Robert Meier präsentiert den Wochenrückblick mit ausgewählten Beiträgen aus „Kontrafunk aktuell“. In dieser Woche sprachen wir mit dem Staatsrechtler und früheren deutschen Verteidigungsminister Rupert Scholz über staatsfinanzierte Zensurstellen, mit Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft, über die Zahlungsunfähigkeit der deutschen Pflegeversicherungen und mit der Pathologin Dr. Ute Krüger über die ungewöhnliche Häufung von Brustkrebsdiagnosen nach einer mRNA-Behandlung. Außerdem zu Gast waren der ehemalige Bundesvorsitzende der GDL, Claus Weselsky, der Herausgeber der „Jüdischen Rundschau“, Rafael Korenzecher, der Naunhofer CDU-Vorsitzende Michael Schramm, FDP-Politiker Jürgen Türk, der ehemalige BMW-Chefvolkswirt Dr. Helmut Becker, der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post sowie Bence Bauer, Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit.
Werte Hörer, wenn Sie in Deutschland ansässig und regelmäßig auf den regional oder überregional
Verkehr der Deutschen Bahn angewiesen sind, haben Sie sich nach einiger Erfahrung wohl
daran gewöhnt, einen Zug früher zu nehmen, damit Sie gerade noch pünktlich ans Ziel
kommen.
Weil Sie wissen, dass es einem Sechser im Lotto gleicht, sollte die Bahn pünktlich
oder überhaupt auftauchen.
Sie nutzen Wartezeit und Fahrt, um sich über aktuell relevante Themen zu informieren und
schalten die Radio-App auf Ihrem Handy ein.
Dort hören Sie vom Jahrestag des Überfalls der Hamas auf Israel, von der Gefährlichkeit
sogenannter Mod-RNA-Impfstoffe, von der illegalen Bereicherung des Staates an
Pflegeversicherungsbeiträgen und von vielen anderen Themen.
Das Radio, das Sie hören, ist natürlich der Kontrafunk.
Und rausgekommen sind Sie hier und heute beim Kontrafunk-Wochenrückblick am 12.
Oktober 2024 mit mir, Robert Meier.
Herzlich willkommen.
Marode Infrastruktur, notorisch zu spät und unzuverlässig.
Die Deutsche Bahn steht seit Langem in der Kritik.
Was aus seiner Sicht gemacht werden muss, sagte uns Klaus Weselsky, bis vor kurzem
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.
Diejenigen, die im direkten Bereich arbeiten, in den Werkstätten, als Fahrdienstleiter tätig
sind, die erleben diesen ganzen Sormon, diese ganze Niedergang des
Eisenbahnsystems am eigenen Leibe.
Diejenigen, die es zu verantworten haben, das Management der DB, die sind ja fast nie
in Zügen unterwegs, sondern immer mit ihren schicken Dienstautos.
Und die merken eben nicht, wie kaputt das System mittlerweile gemacht worden ist.
Der Startpunkt ist tatsächlich die Privatisierungsidee aus der Politik.
Die damalige Entscheidung, die Eisenbahnen, die 1990
zusammengeführt wurden, sind Deutsche Bundesbahn, Deutsche Reichsbahn, in einer
Nacht- und Nebelaktion de facto zu privatisieren und dann als Deutsche Bahn AG
in die Welt zu setzen.
Dieser Privatisierungswahn ist der Startschuss für den Niedergang des
Eisenbahnsystems. Aber das lief am Anfang alles noch verhältnismäßig gut,
weil beide Unternehmungen DB und DR schlussendlich
immer die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner ihre Arbeit gemacht haben.
Es liegt an der Idee über die Privatisierung, die Eisenbahn nicht
nur Gewinn erzeugen zu lassen, sondern am Ende des Tages als weltweiten
Konzern einfach expandieren zu lassen.
Die Manager durften machen, was sie wollten.
Und unter Metern ist das Ding faktisch explodiert.
Wir haben eine weltweite Strategie des Konzerns zu verzeichnen, der einerseits
in Deutschland das Tafelsilber verscherbelt, Bahnhöfe, Strecken abklemmt,
Weichen raustrennen lässt, um Überholgleise aus den Büchern zu bekommen.
Andererseits weltweit expandiert in Unternehmungen, die mit der Eisenbahn
nichts zu tun haben. Und ich würde den Startpunkt schon an den Beginn der
Ära Metern legen, wo die Betriebswirtschaftler am Ende freie Hand
bekommen haben, um das System kaputt zu sparen.
Ursache unserer Auseinandersetzung ist ein unbelehrbares Management bei DB AG,
die immer wieder versucht haben, die GDL kalt zu stellen, die die Existenz
unserer Gewerkschaft angegriffen haben und worauf wir reagiert haben,
unter anderem auch mit langen Streiks, mit langen Auseinandersetzungen.
Im Ergebnis beginnt es 2007, als wir unseren ersten Lokführer Tarifvertrag
unter Metern noch erstreiken, elf Monate lang, um überhaupt den
eigenständigen Tarifvertrag zu bekommen. Man hat uns also unser Grundrecht
abgesprochen, nämlich dass wir uns nach 9.3 des Grundgesetzes vereinigen dürfen
und natürlich, und das ist das Kernthema des Wesen einer Gewerkschaft,
dass man auch Tarifverträge verhandeln und wenn es sein muss, erstreiken kann.
Alles andere nennt man kollektives Betteln, hat mit Gewerkschaftsarbeit
und mit Tarifautonomie nichts zu tun.
Die veröffentlichte Meinung stimmt in keinster Weise mit der öffentlichen
Meinung überein. Der überwiegende Teil der Menschen in unserem Land sind
Arbeitnehmer, abhängig Beschäftigte und die wünschen sich teilweise eine
Gewerkschaft, die so gut aufgestellt ist, die einen Vorsitzenden hat, der auch
ein Kreuz hat und sich nicht, wenn der Wind etwas schärfer bläst, abwendet
unter der Überschrift, sollen das andere machen. Man ist Vorsitzender
immer, auch wenn die Sonne scheint, da macht es mehr Spaß, aber wenn es
stürmt und schneit, ist man trotzdem Vorsitzender und vertritt die Interessen
der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. Und ich glaube, das habe ich sehr gut
gemacht und Fahrgäste, die betroffen sind von wegfallenden Zügen oder von
verspäteten Zügen, die sind am Ende des Tages natürlich persönlich, not amused,
aber sie akzeptieren und sie verstehen am Ende, wenn man erläutert, wo die
Ursachen sind, und das ist das eigentlich Schlimme in unserem Land, die
Medien, die sich die Finger wund geschrieben haben und eigentlich alles
versucht haben, auf die Personen auszurichten, die haben sich niemals mit
den Ursachen der Konflikte befasst, die haben sich niemals ein Stück weit auch
neutral aufgestellt und die Frage aufgeworfen, warum die Deutsche Bahn AG
eigentlich ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Streik treibt.
Der Witz ist ja, es wird ja immer so getan, als wenn man selbst wie das Land
den grünen Boden streikt. In Wahrheit haben Zehntausende Eisenbahnerinnen und
Eisenbahner ihrem Arbeitgeber den Stuhl vor die Tür gesetzt und das ist das, was
nie gern so geschrieben wird. Da müsste man sich nämlich damit befassen, wieso
das die Beschäftigten tun. Die machen das doch nicht, weil ich gerne in die Zeitung
komme oder gerne ins Fernsehen auftrete, sondern die machen sich so stark gegen
ihren eigenen Arbeitgeber, weil sie aufbegehren gegen ein Management, das
sich selbst die Taschen füllt und immer dann, wenn eine Tarifrunde ansteht, ein
Schwarffuchs herauslässt und behauptet, dem Konzern geht es schlecht, wir müssen
jetzt einen Gürtel enger schnallen.
Vor einem Jahr, am 7. Oktober 2023, überfiel die islamistische Terrororganisation
Hamas Israel, tötete und entführte etliche Menschen.
Darüber sprachen wir mit dem Herausgeber der jüdischen Rundschau, Rafael
Korenzecher. Was die Geschehnisse, die barbarischen Atrozitäten, diese bestialischen
Abschlachten von Menschen, Kindern und Frauen, auch schwangeren Frauen, am 7.
Oktober bedeutet, das wurde schon sehr oft und sehr häufig wiedergegeben. Da
müssen wir auf die Einzelheiten und wollen wir auch auf die Einzelheiten
nicht eingehen. Die Reaktion ist der Schock und der Schock sitzt immer noch
in den Gliedern. Er sitzt deshalb in den Gliedern, weil ja auch noch viele Geiseln
gar nicht aus der barbarischen Gefangenschaft und der Willkür der
Mörder des 7. Oktober Quanich entkommen sind. Die sind ja immer noch da. Das ist
das eine. Das andere ist die Reaktion der allgemeinen Reaktion der Juden und das
Leben der Juden in Deutschland, aber auch in Europa besonders, im gesamten
Westen. Es ist ja nicht so, dass es vorher
etwa gut gewesen wäre. Wir hatten ja bereits vorher einen Prozess, der mit der
Migration, vor allem mit der islamischen Migration, nicht mit einer
anderen, mit der islamischen Migration zu tun hatte, dass Juden in Deutschland, das
öffentliche Leben von Juden in Deutschland, das offene Leben von Juden
in Deutschland quasi immer mehr verunglückt worden ist. Seit dem 7.
Oktober ist der Hass gegen Juden auf unseren Straßen, in unseren
Verkehrsmitteln, in unseren Institutionen, wir denken an die Unis, wir denken an die
Schulen, explosionsartig gestiegen. Wir haben islamische Demos auf unseren
Straßen, die sich propagandistische Demos nennen, aber de facto reine
Judenhasspogrome auf den Straßen unserer Städte bedeuten.
Wenn Sie danach fragen, das Leben ist dramatisch für die Juden bezüglich des
Hasses, der ihnen entgegenschlägt, schlechter geworden. Der Schock, den ja
jeder anständige Mensch erleben muss, wenn er von den Atrozitäten des 7.
Oktober hört, das geht natürlich einher damit, dass für den Augenblick eine
gewisse Solidarität entgegengeschlagen ist. Das hat aber nur sehr kurz gedauert.
Das hielt nicht lange an. Bereits zu dem Zeitpunkt der Morde, ein Tag danach, gab
es Jubel auf den Straßen in Neukölln, in anderen deutschen Städten, aber auch in
London und in Paris. Jubel natürlich auch in Gaza. Jubel über jedes ermordete
jüdische Kind seitens der islamischen Migration und seitens der Gazaner, die ja
später als diejenigen immer mehr bezeichnet wurden, die darunter leiden.
Und wir reden ja heute, also unsere westlichen Medien scheuen sich nicht
davon, von Genozid zu sprechen. Das heißt, die Solidarität hat nicht lange
angehalten. Im Gegenteil, es begann sofort diese Relativierung, die wir immer haben
bei solchen Dingen, die gegen Juden gehen. Eine Relativierung der Terrorversteher,
eine Relativierung derjenigen, die meinen, ja, es gibt ein Ja-Aber. Und das ist
natürlich schrecklich. Ja, es stimmt, die Hamas hat etwas
Furchtbares getan. Das klingt ja auch zum Beispiel jetzt gerade zum ersten
Jahrestag in der Rede von Guterres an. Ja, das stimmt, das sind furchtbare Dinge,
aber wir dürfen nicht die Ursachen vergessen.
Es gibt keine Erklärung des Köpfens oder des Schlachtens von kleinen Kindern oder
des Verschleppens und ein Jahr in Willkür-Gefangenschaftheiten. Die gibt es
nicht, aber die scheint es doch zu geben in den Medien, in der Politik und im
gesamten Westen. Stellen Sie sich mal vor, in Deutschland
würde Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz oder Berlin ständig von den Nachbarn
beschossen. Mit Raketen. Ständig. Was würden Sie erwarten eigentlich von der
Region? Gar keine Reaktion? Stellen Sie sich mal vor, dieser Überfall wäre aus
Polen auf Deutschland erfolgt. Gott bewahre, ich komme gar nicht auf die
Ideen dran zu denken. Nicht, dass das jetzt falsch verstanden wird, dass ich
sage, ich mache jetzt eine Metapher und sage, die Nachbarn würden das tun.
Was soll die Regierung tun? Die Verteidigungsbereitschaft und die
Verteidigungsaktionen Israels werden Israel angelastet. Es wird von
Unverhältnismäßigkeit der Antwort gesprochen. Jetzt frage ich mich, welche
Verhältnismäßigkeit hat die Ermordung von Kindern oder Teilnehmern eines
Festivals? Welche Verhältnismäßigkeit der Antwort soll es da geben?
Und dann der Jubel in ganz Gaza. Unsere Medien sagen, es ist die Hamas oder es
ist dieses Bollah oder es sind diese Tarn. Nein, es ist eine Welle der
Sympathie in der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Sonst gäbe es das gar
nicht. Da könnte man auch sagen, in Gaza herrscht ein Zwang. Die Hamas fordert
alle auf, dass sie sich freundlich verhalten zu der Hamas, weil sie sonst
in schwerste Sanktionen geraten. Aber in Neukölln gibt es ja keine Sanktionen.
Warum gibt es da einen Jubel über Morde an jüdischen Menschen? Die Fehler, die Israel
begangen hat, bestehen in seiner Existenz. Was hier gewollt wird, ist ja nicht etwa
eine Verbesserung des Verhaltens. Hier wird ja ganz klar und auch ganz offen die
Zerstörung Israels und das Vertreiben der jüdischen Menschen hineintreiben ins
Meer oder Vernichtung der jüdischen Menschen in Israel. Das ist das, worum es
geht. Die Angriffe auf die Juden heute und da
wird natürlich auch versucht, das zu bemänteln. Besonders von grüner und
dunkler Seite zu bemänteln. Die Angriffe auf die Juden erfolgen heute, man kann
sagen, ausschließlich mit vielleicht geringen Ausnahmen von islamischer Seite.
Im Thüringer Landtag wurden jüngst die Wahlregeln für die Wahl des
Landtagspräsidenten geändert. Nach einer beinahe theaterreifen Vorstellung
sämtlicher Demokraten des Thüringer Landtags, gefolgt von einer Änderung der
parlamentarischen Geschäftsordnung durch einen Gemeinschaftsantrag von CDU
und BSW, wurde erreicht, dass nicht wie bisher die stimmstärkste Partei den
Landtagspräsidenten wählt. CDU-Politiker Thaddeus König ist nun neuer
Landtagspräsident. Dass sich die CDU so leicht mit dem BSW verpartnert, stößt
jedoch in Teilen der Union auf Kritik. So wächst in der Basis der sächsischen CDU
der Widerstand gegen Pläne, mit dem BSW eine Koalition einzugehen.
Wir sprachen darüber mit dem Naunhofer-CDU-Vorsitzenden Michael Schramm.
Für mich ist das immer noch ein Problem, weil wenn ich Sozialismus will und sage,
ich will die Wirtschaft genauso in Deutschland wieder nach vorne bringen,
wie sie war, damit Wohlstand gesichert wird, dann passt das für mich nicht
zusammen. Also das, was gesagt und das, was am Ende wirklich Inhalt ist, das wissen
wir aktuell nicht bei Sarah Wagenknecht. Und wenn ich mit vielen Wählern jetzt
rede, die auch BSW gewählt haben, haben viele ältere Leute auch gedacht, dass
Sarah Wagenknecht jetzt dann demnächst im Landtag sitzt in Sachsen, was ja gar
nicht ist, aber sie war permanent auf den Plakaten drauf. Also das ist ein bisschen eine Mogelpackung.
Also ich habe bis heute noch keinen CDU-Mitglied an der Basis gefunden, der
gesagt hat, ja, das müssen wir so angehen. Also ich kenne niemanden. Und gerade wenn
ich jetzt höre, gerade ich habe heute wieder aus den Erzgebirgskreisen von
Orts- und Stadtverbänden so die Mitteilung gehört, die sind da genauso wie
wir. Man sollte generell trotzdem mit allen reden und ich betone mit allen.
Ich bin einer der Verfechter des Ganzen, der sagt, wenn wir 100 Prozent Wahlprogramm
CDU versuchen durchzusetzen, dann geht das nur um eine Minderheitsregierung. Eine
Minderheitsregierung bedarf mehr Arbeit, weil ich muss Mehrheiten finden für meine
Beschlüsse und dort kann ich aber aufzeigen, wie andere Parteien ticken und
da geht es nicht um BSW, da geht es um alle. Bei Minderheitsregierung müssen dann die
anderen sich schon äußern, ob sie manchem Beschluss mitgehen oder nicht
mitgehen. Wenn ich jetzt die Stimmung bei mir im Stadtverband nehme, werden
weitere Leute austreten. Aber die Frage ist, ob es da überhaupt noch einen
Stadtverband gibt. Viele werden sich zurückziehen. Es muss generell in
Deutschland den Umbruch geben und es wird immer gesagt, Minderheitsregierung,
das ist schwer und das geht nicht und das kann man nicht und andere Länder
machen es aber vor. Wenn ich gerade die skandinavischen Länder nehme, dort ist
das gang und gäbe, Minderheitsregierungen. Und man muss eben halt Mehrheiten finden
und man muss eben halt versuchen, das umzusetzen, was auch den
Bürgern gut tut. Also ich persönlich finde es gut, wenn man mit Russland redet.
Ich finde es gut, wenn man mit allen redet. Und wissen Sie, ich bin jetzt gerade von
einer Weltwirtschaft aus England gekommen, also im Sport und dort spielt Politik
keine Rolle. Und dort hat man immer Kontakte zu verschiedenen Nationen. Jetzt
nicht gerade in dem Konflikt Ukraine-Russland, aber ich habe mich gerade jetzt mit einem
weiteren Trainer unterhalten. Da steht dann halt auf dem Siegerprotest jemand aus
Iran auf Platz 1 und auf Platz 2 Israel und auf Platz 3 USA. Und man steht auf
dem Siegerprotest und führt keinen Krieg. Also ich finde immer, man sollte mit den
Leuten reden und es sind nicht immer die Bürger, die das, ich sage mal, das Feuer
anfachen, sondern es sollte mit den Leuten geredet werden. Und ich finde es
nicht verkehrt, wenn man mit Russland redet. Wenn ich bei uns im Parlament sitze,
da geht es um die Sache, um die Stadt. Und wenn ich ein Projekt habe, dann muss
ich versuchen, das Projekt durchzubringen. Und die Hürden sind meistens sehr hoch,
gerade was so Genehmigungsverfahren und so weiter angeht. Und man braucht da Stimmen.
Und wenn alle für eine Sache sind, warum soll ich das nicht anbringen? Also ich
finde es nicht in Ordnung, wenn eine Sache beschlossen werden soll und man
schaut, wie und wer von welcher Partei da zustimmt und nicht zustimmt. Weil am
Ende muss es um die Sache gehen. Es ist problematisch aktuell, das muss man
zugeben, wenn ich gerade so die Wahlen nehme. Und im Zufall sind Leute zu mir
gegangen, auch gerade am Wahlstand und haben gesagt, ihr für der CDU und wir
wären jetzt AfD. Und ich sage, ach, dann wer ist denn euer Landtagskandidat? Dann wissen die Leute
gar nicht, wer das ist. Und was auch, finde ich, ganz schlimm ist, dass viele Leute
gar nicht mehr wissen, was in den Wahlprogrammen überhaupt steht. Wir sollten in der
Gesellschaft wieder dazu kommen, uns wirklich mit den Inhalten zu
beschäftigen und die Sachen, die den Bürger gut tun, voranzutreiben.
Ich denke nicht, dass, ich sage immer, das immer mehr werdende Klein-Klein an
der Vielfalt, denke ich, ist politisch nicht gut. Es gibt eine Zusage zur
Splitterung der politischen Landschaft. Aber wie man das löst, das ist eine
gute Frage. Ich sage bei unserem Stadtverband, ganz so schlecht finde ich
das amerikanische System nicht. Da gibt es Demokraten und Republikaner, einer regiert,
kann seine Punkte versuchen durchzubringen, auch wenn es dann durch den Senat muss.
Aber alle Splittergruppen schließen sich ja trotzdem immer den zwei großen
Richtungen an. Ich sage mal, wir haben es ja jetzt in Deutschland, gerade in der
Bundesrepublik, mit der Drei-Parteien-Koalition zu tun. Und es ist ganz
einfach schwer, wenn ich drei Wahlprogramme habe und muss das
zusammenführen und jeder muss was abgeben und bekommt nur, ich sage es mal,
jetzt ein Drittel durch. Oder wenn überhaupt, dann ist das auch für den
Bürger nicht mehr nachvollziehbar. Und man sagt ja dann immer, das ist Wahlbetrug,
weil eben halt das und das und das nicht umgesetzt wird. Und viele sagen, dafür
habe ich ja die Grünen gewählt. Aber es geht auch gar nicht mehr. Weil ich sage mal,
man muss ja Abstriche machen. Deshalb bin ich eher für eine
Minderheitsregierung, weil dort kann ich als CDU, ich sage mal, versuchen, das
durchzubringen, was ich durchbringen möchte. Und muss eben halt Mehrheiten
finden. Entweder die anderen machen mit oder die machen nicht mit. Dann scheitern
natürlich auch bestimmte Punkte. Aber ich denke, das ist für den Bürger und für
die Gesellschaft besser nachvollziehbar.
Die EU macht den Weg frei für höhere Strafzölle auf chinesische E-Autos.
Ab November sollen in China hergestellte Elektroautos durch die Strafzölle bis zu
35 Prozent im Vergleich zum vorherigen Preis verteuert werden.
Noch liegt der Strafzoll bei zehn Prozent. Interessant erscheint diese
Entscheidung unter anderem vor dem Hintergrund des sogenannten European
Green Deal, der ja angeblich eine Dekarbonisierung Europas vorsieht und
dies zumindest laut Narrativ unter anderem mit der Einführung
flächendeckender E-Mobilität zu erreichen gedenkt.
Zwar stimmte Deutschland nach einer Entscheidung von Bundeskanzler Olaf
Scholz gegen die Erhöhung der Strafzölle, konnte damit aber nichts an der
Gesamtabstimmung ändern. Zehn Länder stimmten dafür. Welche
Auswirkungen das auf die Automobilbranche in Deutschland hat,
erläuterte uns der Wirtschaftsanalyst und ehemalige BMW-Chef-Volkswirt Dr.
Die treibendste Kraft war die EU-Kommission selber, also die Frau von
der Leyen als Präsidentin. Und man muss unterscheiden, wenn man das
beurteilt als Ökonom, muss ich sagen, sind da zwei Seelen in einer Brust,
die ökonomische und die politische. Das Problem Strafzölle hat in der
heutigen Welt zwei Dimensionen, eben nicht nur ökonomisch, sondern eben
politisch. Ich kann mich entsinnen, wenn ich das einflechten darf, als ich
begonnen habe, Volkswirtschaft oder Nationalekonomie zu studieren. Da hieß
diese Sache auch einmal politische Ökonomie, politische Ökonomie. Und
diese politische Komponente hat immer mitgeschwungen, aber ging in der ganzen
Nachkriegszeit im Zeichen von Wachstum und Liberalisierung. Und wie gesagt,
überall ging es nur bergauf, da tauchte das Problem nicht auf. Aber jetzt taucht
das Problem eben auf, da wo der Kuchen nicht mehr wächst, sondern wo er immer
wieder neu verteilt werden muss. Und da kommen natürlich solche Rivalitäten
zum Tragen. Und da gibt es durchaus auch vernünftige Ansätze, warum man diese
Zölle einführt. Zurzeit importieren wir aus China nach Deutschland rund
140.000 Elektroautos. Von diesen 140.000 Elektroautos ist aber drei Viertel davon
oder ein Drittel davon entfallen nur auf rein chinesische Hersteller. Zwei Drittel
dieser Autos werden von deutschen Herstellern importiert. Das heißt, die
deutschen Autos, die in China hergestellt werden, verteuern sich jetzt durch diese
Strafzölle. Das fürchten die Hersteller und die Bundesregierung hat diese
Befürchtung eben transportiert. Aber die andere Seite ist, dass China im Laufe
der nächsten Jahre eben doch stärker an Marktanteilen hier in Europa mit
billigen, kleineren Elektroautos. Nicht jetzt, die sie jetzt haben. Im Moment
importieren wir aus rein chinesischer Autos, sind vielleicht 30.000. Das ist
nicht das schwarze unterm Fingernagel, wenn Sie so wollen, wenn wir die ganze EU-Zulassung
in der Summe von zehn Millionen im Jahr nehmen. Also das ist nicht das Thema. Und
von zehn Marken chinesischer Hersteller oder 20 Marken chinesischer Hersteller,
die heute in Europa vertrieben werden, sind acht, die überhaupt über 1000 Einheiten im
Jahr kommen. Das heißt, das ist verschwindend gering. Die Gefahr liegt nicht jetzt in der
Gegenwart, sondern in der Zukunft, dass wir in der Autoindustrie ein ähnliches Schicksal
erleben wie beispielsweise bei Solarzellen, wo die Solarzellenindustrie in Europa kaputt
gemacht worden ist durch chinesisches Dumping, durch chinesische Billigangebote. Und um dieser
Gefahr vorzubeugen, interpretiere ich diese Schrafzelle eigentlich als Schuss vor den Bug,
dass man der chinesischen Regierung signalisiert, bis hierhin und nicht weiter. Denn die chinesischen
Autohersteller machen das, was die chinesische Regierung ihnen vorgibt. Das heißt, sie sind
der verlängerte Arm eigentlich der Regierung. Wenn die Regierung sagt Stopp, dann hören die
auf. Und wenn die Regierung sagt Go, dann gehen die. Also mit anderen Worten, das sind andere
Zustände, als wir das hier bei uns gewohnt sind. Insofern, diese Schrafzelle sind für mich
eigentlich ein Signal. Nicht mehr akut bewirken die gar nichts. Denn die wenigen Autos, die wir
hier heute aus chinesischer Produktion in Europa haben, wie gesagt, die machen den Kohl nicht fett,
wie man so schön sagt. Das ist nicht das Problem. Das Problem liegt in der Zukunft. Wir
subventionieren nichts, was nicht von der EU im Grunde genommen gemeinsam hier für den europäischen
Wirtschaftsraum in der Summe gelten würde. Das heißt, wir halten uns an die Regeln und die
Regeln sind gemeinsam festgelegt worden, was wir dürfen und was wir nicht dürfen. Es wird nichts
schwarz subventioniert oder subkutan. Wir machen keine Zinserleichterungen, sondern das, was hier
an Subventionen aus der Notlage heraus gemacht wird, damit hier unsere eigene Industrie nicht
absäuft intern. Allein intern, weil sie zu teuer wird, auch für die Verbraucher in Europa. Vom
Export ganz zu schweigen, dass sie da nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Das sind also, wie gesagt,
Ausnahmeregelungen in dem Sinne, dass wir Subventionen zulassen oder beziehungsweise
im bestimmten Rahmen erlauben, aber nicht in dem Umfang, wie die EU-Kommission jetzt eruiert hat.
Es sind ja Untersuchungen in China angestellt worden. Das fiel ja jetzt nicht vom heiteren
Himmel, sondern seit Oktober letzten Jahres hat die EU-Kommission höchstnotpeinlich die
chinesischen Automobilunternehmen befragt, ob sie Subventionen kriegen. Ja oder nein. Und die
mussten das auf Papier sozusagen festlegen und niederschreiben, was sie alles an Subventionen
erhalten haben. Und das wurde auch überprüft. Also insofern ist das also nicht, wie gesagt,
vom reinen Willkür in dem Sinne, sondern man hat festgestellt, es gibt eine Subventionsdifferenz,
wenn ich alles andere abziehe, also von netto 20 Prozent. Um 20 Prozent sind die chinesischen
billiger als die europäischen, weil sie staatliche Beihilfen haben, die hier in
Europa nicht gezahlt werden. Und diese Differenz wird ausgeglichen. Hängt die Zukunft der FDP an
ihrem Verbleib in der Ampel-Koalition oder ist genau diese Koalition der Fleischwolf dieser
Zukunft? Oder ist es etwas dazwischen? Fest steht, seit der äußerst knappen Parteiabstimmung zu
Gunsten des Verbleibs in der Ampel werden häufig Rufe nach einem FDP-Koalitionsaustritt laut.
Ob die FDP bald die Regierungskoalition verlässt und wo die drängendsten Probleme der Partei
liegen, fragten wir Jürgen Türk, den Ehrenvorsitzenden der FDP in Brandenburg und seit
15 Jahren Mitglied des Deutschen Bundestags. Es war eigentlich schon vorprogrammiert. Es war ja
nicht eine Landtagswahl, sondern, wenn Sie so wollen, schon eine vorgezogene Bundestagswahl.
Da ging es ja nur darum, um sich wieder auf Brandenburg zu beziehen, AfD, BFW oder aber
Herr Woidke. Darum ging es, um den Ministerpräsidenten. Und dann wollten die Leute
natürlich ihre Stimme nicht verschenken, auch an die FDP nicht. Und das ist eigentlich der
wesentliche Grund. Und vielleicht ein zweiter, dass wir so schlecht abgeschlossen haben,
nehmen viele Wähler wahrscheinlich der FDP übel, dass sie noch nicht aus dieser Ampel
rausgegangen ist, weil die FDP in der Ampel gefangen ist und ihre eigentliche Politik nicht
so richtig durchbringen kann. Ich denke, das sind so die Hauptgründe, wie gesagt, ohne das
schönreden zu wollen. Aber es musste fast so kommen. Die FDP versucht ja in dieser Ampel schon
eine ganze Zeit, irgendwie gute Vorschläge zu machen, um aus dieser Misere rauszukommen, aus
der Misere der Ampel. Und hat natürlich zum Beispiel das Bürokratieentlastungsgesetz gemacht,
dann das Steuerentlastungsgesetz, Wärmepumpengesetz. Das ist das Eindringlichste, beziehungsweise hat
das nicht durchgehen lassen, wie das Herr Habeck mit seiner Agora da entworfen hatte. Und leider
bringt das eben nicht durch. Das ist einfach so. In den Medien steht dann, naja, die FDP, der
Störenfried bringt die Ampel runter, was natürlich nicht den Tatsachen entspricht. Aber ich bin mit
der FDP und dem Linder der Meinung, dass man weiter gute Vorschläge machen sollte. Entweder
machen die anderen beiden Partner das mit, dann ist es so, dass die Hälfte schon gewonnen oder
die beiden anderen oder einer von den Partnern sagt, nee, mit euch machen wir das nicht mehr mit,
inhaltlich nicht mit. Und dann ist die Zeit gekommen, dass wir dann besser rausgehen und
das dann aus der Opposition her versuchen. Ich bin ja etwas befangen als FDP-Mann, dass es
natürlich nicht nur darum geht, sondern dass man natürlich einiges noch erreichen wollte. Das nehme
ich also Christian Lindner ab. Und wir hatten ja schon mal eine Umfrage der FDP-Mitglieder und das
ging ja ganz knapp aus. Eine knappe Mehrheit hat gesagt, naja, erstmal nochmal versuchen und
vielleicht geht es. Aber nun, wie wir jetzt feststellen, geht es eben nicht mehr. Und jetzt
kann man nur noch den letzten Versuch machen, ob es geht. Und wenn nicht, dann muss man halt rausgehen.
Also Neuwahlen ist ein Risiko für uns und wir müssen eben auch tatsächlich besser kommunizieren,
dass wir was zu bieten haben und auch in einer neuen Regierung gebraucht wird. Deutschland,
Koalition. Ich meine, man könnte zwar sagen, große Koalition reicht, aber ich bin überzeugt davon,
dass es dann auch nicht reicht. Parteienlandschaft ist ja völlig durcheinander, sodass dann die FDP
gebraucht werden würde. Aber wie gesagt, ich bin auch kein Weißzwerger, aber du kannst natürlich
nicht wegen der Posten immer nur sagen, wir machen alles mit, sondern wir müssen Vorschläge machen
und die müssen wir auch rüberbringen und hoffen dann natürlich dann zum Beispiel in der
Deutschland-Koalition zu landen. Ich persönlich würde sagen, die kann man jetzt schon machen,
ohne Neuwahlen. Das ist ja immer ein ziemlicher Aufwand. Das wäre ja dann die CDU, die SPD und die
FDP, also schwarz-rot-gold, ja. Und nur, da wird es das Problem geben, dass dann der Herr Merz
wahrscheinlich Kanzler werden wollte. Aber wenn man die bisherigen Wahlergebnisse nimmt, stellt
ja bisher immer noch, wer die meisten Prozente hat, den Kanzler. Das ist eben Herr Scholz und
dann müsste man sich eben mal verständigen, ob vielleicht mal jeder zwei Jahre mal Kanzler ist
und dann aber mit dem Ergebnis, dass man mal eine bessere Politik macht. Denn bessere Politik ist
vonnöten. Wir werden sonst die AfD und die BSW nicht wieder kleiner werden. Die sind einfach
so entstanden, weil zu schlechte Politik gemacht wird.
Nach den schlechten Wahlergebnissen und dem Rücktritt von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert
steht die Partei vor einer ungewissen Zukunft. Wie es mit der SPD weitergehen kann, verriet uns
der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Post, der früher SPD-Mitglied war.
Es hat sich ja angedeutet, ich habe ja immer noch Kontakt mit ehemaligen Kollegen, die der
SPD-Fraktion auch angehören, mit denen ich persönlich befreundet bin. Ich habe immer gesagt,
man muss ja persönliche Ebenen trennen von der politischen. Bei manchen anständigen Menschen
funktioniert das. Deswegen habe ich mit denen auch heute noch Kontakt und daher habe ich da ein
bisschen Einblick. Es war ja schon so, dass nach der Europawahl, die für die SPD ja desaströs
ausgegangen ist, war ja schon so, dass Teile der SPD und zwar nicht unerhebliche Teile,
es kam vor allen Dingen aus dem Bereich Nordrhein-Westfalen, Leute am Stuhl von
Kevin Kühnert gesägt haben. Ist natürlich den Kevin Kühnert auch nicht entgangen. Der
weiß natürlich sehr genau, was in der SPD los ist und was vor sich geht. Und man hat ja auch an
verschiedenen Interview-Aussagen von ihm in den letzten Wochen, letzten Tagen hat man ja seine
Unzufriedenheit schon gemerkt. Insofern war das, was er jetzt hingeworfen hat, nicht ganz überraschend.
Ich sehe den natürlich inhaltlich sehr, sehr kritisch, auch seinen Werdegang und seine Biografie.
Darüber müssen wir nicht sprechen, weil meine Meinung war immer, man sollte schon mal auch
abhängig beschäftigt gewesen sein, bevor man in die Politik geht und Gesetze über Millionen von
Menschen macht. Auch wenn, natürlich respektiere ich, es in der Demokratie möglich sein muss, dass
jeder ab Vollendung des 18. Lebensjahr gewählt werden kann. Trotzdem meine Meinung, man sollte
gearbeitet haben. Aber Respekt nötigt mir ab, das muss ich schon sagen, dass er auch sein
Bundestagsmandat mehr oder weniger nach der Wahl nicht fortsetzen wird, weil er ja nicht mehr antritt.
Insofern steckt scheinbar vielleicht auch mehr dahinter. Ich nehme ihm ab, dass ihn das auch
gesundheitlich angegriffen hat. Wundert mich auch nicht, denn ich sage es ganz offen, in der SPD oder
in dem Umfeld für die SPD zu arbeiten, es ist ein toxisches Umfeld. Und wenn das sogar solchen
ausgebufften Politprofis, das war er ja, wie man seine Arbeit auch immer bewerten mag, so zusetzt,
dass einer sagt, ich gebe mein Spitzenamt in der Partei Generalsekretär auf und darüber hinaus
kandidiere ich nicht mal mehr für den Deutschen Bundestag. Und er wäre ja wieder reingekommen,
der wäre ja in Berlin Landeslistenplatz 1 gewesen und hätte sogar wohl wieder gute Chancen gehabt,
so tief habe ich jetzt nicht den Einblick, aber was man hört, hat er ja wohl gute Chancen gehabt,
dass er sogar seinen Wahlkreis wieder direkt gewinnen kann. Wenn einer das sogar zur
Disposition stellt und aufgibt, dann muss da in der Tat mehr dahinter stecken. Es schadet der SPD
jetzt nicht unbedingt, dass Kevin Kühnert nicht mehr in der ersten Reihe steht und den politischen
Gegner, also allen anderen Parteien, die mit der SPD und Wählerstimmen konkurrieren, nutzt das
auch nicht unbedingt, weil meine Meinung war schon, dass Kevin Kühnert mit den anderen in der
SPD-Spitze, die darf man jetzt nicht ausnehmen, allen voran Saskia Esken und Lars Klingbeil ducken
sich ja immer gerne weg. Das lenkt jetzt auch von diesen Figuren, lenkt natürlich der Rücktritt
Kevin Kühnert auch ab, aber natürlich waren das alles keine Sympathieträger und keine Zugpferde
im Sinne der Tatsache, dass die SPD natürlich irgendwie aus ihrem Umfrageloch, 14, 15, 16 Prozent,
je nachdem welche Umfrage sie betrachten, herauskommen soll. Also ich glaube jetzt nicht,
dass das der SPD jetzt noch unbedingt zu dem desaströsten Zustand, in dem sie sich eh befindet,
noch größeren Schaden zufügt. Im Zweifel nutzt es der SPD sogar, weil eine Person,
die in der breiten Öffentlichkeit nicht sympathisch wahrgenommen wird, das ist schon
mein Eindruck, ja vom Spielfeld genommen wurde. Es war noch eine andere SPD, in die ich eingetreten
bin. Es war eine SPD, sag ich mal, die sich noch für die Leute eingesetzt haben. Sag's jetzt mal
nicht unbedingt auf der intellektuellen Ebene, aber ich sag's jetzt einfach mal so, wie ich denke und
wie das wahrscheinlich auch die Leute da draußen empfinden. Die, die jeden Tag in der Früh aufstehen,
sich um ihre Kinder kümmern, in die Arbeit gehen, sich dann auch mal freuen, dass sie vielleicht
sich einmal im Jahr einen Urlaub leisten können, preiswert mit der Familie Mallorca, Ibiza, wo auch
immer hin. Für diese Leute war die SPD da und hat sich gekümmert. Heute stellt sich die SPD hin,
erklärt Leute ab einem Einkommen von 60.000, gestern habe ich die Summe 80.000 Euro gehört,
zu Besserverdienenden, die dann den Spitzensteuersatz zahlen sollen. Ist nicht wenig Geld, aber in
München machen sie damit, wenn sie eine Familie zu ernähren haben, eine größere Wohnung brauchen,
weil mehrere Kinder da sind, von Eigenheim zu schaffen, rede ich gar nicht. Gar nicht möglich
mit so einem Gehalt, aber mit so einem Gehalt machen sie auch in München keine großen Sprünge.
Und dann stellt sich die SPD hin, will grüner als die Grünen sein. Deswegen das Beispiel mit dem
Urlaub. Man erklärt den Leuten, Flugtickets müssen auch teurer werden. So ein Vorschlag gab es ja auch
von der SPD, unmittelbar nach der Bundestagswahl, dass man Flugtickets auch noch verteuern soll.
Grüner als die Grünen sein wollen und Linker als die Linkspartei. Damit macht man sich überflüssig.
Diese Parteien existieren schon, haben momentan auch nicht den größten Zuspruch, aber da macht
sich natürlich die SPD überflüssig damit. Ich meine, ich kann bis heute noch nicht den Sinn
darin erkennen. Das Beispiel Automobilindustrie. Jetzt kommen die Einschläge ja. Ein großer
Automobilkonzern nach dem anderen gibt Gewinnerwarnungen heraus. Volkswagen will sogar
Werke schließen, will Betriebsvereinbarungen, Standortgarantien kündigen. Das wäre ja vor
wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Und da hat die SPD sich natürlich jahrelang mit hingestellt
und sich zum Pötl der Grünen gemacht und erklärt, das ist eine Industrie von vorgestern. Ich habe
den Sinn nie verstanden, warum eine Arbeiterpartei sich dafür feiern lässt, die deutsche Industrie
schlecht zu reden und auch noch proaktiv, sage ich mal, Dinge zu unternehmen, die der deutschen
Industrie schaden. Die deutsche Pflegeversicherung steht vor der Zahlungsunfähigkeit. Der Spitzenverband
der gesetzlichen Krankenkassen rechnet bis zum Jahresende mit einem Defizit von knapp 1,8
Milliarden Euro. Näheres berichtete Dr. Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft
an der Universität Freiburg. Das Defizit ist ja ein Defizit, das man jetzt im laufenden Jahr
erwartet. Die Defizite kumulieren sich aber, denn Tatsache ist ja, dass wenn man die heutigen
Beitragssätze in der Pflegeversicherung beibehalten würde und die Leistungen ebenfalls,
dass wir dann insgesamt nicht ein Defizit von ein paar Milliarden haben, sondern ein Defizit von
fast 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und das sind dann sage und schreibe 1700 Milliarden Euro.
Also das sind die impliziten Schulden der Pflegeversicherung, die da schwimmen. Wir können
also mit dem heutigen Beitragssatz das heutige Leistungsniveau nicht aufrechterhalten. Allerdings,
das ist auch keine neue Nachricht, sondern die war von Anfang an schon da. Denn von Anfang an,
seit Gründung der Pflegeversicherung, ist das ein Insolvenzfall. Wir brauchen da auch
kein Redaktionsnetzwerk dafür, das zu rechnen. Das haben wir von Anfang an so berechnet. Seit
1995, seitdem wir die Pflegeversicherung eingeführt haben, sprechen wir Wissenschaftler davon,
dass man einen Generationenvertrag begründet hat, in dem Wissen, dass die Generation,
die ihn erfüllen soll, ja gar nicht da ist. Also auf gut Deutsch, wir haben wieder besseren
Wissens gehandelt und das muss man ganz klar dem damaligen Arbeitsminister Blüm anlasten,
der letztlich eine Rettungsaktion für die letzte entsprechende schwarz-gelbe Regierung
dann startete damit. Die Diskussion über die Insolvenz ist natürlich immer ein bisschen
heikel und gerade, wenn sie von Medizinern geführt werden, ist es schwierig. Also von
Insolvenz spricht man dann, wenn kein Eigenkapital da ist, wenn also keiner mehr nachschießen kann
und insofern ist das richtig, was er sagt, dass die Pflegeversicherung nicht insolvent ist. Aber
wenn man den Beitragssatz beibehielte und die Leistung ebenfalls, dann baut sich eben halt
eine Verschuldung auf. Denn wir haben ja nicht mit dem Beitragssatz von heute das Geld, um die
Leistung zu zahlen und Rückstellungen sind nicht gebildet worden. Bei fehlenden Rückstellungen
spricht man in der Wirtschaftsjuristerei tatsächlich von einem Insolvenzgrund. Der
Wirtschaftsprüfer wird das als Insolvenzmasse dann nehmen, die fehlt. Und das ist tatsächlich
etwas heikel. Denn wie gesagt, das ist alles absehbar gewesen. Wir wussten das. Wir wussten
auch, dass wir im Grunde genommen ein Schneeballsystem starteten, wo Profiteure natürlich
die entsprechenden Einführungsgenerationen waren. Also das klingt etwas hart jetzt,
aber die Pflegefälle der vergangenen Jahrzehnte sind im Grunde genommen ja nicht diejenigen,
die bezahlt haben, sondern sie bekommen ein Geschenk. Sie haben für das, was sie an Leistung
bekommen, nicht gezahlt, weil man vor 95 Jahren gar keine Beiträge zahlen konnte. So und deshalb
ist die Diskussion natürlich heikel. Da, wo die Politik immer wieder Leistungen ausweitet,
sprechen wir davon, dass wir das Geschenk erweitern. Aber es ist immer nur ein Geschenk.
Denn wie gesagt, gezahlt sein ganzes Leben lang haben selbst diejenigen, die heute Pflegefall
sind, eben nicht. Wenn wir allein den demografischen Effekt bei der Pflege uns anschauen,
werden wir von anfänglich 1,7 Prozent Pflegeversicherungsbeitragssatz, wir sind ja
jetzt schon bei über drei oder fast vier schon, werden wir auf circa sechs Prozent den Beitragssatz
erhöhen müssen. Wenn wir dann noch berechnen, dass wir einen Kostendruck dort haben, weil wir haben
einen arbeitsintensiven Dienstleistungssektor. Wenn wir berechnen, dass wir deutlich mehr
in stationärer Pflege in Zukunft haben werden, weil sie einfach langlebigere Pflegefälle sind,
dann reden wir von acht, neun, vielleicht sogar von zehn Prozent Beitragssatz in der Pflege. So,
das allein für sich genommen ist vielleicht zu schultern. Aber Sie müssen sich vorstellen,
in der Krankenversicherung ist die Diskussion ja ganz schön genauso antoben. Da werden wir
jetzt einen Prozentpunkt draufschrauben. In der langen Frist werden wir bei vier,
25 Prozent ankommen, wenn wir die Leistungen von heute belassen. Und wenn wir dann noch den
Kostendruck und Ähnliches in der Krankenversicherung nehmen, dann kommen wir selbst damit nicht aus.
Wenn Sie dann in der Rentenversicherung das Rentenpaket sich anschauen, heißt das ja nichts
anderes, als die Beiträge wieder erhöht werden und die Leistungen eben halt bleiben, wo sie sind.
Auch da würden wir dann sehr schnell bei vier, fünf oder 26 Prozent Beitragssatz ankommen. Und
wenn Sie jetzt zusammengerechnet haben, was ich da alles absummiert habe, dann sind Sie ja bei
Sozialabgaben zwischen 55 und 65 Prozent irgendwo. Also auf gut Deutsch, wir zahlen dann zwei Drittel
für die Sozialversicherung und klopfen dann den zukünftigen Beitragszahler auf die Schulter und
sagen, man, gut, dass da noch ein Drittel Steuerschuld reinpasst. Das kann es nicht sein.
Wir sprachen außerdem mit der Pathologin Dr. Ute Krüger über auffällig veränderte
Untersuchungsergebnisse bei Mama-Karzinomen nach der Impfkampagne gegen Covid-19.
Sowohl aus der klinischen Tätigkeit als auch aus der Forschung, wie Sie schon sagten,
ungefähr um die Verteilung des Patientenalters, der Tumorgröße und des Malignitätsgrades. Also
sprich, wie aggressiv ein Tumor wächst. Und seit Herbst 2021 hatte ich das Gefühl,
dass es sich um jüngere Patienten handelt. Also zwischen 30 und 50 Jahren waren das häufiger
Eingänge, die ich gesehen habe. Die Tumoren waren größer. Vier Zentimeter war absolut keine
Seltenheit mehr. Und der größte Tumor, den ich gesehen habe, war 16 Zentimeter groß in
einer Brust. Ich habe überlegt, was sich in der letzten Zeit geändert hat. Und da fiel mir
letztendlich nur diese sogenannte Impfung ein. Und es waren nicht nur größere Tumoren mit
aggressiven Tumorwachstum, sondern es waren eben auch häufiger Rückfälle. Das heißt,
es können Patienten gewesen sein, die vor 20 Jahren ein Mama-Karzinom hatten, also ein Brustkrebs,
und dann als mehr oder weniger geheilt galten. Und kurze Zeit nach dieser sogenannten Impfung
gegen Covid-19 haben sie also einen Rückfall erhalten. Und nicht selten sind sie innerhalb
von wenigen Monaten gestorben an diesen Tumoren. Ich kann vielleicht vorausschicken, dass Professor
Arne Burkhardt und ich zusammengearbeitet haben, dass wir uns auf vielen Symposien und Kongressen
getroffen haben. Und zuletzt im Januar 2023 haben wir eben auch über die Notwendigkeit
der Veröffentlichung seiner Befunde gesprochen. Und ich war also sehr schockiert über den
plötzlichen Tod von Professor Burkhardt und habe in das Kondolenzbuch geschrieben,
dass ich alles daran setzen werde, dass seine Befunde in die Welt kommen. Und bin also vor
einem Jahr nach Reutlingen gefahren und habe dort hunderte von Gewebeproben erneut begutachtet und
für diesen Atlas ausgewählt. Und die wichtigsten Erkenntnisse sind letztendlich, dass die Schädigungen
nicht organspezifisch sind. Das heißt, sie sind überall im Körper zu finden. Und je mehr von
diesen Spritzen verabreicht wurde, desto größer war der Schaden auf dem Körper. Hier in Schweden
wurde also erst eine Debatte in der Ärztezeitung geführt und danach wurde mein Agieren als
Sabotage der Impfkampagne, alle in der Region gegen Corona zu impfen, bezeichnet. Also ich war
sozusagen ein Saboteur. Und zu den wissenschaftlichen Grundlagen kann ich nur sagen,
man kann alles nachlesen in den jetzt im Sommer veröffentlichten RKI-Papieren, also vom Robert
Koch-Institut, die von Geheimkrisenstab, die Dokumente. Das sind mehr als 4000 Seiten. Man
kann alles nachlesen. Es gibt eine Seite, die heißt RKI-Leaks.com. Dort kann man einen Suchbegriff
eingeben, zum Beispiel Obduktion. Da sieht man, dass davon abgeraten wurde, zu obduzieren zum
Beispiel. Oder man gibt einen Lockdown oder man gibt eine Pandemie der Ungeimpften. Und da sieht
man, dass das RKI, das also Wissenschaft betreibt, an diesen ganzen Stellen gesagt hat, na, das stimmt
nicht richtig und das ist nicht wissenschaftlich und von vielen Sachen abgeraten hat. Das Problem
ist aber, dass der Gesundheitsminister über dem RKI steht. Das heißt, die Leute im RKI wollen
natürlich ihren Job nicht loswerden und werden nichts dagegen tun, wenn der Gesundheitsminister
sagt, wir machen dies oder jenes. Und das ist das große Problem, dass die Wissenschaft von
der Politik gesteuert wird. In Deutschland sollen staatlich finanzierte Meldestellen künftig die
Löschung von Meinungsäußerungen im Internet anweisen können. Sie werden von ihren Finanziers
bezeichnet. Wobei nicht klar ist, wer sie unter welchen Voraussetzungen als vertrauenswürdig und
grundrechtskonform einstuft und wer darauf vertraut, dass der Großteil der Social-Media-Nutzer dieses
Vertrauen teilt. Ihr Arbeitsauftrag hört sich vielmehr nach Zensur an, die von Seiten der
Regierung als notwendiges Übel im Kampf gegen Hass und Hetze im Netz vermarktet wird. Also
gemäß dem seit langem typischen Werbeschema für sämtliche autoritär-interventionistischen
Staatsprogramme. Darüber sprachen wir mit dem Staatsrechtler und früheren deutschen
Verteidigungsminister Professor Rupert Scholz, CDU. Es ist vor allem das Problem, dass man
eigentlich fast nicht mehr kalkulieren kann, was plötzlich alles unter Meldepflicht oder
Meldeberechtigung geraten soll. Denunziantentum. Genau das ist die Gefahr in Verbindung mit einer
staatlich subventionierten Form einer Zensur. Zensur ist aber nach Artikel 5 Grundgesetz
ausdrücklich verboten. Die Gefahr, die hier besteht, ist ja die, wir haben im Grundgesetz
als herausragendes demokratisches Grundrecht die Meinungsfreiheit. Die Meinungsfreiheit erlaubt auch
sehr kritische Äußerungen. Das Bundesverfassungsgericht hat das auch mehrfach deutlich entschieden. Man
kann sich zum Beispiel negativ über den Staat äußern, wenn man ihn nicht mag. Man ist nicht
verpflichtet, dem Staat gegenüber loyale Äußerungen abzugeben und so weiter. Und die Gefahr, die hier
besteht, ist, dass solche Meldestellen und die von ihnen dann auch verfügten Löschungsgebote in
entsprechenden Medien, dass das faktisch dazu führt, dass bestimmte Meinungsäußerungen, die bestimmten
Funktionären im Staat beispielsweise nicht sehr willkommen sind, weil sie kritisch sind, dass die
dann plötzlich unter einen Verdick gestellt werden, was die Meinungsfreiheit unzulässig beschränkt.
Man muss einmal davon ausgehen, dass nach entsprechenden Umfragen heute etwa 60 Prozent der
Deutschen glauben, dass sie nicht mehr unbefangen frei ihre Meinung äußern können. Das ist ein
katastrophales Datum. Und Entwicklungen wie diese Meldestellen, da droht die Gefahr, dass noch mehr
Einschränkungen der Meinungsfreiheit eintreten und das sehe ich mit großem Vorbehalt. Äußerungen,
die im Rahmen der Meinungsfreiheit von jemandem gemacht werden, die strafbar sind, zum Beispiel
Verleumdung oder auch inzwischen Hetze beispielsweise, auch das ist vielfältig unter Strafe gestellt.
Und die Frage ist, wie hat der Staat darauf zu reagieren? Hier hat die Staatsanwaltschaft, im
Vorfeld die Polizei, zu reagieren und gegebenenfalls strafrechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Also die
Geschichte muss gerichtlich dann ergebenenfalls entschieden werden. Das ist dem Rechtsstaat
zwingend und das kann nicht unterlaufen werden durch scheinbar ergänzende Meldestellen oder
ähnliches. Hier werden quasi Staatsanwaltschaften auf privatrechtlicher Grundlage eingerichtet,
die aus meiner Sicht verfassungsrechtlich hochproblematisch sind. Es ist insofern ein
grünes Problem, dass sich vor allem grüne Politiker für diese Einrichtung und ihre
Tätigkeiten stark machen. Aber es ist nicht nur ein grünes Problem, sondern insgesamt ein ganz
prinzipielles Problem. Wo sind die Grenzen, so möchte ich es formulieren, wo sind die Grenzen
legitimer staatlicher Tätigkeit im Bereich der Meinungsfreiheit? Und da muss man mit Nachdruck,
mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sehr klar antworten. Diese Grenzen gibt es
nicht bis an die Grenze des Strafrechts. Und alles, was im Vorfeld des Strafrechts an quasi
Zensur, so möchte ich es einmal formulieren, eingerichtet wird, ist unzulässig. Wenn ich
eben jemanden nicht mag, um es mal wieder salopp zu formulieren, dem ich gerne mal was anhängen
würde, dem ich gerne mal ein bisschen Ärger machen würde, dann gehe ich zur Meldestelle
und sage, ja, der hat ja ein ganz Böses hier gesagt und so weiter. Das führt im Grunde zu
einem staatlich finanzierten, staatlich initiierten Denunziententum. Und das darf nicht sein.
Nach der vielbeachteten Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban im EU-Parlament
in Straßburg betrachteten wir das Verhältnis zwischen Ungarn und der EU im Interview mit
Benze Bauer, dem Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit am
Es ist durchaus üblich, dass der Ministerpräsident der die EU-Ratspräsidentschaft innehabenden
Mitgliedslandes einen Antrittsbesuch im Europäischen Parlament macht und dort das Europäische
Parlament, die europäische Öffentlichkeit über Ziele und Wege der Ratspräsidentschaft
seines Landes informiert. Diese Sitzung hätte schon im Juli stattfinden müssen, wurde aber
aufgrund des institutionellen Übergangs der Wahl der Kommissionspräsidentin auf den Oktober
verschoben und nun am 9. Oktober, Mittwoch den 9. Oktober, stand Viktor Orban Rede und
Antwort im Europaparlament. Seine Rede konzentrierte sich auf die Schwerpunktsetzungen der EU-Ratspräsidentschaft
Ungarns, wie zum Beispiel ganz besonders die illegale Migration, die Eindämmung der illegalen
Migration. In diesem Bereich hat Herr Orban auch angemahnt, die Außengrenzen stärker zu
beschützen, um eben zum Beispiel auch den Schengen-Raum erhalten zu können. Er hat
auch über die Agrarpolitik gesprochen, die Zukunft der Kohäsionspolitik und auch auf
eine Erweiterung zielende, auf Verdienstenzielende Erweiterungspolitik der Europäischen Union,
die auch ein Anliegen Ungarns ist. Aber es ist natürlich so, dass diese Debatte im Europäischen
Parlament nicht unbedingt eine fachliche Debatte war über die einzelnen Fachpolitiken, sondern
es entbrannte ein regelrechter politischer Streit um die Aussagen von Viktor Orban oder
weniger um die Aussagen, sondern um eigentlich seine Politik der letzten Jahre. Es war fast
schon eine Generalabrechnung mit seiner Politik. Insbesondere kam diese Generalabrechnung von der
Europäischen Volkspartei, namentlich vom Partei- und Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber, der auch
eine persönliche Auseinandersetzung mit Viktor Orban hat. Wie wir wissen, wollte Manfred Weber
2019 EU-Kommissionspräsident werden und eine Allianz, die damals Macron und auch Orban
geschmiedet haben, hat das verhindert. Manfred Weber unterstützt jetzt auch die neue EVP-Mitgliedspartei
in Ungarn, die eine große Oppositionspartei ist, die aus dem Stand 30 Prozent der Stimmen bei der
Europawahl eingefahren hat. Und es ist natürlich so, dass Fidesz und die Europäische Volkspartei
jetzt eben auf anderen Plattformen stehen und diese Gemengelage ist dann ganz klar in der
Debatte am Mittwoch zum Tragen gekommen. Der Vorwurf, ein Autokrat zu sein, ist natürlich
eine schwere Keule und wenn jemand dieser Vorwurf gemacht wird, kann er sich natürlich sehr schwer
verteidigen, denn niemand möchte ein Autokrat sein. Alle möchten Demokraten sein. Der Mann ist
ja in den 80er-Jahren schon aktiv gewesen gegen die kommunistische Unrechtsherrschaft, wurde
festgenommen, ist seit 1990 permanent im Parlament, ist ein Oppositionspolitiker gewesen,
der eben die Demokratie, die 89, 90 hier verwirklicht worden ist, ja mit erkämpft hat. Also
der Vorwurf, dass er diese Demokratie abbauen wolle, ist regelrecht absurd. Es ist keine
autokratische Politik, ganz im Gegenteil. Aber es ist eine sehr souveräne Politik, die die Werte
und Interessen des eigenen Landes in den Mittelpunkt stellt und auch sehr selbstbewusst agiert, mit einer
großen demokratischen Legitimation. Und dieses Selbstbewusstsein kann natürlich durch westeuropäische
Interpretationen als autokratisch bezeichnet werden. Wenn man natürlich anschaut, dass es in
Westeuropa zwei, drei, vier Parteienregierungen gibt, ständige Koalitionsmürben und
Koalitionsverhandlungen, ständige Suche nach Kompromiss, nach Ausgleich. Das ist in
Ungarn nicht so. Es ist eine Partei, die eben eine sehr starke parlamentarische Mehrheit ihren
Eigen nennen kann. Ich denke, was er erreichen kann, ist, dass diese geschlossene Front nicht so
aufgebaut werden kann gegen ihn, diese geschlossene Front von, ja, Boykottaufrufen. Ich denke, das
wäre schon ein Erfolg, wenn eben möglichst viele persönlich dort anwesend sind. Schlussendlich
müssen wir in Europa miteinander reden. Wir müssen an einem Tisch sitzen, auch wenn uns die
politischen Ansichten des anderen nicht gefallen.
Das war der Wochenrückblick beim Kontrafunk, werte Hörer. Danke fürs Zuhören. In der nächsten
Woche werden wir mit unseren Gästen über die Zensurmaschinerie hinter sogenannten Trusted
Flaggers, wie der staatlich finanzierten Meldestelle Respect sprechen, ebenso wie über die
Bestrebungen der Slowakei, Mod-RNA-Genspritzen zu verbieten und über die Wahl in Georgien. Wenn
Ihnen heute noch der Sinn nach guter Musik steht, schalten Sie auch um 20.05 Uhr wieder ein zu
Argos Ohren. In der heutigen Ausgabe widmet sich Argo neben vielen anderen Themen dem zunehmenden
Zerfall der deutschen Grünen, der Integration eines einbeinigen Piraten und der drohenden
Insolvenz der deutschen Pflegeversicherung. Den nächsten Wochenrückblick können Sie am 19.
Oktober ab 5 Uhr morgens hören. Bis dahin, machen Sie's gut, Ihr Robert Meier.