Sie sehen einen Ausschnitt aus dem Vortrag "Durchgang durch die Unsicherheit: Welche Türen können dabei aufgehen?" Mehr zu dem Thema finden Sie hier: Unsicherheit als Potenzial ➡️ https://bit.ly/3FQMyJV
▬ Akademie ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Hier finden Sie unsere Online-Kurse für Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Menschen in sozialen Berufen und ALLE Interessierten! ► https://www.rpp-institut.com/
Eine vierte Türe von der Wahlfreiheit zur Wesensfreiheit.
Wir können die Eigenschaft der Freude sogar noch tiefer bestimmen.
Was freut uns denn?
Bei wirklich existenzieller Unsicherheit heißt es ja nicht die Frage,
was soll ich machen?
Im Sinne unmittelbar jetzt hier ein Handeln, das mich im Moment entlastet,
sondern eher die Frage, was soll ich tun?
Also die Frage nach einer lebensentscheidenden neuen Haltung im Gesamten.
Hier kommt Freiheit ins Spiel und Freiheit ist natürlich Teil des Problems.
In unserer Kultur gilt Wahlfreiheit als ein hohes Gut.
Sie ist es auch in Dingen des Alltags, sie sollte geschätzt und ausgeübt werden.
Tatsächlich aber bleibt sie vordergründig.
Solange noch gewählt werden kann, ein simples Beispiel zwischen Schnitzel und Kotelett,
ist ein wirklicher Ernst der Entscheidung noch nicht aufgetreten.
Wir hatten schon von der Alternative gesprochen, dass sie vordergründig bleibt, ein Maybe.
Ich kann das nehmen, aber ich kann auch was anderes nehmen.
Ist das die wirkliche Freiheit?
Erster Übergang von der Wahlfreiheit zur Wesensfreiheit führt in die Tiefe meiner Existenz.
Am Beispiel der unsicheren Liebe lässt sich das rasch klar machen.
Solange wir noch wählen zwischen verschiedenen Bewerbern, wen liebe ich wirklich,
Hans, Fritz oder Otto, ist die Liebe offenbar noch nicht wirklich angesprungen.
Wir sind immer noch im Maybe.
Wer aber wirklich liebt, hat keine Wahl mehr, er will auch gar keine Wahl mehr.
So können wir nochmal das Wort Entscheidung lesen.
Die Scheidung der Zweifel wird aufgehoben, die Alternative verschwindet.
Der eine Weg löst sich freisetzend, kraftvoll wieder in eine bestimmte Richtung auf.
Jeder Imperativ ist eine Gnade, formulierte Josef Ratzinger einmal.
Jede richtige Entscheidung führt in die Eindeutigkeit.
Und solche Entscheidung ist kostbar und schwierig.
Kostbar, weil sie das eigene Wesen nun freisetzt und nicht der etwas Gleichgültiges zur Wahl stellt.
Damit ist das Schwanken beendet.
Augustinus, ein unübertrefflicher Kenner des menschlichen Herzens,
beschreibt allerdings auch die fatale Neigung zur Ausflucht.
Und zwar in dem Sinne, wir wissen selbst nicht, was wir wollen.
Das ist die Warnung.
Daher, der Gang in das eigene Wesen ist die eigentliche Aufgabe.
Das vordergründige Wählen entlastet nicht.
Aber endgültig zu wissen oder zumindest zeitweise zu wissen, was denn meinem Wesen entspricht,
ist ausdrücklich eine Türe, die aus der Unsicherheit führt.
Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!