MISS DETECTIVE : FATALE LUST #krimihörspiel #retro #missmarple MARIANNE KEHLAU

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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03.11.2024
Willst entspannen, du im Nu?
Geh auf YouTube. Hör mal zu.
Gute Unterhaltung.
Frauenpower bei Hör mal zu.
Ich bin Detective Chief Inspector Jane Tennyson
vom Polizeirevier Southampton Row.
Polizeipräsidium Southampton.
Ein nebliger und trüber Tag im Oktober.
Würden Sie uns bitte Ihren vollständigen Namen und Ihr Geburtsdatum nennen?
Robert Oswald. Geboren am 13. August 1961.
Und sie hat in den Geschlechtsverkehr mit Ihnen eingewilligt?
Ach, hören Sie doch auf. Gebettelt hat sie darum. Gebettelt.
Und warum haben Sie dann Gewalt angewendet, wenn sie einverstanden war und Sie geschlagen?
Sie wissen doch, wie das so ist, hm?
Nein, das weiß ich eben nicht.
Nun, manche von diesen weißen Puppen haben es doch gern brutal nicht.
Und woher wussten Sie, dass das Mädchen es gerne brutal wollte?
Ich wusste es, so wie sie aussah.
So? Wie sah sie denn aus?
Sie hatte blondes Haar. Und sie trug eine rote Bluse.
Und einen ganz engen schwarzen Rock. So wie Sie.
Sie hat also nichts gesagt. Sie hat sie nicht ermutigt, nicht wahr?
Aber das ist ja auch nicht überraschend,
da Sie ja die Strumpfhose zerrissen und in den Mund gestopft haben.
Da steht Ihre Aussage eben gegen meine.
Nein, nein. Dagegen stehen der ärztliche Befund,
kriminaltechnische Erkenntnisse und Ihre Aussage.
Wie viele andere Frauen haben Sie schon angefallen?
Wie lange bis Sie jemanden umbringen?
Darf ich entschuldigen Sie bitte?
Also wenn das meine Symbole sind, Sie müssen...
Ola, ich komme gerade erst hier an. Lassen Sie mich doch erst mal sehen, was hier überhaupt los ist.
Sie geben heute Abend bestimmt keine Erklärungen mehr ab.
Gehen Sie lieber nach Hause. Sie alle sollten jetzt schnell nach Hause gehen.
Ihr habt ja nie richtig versucht, meine Tochter zu finden.
Ich gebe euch den Rat, geht alle nach Hause.
Wenn das meine Symone ist, wird mich von euch bestimmt niemand zurückhalten können.
Sehen Sie die doch mal an.
Setzen Sie sich bitte, Robert.
Sie mag das. Sie ist doch schon ganz heiß.
Was ich mit den Mädchen angestellt haben soll, macht sie doch richtig an.
Bitte setzen Sie sich, Robert.
Der Gedanke, dass eine Frau gedemütigt wird, kann mich nicht anmachen.
Jemand, der sich halb zur Tode ängstigt.
Aber Sie, Sie macht es an, nicht wahr?
Na, das muss es ja wohl.
Warum hätten Sie denn sonst Gewalt angewendet?
Sie sind ein ganz attraktiver Mann.
Wie groß sind Sie?
Ein Meter neunzig.
Oh, wirklich?
Nun, sicher fliegen auch viele Frauen auf Sie.
Aber diese eben nicht.
Manche Frauen sagen nein, wenn sie ja machen.
Ach, Sie hat also nein gesagt.
Ich sagte nur manche Frauen.
Sie hat nein zu Ihnen gesagt.
Ich sagte nur nicht zu Ihnen.
Sie hat nein gesagt und nicht darum gebettelt.
Das war kein Einverständnis, dass Sie vergewaltigt werden.
Blödsinn. Sie legt mir einfach was in den Mund.
Ich möchte Sie jetzt etwas fragen, Robert.
Gut, dann machen wir jetzt mal Schluss.
Ich bin aber noch nicht fertig.
So leid mir das tut, aber es ist doch schon nach sechs.
Unglaublich ist das.
Ausgezeichnet.
Obwohl ich Sie hier zugleich auch ein wenig warnen möchte.
Einige Fragen von Detective Chief Inspector Tennyson waren recht unkonventionell
und weniger erfahrene Beamte könnten da leicht Schwierigkeiten bekommen.
Wie Sie wissen, darf nach dem Gesetz kein Verdächtiger von den Verhörenden bedroht oder gar unter Druck gesetzt werden.
Nochmal unseren besonderen Dank an Detective Sergeant Oswald, der seinen Part so überzeugend gespielt hat.
Und ganz zum Schluss noch einmal herhören.
Morgen früh ist unser erstes Thema der Umgang mit Vergewaltigungsopfern.
So, dann sehen wir uns um 10 Uhr.
Auch eine Kommissarin hat mal Lust auf ein Schäferstündchen.
Ja, sag mal, was hast du da von weißen Frauen gesagt, die es gern brutaler wollen?
Hey, das bin nicht ich gewesen, so denke ich überhaupt nicht.
Ich weiß, dort tut mir leid.
Hey, weißt du, auf was ich jetzt Lust habe?
Und was?
Ich möchte jetzt gern die ganze Minibar leer trinken.
Wieso das?
Weiß ich auch nicht, ich hab einfach Lust darauf.
Okay, womit möchtest du anfangen?
Champagner.
Ah, schön.
Gerade als es zur Sache geht, klingelt das Telefon.
Oh Gott, das darf doch wohl nicht wahr sein.
Ganz still, wer immer das ist.
Hallo?
Hallo, Chef.
Etwa zwei Stunden, warum?
Das war mein Chef, er braucht mich wohl.
Ach.
Sofort.
Was?
Ja, ich soll die Ermittlungen in einem Mordfall übernehmen.
Ja, ich muss Thorndike Bescheid sagen.
Verdammt nochmal, dabei ist morgen mein Vortrag dran.
Thorndike kannst du vergessen.
Tut mir ja leid, Bob, aber da kann man wirklich nichts machen.
Das weiß ich doch.
Bob, ich hab doch nicht gesagt, dass wir uns nicht wiedersehen, oder?
Hast du nicht?
Na nun komm, es ist so schon schwierig genug.
Weißt du, ich verstehe sehr gut.
Die Detective Chief-Inspektorin hat ihre Anweisungen gegeben.
Aber was hast du erwartet?
Ich finde, das ist ausgesprochen unfair.
Es ist doch nicht so, dass dich die Liebe deines Lebens jetzt lässt.
Ich will nur nicht wie ein schwarzer Geschäler behandelt werden.
Und du glaubst, du etwas warst, ja?
Ja, genau.
Nun, wenn du das so siehst.
War's doch.
Du solltest jetzt lieber gehen.
Mach ich sowieso.
Ich verschwinde.
Ich hoffe, ich kann mich auf deine Diskretion verlassen.
Die Herzensangelegenheiten müssen noch etwas warten.
Eine Leiche ruft sie auf den Plan, mitten im strömenden Regen von Southampton.
Naturfasern wie Baumwolle lösen sich zuerst auf,
denn sie fallen bei der Verwesung sofort den Parasiten der Leiche zum Opfer.
Aber Wolle wie auch Haare, das ist vollkommen dasselbe, können sehr widerstandsfähig sein.
Wie alt mag sie gewesen sein, Oskar?
Sie war noch nicht völlig ausgewachsen.
Ich würde sagen, noch ein Teenager.
Und wie lange dauert es, bis eine Leiche so aussieht wie diese?
Das kann ich noch nicht sagen.
Nun kommen Sie, Oskar, ich meine ungefähr.
Zwei Jahre. Aber zitieren Sie mich bloß nicht.
Also vielleicht doch, Simon.
Sehen Sie, da geht es ja schon los.
Wann sind diese Platten hier verlegt worden?
Noch bevor die Wieswanders hierher kamen.
Und wann war das?
So vor anderthalb Jahren.
Ist bekannt, von wem Sie das Haus kauften?
Er hat mir nur den Namen des Bauunternehmers gegeben.
Wir brauchen unbedingt den genauen Todeszeitpunkt, Oskar.
Ist noch was von der Suppe da?
Wenn es noch was gibt, könnt ihr vielleicht auch Nula Cameron was bringen, falls sie noch draußen steht.
Ihr anderen könnt jetzt ruhig nach Hause gehen.
Unsere Besprechung machen wir morgen so gegen zehn.
Gut, Chef. Könnten Sie das so für mich fotografieren?
Sehr schnell wird die Identität der Toten ermittelt.
Ein Augenblick, bitte.
Meine Tochter Simon!
Bleiben Sie doch ruhig.
Simon! Simon! Simon!
Simon!
Ist alles geplant, seit Wochen schon.
Ich gehe mit dem Revierleiter hin.
Also da komme ich nicht mehr raus. Das ist wie ein Albtraum.
Ich möchte, dass Sie dabei sind.
Im Gemeindezentrum.
Punkt acht Uhr?
Nein, danke. Ich versuche es mir abzugewöhnen.
Oh Gott.
Seit wann?
Seit sechs Tagen, fünf Stunden und etwa 15 Minuten.
Auf dieser Sitzung soll es um die Stadtbezirksarbeit der Polizei gehen.
Aber aufgrund der augenblicklichen Situation wird man uns wegen der Familie Cameron aufs Korn nehmen.
Außerdem kommt Phelps heute Abend und der hat immer die Medien im Schlepptau.
Für Wählerstimmen verkauft er selbst seine Großbrüder.
Nun seien wir doch mal ehrlich, Chef.
Nula ist möglicherweise etwas voreilig, aber wir haben ihrer Familie doch wenig geholfen und schon gar nicht,
wenn sich rausstellt, dass man Derek unter Drogen gesetzt hat.
Konzentrieren wir uns lieber auf das unmittelbare Problem.
Ist es die kleine Cameron oder nicht?
Das weiß ich nicht.
Ich erfahre das frühestens morgen von Oscar Breen.
Ja?
Ja, ich bleibe dran.
Falls wir es aber noch heute Abend vor dieser Versammlung erfahren könnten, hätten wir es wesentlich leichter.
Mal sehen, ob den Gerichtsmedizinern dazu was einfällt.
Ich will übrigens den Garten umgraben lassen.
Vielleicht gibt es da noch mehr Leichen.
Mein Gott, was wollen Sie noch im Masseme...
Sir?
Ja, genau.
Nun, ich finde eben, dass sie dafür besonders geeignet ist.
Die Sache erfordert Takt und...
Aber ja, ich bin sicher, dass sie es schafft.
Die Hände waren auf dem Rücken gefesselt, die Leiche in Plastikfolie gewickelt, Todesumstände ungeklärt.
Einige von Ihnen, die dabei gewesen sind, werden wissen, dass dort ein Haufen Gerüchte kursieren.
Es würde sich hierbei um die Leiche eines seit Jahren vermissten Mädchens aus der Gegend handeln.
Simone Cameron.
Hängen Sie das bitte mal dazu, Jonathan.
Und auch Ihre Mutter, Nola Cameron, die einige Häuser von Nummer 15 entfernt wohnt, ist völlig davon überzeugt, dass es sich um Simone handelt.
Ich will versuchen, von den Pathologen und Kriminaltechnikern so schnell wie möglich Genaueres zu erfahren.
Aber in der Zwischenzeit sollten wir die Befürchtungen von Nola Cameron sehr, sehr ernst nehmen.
Denn bedauerlicherweise steht die Cameron-Familie, wie man weiß, bereits seit mehreren Jahren im vollen Interesse der Öffentlichkeit.
Es geht um Derrick Cameron, den ältesten Sohn. Sie erinnern sich an Derrick Cameron?
Gut. Ihm wurde vorgeworfen, damals einen weißen Jugendlichen erstochen zu haben.
Und er wurde aufgrund eines Geständnisses, das er 1985 hier ablegte, zu einer Haftstrafe verurteilt.
Inzwischen sind dabei gewisse Zweifel an dem damaligen Urteil aufgekommen.
Und es gibt eine Kampagne, die von Jonathan Phelps, dem Labour-Kandidaten dieses Bezirks veranstaltet wird,
um den 3-Jährigen vor das Berufungsgericht zu bringen. Eine Initiative, die ziemlich viel Unterstützung bekommt.
Es gibt also der Polizei gegenüber ein Klima der Wut und Verbitterung.
Wir sind doch sowieso an allem schuld.
Wie auch immer. Die jetzigen Bewohner können wir wohl ausschließen.
Also werden wir erstmal alle früheren Bewohner von Nummer 15 ausfindig machen müssen.
Und alle möglichst brauchbaren Informationen...
Na, dann hol mal die Reisepässe vor, Jungs.
So was ist unzulässig, Frank. Haben Sie überhaupt zugehört, was ich gesagt habe?
Ich will nicht, dass die Camerons, das bedeutet Onkel, Tanten und andere Angehörige, befragt werden.
Und was die übrigen Anwohner betrifft, denken Sie immer daran, wenn wir da Aggressionen provozieren und irgendwelchen Druck machen wollen,
gibt's sofort Ärger. Also ganz ruhig angehen.
Ihr seid doch alle Absolventen der Schule für Charme und Frohsinn, nicht wahr?
Außer Frank.
Als erstes möchte ich eine Liste der ehemaligen Anwohner der Honeyford Road und das für die letzten 10 Jahre.
10 Jahre?
Detektiv Sergeant Haskins übernimmt hier die Koordination.
Gut.
So, wie haben Sie schon einen Namen für uns?
Ja, das erste N ist Nadine Streetchef.
Nadine. Sehr hübsch. Also nennen wir es Operation Nadine.
Nadine.
Fürchterlich, ihr habt doch schon besser gesungen.
So, und nun an die Arbeit. Gehen wir, Johnessy.
Los, auf die Strümpfe, schnell.
Herr Haskins.
Ich lasse das alles so schnell wie möglich in Folie eintüten, dann kann bis ins Cameron sich das ansehen.
Pullover-Reste, ein Büstenhalter, ein Jeans-Etikett, Slip, Turnschuhe und so weiter.
Leider nicht gerade besonders ergiebig.
So ein paar Schuhe hab ich auch.
Sieht aus wie ein Schädelfragment. Schicken Sie es zu Oskar Bremmer.
Außerdem haben wir ein paar Münzen gefunden. Die neueste ist von 1986.
Aber am vielversprechendsten ist hier der Gürtel, mit dem die Hände auf dem Rücken zusammengebunden waren.
Eine sehr auffällige Schnalle. Könnte vermutlich ihr gehört haben.
Oder dem Jodder.
So, was gibt es denn über diesen Bauunternehmer?
Der hat Pleite gemacht und ist wie vom Erdboden verschwunden.
Jane, ich muss Sie mal sprechen.
Ja, einen Augenblick, Sir.
In meinem Büro, und zwar sofort.
Birkin hat gerade einen jungen Schwarzen nur wegen Drogenbesitzes festgenommen.
Oh, mein...
Er hat bei der verdammten Haus-zu-Haus-Befragung wohl nichts Besseres zu tun, als nach Marihuana zu schnüffeln.
Trampelt da rein und schleift den Bengel raus.
Das darf doch nicht wahr sein.
Und jetzt werden natürlich Steine in den Garten von Nummer 15 geworfen.
Und inzwischen plärrt da ein Haufen Leute rum wegen angeblicher Beschneidung der Bürgerrechte und Polizeibrutalität.
Wo ich heute die verdammte Anhörung habe, ist das wirklich das Letzte.
Sollen wir Birkin lieber von den Ermittlungen abziehen?
Das können wir nicht machen, Jane.
Ich stehe vor einer Beförderung.
Beförderung?
Chief Superintendent.
Daher kann ich mir es augenblicklich einfach nicht leisten, öffentlich schmutzige Wäsche zu waschen.
Mein Vorstellungsgespräch wird zum Albtraum, wenn es so weitergeht.
Ich will doch hoffen, Sie empfehlen mich für Ihren Posten.
So, hoffen Sie.
Da würde ich aber nicht so sicher sein.
Also, lassen Sie den Jungen verwarnen und auf freien Fuß setzen.
Und den verdammten Birkin zerfetzen Sie in der Luft.
Chef, der hat mir den Qualm unverschämt ins Gesicht geblasen, als ob er sagen wollte, nimm mich doch fest.
Also, darum geht's nicht.
Aber wir haben im Augenblick wegen des Cameron-
Gary Cameron ist ein Verbrecher, der gehört hinter ihm.
Frank!
Da muss eben für ein Geständnis etwas Druck gemacht werden, ganz einfach.
Ganz einfach?
Und damit ist unser Ruf wieder total im Eimer.
Was für ein Ruf, denn die hassen uns doch.
Ich will ihnen was verraten, auf die kann ich verzichten.
Wenn's davon eines Tages ein paar weniger gibt, ist das kein Verlust.
Sie machen sich damit unmöglich.
Wenn die sich bei uns nicht benehmen, sollen sie doch nach Hause gehen und dort ihre Probleme lesen.
Jetzt reicht's, Frank. Nun ist Schluss.
Wenn ich sowas nochmal von Ihnen höre, kriegen Sie ein Disziplinarverfahren an den Hals.
Ja? Dann sollten Sie mich aus den Ermittlungen rauslassen.
Dann werden Sie nicht nur den Fall los, Sie fliegen auch aus der Polizei raus.
Wenn Sie es richtig finden, jemanden unter Druck zu setzen, weil er schwarz ist,
haben Sie hier bei uns nichts zu suchen. So einfach ist das.
Ja, ich komme sofort.
Ich meine, das hier ist doch ein Kapitalermordfall, Frank.
Ein junges Mädchen wird ermordet und wie eine Katze im Hintergarten verscharrt.
Mit eingeschlagenem Schädel.
Was spielt es da für eine Rolle, welche Hautfarbe sie hat?
Ich will, dass der Junge verwarnt und freigelassen wird.
Dann machen Sie weiter.
Ich möchte, dass Sie sich diese Sachen ansehen und mir sagen,
ob Sie irgendetwas als Simons Eigentum erkennen.
Ja. Das sind alles Ihre Sachen.
Lassen Sie sich Zeit. Sehen Sie genau hin.
Ja. Das sind Ihre Sachen.
Neben der Leiche haben wir diesen Gürtel gefunden. Erkennen Sie ihn?
Ja. Der gehört Simon. Den Gürtel hat Simon immer getragen.
Und was ist mit dieser Uhr?
Die gehörte ihr. Ich... Die habe ich ihr gekauft.
Wollen Sie sich nicht setzen? Ich gebe Ihnen etwas Tee.
Nein, danke.
Unsere Experten werden uns schon bald genaueres sagen können.
Ihr Zahnarzt hat uns Simons Unterlagen zukommen lassen.
Die können wir dann mit den Zähnen des gefundenen Mädchens vergleichen.
Dann werden wir es mit absoluter Sicherheit wissen.
Aber bis dahin haben wir leider nur diese Sachen als möglichen Anhaltspunkt.
Sie sind völlig sicher, dass Sie alles erkannt haben.
Oh ja. Oh ja.
Ich verstehe. Und haben Sie vielen Dank.
Gerade ist der Bericht von Gold gekommen, Chef.
Er schreibt, dass Nadines Leiche von Maden befallen war. Schmeißfliegen.
Ja. Und?
Nun, Schmeißfliegen liegen ihre Eier nicht unter der Erde.
Das heißt, sie muss, bevor sie vergraben wurde, eine Weile im Freien gelegen haben.
Wenigstens ein paar Stunden. Und außerdem muss sie im Sommer getötet worden sein, denn nur da sind die Fliegen aktiv.
Und Simon wurde bereits seit Februar vermisst.
Das bedeutet, wenn ich heute zu dieser Versammlung gehe, bin ich auch nicht viel schlauer als vorher.
Prinzipiell geht es darum, dass der Fall von Derrick Cameron vor das Berufungsgericht kommt.
Und dass jemand, der bereits seit sechs Jahren unschuldig in Haft sitzt, endlich freigelassen wird.
Es wurden zwar aufgrund der neuen Polizeiverordnung erheblich strengere Richtlinien für Verhöre mit Verdächtigen eingeführt,
aber das hat Derrick Cameron nicht viel genutzt. Leider nicht.
Einer meiner Beamten hat sich seinem Vorgehen provozieren lassen, dass wir nachträglich als völlig überzogen ansehen.
Andererseits haben wir aber da draußen einen Mörder, der völlig frei herumläuft.
Diese Person müssen wir fassen. Dabei brauchen wir die Hilfe und Unterstützung aller Mitbürger.
Nach der Veranstaltung werden ich und drei meiner Kollegen noch hierbleiben,
weil wir hoffen, von Ihnen möglicherweise ein paar Informationen zu erhalten.
Zum Beispiel, wer vor den Wieswanders im Haus Nummer 15 Honeyford Road einmal gewohnt hat.
Das wissen wir doch!
Der ist doch damals gerade ausgezogen, als meine Tochter Simone verschwunden ist.
Wie hieß er denn bloß?
Ich möchte jetzt zu gerne einmal Mr. Körnern wegen der augenblicklichen massiven Polizeipräsenz in der Umgebung der Honeyford Road befragen.
Und ich möchte ihn fragen, wieso der Mann überhaupt den Nerv hat, hier bei uns aufzutauchen,
wo Derrick Cameron auch immer im Knast sitzt, obwohl er doch unschuldig ist.
Sie werden verstehen, dass wir über die Einzelheiten dieses Falles nicht viel sagen können.
Aber ich glaube doch, dass meine Anwesenheit heute Abend hier auch ein Zeichen unseres guten Willens ist.
Die sehr verständliche Wut und das Unverständnis über das, was Derrick Cameron angetan worden ist,
kann nun wirklich nicht einfach von den Polizeibeamten der Charles Hampton Row leichthin abgetan werden.
Ich habe nichts abgetan, ich versuche doch nur...
Aus dem Fall Cameron ergibt sich ganz eindeutig die Frage,
kann man als Farbiger und als Bürger dieses Landes denn wirklich Gerechtigkeit von Polizei und Justiz erwarten?
Dass ihnen die Welt zu Füßen liegt, dass sie niemals den Müll rausbringen oder auch auffischen müssten.
Naja, hoffentlich gibt es nicht irgendwann mal ein böses Erwachen.
Mrs. Allen, Mrs. Esmerellen?
Ja, meine Gute.
Ich bin Detective Chief Inspector Jane Tannis.
Sie bringen doch hoffentlich keine schlimme Nachricht. Ist was mit Sarah?
Nein, nein, nein. Es geht hier um etwas ganz anderes.
Wir führen hier nur Ermittlungen durch, das ist alles.
Oh, meine Güte, habe ich mich erschreckt.
Geht's um die kleine, arme Cameron?
Ja, richtig. In gewisser Weise, ja.
Könnten wir uns irgendwo ungestört unterhalten?
Geh doch mit ihr nach unten runter.
Ich werde hier inzwischen weitermachen.
Kommen Sie mit.
Mrs. Allen, ich habe gehört, dass Sie in den 80er Jahren mit Ihrem Mann das Haus Honeyford Road Nummer 15 besaßen.
Ja, das stimmt.
Aber Sie wohnten mit Ihrer Familie Nummer 17.
Ja.
Ich muss Sie hier leider darüber informieren, im Garten des Hauses Nummer 15 wurde eine vergrabene Leiche gefunden.
Mein Gott.
Deshalb müssen wir natürlich den früheren Bewohner ausfindig machen.
Sie, Sie denken, er hat Simon umgebracht?
Wir wollen ihn eher von unseren Ermittlungen ausschließen können.
Wie heißt er denn?
David Harvey.
Und haben Sie vielleicht eine Ahnung, wo er jetzt wohnt?
Nein.
Vielleicht weiß mein Mann das.
Aber, na ja, wir wollten eigentlich nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Ich würde meine Tochter nicht mal in die Nähe dieses Hauses lassen.
Wir wussten ja alle, was der getrieben hat, besonders mit sehr jungen Mädchen.
Er ist ja nicht schon immer so gewesen.
Aber nach dem Tod seiner Frau, sie waren früher so ein nettes Ehepaar,
aber nach ihrem Tod hat er getrunken und gelästert und, na ja, Sie wissen schon.
Ich hätte auch gern mit Ihrem Mann gesprochen oder vielleicht auch mit der gesamten Familie.
So schnell wie es möglich ist.
Ja, gern, heute Abend.
Wir sind heute Abend alle zu Hause.
Gut, vielen Dank.
Er heißt Harvey, nicht Harvey, Harvey, H-A-R-V-E-Y.
Wir müssen von vorne anfangen.
Ich gehe jetzt zu Oskar Prieb.
Okay, bis dann.
Wirklich faszinierend, Oskar.
Aber ist das Simon Cameron?
Nein, auf gar keinen Fall.
Was?
Nun, wie gesagt, ganz ähnlich wie Simon.
Auch Teenager zwischen 15 und 16, aber größer.
Simon war 1,67, dieses Mädchen ist 1,70, 1,72.
Ansonsten scheint sie wohl vollständig zu sein, also nicht verstimmt.
Sehr üppiger Haarbuchs.
Glücklicherweise hat Paul hier eine Antenne für Puzzle.
Das könnte vielleicht zum Jochbo.
Und Sie sind völlig sicher, dass es nicht Simon ist?
Ja.
Ich habe mich völlig in eine Sachgasse verrannt.
Ich meine, wir haben hier jemanden, der alles Mögliche mit Schädeln anstellt,
um die ethnische Herkunft zu bestimmen.
Was besser ist als ein Präparator.
Der modelliert gegen Entgelt einen Todkopf.
Ist er gut?
Er ist unser persönlicher Auguste Rodin.
Ja, aber ist er gut?
Naturellement.
Ist wohl ziemlich teuer.
Wollen Sie es erst mit Körnern absprechen?
Nein, keinesfalls, das tun wir einfach so.
Na, schön.
So, und wann bekommen wir ihn?
In drei Wochen.
Fabelhaft.
Also, ich brauche ihn in drei Tagen.
Ich werde mit ihm reden.
Vielleicht stehen Sie ihm dann als Aktmodell zur Verfügung.
Das wäre doch sexuelle Belästigung.
Das ist das heutzutage nicht.
Wie ist sie gestorben, Oskar?
Keine Ahnung.
Der Schädel könnte aber auch nach ihrem Tod eingeschlagen worden sein.
Möglicherweise hat man sie sogar lebendig begraben.
Ich meine, wann könnten Sie denn...
Wir möchten nur von Ihnen wissen, wann David Harvey...
Ja, ja, das wäre nett.
Wir möchten nur wissen, wann Harvey dort gewohnt hat.
Ich werde auch mal ein paar übernehmen.
Sie haben doch gesagt, Sie kannten ihn.
Haben Sie schon was für mich?
Bisher nichts, Chef.
Aber im Garten von Nummer 15 wurde noch einiges mehr ausgegraben.
Oh.
Dionysi holt's gerade von Wörther.
Na, hoffentlich ist was Promptbares dabei.
Alle mal herhören, bitte.
Also, ich komme eben aus der Pathologie von Oskar Bream,
und es handelt sich definitiv nicht um Simone Cameron.
So, und nun müssen wir auf zwei Ebenen operieren.
David Harvey finden und zugleich Nadine identifizieren.
Und ich spendiere dem, der David Harvey findet, eine Flasche Scotch.
Chef?
Da war auch noch eine Plastiktüte vergraben.
Goethe hat sie zwei für zwei den Mädchen zugeordnet.
Und das war drin.
Der Stoff ist westafrikanisch.
Das sind mehrere Meter.
Hallo, Jane Tenniston.
Ja, kommen Sie rein.
Das ist mein Sohn Tony.
Guten Tag, Tony.
Und hier ist seine Tochter Cleo.
Sag guten Tag, Cleo.
Guten Tag.
Tony und seine Freundin sind jetzt endlich so weit, dass sie es ernst meinen.
Und ihre Tochter wird Brautjungfer.
Oh.
Ja, die Zeiten haben sich ziemlich geändert, nicht?
Ach, Entschuldigung. Sie wollten meinen Mann sprechen.
Ja, wenn's möglich ist. Danke.
Wann ist denn der große Tag, Tony?
Ähm...
Magst du mein Kleid?
Oh ja, und wie.
Es ist wirklich wunderschön.
Ach, Tony, einen Augenblick.
Würgen Sie sich das hier mal ansehen, bitte.
Das hier ist die Beschreibung der Toten.
Erinnern Sie sich an ein Mädchen wie Sie in der Honeyford Road etwa Mitte der 80er Jahre?
Jemand, mit dem Sie vielleicht zur Schule gingen.
Ich bin eine Brautjungfer.
Genau, und was für eine.
Ja.
Bist du schon mal eine Brautjungfer gewesen?
Ja, das war ich.
Aber ich war noch niemals Braut.
Nein.
Komm, meine Süße, sag auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Na, Freutigern.
Chiefinspektor, was kann ich für Sie tun?
Und Sie haben keine Ahnung, wo David Aloysius Harvey jetzt lebt?
Ich fürchte, nein.
Sie haben es erworben im Jahre...
Wann war das? 86, stimmt's?
Ja.
Und Mr. Harvey ist offenbar kurz darauf eingezogen, nicht wahr?
Mit seiner Frau.
Nach ihrem Tod, da änderte sich alles.
Hm.
Dann haben Sie das Grundstück verkauft, und zwar 1989, während Mr. Harvey es noch gemietet hatte.
Ja.
Ist denn dadurch Ihre Beziehung zu Mr. Harvey irgendwie gestört worden?
Etwas schon, aber nicht besonders.
Das Problem war, dass er seine Miete ziemlich unregelmäßig zahlte.
Manchmal schien er Geld zu haben, und manchmal wieder nicht.
Sie besaßen vermutlich für das Haus Nummer 15 auch Schlüssel.
Ja.
Mr. Aron, ist in der Zeit, als Sie Eigentümer waren, durch Sie am Garten irgendwas verändert worden?
Nein, nein.
Harvey hat diese Platten verlegt.
Ich war dagegen, aber er machte sowieso, was er wollte.
Und wann verlegte er diese Platten?
So etwa 1986, 1987.
Weil es so gut wie sicher ist, dass man die Ermordete dort vergraben hat, bevor die Platten verlegt wurden.
Ja.
Das ist einleuchtend.
Mr. Aron, wie kommt es, dass Sie sich bei Ihrem Gehalt zwei Grundstücke leisten können?
Das Café von Esme lief schon immer sehr gut.
Ehrlich gesagt, haben wir das zweite Haus mit Ihrem Geld abbezahlt.
Und Ihr Sohn besucht die öffentliche Schule?
Ja, das stimmt.
Wann kapierst du es endlich, Paps?
Schwarze haben keine Immobilien zu besitzen, keine Geschäfte und auch keinen Anspruch auf Bildung.
Das ist meine Tochter Sarah.
Na, na, nicht doch gleich so unhöflich sein.
Du hast recht.
Sarah, Sie sind Jurastudentin und Sie sind, ähm, Sie sind 20.
Das bedeutet also, dass Sie im Sommer 1986, ähm, sagen wir mal, ähm, 20...
14.
Mathematik ist wohl kaum Ihre Stärke.
Nein, nicht besonders, stimmt.
Mein Sohn David ist ein mathematischer Genie.
Sarah, könnte es sein, dass Sie die Person, die hier beschrieben ist, in der Umgebung der Honeyford Road gesehen haben?
Ja, natürlich, Simon Cameron.
Nein, es ist nicht Simon, da sind wir völlig sicher.
Vielleicht lesen Sie sich mal die Beschreibung durch.
Wissen Sie, wenn es nicht Simon ist, sollten Sie vielleicht ein bisschen deutlicher werden.
Ich meine, falls Sie sich die Mühe machen wollen.
Was meinen Sie damit?
Was?
Die Polizei ist nicht gerade bekannt für ihren Enthusiasmus, Fälle aufzuklären, bei denen das Opfer schwarz ist.
Oder?
War sie schwarz?
Davon steht hier nichts.
Möglicherweise haben Sie jetzt falsche Schlüsse gezogen.
Wann ist dann der große Tag, Tony?
In zwei Wochen ist das.
Dann sehen wir uns ja noch vorher. Danke.
Wiedersehen.
Auf Wiedersehen und danke.
Nichts zu danken.
Wissen Sie denn schon irgendwas über David Harvey?
Noch nicht, Chef.
Ich habe das Wählerverzeichnis durch.
Gesundheitsdienst, Steuer, Sozialamt.
Jetzt habe ich gerade noch das Telefonbuch durchgearbeitet.
Übrigens sagt Davon, er habe die Miete unregelmäßig gezahlt.
Haben Sie schon die Agenturen für Kreditauskünfte versucht?
Ich finde, Sie sollten lieber das Rauchen aufgeben.
Man fühlt sich so viel besser.
Nichts ist schlimmer als diese missionarischen Ex-Raucher.
David Harvey?
Ja.
Wir sind Polizeibeamte. Könnten wir Sie bitte kurz sprechen?
Weshalb sind Sie denn dort weggezogen, Mr. Harvey?
Ich hatte meinen ersten Herzinfarkt.
Als ich aus der Klinik kam, wollte ich lieber etwas näher zu Eileen ziehen, meiner Schwester.
Ich wollte da sowieso nicht mehr wohnen, nachdem meine Frau tot war.
Nur weil dieser große Schwarze mich so gern raushaben wollte, bin ich noch geblieben.
Aber ich hätte nie hierher ziehen sollen.
Ist wie im Gefängnis.
Ewig ist der Fahrstuhl im Eimer.
Das Haus voller Junkies und Zuhälter.
Das ist sie. Das ist meine Frau.
Sie hat den Garten gemacht.
Ein schöner Garten, als sie noch lebte.
Nachher habe ich dann versucht, das weiterzumachen.
Aber naja, schließlich habe ich dann die Platten geleakt.
Ich kann Ihnen auch genau sagen, wann das gewesen ist.
Ich lieh mir dazu noch das entsprechende Handwerkszeug.
Ja, es war die letzte Augustwoche.
Ich habe dann noch die ganze Woche durchgegraben.
Grasnarben abgestochen.
Dann alles planiert.
Am Sonnabend hatte ich die Hälfte der Platten verlegt.
Dann war ich den ganzen Sonntag über bei Eileen, bis zum Montag.
Und Eileen lebt ebenfalls hier?
Jetzt ja, aber damals wohnte sie in Margate.
Jedenfalls habe ich dann am Montag, als ich zurückkam,
die übrigen Platten verlegt und mit Zement verfugt.
Also ist das Haus in dieser Zeit damals unbeaufsichtigt gewesen.
Das muss am, warten Sie mal, Sonntag, dem 31. August gewesen sein.
Ja, genau.
Ist Ihnen nach der Rückkehr irgendetwas Ungewöhnliches aufgefallen?
Ungewöhnliches?
Irgendwelche Anzeichen, dass jemand im Garten gegraben hatte?
Es lag keine Erde herum?
Nein.
Also ich muss sagen, Mr. Harvey, wenn mich jemand fragen würde,
was ich 1986 am letzten Augustwochenende getan habe,
wüsste ich das bestimmt nicht so genau.
Wieso erinnern Sie sich so gut daran?
Weil meine Frau ein Jahr davor an diesem Tag starb.
Ach so, verstehe.
Eileen hatte mich eingeladen,
damit mir nicht die Bude auf den Kopf fiel, klar?
Ah, das wird mein Essen sein.
Dieses Augustwochenende verbringe ich jedes Jahr bei ihr.
Ohne sie wäre ich aufgeschmissen.
Sie schickt mir auch immer mein Essen rüber.
Gut, mein Kollege kann hier gleich ein paar Fragen stellen.
Nein, nein, das ist sie gar nicht.
Das ist mein Neffe, Jason.
Was ist denn los?
Wir sind Polizeibeamte.
So, Sie erkennen das Mädchen nach dieser Beschreibung also keinesfalls.
Was wollen Sie von meinem Onkel?
Alles in Ordnung, erzähle ich dir später.
Sie wissen doch, er ist ziemlich krank.
Wenigstens geht's mir. Keine Sorge, mir geht's gut.
Was soll das überhaupt?
Ihr Onkel wird es Ihnen erzählen, wenn wir weg sind, Jason.
Haben Sie vielen Dank, Mr. Harvey. Wir finden schon eine Leine raus.
Hallo, mein Kerl, spult hier sein Alibi ab, als hätte das auswendig gelernt.
Und vor sechs Jahren ist er noch nicht so herumgeschluft.
Wenn er die Platten verlegen konnte,
konnte er auch dem jungen Mädchen den Schädel einschlagen.
Ja, dann wollen wir uns lieber etwas beeilen,
bevor uns David Alusius Harvey unter den Händen wegstirbt.
Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten?
Das hier ist Detective Sergeant Bob Oswald.
Bob kommt gerade von der West End Lane,
in Zwecks Unterstützung der Operation Nadine.
Guten Tag.
Tag.
Detective Chief Inspector Tennyson, Sie fertigen für mich doch hier einen Tonkopf an.
Kommen Sie.
Das macht im Augenblick noch nicht viel her, aber ich bin optimistisch.
Halt, halt, Augenblick, warum denn ich?
Bob braucht einen Platz.
Nein, nein, nein, das ist keine Antwort, warum gerade mein Platz?
Weil du an deinem Schreibtisch ja sowieso nur Kaffee trinkst.
Ja, weil ich normalerweise draußen rumrenne und dafür sorge, dass die Straßen sicher sind.
Was soll denn das?
Wir haben genug Polizei, nicht mit denen zu tun zu haben.
Doch zusammenarbeiten.
Ach, das sagst du doch nur, weil er größer ist als du.
Was sagst du? Stimmt doch gar nicht.
Also wenn ich nur ein bisschen Augenmaß hätte.
Ach, hör mal auf, du spinnst doch.
Denn lass ich mit der linken Hand zum Fenster aussehen.
Wie kommen Sie dazu, jemanden in mein Team zu bringen, ohne das mit mir zu besprechen?
Nun, ich habe mir eben gedacht, ein farbiger Beamter wäre, wie soll ich es ausdrücken, eine nützliche Ergänzung.
Und warum wurde das nicht mit mir abgesprochen?
Ich habe das mit dem Revierleiter abgesprochen und der fand diese Idee ausgezeichnet.
Ein schwarzes Gesicht bei diesen Ermittlungen zum Ausgleich für alle Birkins dieser Welt.
Brauchen Sie etwa keinen zusätzlichen Mann?
Ja, schon.
Worum geht's denn dann?
Wenn er von Anfang an zu unserem Team gehört hätte, wäre das was anderes.
Wenn ich ihn jetzt um etwas bitte, könnte das doch ohne weiteres falsch ausgelegt werden.
Also, das verstehe ich nicht.
Das stinkt nach Alibi-Funktion, politischer Schachzug, nichts weiter.
Sie hätten mich vorher fragen müssen.
Solche vorgesetzten Allüren schaden mir nur.
Das sind keine vorgesetzten Allüren, ich wollte Ihnen nur...
Ach, Blödsinn!
Warum soll ich nicht mit ihm arbeiten können?
Soviel ich weiß, gilt er als vorzüglicher Beamter.
Ja, ja, da bin ich ganz sicher.
Ja, was haben Sie sonst einzuwenden?
Gar nichts.
Naja, wir sind uns auf dem Seminar nicht sehr sympathisch gewesen.
Sie müssen diesen Mann ja nicht heiraten.
Ich will ihn einfach nicht in meinem Team hier haben.
Er ist bereits in Ihrem Team.
Ich habe eine Entscheidung getroffen und damit basta.
Instruieren Sie den Mann und geben Sie ihm was zu tun.
Ende der Woche sprechen wir nochmal darüber.
Ich werde die Fortschritte dieses Falles gut im Auge behalten.
Du erwartest doch nicht, dass ich das für einen Zufall halte.
Ob Zufall oder nicht, das weiß ich nicht.
Aber zwischen wie vielen schwarzen Kripo-Leuten konnte er schon wählen?
Ich will damit nur sagen, es hat nichts mit mir zu tun.
Du kannst dir wohl vorstellen, dass ich mich nicht darum reiße, der Alibi-Schwarze hier zu sein.
Also, denk bloß nicht, dass du durch das, was im Seminar gewesen ist, irgendwelche Privilegien genießt.
Das tue ich nicht.
Und wehe, du sagst es jemandem.
Jane, bitte, für wen hältst du mich?
Und nenn mich hier nicht Jane.
Hör zu, hab etwas Vertrauen.
Was passiert ist, ist passiert.
Vorbei und inzwischen längst vergessen.
Denken wir einfach nicht mehr daran.
Ja, gut.
Wir sehen uns dann im Gemeinschaftsbüro.
Ich komme auch gleich rüber.
Den Tonkopf sollen wir morgen bekommen, spätestens aber Ende der Woche.
Nach unserem Gespräch mit Harvey ist es wohl das Beste, wir konzentrieren uns auf Sonntag, den 31. August 1986.
Hat Harvey ein Alibi?
Ja, seine Schwester Eileen.
Die werde ich als Nächste verhören.
Aber vor allem ist es jetzt wichtig, ihren Namen zu erfahren.
Wir müssen ihre Lebensgeschichte rekonstruieren.
Das ergibt möglicherweise eine Verbindung zu Harvey.
Ich habe nochmal die Aussagen überprüft.
Ein paar Leute haben ein junges Mädchen erwähnt, das im Souterrain Nummer 15 lebte.
Etwas widersprüchliche Berichte, aber es waren wohl 86.
Fabelhaft.
Dann fangen wir mal bei den vermissten Fällen an.
Bob, können Sie das für mich übernehmen?
Tony, versuchen Sie doch mal, mit Harveys Arzt zu sprechen.
Ich möchte wissen, ob er nur ein guter Schauspieler ist.
Und wenn, hat er dafür einen Oscar verdient.
Ja, stimmt. So, das wäre es fürs Erste.
Gar nicht übel. Prima, dass der Chef unserem farbigen Freund gleich seine Grenzen zeigt.
Chef, kann ich die vermissten Fälle einem anderen übertragen?
Wieso?
Also, bei allem, was recht ist, Ma'am. So einen erfahrenen Mann kann man doch nicht...
Nein, er bemerkt vielleicht etwas, was ein weniger erfahrener Beamter übersieht.
Und nennen Sie mich nicht Ma'am.
Ich bin sicher, und wie sicher ich bin.
Und zwar jedes Jahr, seit Jeannie tot ist.
Und er ist auch immer erst Montag früh zurückgefahren.
Sie sollten lieber daran denken, dass er ein kranker Mann ist und ihn nicht dauernd belästigen...
Ma'am, das ist doch nur mal Ihr Job.
Er steht nämlich kurz vor einer Operation, wissen Sie. Sie bringen ihn ja noch um.
Wir belästigen ihn nicht, Mrs. Reynolds. Wir möchten ihn aus unseren Ermittlungen ausschließen.
Wenn er schwarz wäre, würden Sie bestimmt nicht so hinter ihm her sein.
Mrs. Reynolds, ich habe Ihren Bruder einmal befragt und das war's.
Da darf man sich doch nicht wundern, weil in seinem Garten ja die Leiche eines jungen Mädchens vergraben war.
Ach, wissen Sie, das ist doch alles bloß Schwachsinn.
Simone Cameron hier, Simone Cameron da.
War es denn Simone?
Nein.
Na, sehen Sie?
Ich finde, Sie sollten sich lieber um meinen Bruder, der im Sterben liegt, Sorgen machen.
Das wär's dann ja wohl. Können wir gehen?
Ja, und vielen Dank, dass Sie gekommen sind.
Komm, Mutter.
Ich habe zu allen möglichen Zeiten gearbeitet. Es mir ebenfalls.
Ein Nachbar erzählte uns, dass laufend Männer dorthin kamen.
Ich habe sofort mit Harvey gesprochen, aber ich hatte keine Beweise.
Und dann war dieses Mädchen ganz plötzlich verschwunden.
Kannten Sie es?
Ja.
Und war es die, deren Überreste wir gefunden haben?
Wollten Sie deshalb nicht mit uns zusammenarbeiten?
Hören Sie, meine Familie ist ziemlich beunruhigt.
Dabei ist das für uns eine so wichtige Zeit.
Ich meine, Hochzeit ist immer ein Anlass zur Freude.
Und ich habe bisher mit Ihnen auf jede mögliche Weise kooperiert.
Dann bitte ich Sie, diese Frage zu beantworten.
Passt die Beschreibung, die ich Ihnen zeigte, auf das Mädchen?
Nein, sie war eine Weiße.
Nicht nur hellhäutig.
Nein, weiß.
Könnten Sie sie bitte beschreiben?
Sie war klein, etwa 1,55 Meter groß.
Ein zierliches Mädchen.
Blondes Haar.
Wahrscheinlich gebleicht.
Jung.
Aber nicht das von Ihnen beschriebene Mädchen.
Hatten Sie zu ihr sexuelle Beziehung?
Hatte ich nicht.
Und was für eine Beziehung zu dem Mädchen hatte eigentlich Harvey?
Wer weiß das?
Diesem Mann traue ich alles Mögliche zu.
Und wann etwa spielte sich das alles ab?
Das war wohl der Sommer, von dem Sie sprachen.
Der Anwalt von Wieswanders liegt mir in den Ohren.
Er sagt, dass die Gerichtsmediziner immer noch da sind.
Und im ganzen Haus rumschnüffeln.
Dauernd Teppiche und Bodengielen anheben und sowas.
Na und?
Sie sollen sehen, dass Sie da möglichst bald raus sind.
Natürlich.
Gut, ich möchte, dass die Fotos möglichst überall erscheinen.
Das heißt, sowohl lokal als auch landesweit.
Ab sofort zeigen Sie sie jedem, der uns weiterhelfen könnte.
Vernon Allen hat angegeben, wo seine Familie am 31. August gewesen ist.
Sie kennen doch das Reggae-Konzert im Honeyford Park am letzten Sonntag im August.
Sollten Sie aber, wo doch damit von Ihnen so manche Überstunde geschunden wurden.
Nun, Vernon Allen sagt, dass Esme bei dem Konzert war.
Offenbar ist sie Jahr für Jahr, doch sie betreibt dort einen florierenden westindischen Imbiss.
Also, Toni Allen war auch bei diesem Konzert.
Das sich, wie Sie wissen, über den ganzen Tag von 10 bis 22 Uhr hinzieht.
Vernon ist zu Hause geblieben, um sich um Sarah und David zu kümmern.
Toni ist um 21 Uhr nach Hause gekommen, damit Vernon zur Arbeit gehen konnte.
Ich habe mich an seinem Arbeitsplatz erkundigt, er hatte wirklich Nachtschicht.
Genau an diesem Abend und nachts, von Sonntagabend durchgehend bis zum Montag.
Als Esme alles verpackt hat und nach Hause kam, war es etwa viertel vor elf.
Und wie sie mir sagte, als sie heimkam, lagen alle drei Kinder schlafend im Bett.
Und ich möchte natürlich diese Angaben so weit als möglich bestätigt haben, okay?
Vielleicht ist das die Verbindung zwischen Nadine und der Honeyford Road.
Wieso, was denn?
Reggae-Sunsplash.
Ja, und weiter?
Nun, Harvey könnte sie dort getroffen haben. Oder Toni Allen.
Möglicherweise war die Tasche des Opfers mit dem afrikanischen Stoff eine Art von Kostüm.
Vielleicht ist sie sogar bei diesem Konzert aufgetreten.
Gute Idee.
Eine interessante Möglichkeit.
Das müsste man mal überprüfen.
Ähm, Frank und Gary, wenden Sie sich bitte gleich morgen früh an die Veranstalter von Sunsplash.
Vielleicht können die Sie an irgendwelche Bands weiterreichen,
die Musiker oder Background-Singer mit afrikanischen Kostümen eingesetzt haben.
Ja, geht klar.
So, ist sonst noch was? Noch weitere gescheite Anregungen?
Nein.
Nein? Na schön, das wär's dann.
Warum behandelst du mich bloß so?
Was denn?
Du behandelst mich wie eine Laufbranche.
Ich verstehe nicht, was du meinst.
Warum hast du denn nicht mich zu den Konzertveranstaltern geschickt?
Du machst bereits etwas anderes.
Übrigens dachte ich, du wolltest aufgrund deiner Hautfarbe keine Sonderbehandlung bei uns.
Das will ich auch nicht.
Ich möchte nur Aufgaben haben, die meiner Erfahrung und meinen Fähigkeiten entsprechen.
Ich...
Ich möchte, dass du weiter die Vermisstenanzeigen überprüfst.
Aber es war...
Aber außerdem möchte ich, dass du mal den Thronkopf den Ellens zeigst und dabei ihre Reaktionen beobachtest.
Vielen Dank.
Nein.
Sind Sie sicher?
Ja, vollkommen.
Was auch immer uns der alte Knacker vorspinnt, hält vor Gericht wahrscheinlich sowieso nicht stand, weil er nicht wusste, was er sagte.
Die habe ich noch nie im Leben gesehen.
Ja, ja, das Kellerzimmer habe ich im Sommer wirklich vermietet, das gebe ich zu.
Ist ja nicht verboten, oder?
Gemeckert hat der große Schwarze sowieso dauernd.
Der wollte mich bloß loswerden.
David, weshalb haben Sie das Zimmer vermietet?
Kannten Sie das Mädchen irgendwie?
Nein, ich habe sie wirklich nie vorher gesehen.
Sehen Sie, das war für mich eben ein viel zu großes Haus.
Und ich brauchte das Geld.
Also habe ich einen Zettel am Kiosk aufgehängt.
Wie war ihr Name?
Tracy, Sharon, ich weiß das nicht mehr.
Wie lange wohnte sie da?
Ein paar Monate.
Welche Monate?
Juni, Juli.
Nicht August?
Nein, da war sie schon weg.
Wussten Sie, dass sie eine Prostituierte war?
Nein.
Könnte sie mit dem Mädchen befreundet gewesen sein?
Möglich wär's.
Hatte sie denn einen Schlüssel für ihre Wohnung?
Möglicherweise, glaub schon.
Kann sie ihre Wohnung an dem Tag, als Sie bei ihrer Schwester waren, mit Freunden benutzt haben?
Wie soll ich das wissen?
Sie selbst sagten doch, ich war gar nicht da.
Hier, bitte.
Ach ja, zum Schluss noch etwas, David.
Könnten Sie uns vielleicht ein Foto von sich geben?
Da muss ich Ihnen leider anders überlegen.
Was soll ich dazu beitragen, Sie von unseren Ermittlungen auszuschließen?
Krieg ich's dann wieder?
Könnte ich Ihnen das Foto an der Tonplastik zeigen?
Ja, natürlich. Wenn möglich Einsatz dieser Zeit damals.
Haben Sie das fotografiert?
Nein, mein Helfer James.
Sehr schön.
Oh ja.
Hier.
Das ist wirklich eklig.
Da war ich noch jung und kräftig.
Vielen Dank.
Ich lasse es gleich kopieren und schicke es Ihnen dann so bald wie möglich zurück.
Den Schlüssel würde ich aber woanders hinhängen. Das ist zu gefährlich, Harvey.
Damit jemand rein kann, falls Sie es zusammenklappen.
Ist immer dasselbe. Danke.
Guten Abend.
Sie würden sich beim Dezernat für Vorbeugung gut machen.
So, da sind wir.
Okay, gute Nacht, Chef. Hoffentlich kommt was dabei raus.
Dankeschön. Wir sehen uns dann morgen.
Gute Nacht.
Ich bin Detective Chief Inspector Jane Tennyson, vom Polizeirevier Southampton Road.
Miss Detective. Die neue Serie bei Hör mal zu.
Jane, denk bitte daran, Freitag ist Emmas erster Geburtstag.
Vielleicht könntest du ihr eine Karte schicken, ja?
Das habe ich nicht vergessen, Mom.
Wenn du bis halb elf zurück bist, kannst du mich ja noch anrufen.
Äh, Daddy lässt dich auch grüßen.
Danke, Daddy.
Mike Kernen hier, um 21.35 Uhr.
Sie wollten mich doch auf dem Laufenden halten, Jane.
Schon Ergebnisse durch das Tonmodell?
Morgen ist mein Vorstellungsgespräch und die fragen bestimmt nach Operation Nadine.
Und ob eine Detective Chief Inspectorin ihr Budget einhält.
Nun, wir haben mit den Konzertveranstaltern gesprochen und die haben uns die Bands genannt, die Backgroundsänger benutzen.
Mit denen reden wir gerade.
Und allergrößte Zurückhaltung, Jane. Wir stehen voll im Randlicht.
Wie macht sich denn Oswald?
Gut.
Äh, ist was?
Äh, Chef?
Ich wollte es Ihnen schnell sagen.
Die Forensiker haben ein Stück von einem Zahn des Mädchens zwischen den Bodendielen im Wohnzimmer von Nummer 15 gefunden.
Was ist das?
Ich glaube, ich habe sie gefunden.
Joanna Fagunda stammt aus einer Mischlinge, seit Anfang 85 in Birmingham vermisst.
Haben Sie ein Foto?
Ich nehme an, das wird bei der Akte in Birmingham sein.
Die sollen es hier faxen und Sie fahren hin, wenn es gut aussieht.
Nach Birmingham?
Ja. Richard, haben wir nachgeprüft, wann Mrs. Harvey gestorben ist?
August 85, oder?
Überprüfen Sie das.
Ja.
Ja, kommen Sie, jetzt fahren wir zu David Harvey.
Hast du gut gemacht, Bob.
Bis dann.
Ja, bis nachher, Mann.
Alles klar.
Wo ist Daddy Harry?
Der?
Dein Partner.
Ja, Clint Eastwood für Arme.
Du, wirklich, tut mir leid, Mann. Magst du Reggae?
Ja, und wie, sag ich dir?
Wir sehen uns.
Videos von 86, zwei Bands haben Backgroundsängerin benutzt.
Na, was meinst du, bin ich nun gut oder bin ich nicht gut?
Wir wissen es nicht genau, denn die Umstände sind bisher ungeklärt.
Glauben Sie, dass sie leiden musste?
Bitte, bitte sagen Sie es mir, bitte nicht.
Nachdem sie sich etwas beruhigt hat, erzählt sie.
Wissen Sie, ihr Vater ist nämlich in dem Jahr gestorben.
Ich weiß bis heute nicht, warum sie von zu Hause fortgegangen ist.
Sie hatte alles, besaß sogar ein eigenes Pony.
Ganz gleich, welche Auflagen Sie hier machen.
Wir müssen mit ihm sprechen.
Das, das hier erkenne ich.
Das ist mein, das war mein einziger Versuch, etwas zu stören.
Ach, warum, warum bitte Sie?
Draußen, an der frischen Luft.
Ach, ob ich, Sie finden, dass vielleicht, könnte ich vielleicht diesen Tonkopf abkaufen, wenn Ihre Ermittlungen beenden?
Es ist ja nur, finden Sie das merkwürdig?
Nein, nein, ich, ich erkundige mich mal.
Wissen Sie, ich habe ja sonst nichts mehr.
Nichts, was mich daran erinnert, wie sie am Schluss war.
Hatten die Ellens einen Schlüssel zu Abis Haus?
Das müssen sie wohl.
Und wo ging Tony Ellens zur Schule?
Hast du das gesehen, Bob?
Ist das das Band von Joanne?
Solltest du dir mal ansehen, ich bin verknallt.
Ich erinnere mich sehr gut an ihn.
Ich war so ein Vertrauenslehrer.
Gescheiter Junge.
Er war sehr gut in der 11. Klasse.
Gute Noten.
Wollte aus seinem Abitur machen.
Und danach aufs College gehen.
Als er dann im September wiederkam, war er ganz verändert.
Ziemlich mürrisch und introvertiert.
Ein Einzelgänger.
Sagen Sie Bescheid, sobald er wach ist.
Ja, mach ich.
Ich habe mit ihm gesprochen, die Schulleiterin ebenfalls.
Sein Vater hier besteht.
Aber es hat nichts geholfen.
Das war im September 86.
Ich irre mich selten.
Und hier auch der Bericht des Schulpsychologen.
Bedienen Sie sich ruhig.
Ach, Tony spielte in einer Band.
Ach ja?
Das wusste ich nicht.
Wir haben unser Möglichstes versucht.
Aber es hatte keinen Zweck, ihn noch hier zu behalten.
Der einzige Mensch, zu dem er eine Beziehung hatte, war Sarah.
Und Weihnachten war er schon weg.
Ich sehe ihn jetzt noch ab und zu mal im Supermarkt.
Wirklich ein Jammer.
So ein begabter Junge.
Guten Tag, Chef.
Ja, es ist gut gelaufen. Danke der Nachfrage.
Entschuldigung, was?
Mein Gespräch.
Ach ja, richtig.
Irgendwas Neues von Harvey?
Er ist gerade wieder bei Bewusstsein.
Ich bin auf dem Weg zu ihm.
Aber vorsichtig sein, Jane.
Ja, ja, ja.
Er soll alles kriegen, was er will.
Anmelde, Ärzte, Schwestern, Geishas, alles.
Hauptsache, sein Verteidiger kann nicht behaupten,
Sie praktizierten unfaire Verhörmethoden.
Entschuldigung, Chef.
Die Frau von Harvey ist offenbar im Oktober 85 gestorben.
Nicht im August.
So, dann hat seine Schwester uns belogen.
Ja, sieht so aus.
Mal sehen, was Harvey uns darauf zu erwidern hat.
Die Nachwahl findet heute statt.
Warum haben Sie nicht Ihre blaue Rosette dran?
Höhere Polizeibeamte sind in erster Linie Politiker, Jane.
Nicht vergessen, wenn Sie befördert werden wollen.
Sie haben vergessen, wer ich bin?
Detective Sergeant Oswald.
Ich wollte nur mal ein bisschen einkaufen.
Und weil ich schon mal hier bin,
sollten Sie sich das vielleicht mal ansehen.
Erkennen Sie sie?
Es ist Joanne.
Ich verstehe nicht,
warum ihr mich nicht endlich mal in Ruhe lassen wollt.
Nun, weil Sie uns belügen, Tony.
Sie kannten Joanne.
Nein!
Sie beide waren beim Sunsplash-Konzert.
Und außerdem haben Sie beide in derselben Band gespielt.
Erinnern Sie sich an das hübsche afrikanische Kostüm, Tony?
Ihre Armreifen.
Meinen Sie nicht, es wäre gut, mit mir zu reden, David?
Das würde Sie erleichtern.
Wieso?
David, wir wissen, dass Joanne...
So hieß sie nämlich.
Wir wissen, dass Joanne in Ihrem Haus getötet wurde.
Man hat ein Stück eines ihrer Zähne im Haus gefunden.
Das heißt nicht, dass ich es war.
Übrigens ist Ihre Frau gar nicht im August gestorben, stimmt's, David?
Jeannie starb im Oktober 1985.
Warum diese Lügen, David, diese Schulden in sich herumschleppen?
Sie sind ein ziemlich kranker Mann.
Wenn Sie es mir erzählen, wird Ihnen nichts geschehen.
Es wird zu einem Prozess kommen.
Wir könnten dann diesen ganzen Fall aufklären.
Und was viel wichtiger wäre, Sie würden sich danach viel besser fühlen.
Hallo, Tony.
Alles in Ordnung?
Was ist denn los mit Ihnen?
Was ist? Warum tun Sie mir das an?
Ja, was habe ich denn gemacht? Ich bin doch nur einkaufen gewesen.
Lassen Sie mich in Ruhe!
Lassen Sie mich gefälligst in Ruhe!
Ich bin ebenfalls katholisch, David.
Ich bin schon lange nicht mehr zur Beichte gewesen.
Und doch erinnere ich mich an etwas.
Das Gefühl von Erleichterung.
Als würde einem ein schweres Gewicht abgenommen.
Ganz bestimmt möchte jeder Mensch an etwas glauben.
Und wir hoffen, dass, wenn wir einfach bereuen, alles wieder in Ordnung wäre.
Könnten wir nur die Uhr wieder zurückdrehen und damit alles wieder in Ordnung bringen.
David, Sie liegen im Sterben.
Wollen Sie es sich nicht von der Seele reden?
Sagen Sie mir, was passiert ist.
Keine Lügen mehr. Für Lügen ist es jetzt zu spät.
Sehen Sie, mit mir können Sie doch reden.
Kann ich das?
Natürlich können Sie. Sie können den Arzt dabei haben, einen Anwalt, Jason, Ihre Schwester, wen Sie wollen.
Ich bin erst 55 Jahre alt.
Ist doch ein Witz.
Die Ärzte tun sicher, was sie können.
Ich habe verdammte Angst.
Die Lobby des Krankenhauses.
Chef, da ist er.
So, wie geht es Ihnen?
Ein klein wenig besser. Jason, Ihr Onkel möchte mit mir reden.
Ja, das habe ich gehört.
Und er hätte gern, dass Sie dabei sind.
Gut.
Allerdings möchte ich Sie bitten, sich ruhig zu verhalten und mich während des Gesprächs nicht zu unterbrechen.
Natürlich, klar.
Gehen wir rein.
Sie wissen es doch, weil Sie mir gefolgt sind.
Könnte ich vielleicht reinkommen?
Nein, können Sie nicht.
Ich hätte Ihnen gerne ein paar Fragen gestellt.
Hören Sie nicht, er hat eben Nein gesagt.
Ich brauche Ihre Fragen nicht zu beantworten.
Wer sagt denn das? Sarah, die Jurastudentin?
Hallo.
Komm, geh schnell wieder rein, Schätzchen.
Sie sagt, entweder Sie nehmen mich fest oder hören auf, mich zu belästigen.
Antonie Allen, ich verhafte Sie wegen Mordes am Joanna Fagunda.
Nein!
Wo bringen Sie ihn hin?
Ruf meinen Vater an! Ruf meinen Vater an!
Möchten Sie mit einem Anwalt sprechen oder einen Anwalt bei diesem Gespräch dabei haben?
Nein.
Wasser.
Ich ruf gleich den Arzt, der soll mal sehen, ob der überhaupt haftfähig ist.
Der ist schon okay.
Lassen Sie ihn ruhig etwas schmoren.
Hören Sie, ich bin hier für die Häftlinge zuständig, Sie haben mir nichts zu sagen, verstanden?
Ja?
Sie brauchen nichts zu sagen, was Sie nicht sagen wollen.
Aber was Sie sagen, kann als Beweis gegen Sie verwendet werden.
Haben Sie das verstanden, David?
Ja.
Und es erfolgte die Beichte eines sterbenden Mörders.
Kopfkino bei Hörmal zu.
Danke für Dein Like und bis demnächst hier auf Deinem Kanal.
Untertitel der Amara.org-Community
