"Das Geschenk" - Martin Pröbstle | 14.12.2024

Seminar Schloss Bogenhofen
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20.12.2024
Wenn er dich am Brunnen finden würde, dort wo du mit deinen zerbrochenen Träumen hingehst,
er hätte eine Freude mit dir zu reden. Er wünscht sich nichts mehr.
Die größten Geschenke haben keine Schleife drum.
Vielen, vielen Dank für dieses musikalische Geschenk, das ihr uns bereitet habt.
Wochen vorbereitet, wochenlang eingepackt und heute zu unseren Herzen gesungen.
Gesungen von dem Geschenk. Danke dafür.
Ihr Lieben, ich habe ein Experiment mit euch vor, gleich zu Beginn.
Setzt also eure wissenschaftlichen Brillen auf.
Es wird Zeit, dass wir miteinander schwierige Aufgaben lösen.
Wie ich versprochen habe, den Kindern wird die erste Frage für einige der Kinder leicht sein, für andere schwierig.
Mal schauen, wie ihr das denkt. Ich zeige euch jetzt mathematische Aufgaben.
Ja, ihr hättet nicht gedacht, dass es am Sabbat auch um Mathe geht, aber heute ist das so.
Also strengt euch an, vor allem hier das ORG, die jetzt da oben sitzen.
Macht mal die ersten Aufgaben mit.
Sagt ganz leise die Lösung vor und der Nachbar korrigiert, ob das stimmt.
Seid ihr bereit? Ihr habt nicht viel Zeit.
Erste Aufgabe.
Wow, Kinder seid super.
Zweite Aufgabe.
Toll, ihr seid voll drauf.
Dritte Aufgabe.
Nicht lachen, lösen.
62, ich habe hier schon einen, der es gefunden hat.
Okay, 62.
Wenn du noch fragst, wie das geht, musst du nachher den Max fragen.
Vierte Aufgabe.
Manche fragen sich, was die 3 da oben macht. Wo ist die Fußnote?
Ich höre noch keine Lösung.
125.
So, und jetzt machen wir eine kurze Pause.
Macht genau das, okay?
Schau auf den Punkt.
So lief ungefähr das Experiment ab, das man so 1997 gemacht hat mit einer Studiengruppe.
Man hat versucht Aufgaben zu stellen, ein bisschen schwieriger als ich sie jetzt gestellt habe,
aber ich dachte, wir wollen es angenehm halten für den Sabbat.
Und dann kam eine Pause und dann kamen die nächsten Aufgaben.
Während die Aufgaben gelöst worden sind, haben die Leute irgendein Gerät um sich herum gehabt,
so eine große Röhre, die da über den Kopf geht.
Sie befanden sich in einem MRT drin und man nennt es funktionelles MRT,
eine funktionelle Magnetresonanztomographie, die also das Hirn durchstrahlt
und die in diesem Fall die Stellen aufnimmt, bei denen mehr Sauerstoff im Blut zu gewissen Gehirnarealen kommt.
Und dieses sauerstoffreiches Blut, das da in die Areale transportiert wird, das ist die Theorie,
und das stimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit, zeigt an, welche Gehirnareale am meisten funken,
sozusagen am meisten Sauerstoff jetzt brauchen, weil sie aktiv sind.
Und während sie das Experiment gemacht haben, haben sie festgestellt,
einer von denen, ja Moment mal, wenn wir eine Pause machen, dann funkt es ja da einfach weiter.
Und dem ist etwas aufgefallen, dass da andere Stellen plötzlich aufleuchten,
die während des Experiments nicht aufgeleuchtet sind.
Und er hat es weiter gesagt und der Leiter des Experiments sagte, das ist aber interessant,
vielleicht sollten wir das Experiment mal andersrum machen und die Zeiten aufnehmen,
wenn wir sie nicht fragen und wenn sie nicht nach Lösungen im Gehirn nachdenken.
Das haben sie dann gemacht und dann wurde diese Studie veröffentlicht, 1997.
Und inzwischen sind wir uns absolut sicher, was aufleuchtet, wenn wir nichts tun.
Wenn ihr glaubt, ihr tut nichts, wenn ihr nur auf einen Punkt schaut,
wo nichts tut und denkt und keine Lösung habt, dann leuchtet das auf bei euch.
Bei allen von euch, hätten wir jetzt so ein kollektives, funktionelles MRT,
also da leuchtet das auf und weil sie wussten, welche Areale da aufleuchten,
das ist bekannt, haben sie sich folgende Schlussfolgerung gedacht.
Wenn wir nichts tun, dann leuchtet unser, haltet euch fest, ein englischer Begriff,
Default Neural Network auf.
Zu deutsch vielleicht so etwas wie der Ruhezustandsnetzwerk in unserem Gehirn.
Und das Ding hat den Namen soziales Netzwerk.
Wenn wir nichts tun, leuchten die Areale auf, die aufleuchten auch,
wenn wir über andere Menschen nachdenken und über uns.
Wenn wir an die Vergangenheit schauen oder in die Zukunft,
wenn wir über Beziehungen nachdenken.
Und ich finde es hochspannend.
Wenn du nichts tust, bist du im Ruhemodus des beziehungsdenkenden Wesens.
Wenn du nichts tust und zum Ruhezustand zurückkehrst,
dann ist das, was dein Gehirn tut, die Areale befeuern,
die mit sozialen Beziehungen zu tun haben.
Mit dem, wer du bist, wer die anderen sind für dich.
Wenn du nichts tust, wenn du nicht arbeitest und konzentrierst,
was du bei der Arbeit machen willst und einfach zum Beispiel nur Tag träumst,
dann läuft dein Gehirn im sozialen Modus.
Wir sind geschaffen, um soziale Wesen zu sein.
Einer der Forscher, Matthew Lieberman, er arbeitet als Psychologe an der UCLA,
University of California in Los Angeles, sagt dazu in einem Interview,
jedes Mal, wenn wir eine Form des nichtsozialen Denkens beenden,
schaltet sich das Netzwerk des sozialen Denkens reflexartig wieder ein.
Fast augenblicklich geht das los.
Wir glauben, wir ruhen, aber in Wirklichkeit sind wir vertraten,
um soziale Beziehungen zu führen, soziale Menschen zu sein.
Ich glaube, das ist Gottes Geschenk an uns.
Wir sind vertraten in unserem Gehirn für Beziehungen.
Wir sind sozial ausgerichtet und wir sind Bild Gottes.
Erlaubt mir darum die Frage, wie ist das bei uns Menschen?
Spürt ihr das, dass ihr Beziehungen braucht, Beziehungen sucht, Beziehungen wünscht?
Vivek Murthy in seinem Bestseller, New York Times Bestseller Together,
sagt, selbst wenn wir uns dessen nicht bewusst sind,
selbst wenn wir uns für zutiefst introvertiert und aufgabenorientiert halten,
und da gibt es ja einige unter uns, die so sind,
verbringen wir die meiste Zeit damit, über andere nachzudenken.
Lieber man, zur Folge liegt das zum großen Teil daran,
dass unsere Beziehungen zu anderen Menschen uns definieren.
Wenn das so ist und wir Menschen Bild Gottes sind,
darf ich dann die Frage stellen, wie ist es bei Gott?
Wie ist es bei dem Menschen schlechthin, dem echten Menschen, Jesus Christus?
Was würden wir entdecken, wenn wir Jesus,
lasst mich so sagen, was würden wir entdecken,
wenn Jesus sich in eine Röhre schieben lässt,
damit wir ein funktionelles MRT von seinem Gehirn machen können,
wenn er nichts tut?
Was würde da aufleuchten?
Was würde da erstrahlen?
Sein soziales Gehirn?
Meine Vermutung, ja.
Sein soziales Netzwerk würde blitzen,
weil das Jesus ist.
Der Erschaffer unseres Gehirns.
Der uns so vertratet hat, dass das passiert.
Mach das, weil das das ist, was auch er tut.
Glaubt ihr mir?
Das Johannesevangelium studieren wir jetzt schon ein Vierteljahr.
Knapp.
Das Johannesevangelium hat eine Allee am Anfang.
Ich nenne es die Schlossallee.
Die Schlossallee führt zu diesem wunderbaren Schloss des
Johannesgebäudes hin.
Wenn wir einfach mal die ersten 18 Bäume dieser Allee zählen
und uns anschauen und nur mal schauen,
was wird da über Jesus gesagt, wie er ist und was er tut?
Was entdecken wir da?
Wir entdecken folgende Sätze.
Er war das Wort.
Ein Wort ist etwas, das immer etwas beschreibt,
was zwischen einer Person A und einer Person B geschieht.
Ein Wort muss gesprochen.
Ein Wort will gehört werden.
Wenn du in deiner Küche einsam vor dich hinredest,
während du das Rezept zusammenbackst,
interessiert das wahrscheinlich niemanden mehr.
Wenn nicht dein Mann ist, das zuhört und sagt,
ich gebe dir jetzt die Sachen gleich dazu.
Ein Wort wird gesprochen und verbindet Person A mit B.
Er ist das Wort.
Alles wurde durch ihn.
Er ist das Verbindungsglied zwischen Gott und der Welt.
In ihm war das Leben.
Er war das Licht der Menschen.
Merkt ihr da die Beziehung?
Licht für die Menschen.
Er scheint in der Finsternis.
Er kommt in die Welt.
Er erleuchtet jeden Menschen.
Er war in der Welt.
Er kam in das Sein.
Er wurde aufgenommen.
Er gab Recht, Gottes Kinder zu werden.
Für mich erstrahlen diese Sätze in einem sozialen Gehirn von Gott.
Er ist der, der Beziehung sucht.
Er ist der, der in Kontakt treten will mit den Menschen, mit der Welt.
Und er tut das mit Haut und Haar.
Mit allem, was er hat.
Er wurde Fleisch.
Er wohnte mitten unter uns.
Wenn ich das anschaue, dann muss ich sagen,
das Johannesevangelium beginnt damit,
dass es Jesus Christus als ein Beziehungswesen darstellt.
Ja, ich weiß, der Prolog im Johannesevangelium ist hohe Theologie.
Oh, und da gibt es Dissertationen dazu.
Braucht nur meinen Freund Wilson Parosky fragen,
der dazu zwei Jahre verbracht hat, es niederzuschreiben.
Hohe Theologie.
Aber es ist auch tiefe Beziehung.
Die da bereits gezeigt wird und dann im Evangelium weitergemacht wird.
Ihr seid vertratet für Beziehung.
Das macht es uns manchmal schwer, nur eine kleine Fußnote.
Dieses eine Ding da, was ich jetzt zum Glück nicht dabei habe,
aber viele von euch mithaben.
Das gaukelt uns Beziehung vor.
Das knüpft und dockt an dein soziales Gehirn an,
weil es scheint, dass wir mit diesem Ding
soziale Beziehungen pflegen können.
Und manchmal geht das auch.
Ich finde es ja nicht schlecht, wenn man jemanden anruft,
wenn man jemandem was schreibt, wenn man Kontakte herstellt.
Hey, aber Hand aufs Herz.
Wie viel Zeit verwenden wir für andere Dinge mit diesem Ding?
Und wir denken, es bringt soziale Beziehung.
In Wirklichkeit ist es so, dass es genau das nicht bringt.
Sieben- bis Zwölfjährige Kinder werden durch dieses Ding sehr abgelenkt.
Aber nicht nur die.
In einer Umfrage von sieben- bis Zwölfjährigen,
einige tausend Kindern in den USA, haben die gesagt,
unsere Eltern sind nicht aufmerksam.
Sie sind abgelenkt.
Auf die Folgefrage, warum denn, war die deutlich höchste Antwort.
Das Ding lenkt sie ab.
Eltern wie Kinder.
Wir Menschen sind für soziale Beziehungen geschaffen.
Was immer uns soziale Beziehung verspricht,
ergreifen wir und wollen es haben.
Aber manchmal greifen wir vielleicht nicht beim Richtigen zu.
Wie ist das?
Jesu Tun strahlt von Beziehung.
Überhaupt.
Das ganze Evangelium zeugt davon,
dass Jesus gekommen ist, um Menschen Leben zu bringen.
Und zwar Leben in ganzer Fülle.
Also auch Leben in einem sozialen Netzwerk.
Wir haben das, weil er unser Erschaffer ist.
Es ist Jesu Ruhemodus.
Und es ist auch Jesu Modus Operandi.
Seine Art des Handelns.
Wir sollten unser soziales Netzwerk
im Gehirn einfach auch mal Raum und Zeit schenken,
damit es arbeiten kann.
Man nennt es zum Teil auch prosoziales Verhalten.
Prosoziales Verhalten meint,
dass man durch sein eigenes Verhalten,
durch sein Tun das Wohlwollen einer anderen Person
steigern möchte, fördern will.
Es ist schon längst kein Geheimnis mehr,
dass prosoziales Verhalten auch für eine Person selbst zubei ist.
Man lebt länger, man lebt glücklicher.
Die Qualität des Lebens ist besser.
Man strahlt, wenn man jemandem ein Geschenk gibt.
Fast so sehr wie der, der strahlt, wenn er das Geschenk bekommt.
Nein, eigentlich strahlt man noch mehr.
Die Untersuchungen zeigen klar,
wer sich prosozial verhält, wird am meisten davon profitieren.
Es ist so, wie Sophia vorgelesen hat.
Apostelschichte 20, 35.
Denkt immer an die Worte, die Jesus, der Herr, selbst gesagt hat.
Ihr könnt nachschauen, was Paulus hier zitiert,
findet sich nirgendwo im Evangelium.
Aber wenn ihr das Johannesevangelium anschaut
und seht, was Jesus da macht,
dann ist das genau das, was er sagen könnte.
Und was er gesagt hat.
Geben bringt mehr Glück als Nehmen.
Fast wäre es auch im Gebet gefallen, dieser Satz.
Ich habe genau hingehört.
Bei der Gartensammlung beten wir das manches Mal.
Geben macht also glücklicher als Nehmen.
Eine psychologische Tatsache.
Freundliche Taten, die sich klein anfühlen,
haben eine große Wirkung auf andere.
Und auf einen selbst.
Aber wir unterschätzen das.
Permanent unterschätzen wir das.
Margaret Echelbarger und ihr Team von der Universität von Chicago
haben am 25. Mai 23 eine Untersuchung veröffentlicht,
die zeigt, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene unterbewerten,
wie sehr kleine Taten der Großzügigkeit
die Stimmung anderer aufhellen kann.
Und weil sie es unterbewerten, deshalb nicht tun.
Wow, wie schlimm ist das?
Ich mache etwas nicht, weil ich denke,
ach, das ist egal.
Warum soll ich dem einen Zettel geben?
Warum soll ich mein Lesezeichen anmalen und jemandem schenken?
Schaut er sich an und in einer Woche ist es vielleicht vergessen.
Wir denken manchmal so, aber so ist es nicht.
Der Beschenkte achtet das Geschenk um so viel mehr,
als wir es uns vorstellen.
Und wir erleben etwas, was wir uns vorher auch nicht ausgedacht hatten.
Es gibt drei einfache Wege, jemand anderem den Weg zu verschönern.
Man kann ein ehrliches Kompliment machen,
man kann mit einem kleinen Geschenk überraschen
oder zum Beispiel eine handgeschriebene Notiz zustecken.
All das könnt ihr ohne Geldaufwand heute jemandem tun.
Ihr braucht euch nur eins aussuchen.
All diese Dinge haben auch gleichzeitig mit Aufmerksamkeit zu tun.
Du musst beobachten, was du bei jemandem toll findest,
um ihm ein echtes Kompliment zu machen.
Das bedeutet aufmerksam sein.
Ein kleines Geschenk als Überraschung.
Naja, du willst nicht jemandem,
wie ich das in der Zeit online gelesen habe in dieser Woche,
ein altes Buch schenken, bei dem die Larven herausfliegen,
die da gepresst und tot sind.
Das macht keinen Sinn.
Das ist kontrasozial.
Aber du überlegst dir, was könnte ich denn jemandem schenken?
Worüber freut sich die Person?
Aufmerksam dein soziales Netzwerk im Gehirn aktivieren
oder eine handgeschriebene Notiz zuführen.
Da ganz sicher überlegst du dir, was du da schreibst,
weil wir ja gar nicht mehr so oft schreiben mit der Hand.
Ablenkung, das kennen wir.
Aber Aufmerksamkeit bedeutet, dass mein soziales Hirn aktiv ist.
Unsere Aufmerksamkeit ist ein kostbares Gut.
Und es ist ein Geschenk, das wir jederzeit schenken können.
Jederzeit.
Gehst du aufmerksam durch die Welt,
hast du so diesen Jesus-Modus, der sagt,
der Mensch im Zentrum, der Mensch ist die Nummer 1.
Was braucht er?
Wie geht es ihm?
Wie verhält er sich?
Und warum ist das so?
Warum ist er vielleicht pampig an dieser Stelle?
Hat er was erlebt, was nicht gut war?
Wie aufmerksam gehen wir durchs Leben?
Geschenke.
Die Stadt Anaheim in Kalifornien hat sich das zum Motto gemacht.
Rechts das offizielle Logo.
Anaheim established 1857.
Aber City of Kindness, das ist das Motto seit 2010.
Tom Tate, Bürgermeister von Anaheim,
von 2010 bis 2018 hat das für sich auf die Fahnen geschrieben
und hat es auf die Fahnen der Stadt geschrieben.
Deswegen ist er Bürgermeister geworden.
Sein Motto war, make kindness contagious.
Also so wörtlich übersetzt, mach die Freundlichkeit ansteckend.
Dass Freundlichkeit sich verbreitet.
Freundlichkeit ist der neue Trend in Anaheim.
Vielleicht kennt ihr Anaheim, weil ihr Disneyland kennt.
Das ist dort in Anaheim.
Manche Leute denken, wenn Disneyland dort ist,
ist es nicht schwer, dass die Leute freundlich sind.
350.000 Einwohner werden von dem Bürgermeister aufgerufen,
freundlich zu sein.
In einem Standardartikel, österreichische Zeitschrift,
über den Bürgermeister Tom Tate und Anaheim von 2017,
berichtet der Reporter, dass in dem ersten Jahr
der Bürgermeister gesagt hat,
wir wollen in diesem ersten Jahr gleich an die Schulen gehen.
Sprich Bogenhofen und so.
Und wir möchten, dass alle Schüler und Studenten
eine Million freundliche Taten machen in diesem Jahr.
Und die Lehrer haben die Aufgabe, sie zu zählen.
Kein Scherz.
Eine Million freundliche Taten.
Könnt ihr euch vorstellen?
Die Kinder, wie sie dann denken, was könnte ich an Freundlichkeit tun?
Und die Lehrer, die ständig aufpassen müssen,
okay, wo geschieht jetzt Freundlichkeit?
So viel Aufmerksamkeit für Freundlichkeit.
Unglaublich.
Jedes Jahr hielt dieser Tom Tate eine Rede zur Nation.
Nein, eine Rede zur Stadt.
Und erzählt dann in dieser Rede, was so alles in der Stadt passiert.
Er hat immer einen Abschnitt über The City of Kindness.
Und berichtet über Taten.
Und ein Feuerwehrmann nach einem Löscheinsatz,
der den Helm runternimmt, an einen Kinderwagen hinkniet
und ein Baby anlächelt.
Kleiner Akt der Freundlichkeit.
Menschen, die aufmerksam sind und Freundlichkeit verbreiten.
Dieser Slogan finde ich echt gut.
Mach Freundlichkeit ansteckend.
Sei freundlich, es ist fast immer das Richtige.
Das Geschenk der Freundlichkeit steckt an.
Und jetzt komme ich zu dieser vierten Aufgabe.
Fünf hoch drei.
Ich habe das adaptiert von David Hamilton.
Selber jemand, der viel über die Psychologie schreibt und redet, spricht.
Er sagt, das Geschenk der Freundlichkeit steckt auf drei Arten an.
Erstens, wenn uns jemand Freundlichkeit schenkt,
fühlen wir uns gut und richtig gut.
Es ist, als würden wir auf einer emotionalen Welle surfen
und in dem Moment sind wir bereit, auch gerne Freundlichkeit weiterzugeben.
Oder zweitens, Freundlichkeit wirkt befreiend.
Wenn du unter Sorgen und Stress stehst und jemand schenkt dir Freundlichkeit,
dann wird der Druck gelöst und du wirst plötzlich frei,
dass du selber merkst, dass in dir Freundlichkeit drinsteckt
und du kannst sie geben.
Und drittens, Freundlichkeit macht Schule.
Ist eine Person zu einer anderen Person freundlich,
dann sehen das womöglich andere.
Und wenn wir sehen, wie sich jemand großzügig und freundlich oder hilfsbereit verhält,
dann sage ich mir, das will ich auch tun.
So will ich auch sein.
Wir lassen uns anstecken.
Man nennt das tatsächlich soziale Ansteckung.
Jemand anders hat es vor 100 Jahren so gesagt,
durch das Betrachten werden wir verändert.
Allein anschauen, wie jemand freundlich ist, wird dein Leben ändern.
Deswegen schau auf Menschen, die freundlich sind.
Wenn wir das tun, verbreitet sich das unglaublich.
Wenn ein Mensch zu einem anderen freundlich ist,
so hat dieser David Hamilton ausgerechnet,
könnte er genug Energie haben, um 5 andere Menschen freundlich zu sein.
Und diese sind dann wieder jeweils zu 5 anderen Menschen freundlich.
Und diese noch einmal in der dritten Potenz oder im dritten Grad
sind das schon 125 Menschen,
die von einer freundlichen Tat angesteckt worden sind.
Das ist die Hälfte, die hier sitzt.
Wir bräuchten eigentlich nur 2 Menschen,
die hier freundlich miteinander umgehen.
Und die anderen lassen diese Freundlichkeit durch sich durchfließen.
Und am Ende gehen 250 Menschen freundlich nach Hause.
Und stecken wie viele an?
5 hoch 4.
Das ist die Macht, die Jesus entzündet hat.
Und die auch im Johannes-Evangelium beschrieben ist.
Daran wird die Welt erkennen.
Dass ihr meine Freunde seid,
wenn ihr freundlich zueinander seid.
Setzt sie Liebe ein und es passt auch.
Jesus ist ein geniales Vorbild darin.
Kurzer Durchgang durchs Johannes-Evangelium.
Die Texte sind euch bekannt.
Wenn ihr denkt, heute lesen wir keine Bibeltexte, mag stimmen.
Aber ich hoffe, dass sich in eurem Gehirn diese Bibeltexte abspulen
und ihr versteht, das ist zutiefst essentiell, was wir hier besprechen.
Das ist Christsein pur.
Schaut euch Jesus an.
In Kapitel 2, seine erste offizielle Tat im Johannes-Evangelium.
Das Ehepaar startet mit einem Schandfleck.
Es gibt zu wenig zu trinken.
Das würde die ganze Ehe unter einen unglücklichen Stern stellen.
Und wäre in der Ehre-Schande-Kultur damals einfach nur eine Katastrophe.
Aber Jesus, der Hochzeitsgast, der hat anderes vor.
Er nimmt an diesem kleinen Familienfest teil.
Klein, wahrscheinlich hat das ganze galiläische Dorf Kanada daran teilgenommen.
Über die Tage.
Er feiert, er freut sich mit.
Er isst, er trinkt, er lacht, er tanzt.
Gegen Ende des Festes rettet er das Hochzeitspaar vor einem sozialen Desaster.
Und weist mit dem in Wein verwandelten Wasser darauf hin, dass er gekommen ist,
damit alle rein werden können durch sein Blut.
Ellen White drückt es so aus zu dieser Stelle.
Dadurch zeigt er sein Mitgefühl für die Menschen
und sein Verlangen, ihr Leben glücklich zu machen.
Das ist, was Jesus am Herzen trägt.
Mitgefühl und das Verlangen der anderen Menschen glücklich zu machen.
Wenn ihr ein bisschen weiterlest in Sieg der Liebe auf Seite 133, 134,
gebt das euch einmal, was da steht.
Ich fasse das so zusammen.
Geselliger Umgang ist essentiell, um Menschen zu erreichen.
Wer soll ihnen dort begegnen, wo sie sind?
Jesus in jede Begegnung mitnehmen.
Wer versucht, seinen Glauben zu bewahren, indem er ihn hinter Steinmauern versteckt,
zum Beispiel in der Örtlichkeit der Adventgemeinde,
verliert wertvolle Gelegenheiten, um Gutes zu tun.
Jesus schenkt Begegnung.
Selbst in den ungewöhnlichsten Stunden ist Jesus bereit für ein Gespräch.
Ich stelle mir seinen Tag vor.
Der war ausgefüllt.
Matthäus beschreibt es so.
Lehren, predigen, heilen, heilen, heilen, predigen, heilen, heilen, heilen.
Jesus muss ausgelaugt sein am Abend.
Dann geht die Nacht unter und die Leute gehen ins Bett,
aber da steht Nicodemus erst auf und geht zu ihm,
weil er nicht gesehen werden will, weil es peinlich wäre und so weiter.
Jesus nahm sich Zeit.
Das ist erstaunlich.
Von den kostbaren Nachtstunden der Erholung,
von den Nachtstunden, die Jesus manchmal für das Gebet gebraucht hat,
opfert er Zeit für einen Menschen,
von dem er glaubt, dass er sein Freund werden würde.
Jesus schenkt Zeit.
Die einsame Frau mit ihren sozialen Bedürfnissen.
Jesus, der Gesprächspartner.
Wir wissen natürlich, was an dem Foto in dem Album,
das Johannes zusammenstellt, alles falsch ist.
Das kennen wir zu gut.
Der Rabbi Jesus spricht allein mit einer Frau.
Die Frau ist Samariterin und damit schon verfeindet.
Juden und Samaritaner essen und trinken nicht aus demselben Gefäß.
Punkt.
Zu verlangen, gib mir ein wenig Wasser, ist ein absolutes Unding.
Lieber verdurstet der Jude.
Zweifelhafter Ruf der Frau.
Sie will niemanden treffen, deswegen ist sie jetzt da.
Wir wissen, was an diesem Foto alles falsch ist,
aber Jesus kümmert das nicht.
Jesus schenkt ihr Aufmerksamkeit.
Er hört zu.
Er gibt ihr Zeit.
Auch im Gespräch gibt er ihr Zeit.
Er drängt nicht.
Er führt, er leitet.
Und wir wissen, was passiert.
Das ist eine Unterhaltung, die lebensverändernd ist.
Ich glaube, Jesus erlebt das ein bisschen so,
wie das Georg Friedrich Händle erlebt hat,
als er den Messias schrieb.
In nur wenigen Wochen ununterbrochener Arbeit,
in der er oft vergaß, für längere Zeit zu essen,
so wird es uns berichtet,
wird er von der Musik so hingerissen,
dass alles schnell auf Papier bringt.
Und er nachher sagt,
das war wie eine wundervolle erhabene himmlische Vision,
die ich da erlebt habe.
So eine Art Hochgefühl musste der Messias selbst haben.
Denn er sagt hier doch,
dass er eine andere Speise hat zu seinen Jüngern,
als ihm zu sagen, warum isst du nichts?
Ich habe genug zu essen.
Er hat diese Vision von dem weißen Weizenfell,
das reif ist zur Ernte.
Eine Vision von Menschen,
die nur darauf warten,
dass seine Jünger hingehen,
soziale Kontakte schließen
und sie bekannt machen mit der Quelle aller Liebe.
Für Jesus war dieses Gespräch
das absolute Highlight des Tages.
Wenn er dich am Brunnen finden würde,
dort, wo du mit deinen zerbrochenen Träumen hingehst,
er hätte eine Freude, mit dir zu reden.
Er wünscht sich nichts mehr.
Und dann wird eine Frau,
die keinen Ausweg mehr hat, zu ihm gebracht.
Und Jesus ist der barmherzige Retter.
Diese Geschichte packt mich oft persönlich in Johannes 8.
Die Frau kann absolut nichts mehr tun.
Sie ist in eine Sackgasse gelangt.
Eigentlich in eine Einbahnstraße,
die mit dem Tod endet.
Sie weiß das.
Aber in der Einbahnstraße steht einer.
Nein, er sitzt.
Und er kritzelt in den Sand.
Und das ist für diese Frau der neue Anfang.
Jesus, der Vergeber, der Versöhner.
Jesus, der Wunden verbindet und heilt.
Auch die seelischen.
Gerade die seelischen.
Jesus schenkt immer Aufmerksamkeit und Liebe.
Liebe ist ein Stück Opfer.
Aber ein Opfer, das einen selbst reich macht.
Ihr kennt den Text aus Johannes 3.16.
Und ihr kennt auch den Text aus Johannes 15.13.
Größere Liebe hat niemand.
Dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.
Das macht Jesus nicht am Ende nur seines Lebens.
Wenn er buchstäblich sein Leben hingibt,
das macht er die ganze Zeit.
Er gibt die ganze Zeit sein Leben hin für seine Freunde.
Weil er alles gibt, weil Liebe die Beziehung sucht.
Und nicht zufrieden ist, wenn es die Beziehung nicht gibt.
Jesus ist das Geschenk.
Dieses Geschenk, das Gott uns machte, ist unglaublich.
Es passt so gut zu allem, wie wir sind und wie wir denken.
Jesus, dessen soziales Netzwerk feuert, auch im Ruhezustand.
Jesus, der sein Leben hingibt zu allen Zeiten.
Jesus, der Zeit und Aufmerksamkeit und Liebe schenkt.
Betrachte ihn und du wirst verändert.
Es bleibt nur noch eine Frage.
Ich hoffe, meine Stimme hält.
Da ist nicht mehr viel drin.
Ist das nicht schön? Danke.
Eine Frage bleibt noch.
Und das ist eine wichtige Frage.
Wenn Jesus uns so gemacht hat, dass wir gerne für andere da sind,
dass wir an andere denken, dass wir prosozial handeln wollen,
wie sieht es dann bei Gott aus?
Können wir Gott ein Geschenk machen?
Im Eingangslied, in der vierten Strophe,
ist ganz klein nebenbei die Frage aufgetaucht.
Jesus, was soll ich dir schenken?
Und es geht dann weiter, dir gehört doch eh alles.
Manchmal denken wir, was sollen wir Gott schenken?
Manche schenken im Übermaß.
Was schenke ich Gott?
Kann ich Gott etwas schenken?
Er hat doch alles.
Er gehört alles, er weiß alles.
Er ist so viel größer als ich, was soll ich ihm denn schenken?
Die Weißen vom Morgenland hatten es einfach.
Die gingen einfach hin und haben dem Baby Jesus etwas geschenkt.
Wäre Jesus als Mensch hier, wäre es vielleicht einfach.
Wir würden ihm ein kleines Geschenk machen.
Wir würden ihm einen Notizzettel schreiben und sagen,
Jesus, toll, dass du heute da bist.
Ich bin dir so dankbar, dass du meinen kleinen Finger angerührt hast,
dass das nicht mehr wehtut.
Aber jetzt, was können wir Jesus schenken?
Welches Geschenk mache ich Christus?
Welches Geschenk macht Sinn?
Da müssen wir zwei Fehler vermeiden.
Erster Fehler, wir können uns aus der Affäre ziehen und sagen,
Gott braucht keine Geschenke.
Das ist so der ganz vernünftige Zugang, weil er ja alles hat.
Das ist zu leicht und zu bequem.
Wenn du ein Geschenk gibst, willst du Freude machen und dem Geber macht das Freude auch.
Glaubst du ernsthaft, dass Gott nicht möchte, dass du ihm etwas schenkst?
Es drückt Wertschätzung aus für den, den du beschenkst.
Gott erfreuen wollen, das ist doch eine tolle Sache.
Manche Leute glauben ja, dass Gott sich gar nicht rührt darum,
dass er gar nicht mit uns empfinden kann,
dass es ihn gar nicht bewegt, was wir tun.
Ich glaube, das ist völlig falsch.
Gott ist nicht von Gefühlen frei.
Das sagt Jesus ja auch öfters.
Er freut sich über jeden, der zu ihm kommt.
Das ist der erste Fehler. Gott braucht keine Geschenke.
Der zweite Fehler ist aber der, den wir häufiger machen.
Ich mache das Geschenk zum Geschäft.
Vielleicht denke ich sogar an Lukas 6,38.
Gebt, so wird euch gegeben.
Ein volles, gedrücktes, gerütteltes, überfließendes Maß.
Danke, Paul.
Und wird man in euren Schoß geben, denn mit dem Maß, mit dem ihr messt,
wird man euch zumessen.
Ich muss einfach nur Gott ganz viel geben, dann kriege ich auch ganz viel.
Und plötzlich wird das Geschenk zu einem Geschäft.
Das kennen wir gut.
Du kriegst ein Geschenk und plötzlich überlegst du dir,
oh, was könnte ich zurückschenken?
Du gibst ein Geschenk und erhoffst Segen von Gott.
Du gibst deinen Zehnten und du weißt,
jetzt muss ich finanziell gesegnet werden.
Du folgst Gottes Geboten nach und glaubst, du wirst gesund bleiben.
Wir machen die Geschenke, die wir Gott geben, zu Geschäften.
Versteht ihr?
Und ich mache ein gutes Geschäft dabei,
denn Gott wird mich überreichlich segnen,
wenn ich ihm nachfolge.
Habe ich nicht schon einmal so gedacht?
Ich mache ihm jetzt ein ganz großes Geschenk
und dann wird Gott mich ganz groß segnen.
Aber ist das so?
Können wir Gott nicht einfach einmal so etwas schenken?
Das ist gar nicht so einfach.
Da muss man plötzlich nachdenken, was wäre denn das?
Was könnte man Gott einfach so schenken?
Na ja, die Geschenke, die keine Schleife drumherum haben.
Zeit, Aufmerksamkeit, Wertschätzung ausdrücken, Liebe.
Die ohne Schleife sind die ganz großen Geschenke.
In seinem Buch The Good Life
berichtet Robert Waldinger
über die längste Studie der Welt,
die es gibt,
zu einem erfüllten und glücklichen Leben.
Das ist sehr wichtig.
Das ist die sogenannte Harvard Study of Adult Development.
Die gibt es schon seit über 80 Jahren.
Da werden die Leute interviewt
und die Kinder werden da auch noch mitgenommen.
Sie bringt eine Sache zu Tage.
Das ist eine Schlussfolgerung.
Die Qualität des Lebens hängt ganz entscheidend von Beziehungen ab.
Durch Geschenke, ob mit oder ohne Schleife,
schaffen und untermauern wir das Fundament für ein gutes Leben.
Ich möchte mit dem enden, mit dem er in diesem Buch endet.
Auf der Seite 37475.
Da sagt er, denk an jemanden,
nur an einen einzigen Menschen, der dir wichtig ist.
Jemand, der vielleicht nicht weiß,
wie viel er dir wirklich bedeutet.
Sei es dein Partner, Partnerin, Freund oder Freundin,
ein Bruder, eine Schwester, Vater oder Mutter
oder ein Kind, wenn du eines hast.
Denke an deinen Trainer,
denke an deine Lehrerin,
denke an deinen Nachbarn, an deinen Arbeitskollegen.
Denke an irgendeinen Menschen,
der vielleicht nicht weiß,
wie viel dieser Mensch dir bedeutet.
Überlege, an welchem Punkt des Lebens diese Person gerade steht.
Womit hat sie zu kämpfen?
Denke darüber nach, was sie dir bedeutet.
Wo wärst du ohne diese Person?
Wie wärst du ohne diese Person?
Wer wärst du ohne diese Person?
Denke darüber nach,
so fährt Robert Waldinger fort,
wofür du dieser Person danken würdest,
wenn du glaubst, sie in diesem Leben nie wiederzusehen.
Und dann, genau jetzt, bereite dir ein Geschenk.
Wende dich dieser Person zu.
Ruf sie an.
Sage ihr, was sie dir bedeutet.
Wenn du dir überlegst, was du Gott schenken könntest,
dann wäre das eine gute Empfehlung.
Bist du dir sicher, dass du ihm schon gesagt hast,
was er dir bedeutet?
Was würdest du ihm sagen,
wenn das deine letzten Worte in diesem Leben wären?
Ruf ihn jetzt an.
Sage Gott, was er dir bedeutet.
Schenke ihm dein Geschenk.
Habe eine gute Einrichtung.
Nach der Predigt wird ein Musikstück erklingen.
Nutze es doch als Zeit dafür,
genau das zu tun.
Sage Gott, was er dir bedeutet.
Amen.
