In diesem Vortrag beleuchtet Dr. Raphael Bonelli die erschreckenden Auswirkungen von Sexsucht, Ehebruch und Pornografie auf Männer. Er teilt aufschlussreiche Erkenntnisse aus seiner Arbeit mit Patienten und zeigt auf, wie diese Themen das Leben und die Beziehungen zerstören können. Ein wichtiger Blick auf die Herausforderungen der modernen Sexualität.
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So, sehr geehrte Herren, ich hoffe, Sie hören mich alle gut.
Ich habe leider Probleme mit der Stimme, aber heute scheinen Sie ja ganz gut zu sein.
Ich komme aus einer Familie mit einer TV-Verbindung von vier Generationen.
Mein Urgroßvater war schon ein TV-er und mein Großvater und mein Vater.
Mein Großvater war im TV-Widerstand gegen Hitler, da bin ich ganz stolz.
Dort auf der TV war ja nicht gerade ein Freund der Nazis, aber das muss ich Ihnen nicht erzählen.
Ich bin die erste Generation, die noch nicht beim TV ist.
Vielleicht wird das noch werden, aber ich glaube eher nicht.
Aber ich freue mich, dass ich da eingeladen wurde.
Ich war schon bei einigen Verbindungen, aber bei Ihrer Verbindung war ich noch nicht.
Ich bin Psychiater und habe sehr viel zu tun mit Menschen, die Probleme haben.
Ich habe mir gedacht, dass ich heute, warum nicht, über Fälle berichte, die im Moment sehr akut sind bei mir.
Mir fällt auf, dass relativ viele Probleme mit Sexualität im Moment bei mir kommen.
Das ist ein Thema, das eigentlich schon länger aktuell ist.
Aber mir scheint, heuer ist das vollkommen explodiert, zumindest in meiner Praxis.
Und das Zweite, was ich immer wieder beobachte und was die Menschen sehr quält,
ist das Thema Seitensprung, Querstricht, Ehebruch und sie wundern sich vielleicht,
kommt man zum Psychiater? Ja, weil es unheimlich viele Folgeerscheinungen und Probleme gibt.
Ein klassischer Fall ist ein Mann, der langsam, ich habe jetzt einen speziellen Patienten im Aue,
der seit Jahren immer länger, über einen Zeitraum von 30 Jahren, immer weiter hineingekippt ist
in diese Pornografie-Thematik. Er hat sich im Alter von 21 das erste Pornohef gekauft
und war da noch sehr ambivalent und hat das natürlich gut versteckt.
Und im Laufe seiner Jahre hat er das immer mehr, da war er schon verheiratet, er war früh verheiratet
und hat trotzdem ein unbändiges Verlangen danach entwickelt und hier das Verlangen immer weiter gesteigert
und natürlich mit den technischen Möglichkeiten ist das immer mehr ausgefeilt geworden,
bis er dann im Alter von 50 oder 55 das erste Mal die starke Fantasie hatte,
jetzt muss er auch noch ein Bordell besuchen.
Und das ist natürlich für einen Mann, konservativ, der ganz andere Werte im Kopf hat,
der brav verheiratet war, christlich, nicht katholisch, aber christlich,
sehr überzeugt christlich, eine schwere Qual, aber diese Zwangsvorstellungen,
die immer stärker in ihm waren, haben sich immer mehr aufgedrängt.
Er war im Internet, hat sich dort diese Seite angeschaut von den Damen, die da präsentiert wurden
und eines Tages ist er dann hingefahren, war schon bei der Türschwelle, ist wieder ungebrochen
und wieder weggefahren mit einem hohen Puls,
aber nach ein paar Tagen weder hat er diese Idee nicht losgelassen,
so ist er irgendwann einmal eingetreten und hat dann das erste Mal diese Erfahrung gemacht.
Leider hat es ihm gefallen, denn die meisten meiner Patienten, die in solche Häuser gehen,
sind schwer bedrohten da hinein, muss ich sagen, das ist so gegen meine Würde,
dass ich das kaum aushalte.
Ich merke, sie haben so einen Vortrag nicht erwartet, aber es wird schon noch lustiger,
aber das ist einmal die Einleitung.
Er hat sich immer weiter in dieses Tode hinein gegeben und kam nicht mehr raus,
bis er irgendwann einmal entschlossen hat, bei so einem Ehewochenende,
dass er das sagt, er sagt das jetzt hervor.
Er hat das gepeichtet, alles vollständig, und seine Frau war natürlich extrem in der Krise,
und das sind also Fälle, die zu mir kommen.
Also schwere Ehekrise, Kinder schon erwachsen, oder eben nicht erwachsen, je nachdem.
Die Frau fühlt sich bedroht, natürlich zu Recht, sie wurde auch bedroht.
Er weiß aber nicht, von darauf möchte ich heute das Augenmerk nehmen,
er weiß nicht, warum das alles passiert ist.
Er kennt sich nicht mehr aus.
Er wollte das nie, er hat sich immer dagegen gewehrt, aber irgendwie hat es ihm eben überkommen,
weil er nicht rechtzeitig eine Bremse gesetzt hat, und das möchte ich heute mit Ihnen diskutieren.
Einen zweiten Fall, den ich Ihnen so zum Vergleich präsentiere,
ist eben ein Mann, ich muss das gut anonymisieren natürlich, damit niemand erkannt hat,
ist ein Mann, der eben eigentlich glücklich verheiratet ist mit einer hübschen, doch jüngeren Frau,
und der irgendwann einmal sich da zerschaut hat in eine Kollegin zuerst,
waren es einfach nur Gespräche, tiefe Gespräche, immer tiefere Gespräche,
dann hat er immer mehr mit der Kollegin gesprochen, statt mit seiner Frau,
er hat sich dann immer überlegt, das muss ich jetzt der Andrea erzählen,
sage ich jetzt eben dann meinen Namen, statt seiner Frau,
und irgendwann einmal ist das übergesprungen, dieser Funke,
und sie landeten auch im Bett, bis das aufgeflogen ist,
bis die Frau das bemerkt hat, in dem Fall hat er nicht die Beichte selbst vollzogen,
sondern die Frau ist draufgekommen.
Auch diese Patienten kommen dann eben zu zweit zum Psychiater mit einer tiefen Krise,
mit einer tiefen Vertrauenskrise von dem Mann,
und die Frau stellt die Frage aller Fragen, warum hast du das getan,
warum hast du mir das angetan, was hat dir gefehlt?
Und da muss man eben tiefer gehen und überlegen, was ist überhaupt Sexualität,
wie ist das in uns verankert, warum passiert sowas,
warum kann einer nicht in seiner Ehe zufrieden sein,
warum braucht er Pornografie, warum braucht er andere Frauen,
und am Ende des Tages muss ich Ihnen sagen, es ist viel banaler,
als die meisten erwarten, also die meisten erwarten ja,
wenn sie da zum Psychiater gehen, ein großes Aha-Erlebnis,
irgendwas in der Kindheit, also viele suchen dann in der Kindheit und sagen,
ja, da müssen meine Eltern schuld sein, da muss meine Mutter oder meine Vaterbeziehung,
oder die Ehefrau ist schuld, also einer von meinen Patienten,
ich habe da jetzt fünf verschiedene Patienten miteinander vermischt,
damit man auch niemanden mehr erkennt,
aber aktuell habe ich sehr viele Patienten mit diesen Problemen,
einer von denen beschuldigt, dass eine Frau, dass sie eben zu wenig lieb war,
das ist sozusagen eher der primitive Mechanismus,
dass man sagt, wenn die Frau zu wenig nett ist zu mir, dann mache ich das einfach,
weil das Problem dabei ist, dass man zu sehr die Schuld abwälzt,
weil das Phänomen des Menschen ist einfach, dass der Mensch frei ist,
wir sind frei und wir können uns für das Gute entscheiden oder für das Schlechte,
das ist natürlich die Frage, was ist gut und was ist schlecht,
das ist eine schwierige Frage für einen Psychiater, weil das definiert er nicht selber,
ich glaube, sie haben ja, sie stehen ja für klare Werte,
aber jeder Patient steht für Werte,
und wenn ich ihn dann frage, was sind ihre Werte,
dann kommt eigentlich bei niemandem vor, dass Ehebruch ganz in Ordnung ist oder großartig ist,
sondern ist eigentlich jeder der Meinung, Ehebruch ist nicht Teil meines Wertes,
es gibt ja eigentlich einen gesellschaftlichen Konsens,
der 95% der normalen Bevölkerung teilen würde, dass eheliche Treue ein hoher Wert ist,
also das heißt, wir haben einerseits das Verhalten doch vieler Menschen,
nicht nur Männer, sondern auch Frauen, und auf der anderen Seite hohe Werte,
ja und wieso verhalten wir uns nicht entsprechenden Werten,
das ist die Frage, die sich eigentlich diese, in dem Fall Männer stellen,
wenn sie dann bei mir ganz zerknirscht in der Therapie sitzen und sagen, wie konnte ich das nicht tun,
jedes, bei Tageslicht sozusagen, also wenn die Vernunft wieder präsent ist,
dann fragen sie sich immer, was ist da eigentlich mit mir passiert,
mit dieser Frau XY einlassen, heute hat eine andere Frau mir gezeigt,
die Chats, die sie fotografiert hat vom Handy ihres Mannes,
und es war wirklich, muss ich sagen, beschämend, als Mann sowas zu lesen,
und sie sagt, ja das sind ja wirklich die primitivsten Frauen, mit denen er da geschrieben hat,
und da mussten wir aber halt feststellen, er war auch nicht viel weniger primitiv,
also das hat dann alles die Frau gelesen, was dieser Mann mit fremden Frauen ausgetauscht hat,
ein Forum für Ehebrokers, es gibt solche Foren im Internet, wo man sich trifft,
für Ehebrokers vorhanden, und dann fragt man sich, was ist in den Menschen gefahren,
dass sowas passiert, und die Antwort ist eigentlich viel einfacher,
als man denkt, wir sind aufgebaut psychologisch aus drei Ebenen,
Simus Freud spricht von drei Instanzen, Sie kennen wahrscheinlich das freudsche Modell,
es, ich und über ich, das ist 100 Jahre alt, das ist sehr bewährt, aber doch nicht ganz modern,
also neuerlich würde man sagen Bauch, Kopf und Herz,
Bauch sind die Emotionen, die Bauchgefühle, und wie geht es im Wesentlichen sozusagen im ersten Teil,
um das einmal abzuklären, Kopf ist die Vernunft, glaube ich, das ist relativ einfach zu verstehen,
und Herz ist die Entscheidungsmitte des Menschen, dort wo eben diese Werte definiert sind,
dort wo die Werte vorhanden sind, die der Mensch für sich selber wählt,
das heißt, was empfinde ich wirklich als wertvoll, was ist das, wofür ich stehe,
was ist das, in welche Richtung ich mich bewegen will, also fangen wir an beim Bauch,
die Bauchgefühle sind nach einem einfachen freudschen Prinzip definiert,
Lustmaximierung und Lustvermeidung, also der Bauch will alles, was entweder ihm maximale Lust macht,
das ist einfach erklärbar, das wäre zum Beispiel Pornografie, das wäre Prostituierte,
das wäre aber auch Kurven, oder das wäre Bier, das ist etwas, was durchaus nicht schlecht ist,
nicht immer schlecht, aber was halt manchmal Schwierigkeiten mit sich überbringt,
ein Stichwort, Bier, reagiert das Bauch natürlich sofort, das ist gut,
Unlustvermeidung ist die andere Hälfte, die Unlustvermeidung ist das Nein-Sagen,
die Unlustvermeidung ist im Wesentlichen Angst, Angst und Hass zu hören,
das sagt Nein, das will ich nicht, das wäre zum Beispiel auch die Faulheit,
Faulheit ist Unlustvermeidung, Unlust ist in der Früh aufzustehen,
um 6 Uhr in der Früh aufzustehen ist definitiv Unlust, die kann man überwerten oder nicht,
und die Lustmaximierung, das ist das Prinzip, das große Freude machen kann,
aber eben auch in massive Probleme bringen kann,
und alle Patienten, die ich am Anfang geschildert habe, sind Menschen,
die zu sehr ihren Bauchgefühlen gefolgt sind, das Bauchgefühl der Lustmaximierung,
weil Sigmund Freud sagt, das bringt das sehr gut auf den Punkt der Bau ab,
Kind keine Vernunft und keine Moral, Vernunft wäre der Kopf und keine Moral,
das wäre das Herz, Sigmund Freud sagt natürlich nicht der Bauch,
sondern er sagt das Ehes, aber es ist dasselbe, das Ehes hat keine Moral und das Ehes hat keine Vernunft,
es ist eher rational, das heißt, was wir zu tun haben,
also wir Menschen und wir Männer natürlich im Speziell,
ist, dass wir bei jedem Bauchgefühl, das wir haben, über zwei Fragen uns überlegen,
die erste Frage lautet, entspricht es meiner Vernunft, also ist es vernünftig,
was ich hier, den Impuls, den ich hier habe, zum Beispiel zu dieser Frau,
oder zu dieser Internetseite, oder zu diesem Kuchen, oder zu diesem Bier,
entspricht es der Vernunft, und die zweite Ebene ist noch viel wichtiger,
nämlich entspricht es meinen Werten, ist das etwas, was meine Werte repräsentiert,
ist das, möchte ich so ein Mensch werden, oder möchte ich so ein Mensch sein,
und das Problem von den Menschen, die eben völlig in die Lustmaximierung kippen,
wie die Patienten, von denen ich erzählt habe,
und die nachher eben mit einem blutigen Auge und einer blutigen Nase zu mir kommen,
also im Übertragenen sind, blutig, die haben ihre Vernunft im Wesentlichen gar nicht eingeschaltet,
also wer geht vernünftigerweise in den Bordell, also braucht man gar nicht bis zu den Werten kommen,
sondern das ist ja in sich schon vollkommen, eigentlich hirnbefreit, muss man sagen,
deswegen einer meiner Patienten, der eine Zeit lang in Bordelle gegangen ist,
der gesagt hat, ich schaffe das nur alkoholisiert, ich schaffe das nur mit einem hohen Alkoholspiegel,
weil es so entwürdigend ist, ich sagte das schon, ich wiederhole das, damit das auch irgendwie klar wird,
weil es da verschiedene Emotionen gibt und Alkohol auch die Hemmschwelle senkt,
das heißt, nicht alles, was wir fühlen und was wir spüren, führt auch zum Guten,
aber die Frage, nicht der Werte, des Herzens, ist auch eine Frage des Gutes,
also was ist das Gute, nicht ja, was tut mir gut, sondern auch, was ist das Gute, objektiv Gute,
das ist eine Frage, die sich der Mensch in dem Fall nicht mehr stellt,
und wenn man sich Bauchgefühle näher anschaut, dann sind Bauchgefühle auch in sich gespalten,
weil sie sich manchmal widersprechen, also man kann zum Beispiel gleichzeitig Lust haben,
dünn zu werden und hübsch zu sein und durchtrainiert zu sein und andererseits eben Lust haben, viel zu essen,
viel Bier zu trinken oder Schokolade zu essen, also das kann gleichzeitig bestehen,
Bauchgefühle sind in sich nicht grobisch und dieses Dilemma zwischen den verschiedenen Ebenen der Bauchgefühle
kann der Bauch allein nicht lösen, sondern es braucht eben immer die Vernunft,
die der erste Schiedsrichter ist über die verschiedenen Bedürfnisse des Bauches
und viele meiner Patienten kommen nur zu mir, weil sie nicht gut umgehen können mit ihrem Bauchgefühl,
Männer und Frauen haben oftmals ganz verschiedene Probleme, aber beide haben das Problem,
dass manchmal Bauchgefühle so mächtig werden, dass sie nicht mehr richtig damit umgehen können
und wenn wir jetzt wieder zurückgehen zu diesem Thema der Pornografie-Sucht zum Beispiel
oder des Bordells oder der Affäre, dann ist das so, dass der Mensch sehr gerne spielt mit der Versuchung,
weil die Versuchung für ihn so reizvoll ist und weil sie ihn so fasziniert,
weil er sagt, ja mir passiert schon nichts oder eben denkt dann nicht so viel nach
und nähert sich der Versuchung immer mehr, bis er dann kippt in der Versuchung hinein.
Und witzig, heute saß ich wieder mit einem, ich habe heute acht oder neun Patienten gehabt,
aber fast alle hatten ein Thema mit Sexualität, interessanterweise,
aber ist natürlich gut für meinen Vortrag, dann ist alles ganz frisch, nicht?
Aber der sagte, das ist ja nicht so wie bei einem Alkoholikern,
bei dem man sagt, du musst einfach weg vom Alkohol, es darf kein Alkohol in der Wohnung sein,
also ich glaube, der hat das wie ein Ehepaar, sondern bei mir ist es sehr viel differenzierter.
Und da muss ich leider widersprechen, das ist das selbe Prinzip,
weil wir haben uns, wenn wir uns mit der Versuchung konfrontieren,
wir haben uns irgendwann einmal nicht mehr im Griff und das gibt es für jeden Menschen.
Das heißt, das was wir uns aussuchen können ist, wie nah nähern wir uns der Versuchung.
Und das gilt jetzt für alle Versuchungen.
Nehmen wir den Alkoholiker, der Alkoholiker hat ein Problem mit Alkohol, bekanntlich,
aber er hat eben diesen Kontrollverlust, er sagt nicht nach dem zweiten Bier.
Reicht jetzt eigentlich, ein Bier ist gut, zwei Bier sind gut, aber dann reicht es nicht,
sondern der verliert die Kontrolle und dann trinkt er immer mehr,
bis er dann nicht mehr weiß, wie er heißt und kaum mehr nach Hause findet.
Aber für den ist die Therapie nicht, dass er vor dem Bier sitzt und sagt, ich trinke es nicht, ich trinke es nicht,
sondern die Therapie ist, dass er keine Möglichkeit hat, mehr zu diesem Bier.
Das ist jetzt zugegebenermaßen hier ein bisschen schwierig,
aber sie sind natürlich alle nicht alkoholkrank, Gott sei Dank,
aber wenn man wirklich das Thema hat, dann braucht man einen großen Abstand zur Versuchung.
Also eines der Riesenprinzipien der Alkoholtherapie, der Sexsuchttherapie
und eben auch im Grunde der Ehebruchstherapie, wenn wir das so nennen wollen,
ist Versuchung vermeiden, Versuchung vermeiden.
Also ich werde nicht brüderlich als Psychiater das zu wiederholen, Versuchung vermeiden.
Weit wegzugehen von dieser Versuchung, weil man weiß, wie schwach man wird und warum wird man schwach,
weil die Bauchgefühle so stark werden, die werden getriggert,
also dem einen beim Alkohol, dem Nächsten eben bei Pornografie und was auch immer.
Also das Wesentliche ist, dass der die Kontrolle übernimmt und die Steuerung übernimmt
und sagt, nein, meine Bauchgefühle flippen aus, wenn sie das und das sehen,
wenn sie das und das wahrnehmen oder riechen oder was auch immer,
deswegen werde ich hier einen großen Bogen machen.
Warum? Auch immer einen großen Bogen.
Und das ist eben nur wichtig, therapeutisch wichtig, bei diesem Prinzip der Lustmaximierung.
Bei der Ohnlustvermeidung ist das kontraproduktiv.
Wenn Angstpatienten vermeiden, wovor sie Angst haben, dann breitet sich die Angst immer weiter aus.
Ich hatte mal einen interessanten Patienten, der hatte Angst vor Autobahnen.
Autobahnfahren, der ist überraschend.
Von nach Graz ist er auf der Bundesstraße, auf Schnellstraße und Bundesstraße.
Aber sein Problem war, irgendwann war ihm die Schnellstraße dann auch zu gefährlich
und dann ist er Bundesstraße gefahren.
Und dann ist er immer auf kleinere Wege gefahren, bis er natürlich nicht mehr weiterkam.
Aber das bedeutet, wenn Angst mit Vermeiden beginnt, wird die Angst immer größer.
Das heißt, man muss gut unterscheiden, ist das jetzt eine Lustmaximierung oder eine Ohnlustvermeidung?
Was ist jetzt mein Problem? Bin ich jetzt mehr der Angsthase oder bin ich mehr derjenige, der die Lust maximiert?
Die Lustmaximierung neigt zum Suchtverall in jeglicher Form.
Es gibt interessante Süchte, wie zum Beispiel die Kaufsucht.
Amazon macht ein Riesengeschäft daraus, dass einer nur einen Tick machen muss und dann kommt schon irgendwas.
Das ist reizvoll.
Jeden Tag was Neues.
Es gibt Kaufsucht bei Frauen, das ist, glaube ich, jedem von Ihnen bekannt, wenn Sie verheiratet sind.
Aber es gibt auch Kaufsucht bei Männern, die kaufen sich dann was anderes.
Es gibt ganz lustige und interessante Studien darüber.
Und es gibt eben auch die Sexsucht, die ich heute einfach mal gewählt habe zu diesem Thema.
Die Bauchgefühle sind etwas, was bei uns primär mal da ist, was nicht schlecht ist.
Die Bauchgefühle, mit den Bauchgefühlen nehmen sie mich jetzt wahr.
Sie hören mir natürlich zu, was ich sage, aber sie nehmen mich auch wahr.
Wie bewegt sich der, wie ist seine Gestik, wie ist seine Mimik.
Sie stellen sich Fragen, die sie sich gar nicht bewusst haben, sondern unbewusst.
Sie spüren mich gewissermaßen und dann machen sie sich einen Eindruck.
Der ist nicht bloß kognitiv, sondern das ist auch ein...
Und am Ende bin ich Ihnen sympathisch oder unsympathisch.
Ja.
Das kann man nicht ändern.
Und je unsympathischer ich Ihnen werde, umso weniger würden sie mir mit dem Kopf zuhören.
Das ist interessant.
Also die Basis von allem sind immer die Bauchgefühle.
Dann kommt der Kopf als nächstes.
Ja, wenn sie dann offen sind für das, was ich Ihnen zu sagen habe, ist das schon mal gut.
Und am Ende steht das Herz.
Das Herz ist die Entscheidungsmitte des Menschen.
Und dort möchte ich am Ende hin.
Aber jetzt zuerst einmal zur zweiten Instanz.
Die zweite Instanz ist die Vernunft.
Ja.
Die Vernunft.
Nur durch die Vernunft ist der Mensch frei.
Sie müssen sich das forschen.
Alle Tiere haben Bauchgefühle.
Und Tiere sind ja bekanntlich nicht frei, sondern...
Ah.
Da ist noch kein Wasser drin.
Ich kann nicht so weit bis zum Wasser wegen diesem Kabel da, an dem ich hänge.
Das ist ein Flugzeug.
Du, zu viel kannst du kaum nicht sein.
Du gehörst niemandem danken.
Aber die Stimme brauchst du.
Aber im Gegensatz zu den Tieren sind wir Menschen eben begabt.
Auch mit der Vernunft.
Und nur durch die Vernunft sind wir frei.
Weil wir eine zweite Meinung bekommen.
Ja, in der Medizin ist es so, wenn man zu einem Arzt geht,
sagt er, sie haben Magenprobleme oder Krebs oder was auch immer.
Dann geht man zu einem anderen Arzt und sagt, stimmt das überhaupt?
Das nennt man zweite Meinung.
Das hat sich super etabliert, weil dadurch ist man auch ein bisschen freier.
Dann hat man zwei Meinungen.
Meistens hat man zwei gleiche Meinungen.
Da ändert sich nicht viel, aber es ist gut.
Dann ist man sich schon sicherer.
Und das gibt es ja auch im Leben.
Nicht, dass das Bauchgefühl und die Vernunft dasselbe sagen.
Das ist sogar der Normalfall eigentlich.
Aber dadurch, wenn die Bauchgefühle sagen,
lauf, lauf weg oder was auch immer, die Gefahr.
Und die Vernunft sagt, nein, nein, das schaut mir so aus,
das ist ein Film oder was auch immer.
Dann beginnt die Freiheit.
Nur dann beginnt die Freiheit, weil es eine Wahlmöglichkeit gibt.
Es gibt ja bis zwei Möglichkeiten.
Deswegen ist der Mensch das einzige Wesen, die einzige Kreatur,
die frei vernunftbegabt ist.
Das heißt, der Kopf hat eine wichtige Funktion.
Ich nenne das These.
These sind die Bauchgefühle.
Die sind wichtig.
Andere These ist die Vernunft.
Die hat eine ganz andere Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Und die Synthese ist das Herz.
Aus diesen zwei Meinungen macht das dann wieder ein Ganzes.
Aber zuerst braucht es die Antithese.
Während die These, also der Bauch,
ein Organ ist, also die Emotionen,
ein Organ ist, das sehr generalisiert ist,
das so einen Eindruck hat, ich habe Ihnen das schon geschildert,
was Sie über mich empfinden könnten,
ist das sehr allgemein und sehr schwammig.
Während die Vernunft sehr klar analysiert,
was sagt der Bonainen genau,
ist das, widerspricht sich das, hat das eine Seele,
aber die Vernunft ist gleichzeitig sehr reduktionistisch.
Jede Vernunft ist reduktionistisch.
Jede Vernunft blendet unheimlich viele Dinge aus.
Damit Sie mir gut zuhören können,
müssen Sie unheimlich viel Sensibilität ausblenden.
Sie denken jetzt nicht an Ihren Nachbarn
oder an das Geräusch, das da von außen kommt
oder an das Bier, das da hinten steht
oder an das Licht oder an was auch immer.
Sie blenden alles aus und konzentrieren sich im Idealfall
auf das, was ich hier sage.
Und das kann die Vernunft.
Die Vernunft kann die Konzentration bündeln
auf etwas ganz Kleines.
Und das kann nur die Vernunft,
das kann das Bauchgefühl nicht.
Deswegen ist das eine ganz andere Form der Wahrnehmung
und eine fantastische Ergänzung dieser Bauchgefühle,
aber gleichzeitig eben eine Antithese dazu.
Und nur diese Vernunft ermöglicht,
dass das Herz eben frei wählen kann.
Also die Vernunft, die Geburt der Vernunft
ist auch die Geburt der Freiheit.
Ja, und ich weiß nicht, wer von Ihnen Kinder hat,
aber der eine oder andere wird Kinder haben.
Wir bekommen jetzt unseren sechsten Sohn.
Das ist wieder ein Buch.
Man wird gerade erwarnt.
Okay, was soll ich noch machen?
Wir wollen natürlich einen siebten Sohn machen,
weil das ist dann biblisch.
Aber dann muss ich noch mit meiner Frau reden.
Also erzielen Sie es uns zweit.
Aber jedenfalls, ein Kind, wenn es geboren wird,
ein neugeborenes, kleines Ist.
Also in meiner Sprache dann reines Bauchgefühl.
Das ist richtig.
Lustmaximierung, Unlustvermeidung.
Also Kinder, also neugeborene Kleinkinder
wollen satt sein, wollen ihren Schnuller haben,
wollen schlafen, wenn sie müde sind.
Das wollen die alles.
Unlustvermeidung, sie wollen sich kalt haben,
sie wollen sich zu heiß haben.
Sie wollen natürlich keinen Schmerz.
Erstaunlich.
Irgendwann einmal im Laufe des Lebens,
hoffentlich, entwickelt sich dann die Vernunft.
Siehe da, wow, der beginnt zu reden,
er beginnt zu antworten.
Und er kann schon beginnen,
seine Bauchgefühle zu bremsen.
Ich merke das daran,
dass wenn die in der Nacht weinen
und eine Flasche proben,
stehe ich auf und mache ihnen eine Flasche.
Und wenn die noch klein sind und weinen,
also gut, wenn sie ganz klein sind,
dann werden sie eh gestillt,
aber es geht mich nichts an.
Aber wenn sie dann größer sind,
dann mache ich ihnen eine Flasche,
ich habe sie an der Hand.
Und dann weinen sie noch,
bis sie die Flasche bekommen,
obwohl ich schon in die Mikrowelle stehe.
Und da muss man eine Minute warten,
bis das warm ist.
Aber das kapieren die nicht.
Irgendwann kapieren die das.
Eine Mikrowelle ist verboten,
manche sind dann ganz streng.
Da warte ich schon.
Wenn ich die Freaks sage,
dann darf man nicht.
Ja, das passt schon.
Steht sie einmal am Dreh auf,
abzählt die Laute.
Ja, aber wenn die dann größer sind,
dann kapieren sie,
okay, wenn der die Mikrowelle zumacht,
dann wird die Flasche warm genug.
Und dann merke ich,
es geht ihnen vernünftig zu weinen.
Für Kinder, der versteht schon,
jetzt kommt dann gleich die Flasche,
kann ich schon aufhören zu weinen.
Papa hat es kapiert.