Gerald Hüther's GEHEIMTIPP für eine gesunde Beziehung!

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Die jetzigen Beziehungen, das sind im Wesentlichen Objektbeziehungen,
wo einer den anderen zum Objekt seiner Absichten und Siele macht,
verwandeln in etwas, das heißt dann eigentlich nicht mehr richtig Beziehung, das ist eine Begegnung.
Wenn zwei Menschen einander als Subjekte begegnen, dann fängt das andere an.
Dann hat jeder von beiden auch plötzlich wieder Zugang zu sich selbst.
Solange ich als Objekt wie Spalierobst von anderen behandelt werde,
kann ich ja gar nicht wissen, was ich bin, kann mich ja gar nicht ausprobieren.
Ich habe ja ständig damit zu tun, dass ich am Leben bleibe in dieser Spalierobstreihe
und so funktioniere, wie das von mir verlangt wird.
Es ist dann die Frage, ob das das ist, was wir wirklich wollen.
Will ich dich so verändern, dass du endlich das machst, was ich haben will?
Will ich, dass du frei bist oder will ich dich zu meinem Produkt machen?
Und wenn ich die Frage so rumstelle, dann wird schon relativ klar, das macht nicht so sehr viel Spaß.
Andere Leute so formen zu wollen, dass die endlich so sind, wie man sich das vorstellt.
Ich mache die ja zum Objekt meiner Bemühungen, ich benutze die.
Und deshalb glaube ich, es täte uns allen unendlich gut in dieser Gesellschaft,
wenn wir uns alle gleichermaßen von der Vorstellung verabschieden würden,
dass man einen anderen Menschen verändern kann.
Man kann ihn zurichten, man kann ihn abrichten, man kann ihn dressieren,
man kann ihn zu bestimmten Leistungen bringen, aber man kann ihn nicht dazu bringen,
dass er das, was in ihm an Potenzialen angelegt ist, dass er dieses in ihm angelegte Potenzial
und damit seine Talente und Begabung auch wirklich entfalten kann.
Und deshalb bitte hört auf, andere Leute nach euren Vorstellungen zurechtstutzen zu wollen.
Es ist hirntechnisch eine Katastrophe, weil der Zurechtgestutzte leidet.
Und der muss in sich selbst, damit er deinen Vorstellungen entspricht.
Also das Kind will den Vorstellungen der Eltern entsprechen.
Es will dann auch als Schüler in der Schule den Vorstellungen und Anforderungen der Schule genügen.
Es will als Mitglied der Peergroup den anderen sozusagen Recht sein, damit es dazu gehören kann.
Und da zwingen wir auf diese Art und Weise das Kind oder den Heranwachsenden dazu,
dass er lebendige Bedürfnisse in sich, die er auch noch hat, unterdrückeln muss,
damit er endlich in solche Gemeinschaften reinkommt.
Damit die Mama und Papa ihn richtig lieb haben, strengt er sich in der Schule an.
Damit er in die Peergroup reinkann, lässt er sich ein Tattoo stechen.
Das sind alles keine freien Entscheidungen.
Und wenn wir uns angucken wollen, was dabei rauskommt, im Zirkus wird das ja vorgeführt.
Aber selbst im Zirkus sind die inzwischen so weit, dass die sagen,
wir wollen nicht mehr solche dressierten Tiger und Löwen sehen.
Das ist auch unangenehm.
Also ich würde mich auch schämen, einen anderen Menschen nach meinen Vorstellungen umgestalten zu wollen.
Das ist unwürdig.
