MORD IM SCHOTTLAND EXPRESS #krimihörspiel Walter Niklaus Hinrich Koehn 1968

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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6 Videoaufrufe·26.12.2024
Der Schottland-Express auf einer grauenvollen Fahrt.
Viel Vergnügen bei diesem Retro-Hörspiel, das es in sich hat.
Unsere Geschichte beginnt in London, inmitten des Großstadtlärms.
Der Schatten der Tower Bridge wurde länger und verdunkelte den Laden von Mock & Sohn, Sargfabrikant.
Mein bestes Stück, Miss, Sie werden zufrieden sein.
Und ich kann mich darauf verlassen, dass er rechtzeitig in meiner Wohnung ist?
Selbstverständlich.
Der Zug nach Schottland fährt um 19.33 Uhr. Ich muss ihn unbedingt erreichen.
Wie Sie zugeben werden, ist das für eine Einsagung eine ziemlich kurze Zeit.
Ihre Mutter, nicht wahr?
Ja.
Sie wollen sie nach Schottland überführen?
Ganz recht, nach Edinburgh, ihre Heimaterde.
Danke, der Kleine.
Eine traurige Mission.
So einen Transport mit dem Zug finden Sie nicht?
Hallo.
Hier sind Sie. Ich fürchtete schon, Sie kommen nicht.
Ich habe eine Pfeife geraucht und die Gesichter der Fahrgäste studiert.
Kein schlechter Zeitvertreib.
Und mitunter auch ziemlich aufschlussreich.
Lady Margaret ist bereits im Zug, nehme ich an.
Und begehre ich, Ihre Bekanntschaft zu machen.
Ich habe ein Abteil reservieren lassen für Sie und Dr. Watson.
In diesem Wagen, gleich neben dem unseren.
Anschließend kommt der Parkwagen.
OPs ohne Betten?
Die Schlafwagenplätze waren alle belegt.
Mutter legt weniger Wert auf ein Bett, als darauf, heil nach Edinburgh zu kommen.
Was es Ihnen erleichterte, Sie von dieser profanen Art des Reisens zu überzeugen?
Ich war halbfroh, zumal man den Waggon erst nachträglich fahren gemacht hat.
Ich habe es verfolgt, Sir.
Ehrlich gesagt, ich finde es nett, dass Sie uns helfen wollen,
nach den wenigen Einzelheiten, die ich Ihnen geben konnte.
Aber lieber Mr. Carstairs, nur zu mir etwas mitteilen, was ich bereits weiß.
Sie wussten, dass Mutter den Stern von Rhodesium partout in London tragen wollte?
Und dass man hier versucht hat, sie des Sterns zu berauben.
Haben Sie das von der Polizei erfahren?
Oh nein, lieber Mr. Carstairs.
Dass Ihre Mutter so einen berühmten Stein besitzt, Mr. Carstairs, ist ein offenes Geheimnis.
Sie kam nach London zum Empfang im Buckingham-Palast
und nahm die seltene Gelegenheit, den Schmuck zu tragen wahr.
Daraufhin Ihre Bitte an mich, Sie auf der Rückfahrt zu begleiten,
was mich zu der simplen Schlussfolgerung veranlasste,
dass jemand versucht hat, Sie zu bestehlen.
Die einfachste Sache der Welt, wenn man es aus Ihrem Munde hört.
Danke. Ich möchte noch etwas hierbleiben, um nach Watson Ausschau zu halten.
Seine Verspätung beunruhigt mich.
Ich werde inzwischen Mutter sagen, dass Sie hier sind.
Wenn Sie wollen, nehme ich ihn mit rein.
Gerne, sehr liebenswürdig, danke.
Sie finden uns im Abteil E.
Gut.
Sie dürfen einsteigen.
Sie eine Ahnung, wen haben wir denn da?
Inspektor Lestrade.
Der verehrte Mr. Holmes.
Darf man erfahren, wo es hingeht zum Angeln, hm?
Ich mache ein paar Tage blau.
Ah, Polizist müsste man sein.
Ich vermute Forellen.
Hm?
Ach so, äh, ja, ja, ja.
Ein bisschen zu lang für Forellen.
Ich pflege damit, Lachse zu fangen.
Um ganz ehrlich zu sein, ich verreise vor allem, um mich auszuholen.
Und einen Fischzug fürs Gott und Jahr zu machen, nicht?
Äh, Moment, ich möchte einsteigen. Das ist nämlich mein Wagen.
Da möchte jemand was.
Ihr Abteil befindet sich im Zusatzwagen.
Ist mir egal.
Der Träger wird Ihr Gepäck nehmen.
Hier, die Tasche trage ich selbst, wenn Sie nichts dagegen haben.
Sie müssen auch einsteigen.
Noch fünf Sekunden.
Ja, wir haben die Zeit immer im Genick.
Watson!
Ich komme, Holmes!
Schneller!
Warten Sie, Holmes, ich komme ja schon!
Danke, das war Rettung in letzter Minute.
Hand aufs Herz, sind Sie dafür nicht schon etwas zu dick?
Von wegen, ich habe das ideale Gewicht für mein Alter.
Das ist übrigens ein alter Freund von mir, Duncan Bleak.
Wir waren zusammen bei den Zwölf Nulanen.
Mitcher Duncan Bleak, Mr. Sherlock Holmes.
Freut mich, Sir.
Meinerseits habe ich schon viel von Ihnen gehört.
Indien, was?
Stimmt, aber seit 15 Jahren AD.
Wie das so ist, wenn man gemeinsam Erinnerungen auffrischt.
Die Zeit verging wie im Fluge.
Außerdem ist es stockdunkel draußen.
Wir hatten fast den Zug verpasst.
Ach, wahrhaftig?
Darf ich bitten, Sir?
Abteil E.
Doktor, was halten Sie von einem guten Glas Whisky mit Soda vor dem Essen?
Vor dem Essen?
Warum nicht?
Worum geht es überhaupt ums?
Ist Ihnen der berühmte Stern von Rhodesien am Hals von Lady Margaret ein Begriff?
Wenn ich nicht irre, soll sie mit dem Karaffenkorken
vergangene Woche in London herumspaziert sein.
Unter anderem auch.
Jetzt ist sie in diesem Zug.
Mit ihm.
Und hat uns engagiert, um dafür zu sorgen,
dass das teure Stück unversehrt in ihren Safe kommt.
Meiner Meinung nach ist das...
Verzeihung.
Mit solchen kleinen, kleinen Sachen haben wir mal angefangen.
Irrtum, es ist was für Fortgeschrittene.
Nach einem ersten Diebstahlversuch in London,
der aber missglückt ist,
müssen wir damit rechnen,
dass sich die Bande jetzt auf den Zug wirft.
Kombination oder...
Ich bin so gut wie sicher,
dass jemand, der diesen Stein einmal ins Auge gefasst hat,
sich mit einem Misserfolg nicht zufrieden gibt.
Der wird es ein zweites Mal versuchen
und wenn es sein muss, auch ein drittes Mal.
Kein Lestrat hier.
Das bedeutet keine Panne.
Lestrat?
Sitzt im nächsten Wagen.
Was macht der?
Der spielt den Angler aus Leidenschaft,
mit Fliegen und Ködern.
Los, aufhören.
Statten Sie, Gentlemen.
Bitte treten Sie ein, Mr. Holmes.
Mein Freund und Kompanion, Dr. Watson.
Sehr erfreut.
Wie ich dir schon sagte,
habe ich Mr. Holmes engagiert nach dem Vorfall in London.
Ich zweifle nicht an Ihren Fähigkeiten, Mr...
Aber wozu brauche ich gleich zwei Aufhörer?
Bei der Größe.
Seit wann sind Sie im Besitz des Sterns von Rhodesien,
Lady Margaret?
Seit 25 Jahren.
Es wird Sie etwas weltfremd anmuten,
aber ich habe ihn noch nie gesehen.
Mir scheint, dass Sie ein Recht darauf haben,
da wir Sie dafür bezahlen, ihn zu behüten.
Aber, Mutter...
Ja?
Erlauben Sie?
Bitte bedienen Sie sich ruhig.
Danke.
Herr des Himmels.
Ich beginne manches zu verstehen.
Es war ein Geschenk meines Mannes zu unserem siebten Hochzeitstag.
423 Karat, habe ich recht?
In seiner ursprünglichen Größe war er über 700 karätig.
Ah.
Dein Vater ließ ihn teilen.
Er wirkt so dezenter.
Ein Huhn würde tagelang gackern nach so einem Ei.
Watson, ich bitte Sie.
Danke, Lady Margaret.
Wir werden Sie so wenig wie möglich behelligen.
Ein gewagtes Versprechen für einen Polizisten.
Wenn Sie uns jetzt zeigen möchten, wo wir untergebracht sind...
Natürlich. Entschuldigen Sie, Mr. Holmes.
Gerne. Vielen Dank.
Lady Margaret?
Gute Nacht.
Was bildet die Alte sich ein, uns Polizisten zu nennen?
Der Beruf ist ebenso gut wie jeder andere, oder?
Oh, Name Blestrat.
Sie verfolgen uns wohl.
Der Inspektor fährt nach Schottland zum Lachsfang.
Was für Lachse?
Die Saison fängt doch erst in einem Monat an.
Sagen Sie bloß, Sie wüssten das nicht.
Von wem haben Sie gehört, dass ich auf Lachsfang will?
Von wem?
Von ihm.
Entschuldigen Sie mich bitte, meine Herren.
Die Polizei.
Polizei?
Wieso?
Sie sind hier im Zug?
Eines, Inspektor. Es war deutlich zu verstehen.
Ich habe dich gewarnt für ihn.
Na, endlich, Holmes.
Nehmen Sie Reisragout.
Schmeckt ausgezeichnet.
Bringen Sie mir Hameln mit weißen Bohnen.
Der bengalische Curry ist natürlich weit besser als der aus Madras.
Wobei auch die Qualität des Fleisches den Geschmack beeinflusst.
Finde ich nicht.
Das Fleisch spielt dabei keine Rolle.
Die Mischung der Gewürze ergibt einen Unterschied.
Oder was meinen Sie, Holmes?
Wozu?
Wir sprachen gerade über den Geschmack von Curry.
Ach ja, ich mache mir auch nicht viel draus.
Alte Sache. Wer lang und dünn ist, versteht nichts vom Essen.
Decken Sie bitte für zwei Personen, Ober.
Mein Sohn muss jeden Augenblick hier sein.
Würden Sie für mich mitbezahlen, Watson?
Ist selbstverständlich, Holmes.
Sind Sie im Speisewagen dem jungen Carstairs begegnet?
Nein, Lady Margrate wartet auf ihn.
Ich war in meinem Coupé gerade dabei, einen kleinen Imbiss zu nehmen,
als sich etwas fallen würde.
Durch die Wand?
Die ist abgeschlossen.
Ich habe geklopft, aber niemand hat geantwortet.
War es Ihnen nicht der Pflicht, enthob etwas zu unternehmen?
Schaffner, darf ich Sie bitten, diese Tür zu öffnen?
Tut mir leid, Sir, aber das ist gegen die Vorschrift.
Es hat seine Richtigkeit.
Machen Sie auf.
Jawohl, Sir.
Er mordet.
Damit seid Ihr Privaten immer schnell bei der Hand.
Ist das die?
Ja.
Vor einer dreiviertel Stunde war der Stern von Rhodesien noch hier drin.
Woher wollte Sie das wissen?
Ich habe ihn gesehen.
Vielleicht stehen wir drauf.
Zwecklos nach ihm zu suchen, Lestrade.
Der Mörder hat ihn.
Ach, hier stecken Sie, Holmes.
Haben Sie Lust, mit mir ein Mädchen...
Wie lange kann der Mann tot sein, Watson?
Ein Toter?
Das ist der Carstairs.
Was gibt Ihnen die Gewissheit, dass es sich um Mord handelt?
Er wurde ermordet.
Aber weswegen?
Wer sind Sie?
Major Duncan Bleak, ein Freund Doktor Watsons.
Begreifen Sie, ich frage mich, wie der Mörder hier reinkommen sollte.
Die Tür war doch abgeschlossen.
Der Schaffner hat Schlüssel zu sämtlichen Coupés.
Haben Sie in der letzten Stunde hier auf- oder zugeschlossen?
Nein, Sir.
Und hatten Sie den Schlüssel immer bei sich?
Selbstverständlich.
Er hängt mit den anderen am Bund.
Das muss eine Embolie gewesen sein.
Keine Spur von Gewaltanwendung?
Mir ist nichts aufgefallen.
Selbst der Gewiefteste kann sich mal irren, lieber Holmes.
Möglich ist alles.
Wenn es ein natürlicher Tod war, kam er jedenfalls zu einem günstigen Zeitpunkt.
Der Stern von Rhodesien.
Er ist gestohlen.
Sie waren beauftragt, ihn zu hüten.
Mein Sohn hatte Vertrauen zu ihm.
Deshalb nahm ich das Etui nicht mit.
Wo ist mein Sohn?
Es tut mir sehr leid, Lady Margaret.
Wir hätten versuchen müssen, Ihnen diesen Anblick zu ersparen.
Haben Sie noch ein freies Abteil?
Ja, Sir.
Dann nehmen Sie dort Platz.
Kommen Sie, Lady Margaret.
Ich führe Sie hin.
Die Mutter des Unglücklichen, vermute ich.
Ja.
Gehen wir erst mal hier raus. Ich brauche Luft.
Moment bitte, Doktor.
Wenn man bedenkt, wie jung er war, musste schon sterben.
Ich habe noch den Zugführer geschickt, Lestrade,
und außerdem veranlasst, dass niemand den Wagen verlassen darf.
Gute Idee.
Wollen wir in mein Abteil gehen, oder was?
Ja, einverstanden.
Und Sie, Schaffner, schließen die Tür wieder ab
und lassen ohne mein Erlaubnis niemanden eintreten.
Ich weiß Bescheid, Sir.
Also.
Tut mir leid, Major.
Wer nicht von der Branche ist...
Versteht sich, Watson. Wir sehen uns später.
Möchten Sie den Inspektor von Scotland Yard sprechen, Sir?
Ja, wo ist er?
Sie beraten wohl gerade.
Also fährt der Zug ohne Halt durch bis Ragby.
Richtig, Inspektor.
Gut, das wird uns genügend Zeit lassen, um den Zug zu durchsuchen.
Machen Sie den Mörder ausfindig, und Sie haben den Diamanten.
Warum wollen Sie partout auf einen Mord hinaus?
Ich halte mich an die Tatsachen, Lestrade.
Als der Schmuck gestohlen wurde, war Carstairs bereits tot.
Andernfalls hätte es einen Kampf gegeben,
was durch das Fehlen von Spuren widerlegt wird.
Wenn sein Tod wirklich natürliche Ursachen hätte,
dann müsste der Dieb rein zufällig, genau im richtigen Moment,
an Ort und Stelle gewesen sein.
Sie geben zu, das ist zu schön, um wahr zu sein.
Nein, Lestrade.
In dieser Sache wäre es falsch, den Zufall zu bemühen.
Ich bleibe dabei.
Finden Sie den Mörder, und Sie haben den Diamanten.
Und was ist, wenn der Dieb sich aus dem Staub machte,
bevor wir den Toten auffanden?
Der Schaffner hat seinen Platz im Korridor nicht verlassen.
Er beschwört, dass niemand vorbeiging zum Speisewagen.
Und die Tür am anderen Ende führt zum Packwagen.
Sie ist immer abgeschlossen.
Es gibt tatsächlich nichts, das Ihnen aufgefallen wäre?
Nein, jedenfalls nichts von Bedeutung.
Keine Schame oder ein Kratzer?
Höchstens ein kleiner Blutstoff hinter dem einen Ohr,
aber der war kaum zu sehen.
Sowas Ähnliches habe ich erwartet.
Sie meinen, dass er daran gestorben wäre?
Nein, aber an dem Gift, das durch die Wunde eindrang.
Vergiftet?
Das wird man bei einer Orthopsie feststellen.
Ah.
Haben Sie eine Aufstellung der Fahrgäste dieses Wagens?
Natürlich, Sir.
Bitte, hier ist sie.
Wollen wir mal sehen.
Major Duncan Bleak.
So viel ich weiß, Ihr bekannter Doktor.
Das Abteil neben ihm ist leer.
Seit dem Mord von Lady Margaret belegt.
Die werden sich daran erinnern.
Fahren Sie fort.
Vivien Fetter, dann Inspektor Liss.
Man kommt ganz durcheinander.
Lady Margaret Carstairs mit ihrem Sohn Sir Ronald Carstairs.
Professor William Kilburn, Mr. und Mistress Phillip Schellers.
Mr. Holmes und Dr. Watson.
Das müssten Sie beide sein.
Ich werde diese Leute eingehend verhören müssen.
Mit Vivien Fetter werde ich anfangen, wenn sie da ist.
Fetter sitzt im Abteil C.
Da ist er gleich nebenan.
Sie, Holmes.
Haben Sie die Absicht, der Strat allein rumfunkeln zu lassen?
Letzten Endes vertritt er die offizielle Polizei.
Er würde ein paar idiotische Fragen stellen,
unter allen Bänken nach dem Schluckstück suchen
und am Schluss nicht klüger als am Anfang sein.
So gut wie er kann ich's auch.
Dann versuchen Sie Ihr Glück.
Was heißt mein Glück versuchen?
Wollen doch mal sehen, wer sich besser aus der Affäre zieht.
Nun mal ran, Watson.
Da waren wir eben schon.
Ja?
Mein Name ist Watson, Dr. Watson.
Und?
Darf ich erfahren, weshalb Sie bei mir eindringen?
Ich möchte Ihnen lediglich ein oder zwei Fragen stellen.
Was machen Sie in diesem Zug?
Wohin fahren Sie? Ich muss alles wissen.
Wozu?
Wieso wozu?
Gleich nebenan trieb ein Mörder sein Umwesen.
Die Polizei.
Äh, das heißt Sherlock Holmes.
Sherlock Holmes und ich...
Was haben Sie mit Sherlock Holmes zu tun?
Wir sind dabei, die Verdächtigen zu verhören.
Welche Verdächtigen?
Welches Delikt werde ich bezichtigt?
Der Mann ist tot.
Heuchlingsermordet.
Gestatten Sie, dass ich präzisiere.
Ich entnehme Ihren Worten, dass hier im Zug ein Mord verübt wurde.
Ja, im Nachbarabteil.
Und weil dieser Herr, der mir vollkommen unbekannt ist,
sich umbringen ließ, wollen Sie mich verhören?
Wir verhören alle durch die Bank.
Sind Sie bei der Polizei tätig?
Nein.
Dann erlauben Sie mir die Frage,
mit welchem Recht Sie in mein Coupé einzudringen waren.
Wieso?
Was haben Sie überhaupt zu suchen in diesem Zug?
Wohin fahren Sie, Mister?
Nicht nirgendwo hin.
Man hat Holmes und mich darum gebeten, auf diesen...
Auf diesen Dings aufzupassen.
Natürlich wieder eine Perle oder einen Diamant von sagenhaftem Wert.
Ihr Mister Holmes pflegt ja ständig auf der Suche zu sein
nach vermissten Juwelen oder mysteriösen Frauenzimmern.
Wie kommen diese beiden Männer in mein Abteil?
Tut mir leid, Miss Fetter.
Jedoch die Umstände zwingen uns, Ihr Gepäck zu kontrollieren.
Das sehe ich.
Darf ich vielleicht erfahren, was Sie hier zu finden hofften?
Ein überaus kostbares Schmuckstück wurde gestohlen.
Außerdem wurde ein Mann ermordet.
Wir können leider nicht umhin, den Tatwagen zu durchsuchen
und den Fahrgästen einige Fragen zu stellen.
Immer fragen Sie, ich höre.
Ich verstehe, dass unsere Anwesenheit taktlos wirkt.
Ihre Mutter...
Ja, danke.
Es wäre wohl besser, das Verhör auf später zu verschieben, Lestrade.
Wie?
Entschuldigen Sie, Miss.
Wieso mit einem Verhör abbrechen?
Eine Frage des Zartgefühls.
Die junge Dame bringt Ihre Mutter nach Schottland zur Bestattung.
In einem Holzsarg?
Das ist im Allgemeinen so üblich hierzulande.
Werfen wir doch gemeinsam einen Blick auf diesen Sarg.
So was lohnt sich manchmal.
Sie können Gedanken lesen, lieber Holmes.
Ich wollte Ihnen gerade dasselbe vorschlagen.
Zugführer, führen Sie uns bitte zum Packwagen.
Hier entlang, Sir.
Aber ich bin Dr. Watson.
Dr. John H. Watson, Baker Street, London.
Pensioniert.
Sherlock Holmes ist mein Freund und blöd für mich.
Ihr Alibi ist einem Pappenstil wert, Sie Zirkusklauen.
Außerdem, was wollen Sie damit beweisen, dass Holmes Ihr Freund ist?
Der lüpfige Druck, wo er geht und steht.
Nehmen Sie das sofort zurück.
Holmes ist die Redlichkeit in Person.
Wenn es darum geht, die Beute zu teilen, was?
Leider bin ich kein Polizist, sonst würde ich Sie in das Schloss und Riegel bringen.
Und zwar auf der Stelle.
Ich war's nicht, Sir, Ehrenwort.
Ich war's nicht.
Ich hab Beweise.
Wofür haben Sie Beweise?
Gott sei Dank, Holmes.
Gott können Sie danken, dass ich ein so friedlicher Mensch bin.
Hauen Sie ab zu Ihrem Helfershelfer.
Sind Sie weitergekommen, Watson?
Ja.
Ein höchst undurchsichtiges Subjekt.
Er hat versucht, mich irrezuführen.
Bis zu einem gewissen Grade nicht ohne Erfolg, wie mich deucht.
Mut, Watson.
Sie werden sich doch nicht von einem senilen Alten ins Boxhorn jagen lassen, oder?
Das hier fehlt uns noch.
Sie meinen, ich soll...
Ja, warum nicht?
Darf ich Sie einen Augenblick stören?
Bitte kommen Sie herein.
Danke.
Verzeihen Sie die Belästigung, aber ich vertrete die Polizei.
Hab ich mir gedacht.
Und dich hatte ich gewarnt, Philip.
Wie gewarnt?
Vor mir?
Lassen Sie meine Frau aus dem Spiel.
Ich gebe alles zu.
Sie geben es zu?
Dann haben Sie sie gestohlen.
Sie ist in Ihrem Koffer.
Ja.
Nein, nein, nein.
Alles bleibt, wie es ist.
Die Verständigung ist weg bei der Stadt von Scotland Yard.
Und die Tür bleibt während der ganzen Fahrt verschlossen?
Außer mir hat nur der Parkwagenschaffner einen Schuss.
Ich hab Sie gefunden.
Wen?
Die Diebe.
Es waren mehrere.
Wo sind Sie, Mann?
Raus mit der Frau.
Es sei die Eheparty.
Mr. und Mrs. Shevers?
Ja, Sie sind geständig.
Sie haben sie verhört?
Im dritten Grad.
Da wurden sie endlich weich.
Und Sie haben die Verbrecher allein gelassen?
Da müssen wir wohl eingreifen.
Da sind Sie ja schon wieder.
Falls es Sie interessiert, die Diebe sind gefasst.
Und zwar von mir.
Pardon, Madame.
Ich weiß, Sie vertreten die Polizei.
Ich hatte ihn gewarnt.
Aber nein, er musste es trotzdem tun.
Sie wissen, ich kann alles, was Sie sagen, gegen Ihren Mann verwenden.
Alles, was Sie sagen?
Alles hat er mir doch schon gesagt.
Sind Sie sicher?
Ja, sie ist im Koffer.
Ich bin bereit, das Doppelte dafür zu bezahlen,
wenn Sie von einer Verfolgung absehen.
Ich war noch nie rechtsbrüchig.
Auf die Masche reißt Ihr Brüder alle.
Her mit dem Ding.
Wo ist es?
Ich hab's gesto...
Ich hab's in einem Hotel in London entwendet.
Nun machen Sie schon.
Wir haben mehr zu tun.
Meine Mittel sind sehr bescheiden.
Und als leidenschaftlicher Sammler von Teekannen...
Hotel zum Elefanten.
Ich kann mir nicht helfen, Dr. Wurzen.
Aber für eine Diamantkette?
Dürfte es etwas zu groß sein.
Da haben Sie wohl recht.
Und Ihre Geschichte mit dem Geständnis?
Wenn mir der Einfallspinsel sagt, dass er Sie gestohlen hätte?
Tun Sie mir den Gefallen, Doktor,
und lassen Sie Ihre Finger von Polizei abheben.
Nichts ist so unwesentlich, dass man es missachten dürfte.
Sie können den Fund einer Teekanne melden.
Sehr richtig, Holmes.
Das würde Ihnen so passen.
Da gibt man sein Bestes.
Und was erntet man?
Beleidigung und Undank.
Man müsste wirklich stur sein
und ihn die Superleihen auslöffeln lassen.
Der Queen, was der Queen
und der Polizei, was der Polizei ist.
Schuster bleibt bei Deinen Leisten.
Ah, ich hab Sie schon vermisst.
Haben Sie Lust auf ein Gläschen Whisky bei mir?
Angenommen, Milcher.
Ich bin sowieso der Letzte, der einen klaren Kopf hat.
Bitte machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut,
dass ich Sie meinen Edinburgh-Kollegen ausliefern muss.
Wenn ich an diese Teekanne denke, kommt mir der Kaffee hoch.
Einen Augenblick bitte, Professor Kilbin.
Sie haben doch das Abteil neben dem Toten.
Ja, das stimmt.
Darf ich Sie bitten, uns ein paar Fragen zu beantworten?
Wollen Sie damit sagen, dass der Spaß von vorne anfängt?
Wollen Sie vorgehen?
Ich gehe vor, aber allein.
Vorwärts, keine Spiränzchen!
Ein brillanter Kopf.
Aber es gibt Momente, da frage ich mich, wer von uns...
Ohne Ihren Rat als Mediziner könnt Ihr einpacken.
Könnt Ihr auch.
Nehmen Sie nur den Tod des jungen Karstiers zum Beispiel.
Ich wusste sofort, es handelt sich um Gift.
Die Untersuchung war sicher aufschlussreich.
Ein winziger Einstich hinter dem Ohr.
Und vermutlich ein wenig bekanntes Gift aus Südamerika wahrscheinlich.
Oder aus Indien.
Ja, oder aus Indien.
Wir waren beide schon mal dort.
Sie wie ich?
Ja.
Wir waren dort.
Spaß, Vogel.
Zum Wohl.
Wir beide in Indien.
Ich verstehe Ihr Verhalten nicht, mein Bester, und ich finde es reichlich unpassend.
Wie Sie es finden, ist mir gleich.
Meine Anwesenheit im Zug ist nachweislich gerechtfertigt.
Und ich habe weder die Zeit noch den Wunsch, Ihre lächerlichen Verhöre zu unterstützen.
Niemand bestreitet Ihr Recht darauf, Sir.
Auch mein Kollege weiß Ihre Einstellung sicher zu würdigen.
Danke, Mr. Holmes.
Wenn Sie sich nun entfernen wollen, ich bin mit einem Stoff beschäftigt, der der Konzentration bedarf.
Mathematik?
Ja.
Interessante Materie.
Lady Karstiers ging also allein in den Speisewagen.
Da waren Sie und ich schon dort.
Holmes kam etwas später.
Lediglich Inspektor Lestrade zog es vor, in seinem Abteil zu bleiben.
Er ließ jedoch die Vorhänge offen, sodass jeder, der draußen vorbeiging, ihm auffallen musste.
Da ist was Wahres dran.
Seien wir mal ganz objektiv, Wurz.
Hatten Sie nicht auch den Eindruck, dass der Verlust Ihrer Kette weit deprimierender auf Lady Karstiers wirkte als der Verlust Ihres Sohnes?
Ja, jetzt muss ich es sagen.
Sie haben Richtblick.
Herein.
Oh, hier stecken Sie.
Nehmen Sie Platz.
Auch einen Drink?
Nein, danke.
Aber stört es Sie, wenn ich...
Durchaus nicht.
Ich habe mir die Sache noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Das heißt, zusammen mit Blick.
In aller Ruhe, sozusagen.
Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die alte Schottin die einzige ist, die kein Alibi hat.
Überhaupt scheinen wir Sie in dem Fall aus einem etwas falschen Blickwinkel.
Möglich, Wurzel.
Wie sehen Sie ihn?
Aus dem Richtigen.
Es gibt eine Menge Leute, die an Ihrem Schmuck verdienen durch die Versicherung.
Ein origineller Aspekt.
Sie sollten Lady Karstiers unverzüglich fragen, wie hoch sie den Stern versichern ließen.
Ich werde mich hüten.
Gebranntes Kind schreut das Feuer.
Warum fragen Sie sie nicht selbst?
Aus einem einfachen Grund, ich weiß es bereits.
Sind Sie immer so nervös?
Aber mich auf Sie hetzen?
Auf den Trick falle ich nicht rein.
Mr. und Mistress Schellers.
Kleptoman veranlagt.
Die beiden können wir demnach streichen.
Professor William Kilbane.
Sicherheitshalber ein Telegramm nach Edinburgh, ob er wirklich so eine Mathematik-Koryphäe ist.
Interessant.
Was bitte?
Wie der Zufall so spielt.
Etwas deutlicher.
Ist es nicht drollig, dass dieser Kilbane ausgerechnet Professor der Mathematik ist?
Was ist daran so drollig?
Lestrade, haben Sie mal was von Sebastian Moran gehört?
Komische Frage, hat doch jeder.
Dann werden Sie auch wissen, dass dieser Major Moran, der intelligenteste und teufligste aller Verbrecher, für jemanden arbeitete.
Für seinen zu unserem Glück verstorbenen Freund, Francis McLean.
Moran nie gesehen.
Dennoch musste ich seine Anwesenheit in meiner Nähe des Öfteren konstatieren.
Dieses Ungeheuer war dafür verantwortlich, dass drei von vier Unlücksfällen um Harers Breite meinen Tod verursacht hätten.
Das war mir allerdings neu, Holmes, aber ein Zusammenhang schien in mir konstruiert.
Wahrscheinlich haben Sie recht.
Obwohl Schmuck seine Spezialität war.
Damit erregte er seinerzeit großes Aufsehen.
Um auszuspannen, auf neue Ideen zu kommen, widmete er sich dem Mathematikstudium.
Glauben Sie im Ernst daran, dass dieser Professor Kilbin identisch sein könnte mit Sebastian Moran?
Dass er Carstairs ermordete und den Diamanten stahl?
Und was machen Sie mit der Dame in Schwarz, dieser Vivienne Fedder?
Noch haben wir den Sarg nicht gesehen.
Und Lady Margaret.
Auch sie könnte ein Motiv haben, um das Verschwinden des Sterns von Rhodesien zu wünschen.
Nicht einmal der Tod ihres Sohnes muss dagegen sprechen.
Mit Major Bleak, dem Freund Doktor Watsons, haben wir uns überhaupt noch nicht beschäftigt.
Sein Platz ist in diesem Wagen, also gehört er auch zum Kreis der Verdächtigen.
Fassen wir zusammen.
Nach allem, was uns bekannt ist, hatten vier Personen Kenntnis davon, dass sich der Schmuck in diesem Zug befand.
Nämlich Sie, Doktor Watson, der Ermordete, der Verstorbenen und meine Wenigkeit.
Und Lady Margaret?
Und Lady Margaret.
Man müsste sich mal mit der Dame unterhalten.
Lady Margaret.
Könnte ich Sie wohl einen Augenblick sprechen?
Da bin ich wieder.
Lassen Sie die Tür offen.
Verdammter Glückspilz.
Von wem sprechen Sie?
Von Duncan Bleak.
Ich habe mit ihm Karten gespielt.
Weiß der Teufel wieso, aber ich habe dauernd verloren.
Waren Sie die ganze Zeit über bei ihm?
Leider.
Er bestand darauf, mir ein neues Spiel beizubringen.
Genrami nennt es sich.
Amerikanisch, ziemlich kompliziert.
Eine Unmenge Berechnung muss man dabei anstellen.
Sind Sie demnach immer noch auf der Spur, Sie weißen Knabe?
Da sind Sie ja.
Ich habe Sie überall gesucht.
Antworten Sie doch, wo waren Sie?
Holmes!
Was ist passiert?
Ich war an der Tür vor dem Packwagen und habe die Landschaft bewundert.
Am Packwagen?
Da bin ich gewesen, aber ich habe Sie nicht gesehen.
Konnten Sie auch nicht.
Ich war nämlich draußen.
Wie, denn im Freien?
Ja.
Apropos Packwagen.
Ich möchte mir doch gern den Sarg ansehen.
Sie werden sich erinnern, dass man uns das letzte Mal störte.
Das war ich.
Ich bin Sherlock Holmes.
Zeigen Sie mir bitte den Sarg, der nach Edinburgh soll.
Unbefugten Zutritt verboten, Mr. Holmes.
Ich weiß, auf meine Verantwortung.
Fällt Ihnen auf Watson, dass der Sarg von den Handelsüblichen abweicht?
Vielleicht etwas zu elegant, alles in allem.
Ich hatte weniger den Zierrat im Auge als...
Dürfen wir mal reinsehen?
Das ist verboten, Sir.
Umso schlimmer. Kommen Sie, Watson.
Sie haben kein Recht.
Wir haben die Pflicht.
Sie war sehr klein.
Wie ich vermutete.
Ein Spezialsarg. Der Boden reicht höchstens bis hier.
Bis hier? Sie meinen, darunter befindet sich noch ein Fach?
Ich bin sogar sicher.
Holmes hat den doppelten Boden entdeckt.
Der Sarg ist für zwei Personen gedacht.
Was erzählt mir Watson da eben, Holmes?
In dem Fach hatte sich der Mörder verborgen.
Könnten Sie mir netterweise auch einen Tipp geben, wo er sich jetzt auffällt?
Nicht singular. Plural.
Es handelt sich offensichtlich um zwei Verbrecher.
Einen geistigen Hintermann und einen, der im Sarg wartete,
bis er im günstigen Augenblick herausklettern und den Raubmord ungestört durchführen konnte.
Und was brachte Sie auf die Hypothese?
Major Sebastian Morin.
Ein bisschen zu weit, Herr Gould-Holmes.
Mein lieber Lestrade, ich übernahm die Aufgabe, weil ich sicher war,
dass ein Mann wie er der Versuchung, sich dieses einmaligen Kleinodst zu bemächtigen,
nicht widerstehen könnte.
Ich bin überzeugt, dass der Plan seinem Hirn entsprang.
Und dass er in diesem Zug ist.
Bravo, aber das dicke M bekommt erst.
Wie wollen Sie feststellen, hinter welchem der Fahrgäste hier Major Morin sich versteckt?
Warum sollte es unbedingt ein Fahrgast sein?
Es wäre angebracht, diese Miss Fetter noch mal zu verhören, meinen Sie nicht?
Wen?
Wer ist da?
Miss Fetter, ich muss Sie noch mal befragen, aber ich warne Sie.
Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie sprechen.
So?
Ja, zum Beispiel Ihre Mutter, die gar nicht Ihre Mutter ist.
Womit wollen Sie das beweisen?
Denken Sie an den Sarg, wir haben ihn überprüft.
Wir haben den doppelten Boden entdeckt.
Leugnen Sie nicht, geben Sie es zu!
Was soll ich zugeben?
Die Wahrheit, was sonst?
Bitte, wenn Sie darauf bestehen.
Ein Mann machte mir das Angebot, für ihn einen Sarg nach Schottland zu bringen.
Er wollte mir 100 Pfund dafür bezahlen.
Wussten Sie, dass es sich um einen Sarg mit doppeltem Boden handelt?
Selbstverständlich.
Er sollte also jemandem als Versteck dienen.
Hatten Sie davon auch informiert?
Man hat mir nur gesagt, der Mann muss weg, weil er von Geheimagenten verfolgt wird.
Und das haben Sie geglaubt?
Nehmen wir an, nicht.
Nehmen wir an, ich hätte nur so getan, als glaubte ich es.
Begreifen Sie, was Sie da sagen?
Damit werden Sie zu seiner Komplizin.
Wie heißt der Mann, der Sie engagiert hat?
Ich habe ein schlechtes Namensgedächtnis.
Nun aber an sein Gesicht würden Sie sich doch erinnern.
Ist der Mann, der Sie engagiert hat, nicht zufällig dieser Herr?
Jetzt gehen Sie aber verdammt weit rum.
Mein lieber Watson, was wissen wir eigentlich über Ihren Freund Bleak?
Wir waren beide zusammen in Indien.
Er verkehrte meinem Club.
Sie machen sich gewiss einen Spaß mit mir.
Sagen Sie, Major, ist Ihnen Sebastian Moran ein Begriff?
Major Moran?
Ja, Major Sebastian Moran.
Ich habe mal von ihm gehört, ja.
Sie werden doch nicht annehmen, dass...
Aber nein, das wäre gegen alle Vernunft.
Sie haben ein perfektes Alibi, Dr. Watson.
Ja, natürlich, er hat mich...
Ich bin selbstverständlich bereit, mich durchsuchen zu lassen,
ebenfalls mein Abteil.
Wenn Sie den Diamanten finden, dann...
Nein, das dürfte sich erübrigen.
Der Stern von Rhodesien wurde nicht gestohlen.
Was muss ich da hören?
Der Dieb raubte eine Imitation, das Original habe ich.
Einfach eingesteckt?
Mein lieber Lestrade,
es wäre bodenloser Leichtsinn gewesen,
Lady Margaret den echten Stein zu überlassen.
In der Gewissheit, dass man um jeden Preis versuchen würde,
ihn zu stehlen,
nahm ich den Schmuck an mich kurze Zeit,
nachdem ich eingestiegen war.
Was Sie sich da herausgenommen haben, ist ein starkes Stück.
Sie sind kein Polizist.
Ich darf also bitten.
Mein Auftrag war, einen Diebstahl zu verhindern,
und das habe ich.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar,
wenn Sie sich woanders weiter streiten würden,
zumal ich den bewussten Herrn
noch nie in meinem Leben gesehen habe.
Gut, aber Sie bleiben so lange in Ihrem Abteil,
bis wir in Edinburgh sind.
Inspektor Lestrade.
Moment.
Ein Telegramm für Sie.
Danke.
Tut mir leid, Major.
Mein Freund wird sich bei Ihnen entschuldigen müssen.
Aber ich bitte Sie, Watson,
in so einem Fall ist man gezwungen,
jedermann zu verdächtigen.
Wir hauen alle mal daneben,
selbst der Mann wie Holmes ist nicht unfehlbar.
Und wenn man bedenkt,
dass der Mörder noch in Freiheit ist,
dann ist...
Ja, ja, schrecklich.
Na, dann wünsche ich gute Nacht.
Danke, und seien Sie unbesorgt.
Ich habe leider noch ein Wörtchen
mit dem Rechenprofessor zu reden.
Was Wichtiges, Lestrade.
Sie haben Ihre Geheimnisse rum,
sondern ich habe meine.
Ich bin es, Inspektor Lestrade.
Hören Sie mal.
Soll das etwa die ganze Nacht so weitergehen?
Sie haben doch vorhin behauptet,
Sie wären an der Universität von Edinburgh angestellt.
Ich habe nichts dergleichen...
Sie haben es gesagt, ich kann es bezeugen,
und Mr. Holmes ebe...
Ich habe lediglich geäußert,
dass ich Professor der Mathematik bin
und dass ich mich auf einer Privatfahrt
nach Edinburgh befinde.
Geh weg von der Tür.
Hat dich jemand kommen sehen?
Nein, Chef.
Sherlock Holmes ist mit dem fetten Alten
in den Packwagen gegangen.
Und was ist mit dem Schaffner,
der da draußen sitzt?
Nichts zu befürchten.
Er hat mich nicht gesehen,
aber den anderen im Packwagen
musste ich erledigen.
Hier, nehmen Sie das Ding lieber.
Das ist nicht der Stern von Nordesien.
Ich habe es nicht gern,
wenn man mich auf den Arm nimmt,
wissen Sie?
Sherlock Holmes war schneller.
Du hast eine Imitation erwischt.
Das Original hat er dem Inspektor
von Scotland Yard ausgehändigt.
Waren Holmes und Watson allein
oder war er auch dabei?
Allein.
Dann ist er jetzt wahrscheinlich
in seinem Abteil.
Aber du musst schnell machen.
Das schmeckt mir nicht.
Mir auch nicht.
Du brauchst ihm nur den Schmuck abzunehmen,
dann kannst du verschwinden.
Einen Zivilisten,
aber einen Inspektor vom Yard?
Das ist ziemlich gefährlich.
Es bedeutet aber auch
ein ziemliches Sümmchen für dich.
Und du hast doch gern viel Geld.
Nein, nicht auf mich!
Nicht schießen!
Nee!
Na nun,
auf dem Platz saß doch sonst der Schaffner.
Das schien mir auch so.
Das ist Rat.
Ja.
Auf die Bank, schnell.
Fassen Sie mit an.
Er kommt zu Sie.
Geben Sie mir das Glas hier, schnell.
Ist nicht so schlimm wie ich dachte.
Ich sehe es mir später genauer an.
Vergiftet, ebenso wie die anderen.
Der Diamant.
Ich habe ihn nicht mehr.
Er ist weg?
Ja.
Er könnte ihn bei sich versteckt haben.
Zwecklos, Watson.
Der jemand, der ihn umbrachte,
hat auch den Schmuck.
Was ist das, Holmes?
Eine Luftdruckpistole für Giftpfeile.
Hier jedenfalls wurde sie dafür verwendet.
Zum Glück hat man nicht auf Sie damit geschossen.
Von Ihnen wollte man nur den Schmuck,
mehr nicht.
Er hält ja doch unterwegs.
Polizei.
Schottische Polizei.
Ich fürchte,
ich bin noch nicht in der Verfassung dafür.
Würden Sie mich bei Ihnen vertreten, Holmes?
Aber natürlich.
Danke.
Sie brauchen jetzt schon dafür sorgen.
Mr. Holmes.
Inspektor McDonald von der Polizei Niedenburg.
Inspektor.
Ich war gerade in einer anderen Sache unterwegs,
als ich dieses Telegramm bekam von meiner Inspektion.
Möchten Sie Inspektor Lestrade sprechen?
Ich werde ihn aufsuchen,
sobald es mir erforderlich erscheint.
Wir sind in Schottland auf den Jagd nicht angewiesen.
Wir hatten schon einen ganz schönen Rummel,
Ihr Inspektor.
Deshalb bin ich ja hier.
Darf ich jetzt erfahren, wer Sie sind?
Das ist Sherlock Holmes.
Der Kriminalist aus Liebhaberei?
Ah, schon mal gehört von Ihnen.
Gehört.
Dank Mr. Holmes ist der Fall so gut wie gelöst.
Lassen Sie den Speisewagen räumen.
Ich werde mich dort einrichten.
Ja, Sir.
Und sagen Sie den Reisenden,
niemand darf sein Abteil verlassen,
bevor er verhört wird.
Jawohl, Sir.
Inspektor Lestrade wünscht,
dass ich Ihnen assistiere.
Das ist zwar nicht üblich, aber...
Scotland Yard hält große Stücke auf Sherlock Holmes.
Sie pflegen ihn oft zu konsultieren.
Besonders in kniffligen Fällen.
Wo ist er denn, Ihr Inspektor Lestrade?
Würden Sie ihn bitte fragen,
ob er sich so weit erholt hat,
dass er in den Speisewagen kommen kann?
Ich denke schon.
Miss Feder, ich kenne Ihre Rolle in diesem Spiel.
Ein bisschen Gefängnis würde Ihnen guttun.
Ich habe einen Sarg gekauft
und zu Dich zum Zug bringen lassen.
Ist das strafbar?
Meiner Meinung nach
ist für Miss Feder Scotland Yard zuständig.
Der Arm der Londoner Polizei
reicht bis zur Grenze
und nicht weiter, Inspektor.
Für Sie vielleicht.
Auch für meine Vorgesetzten.
Miss Feder war ganz zweifellos
am Komplott beteiligt.
Am Komplott eines Sebastian Moran?
Er ist mir unbekannt.
May to Sebastian Moran?
Hängt er hier drin?
Von ihm gehört?
Zu meinem Leidwesen, ja.
Gut, Miss.
Gehen Sie zurück in die Abteilung.
Zu Ihrem Leidwesen, sagten Sie?
Allerdings,
wenn man, wie ich,
dem Major einmal begegnet ist.
Das schwärzeste Kapitel
in meiner Laufbahn,
das dürfen Sie mir glauben.
So clever und begabt
war nur noch Francis McLean.
Darin stimmen wir überein.
Wissen Sie genaueres von ihm?
Wo hält er sich auf?
Er reist mit diesem Zug
unter dem Namen
Major Duncan Bleak.
Was haben Sie dauernd
mit dem armen Bleak?
Soll das etwa
ein Scherz sein, Holmes?
Sergeant,
bringen Sie diesen Mann her.
Jawohl, Sergeant.
Für den lege ich meine Hand ins Feuer.
Wir waren in Indien zusammen
auf Elefantenjagd.
Sie wollten mich sprechen?
Ja, Major Mullen.
Hiermit sind Sie verhaftet.
Konnten Sie die Polizei
wirklich davon überzeugen,
dass ich der imaginäre Gangster bin?
Imaginär ist gut.
Vor drei Jahren in Inverness
haben Sie die Sache vergessen?
Ich bin noch niemals
in Inverness gewesen.
Darf ich Ihnen die Taschen durchsuchen?
Bedienen Sie sich.
Für einen haumlosen Reisenden
führen Sie recht
sonderbare Dinge mit sich.
Ich bin pensionierter Offizier,
Indien.
In Schottland gibt es ein Gesetz,
das das Tragen von Feuerwaffen
verbietet.
Haben Sie genug gefunden?
Augenblick noch, Major.
Damit wäre der Fall geklärt,
endgültig.
In ein paar Minuten
wird der Zug in Torfeld eintreffen.
So ein Kampf fällt in Form,
nicht wahr?
Ein Kompliment, Mr. Holmes.
Ich habe Sie unterschätzt,
besonders Ihre Rechte.
War der Kinnhaken von Ihnen?
Oh, ich bedauere aufrichtig.
Bitte tausendmal um Entschuldigung.
Wo ist der Staat?
Sehen Sie mal unterm Tisch nach.
Handschellen?
Mann, das ist der danken Blick.
Nein, aber Major Mullen.
Kommen Sie, helfen Sie mir.
Was haben Sie mit mir vor?
Wo ist Inspektor McDonald?
Er ist soeben ausgestiegen.
Das glaube ich Ihnen nicht.
Das ist nicht wahr.
Wenn ich es Ihnen sage.
Der Plan war Ihrer würdig, Major Mullen.
Ihre Komplizen kommen
als verkleidete Polizisten in den Zug,
verhaften Sie, steigen aus
und nehmen Sie mit.
Aber das ist ja fantastisch.
Nur klug überlegt.
Schade, dass er daneben ging,
der Kuh mit dem Diamanten.
Erst der blinde Passagier aus dem Sarg
mit dem doppelten Boden
und dann, falls etwas schief läuft,
die Pseudopolizisten,
die ihn rausholen,
bevor wir in Edinburgh sind.
Und...
wo ist nun Lestrade?
Der wird vor Arbeit nicht wissen,
wo ihm der Kopf steht.
Schön ruhig bleiben, McDonald.
Ihr näher ran,
es verhaftet sich besser.
Höher die Händchen!
Und du da hinten,
du fährst uns zur nächsten Inspektion.
Tempo einsteigen!
Dann stecken Sie mit ihm
unter einer Decke
und der Faustschlag von Sherlock Holmes
war doch kein Zufall.
Kommt auf den Standpunkt
des Betrachters an.
Los, steigen Sie ein.
Geben Sie es so schnell wie möglich durch.
Wird gemacht.
Ein Telegramm an die echte Polizei
von Edinburgh,
in dem ich darum bitte,
uns am Bahnsteig zu erwarten.
Wie sind Sie eigentlich darauf gekommen,
dass dieser McDonald falsch war?
Nun, das war ganz einfach,
mein lieber Watson.
Er vergaß dem guten Moran
Handschellen anzulegen.
Ich musste es selbst tun.
Außerdem fiel mir auf,
dass er mich während der Schlägerei
mehr behindert,
als mir geholfen hat.
Das ist, soviel ich weiß,
nicht mal in Schottland üblich.
Märchenhaft, Holmes.
Je verzwickter der Fall,
desto weniger Beweise brauchen Sie.
Ich vergaß zu erwähnen,
dass ich das Glück habe,
rein zufällig
den richtigen Inspektor McDonald
zu kennen.
Und das Draht
ließen Sie im Dunkeln tappen?
Ja, umso erstaunlicher war es,
wie schnell er die Situation erfasste.
Mehr als erstaunlich.
Am Ende lernt er es doch noch.
Etwas fehlt zu Ihrem Sieg.
Sie haben mich,
aber Sie haben nicht den Stern von Rhodesien.
Ja, du, Moran.
