Unsere neuen KuhTuber zeigen, dass auch ungewöhnliche Wege zum Ziel führen können! Die beiden konventionellen Milchbauern Sandra und Christoph kombinieren nicht nur Melkroboter mit ganztägiger Weidehaltung* – was eine seltene Kombination für kleinere Familienbetriebe ist, sondern sie versuchen auch bei der Kälberaufzucht andere Wege zu gehen. „Einige Sachen sind bei uns auf dem Betrieb ein bisschen ungewöhnlich“, sagt Christoph und meint damit auch die bunte Mischung der Kuhrassen, deren Fellfarben auch Ungeübten sofort ins Auge fallen dürften. Ihr merkt: Es gibt ziemlich viel Neues zu entdecken, weshalb ihr euch den Film unbedingt anschauen solltet. Verratet uns doch mal in den Kommentaren, was ihr in letzter Zeit erfolgreich Neues ausprobiert habt und was andere auch erfahren sollten. Wir sind gespannt!
Moin, wir sind Familie Brinkmann aus Bokel im Landkreis Stade.
Wir haben hier einen Milchviehbetrieb
in dieser kleinen Ortschaft und den machen wir zusammen mit meiner Familie.
Das sind Anton. Linda. Sandra.
Und ich bin Christoph.
Fatmir jetzt 100.000 Liter geschafft und schon allerhand Kälber bekommen.
Fatmir ist 13 Jahre alt.
Heute eine schöne alte Kuh im Stall.
Das ist Pusteblume.
Pusteblume hat auch Norwegeranteile.
Norwegisch rotbunt haben wir auch schon eingekreuzt wegen der Hornlosigkeit.
Unsere Flamme ist eine drei Rassenkreuzung.
Sie hat Rotbunt, Braunvieh
und norwegisch rot und auch irgendwo mal ganz hinter…
Dann kreuzen sie aber auch irgendwann wieder ganz normal mit schwarbunten weiter.
Aber die Farbe haben wir erstmal drin.
Das sind beides Weißrücken-Kühe.
Weißrücken haben wir eingekreuzt, weils einer der ersten Bullen war,
der wirklich genetisch reinerbig hornlos war.
Und wir möchten einfach hornlose Kühe im Stall haben
und die Farbe hat sich einfach wahnsinnig dominant hier durchgesetzt im Betrieb.
Und deswegen rennen hier sehr viele Weißrücken-Kühe rum.
Ihr seht, wir haben viele bunte Kühe.
Das ist aber nicht nur -
also wir finden das toll, dass wir bunte Kühe haben,
aber das ist nicht der einzige Grund.
Wir züchten ein bisschen,
nicht nur nach der höchsten Leistung, sondern auch die Robustheit der Kühe
und schaffen trotzdem damit eine sehr gute Leistung,
von über 11.000 Liter im Herdendurchschnitt.
Deshalb haben wir mit der Art und Weise ganz zufrieden.
Wir haben unsere Kühe tatsächlich immer noch auf der Weide.
Das ist hier bei unserem Standort gar nicht mehr so üblich.
Wir haben
aber vor vier Jahren Roboter eingebaut und haben gesagt, wir machen das erst,
wenn es eine Möglichkeit gibt,
mit Robotern zu melken und trotzdem die Weide zu ermöglichen.
Wir haben ein Weidetor bekommen, mit dem der Weidegang geregelt ist
und wir haben tatsächlich nicht weniger Melkungen als die anderen Betriebe
hier in der Gegend, die auch mit Robotern unterwegs sind, aber keine Weidehaltung haben.
Wir lassen die auch draußen abkalben,
bis jetzt konnten wir das noch so praktizieren – sehen da auch viele Vorteile drin
aber nicht nur Vorteile.
Wir müssen das die nächsten Jahre weiter beobachten
mit Wolf und allen, ob wir das so weiter durchziehen können.
Zum Thema Fütterung, da
versuchen wir auf unseren Flächen alles anzubauen, was unsere Kühe brauchen.
Erst mal haben wir Weidegang.
Wir sind einigermaßen gut ausgestattet mit Grünland,
so dass wir das uns leisten können, Weide dafür zur Verfügung zu stellen.
Daneben haben wir natürlich Grassilo und Maissilo – die Grundfuttersorten.
Und wir haben auch noch Flächen, wo wir eigenes Getreide anbauen können,
was wir auch selbst einlagern und an die Kühe als Energiefutter verfüttern.
Somit wir zum großen Teil relativ autark sind,
wir müssen noch Milchleistungsfutter natürlich zukaufen.
Und die Eiweißkomponente.
Bei der Eiweißkomponente achten wir auch darauf, dass sie GVO-frei ist.
Das sind Rapsschrot und Ackerbohne.
Damit sind wir halt unabhängig und wir haben
regionale Produkte, die wir da an unseren Kühen verfüttern.
Und so möchten wir das ja.
Eine Besonderheit auf unserem Betrieb also für einen konventionellen Betrieb
ist bestimmt die Ammen-Kuhhaltung, die wir seit ein paar Jahren ausprobieren.
Dabei haben wir Kühe,
die vielleicht nicht mehr zum Roboter gehen,
aus irgendwelchen unterschiedlichen Gründen.
Die bekommen bei uns Kälber
von anderen Kühen und auch eigene unter gesetzt und ziehen die für uns groß.
Und wir müssen keine Kälber tränken und denken, dass es für alle ein Gewinn.
Also einige Sachen, die wir hier auf dem Betrieb machen,
die sind ein bisschen, vielleicht ein bisschen ungewöhnlich
für einen konventionellen Betrieb.
Wir versuchen immer, allen Tieren gerecht zu werden.
Natürlich.
Und wir versuchen auch auf jedes Tier einzugehen.
Individuell.
Das sind manche halt als Ammen-Kuh
und manche Kühe sind ein bisschen bunter, weil die, weil sich das so ergeben hat
mit der Zucht. Genau.
Trotzdem versuchen wir ein wirtschaftlicher Betrieb zu sein
und am Ende des Tages muss alles, was wir tun, auch Sinn ergeben.
Wir freuen uns,
dass wir euch unseren Betrieb und unsere Tiere einmal vorstellen durften.
Wenn ihr noch weitere Fragen dazu habt, dann könnt ihr
sehr gerne in die Kommentare schreiben.
Dann können wir euch dann noch mehr zu erzählen und zeigen.
Wir freuen uns aufs nächste Mal.