Joanne, wie fühlst du dich kurz vor der Abfahrt, Tag 5?
Gut, aber etwas nervös. Wir wurden gerade im Briefing schon darauf hingewiesen, dass heute ein paar gefährliche Stellen kommen.
Sowas darf man mir nie vorher sagen, weil dann scheiße ich mich an.
Ja, ich freue mich drauf. Es soll wieder naturtechnisch wunderschön werden.
Und ja, lassen wir es einfach mal auf uns zukommen. Hilft ja nix.
Die Ankündigung von gefährlichen Stellen bringt uns nicht mehr aus der Fassung.
Ziel heute, nicht stürzen, aber trotzdem leibend fahren.
Schließlich haben wir bis dato jede Herausforderung der Seeker Raid erfolgreich überwunden.
Tag 5 jedoch wird uns noch ein paar richtig große Steine in den Weg legen.
Wortwörtlich, aber auch bildlich gesprochen.
Beunruhigt sind wir nach knapp 800 Offroad-Kilometern, aber hauptsächlich nur wegen unserer körperlichen Verfassung.
Ich muss sagen, gestern nach den 210 Kilometern hat man die Schulter schon gemerkt.
Aber jetzt so morgens geht's dann wieder. Mal gucken, wie lang sich's zieht.
Ich glaube, 100 Kilometer sind erstmal kein Thema und dann tut's weh.
Für mich ist jetzt auch klar, dass der Kampf Mann gegen Motorrad vom Motorrad gewonnen wird.
Also die Dominator wird das durchrocken.
Aber ob ich das am fünften Tag aufeinander folgen ohne Pause auch machen kann, ich weiß nicht.
Ich bin schon belastungstechnisch ziemlich am Limit. Schauen wir mal.
Auch Gregors alte Dame schwächelt ein wenig.
Was ist los, Gregor?
Wir sind gerade raufgekommen, die KLA hat ein kleines Dichtigkeitsproblem.
Das heißt, sie ist ziemlich...
Nein, nein, nein. Sie ist noch immer technisch überlegen.
Das heißt aber, sie ist nicht ganz dicht und hat durchaus parallel zum Fahrer.
Da übrigens meine kontaminierten Socken.
Ich habe eine passende Stelle gefunden, um sie zu transportieren.
Die Sorgen um die inkontinente KLR beschäftigen uns allerdings nur kurz.
Die Enduro-Veteranen unter den anderen Sieger-Teilnehmern versichern Gregor,
dass ein minimal feuchter Motorblock bei so einem alten Motorrad getrost ignoriert werden darf.
Danke dir.
Auch die Macken der anderen Bikes lassen uns nicht mehr nervös werden.
Die Dominator hat ein Problem mit dem Joke, welches sich mit ausreichend Morgensonne umgehen lässt.
Juliane Suzuki springt auch brav an, sobald man den Schaltereinheiten am Lenker ein paar herzhafte Schläge widmet.
Und Fabians TT läuft sowieso problemlos.
Wir verspüren an diesem Morgen trotz Muskelkater und Co. also durchaus ein wenig Euphorie.
Wir nehmen erfolgreich an einer Oldtimer-Rallye teil.
Wir haben alles voll im Griff.
Oh shit, ich habe ein Problem.
Mein Schalthebel ist abgebrochen.
Panzertape und Kabelbinder können uns jetzt leider auch nicht mehr helfen.
Gregor, versuchst du die Gewichtsoptimierung ein bisschen an die Spitze zu treiben?
Tja, warum läuft meine Kamera nicht? Das hat so gut ausgeschaut.
Das hat sich urkomisch angefühlt.
Und plötzlich hör ich es klingeln und da unten fehlt was.
Scheiße.
Die KLR braucht ein Schweißgerät und jemanden, der es bedienen kann.
Wir stehen also durchaus vor einem gröberen Problem,
dessen Lösung im schlimmsten Fall mit einer sehr langen Wartezeit verbunden ist.
Gut, ich glaube, ich rufe mal unseren Mechaniker.
Ja, abholen zum Mechaniker fahren, anschweißen.
Diese besonders früh notwendige Zwangspause wirkt zunächst ein bisschen niederschmetternd.
Unsere vorsichtige Euphorie wird binnen Sekunden ausgelöscht.
Da wir den Veranstalter vorübergehend nicht per Mobiltelefon erreichen können,
schicken wir Juliane als persönliche Übermittlerin des Hilferufs zurück in den Ort am See.
Die kurze Wartezeit wird sinnvoll überbrückt,
bis unsere Botin mit einer guten Nachricht zurückkehrt.
Was machen wir jetzt?
Warten. Wir warten, dass die Hilfe naht.
Ja, und was macht die Hilfe?
Die Hilfe karrt hoffentlich meinen Moped zum nächsten bosnischen Pfuscher mit Schweißgerät,
auf das er mir meinen Karrierer...
Hast du keine Hoffnung auf eine Kawasaki-Vertragswerkstätte?
Nein, aber brauchen wir auch nicht. Ich bin sehr zuversichtlich.
Hier legen die Leute noch selbst Hand an.
Also wird jeder Mensch wahrscheinlich ein Schweißgerät haben und...
Ich lege auch jeden Abend selbst Hand an.
Wie konnte das deiner vermeintlich überlegenen KLR passieren?
Die KLR ist überlegen, aber erstens hat anscheinend da schon mal wer was geschweißt.
Das war offensichtlich ein Pfusch.
Und außerdem dürfte auch mein eigenes Unvermögen da zu der Situation hingeführt haben,
weil mein Sturz gestern hat sicher die linke Seite den Schalthebel beleidigt
und ich glaube, das ist jetzt das Ergebnis, die Spätfolge sozusagen.
Nach einer kurzen Besprechung mit Stefan geht es für Gregor und die KLR im ersten Gang...
Was ist hier passiert?
...zurück in die Ortschaft.
Es geht schon vom Rollen.
Die beiden werden zu einem lokalen Schweißvirtuosen geschickt,
welche man am Balkan in beinahe jeder Siedlung vorfindet.
Es wird hier noch wesentlich mehr repariert als weggeworfen.
Wahrscheinlich ist es in Bosnien sogar einfacher als bei uns daheim.
Zwei geschickte und hilfsbereite Hände zu finden,
welche gerne und sofort an einem alten Fahrzeug Hand anlegen.
Die Sicherheitsvorschriften werden zwar etwas freizügig interpretiert,
aber das Ergebnis der Reparatur ist dennoch einwandfrei, schnell und unkompliziert.
Ja, der Schalthebel ist wieder drauf.
Und wie viel hat er verlangt, der gute Herr?
Nichts.
Bosnische Gastfreundschaft war exzellent.
Der Fairness halber muss man aber auch dazu sagen,
dass Herr Dadic, der Ehrenmann mit Schweißgerät,
dem Seekerade-Veranstalter in der Woche zuvor 300 Flaschen selbstgemachten Schnaps verkauft hat.
Die flotte Reparatur gab es jetzt quasi als Dank für den Deal gratis dazu.
Der bosnische Selfmade-Man kann massig Ware verkaufen,
Stefan bekommt hochqualitativen Slivo zum fairen Preis
und wir können wesentlich schneller als erwartet weiterfahren.
Eine klassische Win-Win-Win-Situation sozusagen.
Endlich geht es zurück den Berg hinauf.
Zuerst die weiten Asphaltkurven, dann bald auf Schotter.
Aber auch hier wird die Erschließung der Pässe gnadenlos vorangetrieben.
Dabei ist es gerade der urtümliche, ursprüngliche und zutiefst persönliche Charme Bosniens,
der uns regelgeplagte Mitteleuropäer so sehr begeistert.
Diese von uns liebgewonnene Anarchie ist aber auch nicht ganz ohne ihre Tücken.
Nach der ersten Zwischenebene steigt der Weg bald an.
In sanften Kurven geht es über die felsigen Hügel, oft unterfüttert mit,
wie sollte es auch anders sein, tiefenlosen Schotter.
Geschunden durch die vergangenen Etappen und gleichzeitig so früh am Tag noch nicht richtig aufgewärmt,
fordern uns auch diese ersten Auffahrten gewaltig.
Wobei manche von uns mit energiesparenden Fahrtechniken experimentieren.
Was aber schwerer ist, als man denkt.
Also ich habe es gerade im Sitzen probiert.
Das haut ja gar nicht hin. Ich weiß nicht, wie du das schaffst.
Ganz elastisch bleiben, ganz elastisch.
Ich steppe beim Sitzen, beible mich einfach.
Irgendwann muss ich dann eher aufstehen.
Das geschmeidige Bewegen des Motorrads fordert auch den hinteren Teil der Gruppe.
Es ist zu warm.
Tiefer Schotter bleibt Endgegner Nummer eins.
Doch zum Glück erreichen wir wenig später die vorläufige Erlösung,
den höchsten Punkt des Hochplateaus.
Dort werden die besten Taktiken gegen die Plackerei besprochen.
Aber ich tue mir bei diesen tiefschotterigen Auffahrten fast schwerer, wenn ich langsam fahre.
Mit Geschwindigkeit geht das so viel leichter.
Üblich ist das viel schwieriger.
Also wenn es bergauf geht, dann drehe ich immer auf.
Es ist so einfach, mit ein bisschen Schwung und Gas, du kommst so easy rauf.
Liebes Publikum, wir haben heute leider keine Zeit mehr zum Drohnenfliegen.
Also stellt euch einfach vor, wie eine Drohne von da oben jetzt über den McGregor drüber segelt
und dann in diese Landschaft hineintaucht.
Schon Enduro-Messias Chris Burge predigt den Spruch, say no to slow.
Also Gas auf und gib ihm!
Hier stehen uns die Grinser wieder breit ins Gesicht.
Erst ein beinahe Abflug meinerseits erinnert mich an ein kleines, unwesentliches Detail.
Die Navigation.
Jetzt wird halt rottelfrei.
Valentinis!
Wir sind ein bisschen in der Zone.
Ich habe es gemerkt.
Ich will sowas von an dir vorbeizogen und mich hat es gar nicht fast in der Kurve hier schon finalisiert.
Aber ich muss natürlich abbremsen, weil der Weg geht halt hier weiter.
Schade, dass uns keiner gefilmt hat.
Weiter geht die wilde Fahrt, die auch abseits der spaßigen Piste ständig mit Wahnsinnspanoramen begeistert.
Der extreme Weitblick veredelt uns die gesamte Abfahrt in die Ebene.
Allzu viel Aufmerksamkeit bekommt er aber nicht, denn auch bergab kann es in Bosnien schnell knackig werden
und die aufgerissenen Augen fixieren recht bald wieder die geschotterten Spurrillen.
Wir bewegen uns wieder in tiefere Lagen, wo die Mittagssonne vom Himmel knallt
und uns tiefer Schotter den Schweiß in Strömen aus den Poren drückt.
Das sah super aus.
Jaja, ich hätte es auch beinahe geschafft. Ich weiß nicht warum ich dann immer so ein scheiß Fehler mache.
Dieser scheiß Schalter.
Der nächste Ort schafft, zumindest was die Fahrbahn angeht, kurzzeitige Erleichterung.
Nur zu gern würden wir uns zu den bosnischen Biker-Kollegen in der Bar gesellen und uns mit ein paar Bier abkühlen,
aber dafür fehlt uns die Zeit.
Die alten, von uns ganz unqualifiziert als osmanische Straßen betitelten Wege
vertreiben schnell wieder jeden Gedanken an die Zivilisation.
Als die Hitze fast nicht mehr aushaltbar ist, entschließen wir uns doch für eine Pause im Busch,
der auf dem Navi eigentlich nach einem schattenspendenden Wald ausgesehen hat.
Das ist das Waldgebiet laut Kalle, also habe ich mir gedacht etwas besseres als das.
Ach, ist das eh super.
Ah, jetzt hat es mich schon wieder hingekriegt.
Jetzt hingekriegt?
Jaja, heute jetzt schon das dritte Mal.
Echt?
Ja.
Wenn auch manch einer von uns weniger Bodenkontakte hatte, spüren tun wir die Strapazen der letzten Tage alle.
Drive-by.
Jetzt erst mal schnell ein echtes Fünf-Sterne-Picknick genießen.
Käse und Wurst.
Dankeschön.
Das reicht auch völlig, aber irgendwas finde ich muss sein.
Es ist unglaublich lustig, Juliane, wenn du beim Essen gefilmt bist. Ich weiß nicht, warum du so lachen musst.
Die müden Körper sind wieder einigermaßen energiegeladen, unsere Reise kann fortgesetzt werden.
Wir lassen den kräftezehrenden Untergrund und die spärlich schattenspendenden Büsche hinter uns
und erreichen ausgesprochen weites Land, welches in Kürze zu einer Bühne wird.
Die Bühne für ein wahrlich grandioses Naturschauspiel. Bosnische Wildpferde.
Es gehört ordentlich Glück dazu, diese noblen Tiere aus nächster Nähe erleben zu können.
Normalerweise machen Wildpferde einen großen Bogen um ihre lärmende Verwandtschaft aus Metall.
Wir alle sind dementsprechend erfreut über diese seltene Ausnahme.
Und als wir denken, das Spektakel ist schon vorbei, wird es wenig später noch besser.
Wir folgen den Pferden hier, aber keineswegs aus Absicht.
Die Herde trabt tatsächlich zufällig genau entlang unserer Route.
Auf Schaf scheinen die eleganten Tiere aber eine besonders große Anziehungskraft auszuüben,
denn er rückt ihnen sehr nah auf die Pelle.
Valentin, du willst noch einen Tritt kassieren?
Wohl kaum, da ich mir der Tatsache bewusst bin, dass ein bosnischer Gaul
keine afrikanische Giraffe mit endlos langen Beinen ist.
So folge ich mit präzise gewähltem Abstand und dennoch völlig verzaubert weiter der Herde.
Trotz all der Faszination hätte ich den elendrössern aber dennoch mehr Distanz gönnen müssen.
Diese lehrreiche Lektion bekommt dann ungerechterweise Gregor zu spüren.
Während Schaf wie magisch angezogen dahin zieht,
schenke ich dem wildgestikulierenden Autofahrer wesentlich mehr Beachtung und bleibe stehen.
Im Gegensatz zu Juliane.
Doch der freundliche Mann hat gar nichts gegen Motorräder,
sondern sorgt sich nur um die Pferde, die sich vor unseren lauten Maschinen fürchten
und dann in der Hitze bis zur Erschöpfung flüchten.
Denn ein entspanntes Ausweich nach links oder rechts kommt einem gestressten Fluchttier eher nicht in den Sinn.
Der Einheimische warnt uns auch davor, dass Polizei und Wächter des Nationalparks,
in welchem wir uns unwissentlich befinden,
gar keinen Spaß bei sowas verstehen und empfindliche Strafen drohen können.
Mehr noch als die Gefahr von teuren Konsequenzen,
tut mir aber der Eindruck weh, den wir hier hinterlassen haben.
Diese grenzenlose Freiheit der letzten Tage war ein Geschenk,
welches man sich nur mit Rücksicht auf die Umwelt verdient.
Denn wenn auch nur ein paar wenige Rowdies diesen heiligen Flecken Natur zerstören oder gefährden,
werden auch die bosnischen Behörden wie bei uns daheim alles dicht machen.
Und das war's mit dem Enduro-Paradies.
Deshalb ist das jetzt die vielleicht wichtigste Message des Tages.
Gebt auf eure Umgebung acht, wenn ihr auch ein Abenteuer in ähnlicher Form angeht.
Egal wo ihr seid, Mensch, Tier und Natur haben es verdient, gut behandelt zu werden.
Zum Spaß haben bleibt dann immer noch genug Platz.
Ich verspreche dem netten Bosnier, dass unser Verhalten nicht noch einmal vorkommen wird
und trage seine Schelte ans Team weiter.
Gelassen genießen wir die Weiterfahrt, flankiert von wesentlich entspannteren Vierbeinen.
Sobald wir genügend Abstand zu jeglichem Getier haben, lassen wir es aber wieder krachen.
Denn das ebene, eher erdige Terrain ist richtig lustig zum Fahren.
Ich glaube auch, das war eine nette Aufnahme.
Während wir uns langsam wieder talwärts bewegen, sinkt auch die Sonne immer weiter.
Der Abend naht, doch uns trennen noch einige Kilometer vom Camp.
Das und die vermutlich anspruchsvollste Stelle der ganzen Woche.
Komm schon, Erwin, setz auf.
Zuerst geht es im Wald in engen Serpentinenberg ab, dann schnurgerade durch die Ebene.
Eine kleine Ortschaft gibt uns einen Einblick in das einfache Leben der abgelegenen Gegenden Bosniens.
Und während wir noch in einem Moment die alten Fahrzeuge bewundern, wird es im nächsten schon richtig heftig.
Vor allem, wenn einem unvermittelt Hindernisse in den Weg springen.
Naja, bergauf definitiv.
Rutsch den Hang runter.
Auf der Kamera sieht es wieder mal nicht so aus, aber dieser Hügel ist steil. Richtig steil.
Du musst dich drunter stellen, sonst rutscht es mir noch weg.
Drei, zwei, eins.
Okay.
Ich glaube, ich muss runter rollen und von unten nochmal mit Schwung.
Aber ich filme dich einmal.
Ja, ich bin noch gestürzt, weil er stehen geblieben ist vor mir.
Geh zu, gib ihm!
Hier hat jeder seine eigene Taktik, wie es weitergehen soll.
Dieser auf den ersten Blick unscheinbare Hügel zeigt uns, wie hart es werden kann.
Wir kämpfen, schieben, zehren und stürzen.
Ich kann diese fette Sonne nicht mehr enthandeln in dem Gelände.
Während die Sonne immer tiefer sinkt.
Ohne Hilfe mit doch eher schweren Geräten ist so ein Gelände echt nicht zu empfehlen.
Es ist einfach unmöglich.
Doch zu viert geht es dann doch irgendwie.
Scheiße, das war jetzt voll und ganz mein Fehler, weil ich da unten stehen geblieben bin.
Mit Schwung wäre es leichter gewesen.
Gib her!
Jawohl!
Jawohl, Krieger!
Dieser Auffahrt hat sowohl uns, als auch den Bikes den letzten Rest gegeben.
Also mein Plan, heldenhaft unten Schwung zu holen und dann im Stehen rauf zu fahren auf lässig.
Das hat nicht so ganz funktioniert.
Aber es war trotzdem cool.
War stark.
Bist du deppert.
Das war meine Auffahrt.
Ja, es tut mir unendlich leid, dass ich da unten stehen geblieben bin.
Ich habe einen Aussetzer gehabt.
Oh Arsch, wir hätten es vielleicht eh geschafft.
Aber ich glaube nicht.
Eigentlich ich nicht.
Bei mir ist jetzt alles verbogen.
Nachdem ich es jetzt noch einmal links und schau, schau dir das an.
Ich habe jetzt einen kurzen Bremshebel.
Das ist ja alles, was ich kürzlich gemacht habe.
Das gehört so.
Was ist für dich?
Kurzer Bremshebel, sehr kurz.
Ja, ich glaube es wird Zeit, ins Camp zu kommen.
Und ich habe kein Wasser mehr.
Das ist das größte Drama.
Das ist urbitter.
Nur noch ein paar Tropfen, die durchkommen.
Bei mir kommt noch hin und wieder was, wenn du willst.
Ich sagte dir, das Ding hat Druck aufs Hinterrad gekriegt.
Jaja, das ist alles die Jasenbox.
Das Druck drunter.
Danke, Fabian.
Dankeschön.
Da ist ein Bleiziegel drin.
Ganz unten habe ich einmal gedacht, du steigst ab, aber dann ging es.
Ich habe mehrfach zwischendurch gedacht, ich steige ab.
Aber irgendwie ist es gegangen.
Aber Schatz, ich habe jetzt extra Bewegungsfreiheit bei den Fußrasten.
Super, das brauchst du.
Das ziehen wir nachher wieder fest.
Jetzt ist eh, wie der Valentin richtig gesagt hat, Kindergeburtstag der Rest.
Ja, das hast du vor diesem Loop schon gesagt.
Jetzt will ich auch noch einmal.
Danke.
Ich möchte auch.
Die letzten Meter gehen zum Glück großteils gnädig über die folgenden Hügelkuppen,
wobei auch hier noch die ein oder andere knackige Stelle auf uns wartet.
Ich bin in der scheiß Spur.
Inzwischen haben wir die eigentliche Deadline für Ankünfte im Camp schon längst überschritten,
doch die letzten Meter in der Abendstimmung sind trotzdem magisch.
Das ist so episch.
Die Schatten sind schon ziemlich lang und die restlichen Teilnehmer schon ziemlich entspannt,
als auch wir endlich im Camp eintrudeln.
Geschafft.
Schön.
Die letzte Nacht zwischen zwei Fahrtagen ist etwas Besonderes.
Ganz rustikal und urig wird heute auf einer einfachen Wiese mit mächtigem Ausblick geschlafen.
Obwohl wir nichts lieber tun würden, als uns ins Gras zu legen und mit einem kühlen Bier
die Abendsonne auf den Bauch scheinen zu lassen, steht uns noch ein strammes Programm bevor.
Zelt aufbauen, Bikes reparieren und die Tagesnachbesprechung.
Ja, das ist der Schnaps vom morgendlichen Schweißmeister.
Wieder.
Oh Gott, mein Gesicht wirft jetzt viele Falten.
Was ist das?
Ramsko's Schlimmowitzer.
Was trau ich.
Boah, das schmeckt nach...
Nein, ist gut.
Jetzt tu nicht lang, gib endlich her.
Julian, hättest du dir gedacht, nachdem wir mit drei Stunden Verspätung gestartet sind, dass das noch was wird?
Nie im Leben. Vor allem muss ich ganz ehrlich zugeben, meine Kräfte waren am Ende.
Ich hatte gar nicht so viel Bock heute.
Und es war einer der allergeilsten Tage.
Es war Wahnsinn, was wir alles gesehen haben.
Die Wildpferde, dieser Steilhang, wir hatten so viel Spaß.
Ich hatte gigantisch viel Spaß.
Ich bin so froh, dass wir trotzdem die komplette Route durchgezogen haben, obwohl wir drei Stunden zu spät dran waren.
Es war einfach nur ein so geiler Tag.
Sauber.
Aua.
Hallo.
Wie war es für dich, Valentin?
Bis zum Schluss war es eigentlich sehr gut.
Ich bin nämlich heute draufgekommen, dass ich einerseits sehr viel Energie sparen kann, wenn ich im Sitzen fahre,
und dass ich auch meine Füße entlasten kann, die von meinen Schaschlik-Spießfußrasten relativ maltretiert werden
und heute schon so dermassen wehtun, dass ich fast nicht mehr stehen kann in den Rasten.
Fußmassage, wie viel verlangst du?
Um keinen Preis der Welt.
Das ist schade. Ich hätte viel Geld gegeben.
Ich kann mir vorstellen, wie die stinken.
Sicher nicht weniger als deine.
Da streite ich nicht an.
Ja, nein, aber das war gut.
Das ist aufgegangen, weil zum Schluss hatte ich dann tatsächlich auch noch ein bisschen Kraft über
und ich konnte auch noch ein bisschen stehen, ohne vor Schmerzen zu schreien.
Aber leider Gottes hat mich der Steilhang dann am Ende meine weiße Weste gekostet
und ich musste die Dominator heute zum ersten Mal legen.
Jetzt habe ich einen sehr, sehr kurzen Bremsebel.
Kein Rücklicht mehr.
Aber das senkt den Verkaufswert enorm.
Also, gute Karten dafür, dass ich sie für weniger Geld bekomme.
Was aber er nicht jetzt erwähnt hat, nämlich, okay, du magst froh sein,
dass du deine Dominator endlich gelegt hast, damit der Wert sinkt.
Ich wollte meine Kalea aber nicht legen und das ist passiert einfach nur,
weil du mitten im Steilhang vorne stehen warst.
Nein, das stimmt nicht, Gregor.
Du hast die Kalea ohne meine Mithilfe gestern bereits gelegt.
Das ist aber jetzt nicht Punkt der Sache.
Doch, ist es.
Der Gregor hat sich den Steilhang dann aber sauber mit dem Topcase raufgekämpft.
Aber er hat es eben wesentlich leichter, weil das Topcase ist so schwer
und das befördert massiv viel Druck und Traktion aufs Hinterrad.
Und deswegen war das jetzt nicht so die große Kunst mit so einem 270kg Motorrad.
So, jetzt habt ihr euch wieder lieb.
Komm, Bussi, Bussi, Bussi, komm.
Macht ihr das eigentlich mit Absicht?
Ja, natürlich.
Weil du bist so eine schwarze Silhouette.
Nein, das schaut super aus.
Schön.
Wir vertragen uns jetzt wieder.
Moment.
Achtung, wir fallen gleich.
Wirklich?
Oh nein, ich berühre dich an Stellen, wo ich dich nicht berühren wollte.
Der heutige Tag war, glaube ich, ein Auf und Ab der Gefühle.
Aber Fabian und ich haben uns jetzt am Ende dann angeschaut,
als wir angekommen sind und quasi die Erinnerung an den Hillclimb
unter Anführungszeichen noch frisch war.
Und haben gesagt, das ist Enduro fahren.
Und wenn es der Gegenseite hilft, wenn nicht immer alles so nach Plan geht.
Und das ist auch irgendwie leibend.
Und eben trotz des desaströsen Starts in den Tag mit meinem abgerissenen Schalthebel
war es wirklich noch ein super schöner Fahrtag.
Und deswegen meine Message jetzt an der Stelle,
man darf diese Hoppers, eben kleine Gebrechen und so, die man beim Enduro fahren hat,
von denen darf man sich nicht abschrecken lassen oder die Laune vermiesen lassen.
Weil das gehört halt irgendwie dazu.
Und gleichzeitig, wenn sowas passiert, meistens findet man eh überall schnell Hilfe.
Um eben, wie heute, gar kein Geld oder wenig Geld.
Oder man kann es selber reparieren.
Und es geht weiter.
Und es gehört dazu.
Und man hat trotzdem noch einen Spaß an dem Tag.
Deswegen...
Genau, schau dir an Mr. Tadic, wo auch immer du gerade bist.
Danke, du bist eine Legende.
Perfekt repariert.
Aber im bosnischer Sturm darf da keiner gehen, oder?
Ja, ich meine, einen Orkan würde ich jetzt nicht aussetzen.
Aber was ist, wenn der Orkan von innen kommt, von deinen Darmwinden?
Den Auftrieb meiner Darmwinde wird es aushalten.
Man macht den Zelteingang zu, bevor man es spannt.
Eine Herausforderung für den fröhlichen Camper.
Im ganzen Balkangebiet ist der steinige Bogen.
Weißt schon.
Manchmal muss man sich auch mit kleinen Dingen zufrieden geben.
Das sagt deine Freundin auch immer.
Gregor, warum hat es bei dir um so vieles leichter ausgesehen mit dem Zelt?
Naja...
Das dauert mal zu lange. Fabian, warum funktioniert das nicht so wie beim Gregor?
Naja, weil ich absolut gar keine Ahnung habe.
Das ist relativ leicht erklärt.
Alter, fick dich mal. Ich arbeite.
Das sieht nach schwerem Influencing aus.
1000 PS.
Schweres Influencing.
Neben den ganzen Bierdosen.
Ja, schweres Influencing.
Alter, geh scheißen.
Geh scheißen.
Und, was war noch?
Das sehe ich jetzt selbst.
Ah, ich schaue scheiße aus.
Kommt jetzt die Rache dafür, dass ich dich im Steilhang umgeschmissen habe?
Nein, jetzt wird Präzisionsarbeit auf der KLR vollzogen.
So sollte es nicht sein.
Aber das gehört auch zum Enduro fahren dazu. So kleine Reparaturen.
Aber auch wenn die KLR inzwischen ein bisschen leidet und da ist es schon ein bisschen undicht.
Und beim Motor und Sachen sind links und rechts verbogen.
Optisch ist sie noch immer überragend.
Vor allem aufgrund des von mir eigens entworfenen und aufgeklebten Sticker-Designs.
Nämlich, ich meine, sie soll ja quasi erinnern an die, oder zumindest mein Kopf,
ist sie eine Rallye-Maschine wie damals 80er, 90er Rallye Dakar.
Und damals war es ja noch gang und gäbe, dass die Zigarettenhersteller überall ihre Werbungen hatten.
Und deshalb habe ich überlegt, Rot-Weiß würde sich anbieten, Marlboro-Rot.
Wer braucht Marlboro?
Wenn man schon in Bosnien ist, dann kann man auch passende Zigaretten sich auf sein Motorrad draufbiegen.
Die 57er Jig waren in Jugoslawien die ikonischsten Arbeiter-Zigaretten.
Sie waren nämlich verkehrt herum in der Zigarettenschachtel,
so dass die Arbeiter mit ihren dreckigen Händen einfach nur so die Zigaretten rausnehmen konnten
und sich das saubere Mundstück reinstecken konnten.
Deswegen beliebteste Marke bei den Arbeitern und ikonischste Zigarettenmarke von Jugoslawien.
Und passend, dass sie meinen Tank hier zieht, wurde auch schon von den Bosniaken hier erkannt.
Und jetzt muss ich mich um meine Fußraste kümmern.
Muss er raus, der springt oder rein?
Ich würde ihn gerne rausnehmen, aber ich kann ihn nicht rausnehmen mit der Zange,
solange sich mehr Zahn druckt.
Jetzt haben wir es geschafft.
Steppert, Mechaniker-Schaf.
Das sollte so nicht ausschauen.
Das muss da rüber gebogen werden.
Zahnbogen vor allem.
Eigentlich müsste es reichen, wenn man...
Ich wollte erst die Fußraste aus dem Weg haben.
Ich glaube, wenn du das Zahn druckst, ist es am einfachsten.
Mehr weht er als jede Aktion auf dieser Höhe.
Einen dürfen wir nicht vergessen.
Der muss nächstes Jahr mit, denke ich.
Oder Gregor, was meinst du? Schauen wir in der Zonko?
Ich würde es sehr gerne sehen.
Zonko-Merch-Artikel sind natürlich immer am Start.
Wenn das die Karl-Ernich mal schmückt, oder?
Zonko, nächstes Jahr, wir bauen auf dich.
Aber du bist heute auch das erste Mal auf der Pfeife gelegen.
Haben sie dich geschützt?
Nein, ich bin im Stand umgefallen, das wäre in der Badehose auch okay gewesen.
Ja.
Nein, ganz im Ernst, ich bin einer der wenigen hier,
der sein Outfit nicht ablegen muss aufgrund der Temperaturen.
Weil es MASH ist.
Und dieses MASH, das ist schön kühl.
Weil mein Schweiß mich dann kühlt.
Kann sich nicht verwenden mit dem Hintergrundländer.
Könnt ihr Beef Girls eigentlich einmal die Pfeifen halten,
wenn wir versuchen zu filmen?
Wir haben gerade größere Probleme.
Was ist der große Fehler?
Da ist nichts mit los.
Das ist richtig scheiße.
Was denn, erzähl.
Naja, die SIM-Karte, die du in Bosnien gekauft hast,
hat durch Zufall nicht den gleichen PIN,
den ich auf meinem privaten Handy habe.
Hm, wer hätte das gedacht?
Jetzt habe ich dreimal den falschen PIN eingegeben,
und jetzt verlangt es den Puck.
Ja.
Naja, wenn du so eine SIM-Karte kaufst,
was kriegst du damit meistens?
Untertage, hoffentlich.
Ein Ding, in dem das meistens reingepickt ist,
und da steht nicht nur der PIN,
sondern auch der Puck drauf.
Ich habe sogar zwei Pucks.
Und wo hast du die?
Da ist gerade schönes Licht.
Das einfach ins Intro und geknackt.
Habt ihr es gehört?
Ja.
Ich bin alt.
Ja, aber dann her mit dem Puck, Mann.
Selber.
Je herausfordernder die Tagesetappe,
desto ausgelassener ist die Stimmung danach.
Da sollten die letzten Minuten des Videos
eindrucksvoll bewiesen haben.
Vielleicht hat aber auch der delikate Sprit
von Oberschweißer Tadic das Seine dazu beigetragen.
Wie auch immer,
gemeinsam mit den anderen Teilnehmern
genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages
und freuen uns auf das hochverdiente Abendessen.
Liebe Grüße aus Bosnien.
Wie viel Slivovitz muss ein Slowene trinken,
um sich diesen Boden gerade zu saufen?
Ich würde sagen, ein Slowene
achtmal ein slowenisches Stamppol.
Das sind immer fünf Zentiliter.
Also kann man sagen, vier Deziliter Schnaps.
Aber da ich noch halber Slowene bin,
würden wahrscheinlich zwei Deziliter,
also vier große Schnäpse rein.
Na dann holen wir uns noch was.