Münzen, Bäche und Ameisen

vhsrt - Volkshochschule Reutlingen
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01.11.2024
.. oder wie das Kleinvieh zu seinem Mist kommt.
Der FSJ-Podcast "Ausgefragt" der VHS Hechingen will für die Sprichwörter-Reihe wissen, wie aus ein wenig Kleinem viel Ertrag werden kann: Kleingeld, Kleinvieh, Ameisen oder Essen. An der wundersamen, sprichwörtlichen Vermehrung beteiligt sind in dieser Audio-Folge Susanne Weihing, Doris Garde, Gilda Spada, Yves Opizzo und Larissa Pufke.
Hallo zusammen und willkommen zurück zu Ausgefragt im FSJ-Podcast.
Wie in der letzten Folge schon angekündigt, ist die heutige Episode eine ganz besondere,
weil sie ein neues Format haben wird.
Die Volkshochschule Reutling hat nämlich in Kooperation mit Volkshochschulen aus ganz Deutschland
und auch darüber hinaus ein Projekt ins Leben gerufen, das heißt Sprichwörter aus aller Welt.
Und im Rahmen dieses Projektes wurden schon drei Videos auf YouTube veröffentlicht,
bei denen es eben um verschiedenste Sprichwörter geht und wie sie in anderen Sprachen und Kulturen auftauchen.
Und dabei wird auch auf Aspekte wie Vorkommen, Entstehung und Gebrauch der Sprichwörter
in der jeweiligen Sprache eingegangen.
Ihr könnt hierzu gerne mal auf unserer Homepage vorbeischauen.
Dort findet ihr auf der Startseite nämlich einen Link zu der Webseite von dem Projekt der Volkshochschule Reutling.
Und auch wir sind Teil von diesem Projekt und wollen ein Sprichwort oder vielleicht auch ein paar mehrere analysieren.
Und ich freue mich sehr, dass ich dazu heute nicht alleine bin und auch nicht zu zweit,
sondern diesmal sind wir zu fünf tatsächlich.
Und zwar einmal meine Kollegin Susanne Weying und unsere Dozentinnen Doris Gardet,
Und die stellen sich jetzt einfach einmal nacheinander vor.
Ein herzliches Hallo auch von meiner Seite an alle Zuhörer.
Mein Name ist Susanne Weying und ich arbeite seit September 2019 an der Volkshochschule hier in Hechingen.
Vorher habe ich als Realschullehrerin gearbeitet und bin jetzt für einige Jahre hierher,
sozusagen abgeordnet nennt man das bei uns.
Ich bin eine sogenannte Fachbereichsleitung.
Das heißt, ich bin zuständig für die Planung der Kurse in den Fachbereichen,
zum Beispiel eben im Fachbereich Sprachen oder auch was Fitness und Gesundheit angeht,
auch Fachbereich Arbeit, Beruf und noch ein, zwei andere.
Hallo, mein Name ist Doris Gardet.
Ich bin nach einem längeren Aufenthalt in Schottland 2006 hier mit meiner Familie nach Hechingen gezogen
und gebe seit gut zehn Jahren jetzt Kurse an der VHS Hechingen, aber auch an anderen Volkshochschulen im Umkreis.
Mein Thema ist Englisch.
Ich bin auch freiberufliche Dozentin für Business Englisch und so in dieser Sprache viel unterwegs.
Mein Name ist Gilda Spada.
Ich bin Italienerin und ich bin mit 20 nach Deutschland als Au-pair-Mädchen gekommen.
Und ich bin quasi an meinem Mann hängen geblieben.
Und so unterrichte ich an der Volkshochschule Hechingen seit italienisch seit über 30 Jahren schon.
Ja, wow.
Ivo Piso bin ich.
Franzose natürlich.
Und ich wohne in Deutschland seit 35 Jahren jetzt.
Und ich unterrichte natürlich Französisch in Volkshochschulen und auch ab und zu in Gymnasien und Realschulen da in Heidelau, wo ich wohne.
Meine Frau ist Deutsche und war auch Realschullehrerin.
Und ich unterrichte nicht nur Französisch, sondern auch Aikido, Meditation, Informatik, eventuelle Astronomie und solche Dinge da.
Genau.
Das macht Spaß und ich hoffe, dass wir bald wieder uns treffen werden.
Wahrscheinlich.
Das hoffen wir alle.
Genau.
Und hiermit übergebe ich auch schon das Wort an Frau Weing.
Lüfte doch mal das Geheimnis und welches Sprichwort es sich heute handelt.
Ja, bei der Auswahl war ich gar nicht dabei.
Und deswegen war ich auch sehr gespannt.
Die Auswahl oder Entscheidung fiel auf das Sprichwort Kleinvieh macht auch Mist.
Und ich möchte einfach kurz was dazu erläutern zu der Bedeutung dieses Sprichwortes.
Es ist ja ein Sprichwort, könnte man sagen, mit einem gewissen Augenzwinkern, weil es darum geht, dass Erfolg oder Ertrag von einem Vorhaben mit dem Mist verglichen wird, den ein Tier produziert oder den Tiere produzieren.
Es findet sich dieses Sprichwort seit ungefähr der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Und ich glaube, wenn man kurz darüber nachdenkt, dann versteht man auch die Aussage, selbst wenn man jetzt das Sprichwort noch nicht gehört hat.
Es drückt aus, dass auch kleine Erfolge einen zum Ziel führen können oder dass man es auch mit bescheidenen Mitteln zu etwas bringen kann.
Eine ganz ähnliche Bedeutung hat das Sprichwort Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Dieses Sprichwort legt den Fokus dann mehr auf die finanziellen Belange und passt natürlich gut ins Ländle zu uns sparsamen Schwaben hier, die es mit vielen Pfennigern am Ende dann doch zu ihrem eigenen Häusle bringen.
Im übertragenen Sinn könnte man sagen, dass das Sprichwort Kleinvieh macht auch Mist verwendet wird, um auszudrücken, dass auch kleine Schritte oder kleine Taten in der Summe am Ende viel verändern können.
Man muss also nicht immer ganze Berge versetzen, sondern Stein um Stein auf Italienisch passo, doppo, passo, Step by Step kann man mit der Zeit große Veränderungen bewirken.
Ja und Step by Step heißt, ich übergebe das Wort an unsere Englischdozentin Frau Garde, die uns jetzt Bezüge zur englischen Sprache erläutern wird.
Ja, dankeschön. Man könnte ja versuchen, dieses Sprichwort mal wörtlich zu übersetzen. Das wäre dann im Englischen small cattle also make crap.
Bei manchen Sprichwörtern funktioniert das, bei diesem allerdings nicht. Das ergibt doch einen ziemlichen Unsinn, beziehungsweise ein Muttersprachler würde dann wahrscheinlich darüber lächeln.
Allerdings diese verwendeten Bilder oder Metaphern, die variieren. Man kann daher nicht sagen, dass bei allen Entsprechungen die Bedeutung immer hundertprozentig identisch ist.
Aber die Weisheit hinter dem Sinnspruch, die lässt sich dann trotzdem wiedererkennen und das ist ja auch ein Problem von Übersetzung überhaupt.
Es geht nämlich um kleine Münzen und bekannt ist eben dieser Spruch, a penny saved is a penny got or earned. Also der gesparte Penny, das ist der Penny, den man sich verdient.
Der Spruch wird später in der Literatur oft zitiert, zum Beispiel bei Charles Dickens im Roman Blickhaus und meistens wird der Spruch zitiert, wenn es darum geht puritanische, sparsame oder knickerige Charaktere zu beschreiben.
Im selben Zusammenhang kann man eine zweite Entsprechung für Klein Vieh macht auch Mist sehen und das ist der Spruch many small or many a little make a great.
Da gibt es auch viele mundartliche Varianten, vor allem in nordenglischen Dialekten oder im schottischen, wie zum Beispiel many a little make a mickle oder many a pickle make a mickle.
Statt mickle kann auch mackle stehen, also mickle und mackle sind schottische Ausdrücke für eine große Menge, große Anzahl, pickle dagegen für eine kleine Anzahl.
Das gibt dann auch noch ein nettes Wortspiel und nebenbei auch die Schotten gelten ja ebenso wie die Schwaben auch als sehr sparsame Leute.
Ganz früh erscheint ein Beleg für diesen Spruch im mittelenglischen Ancrean Whistle.
Das ist ein Text aus den englischen Midlands und zwar ist es eine Art Handbuch für Einsiedlerinnen, die sich in einer Zelle in der Wand einer Dorfkirche einmauern ließen und dann nur über ein kleines Fenster versorgt werden konnten.
Also man kann sich vorstellen, dass man in einer solchen extremen Lebenssituation vielleicht diese Art von Erbauungsliteratur auch dringend nötig hatte.
Interessant, dass sich der Spruch gerade darfindet.
Auch in der sehr bekannten Sammlung Adagia des Humanisten Erasmus von Rotterdam taucht der Spruch auf und diese Adagia stellt antike Redewendungen und Redensarten in lateinischer Sprache zusammen.
Das Buch erschien im Jahr 1500, wurde dann von europäischen Gelehrten begeistert, rezipiert und übersetzt und durch Taverner im 16. Jahrhundert dann auch ins Englische übertragen.
Später erscheinen dann auch Varianten in Amerika, zum Beispiel in Benjamin Franklins Abhandlung mit dem wegweisenden Titel Way to Wealth, also der Weg zum Reichtum, 1758 erschienen, kommt vor Many a Pickle makes a Mickle.
Das ist die korrekte schottische Variante.
George Washington, später beherrschte das schottische nicht so perfekt, der macht daraus Many Mickles make a Muckle.
Aber Mickle und Muckle ist eigentlich beides etwas Großes und wenn man das dann übersetzt, käme so etwas raus wie viel viel macht viel.
Ist zwar auch korrekt, aber geht an dem alten Spruch vorbei, ist also eine Art Verballhornung.
Ja, wie ist es denn im Italienischen? Spielt das Kleingeld hier auch eine Rolle im Sinne der Spruchweisheit?
Ja, natürlich, auch in der italienischen Sprache haben wir das Pandan zu den gerade erläuterten englischen Redewendungen.
Das wörtlich Übersetzt heisst Heller und Heller machen einen Florentiner.
Der Quattrino war eine Münze, die wenig Wert hatte, im Deutschen entspricht das eben einem Heller.
Der Fiorino im Gegensatz war sehr wertvoll und wurde so genannt nach der Blume auf Italienisch Fiore, die das Symbol der Stadt Florenz ist und die auf einer Seite der Münze abgebildet war.
Der Fiorino war schon im 13. Jahrhundert bis zur Renaissance die bevorzugte Handelswährung Europas,
dank der mächtigen Familie Medici, die eine der damaligen größten Banken Europas gründete.
Im deutschen Sprachraum wurde der Fiorino Florentiner Floren oder Gulden genannt, weil diese Münzen meistens aus Gold waren.
Um weiterhin beim Thema Gelder zu bleiben, haben wir auch Quattrino risparmiato due volte guadagnato.
Das entspricht fast wörtlich der englischen Version von dem vorher von meiner Kollegin genannten Appendiceff, diese Penny Earned,
nur dass Italiener bekanntlich immer ein bisschen übertreiben müssen und deshalb in diesem Fall den Verdienst gleich verdoppeln.
Also Quattrino risparmiato, ein gesparter Heller, due volte guadagnato, wörtlich zweimal verdient.
Diesen Spruch soll übrigens schon der römische Dichter und Philosoph Lucrezio vor über 2000 Jahren gesagt oder geschrieben haben.
Natürlich spielt aber auch die Küche eine Rolle bei den italienischen Sprichwörtern und so sagen wir zum Beispiel auch Tutto fa brodo,
Man muss wissen, dass die Brühe im Mittelalter ein wichtiger Bestandteil der Ernährung war.
In der Küche brodelte ständig ein großer Topf mit Wasser, in dem alles, was in der Küche verfügbar war, gegeben wurde.
Das konnte Fleisch oder Gemüse sein, aber auch Tierknochen oder Pflanzenwurzeln, also Zutaten, die einzeln gesehen nicht sehr hochwertig waren.
Aber alles zusammen ergab sich doch eine nachhafte und hoffentlich auch einigermaßen schmackhafte Mahlzeit.
Also alle drei Redensarten, wie man hörte, sei es über das Thema Geld oder Küche, wollen bildlich darstellen,
dass auch aus vielen kleineren, scheinbar unbedeutenden Dingen, man doch etwas Wertvolles erreichen kann.
Also genauso wie beim kleinen Vieh macht auch Mist.
Ja, das passt gut zum sehr bekannten und sehr kurzen englischen Sprichwort Every Little Helps.
Allerdings ist das eigentlich ein verkürzter Ausspruch, so wie wir ihn heute kennen, denn er war ursprünglich länger, wie wir aus Belegstellen wissen.
Und so legt 1602 Philip Gordy, das war ein englischer Jurist, Diplomat und Gutsbesitzer,
also er legt diesen Spruch in seinen Letters to his Relatives, den Briefen an seine Verwandten, die in der British Library aufbewahrt werden,
den Spruch einem kleinen Vogel in den Mund, beziehungsweise in den Schnabel.
Ren ist der Zaunkönig, der kleinste Vogel, der damals bekannt war.
Also der Zaunkönig sagte, alles hilft, als er um die Mittagszeit ins Meer pinkelte.
Zitiert wird hier allerdings nach einer französischen Vorlage aus dem Jahr 1590,
einem Textbuch des Grammatikers und Fremdsprachendidaktikers Gabriel Meurier, in der es heißt,
Every Little Helps set the ant pissing into the sea at midday.
Also ursprünglich war es ein noch kleineres Tier, was hier geholfen hat, das Meer aufzufüllen, nämlich die Ameise.
Dieser Spruch war in der Renaissance noch sehr beliebt, da mochte man auch diese Derben-Aussprüche sehr gerne,
die dann später verpönt wurden und dann eher peinlich wurden.
Darum findet man in der Literatur dann eher die Kurzform.
Zum Beispiel beim irischen Schriftsteller O'Keefe 1791, der sagt,
in seinem Theaterstück Wild Oats, da geht es um eine Erbschaft,
die nur unter bestimmten Bedingungen angetreten werden kann.
Oder dann 1840 bei Frederick Marriott in der Erzählung mit dem bezeichnenden Titel Poor Jack,
einer Geschichte um einen armen Seefahrer, der nach Überwindung vieler Schwierigkeiten und Gefahren
nicht nur die Liebe seiner Angebeteten erlangt, sondern auch zu Geld kommt.
Dann finden wir 1787 in einem Brief aus Massachusetts die Verfassung
A guinea is a guinea and every little helps.
Also es gibt es in verschiedenen Währungen hier, wie wir schon gehört haben.
Erinnert an eine Pennysaved oder auch an die italienische Variante.
Aber nicht nur im pekuniären Sinne wird der Gewinn verstanden, sondern auch als Zeitgewinn.
Und das sieht man zum Beispiel in einem Kriminalroman der englischen Autorin Sylvia Hayman.
Das ist ja ein kleiner Dialog, den ich zitiere.
Die erste Person sagt, I don't see if we can't put it off a day or two.
Ich will mal schauen, ob wir es nicht ein oder zwei Tage aufschieben können.
Und die Antwort ist dann every little helps.
Ja, jetzt haben wir einige Tiere in den Sprichwörtern gefunden.
Vögel, Ameisen.
Da gibt es dann auch noch ein Sprichwort mit einem Fisch im Englischen,
das in diesem Zusammenhang zu sehen ist.
Nämlich all's fish that comes to my net.
Also alles, was in mein Netz reinkommt, ist Fisch.
Hat wieder einen guten Bezug zu der Suppe, glaube ich.
Alles, auch die geringste Zutat, macht die Suppe.
1848 wieder bei Charles Dickens in seinem Roman Dombi and Son finden wir auch ein kleiner Dialog.
All's fish that comes to your net, I suppose.
Der Angesprochene, Mr. Broccoli, antwortet, certainly.
But spreads aren't whales, you know.
Ja, es ist zwar alles, was in mein Netz kommt, Fisch.
Aber es gibt doch einen Unterschied, denn Sprotten sind keine Whale.
Fische.
Ja, mehr im Sinne von Beute wird dann dieser Ausspruch noch bei Agatha Christie verwandt.
In ihrem Kriminalroman Murder in Mesopotamia.
I don't know if she cares for one more than the other.
All's fish that comes to her net at present.
Da sammelt jemand und guckt nicht so genau hin.
Alles, was reinkommt, ist interessant.
Fische, Vögel, Ameisen.
Wie ist es da im Französischen?
Spielen die Tiere auch so eine große Rolle?
Vielleicht nicht so eine große Rolle.
Aber trotzdem ein bisschen Geld.
Aber es gibt vielleicht weniger da auf Französisch.
Es kann sein.
Aber mit dem Geld würde ich sagen, ein Zoo ist ein Zoo.
Ein Groschen ist ein Groschen.
Das ist l'Opera du Quatre Sous.
Drei Groschen, glaube ich, auf Deutsch.
Opern, natürlich, von Reska.
Aber das beste Sprichwort, das dazu passen würde, wäre
les petits ruisseaux von les grandes rivières.
Also die kleinen Bäche machen die großen Flüsse.
Das ist wahrscheinlich das Sprichwort, das am nächsten kommt.
Das würde natürlich heißen, je mehr kleine Bäche sich versammeln,
je größer wird der Fluss und am Ende kriegt man den Ozean.
Das ist ganz klar.
Aber mit dem Mist gibt es eine Kleinigkeit zu sagen.
Ein Seen-Großmeister, Thich Nhat Hanh aus Vietnam,
hat sehr viele Bücher geschrieben.
Das ist wirklich sehr interessant.
Er hat unter anderem geschrieben, auf Französisch,
dans la rose le fumier.
Auf Deutsch, in der Rose der Mist und im Mist die Rose.
Und das stimmt natürlich.
Der Mist kommt von Pflanzen, die kaputt gehen werden,
oder auch Tiere, die darin leben.
Mäuse, Würmer und so weiter.
Dank dem Mist wird die Rose tatsächlich wachsen können.
Das ist eine Schleife, die sich immer weiter dreht und geht.
Das ist wirklich spannend,
dieses Sprichwort zu arbeiten und einzeln anzuschauen.
Es gibt aber ein Spruch, ein Sprichwort,
das mit Tieren etwas zu tun hat.
Das geht auch in die gleiche Richtung.
Petit à petit, l'oiseau fait son nid.
Schritt für Schritt macht der Vogel sein Nest.
Das heißt, langsam ein Nest bauen.
Das ist eine komplizierte Sache.
Aber wie die Vögel es machen, weiß ich selber nicht genau.
Aber sie machen es. Das ist eine Tatsache.
Und ganz langsam können sie am Ende,
ich nehme an, ein bequemes Nest bekommen.
Und, das ist genau das Gleiche,
les doutes macht das Ganze.
Und da, wenn wir von Geduld reden,
natürlich können wir auch,
das ist kein wirkliches Sprichwort,
aber jeder Franzose kennt das.
Die Fable de la Fontaine,
Jean de la Fontaine ist natürlich sehr bekannt.
Und er hat in Le Lion et le Rat,
also die Löwe und die Ratte,
ein Vers geschrieben,
das tatsächlich ein Sprichwort geworden ist.
Und es wäre Patience et longueur de temps
font plus que force nique rage.
Das ist ein bisschen altes Französisch,
aber das heißt es sehr deutlich.
Geduld und Zeit machen mehr als Kraft und Wut.
Das passt auch zusammen.
Vielen Dank an Herrn Opiso.
Wir haben jetzt an einigen Beispielen gehört,
wie Sprichwörter in aller Kürze
und oft auch auf ganz gewitzte Art und Weise
Erkenntnisse oder Lebensweisheiten auf den Punkt bringen.
Sie verwenden dabei oft Dinge als Vergleiche,
die im Leben der Menschen wichtig sind,
wie natürlich das Geld,
zum Beispiel the penny und il quadrino,
die Natur und Tiere.
Wir haben hier von Fischen, Flüssen und Vögeln gehört.
Und auch im Deutschen lässt sich hier noch ein Sprichwort
mit ähnlicher Bedeutung ergänzen,
das die Tiere einbindet,
nämlich besser den Spatz in der Hand
als die Taube auf dem Dach.
Wie sieht es denn im Italienischen aus?
Finden Sie hier auch noch Sprichwörter mit Tieren?
Natürlich haben wir auch einige mit Tieren.
Also zum Beispiel
Würde ich übersetzen
Oder haben wir zum Beispiel mit Fischen
Da die Bedeutung versteht, glaube ich, jeder.
Oder mit dem Huhn haben wir
Das alte Huhn macht eine gute Brühe.
Das waren zum Beispiel drei Beispiele.
Das alte Huhn legt wahrscheinlich nicht mehr so gut die Eier,
aber immerhin noch macht sie eine gute Brühe.
Genau.
Ich fand abgesehen von diesen nationalen Stereotypen interessant,
dass viele Sprichwörter doch eine lange Tradition haben,
dass sie zum Teil sehr alt sind,
dass sie in humanistischen Sammlungen auftauchen,
Sprichwortsammlungen der Humanisten,
die ja letztlich auch die stoische Philosophie übermitteln
und vielleicht einen Gedanken wie
Vernünftige Ideen findet man überall bei allen Völkern.
Also diesen Blick über den eigenen Tellerrand
auch damit wagen
und auch Interessantes finden,
eben bei den anderen, bei den Nachbarn.
Ja, schön.
Also ich könnte da eine Kleinigkeit addieren.
Mit dem französischen Spruch
Es ist klar, dass die Flüsse von Regentropfen kommen.
Also Regentropfen, pro Regentropf
kriegt man
La Volga, den Rhein oder die Donau und so weiter.
Das heißt in Wirklichkeit,
dieses Sprichwort ist sehr pazifistisch.
Das heißt, es will sagen,
dass langsam alles sich machen kann
und man muss nicht dafür sich zu viele Sorgen machen.
Das kommt von selbst langsam.
Das ist natürlich.
Das ist ganz gut finde ich
und für alle Völker der Welt,
wenn das Wort Volk etwas heißen will, gilt.
Das gilt sowieso.
Das ist dazu vielleicht zu vertiefen.
Schöne Sache.
Bitte.
Dann bedanke ich mich ganz herzlich für eure Beiträge.
War sehr interessant.
Genau.
Es war ein spannendes Projekt.
Auch hier hat sich gezeigt,
Stück um Stück hat jeder seine Ideen beigetragen
und wir haben gesammelt.
Wir haben gemeinsam überlegt
und dadurch haben wir am Ende dann das Ganze zusammenbekommen.
Und ich fand es auch wirklich spannend und interessant,
von den anderen Ländern zu hören
und andere Sprichwörter kennenzulernen
und fand da auch unsere Vorbereitungen richtig unterhaltsam.
Es hat richtig Spaß gemacht, dieses Projekt.
Ja, das stimmt.
