Im Hundetraining gibt es gewisse Punkte, die immer wieder vorkommen (falsch gemacht werden) und die auch ich in meiner Hundeschule und in meinen Kursen oftmals beobachten kann. Welche Fehler sich bei vielen Hundehaltern eingeschlichen haben und welche Irrglauben weit verbreitet sind, erkläre ich euch in diesem Video.
Mein Name ist Daniel und ich bin ausgebildeter und zertifizierter Hundetrainer. Hunde gehören zu meiner größten Leidenschaft im Leben, weshalb ich mich entschieden habe, nach meinem Studium der Humanpsychologie diese Leidenschaft zu meinem Beruf zu machen. Heute führe ich eine Hundeschule im Raum Oberhausen/Essen/Mühlheim. Mit unseren Videos möchten wir vor allem Fehler und Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund aufdecken und dir als Hundehalter praktische Tipps an die Hand geben, die euren Alltag harmonischer und glücklicher gestalten.
00:00 - Intro 00:40 - 1. Fehler: Fehlende Konsequenz 02:07 - 2. Fehler: Irrglaube Gelernt ist gelernt 06:13 - 3. Fehler: Unbewusste Bestätigung 08:38 - 4. Fehler: Kontakt an der Leine 11:36 - 5. Fehler: Den Hund vermenschlichen
Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Ich bin Daniel von der DOG University und im heutigen Video möchte
ich euch einmal die gängigsten Fehler im Hundetraining zeigen. Es gibt Sachen, die immer
wieder vorkommen, gerade bei Neuhundbesitzern, was ich so sehe in meinen Kursen etc., was immer
wieder falsch gemacht wird und die Sachen zeige ich euch heute mal. Fehler Nummer eins ist fehlende
Konsequenz. Das hat wahrscheinlich jeder Hundehalter schon mal gehört, aber es ist wirklich
einer der häufigsten Fehler. Das bedeutet, es gibt keine klaren Regeln. Das ist gerade eine Sache, die
relativ häufig auch ist in Familien, wenn der Hund bei einer Person etwas darf, bei einer anderen
Person dafür etwas nicht. Das ist für die Hunde wahnsinnig schwer zu verstehen und im anderen ist
es kann man auch oft sehen bei so kleinen Sachen wie, wenn ich dem Hund sage, er soll dort sitzen
oder er soll Platz machen oder er soll kommen, dann heißt es wirklich auch immer, dass der Hund
da sitzen bleibt, bis das Kommando wieder aufgelöst wird, bis ich dann sage, ja okay, du darfst jetzt
wieder aufstehen und wenn das so larifari gemacht wird, also wenn der Hund sich hinsetzt und dann
geht man weg, der Hund steht auf oder man ruft ihn, er kommt nicht und ich sage, ach es ist egal, das ist mir
gerade auch gar nicht so wichtig, dass du kommst. Das sind Sachen, die der Hund immer wahrnimmt und
eigentlich so sein ganzes Verhalten, sein ganzes Benehmen dann formen. Das heißt, fehlende
Konsequenz ist echt ein Problem in der Hundeerziehung. Schaut, dass ihr da wirklich
diese Fehler wirklich nicht macht und wenn ihr dem Hund etwas sagt, dann meint das so und setzt
euch da auch wirklich durch. Ja, Fehler Nummer zwei in der Hundeerziehung ist, der ihr glaube,
dass gelernt gelernt sei. Das sehe ich ganz oft oder höre das auch ganz oft von Leuten, die bei
mir ins Einzeltraining kommen. Da geht es eigentlich um alle Sachen, beispielsweise um das Thema Rückruf.
Viele Leute glauben dann, wenn der Rückruf einmal gelernt ist, der wird einmal trainiert, ich belohne
den Hund etc., dass es dann funktioniert und dass ich den Hund auch nicht mehr belohnen muss.
Wenn irgendwann kippt das, dann wird der Hund nur noch dann zurückgerufen, wenn er zurückkommen
soll. Also wenn andere Hunde oft dann im Spiel sind oder wenn der Hund generell mit anderen
Menschen in Interaktion ist, dann wird der Hund zurückgerufen, er wird dann eben nicht mehr
konsequent belohnt. Also es gibt keine soziale Belohnung oder es gibt kein Leckerchen, es gibt
kein Spiel mehr für den Hund und der Hund wird angeleint. Das ist eine Sache, die problematisch
ist, weil einfach dann der Verstärker ausbleibt. Verstärker ist in dem Moment dann Futter oder
ein Spiel oder was auch immer ihr euch da überlegt habt und wenn ihr das dann auslasst und den Hund
immer nur noch dann zurückruft, wenn es notwendig ist, dann ist das eine Sache, dass das Verhalten
einfach auch wieder verlernt wird sozusagen und dass der Hund dann einfach nicht mehr zuverlässig
kommt. So, ich werde sie jetzt mal ranrufen und euch zeigen, wie man es nicht macht. Das passiert
sehr, sehr häufig und zwar, indem der Hund einfach festgehalten wird. Hier, sie kommt, ich greife ans
Halsband, halte sie jetzt hier fest, damit sie bloß nicht mehr wegrennt. Und was ist das für ein
Hund? Für den Hund ist das jetzt nichts Positives, das ist eine Bestrafung. Genauso, wenn ich sie hier
sitzen lasse. Nora! Beispielsweise, auch wenn sie jetzt mit anderen Hunden spielen würde, irgendetwas,
was höchst positiv für den Hund ist. Hier, jetzt kommt sie, ich halte sie fest, ich leine sie an.
Für den Hund ist das nicht besonders toll, angeleint zu werden. Jetzt gehen wir weg. Das heißt, ich
habe den Hund jetzt eben nicht mehr bestätigt. Der Verstärker ist ausgeblieben und anstatt dessen
ist es eher eine Bestrafung. Also, wenn man richtig mit der Leine arbeitet, dann ist das an der Leine
gehen für den Hund auch keine Bestrafung. Aber das ist einfach ein Fehler, der sehr, sehr häufig
passiert, dass der Gedanke dann da ist, der Hund hat es jetzt gelernt, der kommt zurück. Dann wird
der Hund immer nur noch abgerufen, wenn andere Hunde da sind. Wenn irgendwas Spannendes ist, dann
wird der Hund zurückgerufen, wird dann angeleint. Und was ihr dann eigentlich macht, ist den Hund
bestrafen. Und schlaue Hunde raffen das sogar. Irgendwann, die drehen sich dann um, wenn ein
Herrchen ruft, dann gucken sie in die andere Richtung und sagen, okay, da muss irgendwas Spannendes sein,
da kommen andere Hunde, da kommt irgendwie ein anderes Tier oder ein Ball oder was auch immer.
Und das sollte eigentlich vermieden werden. So, den Hund richtig belohnen, am besten schon
vorbereiten. Ich habe jetzt Leckerchen in der Hand. Hier, ich lade sie ein, sie darf fressen. Ich
streichle sie ein bisschen. Und wichtig ist dann, dass ich sie auch wieder freigebe und sage so, hey,
okay, du kannst laufen, du kannst machen, was du möchtest. Dass ich halt eben nicht den Gedanken
beim Hund wecke, ich rufe ihn und leine ihn an, sondern der Hund kommt und darf auch wieder gehen.
Ja, also schaut, dass ihr den Hund immer weiter belohnt. Das muss auch nicht jedes Mal sein.
Irgendwann stellt man um auf so eine Quotenverstärkung oder auf eine Variable-Verstärkung.
Da gibt es dann gewisse Pläne. Also ich muss halt nicht jedes Mal den Hund belohnen. Das festigt auch
das Verhalten. Allerdings ist es so, wenn die ganzen Sachen ausbleiben, wenn ich das gar nicht
mehr mache, dann wird sich das Verhalten abschwächen und der Hund wird nicht mehr zuverlässig in den
Kommandos bleiben oder auf euch hören. Fehler Nummer drei in der Hundeerziehung, was wirklich
sehr, sehr häufig ist, ist das Thema der unbewussten Bestätigung. Gibt es in wahnsinnig
vielen Variationen. Ich nenne euch einfach mal ein paar Beispiele. Der Hund springt an jemandem hoch
oder an euch vielleicht sogar und ihr wollt das nicht. Häufig ist es dann so, wenn man sich das
Verhalten anguckt, dann springt der Hund hoch und bekommt aber die Aufmerksamkeit vom Besitzer.
Der guckt dann runter, der nimmt den Hund und kuschelt ein bisschen und sagt so, ja hey, das sollst du doch
nicht machen und so weiter. Und diese soziale Interaktion, also den Hund anschauen, mit dem
Hund dann kuscheln oder auch den Hund eben noch streicheln, das ist ja etwas Positives für den
Hund. Also wird der Hund, so jetzt beißt sie mich hier ein bisschen zu feste, da muss ich einmal hier
sagen, dass ich das nicht will. Nein. So, gut. Das ist übrigens auch eine nette Sache. So kann ich
den Hund mal kommunizieren, dass das ein bisschen zu fest wird. Thema Beißhemmung ist ein anderes
Thema, aber passt gerade. Ja, zurück zum Thema. Also diese unbewusste Bestätigung, die habe ich in
vielerlei Hinsicht, gerade Beispiel fürs Anspringen. Ein anderes Beispiel ist das Pöbeln an der Leine.
Wenn ihr das mal vielleicht mal gesehen habt oder selber einen Hund habt, der an der Leine andere
Hunde anpöbelt, dann sehe ich immer wieder, dass die Leute den Hund beruhigen wollen. Also die drehen
sich zu dem Hund, die streicheln den und die sagen, ja, es ist doch alles gut, beruhig dich doch. Du
brauchst doch keine Angst haben oder was auch immer. Da wird gar nicht hinterfragt, wie dieses
Pöbeln motiviert ist. Damit wird der Hund in seinem Verhalten bestätigt. Die Zuwendung des Menschen,
das Streicheln, die Aufmerksamkeit, die Interaktion ist für den Hund was höchst Positives. Das heißt,
in dem Moment sagt ihr eurem Hund, was du da gerade machst, das Pöbeln an der Leine finde ich toll,
das ist gut, mach das weiter. Sie wird also verstärkt und das sind so Beispiele für unbewusste
Bestätigung. Also die gibt es in jeglicher Hinsicht. Hinterfragt das einfach mal, überlegt einfach mal,
wenn euer Hund irgendein Fehlverhalten zeigt, wie ihr darauf reagiert. Ob ihr dem Hund da etwas
Positives zufügt, eure Aufmerksamkeit oder was auch immer. Oder ob ihr eurem Hund da wirklich
dann auch deutlich mal sagt, nein, das ist nicht toll, das möchten wir nicht. Fehler Nummer 4 in
der Hundeerziehung ist der Kontakt an der Leine. Das ist ein Thema, was mir persönlich echt wichtig
ist. Ich sehe das immer wieder, dass Hunde aufeinander zustürmen, die Besitzer hängen
hinten dran an der gestrafften Leine und dann gibt das irgendeinen Ärger. Also ein Hund sollte
keinen Kontakt zu anderen Hunden haben. Egal ob das eine Schleppleine ist, ob das eine Flexileine
ist oder was auch immer. Das ist für mich eine Grundregel. Der Hintergrund ist der, wenn der
Hund einen anderen Hund sieht und dann an der Leine zieht, beziehungsweise in Richtung dieses
anderen Hundes geht und das an der Leine machen darf, dann lernt er sehr, sehr schnell, dass er
auch andere Hunde an der Leine begrüßen darf, dass er mit denen in Interaktion treten darf,
etc. Und das führt sehr, sehr häufig dazu, dass ihr dann damit selber den Grundstein legt,
dass euer Hund an der Leine zieht, wenn er andere Hunde sieht. Und das ist einer der Gründe,
warum ich sage, auf gar keinen Fall einen Kontakt an der Leine. Ein paar andere wichtige Dinge
kommen noch hinzu. Nämlich ist auch nicht jeder Hund positiv gestimmt. Das heißt, ihr wisst ja gar
nicht, ob der andere Hund einen Sozialkontakt haben möchte. Vielleicht findet der Hund das gar
nicht so lustig. Vielleicht ist der Hund auch krank, weil er an der Leine ist. Ein weiterer
Nachteil, wenn Hunde Kontakt an der Leine haben, ist, dass sie einfach nicht kommunizieren können.
Sie sind fest. Das heißt, sie können eben nicht so ausweichen, wie Hunde das machen. Hunde arbeiten
sehr viel über Körpersprache, über Räume. Das ist Hunden an der Leine nicht möglich. Das heißt,
die Kommunikation ist eingeschränkt und auch das birgt deutlich mehr Konfliktpotenzial,
als wenn Hunde sich ohne Leine kennenlernen. Wenn ihr in die Situation kommt, dass ihr euren
Hund angeleint habt und ein anderer Hund stürmt auf euch zu, seid da rigoros. Ich bin wirklich
mittlerweile nicht mehr höflich. Ich blocke den anderen Hund. Ich regele das. Ich sage so,
geh weg. Du hast hier nichts zu suchen bei uns. Ich finde das auch wichtig, dass die Leute das
machen. Letztendlich regelt ihr als Besitzer diese Situation für euren Hund. Wenn ihr das
nicht macht und euer Hund muss diese Situation regeln, das ist einfach nicht gut. Damit kann
bei dem einen oder anderen Hund auch schon der Grundstein für eine defensiv motivierte Leinen
Aktion entstehen, wenn der Hund den Kontakt nicht möchte und muss das selber regeln. Deshalb ihr
seid die Hundeführer. Ihr seid da in der Verantwortung, die Situation für euren Hund zu
regeln. Das empfehle ich euch auch dringend, diese Regel einzuhalten, dass Hunde untereinander an der
Leine keinen Kontakt haben. Fehler Nummer 5 in der Hundeerziehung ist den Hund vermenschlichen.
Das ist eine Sache, die im Moment sehr sehr häufig passiert. Da geht es darum, natürlich lieben wir
unsere Hunde und meine Hunde sind auch ein wichtiger Bestandteil meiner Familie, aber
trotzdem kommuniziere ich mit den Hunden eher auf der Basis von Hunden. Dem Hund sollten keine
menschlichen Emotionen zugerechnet werden. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel, dass ich immer
wieder höre, mein Hund hat ein schlechtes Gewissen gehabt. Das ist sehr sehr häufig,
dass das vorkommt, dass mir jemand erzählt, er hat da den Mülleimer leer geräumt, aber der weiß,
was er getan hat. Er hat ein schlechtes Gewissen. Nein, das weiß der Hund nicht. Das ist ein
völliger Irrglaube. Was da passiert, ist folgendes, dass der Mensch natürlich etwas ausstrahlt. Wenn
ihr dann nach Hause kommt und seht, der Mülleimer ist ausgeräumt, verändert ihr eure Körpersprache,
eure Stimme, eure Emotionen kippt und ihr seid in der Regel sauer, sage ich mal. Oder es merkt
der Hund zumindest. Was dann passiert, ist, dass der Hund auf euch reagiert. Das heißt,
der Blick wird abgewendet, die Ohren gehen vielleicht nach hinten, er macht sich ein
bisschen klein, leckt sich über die Zunge, geht so ein bisschen weg. Das sind die sogenannten
Calming Signals oder Beschwichtigungssignale des Hundes und das ist aber eine Reaktion auf den
Menschen, in dem Fall auf euch und das ist eben kein schlechtes Gewissen. Das ist eine völlige
Fehlinterpretation und ich kann euch nur empfehlen, beschäftigt euch mit dem Hund oder mit dem
Ausdrucksverhalten der Hunde und kommuniziert auf einer Ebene, so wie der Hund das versteht.
Mein Tipp dazu ist also, nicht die Hunde zu vermenschlichen, sondern den Hundehalter zu
verhundlichen. Also übt euch in der Kommunikation mit eurem Hund, beschäftigt euch mit dem
Ausdrucksverhalten und generell mit dem Thema Hunde und das legt den Grundstein für eine gute,
vernünftige Kommunikation, eine gute Beziehung und das verhindert einfach viele Probleme,
die dadurch entstehen, dass Hunde vermenschlicht werden. Wenn euch das Video gefallen hat,
dann gebt uns einen Daumen nach oben. Wenn Fragen entstanden sind zu den Themen, schreibt die gerne
in die Kommentare und wenn ihr Lust habt, ein bisschen was mehr zum Thema Hundeerziehung zu
erfahren und zu gucken, was ich mit der Nora noch so die nächsten Wochen mache, dann abonniert
gerne unseren Kanal und an der Stelle sage ich dann viel Spaß beim Üben und bis bald, euer Daniel.