Gender: Beziehungen scheitern immer öfter durch die Angleichung der Geschlechter.
Der Wiener Psychiater und Neurowissenschaftler Raphael M. Bonelli taucht ein in das Seelenleben von Mann und Frau und beleuchtet dort besonders das Unbewusste und Verdrängte, und wie dies die heutigen Paarbeziehungen, die Eheberatung und die auch Partnersuche beeinflusst. Und vor allem: Was haben fehlende Männlichkeit & Weiblichkeit damit zu tun?
Bonelli erzählt ebenso unterhaltsam wie einfühlsam aus den alltäglichen Beziehungsproblemen in seiner eigenen therapeutischen Praxis, fernab von Klischees und Ideologien. Er identifiziert vier unbewusste Liebestöter: Verdrängte Weiblichkeit, verdrängte Männlichkeit, beratungsresistente Weiblichkeit & beratungsresistente Männlichkeit...
Als erfahrener Paartherapeut zeigt er, wie die Anziehung wiederbelebt werden kann: Wer das jeweilige Talent zur Männlichkeit oder zur Weiblichkeit nicht verkümmern lässt, sondern entfaltet, findet zurück zu einer glücklichen und funktionierenden Beziehung auf Augenhöhe.
Der Vortrag wurde am 13. Oktober 2018 im Rahmen der Fachtagung "Mann und Frau" der Sigmund Freud PrivatUniversität mit dem Titel "Frauen brauchen Männer - und umgekehrt" in der renommierten Wiener "Gesellschaft der Ärzte" gehalten. Der ursprüngliche Youtube-Titel stammt nicht von Bonelli. Die Wahl dieses irreführenden Titels erfolgte ohne Absprache mit R. Bonelli. Wir bitten, die Verwirrung zu entschuldigen.
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Frauen brauchen Männer. Das ist schon sehr provokant, das weiß ich.
Aber das, was da umgekehrt steht, heißt und umgekehrt.
Das bedeutet eben auch, dass Männer Frauen brauchen.
Hätte ich so ein Buch geschrieben, hätte es keiner gekauft,
weil jeder hätte gesagt, ja, das ist eh klar.
Also insofern, man muss schon mit der Neuigkeit beginnen.
Aber es hat mir eine bessere Lösung gedacht für diesen Vortrag, und zwar so.
In Wirklichkeit müsste man einen Kreis ziehen,
aber da war ich technisch mit Powerpoint nicht dazu in der Lage.
Wir brauchen einmal gegenseitig und wir sind aufeinander bezogen.
Wir sind jetzt im Jahr 2018, im 21. Jahrhundert,
und ich möchte Ihnen einen Vortrag halten mit sieben Kapiteln.
Das erste Mal in meinem Leben wurde ich vorgestellt mit dem Hinweis,
man kann ruhig einschlafen bei meinem Vortrag,
weil ich gut strukturiert bin.
Das ist der Einser.
Und wenn hier ein Sinner steht, dann haben Sie zu lang geschlafen.
Dann sage ich nur noch Danke für die Aufmerksamkeit.
Also das erste Kapitel beginnt mit dieser Frau.
Wer kennt sie? Also ich kenne sie auch nicht.
Aber das ist die Dame auf Shades of Grey.
Shades of Grey ist ein Buch und ein Film,
die aus mehreren Gründen nicht bemerkenswert sind.
Noch viel bemerkenswerter allerdings ist der Erfolg,
der dieses Buch und dieser Film gehabt hat.
Und da ziehen wir Psychiater und Psychotherapeuten Rückschlüsse
auf das Unbewusste des Menschen.
Es gibt nichts Banaleres wie der Kauf eines Buches.
Aber wenn 125 Millionen Leute dasselbe Buch kaufen,
dann ist da was Interessantes dran.
Was ist an dieser Geschichte so Besonderes?
Es ist ein Aschenbuttel-Märchen modernen Ausmaßes,
wobei im Wesentlichen ein Angry White Man
mit einer jungen Frau macht, was er will,
im sexuellen Bereich und auch sonst.
Und sie findet das irgendwie nicht gut,
aber irgendwie auch so und sie liebt ihn so sehr,
dass sie am Ende heiraten.
Also das ist die Geschichte.
Aber das Bemerkenswerte ist eben, dass er,
Sie sehen hier die Peitsche,
dass er mit ihr wirklich alles Mögliche tut,
was eigentlich man sich denkt im 21. Jahrhundert
ist schon lange nicht mehr so aktuell.
Und deswegen haben viele meiner Kollegen
von der Psychologie, Psychiatrie und auch Soziologie
Interpretationen angestellt.
Was ist denn mit unserer Zeit und diesem Buch los?
Und da gibt es eben von dieser Eva Wielautz
eine sehr interessante Interpretation.
Und das ist ein Weg zur Restabilisierung
der Geschlechterrollen,
weil wir heute sehr unsicher geworden sind,
weil Männer nicht mehr wissen, was Männer sind
und Frauen nicht mehr wissen, was Frauen sind
und sich Frauen eigentlich männliche Dominanz wünschen.
Das ist schon sehr provokant.
Gott sei Dank hat es eine Frau gesagt.
Also ich distanziere mich davon natürlich.
Aber bemerkenswert ist es allemal.
Und ich habe auch viele so ähnliche Fälle
in der Praxis, wo Frauen sagen,
er ist mir zu wenig männlich.
Ja, das ist ein braver Mann,
der ist politisch korrekt und alles Mögliche.
Und ich habe ihn mir ja ausgesucht, damit er harmlos ist.
Aber jetzt ist er mir zu wenig harmlos.
Ich hätte das ganze Buch mit diesen Fällen füllen können,
aber es wäre dann irgendwann fad geworden.
Also das ist das, mit dem wir es heute oftmals zu tun haben.
Die Millennials sind die zwischen 1980 und 2000 Geborenen.
Das sind die, die jetzt in voller Kraft und Saft stehen.
Und die, die Jean Twenge ist Psychologin und Spezialistin
eigentlich für diese Generation.
Und diese Generation ist gut ausgebildet,
klettert eifrig die Karriere weiter hinaus,
sind selbstbewusst wie keine andere Generation.
Reinhard Haller hat ja schon gesagt,
Narzissmus ist im Steigen begriffen.
Aber sie sind auch so unglücklich
wie keine andere Generation vor ihr.
Und was noch bemerkenswerter ist,
von derselben Professorin eine Studie vom letzten Jahr,
die unglaubliche Sachen gezeigt hat.
Nämlich, wir verlernen den Sex.
Also wir nicht, sondern die Millennials natürlich.
Also da fühle ich mich nicht zu angesprochen.
Die Anziehung der Geschlechter hat abgenommen.
Heute haben Menschen weniger Sexualität
als vor 20, 30 und 40 Jahren.
Und zwar haben wir, die Millennials,
insgesamt weniger Lust auf Sex.
Sie haben weniger Partnerschaften
und innerhalb der Partnerschaft haben sie auch keinen Sex.
Die sitzen gemeinsam vor dem Fernseher
oder jeder vor seinem iPod und schaut hinein
und stirbt mit dem Finger da drinnen.
Besonders schlimm ist es bei Menschen mit Hochschulabschluss.
Das falsche Gelernt, offensichtlich.
Das sind Partnerschaften, besonders instabil.
Und wenn sie das googeln, ich hätte es selber nicht geglaubt,
die sexuelle Neigung, die heute am modernsten ist, ist Asexualität.
Also wirklich, hätten wir nicht gedacht,
ab dem Jahr ungefähr 2014 boomt das richtig gern in den Medien.
Ich bin auch asexuell.
Ich habe auch seinen Fall im Buch inkludiert.
Was ist passiert?
Wir müssen die Zeitachse jetzt 70 Jahre zurückdrehen,
damit wir dieses Problem des Unbewussten
irgendwie zu verstehen lernen.
Wir beginnen im Jahr 1949.
Eine old lady, die wir alle kennen, Simone de Beauvoir,
sagt einen denkwürdigen Spruch.
Man kommt nicht als Frau zur Welt,
sondern wird dazu gemacht.
Das kann sie natürlich so nicht gemeint haben,
aber es ist hübsch gesagt.
Und es gibt eine ganz neue Konnotation
bezüglich der Geschlechterrollen.
Ich bin nicht nur einfach Frau,
sondern das hat was mit soziologischen Gründen zu tun,
dass ich in eine Rolle gepresst werde,
die mir eigentlich nicht richtig zusteht.
Das sagt sie.
Sie ist natürlich mit diesem Herrn sehr unglücklich,
sad und ein bisschen frustriert, verständlicherweise.
Und so hat ihre Biografie sicherlich auch zu tun.
Meine Herren, Sie lachen, aber ich bin Psychiater.
Man muss das ein bisschen interpretieren.
Hat ihre Biografie sicher auch zu tun mit diesem Buch.
Aber dieses Buch wurde sehr ernst genommen.
Wir gehen jetzt einmal 20 Jahre weiter.
Da gibt es einen Herrn, den kennen Sie wahrscheinlich nicht,
John Monet.
Aber Sie kennen das, was er gemacht hat.
Er ist der Erste, der das Wort Gender verwendet hat.
John Monet.
Gender gab es natürlich schon vorher,
aber es war das grammatikalische Geschlecht.
Der Mond hat keinen Penis und die Sonne hat keine Scheide,
wissen wir alle.
Aber er wendet das jetzt eigentlich vollkommen sinnwidrig an
auf das soziologische Geschlecht.
Also wenn ich mich als Frau fühle und als Frau behandelt werde,
dann bin ich eine soziologische Frau sozusagen.
Das ist seine Entdeckung unter Anführungszeichen.
Das war 1955, also kurz eigentlich nach Simone de Beauvoir.
Warum ich ihn in die 70er Jahre getan habe,
weil hier der Fall David Reimer passiert ist.
David Reimer wurde irrtümlich,
da ist irrtümlich der Penis,
durch eine Operation entfernt worden.
Und John Monet hat gesagt, das ist überhaupt kein Problem.
Weil Gender, nicht soziologisch,
Soziologie ist alles, wir kastrieren dieses Kind,
das war neu geboren, wir kastrieren das Kind
und ziehen es einfach als Mädchen auf.
Das Experiment ist katastrophal schief gegangen
und im Jahr 1997 hat dieser junge Mann ein Outing gemacht,
dass das Experiment überhaupt nicht funktioniert.
Er hat sich umoperieren lassen,
wieder zurück zu seinem Mann, hat geheiratet,
eine Frau, das ist ja auch nicht selbstverständlich,
ist aber letztlich daran gescheitert
und ist durch Suizid geändert.
Deswegen ist der John Monet heute im psychologischen Kreis
eher umstritten.
Wenn wir 20 Jahre weitergehen,
dann sehen wir diese Dame, Judith Butler.
Ältere Generationen glauben, dass sie noch heute modern ist,
aber das ist jetzt wirklich schon 30 Jahre her.
Und sie sagt im Wesentlichen auch nichts Neues,
nämlich die Kategorien männlich und weiblich
sind Wiederholungen von Handlungen
und keine natürlichen und ausweichlichen Absolutheiten.
Also hier sehen wir, zwischen Biologie und Soziologie
shiftet es in der Geisteswissenschaft
sehr stark Richtung Soziologie.
Und jetzt gehen wir zur Jetztzeit, da sind es 30 Jahre
und da könnte ich Ihnen jetzt einige
wirklich prominente Autoren vorstellen.
Ich stelle Ihnen aber nur David Page vor.
David Page ist bekannt geworden,
das sind seine Publikationen aus dem Jahr 2018,
wirklich ein hochrangiger Wissenschaftler und Genetiker,
der sich hauptsächlich mit dem Y-Chromosom beschäftigt.
Und er hat gesagt, bekannterweise,
der genetische Unterschied zwischen Mann und Frau
sind nur, unter Anführungszeichen, 1,5 Prozent.
Deswegen hat man lange Zeit geglaubt,
das ist ja eigentlich fast gar nichts.
Und er sagt was sehr Provokantes,
er sagt, naja, 0,5 Prozent ist der Mensch auch vom Affen entfernt.
Das ist sein Schmäh und nicht meiner,
hätte ich gern gemacht.
Aber eigentlich, habe ich das jetzt präzisiert,
ist es ja so, also wir haben hier,
die Frau ist mit dem weiblichen Affen 1,5,
ich nehme mal an, die sind dann 3,
aber muss ich ihn noch einmal fragen, wenn ich ihn treffe.
Jedenfalls, Sie sehen, dass das biologische Geschlecht
natürlich schon einen Einfluss hat.
Jetzt schauen wir uns das nochmal an.
Wir haben Simone de Beauvoir, wir haben John Money,
wir haben Judith Butler und wir haben David Page,
die alle sind ungefähr 20 Jahre auseinander.
Und wir haben hier zwei Zeitenwänden.
Die erste Zeitenwende ist rund um die 50er Jahre
und die zweite Zeitenwende ist im Jahr 2000.
Ungefähr da, wo dieser John-Money-Fall sein Coming-out hat.
Der erste Abschnitt ist der Biologismus.
Das ist das, was wir auch hatten im 19. Jahrhundert.
Die Übertragung biologischer Faktoren
auf nicht-biologische Verhältnisse.
Du bist eine Frau und deswegen kannst du nicht Auto fahren
oder solche Blödheiten.
Und einseitige Deutungen anhand biologischer Erklärungsmustern.
Das ist Biologismus, haben wir heute großteils verlassen.
Es gibt schon noch einige Fossilien und Relikte,
die das noch denken.
Der Genderismus, der kann danach.
Und das war, Sie sehen, das ist spiegelgleich.
Übertragung soziologischer Faktoren auf nicht-soziologische Verhältnisse
sowie deren einseitige Deutung anhand soziologischer Erklärungsmuster.
Der John-Money-Fall hat nicht funktioniert.
Also das ist auch ganz klar.
Und um das Jahr 2000 passieren sehr viele Dinge,
dass wir heute in der Gendermedizin gelandet sind.
Und die Gendermedizin hat keine Angst mehr
vor naturwissenschaftlichen Studien,
die den Unterschied der Geschlechter wahrnehmen.
Aber gleichzeitig haltet sie auch aus,
dass es gesellschaftliche Prägungen gibt.
Anders formuliert, wir haben hier so etwas wie eine These,
eine Antithese und eine Synthese.
Und für mich ist der Genderismus die Antwort auf den Biologismus
und insofern sehr sinnvoll.
Die Antithese muss immer überspitzt dargestellt werden,
damit man sie überhaupt wahrnimmt.
Dass heute manche Politiker, ältere Generation,
da noch immer hängen, ist eine andere Frage.
Die werden schon aussterben.
Aber rein vom Denkerischen her ist es wichtig,
vom Biologismus über den Genderismus
in die Gendermedizin zu kommen.
Das Einzige, was ich dem Genderismus wirklich angreife,
ist, dass es die Leichtigkeit zwischen den Geschlechtern
verunmöglicht hat, dass es eine Spaßbremse ist
und dass sie ganz viel Moralinsäure und Betroffenheit
in das Geschlechterverhältnis hineingebracht hat.
Heute kann man nicht mehr lustig über Mann und Frau sprechen.
Ich freue mich, dass Sie über meinen Vortrag lachen.
Aber eigentlich ist das schon ein ganz ernstes Thema geworden.
Das heißt, im Biologismus hatten wir psychodynamisch
das Problem des Geschlechternazismus.
Geschlechternazismus heißt, ich bin ein Mann,
du bist nur eine Frau und deswegen brauchst du mir
überhaupt nichts erklären oder auch umgekehrt.
Also dieses von oben herab und den anderen nicht respektieren.
Dann sind wir im Genderismus in der Geschlechter konkurrent.
Wir vergleichen uns miteinander, wir können alles besser
und wieso schätzt du mich nicht wert und so weiter.
Hier gibt es auch eben ein Riesenproblem,
wo viele Paare heute noch hängen und heute sind wir
durch die Gendermedizin die Wahrnehmung der Unterschiede
bei anhaltender Gleichheit in der Geschlechterergänzung
und das funktioniert, wie Sie sehen, deutlich,
zumindest auf meinem Folien, deutlich besser.
Das Geheimnis von dem, was wir heute psychodynamisch wissen,
im Vergleich vor 20, 30, 40 Jahren ist, dass die Augenhöhe wichtig ist.
Die Augenhöhe zwischen Mann und Frau und so paradox das klingt,
die Augenhöhe zwischen Mann und Frau funktioniert nur dann,
wenn man die Verschiedenheit anerkennt und nicht,
wenn man so tut, als gäbe es keine Verschiedenheit,
die aber evidenterweise jeder sieht.
Also das ist eine echte Lösung.
Das heißt, die bewusste Verschiedenheit und gegenseitige Wertschätzung
ist eine Win-Win-Situation, bei der eigentlich beide profitieren.
Das wissen wir heute psychodynamisch.
Die Gendermedizin muss nicht mehr verdrängen,
dass wir verschieden sind und entwickelt ein neues Selbstbewusstsein.
Selbstbewusstsein heißt Wahrnehmung des eigenen Selbst,
Eigenwahrnehmung als Mann oder als Frau und damit eine geschlechtliche Kompetenz
und damit mehr Beziehungsfähigkeit.
Gleichwertig heißt nicht automatisch gleichartig.
Viele Genderisten des 20. Jahrhunderts hatten diesen Denkfehler
und das ist ein Satz, den ich ungefähr 20 Mal im Buch geschrieben habe,
damit die Lektorin zufrieden ist.
Kein Geschlecht ist besser, keines dem anderen überlegen.
Das ist ganz wichtig.
Kein Geschlecht ist besser, keines dem anderen überlegen.
Weil wenn man Vergleiche anzieht und merkt, dass es hier Unterschiede gibt,
dann überlegt man immer, wer ist jetzt besser oder wer kann was besser.
Blödsinn. Unterschiede heißt noch nicht besser oder schlechter.
Jetzt schauen wir uns die unbewusste Anziehung an,
weil die Anziehung zwischen Mann und Frau ist großteils unbewusst.
Wir nennen das heute Eros.
Da steuert man nicht.
Man entscheidet sich nicht dafür, dass einem eine Frau gefällt.
Zumindest nicht auf der Ebene der Emotionalität.
Die Frau Professor Gruber hat schon die Attraktivitätsforschung vorgestellt.
Wir finden bei Frauen, wir sehen jetzt einmal, was gefällt Frauen an Männern.
Wir machen das dann natürlich symmetrisch auch umgekehrt.
Alle Studien aller Kulturen zeigen, dass Frauen größere Männer wollen als kleinere.
Das ist sehr interessant, weil Männer eigentlich sowieso schon größer sind als Frauen.
Aber je größer einer ist, umso attraktiver ist.
Über das werde ich nicht müde nachzudenken.
Das ist wirklich ein sehr interessantes Faktum.
Nichts von Augenhöhe.
Zweitens, in allen, höchstens mit Stöckel schon.
Frauen finden in allen Kulturen den athletischen Körperbau wesentlich attraktiver
als den Bierbauch, was ich sehr schade finde.
Lange habe ich geglaubt, es ist völlig egal, wie ein Mann ausschaut.
Tante Jolles ist nicht so.
Aber das ist noch am interessantesten.
Die Frau Professor Gruber hat das ja schon erwähnt.
Frauen finden das männliche Gesicht zu ihren Kräften.
Wesentlich attraktiver als so ein Milchpuppigesicht.
Und das ist wieder abhängig von der Ovulation.
Das ist der Ovulationstyp.
In der Lutealphase ist der bei Weitem nicht so interessant.
Aber auch nicht bei Stress.
Wenn Frauen Stress haben, ich nehme an, Sie wissen, was ich meine,
dann ist da weniger los.
Das sind lauter Studien, wie Sie sehen, die nach dem Jahr 2010 publiziert worden sind.
Das sind ganz neue Studien.
In den 90er Jahren hätte man sowas wahrscheinlich nicht gemacht.
Das war wahrscheinlich nicht gendergerecht.
Umgekehrt, was interessiert Männer an Frauen?
Da muss ich Sie enttäuschen, es ist genauso wie das Klischee sagt.
Üppige weibliche Formen, attraktiver im Vergleich zu Frauen.
Also auch Frauen mussten Frauenkörper beurteilen.
Und Männer wollten halt mehr.
Und Frauen waren eher für das Flachbüßige usw.
Das Model-Prinzip.
Also die Models sind eigentlich das Schönheitsideal der Frauen.
Aber nicht für die Männer, sondern eben für die Frauen.
Männer blicken innerhalb von 0,2 Sekunden,
mein Nachbar hat mir zugeräumt, also können wir gar nichts dafür,
wie die Frau Professor Gruber das gilt,
auf Teile und Brust.
Das sieht man auf Eye-Tracking-Technik.
Also wenn Sie Attraktivität beurteilen müssen.
Sonst natürlich nicht.
Und die Teile erhöht Verhältnis, das ist ein wesentlicher Faktor
in Beurteilung der Attraktivität.
Evolutionsbiologen schließen hier auf den Rückschluss zur Fruchtbarkeit.
Ist auch schon erwähnt worden.
Und das ist noch schärfer, finde ich.
Männer finden Frauen mit Kindchenschema attraktiver,
als eben dieses herbe, nabige, kantige Gesicht.
Und ganz im Gegensatz zu den Frauen.
Also auch nichts Neues unter der Sonne.
Und das erklärt auch, warum Männer allen Altersgruppen
eigentlich Frauen Anfang 20 am attraktivsten finden.
Ich glaube, hier beginnen Dinge einfach stimmig zu werden,
wenn wir uns das anschauen.
Das heißt, die Gender-Medizin weiß heute, der Eros ist unbewusst,
Eros ist die Anziehung zwischen Mann und Frau,
ist unbewusst und lebt vom Unterschied.
Also der größte Unterschied zwischen Mann und Frau ist uns bekannt,
aber Frauen finden es attraktiv, wenn es noch größer ist.
Verstehen Sie?
Also die Unterschiede werden verstärkt.
Unterschied im Bereich des Brustkorbes zwischen Mann und Frau
muss ich nicht erklären, aber je mehr Unterschied ist,
umso attraktiver ist das für die Männer.
Und so weiter.
Der Unterschied ist das Entscheidende.
Und der Unterschied ist dreifach.
Und der Unterschied ist hauptsächlich unbewusst
und aus dem Unbewussten kommt eben auch diese Anziehung an das Andere.
Das ist ein Schema des Freud'schen Modells von Bewusstsein und Unbewusstsein.
Das ist ein Eisberg, der nur ganz wenig aus dem Wasser ragt,
das ist das Bewusstsein, das ist das Wasser.
Im Vorbewussten sind Dinge, an die wir im Moment nicht denken.
Wenn Sie mir wirklich aufmerksam zuhören,
vielleicht ist jemand hier darunter,
dann würden Sie nicht wissen, wer neben Ihnen sitzt
oder auf welcher Sitzfläche Sie sind, weil Sie zuhören.
Sie blenden das weg, das ist Vorbewusst.
Also das versteht Freud und das Vorbewusst.
Unbewusst ist etwas, was man nicht so leicht rauskramen kann.
Und diese dreifache Verfasstheit des Menschen ist hauptsächlich unbewusst.
Das ist erstens einmal die körperliche Dimension,
wir nennen das in der Medizin Soma, also somatisch.
Das zweite ist Thymos, das ist das Psychische, Emotionale.
Und drittens Noos, das ist das kognitive, Geistige.
Und alle drei sind zum Großteil unbewusst, kognitiv.
Wie wir denken, nicht was wir denken, aber wie wir denken, ist uns nicht bewusst.
Was wir denken hoffentlich schon, manchen auch das nicht,
aber meistens schon.
Bei den Emotionen muss ich es nicht erklären
und körperlich brauchen Sie auch nicht viel darüber nachdenken,
wie Sie das Schnitzel verdauen.
Das geht von selber.
Und ganz unten ist das verdrängte Ding, das wir nicht genau hören wollen.
Diese Konstitution wird handlungswirksam im Sinne einer Selbsterhaltung,
einer Arterhaltung.
Das prägt unser Verhalten.
Natürlich sind wir frei und können das modulieren,
aber es gibt eben Triebe und auch das Gemeinschaftsgefühl,
die uns für uns selbst, Selbsterhaltung,
aber auch für die Menschen das Ganze im Sinne eines Gemeinschaftsgefühls,
des Begriffes von Alfred Adler, eben fühlen lassen.
Das ist das Prinzip des Unbewussten.
Und mit diesen dreien sucht sich der Mensch jemanden,
der ihn somatisch, thymisch und noisch ergänzt.
Er sucht das Andere.
Attraktiv ist das Andere.
Attraktiv ist nicht das Gleiche.
Das ist eine ganz klare Regel.
Und deswegen, meine Damen und Herren,
ist das Unbewusste immer geschlechtlich.
Das ist wichtig.
Das Unbewusste ist immer geschlechtlich.
Wir können so tun, als wären wir ungeschlechtlich,
aber wir bleiben geschlechtlich.
Dreifach, körperlich, emotional, Denkstrukturen.
Hier habe ich eine Studie entdeckt aus dem Jahr 2018,
die das unglaublich schön belegt.
Und zwar Colin Chapman hat beobachtet,
das sind wirklich ganz neue Daten,
dass es einen Unterschied macht,
ob der Testleiter männlich oder weiblich ist.
Weil wenn eine Frau einen Mann beobachtet,
ist das was anderes, als wenn ein Mann einen Mann beobachtet.
Und wenn eine Frau eine Frau beobachtet,
ist das was anderes, als wenn ein Mann eine Frau beobachtet.
Und hier sehen wir, wenn der Mann beobachtet
und die Frau leisten muss,
dann sind Frauen massiv kreativer beim Problemlösen,
als wenn eine Frau sie testet.
Frauen lernen schneller,
Buchstaben folgen, wenn ihnen ein Mann zuschaut,
als wenn ihnen eine Frau zuschaut.
Das sind Studien aus dem Jahr 2018.
Das haben wir lange nicht bedacht.
Wie ich die Studie gelesen habe,
ich wusste das vorher überhaupt nicht.
Macht aber Sinn natürlich,
weil die Interaktion zwischen uns unbewusst so ist.
Frauen schaffen sogar mehr Sit-ups,
wenn Männer im Raum sind.
Kleiner Tipp, wenn sie nicht viel schaffen.
Ein männlicher Trainer und es geht schon alles viel besser.
Frauen laufen schneller, wenn Männer zuschauen,
also als Testleiter.
Der Kommunikationsstil des Ehepaars unterscheidet sich,
ob ein Mann oder eine Frau Therapeut sind.
Und jetzt kommen die Männer.
Das ist eigentlich noch jämmerlicher.
Wenn Frauen zuschauen,
werden Skateboarder ganz mutig
und nehmen ganz viel mehr Risiko auf sich.
Und das lässt sich auch mit dem Testosteronspiegel messen.
Über den Schweiß sezionieren sie viel mehr Testosteron,
also männliches Sexualhormon,
als wenn ein Mann sie beobachten würde.
Und ob sie es glauben oder nicht,
sie tolerieren auch mehr Schmerz.
Sie tolerieren ja ohnehin nicht viel Schmerz,
aber wenn Frauen zuschauen, mehr.
Diese Aggression, das nächste.
Aggressionen sind deutlich weniger,
wenn eine Frau beieinander ist.
Das ist wirklich ein wahnsinnig guter Punkt.
Da erzähle ich Ihnen dann noch eine Geschichte aus dem Tierreich,
die vielleicht auch manche dann betroffen finden.
Wenn aber, genau, beim männlichen Testleiter sind sie viel aggressiver.
Wenn ein männlicher Provokateur,
also systemimmanent den Raum betritt und halt provoziert,
werden diese Männer vor der Frau umso mehr aggressiv.
Nicht? Beschützerinstinkt.
Aber dieses aggressionshemmende Potenzial der Medizinfrau,
das haben wir sogar im Tierreich beim Stier.
In Spanien beim Stierkampf, wenn der Stier allzu wild ist
und mit dem Matador macht, was er will,
dann werden bei Kühen hineingetrieben und er ist schon wieder lämpchenfroh.
Ich weiß nicht, ob Sie das wussten, aber ich finde das witzig.
Auch wenn weibliche Beobachter da sind,
sind Männer weniger misstrauisch und haben mehr Teamgeist,
als wenn ein Mann sie testet.
So, und jetzt gibt es noch einen Unterschied
zwischen gelassenen und ängstlichen Männern.
Ängstliche Männer sind besser beim Gedächtnistest,
wenn eine hübsche Frau ihnen zuschaut.
Ängstliche, also gelassene, ängstliche Männer viel schlechter,
wenn das Herz in die Hosen rutscht.
Aber Sie verstehen, allein die Tatsache,
dass jemand männlich oder weiblich ist,
verändert Leistungen beim anderen Geschlecht.
Und das geht alles unbewusst, weil das machen sich Menschen nicht aus.
Sie entscheiden sich nicht dafür.
Drittes Kapitel, wie vermessen wir also dieses Phänomen,
dieses unbewusste Phänomen, das von vielen Menschen heute geleugnet wird,
die noch im 20. Jahrhundert stecken geblieben sind.
Wir vermessen das durch statistische Methoden.
Diesen Lee Yusim wollte ich Ihnen vorstellen,
der ist ein Experte für Antisemitismus,
Professor für Psychologie und Soziologie
und ist berühmt geworden mit der Stereotype Accuracy.
Das bedeutet, er sagt, er untersucht Stereotypen
und er hat herausgefunden, dass das Vorurteil,
nur weil etwas wie ein Stereotyp klingt,
schon deswegen falsch ist,
dass das mit keinen wissenschaftlichen Daten belegt ist.
Wenn man zum Beispiel sagt, Männer sind stärker als Frauen,
dann ist die Antwort heutzutage drauf,
das ist doch ein Stereotyp.
Ja, kann sein, aber wahrscheinlich ist es trotzdem richtig.
Nur weil es ein Stereotyp ist, heißt das nicht, dass es falsch ist.
Und sein Zitat ist, dass sogenannte stereotype Vorstellungen
zeigen die stärkste Korrelation innerhalb der Sozialpsychologie.
Also wir müssen das aus unserem Kopf rausgeben,
weil das ist in unserem Kopf heute ganz stark verankert,
dass wenn einer sagt, das ist ja ein Stereotyp,
ist die Diskussion zu Ende, man darf nicht weitersprechen,
ist eigentlich falsch.
Also das ist die gausche Verteilung.
Wenn sich die Größe der Äpfel oder was auch immer
hat einen Durchschnitt,
ist durchschnittlich ein Viertel Kilo oder was auch immer,
ist egal, und dann gibt es Äpfel, die kleiner sind,
gibt es Äpfel, die größer sind,
insgesamt jeweils ein Drittel dieser Verteilung
sind links und rechts vom Durchschnitt.
Und innerhalb von einer gewissen Zeitspanne
sind eben zwei Drittel veranschlagt.
Das nennt man gausche Klopfenkurve.
Das ist ganz wichtig für die Vermessung des Unbewussten,
so komisch das klingt.
Wenn wir jetzt einen Unterschied zwischen Mann und Frau hernehmen,
dann ist das die Körpergröße.
Wenn wir sagen, Männer sind größer als Frauen,
ist das ein Stereotyp und gilt nicht,
weil ich kenne eine Frau, die ist größer als einen Mann,
den ich kenne, also kann es nicht stimmen.
Auf der Logik diskutieren wir manchmal.
In Wirklichkeit ist es eben so,
dass der Durchschnitt der Frauen 1,65 ist
und der Durchschnitt der Männer 1,78.
Also ich bin überdurchschnittlich groß,
habe ich erkannt an dieser Studie.
Und natürlich aufgrund der Größe
können wir jetzt nicht auf das Geschlecht rückschließen,
aber was wir können, ist Wahrscheinlichkeiten herausrechnen.
Weil unter den 1,91 Zentimeter großen Menschen
sind 95 Prozent Männer.
Und unter den 1,50 großen Menschen sind 5 Prozent Männer.
Also Sie verstehen, man kann eben schon etwas sagen.
Das ist nicht alles Stereotyp und damit falsch.
Das müssen Sie verinnerlichen,
dann verstehen Sie, was ich heute sagen will.
Ansonsten müssen Sie jetzt schlafen gehen.
Und die Überlappung, über die wird auch oft diskutiert,
die Überlappung ist hier 50 Prozent.
Wir haben also, 5 Sechsel der Frauen sind kleiner als Männer
und 1 Sechsel der Frauen sind größer als der durchschnittliche Mann.
Aber selbst die sucht sich einen größeren Mann.
Ist eh klar, haben wir schon gehört.
Weil ein kleinerer Mann nicht so attraktiv ist.
Jetzt, der wissenschaftliche Durchbruch ist erst 2012 gelungen.
Ich habe Ihnen gesagt, die Wende ist im Jahr 2000.
Und 2012 kam der wirkliche Durchbruch, was die Wissenschaft betrifft.
Weil hier gab es eine wesentliche Studie von einem Team,
das in der Zwischenzeit in den USA ist, das damals in Italien war,
die 16 psychologische Parameter ausgerechnet haben
und für jeden einzelnen Parameter ungefähr eine Überlappung
von 45 Prozent gefunden haben.
Ja, das ist normal und da hat man eben gesagt,
naja, das ist ja nicht zu viel.
Aber dann hatten sie eben die geniale Idee,
die mit einer Multivariantanalyse zusammenzurechnen,
die 16 Persönlichkeitsfaktoren.
Und plötzlich waren die Faktoren nur noch 10 Prozent Überlappung.
Verstehen Sie?
Also das heißt, die haben jetzt bildlich gesprochen
nicht nur die Körpergröße genommen, sondern auch die Muskelkraft.
Und damit können wir Mann und Frau schon viel besser unterscheiden.
Und wenn wir dann auch noch weitere Parameter hinzunehmen,
zum Beispiel das, dann spannt sich das immer weiter auf,
bis wir Aussagen treffen können, die wissenschaftlich reliabel sind.
Hier sehen Sie die psychologischen Parameter von Frauen,
Flexibilität, Sensibilität, Besorgtheit, emotionale Wärme,
soziale Anbesserung, dazu kommen wir später noch.
Und die Männer eher Dominanzverhalten, Robustheit,
Selbstvertrauen und so weiter.
Aber wir haben nicht nur Persönlichkeitsmerkmale,
wir haben Körper, Psyche und Kognition.
Und wenn wir das alles zusammenrechnen,
dann können wir, meine Damen und Herren,
schon von Weiblichkeit und von Männlichkeit sprechen.
Das geht. Das ist meine Botschaft für Sie.
Wir können von Weiblichkeit und Männlichkeit sprechen,
vor allem deswegen, weil jeder von uns so etwas im Kopf hat.
Weil das ist nicht nur Statistik, was ich Ihnen gezeigt habe,
sondern das ist auch das, was sich im Unterbewussten
im Laufe eines erfahrenen Lebens entwickelt.
Ein Bild davon, was ist eine Frau und was ist ein Mann?
Also man kann nicht sagen, die Frauen sind so,
aber man kann sagen, Weiblichkeit besteht eher darin.
Weiblichkeit besteht zum Beispiel mehr in Empathie,
Männlichkeit besteht eher in was weiß ich.
Dazu komme ich noch, das traue ich mich kaum zu sagen.
Es ist leicht zu sagen, wo Frauen überlegen sind,
aber ich werde immer ganz stotterig,
wenn ich sagen muss, was Männer besser können.
Aber ich werde mich heute trauen.
Also die Gender-Medizin 2018 ist fernab von Klischees und Stereotypen.
Sie hat kein stares Rollendenken, kein Schwarz-Weiß-Denken,
kein Mars-Venus-Vorurteil,
aber sie hat auch keine Angst vor Wissenschaft.
Und das war im 20. Jahrhundert so.
Sie hat keine Angst, sie hat keine vorgefertigten Meinungen.
Es muss nicht irgendwie sein, wie es unbedingt sein muss.
Es gibt keine Feindseligkeiten.
Kein Geschlecht ist das schlechte Geschlecht.
Keines ist das dähte Geschlecht.
Biologie und Gesellschaft sind ohnehin eng miteinander verwoben.
Wir haben also These und Antithese miteinander vereint zur Synthese.
Das ist das, was wir heute haben.
Kognitiv im Kopf.
So, jetzt kommt das wissenschaftliche Kapitel.
Schnallen Sie sich an, ich werde Ihnen in den nächsten fünf Minuten
100 Studien vorstellen.
Dreifache Geschlechtlichkeit.
Sie wissen schon.
Noos, Thymos, Soma.
Wir beginnen bei dem Soma.
Also, Mann und Frau unterscheiden sich nicht nur durch das,
was sie in der Unterhose finden oder eben nicht finden,
sondern durch viel auch nicht nur durch den Bartwuchs,
das sind die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale,
sondern Wassergehalt, Körperfett, Endokrinologie, Elektrolyte, Blutbild,
bla bla bla bla bla.
Also Sie sehen, das hört gar nicht auf.
So wie die Frau Professor Gruber schon sagt,
allein dadurch, dass fast überall Östrogenrezeptoren sind,
ist ja auch logisch, dass die Dinge anders sind.
Also wir unterscheiden uns enorm.
Ganz besonders, meine Damen und Herren, Gehirnstruktur.
Und hier haben wir einen Helden, den Sie nicht erwartet hätten.
Weil unter Obamas Regierung wurde festgehalten,
dass die Unterschiede im Gehirn zwischen Mann und Frau
in der Zwischenzeit schon so eklatant und klar sind,
dass Forschungen über Gehirne verboten worden sind,
wo das Geschlecht nicht genannt wird.
Verstehen Sie, also wenn man eine Studie macht über Gehirn,
muss man sagen, es ist männliches oder weibliches Geschlecht.
Sonst wird es nicht als Wissenschaft anerkannt.
90 Prozent der Forschungen in den 90er Jahren waren ohne Geschlechtsangabe,
was ja eh egal ist.
Verstehen Sie, das ist total, das ist wissenschaftsfeindlich
und dank Obama und seinem Team ist heute klar,
es gibt einen Riesenunterschied zwischen männlichem und weiblichem Gehirn
und wir wollen es endlich untersuchen,
damit wir geschlechtergerecht auch medizinisch tätig werden können.
Das brauchen Sie nicht alles lesen, ich will Sie nur beeindrucken.
Das sind lauter Studien.
Die erste Dimension der Weiblichkeit ist die Lebensnähe.
Unterlegt durch hunderte von Studien.
Ich habe das zusammengefasst in Verletzlichkeit, Schönheit,
Fruchtbarkeit, Empfindlichkeit.
Hier hat die Lektorin gesagt, Fruchtbarkeit nehmen Sie raus.
Nehme ich aber nicht raus, weil das ist relevant.
Die erste, die somatische, die körperliche,
hat auch viel mit Schönheit zu tun.
Frauen haben viel mehr Sinn für Schönheit.
Frauen sind das begehrtere Geschlecht.
Die werden natürlich von den Männern begehrt, eh klar.
Aber das ist alles relevant.
Also das ist die erste Dimension der Weiblichkeit,
mit der sie sich vom Mann unterscheidet.
Aber sie sind auch verletzlich.
Sie sind auch das schwächere Geschlecht.
Hier haben wir jetzt die Männlichkeit.
Da sehen Sie schon mehr Aggression.
Die Stärke ist die erste Dimension, die körperliche Dimension der Männlichkeit.
Also Aggression, Robustheit, Selbstvertrauen, Stressresistenz,
Labile, Sexualität, das sind lauter Sachen,
die aus den Studien der letzten 15 Jahre ganz klar herauskommen
und undiskutiert sind.
Nehmen wir Thymos, die Psyche.
Wir haben ganz andere Unterschiede in der Verteilung von psychischen Störungen.
Die Depression, die Panikstörung, die Somatisierungsstörung
und besonders die Essstörungen sind typisch weiblich.
Männer haben dafür ein Riesenproblem mit Alkohol
und vor allem mit allen Formen von sexuellen Störungen.
Ausgenommen Asexualität, das haben Männer nicht so.
Aber sonst, ja.
Und in dieser Ebene der Emotionalität sind Frauen die emotional intelligenteren Wesen.
Das bedeutet, sie sind empathisch, sie sind emotional,
sie sind freundlicher, sie sind feinfühliger.
Das sind keine Stereotypen, meine Damen und Herren.
Das ist das Resultat wissenschaftlicher Studien.
Und bei den Männern, die haben auch eine Qualität.
Ja, emotionale Stabilität.
Sie sehen, da gibt es nicht viel.
Und was es gibt, sind meistens Vermeinungen.
Also weniger Emotionen, weniger, weniger.
Sie sehen, ja.
Also ich habe eine Qualität aus einem Defizit gemacht.
Aber Sie werden sehen, das ist durchaus nützlich.
Und Know-how, das ist das Spannendste.
Männer und Frauen sind gleich intelligent,
kommen zu gleichen Resultaten auf anderen Wegen.
Auf anderen Hirnregionen, meine Damen und Herren.
Das ist wichtig, ja.
Also während Frauen orbitofrontal mit der Broca-Area arbeiten,
sind Männer auf einem anderen Gebiet.
Was bedeutet das?
Das bedeutet, Frauen sind bei Lösen von Lösungen emotional involvierter.
Ja, sie haben mehr emotionale Erinnerungen als das, was schon war.
Und sind persönlich auch mehr dran.
Männer sind emotional distanzierter.
Ja, Persönlichkeit, also die Hirnareale sind Persönlichkeitseigenschaften,
Emotionsregulation.
Und sie haben mehr weiße Substanz.
Weiße Substanz verbindet innerhalb des Gehirns die verschiedenen Gehirnteile.
Die verwenden viel mehr die weiße Substanz.
Das heißt, assoziatives Denken.
Sie assoziieren mit anderen Dingen.
Männer tendenziell, ja, gausche Verteidigungskräfte,
mehr das lineare Denken.
Sie fokussieren auf ein Problem, schauen nicht links und rechts,
Scheuklappen, ja, und lösen das und vergessen,
dass sie atmen müssen, essen, trinken und pinkeln.
Das passt gut zusammen mit einer unheimlich riesigen soziologischen Studie,
die uns zeigt, in allen Kulturkreisen der Welt
sind Frauen personenorientiert und Männer sachorientiert.
Und alle Kulturen der Welt, 52 Länder, bedeutet,
das hat nichts mit Kultur zu tun.
Das hat etwas mit dem Gehirn zu tun und nicht mit der Erziehung.
Also die dritte Dimension der Frauen ist die soziale Kompetenz,
Vertrauen, assoziatives Denken, Sprache, Vielseitigkeit
und das männliche Denken, Sachlichkeit, Systematisierungsfähigkeit.
Männer machen aus allem ein System.
Selbst wenn sie Psychiater, Psychologen sind,
arbeiten sie nicht mit Empathie, weil da haben sie nicht viel davon,
sondern sie machen ein System daraus.
Sigmund Freud zum Beispiel oder auch andere Psychiater,
die Ihnen vielleicht einfallen.
Lineares Denken, Spezialistentum, räumliche Vorstellung,
Abstraktion, Feldunabhängigkeit.
Das sind lauter eher tendenziell männliche Qualitäten.
Und das passt irrsinnig gut zusammen.
Erstens, die Stärke versus Lebensnähe, Aggression versus Schönheit,
passt extrem gut zusammen.
Körperlich passen Mann und Frau gut zusammen.
Erstens mal sexuell, also das ist ein Erlebnis.
Man passt auch gut zusammen, muss ich nicht erklären.
Aber auch von der Schönheit.
Frauen wollen, es tut Frauen gut, wertgeschätzt zu werden,
auch in ihrer Körperlichkeit, in ihrer Schönheit.
Warum gibt es so viele Essstörungen?
Das hat sehr viel mit der Außenwirkung zu tun.
Viele Frauen stabilisieren ihre Essstörungen erst dann,
wenn sie eine gute Partnerschaft leben
und von diesem Mann ein Selbstwertgefühl bekommen,
er findet mich schön.
Hier gibt es ein reziprokes Profitieren voneinander.
Auf der zweiten Ebene, emotional.
Hier haben wir Empathie und emotionale Intelligenz
gegen das Fehlen derselben.
Also was bedeutet das?
Frauen sehen sehr viel,
aber sie sehen manchmal vor lauter Bäumen im Wald nicht mehr.
Männer haben es viel einfacher, die sehen zwei Bäume.
Den Rest sehen sie nicht.
Dann sagen sie, der Weg geht geradeaus und dann links, ist ja klar.
Ich sage, wie kannst du das wissen?
Naja, also sie profitiert von ihm,
weil er sagt, der Baum ist wurscht,
da müssen wir links um die Ecke und dann gehen wir geradeaus.
Aber er profitiert auch von ihr.
Weil die ganzen Bäume, die sieht er nicht, der rennt da an.
Und dann sagt sie, du pass auf,
vielleicht solltest du doch einmal das Hosentuch zumachen und solche Sachen.
Also einfach aufeinander hören, das bringt es.
Und drittens eben diese zwei Arten zu denken.
Ich weiß nicht, ob Ihnen bewusst ist,
aber erst zwei Blickwinkel sehen dreidimensional.
Zwei Personen, die genau dasselbe sehen, sehen nicht mehr.
Sondern nur zwei Personen,
die aus verschiedenen Blickwinkeln die Dinge ansehen, sehen mehr.
Das sind die zwei Augen.
Wenn wir jetzt Mann und Frau nehmen,
dann haben wir eben dieses Funktionale und dieses Personale.
Und verstehen Sie, mehrere Wege gehen nach Rom,
aber das macht erst den dreidimensionalen Effekt auf im Denken.
Deswegen ist es ein Undenken,
wenn einer versucht so zu sein wie der andere,
weil dann haben sie beide keinen Mehrwert voneinander.
Wir haben jetzt vier Liebestöter.
Vier Dinge, die nicht funktionieren zwischen Mann und Frau.
Und die haben immer mit einem zu tun, nämlich Verdrängung.
Einerseits die Verdrängung der eigenen Begabung
und andererseits die Verdrängung der fremden Begabung.
Begabung ist Weiblichkeit oder Männlichkeit.
Die beratungsresistente Männlichkeit findet Männlichkeit super
und Frauen ein bisschen doof.
Die beratungsresistente Weiblichkeit
habe ich relativ viele Patienten,
aber auch nicht so viele, weil ich ein Mann bin.
Die finden das umgekehrt.
Und die Verdrängung der eigenen Begabung verdrängt die Männlichkeit,
verdrängt die Weiblichkeit.
Männer, die nicht mehr Männer sein können,
Frauen, die nicht mehr Frauen sein können.
Was bedeutet das?
Da fehlt ja das Geschlecht.
Ein beratungsresistenter Mann,
das geht mir zu schnell.
Zweiter Versuch.
Ein beratungsresistenter Mann,
der wird auf der somatischen Ebene durch seine Stärke,
die er missbraucht, sexuell enthemmt und gewalttätig.
Er ist emotional rücksichtslos
und auf der Sachlichkeit wird er zum Freak,
wird er zum Nerd.
Er verliert sich in irgendeinem Computer
und redet mit niemandem mehr.
Verdrängte Männlichkeit ist schwach, feindlich,
kann nicht auf den Putz hauen,
ist launisch und zickig emotional
und ist unsachlich.
Frauen, wenn sie beratungsresistent werden,
wenn sie sich vom Mann nicht sagen lassen,
dann sind sie hysterisch,
das bedeutet zu sehr auf ihr Äußeres bedacht,
emotional instabil,
dafür haben wir die Borderline-Störung
und intrigant und übergriffig.
Und wenn Frauen ihre Weiblichkeit verdrängen,
die Welt ist voll davon heute,
sind das Frauen, die dem Leben verschlossen sind,
die kalt und gleichgültig sind.
Ich nehme an, Sie kennen solche Wesen.
Also im Normalfall, im gesunden Fall,
ist die gesunde Weiblichkeit
und die gesunde Männlichkeit tariert sich aus
und Eros liebt das.
Wenn jetzt der Mann beratungsresistent ist
oder die freie Weiblichkeit verleugnet,
dann kippt das Gleichgewicht in die eine Richtung
und Eros ist futsch.
Genauso umgekehrt.
Jetzt haben wir dann noch eine Sondersituation,
nämlich die Instabilität.
Wenn beide ihre Sexualität verdrängen,
dann ist das Ganze instabil
und Eros ist total weg.
Das ist das Problem von vielen,
also anfangs erwähnten Millennialspaare,
die sitzen zu Hause vor dem Fernseher
und sagen, was sollen wir denn bitte tun.
Das ist beratungsresistent.
Keiner lässt sich was sagen,
die Beziehung crasht.
Letztes Kapitel.
Was folgen wir daraus?
Polarität führt zu Anziehung.
Also seien Sie, meine Frauen,
seien Sie weiblich, meine Männer,
seien Sie bitte männlich.
Wenn Sie nicht wissen, was das ist,
kommen Sie zu mir.
Alle profitieren,
wenn Männer männlich und Frauen weiblich sind.
Männlich heißt aber nicht
narzisstisch, rücksichtslos, Arschloch.
Heißt nicht männlich.
Es gibt auch gute Männer, die das nicht sind.
Das Bett des Progustus.
Progustus war ein Monster,
das Wanderer eingeladen hat,
in seinem Bett zu schlafen.
Und dann hat es aber
die Füße abgehakt
oder die entsprechenden Leute,
die Gäste gestreckt.
Weil jeder musste so groß sein,
wie das Bett des Progustus.
So kommt mir die Politik heute vor.
Wenn Mädchen massenhaft
Mechanikerinnen werden müssen,
obwohl sie keine Neigung dazu haben
und kein Interesse,
das ist nicht gesund,
sage ich Ihnen als Psychiater.
Das gesunde Prinzip zwischen Mann und Frau
ist Geben und Nehmen.
Geben ist, was kann ich dir geben,
weil ich ein Mann bin
und was kannst du mir schenken,
weil ich ein Mann bin, nur ein Mann bin
und du eine Frau bist.
Du gibst mir Weiblichkeit, ich gebe dir Männlichkeit.
Beide geben etwas in die Beziehung ein,
das der andere nicht hat, nämlich Männlichkeit
und Weiblichkeit. Das setzt aber voraus,
dass man selber hat, was man ist.
Es gibt die bedürftige Liebe,
das ist der unbewusste Eros,
von dem habe ich heute gesprochen.
Der lebt aber nur durch die bewusste Ergabe.
Das heißt, sich entscheiden
für jemanden und die Fähigkeit,
sich hinzugehen.
Das bedarf eines kritischen Selbsterkenntnisses
und eines geschlechtlichen
Selbstbewusstseins.
Die Take-Home-Message,
Sie haben es geschafft, die noch auf sind,
letzte Folie.
Meine Damen und Herren,
Männlichkeit und Weiblichkeit
gibt es wirklich.
Trauen Sie ihrer Wahrnehmung.
Es ist nicht scheinbar so,
sondern die gibt es wirklich
und je mehr ein Mann
an seiner Männlichkeit arbeitet,
dass er noch männlicher wird,
umso attraktiver wird er für die Frau
und umso glücklicher wird die Beziehung.
Und umgekehrt.
Das ist ein Talent,
das man entfalten oder brach liegen lassen kann.
So viele Männer und so viele Frauen
entwickeln und entfalten
das Talent, nicht das sie haben.
Das unbewusste ist immer geschlechtlich.
Danke.