Mayu über eine sehr STRENGE Erzieherin und ihre Erfahrungen in Japan

NihonGo
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14.12.2024
Konnichiwa Minna-san!
Herzlich Willkommen zu einem neuen Video von uns.
Es ist mega lange her, das letzte Mal.
Endlich wieder mal mit Mayu.
Wie geht's dir?
Mir geht's gut.
Was hast du gemacht all die Jahre, wo warst du?
Meine Haare sind lange gewachsen.
Ja, stimmt. Die sind echt lang geworden, ne?
Im Vergleich zum letzten Interview.
Ja.
Ja, wir haben gedacht, wir quatschen heute ein bisschen einfach mal.
Und so das Oberthema ist so ein bisschen Familie, Kindererziehung in Japan natürlich.
Und du hast direkt heute eine sehr lustige Geschichte erlebt,
weil du mit Louis auf einer Weihnachtsparty warst, ne?
Jetzt nicht vom Kindergarten, sondern von so einer Spielgruppe, könnte man sagen.
Was passiert, Mayu, was passiert?
Wie, was möchtest du von mir?
Also, du bist ja in der Gruppe, die Lehrerin oder Erzieherin ist ja so eine Showa-Japanerin.
Also die Showa-Zeit gibt es, die ist ungefähr so 40 Jahre her.
Also die Frau ist über 60 Jahre alt.
Genau, das ist so eine alte Japanerin nach altem Erziehungsstil sozusagen.
Ja.
Und die Lehrerin von der Gruppe, also sie war Erzieherin früher.
Und ich weiß nicht, warum sie jetzt sowas macht,
aber sie macht schon lange so eine Spielgruppe, kostet monatlich 7 Euro ungefähr,
so 1.006, 7 Euro.
Und einmal pro Woche gibt es, und sie macht schon lange sowas,
so für die 2, 3-Jährigen, 2, 3, 4-Jährigen.
Und ja, sie ist halt andere Generation, von der anderen Generation als ich.
Und sie denkt halt ein bisschen anders.
So zum Beispiel Mädchen müssen so einen Spiegelschrank, Spielzeug haben.
Ach, sowas wie Puppen oder Prinzessin oder so.
Ja, aber Jungen müssen so Bahnen, Autos, sowas müssen Jungs haben.
Und Louis hatte heute so eine Ansteckklammer für die Haare.
Und das war so ein Weihnachtsmannhut.
Und deswegen habe ich Louis so angezogen.
Und sie meinte direkt, Jungen machen sowas nicht.
Ja, aber man musste sich weihnachtlich verkleiden.
Und Jungen machen auch sowas, habe ich gesagt.
Ja, wie wäre das, wenn er vielleicht ein Schwul wäre oder so.
Das ist so gut.
Ja, ist halt so.
Sie denkt halt, weinende Kinder brauchen wir nicht.
So ein Motto hat sie irgendwie.
Weinende Kinder brauchen wir nicht, okay.
Wenn wir was machen zusammen, dann darf keiner weinen.
Dann ist es ein bisschen strenger.
Das wird jetzt gemacht, also machen das jetzt alle so.
Und wenn jemand so was macht, was ihr nicht gefällt oder so ein bisschen anders ist als die anderen,
dann sagt sie direkt so, nee, das geht nicht.
Also alle müssen gleich sein und keiner darf was so Auffälliges machen.
Sehr konservativ.
Ja, also das zeigt ja schon japanische Erziehung.
Als ich in der Schule war, durften wir als Kinder gar nichts machen, gar nichts anderes.
Man darf die Haare nicht färben, weil alle mussten schwarze Haare haben und sowas.
Und auf der Halloween Party von ihr war ich ein bisschen weiter weg von anderen Müttern gewesen.
Weil das einfach so zu voll war.
Und das war so eine Straße und die Verkäufer von den Läden, kleinen Läden,
haben dann Kindern so Süßigkeiten gegeben, wenn man so Trick or Treat oder so sagt.
Und weil das so voll war und weil das eine Straße war,
da sind nicht nur wir, also Mütter von der Gruppe, sondern auch normale Passanten.
Und deswegen war ich ein bisschen weit weg, um nicht anderen zu stören.
Und sie meinte direkt so, vielleicht war das in Deutschland okay,
aber in Japan muss man immer so zusammen mit der Gruppe sein oder so.
Ich war nur drei Jahre in Deutschland.
Aber sie denkt halt irgendwie, ich bin anders, ich bin ausländisch oder keine Ahnung.
Sie sagt immer, sie sagt jedes Mal so,
Louis, der hat einen ausländischen Vater und zwar einen deutschen Vater.
Sie sagt das jedes Mal.
Alle wissen das schon.
Und ich musste irgendwie heute das Mikro von Meike beim Singen halten,
weil ich einen ausländischen Mann habe. Keine Ahnung.
Was hast du für einen Grund?
Sie macht gerne so ein bisschen Diskriminierung.
Wie gefällt dir das? Findest du deinen Erziehungsstil gut?
Ich finde das so vollkommen okay.
Also mir stört das nicht. Mich stört das nicht.
Mich stört das nicht. Ist okay. Also egal, was sie sagen.
Also ich finde, Kinder können auch weinen, wenn sie weinen wollen.
Kinder können auch was anderes machen, wenn sie was anderes machen wollen.
Jungs können auch eine Haarspange haben in den Haaren, wenn die lang sind.
Finde ich so. Aber sie denkt halt anders.
Und ich akzeptiere das, dass sie auch so denkt.
Sonst wäre sie auch nicht da. Du könntest ja einfach nicht mehr hingehen.
Du musst ja gar nicht hingehen.
Ich muss ja nicht hingehen, aber jedes Mal sehe ich die Unterschiede.
Aber ist ja eigentlich ganz interessant, oder?
Haben wir vielleicht erzählt, dass ein Junge geschimpft wurde?
Nee, hast du noch nicht erzählt.
Ein Junge hat was anderes gemacht, bzw. sie hat so einen Stab gehabt,
der lag einfach am Boden. Deswegen hat ein Junge den genommen und gespielt,
weil er einfach anfassen wollte. Und sie ist direkt hingegangen.
Man darf sowas nicht machen. Und sie hat allen anderen gesagt,
ist das okay, wenn jemand so den Stab anfasst?
Wie gut ist die denn?
Alle Kinder sagen nein.
Dann wird der voll fertig gemacht, vor der Gruppe.
Aber das wäre genau das Richtige für mich, Mann.
Das ist ein Mobbing, Mann.
Würdest du sagen, das ist der Standard? Oder eher Showa?
Ich weiß es nicht. Aber vielleicht ist das noch üblich
bei den Erzieherinnen in Japan.
Es gibt auf jeden Fall auch andere Orte.
Lui ist zum Beispiel in einem Kindergarten, wo das überhaupt nicht so ist.
Das ist eigentlich genau das Gegenteil.
Aber Lui hat bei beidem Spaß anscheinend.
Er hat im Kindergarten Spaß, aber er hat auch dort Spaß.
Es gibt verschiedene Orte.
Es gibt ja auch in Japan Kindergärten, die auch nach Steiner folgen.
Es ist eigentlich ein großes Angebot, könnte man sagen.
Der Standard ist vielleicht eher so wie das, was du jetzt beschrieben hast.
Vielleicht ein bisschen lockerer, weiß ich nicht.
Ich weiß nicht, ob das lockerer ist,
weil die Erzieherinnen, die wir als Eltern sehen,
und wenn nur Kinder da sind...
Das ist nochmal anders.
Wenn ich auf dem Spielplatz die Erzieherinnen sehe,
die wirken immer ziemlich überfordert.
Überfordert, gestresst und genervt.
Ist ja auch eigentlich so eine Black-Firma, könnte man sagen.
Wir wissen ja von deiner einen Freundin, die das gemacht hat,
dass das ziemlich ein harter Job ist, diese Erziehungsgeschichte
mit vielen Überstunden und vielen verrückten Dingen und allem.
Aber man findet auf jeden Fall auch anders.
Wenn ihr jetzt in Japan wohnt, ihr müsst nicht und sagt,
ach du Scheiße, das finde ich ja gar nicht okay.
Es gibt genug Orte, die nicht so sind.
Vor allem wenn ihr in Osaka oder großen Städten wohnt,
meistens gibt es da Alternativen.
Je nach Kindergarten sehr unterschiedlich.
Man muss ein bisschen suchen.
Du hast ja auch viel gesucht.
Genauso in Deutschland.
In Deutschland gibt es ja auch Kindergärten,
wo es mega streng ist.
Oder wo es zu locker ist,
oder wo komische Sachen gemacht werden mittlerweile.
Da gibt es ja auch einiges.
Eine Sache, die jetzt ein bisschen weg ist vom Kindergarten,
die mich interessieren würde.
In Japan bekommen ja nicht mehr so viele Frauen Kinder.
Aber jetzt sind wir ja natürlich im Kindergarten mit vielen Müttern.
Ist dein Eindruck, dass die älter sind,
wenn die ihr erstes Kind bekommen?
Oder dass du jung bist unter den Müttern?
Oder eher nicht?
Ich weiß, die Japanerin, die ich kennengelernt habe,
den folge ich ja noch auf Instagram.
Die haben jetzt alle, so wie wir ungefähr, die Kinder bekommen.
Aber die Freundinnen oder Frauen, die ich kannte aus Deutschland,
aus der Uni, da haben viele noch nicht mal geheiratet,
kein Kind in Sicht oder so.
Aber meine Freundinnen aus der Uni haben noch keine Kinder.
Die aus der Uni, die ich kenne, die haben irgendwie alle Kinder fast.
Woran das liegt, man weiß es nicht.
Die einen auf jeden Fall.
Sieht nicht so aus.
Aber bist du die Jüngste da?
Ich bin immer die Jüngste.
Nicht immer, aber oft.
Einige haben schon ihr zweites oder drittes Kind.
Ja, ja.
Bei der Spielgruppe ist Rui das einzige Kind.
Das einzige, das erste Kind.
Er ist das Einzige, das keine älteren Geschwister hat.
Und bei Ruis Kindergarten, die Mütter sind auch viel älter als ich.
Ungefähr zehn Jahre Unterschied.
Aber die meisten haben auch ältere Geschwister.
Ich glaube, generell geht der Trend ein bisschen dahin,
dass die auch älter werden beim ersten Kind.
Ich glaube, der Durchschnitt liegt bei 31 Jahren mittlerweile.
Und du warst 25, bei Rui.
Eine Mutter von der Gruppe hat sechs Kinder.
Wow.
Das ist schon viel.
Aber noch 34 Jahre alt.
Da hat es sich aber beeilt.
Sie hat mit 23 angefangen, meinte sie.
Oh, geht aber.
Und jedes zweite Jahr.
Ach du liebe Zeit.
Das ist schon einiges.
Ja, okay.
Das soll es auch gewesen sein.
Heute mal ein kleines Interview.
Möchtest du noch etwas sagen?
Nein.
Vielen Dank für deine Story, Mayu.
Von der Erzieherin aus der Spielgruppe.
Die finde ich immer lustig und interessant.
Ich finde, sie ist nicht falsch oder sowas.
Es ist halt anders.
Und interessant.
Das mal zu sehen.
Ich kann ja auch verstehen, wie sie denkt.
Weil das so standard japanisch war früher.
Man kann sich halt auch selbst entscheiden.
Es ist nicht so, als müsste man da hingehen.
Mayu sagt ja, ich gehe da jetzt mit Rui hin.
Wenn man das nicht gut finden würde,
könnte man ja auch sagen, ich gehe da nicht mehr hin.
Ich denke, Rui sollte beides erfahren.
Beziehungsweise Rui sollte viele Sachen erfahren.
Denke ich so.
Weil wenn man nur auf einer Seite ist,
dann denken Kinder, es gibt nur solche Menschen auf der Welt.
Aber um zu sehen, dass es andere auch gibt,
finde ich die Frau und den Kindergarten
beide so eine gute Kombination.
Ein Gleichgewicht.
Weil unser Kindergarten sehr offen ist.
Sehr offen.
Alles klar, das soll es gewesen sein.
Vielen Dank fürs Zusehen.
Schaut gerne in die Videobeschreibung.
Dann gibt es Rabatt-Links zu meinen Online-Kursen,
meinem Buch und meiner Ko-fi-Seite,
über die ihr in den Abspann dieser Videos gelangt.
Tschüssi!
