginge.
Verstehst du das?
Merkwürdig.
Und es war wieder Manhattan in der Wohnung.
Was für Manhattan?
Ich wusste genau,
dass kein Schluck Alkohol im Hause ist.
Und Dr. Winter ging zum Schrank
und holte eine Flasche Manhattan heraus.
Wer hat sie dort hingestellt?
Wer kommt in meine Wohnung?
Rita, überlege.
Überlege mal.
Wer hat alles den Schlüssel?
Nur die Putzfrau.
Die Cerarias.
Hat sie nicht Holger tot aufgefunden?
Ja, das heißt, ich...
Ich weiß es nicht.
Robert, ich sehe nicht mehr durch.
Die Tochter der Cerarias behauptet,
ihre Mutter sei Sonntag sehr früh verreist.
Hals über Kopf.
Wie kann sie dann
Holger am Mittag in der Wohnung tot auffinden?
Außerdem mag sie mich.
Sie würde mich niemals...
Und Holgers Schlüssel?
Wie meinst du?
Wo ist Holgers Schlüssel?
Hast du nachgesehen, ob er noch da ist?
Nein. Nein, daran habe ich noch nicht gedacht.
Vielleicht hat ihn sein Mörder an sich genommen
und kann jederzeit ins Haus...
Robert, ich...
Robert, bitte.
Robert, bitte lass uns abreisen, irgendwo hin.
Ich kann nicht mehr nach Hause.
Liebes, nun überleg doch mal.
Mein Bruder ist tot.
Ich habe in den nächsten Tagen
sein Erbe anzutreten.
Wenn ich jetzt Hals über Kopf abreise,
dann sieht es ja so aus,
als ob ich fliehe.
Mein Gott, wir müssen jetzt die Nerven behalten, Rita.
Willst du, dass man mich umbringt?
Aber nein.
Wir müssen jetzt sehr vorsichtig sein.
Hallo, ist hier jemand?
Na, na, na.
Wer wird denn so schreckhaft sein?
Sie sind hier?
Was wollen Sie?
Verlassen Sie sofort mein...
Aber es war doch ausgemacht, dass ich komme,
sobald Sie Holger sehen können.
Wer sind Sie?
Wie sind Sie in diese Wohnung gekommen?
Und wo ist Holger?
Sie werden ihn nachher sehen.
Es hat alles seine Richtigkeit.
Ich habe Ihnen die Person mitgebracht,
die am Mordtag in Ihrer Wohnung war.
Darf ich Sie bitten?
Gerlinde Meseberg.
Ich wusste es.
Sie haben Holger umgebracht.
Und Sie haben mir auch gedroht.
Ich habe Sie lediglich zu einem Glas Manhattan eingeladen.
Was hat das mit Mord zu tun?
Verhaften Sie diese Frau.
Bringen Sie sie weg.
Moment.
Vorerst müssen wir einiges klären.
Was hat sich am Sonnabend
dem Mordtag in dieser Wohnung abgespielt?
Ich habe Holger bei bester Gesundheit verlassen.
Holgers Stiefschwester Paulette ist Zeuge.
Das stimmt.
Danach rief mich Holger an und bat mich zu sich.
Er fragte mich, ob ich ihn heiraten wolle.
Das ist doch gar nicht wahr.
Das lügt Sie. Holger liebte mich.
Sie gingen ihm schon lange auf die Nerven
mit ihrem Schaupflegen.
Also wir wollten etwas trinken.
Holger fand auf Anhieb den versteckten Manhattan
und markierte sich.
Vorgestern tyrannisierte sie ihn liebevoll mit Alkoholentzug
und versteckte ständig eine Flasche so,
dass er sie unbedingt finden musste.
Holger hatte den Verdacht.
Sie wollte gar nicht, dass er abstinent wird.
Also diese Behauptung ist ungeheuerlich.
Holger öffnete die Flasche,
warf den Verschluss auf den Tisch, goss ein.
Ich nahm den Verschluss,
mehr mechanisch und spielte mit ihm.
Ich war etwas nervös
wegen des Heiratsantrages.
Plötzlich spürte ich diesen Einstich.
Welchen Einstich?
Den Einstich im Verschluss,
verursacht durch eine Nadel oder eine Kanüle.
Später fuhr ich dann ins Labor,
um den Inhalt der Flasche zu untersuchen.
Das Resultat, Frau Bertram,
dürfte Ihnen bekannt sein.
Sie lügt.
Sie hat die Flasche mitgebracht.
Und nun will sie die Schuld auf mich abwälzen.
Warum sollte ich einen Mann,
der mich heiraten will, umbringen?
Das haben wir uns auch gefragt, Frau Bertram.
Wahrscheinlich hat Holger Mantay
schon einen Nachfolger, der für Sie sorgt.
Ach, das ist ja lächerlich.
Warum habe ich dann nicht schon längst
meine Koffer gepackt und bin zu ihm gezogen?
Statt mich mit einem unsinnigen Mord zu belasten.
Auch das haben wir uns gefragt.
Wahrscheinlich ist Holgers Nachfolger
für Sie erst dann attraktiv genug,
wenn Holger tot ist.
Also sein Erbe.
Danke. Und deshalb frage ich Sie,
haben Sie ein Verhältnis mit Robert Mantay?
Ich kenne ihn kaum.
Sie waren eben bei ihm.
Na?
Ohne meinen Anwalt
sage ich kein Wort mehr.
Wir brauchen keinen Anwalt, Frau Bertram.
Wir regeln das alles unter uns.
Was soll das heißen?
Zum letzten Male. Wer sind Sie?
Er ist mein Bruder Richard.
Nach den Laboruntersuchungen
des vergifteten Manhattan weite ich ihn ein.
Ich war es auch, die Ihre Putzfrau
auf Reisen schickte. Sie weiß, warum.
Und dann haben wir uns erlaubt,
ein bisschen Katz und Maus mit Ihnen zu spielen.
Wohin haben Sie Holger gebracht?
Wir brachten ihn zu mir.
Aber jetzt müsste er hier sein.
Holger!
Guten Abend, Rita.
Du lebst.
Ich vergaß vorhin zu erwähnen,
dass ich ihm das Glas noch rechtzeitig
aus der Hand geschlagen hatte.
Sonst würden Sie jetzt nicht hier,
sondern vor dem Richter stehen.
Gut.
Gut, ihr habt euer Spiel gewonnen.
Ich gehe.
Wohin willst du? Zu Robert?
Den musst du irgendwo
in Argentinien suchen.
Er ist vorhin Hals über Kopf abgereist.
Setz dich zu uns.
Bitte.
Trink einen Schluck Manhattan.
Überzeug dich,
die Flasche ist noch versiegelt.
Ja, aber sie hat einen...
kleinen Einstich.
Ja.
Das ist dein Risiko, Rita.
Trinkst du nicht,
dann werde ich dich dem Staatsanwalt übergeben
und du kommst wegen Mordversuch ins Gefängnis.
Trinkst du,
dann gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder der Einstich ist eine Attrappe,
dann bist du frei
und kannst dich zum Teufel scheren.
Oder es ist so ein Manhattan,
wie du in mir zubedacht hattest.
Dann hast du dich selbst gerichtet.
Du hast nur diese Wahl.
Gib her.
