Themen: 00:00 Übernahme von VW-Werken // 6:33 3 Beispiele für die deutsche Wirtschaft // 09:17 „Freedom of Speech“ // 10:52 Deal mit Trump // 15:37 Trump „tut, was er sagt“.
Am Freitag (16.01.) begann das zweitägige Treffen der Spitzen der Europäischen Volkspartei (EVP) in der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Die EVP-Chefs wollen in ihren zweitägigen Beratungen zwei Papiere beschließen.
Das eine fordert einen drastischen Bürokratieabbau in der EU. Das andere beschreibt die Arbeitsteilung der EVP in EU-Parlament, -Rat und den Mitgliedstaaten. Das Treffen mehrerer konservativer EU-Regierungschefs, an dem auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilnimmt, gilt auch als Unterstützung für Unions-Kanzlerkandidaten und CDU-Chef Friedrich Merz im Wahlkampf.
Epoch Times Reporter Erik Rusch war vor Ort und fragte nach einem Bericht über möglichen Deal: Peking nimmt VW-Werke in Osnabrück und Dresden ins Visier, was plant die EVP und CDU für solche Fälle zu tun?
Des Weiteren hören Sie einen Zusammenschnitt der interessantesten Antworten von der Pressekonferenz.
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Die EVP-Fraktion will die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie sichern.
Jetzt wurde bekannt, dass offenbar chinesische Investoren damit liebäugeln,
ganze VW-Werke in Osnabrück und Dresden zu kaufen.
Was will die EVP tun, um die EU-Automobilbranche zu stärken
und sich vor einem Ausverkauf an und einer Überflutung durch billige E-Autos
durch ein autoritäres Regime wie Peking zu wehren?
Und dann vielleicht gleich als zweite Frage anschließend.
Sie sagten, den USA wurde angeboten, als europäischer Pfeiler in der Verteidigung zu fungieren
und dabei eng mit der neuen Trump-Regierung zusammenzuarbeiten.
Was konkret ist darunter zu verstehen?
Bei der Frage der europäischen Autoindustrie sprechen wir nicht über eine Industrie,
sondern ich würde so weit gehen für Europa über die Kernindustrie, die wir haben.
Es hängt an der Autoindustrie enorm viel an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit,
aber vor allem an Innovationskraft.
Was derzeit beispielsweise in der Frage der Digitalisierung im Auto entwickelt wird,
Self-Driving Cars, all die Themen,
haben einen enormen Effekt bei der Innovation für die Gesamtwirtschaft.
Und deswegen gilt es darum, unsere Autoindustrie in die Zukunft zu führen.
Die Pfeiler sind klar. Innovation, Innovation, Innovation.
Da kann Europa mit Kooperation viel tun.
Wir brauchen in der Europäischen Union bei der Fragestellung der Zukunft der Autoindustrie
klare Überlegungen für das Erreichen der Klimaziele.
Sie wissen, wir sprechen uns für die Technologieneutralität aus.
Das heißt, nicht europäische Technologien wie den Verbrenner verbieten,
sondern den Märkten erlauben, den Ingenieuren erlauben, den Verbrauchern,
die ja ein Produkt kaufen, erlauben, wie sie Klimaneutralität hinkriegen,
wie wir das erreichen.
Und ich sage auch dazu, dass wir auf den globalen Märkten
andere und faire Wettbewerbsbedingungen einfordern müssen.
China investiert viel an staatlichem Geld, um die Autoindustrie zu unterstützen.
Über 40 Milliarden Euro, das ist viel Geld.
Und insofern müssen wir auch über faire Marktbedingungen global reden mit unseren Partnern.
Das zur Autoindustrie und im Verteidigungsbereich ist das Fundament von allem.
Das Geld, das wir ausgeben, muss besser ausgegeben werden.
Die Punkte, die Friedrich Merz bereits angesprochen hat,
gemeinsame Märkteschaften standardisieren.
Wir haben 17 verschiedene Panzerarten in der Europäischen Union.
Die Amerikaner haben einen Panzertyp.
Und deswegen müssen wir besser werden in der Standardisierung,
Märkteschaften, gemeinsames Prokurement, also gemeinsame Beschaffung eventuell auch durchführen.
Die technologische Innovation muss kommen.
Wir brauchen die Global Champions in diesen technologischen Bereichen.
Und wir haben auch auf den Weg gegeben,
dass wir Leuchtturmprojekte für die Europäische Union definieren wollen.
Beispielsweise einen gemeinsamen Raketenabwehrschirm für die Europäische Union.
Das ist ein Projekt, das Europa miteinander besser machen kann,
als 27 Staaten einzeln machen können.
Also basierend auf starken Armeen, nationalen Armeen,
müssen wir erkennen, wo es einen added European value gibt,
wo man einen zusätzlichen europäischen Mehrwert hat.
Und in diesen Bereichen wollen wir jetzt ein Europa,
das liefert, das handelt und die Kommission auch im ersten Halbjahr bereits
die konkreten Vorschläge vorlegen wird.
Ich möchte übrigens ausdrücklich noch einmal sagen,
dass dieses Papier, das wir beschlossen haben,
die beiden Papiere, die wir beschlossen haben,
die Grundlinie auch für die nächste EU-Kommissionsvorschläge sein werden.
Also wir ringen uns nicht nur zusammen im Sinne von,
dass wir eine gemeinsame Position haben,
sondern als führende Partei Europas wird sich das auch widerspiegeln
im 100-Tage-Programm der Kommission
und im Arbeitsprogramm der Kommission für 2025
genau mit dem Gedanken, wir liefern jetzt.
Vielleicht nur ergänzend dazu,
ich will das jetzt nicht im Einzelnen kommentieren,
was einzelne Unternehmen verhandeln mit chinesischen Investoren,
aber das ist ja kein Zeichen von Stärke,
sondern eher von Problemen, die da offensichtlich
auch in der Auslastung und der Profitabilität der Werke bestehen.
Das zeigt ganz deutlich,
wir müssen einfach profitabler werden in Europa.
Wir müssen die richtigen Technologien haben.
Wir müssen wettbewerbsfähig sein,
auch gegenüber Wettbewerbern aus China.
Und das ist sicherlich eine Aufgabe,
die wir alle in den letzten Jahren unterschätzt haben.
Aber mit dem, was wir jetzt vorschlagen,
kann Europa aufholen.
Und damit kann auch Deutschland aufholen.
Ich glaube, wir haben jetzt alle verstanden,
dass diese Schlüsselindustrie, die wir mit der Automobilindustrie
und den Zulieferern haben,
dass diese Schlüsselindustrien für uns extrem wichtig sind
und dass sie vor allen Dingen für die Arbeitsplätze in Deutschland
zukunftsfähig gemacht werden müssen.
Und deswegen ist auch das ein Thema,
das sicherlich eine Rolle spielen wird
in der wirtschaftspolitischen Debatte in Europa,
auch in unserem Land.
Was die NATO betrifft, den europäischen Pfeiler der NATO,
das geht ja auch ein bisschen über die Europäische Union hinaus.
Ich denke da zum Beispiel an Großbritannien.
Ich lege Wert darauf, dass wir bei allem, was wir tun,
im Bereich der Sicherheitspolitik, der Außenpolitik,
vor allen Dingen der Verteidigungspolitik,
immer auch mit Großbritannien zusammen denken,
mit den Briten zusammen versuchen,
auch gemeinsame Lösungen zu erzielen.
Und wenn es um die Frage geht,
wie wir unsere Budgets ausstatten,
dann ist das nicht nur eine nationale Aufgabe,
dann ist das eine gemeinsame europäische Aufgabe.
Wir müssen auf dieser Seite des Atlantiks
größere Anstrengungen unternehmen,
um uns selbst zu schützen.
Wir wollen uns verteidigen können,
damit wir uns nicht verteidigen müssen.
Und dieser Satz gilt für jedes Mitgliedsland
der Europäischen Union, für jedes Mitgliedsland der NATO.
Nur es macht keinen Sinn ausschließlich über Geld zu reden.
Die Art und Weise, wie wir Geld ausgeben,
gehört auf den Prüfstand.
Und deswegen nochmal die drei Themen,
die ich angesprochen habe.
Vereinfachung, Standardisierung und Skaleneffekte nutzen
durch große Tickets, durch große Bestellvolumina.
Dann sind wir auch ein interessanter Partner für die USA,
denn sie wissen, dass wir immer noch einen großen Teil
der militärischen Ausrüstung nicht selber produzieren können,
sondern in Amerika und anderswo auf der Welt bestellen müssen.
Je größer da die Einkaufsvolumina sind,
je größer ist auch unsere Nachfragemacht.
Also es gibt nur gute Gründe,
sich in Europa enger zusammenzuschließen,
ganz vor allen Dingen in diesem gesamten Bereich
der Anstrengungen unserer Armeen besser auszustatten.
Vielleicht gebe ich mal drei Beispiele,
was in den letzten Monaten in Deutschland
geschehen ist oder nicht geschehen ist.
Wir hatten drei große Projekte,
zwei Chipfabriken, TSMC in Dresden,
Intel in Magdeburg und wir hatten ein großes Batterieprojekt,
das war Northvolt in Schleswig-Holstein.
Northvolt ist gescheitert,
weil das Unternehmen es nicht hinbekommen hat
und offensichtlich auch die Bundesregierung
nicht genügend Recherche gemacht hat,
die due diligence nicht gestimmt hat
im Hinblick auf diese Investitionen.
Sie haben sich offensichtlich in Herrn Habecks Ministerium,
Herr Habeck selbst täuschen lassen
von dem, was das Unternehmen tatsächlich leisten kann.
Bei Intel gab es Schwierigkeiten im Unternehmen selbst
und der Chip, der dort hergestellt werden sollte,
ist ein Chip, der in keiner europäischen Produktion gebraucht wird,
denn der geht für Laptops und für iPads
und die werden bekanntermaßen in Europa
gar nicht mehr oder kaum noch gebaut.
Erfolgreich ist die Investition in Dresden,
weil es hier auch mit TSMC einen Partner gegeben hat,
der von Anfang an sehr leistungsstark war
und wo es auch um Chips geht,
die in Deutschland, in Europa gebraucht werden.
Das zeigt also, das ist ein zweischneidiges Schwert,
wenn wir mit so großen Subventionen
in die Ansiedlung von solchen Unternehmen gehen.
Ich würde uns raten,
das in Zukunft sehr viel besser zu prüfen,
bevor man eine solche Entscheidung trifft.
Auf der Kehrseite der Beihilfekontrolle
liegt das europäische Wettbewerbsrecht
mit der Fusionskontrolle.
Ich mache auch hier kein Geheimnis aus meiner Meinung,
dass die europäische Fusionskontrolle
reformiert werden muss.
Wir müssen europäische Champions erlauben.
Ich nehme nur mal zwei Beispiele.
Die Fusion Siemens-Alstom ist untersagt worden
von der EU-Kommission wegen angeblich marktberschender Stellung
und die Fusion der deutschen Börse
mit der London Stock Exchange ist untersagt worden
wegen angeblich marktbeherrschender Stellung in Europa.
Ich halte beide Entscheidungen juristisch
für wahrscheinlich richtig,
politisch für falsch.
Wir hätten sowohl den großen
europäischen Schienenhersteller gebraucht,
als auch eine gemeinsame große Börse in Europa.
Und wenn das mit dem gegenwärtigen Regelwerk
der Fusionskontrollverordnung nicht möglich ist,
dann muss die Fusionskontrollverordnung geändert werden.
Denn wir brauchen in Europa wettbewerbsfähige,
und zwar nicht nur in Europa,
sondern weltweit wettbewerbsfähige Unternehmen.
Und die müssen gegebenenfalls größer werden.
Und Größe muss gegebenenfalls
nicht nur durch organisches Wachstum,
sondern auch durch Fusionen ermöglicht werden.
Ich habe dieses Thema gestern Abend angesprochen
und hatte den Eindruck, dass die Kolleginnen und Kollegen
da durchaus Verständnis für meine Position haben.
Ist nicht Gegenstand jetzt hier unserer Beschlussfassung,
aber wird Gegenstand weiterer Diskussionen sein,
die ich für notwendig halte.
Die Kommission und die Europäische Union als Ganzes
beschäftigt sich ja schon seit vielen Jahren
mit der Frage,
wie die großen amerikanischen,
auch andere chinesische Tech-Unternehmen
in Europa tätig werden dürfen.
Sie sehen es bis in diese Tage hinein.
Auch die Frage etwa,
ob bestimmte Plattformen
nicht mehr erlaubt werden sollen oder nicht.
Also wir haben offensichtlich zwischen Amerika und Europa
ein unterschiedliches Verständnis über das,
was wir unter Freedom of Speech verstehen.
Bei uns gelten Regeln
und ich kann nicht erkennen,
warum im digitalen Zeitalter
grundlegend andere Regeln gelten sollen
als im analogen Zeitalter,
etwa was den Urheberrechtsschutz betrifft
oder was zum Beispiel
die Persönlichkeitsrechte betreffen.
Und da gilt der Grundsatz,
dass diejenigen, die in Europa tätig werden wollen,
sich ein europäisches Recht zu halten haben,
unabhängig von ihrer Marktmacht,
die sie sonst möglicherweise in der Welt haben.
Und da empfehle ich uns allen,
sehr selbstbewusst unsere europäischen Werte
auch zu vertreten.
Wir haben hier eine umfassende Pressefreiheit,
Meinungsfreiheit, Bürgerfreiheiten,
aber wir alle sagen auch,
diese Freiheiten enden da,
wo die Freiheiten anderer eingeschränkt werden.
Und das sind Regeln,
die wir uns gemeinsam in der Europäischen Union
schon seit ihrer Gründung gegeben haben.
Ich sehe keine Veranlassung davon abzurücken,
nur weil es mächtige amerikanische Unternehmen gibt,
die das möglicherweise auch mit Rückendeckung
der neuen Regierung in Washington anders sehen.
Die Bedeutung dieser Frage ist groß.
Es geht um die Frage,
wie zukünftig gesellschaftliche Kultur sich entwickeln wird,
wie unser Zusammenleben funktionieren wird,
weil dort in den sozialen Medien
der Austausch stattfinden wird in der Zukunft
und auch die demokratische Willensbildung
wird dort stark beeinflusst.
Deshalb sprechen wir über Grundsatzfragen
für unseren Kontinent.
Wenn ich heute die Frage bekomme,
ist das ein Thema, wo wir einen Deal machen können,
dann wäre meine erste Antwort darauf,
es wäre mein großer Wunsch,
dass wir gemeinsam mit den Vereinigten Staaten
ein gemeinsames Verständnis entwickeln,
wie wir die digitale Welt angehen,
welche Regeln dort gelten.
Gemeinsam vertreten wir fast 50 Prozent
des globalen Wirtschaftsprodukts.
Deshalb könnten wir die Weltregeln von morgen definieren.
Die ausgestreckte Hand ist da,
aber klar ist auch,
wenn ich manchen Tech-Vertreter höre,
dann hört sich das eher danach an,
Europa soll die Vorgaben aus Washington übernehmen
und das lehne ich ab.
Europa muss selbstbewusst auftreten.
Es ist bestehendes Recht der Europäischen Union,
DSA und DMA,
Digital Market Act, Digital Service Act
und mir ist wichtig,
dass wir das Narrativ dabei richtig setzen,
weil jeder von uns darf öffentlich sich äußern,
wie immer er sich äußern will.
Auch Milliardäre aus Amerika dürfen sich äußern,
wie immer sie sich äußern wollen.
Aber klar ist,
dass wenn es um die Angriffe auf die Personen geht,
persönliche Beleidigungen,
wenn man so ein Beispiel nennt,
der Bürgermeister, der in der Gemeinde verunglimpft wird,
darf sich der wehren,
was da auf den Plattformen los ist.
Wird der geschützt in seinen Persönlichkeitsrechten?
Ja oder nein?
An so einem Fall festgemacht,
um die Punkte geht es uns
und definitiv nicht um die Freiheit der Rede.
Einen kurzen Detail nur dazu.
Es ist für uns, glaube ich, als Europäer wichtig,
angesichts dieser Herausforderung,
sich bewusst zu machen,
wenn wir die Dienstleistungen in die Handelsbilanz mit reinnehmen.
Also alles, was Tech-Giganten bei uns in Europa
an Geld verdienen im Dienstleistungsbereich,
dann schaut die Handelsbilanz zwischen der Europäischen Union und Amerika
nahezu ausgeglichen aus.
Wir haben Gott sei Dank aus europäischer Sicht
vor allem beim Produktenhandelsüberschuss,
weil wir einfach starke Produkte haben.
Aber wenn man beide Bereiche zusammennimmt,
also all das, was wir online machen
und online an Geld ausgeben,
wenn wir das alles zusammenrechnen,
dann haben wir eine nahezu ausgeglichene Handelsbilanz
zwischen Amerika und der Europäischen Union.
Finde ich ein wichtiges Argument.
Also alle Tech-Milliardäre wissen,
dass Europa ihr wichtigster Auslandsmarkt
neben der Vereinigten Staaten ist.
Sind Sie dafür,
dass die EU für den Fall eines Waffenstillstands
in beiden Gebieten
auch Truppen entsendet,
um den zu überwachen?
Heute ist zunächst der Tag der Freude,
dass wir Chance haben
auf einen Waffenstillstand
und dass es jetzt zunächst mal keine weiteren
kriegerischen,
gewalttätigen Auseinandersetzungen gibt
und dass vor allem
Chance besteht, die Geiseln freizubekommen,
dass da die nächsten Schritte
unternommen werden.
Für den Moment ist das ein wichtiger,
zentraler Zwischenschritt
und bei allen weiteren Schritten
müssen wir, glaube ich, mit unseren israelischen Partnern,
auch mit der palästinensischen Seite in Ruhe abwägen,
wer am besten einen Beitrag leisten kann,
um die Stabilität auch da zu gewährleisten.
Ich bin ja kurz vor Weihnachten
noch einmal in Kiew gewesen,
wie Sie alle wissen.
Ich werde Selenskyj auch möglicherweise
nächste Woche noch einmal in Davos treffen.
Die Lage in der Ukraine ist extrem kritisch.
Gott sei Dank
hat es sich jetzt möglicherweise
in Israel, im Gazastreifen,
ergeben, dass eine Lösung
möglich sein könnte.
Wir alle hoffen ja, dass dieser Waffenstillstand,
der da jetzt verabredet worden ist, auch wirklich hält.
Alle weiteren Fragen
stellen sich im Augenblick nicht.
Für die Ukraine schon einmal gar nicht.
Das Wichtigste ist, dass wir in der Ukraine
so schnell wie möglich
zu einem Frieden kommen.
Das darf aber kein Frieden sein,
der über die Köpfe der Ukrainer
hinweg abgeschlossen wird, von wem auch immer.
Und wichtig ist dann auch,
dass die Europäer in diesem Prozess beteiligt bleiben.
Alle anderen Fragen,
die müssen wir beantworten,
wenn sie sich stellen.
Das wichtigste Ziel ist jetzt zunächst einmal,
das auch in der Ukraine zu erreichen,
was offensichtlich in Israel möglich geworden ist,
dass die Waffen schweigen
und dass wir uns dann auf den Weg hin machen
zu einem Frieden.
Aber dieser Frieden, wie gesagt, muss dauerhaft sein
und er muss vor allem mit der ukrainischen Bevölkerung
und mit der ukrainischen Regierung
auch verabredet werden und nicht über die Ukraine
und über die Köpfe der Menschen in diesem Land hinweg.
Zum Thema Donald Trump.
Worauf freuen Sie sich
bei der neuen amerikanischen Regierung?
Gibt es etwas, was diese besser machen wird als die alte?
Naja, ich fange mal mit dem letzten an.
Ich glaube,
Trump ist
sehr gut kalkulierbar.
Er sagt,
er tut, was er sagt,
er denkt, was er sagt
und er macht, was er sagt.
Insofern können wir uns darauf einstellen,
dass es sehr viel mehr Klarheit geben wird
in den nächsten Wochen und Monaten
und dass es natürlich auch mit vielen Herausforderungen
für uns verbunden sein wird.
Ich schätze es mittlerweile so ein,
dass Trump einen Prozess beschleunigt
in Europa, den wir ohnehin hätten machen müssen.
Insofern ist das jetzt
für uns auch eine Chance,
das Richtige zu tun.
Die Debatte um die Verteidigungsausgaben
ist natürlich auch ein Stück davon beeinflusst.
Welche Methode
wir anwenden, um es zu finanzieren,
will ich heute ausdrücklich offen lassen.
Das habe ich auch in den Gesprächen offengelassen.
Wir sind uns einig darüber,
dass wir alle zusammen sehr viel mehr tun müssen.
Und bevor wir uns über gemeinsame
europäische Initiativen unterhalten,
möchte ich sehen,
dass wir uns,
ich habe es eben schon einmal gesagt,
dass wir uns über Standards unterhalten,
dass wir uns über Vereinfachung
unterhalten und nicht
diese Komplexität weiter,
auch die Vielzahl weiter besteht
und dass wir uns dann eben auch über Stückzahlen unterhalten.
Und da ist ein großer
Spielraum nach oben,
um für das Geld, was wir ohnehin ausgeben,
zusätzlich ausgeben, in Zukunft
ausgeben müssen, deutlich mehr
einkaufen zu können, als wir das zurzeit tun.
Die militärische Beschaffung
in Europa ist zu teuer,
sie ist zu kompliziert, sie ist
auch von den
Systemen her zu vielfältig.
Insofern, diese Aufgaben müssen
vorher gelöst werden und dann können
wir uns auch über Finanzierungsmethoden unterhalten.
Ich kann den
Gedanken des Pushs
für Europa noch unterstreichen.
Wenn Sie mal in den letzten Jahrzehnten zurückblicken,
hatten wir die Euro-Krise, die
dazu geführt hat, dass wir in Europa verstanden haben,
wir müssen Finanzmärkte gemeinsam regulieren,
steuern, Rahmen setzen.
Wir hatten die Migrationskrise, die es jetzt zum
Migrationspakt geführt hat, wo wir noch viel zu tun
haben, aber wo wir schon einen Schritt vorangekommen sind.
Die Zahlen im Mittelmeer gehen
runter, Gott sei Dank, mit dem Mittelmeer-Pakt-
Ansatz, den wir schon praktizieren.
Wir hatten dann Corona.
Zum ersten Mal haben wir in Europa bei
Gesundheitsfragen gemeinsame Standards entwickelt,
weil es nicht erklärbar war, dass in Österreich
der Abstand zwischen zwei Menschen
ein Meter war, in Deutschland eineinhalb Meter
Abstand war und in Luxemburg zwei Meter Abstand war.
Also wir haben verstanden, dass wir gemeinsame
Standards brauchen, gemeinsame Wege finden
müssen, auch bei der Corona-Impfstoff-
Beschaffung beispielsweise, gemeinsam stärker
sind. Also wir sind
durch, ich will nicht immer sagen Krisen getrieben,
wir sind durch Herausforderungen getrieben
als Europäische Union. Manchmal, um ehrlich
zu sein, wünsche ich mir als Europapolitiker, dass wir mehr
aus der Analyse heraus fähig
sind, Antworten zu geben, aber
Fakt ist, dass wir oft eine Herausforderung brauchen,
um dann die richtigen Antworten zu geben.
Aber ich drehe es andersherum. Jetzt,
nächster Montag,
wenn wir diese Herausforderung haben, zeigen uns
die Erfahrungen des letzten
Jahrzehnts, dass wir Europäer klug genug
sind, die Herausforderungen anzupacken. Und das ist das,
wenn Sie fragen, Optimismus, das ist
das, was ich aus Trump herausnehmen würde.
Er hält uns den Spiegel vor und
wir werden sicher darauf antworten.
So, vielen Dank, wünsche Ihnen allen
ein schönes Wochenende und bis bald. Vielen herzlichen
Dank, auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.