Ulrich Maiwald spricht: "An die Wolken", ein Gedicht von Christian Morgenstern

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10.01.2024
An die Wolken
Und immer wieder,
wenn ich mich müde gesehen
an der Menschen Gesichtern,
so vielen Spiegeln
unendlicher Torheit,
hob ich das Aug
über die Häuser und Bäume
empor zu euch,
ihr ewigen Gedanken des Himmels.
Und eure Größe und Freiheit
erlöste mich immer wieder,
und ich dachte mit euch
über Länder und Meere hinweg
und hing mit euch
überm Abgrund der Unendlichkeit
und zerging zuletzt
wie Dunst,
wenn ich ohn Maßen
den Samen der Sterne
fliegen sah
über die Äcker
der unergründlichen Tiefen.
Christian Morgenstern
(1871-1914)
[Musik]
an die Wolken
von Christian Morgenstern
[Musik]
und immer wieder
wenn ich mich müde gesehen
[Musik]
an der Menschen Gesichtern
so vielen Spiegeln unendlicher Torheit
hob ich das auch über die Häuser und
Bäume empor zu euch
ihr ewigen Gedanken des Himmels
und eure Größe und Freiheit
erlöste mich immer wieder
[Musik]
und ich dachte mit euch über Länder und
Meere hinweg
[Musik]
und hing mit euch überm Abgrund
der Unendlichkeit
[Musik]
und zerging zuletzt wie Dunst
[Musik]
wenn ich ohnmaßen den Samen der Sterne
fliegen sah
über die Ecke
der unergründlichen Tiefen
[Musik]
[Musik]
