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"Die Malerei und das Meer" - 2.Teil: Die Gewalt des Meeres
Doku D 2019 von Grit Lederer.
Aufnahme: ARTE 23.06.2019.
Paul Cezanne, Emil Nolde, Hokusai, Tintoretto, Joan Mateu, Salvador Dali. Das Meer: Ort der Imagination, Sehnsuchtsraum und Muse – nicht minder auch Kriegsschauplatz und Schlachtfeld. Seit Jahrhunderten ist es zentrales Sujet der Malerei. Der zweite Teil der ARTE-Dokumentation „Die Malerei und das Meer“ legt den Fokus auf das Meer als Sinnbild von Unberechenbarkeit und Gewalt. Prominente Architekten, Künstler und Kunsthistoriker sprechen mit Fachwissen und Leidenschaft über Werke von Künstlergrößen wie Paul Cézanne, Salvador Dalí und Emil Nolde. Der französische Star-Architekt und Bauingenieur Rudy Ricciotti betrachtet die raue Seite des Mittelmeers – wie damals Paul Cézanne, der mit seiner Pleinairmalerei die Staffelei vom Atelier in die Landschaft setzte.
Beide arbeiteten in direkter Verbindung zum Mittelmeer: Ricciotti errichtete das MuCEM in Marseille, Cézanne flüchtete in das Fischerdorf L’Estaque, wo sehr viele Gemälde entstanden. Urenkel Philippe Cézanne liest aus privaten Briefen seines berühmten Vorfahren. Unbekannte Parallelen zu Werken von Emil Nolde offenbart Karin Schick, Leiterin der Sammlung Klassische Moderne der Kunsthalle Hamburg. Die zeitgenössische Künstlerin Miwa Ogasawara berichtet darüber, wie die Gewalt des Tsunamis für ihre Werke sujetbestimmend wurde.
Rau und spröde erscheint auch die Landschaft der Costa Brava in den Arbeiten von Joan Mateu. Montse Aguer, Direktorin der Gala-Salvador Dalí-Stiftung, zeigt deren versteckt liegende Felsen, die Dalí als Inspiration dienten. In Venedig führt die italienische Bestsellerautorin Melania G. Mazzucco den Zuschauer hin zu maritimen Motiven in den Werken von Tintoretto. Die filmische Reise führt den Zuschauer quer durch die Kontinente und lässt hinter Leinwänden Landschaften und Lebensgeschichten aufschimmern. (Text: arte)
es ist ein
Sehnsuchtsort ebenso wie ein
Kriegsschauplatz das Meer ist Muse und
Schlachtfeld Inspiration und Schrecken
zugleich seit Jahrhunderten ist das Meer
ein der Kunst
[Applaus]
[Musik]
[Applaus]
siehst du wie böse es
ist sist du dass das mer einen
schlechten Charakter
hat da kommt eine Welle Vorsicht die
schläg
Pfeifen stell dich mal dorthiniterran
das Mittelmeer akzeptiert keinen Blick
und keine Kritik das Mittelmeer ist eine
permanente Gewalt eine un ein
metaphysischer Horizont in Frage
stellen ein permanenter riss der niemals
heilt du hast den Tod immer vor Augen
und wenn du fällst wird dich eine Welle
verschlingen dann ist es vorbei du bist
to niemand rettet dich du zerschlägst an
den Felsen das ist ein brutales Meer
das ich liebe
cest ist
Manipulation ist Interpretation das
Minimum min
min
wennt und seineele aufut um das
Bergmassiv von Mar zu malen dann mal es
so man sagt es sei die Entstehung des
Kubismus aber in Wirklichkeit sind die
Berge ganz weich niemals waren sie
so das heißt dass ihm die Realität egal
ist er macht sich darüber lustig denn
eigentlich geht es ihm um etwas
anderes fragt man sich warum stellt die
staffele überhaupt Landschaft mit dem
Bild vor ihm frontal zur
Landschaft cesan ist ein Krieger und
seine Beziehung zum Meer ich glaube er
magt das meh nicht er romantisiert es
nicht er benutzt es er zerlegt es
[Musik]
[Musik]
das ist ein Brief den cesan an seinen
Freund pisaro schrieb juli
1876 ich bin seit einem Monat nicht mehr
in Ex ich habe zwei kleine Motive mit
dem me begonnen mE bei es ist wie eine
Spielkarte rote Dächer vor dem blauen
mehr wenn das Wetter günstig wird könnte
ich sie vielleicht
vollenden diese Motive könnten 3 vi
Monate Arbeit bedeuten das ist möglich
weil die Vegetation sich hier nicht
ändert die Sonne hier ist so
fürchterlich dass mir scheint als ob
alle Gegenstände sich als Silhouetten
abhöben und zwar nicht nur in Schwarz
oder Weiß sondern in Blau in rot in
braun und violett
das Gemälde mit den Felsen das Meer ist
do hier nicht einheitlich es gibt so
eine Bewegung die das Meer mit dem Spiel
der Flecken kontrastiert wo das be ins
Graue das graue ins Weiße und das weiße
ins Schwarze übergt das ist erstaunlich
wen man von eine Myriade von
Tönen es ist das Gleichgewicht zwischen
diesen beiden Massen die das Bild
ausmacht und die es unterscheidet von
dem Bild von
1876 indem er den Blick auf den Golf von
Marseille wiedergibt wo das Meer viel
einheitlicher
ist hier kontrastiert das mE wie eine
Masse mit der Landschaft die
grün rote Dächer aufweist wie kleine
Lichter so erhalten wir ein Spiel aus
Varianten im Vergleich zu dem
[Musik]
anderenable Paul sesan wird 1839 in Exon
Provence geboren ans Meer fährt ihn in
seinen Kindertagen die Mutter sie mietet
ein Haus in lestac einem Fischerdorf
unweit von
Marseille in späteren Jahren wird ihm
lestac ein Zufluchtsort
sein hierhin fährt er um als gesuchter
Deserteur vor dem Deutsch-Französischen
Krieg von 1870 71 zu
[Musik]
fliehen hierhin fährt er um seine
Geliebte Orton vor seinem Vater zu
verstecken
hätte er von der geliebten erfahren er
hätte dem Sohn den Unterhalt
gestrichen bei seinen Aufenthalten in
listak entstehen mehrere Dutzend Gemälde
wie bildet sesan das mer ab er malt es
als großes blau ohne tiefe eine
Farbfläche die matt und ohne Charakter
erscheint Malerei verhandelt sesan
allein am
Gebirgszug am Meer steht sesan wie mit
dem Rücken zur
Wand ich bin ein Architekt vololler
Angst und als ich das Mem gemacht habe
da habe ich es mit der Angst gemacht
mich zu irren mit der Angst zu täuschen
mit der Angst lächerlich zu sein
lächerlich die oft zur Lächerlichkeit
Berufen ist also habe ich versucht dem
Bau politisches Gewicht zu
geben aufgeladen mit Erwartung steht das
Gebäude als
Solitär so wichtig wie der Inhalt ist
die architektonische Geste das Haus
greift zum Land und weiß Meer hinaus
Richtung Süden dorthin wo in der ferne
Afrika zu ahnen ist dorthin wo der Riss
im Meer wieti sagt zwei Kontinente
trennt dem Bau mit seiner transparenten
Fassade ist das Wissen um die
Flüchtenden aus Afrika
[Musik]
eingeschrieben Mitel geht gar nicht wir
Ken
nichtier einfrieren sollten wie eine
blaue
eisscheule das wäre doch mal ein gutes
politisches Projekt das mittelmeeh
einzufrieren oder auszulehren das ist
doch wirklich unerträglich dieses ganze
Wasser
hier das Mittelmeer hat keine Ethik es
schlägt uns Gleichgültigkeit vor
angesichts des pornographischen morastes
dieser Welt das ist alles man sagt es se
ein totes
Meer aber das ist kein totes Meer das
ist die Vorstellung von dir Zuschauer
der du Angst vor dem Mittelmeer hast so
wie wir Angst
haben ist ein sehr lebendiges mE sehr
intensiv sehr
tyrannisch das ist nicht
derelkanal wird nicht der einzige Maler
sein der diees von List erkennt das
Fischerdorf wird ein Motiv zahlreicher
Maler George Brack malt es um
kubistischen Stil Pierre August Renoir
hatte die Felsen von listac zuvor im
impressionistischen Stil eingefangen und
in heiterer Anmutung und der
französische Maler Paul gigou versucht
sich realistisch das mehr als Folie vor
der sich ein Kaleidoskop der Stile und
Emotionen entfaltet
nur sesan hält sich
zurück das mE ist wie kann man das sagen
es ist
undefinierbar bei San hat es keine
Bewegung er hat einen anderen Blick auf
das Meer er sieht es anders als die
anderen Künstler die sich für die
Bewegung des Meeres
interessierten aber das interessierte
ihn nicht
[Musik]
Mais
[Musik]
dieses Haus ist Teil meiner
Familiengeschichte das ist sehr
berührend ich glaube es ist der
wichtigste Ort von sesanen Ex weil es
für 40 Jahre Künstlerleben steht für ihn
war es ein Cocon wenn er sich von den
Kritikern angegriffen und unwohl fühlte
konnte er sich hier zurückziehen sich
erholen aber es ist auch 40 Jahre
Malerei
[Musik]
mhm danke jetzt nehme ich mal hier dann
lege ich das hier ab
dann nehmen wir das
hierher das Fin ich
gut eine gute
Gruppe das mal nach
oben wenn man die Werke von pulesan und
Emil Nolde vergleicht würde man nicht
sofort denken dass es da eine Verbindung
gibt ich glaube eine Verbindung kann
bestehen in der Haltung gegenüber dem
Motiv in
der ja fast Ellen Annäherung an ein
Motiv und in einer sehr hartnäckigen
inneren Haltung etwas verstehen zu
wollen etwas durchdringen zu wollen und
bei polzesan ist das vielleicht mehr das
Gestein die Natur die Bäume sicher auch
das Wasser immer wieder bei Emil Nolde
ist es fast ausschließlich das Wasser in
seinen verschiedenen Formen
er scheint ungeheuer fasziniert gewesen
zu sein von diesem Trubel Hamburg also
der Hafen wurde gerade umgebaut und
erweitert es gab einen riesigen
Schiffverkehr also man muss sich
vorstellen dass in der
Zeit tausende Zehntausende von
Hafenarbeitern auch Tagelöhner an den
Landungsbrücken waren und drauf warteten
engagiert zu werden für den Tag für die
Woche es gab ankommende und abfahrende
Menschen und in den ganzen Trubel sitzt
und steht er über Stunden hinweg und
nimmt das in sich
auf interessanterweise bringt er diese
Menschenmassen aber gar nicht aufs
Papier sondern den Hafen die Gebäude die
Architektur die Stimmung die er erzeugt
in seinen kleinen Linien Strichen und
die Arbeiter ganz selten aber immerhin
nimmt er diesen Ort auch als Arbeitsort
wahr ich würde nicht sagen dass er
sozialkritisch ist aber er er schaut
doch genau hin was da eigentlich
passiert und wir wissen auch über seine
Erzählungen und auch über Berichte von
Zeitgenossen dass er mit den Arbeitern
offenbar in pinassen zur Werft fuhr und
das alles zusammen verarbeitet er und
Bandt er aufs Blatt
[Musik]
am Hafen kommen da zwei Momente zusammen
diese Liebe zur Natur diese Liebe zum
Wasser zum Meer zum Element des Wassers
und dieses vom Menschen gemachte die
Arbeit diese
eisenwerften diese Blöcke und diese
Dampfer ne die Schöpfung die er ja
bewundert hat war ja nicht unbedingt
religiös aber doch spirituell die
Schöpfung und das gemachte vom Menschen
das kam am Hafen
zusammen und dieses wirbeln dieses Tosen
die Regungen der Natur und die Regungen
des Menschen die versucht er zu vereinen
und findet in dieser seriellen Arbeit
und er muss sehr sehr schnell gearbeitet
haben gerade bei den
tuschpinselzeichnungen dafür findet er
eine fast
kigraphische
bewegungsspur die er aufs Blatt
[Musik]
bringt mir war so öd so dumm und dumpf
ich lag so hin halburr schlafend bis der
Morgen kam dann ging ich in langsamem
tritt mit schwerem Kopf mit meiner Mappe
und dem Material zeichnend wirtschaftend
auf der Platte kratzen radieren
zugreifen ganz gleich was vor mir war
dabei nur fragend soll dies mich
beherrschen oder ich dies ich kam ins
arbeiten und nichts mehr störte mich mit
den pinassen voller Menschen ging ich
fahrend arbeitend bei dem Getriebe auf
den Landungsbrücken saß ich immer
arbeitend und abends legte ich die
Platten in die fressende Säure D Stunden
war angemessene Zeit ich schlief schwer
müde wie angewachsen im Bett und doch
genau zur richtigen Minute aufwachend
nachschauend die Platte spülend sie war
gut in einer Viertelstunde mehr wäre sie
zerfressen verdorben gewesen es war ein
Untertauchen des ganzen Menschen in
Arbeit und Spannung es ließ sich sonst
auch kaum erklären dass der
Dauerschläfer Aufwachen konnte in dem
Zeitmoment als es eben sein musste
Emil Nolde lebte zwischen den Meeren
hoch oben im Norden Deutschlands wo das
Land von zwei Meeren umarmt wird der
Ostsee und der
Nordsee Nolde war ein Mensch der Nordsee
sie prägte mit ihrem verlangsamten
rhthmus der Gezeiten Leben und
Kunst sobald er über die Mittel verfügte
stellte er ein selbstentworfenes Haus
auf einer Warft die Radierungen
tuschpinselzeichnungen und Aquarelle der
in nur wenigen Wochen im Hamburger Hafen
aufs blattbante gelten heute als
kostbare Zeugnisse des frühen deutschen
Expressionismus
eminoldelbe hätte sich natürlich
geweigert in die Schublade des
Expressionismus gestellt zu werden weil
einfach Schubladen Schubladen sind aber
es gibt doch viele Elemente des
Expressionismus in dem wir wir behelfen
uns ja D mit dieser Wortschöpfung indem
wir in iminolde Wiederfinden der
Expressionismus sagt uns ja es geht um
Dynamik es geht um Subjektivität es gibt
und Farbe und all diese drei Elemente
finden wir bei eminolde in einer
Radikalität übrigens die ist jetzt
Vergleich Zeitgenossen nicht unbedingt
so aufzeigen
Emil Nolde reiste in die Südsee nach
Korea China und Japan nur wenige Meter
von seinem Haus entfernt aber finden wir
eine Abendstimmung vor die überwältigend
all seine Seestücke zusammenzufassen
scheint die Reduktion ist für eminolde
insofern von entscheidender Bedeutung
als dass er das Wesen des Seins
konzentriert Weglassen von einem
dekorativen vergessen was ablenken
könnte sondern sich ganz auf das
Wesentliche zu konzentrieren und um die
Größe eines Moments wahrzunehmen ist am
geschicktesten wenn Sie es ganz einfach
halten also konzentrierte Einfachheit
ist das was er strebte um unsere ja das
monumentale letztendlich wahrzunehmen
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
Wellen sind etwas komplett
unvorhersehbares es gibt still
dahinleitende Wellen die zu einer großen
Welle werden können dann sogar zu einem
großen Tsunami einem großen
Sturm eine Welle ist wirklich etwas
unberebares
auf Fukushima TRF da spürte man die
Gewalt und den Schrecken der Natur du
wurdest
geschluckt das hatte eine große Wirkung
auf
mich von Anfang an habe ich keine
internationalen journalistischen Themen
behandelt aber dieses Bild ist von dem
Erdbeben
beeinflusst die Stärke der Welle hat
mich wahrhaftig die Nichtigkeit der
menschlichen Existenz spüren lassen
Meer betrachtet schwindet jede
Nationalität beim Betrachten des Meeres
wird das universale Problem der
Menschlichkeit zum
Thema und das hier hinter mir mit diesem
weltweit bekannten Bild des Ertrunkenen
flüchtlingskindes verbindet sich
wirklich eine unglaubliche
Tragödie ich habe das Bild lediglich
gemalt mir ist nichts tatsächlich
zugestoßen aber es ist ein Bild dass ich
für immer im Kopf behalten werde und zu
zeigen aber eigentlich geht es nicht
darum Menschenrechtsfragen beschäftigen
mich だけ は 本当 に人問題 です ね
[Musik]
in Japan ist der Einfluss von hokos
Werken wirklich sehr groß auch in der
gegenwärtigen Gesellschaft noch von der
Kindheit bis ins Alter wenn man z.B ins
öffentliche Badehaus geht sind dort auf
den Kacheln der Berg Fuji oder eben die
Welle von Hokusai am Decken
abgebildet es ist wirklich etwas
allgegenwtiges alleht es ist Popkultur
in
Japan die Blätter die wir haben von
hoxai sind sogenannte Farbholzschnitte
das ist im Grunde genommen ein
Massenprodukt und erst in Europa haben
sie eine solche Wertschätzung erfahren
dass man sie tatsächlich als Kunst
gesammelt hat das heißt in Japan zu der
damaligen Zeit als diese Drucke
entstanden die 36 Ansichten des Fuji das
war 1831 bis
1834 hat ein solcher Druck ungefähr so
viel gekostet wie ein einfaches
Mittagessen damit man so eine
Preisvorstellung hat heute ist es
natürlich ganz anders heute sind das
extrem hochgeschätzte Holzschnitte und
gerade der Druck unter der Bälle von
canagava den wir kennen als die große
Welle erlangt wirklich in Auktion weit
über 100.000 € ein Druck hat sogar
500.000 €
[Musik]
gebracht ist während derzeit in Japan
geboren und gestorben als das Land von
dem Rest der Welt isoliert war die
sogenannte Abschließung
Japans in diesen 200 Jahren von Mitte
des 17 biste jahhunderts hat Japan gar
nichts von der Außenwelt eindringen
lassen und in seiner eigenen Welt
gelebt aber als hoki so zwischen 40 und
50 Jahre alt war kamen nach und nach
Waren ins Land aus Holland China und
Korea ich denke an diese Zeit an diese
Durchbrechung der Isolation Japans wenn
ich mir seine Bilder
[Musik]
den Druck den wir als die große Welle
kennen hat den Titel unter der Welle von
kanagaba festgehalten ist der Moment wo
die Welle kippt und wir kennen das
Ergebnis nicht er verrätt uns nicht was
mit diesen drei Booten passiert die
unter der Welle sind er verrätt uns
nicht ob die Welle diese Boote unter
sich begräbt oder ob die Boote unter der
Welle einfach durchfahren können
tatsächlich ist es so dass die
Reaktionen auf diesen Holzschnitt
vollkommen unterschiedlich sind es gibt
viele Leute die die Bedrohung überhaupt
nicht wahrnehmen und es gibt andere
Leute die nur die Bedrohung wahrnehmen
die von der Welle ausgeht und ich glaube
gerade diese Ambivalenz dass dieser
Moment festgehalten ist wo sie kippt und
wir nicht wissen was ist das Ergebnis
macht eigentlich den Reiz des Druckes
auch aus und dieses unter der Welle ist
ganz wichtig weil wenn man es mit
japanischen Augen betrachtet nämlich von
rechts nach links wie die Schrift auch
läuft dann befindet man sich tatsächlich
aus Perspektive des Betrachters unter
der Welle und die Welle schwappt einem
entgegen und das haben wir in dem Druck
der ein paar Jahre später in diesem Buch
erschienen ist nicht sondern es ist eine
sehr viel spielerische Umsetzung dieser
Welle die mit der Blickrichtung kittt
die Welle schwappt auch nicht über ein
rüber sondern sie löst sich auf in
kleine Vögelchen schidori die eben dann
in der Luft schweben können
Venedig war eine Handelsstadt und ihr
Hafen war der wichtigste im
Mittelmeerraum der Handel mit dem Orient
hat die Stadt reich gemacht Venedig
kontrollierte den Gewürzhandel sowie die
Importe aus dem Orient die Kontrolle
über die Adria sicherte ihren
Reichtum wir kommen alle vom Festland
nicht wir haben das Gefühl verloren
in einer Lagune aber sie richtet sich an
das
[Musik]
Meer ich erinnere mich an ein
außergewöhnliches Schiff in einem
gemäeten tettus das ich sehr liebe auch
wenn es ein umstrittenes Werk ist
der Name des Bildes das matyrium der
heiligen Ursula das heute in der Kirche
San Lazaro de mercanti aufbewahr San
giovanni e Paolo l'ospedale
[Musik]
[Musik]
civile in diesem Gemälde zeigt uns
tinoretto das Schiff das osula und ihre
Begleiterinnen nutzten es befindet sich
im Hintergrund des Werkes und ist sehr
interessant für alle Liebhaber von alten
Schiffen
[Musik]
Sula ist für die deutsche Nation eine
wichtige heilige ihre Geschichte führt
uns nach Deutschland alle venezianischen
Frauen die eine deutsche Herkunft hatten
gaben ihren Töchtern den Namen
Ursula auch außerhalb Deutschlands ist
sie wichtig
weil sie als heilige als Frau eine
schiffskapitänin
wurde sie führte ein friedliches Heer
von 11000 Jungfrauen und war außerdem
ein Vorbild für fromme Frauen weil sie
eine heilige ist die anders ist nicht
passiv sondern aktiv deshalb weckt
dieses Gemälde in uns allen heute die
leidenschaftliche
Betrachterin quindi è un quadro che
soprattutto noi donne di oggi storiche
dell'arte di oggi spettatrici di oggi
comunque essa
[Musik]
[Musik]
gesto es ist schwierig so zu zeichnen
wie
ttintoretto aber es ist einfach wie
Rafael zu zeichnen meine Bewegung könnte
nie von tintet sein aber wenn ich
nachdenke kann ich es schaffen seine
Bewegung war anders seine Körperhaltung
war
anders rapael bewegt seinen Arm so
tentoreto bewegt sich so er hatte seine
spezielle Art sich
hinzustellen er brauchte seine
Mitarbeiter um sich mitzuteilen und
sagte ihn mach das so das Wort war ihm
nicht genug deshalb hat er selber
gezeichnet ging dann in seine Werkstatt
zu seinen Schülern und sagte mach das so
bitte mach hier das Rot ich komme später
wieder der nächste bereitete den Himmel
vor der Himmel der Himmel Mario bitte
mal den
Himmel und Mario sang beim
Malen er kam guckte und sagte hier
möchte ich zwei Vögel es war eine
intensive
Arbeitens habe Farben geliebt den blauen
Himmel im Mai die Lichtreflexe auf einem
scharlachroten seidenärmel oder den
rosaroten Sonnenuntergang hinter einer
grünen vermosten Gondel werft das erste
was mich mein Vater lehrte war mich mit
kostbaren und auffallen schönen Dingen
zu umgeben und mir die Hände schmutzig
zu machen um an sie
heranzukommen wir wohnten in einem
niedrigen Bau an einem engen und immer
zu düsteren Kanal die Häuser um uns
herum waren so hoch dass wir zu keiner
Zeit
die Werkstatt meines Vaters aber lag am
Rande der Stadt auf einem Zipfel von
canareo der zum Festland
zeigte und wo sich selbst das Wasser in
den Kanälen rot und schwarz
[Musik]
herte
[Musik]
enez Venedig drückt sich durch
wagerechte Linien aus durch volle Farben
und klare Schatten mit einem hellen
Licht dass sich im Wasser
spielt die wagerechten Linien sind
hellblau sietimmen ben weil sie die
Farben der Tiefe
sind die senkrechten Linien bestimmen
die vollen klaren Farben z.B das
Schwarz das Gelb das Grün also alle
klaren
Farben diese len sind energetische len
Orang alle
war selbstverständlich beeinflusst
dieses mehr und sehr
wenn wir Venedig für eine Zeit verlassen
vermissen wir das Wasser es gibt diesen
Geruch von Salz in der Luft auch wenn
einige Besucher sagen es riecht seltsam
in Venedig das ist das Leben von Venedig
[Musik]
oretto schafft es der Maler der
venetianischen Republik zu werden und
sogar der Maler des
dochenpalastes er gewinnt diese
Herausforderung aber als Rebell als
Gauner als
Pirat und das ist sehr seltsam Venedig
akzeptiert ein solches Verhalten
eigentlich nicht er musste dafür
bezahlen sein Ruf war beschädigt er galt
als
unehrlich trotzdem gewint
durch seine
[Musik]
Malerei è molto più difficile fare così
come faceva es war viel schwieriger so
zu arbeiten wie
tinturetto deshalb waren die meisten
sauer auf
ihn keiner war so schnell wie er und
keiner konnte mit vier Pinselstrichen
das Gefühl der Geschwindigkeit
wiedergeben das konnte nur er dank des
Zeichnens in dieser Zeit hat man in
Venedig eine bestimmte Malerei
produziert sie war reich an Figuren und
Geschichten und
Farben er blieb immer in Venedig weil er
hier Aufträge bekam
der Auftraggeber ist ein Risiko
eingegangen soll ich tetto Tizian
oderion beauftragen man musste wissen
wem man den Auftrag
anvertraute mit oretto konnte man nicht
diskutieren aber er hatte Kraft und dem
Auftraggeber gegenüber blieb er
respektvoll
wenn es die Schule von San Rocco und all
die Aktivitäten von Tintoretto nicht
gegeben hätte könnten wir das heute
nicht vergleichen es gäbe immer jemanden
der sagen würde ich bin besser ich würde
dann sagen nein schau dir den tenturetto
an man kann heute nicht mehr wie
tenturetto malen kann ih nicht
wiederholen Stopp und Schluss
[Musik]
sicherlich was Tintoretto so modern
macht ist seine Verweigerung der Regeln
und
Konventionen ttinoretto ist einer der
zugleich im System und gegen das System
spielt er bricht alle visuellen
Konventionen weil oretto eine Szene
nieemalt wie man es erwarten würde im
Gegenteil sucht tinoretto immer eine
neue Art und Weise etwas zu erzählen er
akzeptiert nie das vorgegebene
Neues
[Musik]
machen in einer geheimnisvollen Skizze
erzählt Tintoretto uns von der Rettung
des Körpers des heiligen STT Markus doch
rückt der Maler des Meer so nah an
Venedig heran dass tobende
wellenlereniss
zu fluten scheinen die Skizze von
1548 gibt eine Szene wieder die
eigentlich in Alexandria spielt aber von
Tintoretto auf den Markusplatz verlegt
wird
tinoretto ist nicht vordergründig ein
Maler des Meeres aber die Farben und den
espri der Lagunenstadt hat er wie kaum
ein anderer mit seinen Gemälden in Öl
festgehalten die
Darstellung melden tinorettus erinnert
an die Orientierungslosigkeit die wir
fühlen wenn wir in Venedig sind immer
landest du woanders als geplant auch in
den gemäen tinurettos wird der Raum
umgestürzt als ob Venedig tief innen
sei Quali Tintoretto anche lo spazio è
profondamente sovvertito questo è come
se Venezia fosse dentro no dentro
tintoret
el mar això que sembla molt senzill das
Meer erscheint sehr einfach und simpel
je weiter weg du stehst desto schlichter
erscheint es aber wenn du genauer
hinsiehst wird dir klar dass es ein
chaotisches Universum ist wenn du es von
Namen betrachtest siehst du eine
beeindruckende Fülle von Details das ist
jedes Mal wie ein Neustart so ein weißes
Blatt eine weiße leinwart diese Art zu
arbeiten ist natürlich und intuitiv und
während du Schicht für Schicht aufträgst
werden dir Dinge klar die die Realität
nicht liefern kann am Ende hast du eine
andere traumhafte Realität geschaffen
monig Joan Matteo wurde in jarona
geboren er fühlt sich als Katalane der
eng mit seiner Region verbunden
ist in Katalonien stellt er in den
großen Museen aus seine
meereslandschaften die aus vielen
Farbschichten bestehen sind rau spröde
nie lieblich
[Musik]
Matteo führt die Landschaft der Costa
Brava auf ihren Ursprung zurück befreit
von jeglicher touristischen
[Musik]
Überschreibung immer wieder maleale ich
die Costa Brava weil sie so viel Kraft
ausstrahlt ich habe eine starke
Verbundenheit mit den Menschen
hier einfach nur eine Landschaft für
mich besitzt sie das Gedächtnis der
Gemeinschaft und des Zusammenlebens hier
das ist es was mir bei der Arbeit
Freiheit gibt das Meer und die Felsen
erlauben dir dich
auszudrücken ganz frei zu
arbeiten wenn Malerei Körper oder
Architektur darstellt dann folgt sie
strengen Regeln das Meer und die Felsen
aber geben künstlerische Freiheit und
verstärken so meine Verbundenheit um
que que aquesta conicara sigui mi
més er stand immer sehr früh auf das war
normal und kam hierher und wenn er nicht
hier war dann hat er
hat einen Chauffeur und ein
Seemann ein
Hausmeister ein
Hausmeister der David fuhr auch mit dem
Boot raus mit der Gala sonntags ging sie
immer ins Dorf runter er ging zu den
Felsen von Kreus um zu malen es gibt ein
geme der große Masturbator von mehr aus
konnte er den Felsen
sehen en efecte si hi ha res que müsste
man diese Felsen unter dem Gesichtspunkt
der Gestalt mit irgendetwas anderem
vergleichen so böten sich Wolken an
durch eine Katastrophe zertrümmerte
versteinerte
Haufenwolken alle in der Vielfalt ihrer
zahllosen Unregelmäßigkeiten angelegten
Bilder tauchen nacheinander und
abwechselnd auf je nachdem welchen
Standort man einnimmt dies ist so
objektivierbar dass die Fischer der
Gegend seit undenklichen Zeiten jeder
dieser imposanten felsanhäufungen Namen
gaben Kamel Adler ambos
tote Frau
löenkopf fuhren wir aber langsam in
einem Ruderboot vorbei so verwandelten
sich all diese Bilder und ich musste
erst gar nicht darauf hinweisen denn die
Fischer machten mich von selbst darauf
aufmerksam beim Näherkommen rundeten
sich die amberspitzen und waren genau
wie die beiden Brüste einer Frau
jeder F und jedes Element hat so viel
Persönlichkeit man muss sie lesen können
um sie zu malen als Vordergrund oder
Hintergrund man muss der
Vorstellungskraft freien Lauf lassen
genauso wie es da
machte das wäre schon mal ein Anfang und
kommt aus dem tiefen Inneren eines jeden
Künstlers
diese ganze Umgebung man spürt die
Naturgewalt die rosion die Form der
Felsen gleichzeitig ist es ein sehr
ruhiger Ort sehr
inspirierend dieser Felsen ist das
Vorbild für dis großen Masturbator
[Musik]
[Musik]
offensichtlich war D auf kosmischeer Art
mit dieser Landschaft
verbunden ich persönlich habe da eine
eher geerdete
Verbindung wenn man diese Naturgewalt
sieht er benutzt sie als
Material und schafft sein Werk aus dem
Chaos denn hier sind wir umgeben von
Chaos und aus diesem Chaos wird das Werk
erschaffen von der Abstraktion hin zu
einer neuen
[Musik]
Realität das Gemälde der große
Masturbator von salvadorali gibt viele
Rätsel auf
es ist voller verschlüsselter Symbolik
jedes Detail ist mit Bedeutung
aufgeladen ein Symbol hat der selbst
immer wieder benannt den
Löwenkopf für den Künstler D steht der
Löwenkopf für
Sexualität das ganze Gemälde ist eine
erotische
Anspielung D selbst portrettiert sich
daran als jungen Mann mit
durchscheinender Kleidung seine Geliebte
Gala reckt ihren Kopf mit geschlossenen
Augen zu seinem
[Musik]
[Musik]
Geschlecht dieses Bild ist natürlich
eine große Provokation denn 1929 hatte
er Gala gerade erst kennengelernt
vom Felsen vom K de Kreus und es gibt da
eine intime Annäherung D Beziehung zur
Sexualität ist sehr komplex dis Vater
war eine sehr eindrucksvolle ja
aufbrausende Person und er hat ihn
ständig auf die Möglichkeit hingewiesen
sich Geschlechtskrankheiten einzufangen
er hat ihm Bücher über sexuell
übertragbare Krankheiten mit
eindrücklichen Bildern gezeigt und für D
war dieser visuelle Eindruck sehr stark
er war von den Bildern besessen
also seine Beziehung zum Sex war komlex
s dass er uns hier ein Universum zeigt
in welchem Gala ihm Harmonie gibt ich
glaube dass hier einige der Kämpfe
abgebildet sind die in dieser Zeit
geführt Moment
[Musik]
[Musik]
Salvador da le kauft 1929 in dem Jahr
indem er das Gemälde der große
Masturbator malt eine erste Fischerhütte
in poigat nahe
kadakes das Haus wird von Jahr zu Jahr
erweitert es wird sein
Refugium während des Zweiten Weltkrieges
lebt D mit Gala die er inzwischen
geheiratet hat eine Zeit lang in den
Vereinigten Staaten 1948 kehrt er zurück
nach Spanien trotz des faschistischen
Regimes
Francos die Nähe zum Franco Regime wird
da für den Rest seines Lebens
vorgeworfen werden andere sagen er
brauchte diese Bucht und diese
Landschaft um zu arbeiten
[Musik]
[Musik]
nicht so sehr die Landschaft an sich
sondern die Schattierungen die
farbnancen sind es die ich
beobachte ich versuche zu verstehen was
ich malen möchte um es dann auf
möglichst natürliche Weise
wiederzugeben denn es ist nicht nur eine
hübsche Landschaft mit Meer und Felsen
bei genauerem Hinsehen wächst das Bild
aus all diesen kleinen Details
zusammen oftmals ähnelt es am Ende der
Realität überhaupt nicht mehr und das
ist das Wichtigste bei dieser Arbeit
[Musik]
für mich geht es hier eher um die Idee
eines Meeres ist es da oder nicht diese
Vermischung zwischen Meer und Himmel
existiert das mehr wirklich oder handelt
es sich nur um den
Horizont wir können die Präsenz des
Meeres erahnen denn wir kennen diese
Landschaft aber wer dies nicht gesehen
hat könnte sich fragen ob das Meer
überhaupt da ist oder nicht
[Musik]
ه